Einen guten Rutsch! September 8, 2010 | 10:27 am


Der Aufmarsch V. September 8, 2010 | 09:48 am

Einen „Trauermarsch um die Meinungsfreiheit zur Deutschen Bundesbank“ möchte Mirko Welsch am 09.09.2010 in Frankfurt am Main veranstalten. Er ist Mitinitiator einer „Sarrazin-Bewegung“, die eine angebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit beklagt, sich mit Thilo Sarrazin solidarisiert und Migrant_innen dazu auffordert, dass sie „sich anpassen“ müssen. „Wer hier leben will hat die Pflicht sich einzubinden oder ein One-Way-Ticket muss erfolgen“, schreibt der „Organisationsberater“ des „Trauermarsches“, Mirko Welsch, der Sarrazins Thesen durch seine Beobachtungen in „Burbach oder im unteren Malstatt in Saarbrücken“ bestätigt sieht. Der Aufmarsch wird unterdessen von mehreren rassistischen Internetseiten, wie zum Beispiel „Pi-News“ und „Gesamtrechts“ unterstützt.
Mirko Welsch nutzt derweil unter anderem die Internetplattform „Facebook“, um für seinen Marsch zu werben. Dort hetzt Welsch gegen Michel Friedman, der Sarrazins Thesen kritisiert hatte und rät diesem „sich mehr mit seinen Nutten- und Koksparties“ zu „beschäftigen“. Die antisemitische Einstellung des selbsternannten „Freiheitlichen“ wird deutlich, als er vermutet, dass „Friedmann aufgrund seiner religiösen Zugehörigkeit einen Freibrief“ hätte (Screenshot).
Derartiges propagiert Welsch nicht nur in seinem „Facebook“-Profil, sondern auch mit seiner „Vereinigung von rechtsliberalen Mitbürgern (Die Patrioten)“. Als deren Sprecher fungiert Welsch, wenn er nicht für seine „Sarrazin-Bewegung“ wirbt. Als Sprecher dieser obskuren Vereinigung veröffentlicht Welsch noch obskurere Pressemitteilungen, in denen dem Zentralrat der Juden unterstellt wird, er hätte „die Nazikeule reaktiviert“. Dem Zentralrat unterstellt er außerdem auch noch ein Denken, wie es zur es zur Zeit des Nationalsozialismus vorherrschend gewesen wäre. Außerdem wird die „Opferorganisation“ mit „NPD und Co“ verglichen. Welsch im O-Ton:

„Dieses Denken hatten wir aber bis 20 Jahren im Osten und vor 65 Jahren im Westen und so sollte eine Opferorganisation nicht agieren, wenn diese sich von NPD und Co. berechtigerweise abheben will.“
Es bleibt abzuwarten, ob Mirko Welsch seine Thesen über den „Zentralrat der Juden“ und Michel Friedman, auch auf dem Aufmarsch für Sarrazin propagieren wird.

Mercy Street by Fever Ray September 8, 2010 | 09:47 am

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Mercy Street by Fever Ray

Audiolith @ Get Wavey September 8, 2010 | 08:20 am

Heute Abend. Hingehen da! Artur legt auf!

Castro schert aus September 8, 2010 | 12:46 am

Und wieder und dann wieder hat es im Sarkophag gerumpelt. Der Betondeckel rutschte scharrend zur Seite.  Eine Greisenhand in einem verblichenen Adidastrainingsanzugsärmel schob sich über den Rand des Sarkophags und ballte ganz langsam die Faust… Und jetzt ist etwas passiert, vielleicht hat sich der maximo leader diesmal den Kopf angestoßen, weil er mittlerweile wieder schneller hochkommt, jedenfalls hat es seinem Kopf gut getan.

Castro im Interview mit Jeffrey Goldberg im Atlantic:

Castro’s message to Mahmoud Ahmadinejad, the President of Iran, was not so abstract, however. Over the course of this first, five-hour discussion, Castro repeatedly returned to his excoriation of anti-Semitism. He criticized Ahmadinejad for denying the Holocaust and explained why the Iranian government would better serve the cause of peace by acknowledging the “unique” history of anti-Semitism and trying to understand why Israelis fear for their existence. [...] He said the Iranian government should understand the consequences of theological anti-Semitism. “This went on for maybe two thousand years,” he said. “I don’t think anyone has been slandered more than the Jews. I would say much more than the Muslims. They have been slandered much more than the Muslims because they are blamed and slandered for everything. No one blames the Muslims for anything.” The Iranian government should understand that the Jews “were expelled from their land, persecuted and mistreated all over the world, as the ones who killed God. In my judgment here’s what happened to them: Reverse selection. What’s reverse selection? Over 2,000 years they were subjected to terrible persecution and then to the pogroms. One might have assumed that they would have disappeared; I think their culture and religion kept them together as a nation.” He continued: “The Jews have lived an existence that is much harder than ours. There is nothing that compares to the Holocaust.” I asked him if he would tell Ahmadinejad what he was telling me. “I am saying this so you can communicate it,” he answered.

Das Konzept “Suicide Bomber” September 7, 2010 | 07:55 pm

Ein aufschlussreicher Essay von Benjamin T. Acosta, der zu einer ernüchternden Schlussfolgerung kommt:

Concepts of martyrdom have played important roles throughout Islamic history, and today’s “martyrdom operations” display the continuing importance of the phenomenon as an expression of Islamic grievance and as a form of religiously-motivated armed combat. For many political Islamic groups today, the martyr stands at the pinnacle of resolving intergroup conflict. Heroes represent a group’s ideal member, and the idea of ordinary individuals achieving extraordinary feats captures the attention and inspires many to answer the call of their group—especially in the face of conflict with a perceived encroaching enemy, whether a U.S. soldier or a Shi’i politician. Now, the acts of suicide-homicide martyrs epitomize heroism for many jihadi organizations. Accordingly, one should expect support for and participation in violent acts of martyrdom to continue to increase in the Sunni world over the foreseeable future.

“So wird zu den besten Sendezeiten und in herausgehobenen Features renommierter Zeitungen… September 7, 2010 | 02:08 pm

“So wird zu den besten Sendezeiten und in herausgehobenen Features renommierter Zeitungen unter dem Topos des neue Feminismus für das bürgerliche Klientel gestritten, deren Interessen allerdings mit einem versämtlichenden “Wir” verallgemeinert weren. Die Anderen, die nicht der F-Klasse, die nicht den Alphamädchen angehören, finden keine Erwähnung. Mit ihrer inhaltlichen Fokussierung auf die individuellen Berufskarrieren schließen die lautstarken Akteurinnen an die liberalfeministischen Positionen der 1970er und 1980er Jahre an. Damals wie heute geht es um eine reformistische Politik, welche Gleichstellungspolitik als Anpassungspolitik betreibt und von weißen gebildeten Frauen der Mittelschicht angeführt wird. Ihr Ziel ist es das priviligierte Leben - wie sie es von weißen Männen aus dem Mittelstand vor Augen sehen - für sich durchzusetzen. Vergessen scheinen all die Lernprozesse, die von Schwarzen Feministinnen, Lesbengruppen, aber auch ostdeutschen Frauen eingefordert wurde. Allein die Frage, welchen Nutzen eine Reinigungsfrau oder eine Sexarbeiterin von dieser Art Gleichstellungspolitik haben soll, fällt aus dem selbst gesteckten Rahmen heraus. Damit wird aufs Neue Feminismus nicht mit Herrschaftsverhältnissen wie Kapitalismus oder Rassismus in Verbindung gebracht.”

Melanie Groß und Gabriele Winker (2009): Queer-|Feministische Praxen in Bewegung. Hier nachlesbar.

Krisen- und »Zusammenbruchstheorie«. Zur absoluten inneren Schranke der Verwertung September 7, 2010 | 01:41 pm

Robert KurzEXIT!«) stellt seine Theorie einer inneren Schranke der Kapitalakkumulation vor. Er bewegt sich dabei auf der kategorial-logischen Ebene des »Kapital im Allgemeinen«, nicht auf der Ebene der konkreten Krisenverläufe auf dem Weltmarkt. Am Rande gibt es einige Spitzen gegen die Neue Marxlektüre, besonders Michael Heinrich und Abgrenzungen zu früheren Krisentheorien (R. Luxemburg, H. Grossmann).

Veranstaltet und aufgezeichnet vom Wert-Abspaltungskritischen Lese- & Diskussionskreis Berlin in Zusammenarbeit mit dem Verein für kritische Gesellschaftswissenschaften e.V. August 2010.

Download via MF: Vortrag (1:04 h, 26 MB), Diskussion (49 min, 20 MB)

Ankündigungstext:

Der Begriff der „Zusammenbruchstheorie“ ist ein Reizwort in der Linken, befrachtet mit einem pejorativen ideologischen Verständnis. Dabei geht es zunächst um den Vorwurf des „Objektivismus“. Deshalb soll das Problem zuerst anhand der Subjekt-Objekt-Dialektik in der kapitalistischen Fetisch-Konstitution erläutert werden, nämlich als Verhältnis von „Krise und Kritik“, wie es die Linke schon immer umgetrieben hat. Wenn Krise und Kritik identisch gesetzt werden, resultiert daraus entweder ein objektivistisches oder ein subjektivistisches Verständnis. Deshalb sind die Begriffe von Krise und Kritik strikt auseinanderzuhalten.

Im zweiten Schritt soll die Geschichte der marxistischen Krisentheorie kurz skizziert werden. Marx hat keine kohärente, sondern eine fragmentarische Krisentheorie hinterlassen, was zu einer langen Auseinandersetzungsgeschichte herausgefordert hat. Der Status einer „Zusammenbruchstheorie“ wird dabei heute in der Regel historisch falsch bestimmt (so bei Michael Heinrich). Bei Marx findet sich der Begriff einer historischen „inneren Schranke“, der aber allmählich verloren ging. Das ist nicht nur ein inner-krisentheoretisches Problem, sondern hat etwas damit zu tun, dass der Arbeiterbewegungsmarxismus ebenso wie die postmoderne Linke die Frage der „kategorialen Kritik“ ausgeblendet haben und sich nur immanent auf dem Boden des kapitalistischen Formzusammenhangs bewegten. Die Frage der „inneren Schranke“ ist aber diejenige einer „kategorialen Krise“, die mit einer „kategorialen Kritik“ verbunden ist und zum Postulat eines „kategorialen Bruchs“ führt.

Als nächster Schritt soll der Unterschied zwischen einem zirkulationstheoretischen und einem produktionstheoretisch-gesamtsystemischen Begriff der Krise deutlich gemacht werden. Beide Momente finden sich bei Marx. Die Vorstellung einer bloßen „Reinigungskrise“, die zum Funktionieren des Kapitalismus gehöre, ist zirkulationstheoretisch verkürzt. Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn die Marxschen Ansätze in den „Grundrissen“ und im 3. Band des „Kapital“ herangezogen werden. Entscheidend dabei ist der Begriff der Arbeitssubstanz. Nicht umsonst zeigt sich hier die entscheidende Differenz zum Postmodernismus und zur „neuen Marxlektüre“ (Substanzbegriff der abstrakten Arbeit als Verausgabung von „Nerv, Muskel, Hirn“, Warencharakter des Geldes, tendenzieller Fall der Profitrate). In der historischen Dynamik des Kapitalismus, bedingt durch die von der Konkurrenz erzwungene Produktivkraftentwicklung, entsteht ein Missverhältnis von totem Sachkapital und Arbeitskraft, das zunächst durch den relativen Mehrwert und die Expansion der Märkte kompensiert wird, schließlich aber in einem absoluten Abschmelzen der gültigen Arbeitssubstanz kulminiert. In diesen Prozess eingeschlossen ist die historische Expansion des Kreditsystems.

Schließlich soll die historisch-empirische Konkretisierung der „radikalen Krisentheorie“ anhand der Geschichte der dritten industriellen Revolution skizziert werden. Die absolute „innere Schranke“ der realen Mehrwertproduktion auf dem neuen Produktivitätsniveau mangels neuer Verwertungspotentiale impliziert eine Entwertung aller Kapitalbestandteile (Geldkapital, Sachkapital, Arbeitskraft, Warenkapital, Geldware als solcher). Dieser historische Entwertungsprozess wurde gebrochen und modifiziert durch eine beispiellose Finanzblasen-Ökonomie und davon genährte Defizitkonjunkturen bzw. globale Defizitkreisläufe. Nach deren Zusammenbruch wurde das Problem von den Finanzmärkten auf den Staatskredit bzw. die Notenbanken zurückverlagert. Abschließend soll das Verhältnis von Staat und Geld erörtert werden. Die staatskapitalistische Krisenverwaltung löst die Krise nicht, sondern bildet nur die letzte Verlaufsform, in der sich die „innere Schranke“ manifestiert.

Die Wachsamkeit erhöhen September 7, 2010 | 01:11 pm

Der Sprecher der PFLP, der “größten Organisation der palästinensischen Linken” lehnt die Verhandlungen in Washington vehement ab.

Er hat aber, darauf befragt, unheimlich gute Ideen, was stattdessen zu tun wäre:

Alle nationalen und islamischen Kräfte sowie Institutionen in Palästina oder im Exil müssen ihre Wachsamkeit erhöhen, umsichtig handeln und sofort gemeinsam Aktionen gegen direkte und indirekte Verhandlungen starten. Notwendig ist die eindeutige, ernsthafte, und verantwortungsbewußte Ablehnung des gesamten Oslo-Prozesses und aller seiner Ergebnisse.
Statt dessen brauchen wir eine nationale Strategie, die den Rechten unseres Volkes Vorrang einräumt und die palästinensischen Kräfte in einer geeinten, demokratischen Befreiungsorganisation reorganisiert. Die muß alle nationalen und islamischen Kräfte umfassen und das Widerstandsrecht unseres Volkes bekräftigen: Der Bau von Siedlungen und die Besatzung müssen ein Ende haben, und unsere Gefangenen müssen freigelassen werden. Wir müssen das Rückkehrrecht durchsetzen und ein unabhängiges und souveränes Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt errichten.

Einfach überzeugend. Vor allem der Bezug auf die nationalen und islamischen Kräfte! Mit diesem Programm eilen die Palästinenser schon seit Jahrzehnten von Erfolg zu Erfolg. Wie gut, dass die PFLP noch gibt.

Sheng-Fui: Lehrreiche Leere September 7, 2010 | 01:06 pm

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Die Kunst der Auswahl des richtigen Zeitpunktes besteht meist in der Wahl des passenden Moments.

Ich bin immer ich, und ihr seid immer ihr.

Das Lächeln, das Du aussendest, kehrt nie wieder zu Dir zurück.

Der Geist ist leuchtend, er strahlt, er ist die Erkenntnis selbst.

Ich bin für Gewaltlosigkeit, aber wenn ein Habicht auftaucht, während ich andere Vögel füttere, kann ich mich nicht beherrschen. Dann hole ich mein Luftgewehr.

Ich denke, dass der Sinn des Lebens darin besteht, glücklich zu sein.

Einen Erleuchteten kann man am besten im Dunkeln erkennen.



Das ist eine Bunte Mischung aus Zitaten von Tenzin Gyatso (amtierender Dalai Lama) und von Tse-Tang, dem Älteren, einer fiktiven Figur auf sheng-fui.de. Die von Tse-Tang sind aber lustiger und mindestens genauso weise, wie die vom fernöstlichen “Ozean der Weisheit”, hihi. Satire und Witz sind scharfe und treffende Werkzeuge, um Blödsinn unterhaltsam zu demontieren. Lorenz Meyer schafft es vorzüglich den Eso-, Psycho-, Coaching-Slang zu imitieren und zu überzeichnen. Diese subversive Esoterikkritik ist richtig lustig. Bei uns wird zum Beispiel die Heilsteintherapie so abgearbeitet:

Die Heilsteintherapie (Edelsteintherapie, Therapie mit Heilsteinen oder Kristallen) ist eine in Esoterik und Pseudomedizin verbreitete Methode.

Kristalle und andere Steine gelten in der Esoterik als heilkräftig und gut für das allgemeine Wohlbefinden. Dies gilt auch für die Anwendung von Bernstein. Nahezu in jeder Einkaufszone, auf Flohmärkten und Basaren bieten Händler farbenfrohe und dekorative Minerale und Schmucksteine zum Kauf an. Zu den Abnehmern gehören nicht nur Mineraliensammler, sondern auch Menschen, die, angeregt durch eine Vielzahl von Artikeln und Annoncen in Büchern und Zeitschriften, hinter diesen bunten und häufig bizarren Kristallen eine heilende Wirkung vermuten.

Wissenschaftlich betrachtet stellen Steine oder Minerale den festen Aggregatzustand eines chemischen Elements oder einer Verbindung dar, üblicherweise anorganischer Natur. Ihre Atome besetzen feste Plätze eines regelmäßig aufgebauten so genannten Kristallgitters. Im Wesentlichen bestimmt die chemische Zusammensetzung der Minerale deren Aufbau und chemisch-physikalische Eigenschaften, wie z.B. Löslichkeit, elektrische Leitfähigkeit, Farbigkeit, Magnetismus oder Härte.

und bei Sheng-Fui gibt es eine Serie “Die Heilkraft der Edelsteine” mit von der Alternativszene zu Unrecht ignorierten Mineralien.

Heilkraft der Edelsteine (1): Der Bimsstein:

Wir wollen nun in loser Folge einige weniger bekannte Edelsteine und Halbedelsteine vorstellen und deren ganzheitliche Wirkung auf Physis und Psyche erklären.

Den Anfang unserer kleinen Serie macht der Bimsstein. Dieser bereits alttestamentarisch erwähnte Halbedelstein wird vornehmlich bei Lernblockaden, Merkschwierigkeiten und Konzentrationsschwäche eingesetzt. Beim Auftritt derartiger Beschwerden sollte der Bimsstein so lange an die Schläfe geschlagen werden bis sich die Symptomatik signifikant verbessert.

Bereits Hildegard von Bingen hat sich die Erkenntnisse der Sheng-Fui-Medizin zu Nutze gemacht. Über die Kreuzritter war ihr eine chinesische Schriftrolle zugeleitet worden, welche die Heilkraft des Bimssteins in großer Ausführlichkeit beschrieb. Um 1150 n. Chr. berichtete Hildegard von Bingen in Zusammenhang mit ihren medizinischen Forschungen erstmals von eigenen Lernblockaden und wie sie diesen mit dem Bimsstein beigekommen sei. So hätte sie sich den schwierigen Stoff während einer Klausur im Kloster Disibodenberg regelrecht “eingebimst”.

Der exzessive Gebrauch von typischen Buzzwörtern und jede Menge saulustige Ideen führen beim Stöbern auf der Webseite oder dem Lesen des Buches “Sheng Fui: Erfülltes Leben dank fernöstlicher Leere” zu jeder Menge Spaß.
Das Büchlein ist ein prima Geschenk, bei dem man nicht viel falsch machen kann, weil diese subversive und humorvolle Persiflage des Esoblödsinns nicht so leicht auf Ablehnung stößt, wie klassisches Debunking. Der Autor hat uns außerdem glaubhaft versichert, dass dieses Buch völlig ohne Tierversuche entstanden ist.

Fleischband September 7, 2010 | 12:04 pm


Aeroplane – Superstar

Aeroplane | MySpace Musikvideos

Der Promoter behauptet seit Wochen, dass die das nächste große Ding sind. Ich glaube zumindest, Speck-Stirnbänder sind das neue große Ding.

malmö strand September 7, 2010 | 08:56 am






went swimming back in august. the water was a bit cold, but the weather still really nice.

ZEUGS: Zeitmaschinen, Energiekrisen und Urananreicherung (und Root Beer) September 6, 2010 | 10:46 pm

Wer von den ganzen Garten-Themen langsam genug hat — keine Angst, Rettung naht. Damit ist nicht nur das kältere Wetter gemeint, sondern die in zwei Wochen anstehende Veröffentlichung von Civilization V. Es ist schon abzusehen, dass es danach zumindest einen Eintrag zu den Minutemen geben wird. Der interessierte Leser kann zur Vorbereitung auch schon die special ability Amerikas in dem Spiel studieren: Manifest Destiny. Merke: Erdkunde lernt man durch Risiko, Geschichte durch Civ.

  • Zur angelsächsischen Höflichkeit: Dieser Autor hat nicht nur Neuromancer während seines Fantasy-Filmfest-Frustes gelesen, sondern auch das Doomsday Book von Connie Willis. Dabei hat er diese Passage wiederentdeckt: Ein Wissenschaftler an einer Uni wird von einer Kollegin gefragt, ob sie ihrem zwölfjährigen Neffen einen Schal schenken soll.

    He looked at the muffler she was holding up for his inspection. It was of dark gray plaid wool. He would not have been caught dead in it when he was a boy, and that had been fifty years ago. „Yes,“ he said (…)

    Die Kollegin merkt sofort, dass irgendwas nicht stimmt, denn er flippt nicht aus vor Begeisterung. Tatsächlich macht er sich Sorgen, weil eine Studentin gerade mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter geschickt wird. Völlig zurecht, wie sich herausstellt.

  • Zu Transition Towns und Peak Oil: Im Moment sorgt eine Studie der Bundeswehr mit dem Titel Sicherheitspolitische Implikationen knapper Ressourcen [PDF] in angelsächsischen Öko-Kreisen für Aufruhr:

    Wann genau der Peak Oil erreicht werden wird, ist umstritten. Vorliegende Berechnungen variieren stark und lassen Außenstehenden kaum Möglichkeiten zu einer unabhängigen Meinungsbildung. Sicher ist allerdings, dass Erdöl endlich ist und ein Fördermaximum existiert.

    Das Dokument ist von Sites wie The Oil Drum und von diversen Blogs (man beachte den Hinweis auf Teutonic thoroughness) aufgenommen worden. Auch Spiegel Online berichtet darüber. Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass die britische Regierung die Veröffentlichung verwandter Dokumente verweigert. In den USA sorgte der Hirsch Report 2005 für ähnliche Unruhe und wird von den Transition-Leuten gerne zitiert.

  • Zu Mais: Der interessierte Leser JP weist auf eine deutsche Seite zur Nixtamalisation hin.
  • Zur US-Marine: China hat mit Hilfe seiner schnell steigenden Militärausgaben bei der Zahl der Kriegsschiffe inzwischen gleichgezogen. Es gibt allerdings eine Diskussion darüber, ob Quantität und Qualität wirklich so übereinstimmen.
  • Zum Energieverbrauch der USA: Die Amerikaner haben 2009 weniger Energie verbraucht. Zum Teil lag das an der Wirtschaftskrise:

    Simply said, people are doing less stuff. Therefore, they’re burning less fuel.

    Langfristig positiver ist aber die zunehmende Verwendung von effizienteren Geräten und der größere Einsatz erneuerbare Energien. Und dann hätten wir noch den nächsten Eintrag …

  • Zum Energieverbrauch, nochmal: Ohne großes Tamtam in der Presse haben die USA zum ersten Mal seit 50 Jahren eine neue Anlage zur Urananreicherung in Betrieb genommen. In dem Blog Energie from Thorium begrüßt man die Vorteile des neuen Systems:

    And to get even better, it employs a new advanced technology: the gas centrifuge, which promises vast efficiency improvements and far less power consumption than the previous way (gas diffusion) that we’ve done enrichment.

    Die Sache mit den Zentrifugen hat man vermutlich den Iranern abgeguckt.

  • Zu Schulnoten: Slate geht der Frage nach, warum das E im System fehlt. Anlass ist eine Schule, die auch noch das D abschaffen will.
  • Zu Betsy Ross: So lieb war die Fahnennäherin wohl doch nicht.

    But what books like Silver Thimble won’t tell you is that she also accepted a hefty £14 payment (roughly $2,000 in today’s dollars) for that „first“ flag. Or that she was married three times.

    Zu unserem Eintrag über Johnny Appleseed finden wir dort auch einen Link, denn auch hier gibt es ein nettes Detail:

    Johnny Appleseed was bringing the gift of alcohol to the frontier. That’s why he was so popular. That’s why he was welcome in every cabin in Ohio. He was the American Dionysus. He was the guy bringing the booze.

    Denn mit den Äpfeln konnte man sich nicht nur gesund ernähren, sondern auch hard cider brauen. Zum Glück haben wir das auch besprochen.

  • Zu Root Beer: Es gibt mehr als Root Beer pur. So viel mehr! Amerikaner schwärmen von ihren Kindheitserlebnissen mit einem root beer float:

    If you just add a scoop of ice cream to root beer, better be ready to catch all the foam as it comes erupting over the sides. Next to a vinegar and baking soda volcano, a root beer float is God’s gift to chemistry experiments for kids.

    In den Kommentaren wird ein Geheimnis verraten, wie es noch besser wird: Vor der Herstellung des Floats soll man das leere Glas 30 bis 60 Minuten ins Gefrierfach legen. Vielleicht kann man das so den Deutschen schmackhaft machen?


do_it_again 2.0 September 6, 2010 | 10:05 pm

Die Civ3-Sucht lässt einen einfach nicht los… Hehe. Und zum Schluss noch ein paar Bomber, aus Prinzip. La di da.

goodbye September 6, 2010 | 09:53 pm

Israel und die „Bestie des Kapitals“ : Kaso Perdido auf Deutschlandtour September 6, 2010 | 09:32 pm

In Frankfurt konnte Kaso Perdido nicht landen. Dafür wurde die umstrittene Ska-Punk Band in Nürnberg umso herzlicher empfangen. Die Band aus Spanien erzähle die „Wahrheit“ – bekräftigt ein Booker des Nürnberger Kunstvereines.

Nicht zuletzt eine bestimmte Songzeile der Spanier hat das Plenum des Instituts für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt hellhörig werden lassen:

„Armados por la bestia del capital/los que controlan el dinero mundial/Israel punta y dispara/sobre las piedras de la intifada.“ (Bewaffnet von der Bestie des Kapitals, die das weltweite Geld kontrolliert, zielt Israel und schiesst gegen die Steine der Intifada | Video.)

Das Konzert in Frankfurt wurde abgesagt. Anders in Nürnberg. Zahlreiche kritische Hinweise gingen beim Nürnberger Kunstverein ein. Erfolglos. Dämonisierung und Antisemitismus könne er nicht erkennen, so ein Veranstalter. Auch den alten Topos vom „Geldjuden“, bzw. das Zusammendenken von Juden und Kapital, höre er in der zitierten Aussage der Band nicht mitschwingen. Vielmehr sei die Aussage der Band einfach „die Wahrheit“.

Im Refrain des Songs, der sich „Palestina“ nennt, heißt es weiter: „Noch einmal wiederholt sich die Geschichte“ und zwar in Palästina. Israelische Politik und das Naziregime fallen – so legt es die Anspielung nahe – in die selbe historische Routine. Der sekundäre Antisemitismus in dieser Aussage ist deutlich, berührt den Veranstalter aber nicht. Indes verfasste Kaso Perdido ein Statement, welches auch auf der Website des Kunstvereines Nürnberg zu lesen ist. Es sind weitere Konzerte in Deutschland geplant:

07.09.2010 Cafe Amelie (Gießen)
08.09.2010 Bahia de Cochinos (Castrop-Rauxel)
09.09.2010 Villa Kunterbunt (Bünde bei Bielefeld)
10.09.2010 Burgtor (Lübeck)

Und täglich grüßt das Murmeltier September 6, 2010 | 08:18 pm

Für ein paar Monate hatte Walter Herrmann, als ihm justizielles Ungemach drohte, die antiisraelischen Exponate seiner notorischen Kölner „Klagemauer“ abgehängt und sich mit der Ausstellung vorübergehend von der Domplatte entfernt. Inzwischen ist jedoch alles wieder beim Alten, wie Henryk M. Broder bei einer Stippvisite festgestellt und fotografisch dokumentiert hat.


VON HENRYK M. BRODER


Neulich hatte ich in Köln zu tun. Da ich vorher in Dortmund war, kam mir die Stadt nicht ganz so hässlich vor wie bei früheren Besuchen. Um diesen Eindruck nicht zu beschädigen, blieb ich die meiste Zeit im Hotel und verließ es nur, um mir bei Merzenich am Wallrafplatz Mandel-Brezen zu holen. Die Mandel-Brezen von Merzenich sind das Beste, was Köln zu bieten hat, abgesehen vom Ortsende-Schild hinter Rodenkirchen an der Straße nach Bonn.

Der Wallrafplatz seinerseits ist, im Gegensatz zum Neumarkt, Heumarkt und Rudolfplatz, die völlig versaut wurden, eine der netteren Ecken der Stadt. Hier wurde eine der frühen TV-Serien produziert, hier hat Klaus der Geiger die Nerven der Passanten so lange strapaziert, bis sie sich seiner erbarmten und ihm einen „halven Hahn“ im Brauhaus Früh spendierten. Dort, wo der Wallrafplatz aufhört und die Domplatte anfängt, stolperte ich dann über die „Klagemauer“, jene antisemitische Installation, die ein Kölner Staatsanwalt vor kurzem für halal und koscher erklärt hat.

Während ich mir die Bilder und Tafeln anschaute, kam mir eine Idee: Wie wäre es, wenn der Clochard, der die „Klagemauer“ jeden Tag auf- und abbaut, für ein paar Tage mit dem Staatsanwalt tauschen würde? Der eine käme endlich mal an die frische Luft und zum Durchatmen, und der andere könnte mittags in der Justizkantine ordentlich speisen, statt in einer Ecke zu hocken und Chappi aus der Dose zu löffeln. So wäre beiden gedient, und am Ende würden sie sich dann auf ein Kölsch treffen und einander zuprosten: „Jedem Tierschen sing Pläsierschen“.




Um nicht zu sagen: Wie die Nazis mit den Juden. Denn…

…aus ihrer Geschichte haben die Deutschen derart gründlich gelernt, dass sie Israel jetzt „als Bewährungshelfer moralisch beistehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde“ (Wolfgang Pohrt)…

…und pflichtbewusst, wie sie außerdem nun mal sind, ermahnen sie die Juden bei jeder sich bietenden Gelegenheit so laut wie möglich, den Holocaust nicht zu wiederholen. Schließlich…

…sind aus den Opfern von damals längst Täter geworden (was die Guten unter ihnen sogar selbst so sehen)…

…die sich den Globus zudem mit den gewohnt perfiden Methoden unterwerfen…

…und die sich deshalb nicht zu wundern brauchen, wenn sich die Belegschaft des gesamten Planeten gegen sie wendet. Umso schlimmer…

…dass die Mächtigen hierzulande dieses mörderische Treiben aus lauter schlechtem Gewissen auch noch unterstützen. Dabei…

…müssten zumindest die Ostdeutschen doch aus eigener Erfahrung wissen, wie es ist, im größten Freiluftgefängnis der Welt zu leben. Aber…

…mit der ihnen eigenen Leidenschaft werden die Palästinenser ihre grausamen Unterdrücker schon in die Knie zwingen. Und dann muss auch…

…Walter Herrmann nicht mehr jeden Tag auf die Domplatte. Inschallah!

Bildtexte: Lizas Welt


Filed under: Gastbeiträge, Politik Tagged: Antisemitismus, Henryk M. Broder, Israel, Köln, Klagemauer

Speerspitze der Gentrifizierung September 6, 2010 | 07:56 pm

Es ist soweit: Als Ex- West- Berliner, Ex-Schöneberger, Ex-Kreuzberger hat es nun mich erwischt, und ich bin mit der wundervollen Henrietta in den Osten gezogen. Also eigentlich Norden. Sagen wir Nordosten. Es ist die letzte Straße des Prenzlauer Berges, kurz vor dem Nordpol. Oder besser Nordkap. Erster Eindruck: Viele Pärchen. Sehr viele Pärchen. Ob sie mal die berühmten Status- Kinderwagen schieben werden- man weiß es nicht. Teuer sind hier nur die Mieten- der Rest eher billig. Shopping unoriginell, Gastronomie touristisch orientiert. Kein Flair, wie in Kreuzberg. Aber insgesamt nett. Seltsame Mischung aus Wedding (nur nicht so international) und Schöneberg (nur nicht so spießig), der ganze Bezirk. Miete zahlen hier wenige- eher die Raten für den Wohneigentumskredit. Wer das Kottbusser Tor vermißt, kann hier in jeden Park gehen und sich anschnorren lassen. Falls Gentrifizierung der Masterplan ist, so ganz klappt das nicht. Man kann hier wohnen. Muß man aber nicht.

utkanten September 6, 2010 | 05:35 pm




utkanten, an autonomous social center of malmö, including the hackerspace forskningsavd, a diy-screenprinting studio ♥ & every monday free food from bröd & frihet. actually the sign on the last pictures says: “we love internet”.

Geschichten von Teddy und Max September 6, 2010 | 01:51 pm

Nicht immer nur Bleiwüste, hier wird schon genug geschrieben. Deswegen zur Abwechslung auch mal was Gezeichnetes. Das Pareidolia-Fanzine aus Hamburg hat grossartiger Weise ein paar seiner Comics bei uns geparkt. Wir freuen uns.

Hier geht’s weiter…

Teddy und Max »Der Versuch, die Natur des Wombats zu begreifen ist eitel« September 6, 2010 | 01:19 pm

Teddy & Max