Der 8. Mai und das merkwürdige Bedürfnis feiern zu wollen May 5, 2014 | 08:56 pm

Eine Überarbeitung eines älteren Textes anläßlich eines wiederkehrenden Problems:

Wie jedes Jahr wird der 8. Mai auch zunehmend in Deutschland feierlich begangen. Sicher einige Nazis und ein paar Deutschnationale fühlen sich immer noch provoziert, wenn man sie an die Niederlage im Jahr 1945 erinnert. Aber so wie die Nazis weitgehend alleine dastehen, wenn sie ihre Aufmärsche veranstalten und die Linke sich in die Volksfront des offiziellen bundesrepublikanischen Antifaschismus einreit, so ist der 8. Mai mittlerweile kein Datum der schändlichen Niederlage, sondern ebenso in die Mehrheitsgesellschaft als positiver Bezugspunkt deutscher Identität eingemeindet worden, wie der einst von Schröder propagierte Aufstand der Anständigen. An die tatsächlichen Verlierer von 12 Jahre Nationalsozialismus denkt man dabei lieber nicht.

Am 8. und 9. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Truppen. Der deutsche Vernichtungskrieg war damit beendet. Die letzten Konzentrationslager konnten befreit werden, sofern sie nicht schon vorher von den in Richtung Deutschland marschierenden Truppen der Alliierten befreit wurden.

Die Alliierten kamen spät, für die meisten der Verfolgten zu spät. Dank weitgehender Übereinstimmung von Führung und Volksgemeinschaft in Deutschland, konnten die Nazis ihr Vernichtungsprogramm reibungslos umsetzten. Feiern konnten die meisten, die verfolgt und der Vernichtung zugeführt wurden, nach dem Sieg über den NS nicht mehr – sie hatten verloren. Heute gehört in Deutschland die Mehrheit derjenigen, die feiern zu den Nachkommen derjenigen, die die Täter waren. Dass ihre Vorfahren die Täter waren, ist den Nachkommen nicht zum Vorwurf zu machen, der Vorwurf bezieht sich auf den seltsamen Wunsch, sich auf der Seite der Sieger zu wähnen. (Ein Wunsch, dem der Autor dieser Zeile zuweilen in einem Anfall von unreflektierter Identitätsduselei auch schon mal verfällt und in der Vergangenheit verfiel.) Dass nach dem Krieg unterschwellig festgestellt wurde, Deutschland habe angesichts des Wirtschaftswunders, des ökonomischen Niedergangs der Siegermächte (Großbritannien, der UdSSR etc.) der unbestrittenen Vormachtstellung in Europa, den Krieg gewonnen verweist zudem auf die Perfidität der Parole, “Wer nicht feiert …”.

Für die meisten der Insassen Bergen Belsens kamen die englischen Truppen zu spät – Feiern?

In Deutschland wurden nach 1945 viele von einem öffentlichen Bedürfnis umgetrieben, blos nicht den Nazis zugehört zu haben, am besten dem Widerstand – wenn auch nicht dem der Kommunisten – und wenn nicht das, dann doch wenigstens der inneren Emigration. Die die tatsächlich im Widerstand waren, es waren nicht viele, hatten am 8. Mai nichts zu feiern. Die Bilanz des Widerstands war desaströs: Die meisten der Mitstreiter waren tot, aufgehängt an Fleischerhaken, geköpft, gefoltert, erschlagen in den Kellern der Gestapo, umgekommen in Spanien oder elendig verreckt in den KZs, der Gesundheit beraubt in der Regel verraten von Nachbarn, Bekannten eben von Angehörigen der Volksgemeinschaft wie Du und Ich. Manche, die vor den Nazis in der Sowjetunion Zuflucht gesucht hatten, verschwanden als Volksfeinde deklariert oder als vermeintlich faschistische Spione denunziert dort für immer. Aufgehalten hatte der Widerstand in Deutschland weder die Kriegsmaschinerie, noch die Judenvernichtung. Man stand angesichts der formierten Volksgemeinschaft von Beginn an auf verlorenen Posten. Anfangs solang man dies noch nicht begriff, waren Widerstandsaktionen aus diesem Grund heroisch zwar aber verantwortungslose Himmelfahrtkommandos, später war man, trotz aller Klandestinität angesichts aufrichtiger Volksgenossen, schnell verraten. Auch nach 1945 blieb man isoliert, wurde als Verräter beschimpft und gemieden und dies trotz des penetrant öffentlich vorgetragenen allgemeinen Dementis, vor 1945 Nazi gewesen zu sein

Doch auch die deutsche Volksgemeinschaft leistete Widerstand, viele aufrecht bis zum 7. Mai – es war der Widerstand gegen die militärische Intervention der Alliierten. Die deutschen Tugenden Kameradschaft, Militarismus, Gehorsam usw. bedeuteten für die Armeen der Alliierten, insbesondere aber für die Rote Armee bis zu den letzten Tagen einen opferreichen Gang, um Europa vom Nationalsozialismus zu befreien. Jeder deutsche Landser mit dem Gewehr in der Hand, am Steuer seines Panzers oder Fliegers bedeutete bis zu seiner Ausschaltung: Widerstand gegen die Rettung der letzten Juden, Widerstand gegen die Befreiung der Verfolgten, Unterdrückten und millionenfach Verschleppten.

Einer der Widerstand gegen die Alliierten leistete (Lee Miller)

Nach der Feier: Einer der Widerstand gegen die Alliierten leistete , bzw. leisten ließ. (Foto: Lee Miller)

Doch diesen Widerstand konnte man nach 1945 nicht feiern, zumal auch diesem kein Erfolg beschieden war. Am Stammtisch hingegen, wenn man unter sich war, galt man jedoch als wer, der Widerstand an der Ostfront gegen den anstürmenden Russen leistete, irgendwo in der russischen Steppe Deutschland verteidigte, gegen den kalten Winter, gegen den General Schlamm tapfer aushielt, als Flaksoldat oder stolzer Jagdflieger gegen die alliierten Luftkriegsterroristen, oder gegen anrückende Panzer der Amis Abwehr zum Trutze der als wehr-, schuld- und ahnungslos hingestellten Volksgemeinschaft bewaffneten Widerstand leistete. Man war stolz darauf (und ist es bis heute) dass dank deutscher Ingenieurskunst die deutschen Panzer und Flieger denen der Alliierten angeblich überlegen waren, dass nur die schiere Masse den tapferen deutschen Soldaten mitsamt seiner überlegenen Technik besiegt habe. Dass ihr heroischer Widerstand, ihr Einstehen für das Vaterland, ihre kameradschaftliche Treue nicht mit Erfolg belohnt wurde, dafür machten dann viele als es vorbei war Hitler oder die Nazis verantwortlich. Die Nazis waren nach dem Krieg ja immer die anderen und Hitler war plötzlich einer von denen da oben, die schon immer den kleinen Mann verarscht hatten.

In Deutschland stießen die Alliierten auf eine verstockte Bevölkerung. Genoss Hitler besonders Anfang der Vierziger einen großen Rückhalt in der deutschen Volksgemeinschaft, nahmen es ihm jetzt also die Volksgenossen übel, dass er den Krieg vermasselt hatte. Aber man war nicht nachtragend, bald reichte man den Siegern die Hand zur Versöhnung und wollte ihnen Verzeihen, dass sie gegen Deutschland zu Felde gezogen sind.

Nach den noch eher tölpelhaften Versuchen Kohls (mit Mitterand in Verdun, mit Reagan in Bitburg) versucht seit 1985 eine immer breiter werdende Szene des politischen Establishments, Deutschland in die Gemeinschaft der Sieger einzugemeinden. Man will dazu gehören. Auch auf Seite der Linken wurde der 8. Mai entdeckt. Noch besser als damals Weizsäcker bringen sie es seit einigen Jahren mit ihrer Parole: „Wer nicht feiert, hat verloren!“ das Bedürfnis Dazuzugehören auf den Punkt.

Die Parole und das Bedürfnis zu feiern sind bierseliger Ausdruck davon, eine identitäre Position zu beschwören. Man vermeidet zudem eine Begriffsbestimmung, die unweigerlich zum Konflikt mit Stalinisten, linken Antisemiten und Freunden kollektiver Vergemeinschaftung und Anbeter einer als Arbeiterklasse halluzinierten Volksgemeinschaft führen muss. So ist dieses Feiern Ausdruck einer Geschichtsvergessenheit, die die Begriffsbestimmung von Nationalsozialismus, Volksgemeinschaft, Antisemitismus und Antizionismus wieder einmal vertagt oder es wird so getan, als könne der Zusammenhang von Antisemitismus und Antizionismus, vom Hass auf Israel und der Verleugnung von Auschwitz schlicht dementiert werden.

 

Veteran der Roten Armee anläßlich einer Gedenkkundgebung zum 8. Mai – Feiern?

8. Mai 1945 – Befreiung vom Nationalsozialismus? Ja, Europa wurde befreit, einige zehntausend KZ-Insassen und im Untergrund Ausharrende in Deutschland auch.

Aber Feiern? Angesichts der enormen Opfer, die nötig waren, die Welt vom deutschen Nationalsozialismus zu befreien? Angesichts des Umstands, dass die Alliierten für viele einfach zu spät nach Deutschland vorstießen? Für die deutsche Bevölkerung, die zur überwiegenden Mehrheit nach dem Krieg immer noch lebte, brachte der Sieg der Alliierten die Demokratie. Mehr als ein bescheidenes Dankeschön, ein Spasibo, Thank You oder Merci steht uns in Deutschland nicht zu. Seine 13. Symphonie schrieb Schostakowitsch anläßlich des Massakers in Babyn Jar – man lege diese Musik auf und überlege dann, ob die Party steigen kann.

J.D.

Mitschnitt des Vortrages „Aufarbeiten und was dann?“ am 16.04. May 5, 2014 | 07:43 pm

Wir haben die Veranstaltung mit der In­itia­ti­ve für einen Ge­denk­ort ehe­ma­li­ges KZ Ucker­mark e.V. und Anne Allex für den Ar­beits­kreis Mar­gi­na­li­sier­te – ges­tern und heute! mitgeschnitten. Hier könnt ihr ihn anhören.

Termine im Mai: The Good, the Bad and the Ugly May 5, 2014 | 12:34 pm

Ob Schulze-Marmeling über den FC Bayern, Karl Pfeifer zu seinem neuen Buch, Alex Gruber über Heidegger oder ein Bündnis gegen homosexuellenfeindliche Schnösel – in den kommenden Tagen und Wochen gibt es interessante Termine. Und die antiisraelischen Knalltüten treffen sich auch – in der Fußgängerzone und im Gewerkschaftshaus.

The Good

06. Mai: Vortrag: „Schrecklicher Verdacht: War Heidegger Antisemit?“ mit Alex Gruber im Salon Irkutsk
Es spricht Alex Gruber (Wien), Redakteur von sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik und Mitherausgeber des Buches Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft.

10. Mai: Kundgebung gegen Homophobie anlässlich des Marsches der „Besorgten Eltern“
Am 10. Mai ruft der Verband „Besorgte Eltern“ zu einer sogenannten „Demo für alle“ auf. Ganz im Gegenteil zum Namen soll damit in München Hass gegen verschiedene sexuelle Lebensentwürfe geschürt werden. Deshalb findet am selben Tag eine Gegenkundgebung um 13:30 Uhr am Reiterdenkmal am Odeonsplatz statt. Unterstützt wird der Aufruf von einem breiten Bündnis – von Linksjugend bis CSU, von der Israelitistischen Kultusgemeinde bis zum Katholikenrat.

11. Mai: Buchvorstellung: „Einmal Palästina und zurück“ mit Karl Pfeifer im Jüdischen Gemeindezentrum
Am Sonntag, dem 11. Mai, wird der Journalist und Shoa-Überlebende Karl Pfeifer sein neues Buch „Einmal Palästina und zurück – ein jüdischer Lebensweg“ in München vorstellen. Im Buch beschreibt der Autor unter anderem seine Kindheitsjahre in Europa und wie er die Staatsgründung Israels erlebte.

20. Mai: Vortrag: Der FC Bayern und der Antisemitismus – Vom Aufstieg und der Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur
In den Jahren der Weimarer Republik gehörte der FC Bayern zur Avantgarde des deutschen Fußballs. Die „Nazifizierung“ des FC Bayern verlief schleppend und holperig. Mit dem Verfolgten des NS-Regimes an der Spitze, präsentierte sich der Klub nach 1945 den Alliierten und der neuen Stadtregierung als glaubwürdiger und zuverlässiger Partner beim Neuaufbau der Demokratie in Deutschland. Vortrag mit Dietrich Schulze-Marmeling

20. Mai: Legenden, Mythen, Geschichten von Vertreibung im deutschen Erinnern.
Warum wird gerade jetzt das Thema “Vertreibung” wieder aufgerollt? An welche erinnerungspolitischen Debatten wird angeknüpft und wie wird darin die Geschichte der Vertreibung umgedeutet und instrumentalisiert? Welche Interessengruppen benutzen dieses Thema, um die Kriegsschuld Deutschlands und den Holocaust zu relativieren? Vortrag von Eva Hahn im Gewerkschaftshaus.

The Bad and the Ugly

14. Mai: Lesung: „Die ethnische Säuberung Palästinas“ –
Ein antiisraelisches Hörstück von Jürgen Jung („Salam Shalom“) + Beate Himmelstoß (Sprecherin) im „EineWeltHaus“ (EWH). Anlässlich dieser Veranstaltung fand letztes Jahr eine Kundgebung vor dem EWH statt. Jürgen Jung bezeichnete die Kundgebung im Nachgang als „Wolfrudel“.

15. – 17. Mai: Nakba-Ausstellung in der Fußgängerzone
Die von vielen Seiten als antisemitisch bezeichnete „Nakba-Ausstellung“ soll zwischen dem 15. und 17. Mai jeweils von 14 bis 20 Uhr am Richard-Strauß-Brunnen zu sehen sein. Als Veranstalterinnen treten die Palästinensische Landsmannschaft Gemeinde München sowie weitere Organisationen des Palästina „Koordinierungskreises“ auf.

23. Mai: „Keine Hoffnung für Palästina?
Vortrag und Buchvorstellung mit der Hamas-Versteherin Helga Baumgarten im Gewerkschaftshaus. Veranstalter ist der antizionistische Verein „Salam Shalom“.

Wenn Englisch nicht mehr reicht: Umfragen zu Fußball in den USA May 5, 2014 | 11:29 am

Die Waschbären müssen noch etwas warten, denn das Statistik-Blog FiveThirtyEight hat ein fantastisches Beispiel für die praktischen und unerwarteten Folgen der Mehrsprachigkeit in den USA geliefert. Noch besser ist natürlich, dass es in diesem Fall um Fußball geht, denn die Sportart erscheint erstaunlicherweise mehr interessierte Leser zu interessieren als Buffy oder Mass Effect. Die Welt ist schlecht.

Egal — in der Analyse geht es um eine Ipsos-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters, die sich mit dem Interesse der Amerikaner an der Fußball-WM befasst. Demnach haben doch sieben (in Zahlen: 7) Prozent der US-Bürger vor, sich ausführlicher mit der Sportveranstaltung zu befassen. Eine erschreckend hohe Zahl, wenn man diesen Autor fragt. Was für Eltern müssen diese Menschen haben?

Die Zahl ist Blödsinn, sagt FiveThirtyEight: Die Umfrage sei nur auf Englisch vorgenommen worden. Das sei ein methodischer Fehler.

You can’t get complete data on Americans’ interest in the World Cup unless you talk to people who speak languages other than English.

Es stellt sich heraus, dass insbesondere Hispanics noch so weit von ihren Ursprungsländern geprägt sind, dass sie trotz wesentlich interessanterer Alternativen immer noch Fußball mögen. Allein unter den Latinos in der englischen (!) Umfrage lag das Interesse bei 16 Prozent.

Ipsos hat leider keine spanische Version der Umfrage angeboten. Das ist seltsam, denn mehr als 20 Prozent [PDF] der Amerikaner sprechen inzwischen zu Hause kein English. Hier macht sich die jüngste Einwanderungswelle bemerkbar: Betrachtet man den Zeitraum von 1980 bis 2010, ist das eine Zunahme von 158 Prozent.

Schon wegen dieser Zahlen, so FiveThirtyEight, kann man Umfragen in den USA eigentlich nicht mehr nur auf Englisch führen. Denn es kommt noch schlimmer: Es gibt offenbar wichtige Unterschiede zwischen Hispanics, die English sprechen, und solche, die es nicht tun. Das Blog zitiert den Meinungsforscher David Dutwin:

Hispanics interviewed in Spanish are generally half as likely to own a home, half as likely to be single, nearly half as likely to be employed full time; 1.5x more likely to be a parent (and they are older); four times more likely to have never graduated high school (near 50 percent!), slightly more independent and slightly less Democratic (independent here almost certainly meaning, unaffiliated and nonpolitical); half as likely to be registered to vote; and 1.5x more Catholic; than Hispanics whose surveys are done in English.

Diese Faktoren sollen mit dafür verantwortlich sein, dass Meinungsforscher bei den Wahlen 2010 und 2012 die Unterstützung für die Demokraten unterschätzten. Inzwischen haben viele Institute dazugelernt und führen auch Umfragen auf Spanisch durch. Das kostet natürlich mehr.

Leider konnte dieser Autor keine Zahlen zu den ähnlichen Problemen finden, die es eigentlich bei Umfragen in Deutschland mit Türkisch geben müsste. Allerdings dürfte sich hier das Interesse an Fußball nicht von dem der Mehrheit im Land unterscheiden …


In­fo­ver­an­stal­tung „Un­se­re Täter, un­se­re Opfer“ May 4, 2014 | 03:31 pm

Mitt­woch 07.​05.​2014 19h Tris­te­za (Pan­nier­stra­ße 5, 12047 Ber­lin)

Ta­ges­sie­ger in den Ein­schalt­quo­ten und über Wo­chen Thema in ver­schie­dens­ten Me­di­en: ARD und ZDF wol­len mit Pro­duk­tio­nen wie „Un­se­re Müt­ter, un­se­re Väter“, „Der Un­ter­gang“ und „Dres­den“ den Zwei­ten Welt­krieg in deut­sche Wohn- und Klas­sen­zim­mer brin­gen, und zwar his­to­risch fun­diert und ohne ideo­lo­gi­schen Blick. Was be­deu­tet das für die heu­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Na­tio­nal­so­zia­lis­mus? Gibt es einen Zu­sam­men­hang zwi­schen of­fi­zi­el­lem NS-​Ge­den­ken, Ge­schichts­wis­sen­schaft und NS-​The­ma­tik im Fern­seh­spiel­film? Und nicht zu­letzt: Wie ideo­lo­gie­frei ist diese Form der NS-​Auf­ar­bei­tung wirk­lich? Diese Fra­gen wer­den wir am kon­kre­ten Film­ma­te­ri­al dis­ku­tie­ren.

Re­fe­ren­t_in­nen: An­to­nia Schmid (Po­li­tik-​ und Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin) und Jo­han­nes Spohr (frei­er Jour­na­list)

Ach ja, die Jungle-World… May 4, 2014 | 07:49 am

Noch einmal Hundert Jahre Einsamkeit Die Leiche ist kaum kalt, und schon kommt die erste linke Heldin daher und versucht Gabriel Garcia Marquez Werk für ihr antikoloniales Projekt einzuspannen. Dabei läuft die Jungle-World Autorin Viola Nordsieck sehenden Auges in die Falle, auf die hier schon Ostern aufmerksam gemacht wurde: „Nicht nur ich, auch viele frühere […]

Degrowth 2 – Der Ruf nach dem natürlichen Gleichgewicht als Aufschrei gegen die Zersetzung der Dorfgemeinschaft May 4, 2014 | 02:04 am

Gar unübersichtlich sind die Freunde der Schrumpfung. Eine Menge von Aussagen oder Haltungen als monolithischen Korpus der Degrowth-Bewegung zu fassen geht fehl. Die Konzepte und Strategien sind vielschichtig und widersprüchlich, das grobe Gerüst geht kaum hinaus über die Analyse, die schon mit „The Limits of Growth“ artikuliert war: die Menschheit beeinträchtigt ihre Umwelt in gravierender [...]

Ohne Unterstützung May 2, 2014 | 10:19 pm

Ein Interview von Radio Dreyeckland mit Thomas v. der Osten-Sacken zu den Wahlen im Irak:

Im Irak wurde am Mittwoch trotz einer beispiellosen Anschlagsserie gewählt. Das Land – als die Amis da waren im Focus des Interesses – ist mittlerweile der medialen Aufmerksamkeit völlig entrückt. Ausgerechnet die USA haben den Irak zum Vorgarten der iranischen Politik gemacht, gestört nur von anderen Regionalmächten. Säkulare Kräfte, seien sie bürgerlich oder links, haben dagegen keine Unterstützung von Außen. Doch immerhin es gibt sie. Ein Interview mit Thomas von der Osten-Sacken von der Hilfsorganisation Wadi.

Schwungvolle Fahrraddemo am Tag der Befreiung Neuköllns May 2, 2014 | 11:36 am

Mit einer unübersehbar dynamischen Fahrraddemonstration durch den Süden Neuköllns wurde am Nachmittag des 28. Aprils 2014 bei strahlendem Sonnenschein an den 69. Jahrestag der Befreiung Neuköllns durch die Rote Armee erinnert. Die antifaschistische Demonstration startete gegen 18h am U-Bhf. Rudow und führte über vier Zwischenkundgebungen bis zum S/U-Bhf. Neukölln.

In Redebeiträgen wurde unter anderem am Beispiel von NS-Zwangsarbeit in Neukölln über den historischen Nationalsozialismus aufgeklärt, als auch die Aktivitäten der heutigen Neuköllner Naziszene beleuchtet. Zudem wurde an den Mord an Burak B. erinnert und der alltägliche Rassismus in der deutschen Gesellschaft thematisiert. Darüber hinaus wurde auf das Existenzrecht Israels eingegangen und sich in weiteren Beiträgen kritisch mit der deutschen Erinnerungspolitik, nationaler Identitätskonstruktion und den widerlichen deutschen Verhältnissen im Allgemeinen auseinandergesetzt.

Während der gesamten Demonstration wurden mehrsprachige Flyer verteilt, um Anwohner_innen und Passant_innen Anlass und Inhalt der Demonstration zu vermitteln. Zum Abschluss wurde bei passender Musik mit Sekt und Brause angestoßen und der Sieg der Alliierten und die Zerschlagung Deutschlands gefeiert.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt:

Unser Dank heißt Krieg den deutschen Zuständen! Nie wieder Deutschland!

Second Middle East Conference on FGM May 1, 2014 | 10:13 pm

The Second Middle East & Asia Conference on Female Genital Mutilation (FGM) by WADI and Hivos will take place from May 7th to May 10th in Istanbul.

The conference will tackle two myths about Female Genital Mutilation. It is commonly believed that FGM is mainly practiced in Africa and that it has no religious grounds. Both claims are not true.

FGM is practiced widely in Asia: In Middle Eastern countries such as Oman, the United Arab Emirates, Iraq and Iran, but also in Southeast Asia: in Malaysia, Indonesia, Singapore, India and the Maledives.

New study from South Iraq

We have invited the most prominent Anti-FGM activists from Oman, Saudi Arabia, Iran, Iraq, Egypt, Malaysia and Indonesia to present new studies about the prevalence of FGM in their countries and talk about their struggle against the cruel practice which much more than 140 million girls and women have fallen victim to worldwide. Highlights will be three new studies, which have not been presented before: from Southern Iraq, from Iran and from Oman. For South Iraq it is the first study ever on FGM.

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A V A N T May 1, 2014 | 02:18 pm

Am Samstag (3. Mai) findet endlich AVANT statt, das kulturelle Spektakel gegen die Einheitsfeierlichkeiten!

AVANT

Neu hinzugekommen sind Wolf Down, die spontan bei uns spielen.
Wir freuen uns – bis Samstag!

Weitere Infos:
www.av-ant.tk
https://www.facebook.com/events/785465811480932

Der Friedhof in Prag von Umberto Eco April 30, 2014 | 09:00 am

Und: Überschätzt man den Autoren nicht womöglich, oder schätzt ihn aus falschen Gründen? Über Umberto Ecos Der Friedhof in Prag urteilt die Kritik fast einhellig: Es handele sich um einen gescheiterten Roman. Die einen meinen, das sei weil Eco das gesellschaftliche Phänomen Antisemitismus personalisiere, indem er seinen Protagonisten, den Fälscher Simonini, unter anderem als Urheber […]

ISIS Insurgents Have Almost Surrounded Baghdad April 29, 2014 | 01:46 pm

In late December 2013, Iraqi security forces stormed a Sunni protest camp in Ramadi, the capital of Iraq’s restive Anbar province. The Shiite-dominated government of Prime Minister Nouri al-Maliki claimed that the protest camp had become a haven for militants with ties to al Qaeda.

Maliki’s crackdown provoked an uprising in Anbar’s cities, as tribal rebels assaulted and seized control of government buildings and police stations. As he seemed set to lose his grip on Anbar, Maliki withdrew the army from Ramadi and Fallujah, Anbar’s main cities, on New Year’s Eve. Unhelpfully for the Prime Minister, this proved an even more disastrous step – as the Iraqi army moved out, in poured hundreds of vehicles flying the flag of the al Qaeda originated, homegrown jihadist group the Islamic State of Iraq and al-Sham (ISIS) from the surrounding desert.

By early January, the government’s control over Anbar’s main cities had almost entirely collapsed, with ISIS and groups of tribal insurgents taking over Fallujah, and controlling nearly half of Ramadi.

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Zehn Jahre Frauenzentrum in Halabja April 29, 2014 | 01:21 pm

Piroza! Heute feierte das Frauenzentrum in Halabja sein zehnjähriges Jubiläum. In dieser Zeit haben tausende von Frauen die verschiedensten Kurse besucht, Lesen und Schreiben gelernt, an Seminaren teilgenommen oder einfach im Cafe zusammengesessen. Als wir vor zehn Jahren das Zentrum eröffneten, lag der Stur Saddam Husseins kein Jahr zurück, Halabja war bis ins Jahr 2003 hinein von radikalen Islamisten kontrolliert, Frauen konnten sich kaum in der Öffentlichkeit zeigen, geschweige denn sich organisieren.

Dank der Unterstützung so vieler unterschiedlicher Spender und Sponsoren wear es uns möglich, so lange dieses Zentrum zu unterstützen und seine Arbeit zu begleiten. Vieles hat sich seitdem verändert. Ein langer Atem zählt! Und wir hoffen, auch in den nächsten zehn Jahren mit dem, inzwischen als eigenständige lokale NGO registrierten, Zentrum weiter zu arbeiten.

je suis le petit chevalier – sculpture, george? April 29, 2014 | 12:57 pm



je suis le petit chevalier - sculpture, george?

An Iraqi Voter’s Voice April 29, 2014 | 10:37 am

I live in Kadhimiya, a northern neighbourhood of Baghdad with a Shia majority. But I run a shop in al-Mansour neighbourhood, which has a Sunni majority.

I will be voting in this election. Since the fall of Saddam Hussein’s regime in 2003, I have always believed in the democratic system as a way to change. It has been proven everywhere that is the best way.

 ”The most important issue that the new parliament should deal with is the economy as everything is tied to the economy”

I haven’t yet made up my mind about who I will be voting for. But I will be choosing a candidate from the secular lists. I’m still comparing their manifestos though.

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Brody Dalle is back // Live @ SO36 April 28, 2014 | 10:38 pm


more tracks here: Youtube

LIVE
Brody Dalle (Ex-Distillers, Spinnerette)
Live @ SO36 Kreuzberg
Wednesday, april 30, 8pm
Facebook Event
https://soundcloud.com/iambrodydalle
www.brodydalle.com

Hier geht's zur Konzertreview auf berliner-zeitung.de

Das White Trash ist umgezogen April 28, 2014 | 08:48 pm

Das neue White Trash Fast Food Am Flutgraben in Treptow.

Tschüss Prenzlauer Berg, Hallo Treptow! Das White Trash Fast Food ist umgezogen - in die Nähe von Badeschiff und "Club der Visionäre", mitten in den Tourikiez also, weg von der Schönhauser Allee, und dorthin, wo es wirklich angesagt ist.

Am Samstag hat es mich dann eher spontan dorthin verschlagen, so nach dem Motto "Lass mal gucken, wie das da jetzt aussieht..." - "Aber nur, wenns nich so teuer ist!" Begrüßt wurden wir vor Ort mit einer kleinen Feuershow (kann recht heiß werden am Einlass). Warteschlange Fehlanzeige. Schlechtes Zeichen? Zehn Euro Eintritt - achja, Pete Doherty spielte (mal wieder) an diesem Abend. Na gut, von mir aus - rein da!

Beeindruckend: der riesige, zunächst unüberschaubare Garten - von den White Trashern beschrieben als "apokalyptischer Zen-Biergarten“ mit „Psycho-Barbecue-Außenanlage“. Kein Vergleich zu vorher natürlich. Alles sehr gemütlich, mit dutzenden Sitzgelegenheiten, Holzwegen und beschaulicher Beleuchtung. Lagerfeuer inklusive. Ideal für die kommende Sommerzeit. So weit, so gut.

Doch wer das alte White Trash kennt, merkt schnell, die einstige Atmosphäre, die der dunkle abgerockte Kellerclub an der Schönhauser versprüht hat, ist futsch. Die neue Halle gleicht einem unpersönlichen Ort ohne jeglichen Charme - hinten Stühle und Tische vom Restaurant, vorne die Publikumsfläche und die größere Bühne. Der Cuba Libre schmeckte mehr nach Wasser als nach Rum. Libertines-Frontmann Doherty, erschreckend unabgefuckt und offenbar nüchtern, spielte sein Akustikprogramm, die Hardcore-Fans sangen dann auch jede Zeile brav mit. Das Publikum sehr gemischt, aber das macht wohl auch der neue Standort. Ich weiß, es gab viele gute Gründe, den Konzertclub samt Restaurant und Tattoostudio umzusiedeln, für mich persönlich war der erste Besuch aber eher enttäuschend. Aber vielleicht sollte ich mal am Tage hingehen und nen Burger bestellen. 

Syrian rebels who received first U.S. missiles of war see shipment as ‘an important first step’ April 28, 2014 | 03:03 pm

With his long hair tucked under an olive cap and his short beard, Awda comes across as a throwback to the kind of rebel who dominated the fight before foreign jihadists and al-Qaeda surged onto the battlefield. His resolutely on-message proclamations of support for democracy match the views that the United States has said it wishes more Syrian rebel fighters would embrace.

“I want a democratic state that rules over all Syria with equality and freedom for all citizens, free of fascism and dictatorship,” he said in an interview.

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Auch in Kassel: Nichts begriffen und trotzdem Gedenken April 27, 2014 | 05:50 pm

Antisemitismus: Das Problem heißt “Die Linke” …

Die Partei „Die Linke“ lädt zur Veranstaltung „50 Jahre Auschwitzprozess“ in Kassel (und anderswo) ein. Als Redner werden der Kasseler Kämpe der VVN und mit der Kasseler Friedensbewegung in unverbrüchlicher Freundschaft verbundene Ulrich Schneider präsentiert, der Sozialwissenschaftler und Spezialist für Rechtspopulismus und Faschismus Phillip Becher, auch Autor des antizionistischen Hardcore-Blättchen „Junge Welt“ (und anderer einschlägiger Organe) und schließlich der Abgeordnete Wolfgang Gehrcke.

Gehrcke gehört, neben den noch schlimmeren Buchholz, Höger, Paech et al. zu den exponierten Vertretern des antizionistischen Flügels dieser Partei. Zum Versuch Gregor Gysis, in der Partei im Jahr 2008 das Bekenntnis zur Sicherheit Israels als Staatsräson zu verankern, meinte er sich neutral verhalten zu müssen um dann nachzuschieben, die (selbstredend von Israel ausgehende) Gewalt gegen die Palästinenser erinnere ihn an das Bild des im Ghetto Warschau vor den Gewehrläufen der SS stehenden jüdischen Jungen. Heute stünden “palästinensische Jungen vor anderen Gewehrläufen.”

 

Gehrcke: So ergeht es heute den Palästinensern

Gehrcke: So ergeht es heute den Palästinensern

In der Beteiligung der terroristischen und islamistischen Hamas an der Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde sieht Gehrcke ein “Plus für mehr Sicherheit für Israel.” Die Hamas tritt dafür ein, Israel zu vernichten.

(diese und die folgenden Aussagen Gehrckes findet man auf seiner Website unter dem Tag “Israel”)

Frau Merkel fordert er auf, Israel zu verklickern, dass endlich „Schluss mit der israelischen Siedlungspolitik“ sei. Diese (und nicht die standhafte Weigerung der Fatah und der arabischen Staaten, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen) sei „das Haupthindernis für vertragliche Vereinbarungen zwischen Israel und dem palästinensischen Präsidenten“.

Auf einer Konferenz zur Atomrüstung im Nahen Osten in Haifa plädierte Gehrcke für Sicherheit für den Iran und für Syrien und forderte von Israel – das (im Gegensatz zu Gehrckes schutzbefohlenen Staaten) keinem Staat mit der Vernichtung droht – den ersten Schritt zur atomaren Abrüstung.

Gehrcke fordert, die „israelische Besatzung Palästinas muss beendet werden. Europa darf die Besetzung Palästinas und auch syrischer Gebiete nicht anerkennen.“ Was konkret „israelische Besatzung“ bedeutet sagt er nicht. Eine Forderung zur Anerkennung Israels als jüdischen Staat findet man bei Gehrcke ebenfalls nicht, daher deckt sich diese Forderung problemlos mit denen, die mit dem „besetzten“ Palästina ganz Israel meinen.

 

Mit dem richtigen Outfit für die Befreiung von den Juden

Mit dem richtigen Outfit für die Befreiung Palästinas von den Juden

Mit der um den Hals gewickelten Kufiya und vor einer palästinensischen Fahne dozierte Gehrcke am 18. Mai 2013 über den palästinensischen Kampf um Gerechtigkeit. „Freiheit und Gerechtigkeit gehören zusammen“, sagt er an Israel gerichtet. Die Freiheit der Frauen und Homosexuellen in den Gebieten der PA und im Gaza, die Freiheit von Gewerkschaftsaktivisten und Demokraten im Gaza meint er nicht. Dass im Westjordanland Wahlen seit Jahren überfällig sind, im Gaza-Streifen eine theokratische Diktatur herrscht, darüber verliert Gehrcke kein Wort.

Am 22. März 2012 dankte der Volksvertreter dem senilen Günter Grass für dessen „Mut“ in einem Gedicht öffentlichkeitswirksam über Vernichtungsabsichten Israels gegen den Iran zu fabulieren.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzten.

… oder doch Nazis?

Mit der Veranstaltung über den Auschwitzprozess will die Partei auf das Fortwirken des (meist aber als Faschismus missverstandenen) Nationalsozialismus in der Bundesrepublik und auf die unvollkommene Aufarbeitung dieser Geschichte aufmerksam machen. Sicherlich, der Partei „Die Linke“ ist es zu verdanken, dass im Bundestag konsequent Nachfragen zur dubiosen Praxis der bundesdeutschen Exekutive gegen den Rechtsextremismus, sowie zum Rechtsextremismus überhaupt gestellt werden. Die Partei sieht sich durchaus zu Recht in der antifaschistischen Tradition der Kommunisten und anderer. Doch diese Tradition ist nicht ohne Widersprüche. Es ist nicht der Stalinismus, der dieser Partei immer wieder zu Unrecht zum Vorwurf gemacht wird, auch nicht ein vermeintlich kritikloses Bekenntnis zum offiziellen Antifaschismus der DDR, die dieses widersprüchliche Verhältnis heute erklären, es ist die einfache Logik der Antifaschisten auch von heute, die in den Nazis die terroristischen Exekutoren der Interessen einer bösen Minderheit gegen die an sich gute Mehrheit – das Volk – sehen, die also vom Nationalsozialismus keinen Begriff haben, weil sie den Antisemitismus nicht als dessen integrales Wesen begreifen, sondern einer Ideologie den Boden bereiten, auf dem der Antisemitismus aufsetzt. Einer Ideologie, die sich im problematischen Verständnis vom Kapitalismus fortsetzt, woraus deutlich wird, das wir es mit einem strukturellen ideologischen Problem in dieser Partei zu tun haben.

Antisemitismus ist für die Juden eine tödliche Gefahr

Die Linke stellt keine primäre Gefahr für Juden in Deutschland und auch nicht für Israel dar, auch dann nicht, wenn es zur offenen Kollaboration mit der Hamas kommt. Die Hisbollah, die Hamas und die El Fatah habe potentere Unterstützer und sind auf die Schützenhilfe dieser Partei nicht angewiesen und die Partei “Die Linke” stellt nicht den Außenminister Deutschlands. Trotzdem, mit ihrer vermeintlichen Integrität als Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit tragen sie mit ihrer antizionistischen Propaganda dazu bei, dass diese in der Gesellschaft den Platzhalter für den Antisemitismus einnimmt und der zunehmend als eine Haltung der “Anständigen und Engagierten” gilt, eine Haltung, die bis in die Reihen der SPD (Gabriel und Schultz) und in wichtigen Presseorganen (z.B. Süddeutsche Zeitung) vertreten wird.

Nazis sind hingegen eine Bedrohung für Juden, auch für Sinti und Roma, für Flüchtlinge, für Menschen mit anderer Hautfarbe, für Demokraten und viele andere. Doch die Position von Nazis ist in Deutschland, trotz finanzieller staatlicher Zuweisungen durch die Wahlkampferstattungen und durch Gelder des Verfassungsschutzes, marginal. Dazu trägt zum einen die i.d.R. von allen demokratischen Kräften getragene offizielle Abgrenzung und zum anderen auch die staatliche Verfolgungspraxis gegen diese bei (wenn sie sicherlich auch konsequenter sein könnte). Offener Antisemitismus ist in Deutschland nicht en vogue und wenn er doch vertreten wird, findet er i.d.R. engagierte Stimmen, die ihn verurteilen zu denen meistens auch Vertreter der Partei “Die Linke” gehören. Nationalsozialismus und Antisemitismus sind als Option aktuell in der deutschen Gesellschaft also nicht gefragt. Faschismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus als Option stellen in anderen Ländern (potentiell in Frankreich, Ungarn, Griechenland etc.), Islamismus und Antisemitismus faktisch in den arabischen Ländern des Nahen Ostens und anderswo aber durchaus eine dar. Und wer sich angesichts dieser Gefahr auf die Linke (genauso aber auch auf die EU) verlässt, dürfte verlassen sein, dies dürfte bei geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland nicht anders sein.

Wenn es eine Lehre aus Auschwitz zu ziehen gibt, dann ist das die, dass sich Juden in der Gefahr und Angesichts der Vernichtungsdrohung – nur auf sich selbst und ihren (bewaffneten) Widerstand oder auf die zeitige Flucht verlassen können. Die Macht, die die effektive Gegenwehr heute verkörpert und garantiert ist der bewaffnete jüdische Staat Israel, das einzige Land, indem die Flucht vor Antisemitismus bedingungslos anerkannt wird, ist der jüdische Staat Israel.

50 Jahr Auschwitzprozess kann daher nur bedeuten:

  • Solidarität mit dem jüdischen Staat
  • Wider den Boykott Israels
  • Stoppt das iranische Atomprogramm
  • Wider den Antizionismus
  • Gegen jeden Antisemitismus

Das Flugblatt: Freunde der Hamas

Unsere PM: Gehrcke_Die Linke_Auschwitzprozess

J.D.

Flohmarkt: Anzeige gegen Händler von Naziware April 27, 2014 | 01:39 pm

Die Münchner Polizei ermittelt gegen einen Händler, der auf dem Theresienwiesen-Flohmarkt letzten Samstag Fandevotionalien der antisemitischen und rassistischen Band „Landser“ verkaufte.


Stand mit strafbarem T-Shirt letzten Freitag: „Landser – Deutsche Wut“

Flohmärkte sind Fundgruben für Quatsch und Reizendes – aber auch für Nazikram. Gewöhnlich signalisieren vermeintlich harmlose Artikel beispielsweise zum 2. Weltkrieg den Interessierten, dass am Stand noch mehr zu holen sein könnte. In einer Kiste unter dem Tisch lässt sich dann der Wehrmachtshelm finden. Und auf Nachfrage lagert das SS-Abzeichen im Auto oder ist im Nachgang beziehbar. An diese eingetretenen Pfade hat sich ein Händler beim letzten Theresienwiesen-Flohmarkt nicht halten wollen. Schon am Vortag des Flohmarktes präsentierte er an seinem Stand ein T-Shirt zum verbotenen Album „Deutsche Wut“ der rechtsradikalen Band „Landser“ prominent. Die Band wurde 2003 vom Berliner Kammergericht als „kriminelle Vereinung“ eingestuft. Im Lied „Deutsche Wut“ wird dem ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, gedroht.

Am Stand gab es zwischen allerhand Kitsch noch mehr ein- und zweideutige Artikel zu entdecken. Neben Metall-Schildern mit der Aufschrift „Deutsches Reich“ oder „Deutsches Sperrgebiet“ fanden sich Tassen mit der Aufschrift „NSU“. Zwar bezogen sich die Tassen auf die historischen Motorenwerke NSU, doch besteht im Kontext des restlichen Angebots der Verdacht, dass hiermit augenzwinkernd auf die Mörderbande mit dem Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) angespielt wurde.

Obwohl bereits am Freitag Zehntausende an dieser Auslage vorüberzogen, dauerte es bis Samstag circa 11 Uhr, bis ein Passant die Polizei verständigte, da sich dieser an einem Pullover (ebenfalls von „Landser“) in der Auslage störte. Bei der Durchsuchung des Standes konnte die Polizei diesen Pullover und noch weiteres belastendes Material – wie beispielsweise eine Schallplatte – sicherstellen. Darüber hinaus erfolgte eine Strafanzeige gegen den Händler nach §86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen). Sein fragwürdiges Angebot disqualifizierte den Standbetreiber in den Augen der Flohmarkt-Organisatoren allerdings nicht, seine Geschäfte noch bis zum Ende weiterzuführen.

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Was George Bush uns über die Kunstkritik lehrt April 27, 2014 | 08:40 am

„George Bush macht „Kunst““ – so titelt voller Hähme das Nachrichtenportal eines großen deutschen E-Mail-Providers. Mit dieser neuen Variante des allseits beliebten Bush-Bashings ist man nicht alleine. Manche stellen es gewitzt und elegant an wie Jon Stewart in der Dailyshow, andere nehmen eben den Hammer zur Hand und hauen immer feste drauf. Eins weiß man […]

Vor der Stichwahl April 26, 2014 | 10:25 pm

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist Ex-Außenminister Abdullah Abdullah nach den vorläufigen Ergebnissen als Sieger aus der ersten Runde hervorgegangen. Abdullah verfehlte nach Angaben der Wahlkommission IEC allerdings mit 44,9 Prozent klar die absolute Mehrheit.”

Abdullah hatte sich im Wahlkampf für eine Umwandlung des Präsidialsystems in eine parlamentarische Demokratie und eine Änderung der Verfassung zur Stärkung des Parlaments ausgesprochen. Dies werde sich positiv auf die Kontrolle der Regierung und die Beteiligung der Bevölkerung auswirken, sagte Abdullah. Er wolle “mehr Raum und einen besseren Platz für politische Parteien” schaffen.

Abdullah, der in den 1990er Jahren gegen die Taliban kämpfte, sagte, die Wahl sei “die Zurückweisung der Talibanisierung des Landes”. Er versicherte, dass er anders Karsai insbesondere bei den Frauenrechten keine Zugeständnisse an konservative Kräfte machen werde. “Die Kompromittierung fundamentaler Werte kommt nicht in Frage. Dies sind Werte, für die Menschen Opfer erbracht haben, und Errungenschaften des afghanischen Volkes”, sagte Abdullah. Die “Rechte des Volkes” zu opfern, werde keinen Frieden bringen.”

Quelle

Syria can still produce chemical arms April 26, 2014 | 02:46 pm

Syria maintains an ability to deploy chemical weapons, diplomats say, citing intelligence from Britain, France and the United States that could strengthen allegations Syria’s military recently used chlorine gas in its bloody civil war.

The comments reflect a growing conviction among Western capitals that President Bashar al-Assad has failed to come clean about Syria’s chemical weapons program despite his promises to end it, and they insist the United States and its allies will resist calls by Assad to shut down a special international chemical disarmament mission set up to deal with Syria.

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ZEUGS: Der Aufstand der Cheerleader, Godzilla greift ein und alte Kalifornier auf Drogen April 26, 2014 | 12:20 pm

Eigentlich sollte an dieser Stelle aus aktuellem Anlass ein Eintrag über Waschbären stehen. Aber zwischen diversen anderen Verpflichtungen und zwei gelangweilten Ferien-Kindern sollte es nicht sein. Zum Glück haben wir noch jede Menge Links abzuarbeiten.

Zwar ist sich dieser Autor sicher, dass die meisten interessierten Leser zuerst etwas über Cheerleader wissen wollen, aber wir fangen trotzdem mit Godzilla an: Einige Leute sollte man einfach nicht warten lassen.

  • Zum Krieg gegen Japan: Strategen des US-Militärs analysieren wie es dem Kaiserreich geholfen hätte, wenn es Godzilla als Wunderwaffe hätte einsetzen können:

    The Allied forces are coming at you with everything they’ve got. How do you determine their center of gravity? No worries, you’ve got Godzilla in your corner.

    Der ernste Hintergrund ist ein Gedankenexperiment, wie man das besagte center of gravity des Gegners ermittelt, ihr “Schwerpunkt”, wie es Carl von Clausewitz ursprünglich formulierte. Die US-Streitkräfte hadern schon länger mit dem Begriff.

  • Zu Baseball, auch wenn dieser Autor nach wie vor der Falsche dafür ist: Der interessierte Leser NMK verweist auf eine Landkarte der USA mit den Fan-Zugehörigkeit der einzelnen Mannschaften. Es bleibt dem interessierten Leser als Übung überlassen, eine ähnliche Karte für Fußball aufzustellen. Wobei dieser Autor das Gefühl hat, dass man die ganze Bundesrepublik auch einfach in Bayern-Fans und Bayern-Gegner aufteilen könnte. — Ach, und nebenbei bietet das Statistik-Blog FiveThirtyEight eine Anleitung, wie man seine eigenes MLB-Team aufbaut. Falls jemand noch ein Hobby sucht.
  • Zum Energieverbrauch und alternativen Energien: Die Solarenergie bietet im Moment ein Lehrstück für die Bedeutung der Landes- und Kommunalpolitik in den USA und wie sie sich komplett anders als auf Bundesebene entwickeln kann. In Oklahoma hat die republikanische Gouverneurin Mary Fallin gerade mächtigen konservativen Gruppen wie den Gebrüdern Koch den Stinkefinger gezeigt und ein Gesetz zur Einschränkung von Solarinvestitionen untergraben. Ihr Verbündeter: Ausgerechnet Vertreter der örtlichen Tea Party Bewegung, zusammengeschlossen unter dem griffigen Namen Tell Utilities Solar Won’t Be Killed (TUSK).

    TUSK and its conservative allies have repeatedly found success placing those utility-backed proposals within a free-market frame that speaks directly to conservatives.

    In den vergangenen vier Jahren hat sich die Solarstrom-Kapazität (oder wie man das nennt) in den USA vervierfacht auf 1,1 Prozent der gesamten Stromproduktion.

  • Zu American Football und Frauen, diesmal aber nicht auf dem Spielfeld: Die NFL-Cheerleader proben den Aufstand wegen schlechter Bezahlung, unter anderem für Nebentätigkeiten. Ja, welche Nebentätigkeiten hat denn eigentlich so ein Cheerleader?

    Unpaid activities included: submitting to a weekly “jiggle test” (where cheer coaches “scrutinized the women’s stomach, arms, legs, hips, and butt while she does jumping jacks”); parading around casinos in bikinis “for the gratification of the predominantly male crowd”; and offering themselves up as prizes at a golf tournament, where they were required to sit on men’s laps on the golf carts, submerge themselves in a dunk tank, and perform backflips for tips (which they did not receive).

    Der Artikel geht auf die geschichtliche Entwicklung der Sportart (Cheerleading, nicht Football) ein und wie das dazu führte, dass die Frauen mit den Pompoms heute gerade einmal 75 Dollar je Spiel einstreichen. Dass das ihnen jetzt nicht mehr reicht, führt ein Anwalt der Buffalo Jills auf die Occupy-Bewegung zurück:

    There’s an increasing public realization of the tremendous unfairness of America’s present economic situation, and as we grow more and more unequal as a society, those tensions are becoming more pronounced.

    Bekanntlich klafft die Schere zwischen Arm und Reich in den USA inzwischen so weit wie seit den 20er Jahren nicht mehr.

  • Zur Wirtschaft, weil wir dabei sind, einige weitere Trends in den USA, die vielleicht nicht jeder mitbekommen hat: Reiche Amerikaner arbeiten inzwischen mehr Stunden pro Tag als arme. Historisch gesehen ist das ziemlich einmalig.

    Other research shows that the share of college-educated American men regularly working more than 50 hours a week rose from 24% in 1979 to 28% in 2006, but fell for high-school dropouts. The rich, it seems, are no longer the class of leisure.

    Hintergrund sind neben wirtschaftlichen Faktoren den Forschern zufolge geänderte Einstellung zur Freizeit als Ganzes und in gewissen Jobs der Spaß an intellektuell anspruchsvollen Tätigkeiten. — Zudem scheint beim Sparen ein Umdenken einzutreten: Der Forschungsgruppe Gallup zufolge geben mehr Amerikaner als jemals zuvor (was in diesem Fall 2001 heißt) an, lieber zu sparen als Geld auszugeben. Allerdings schlägt sich das nicht im Verhalten nieder.

    Data from the U.S. Department of Commerce show that the 2013 average personal savings rate was 4.5%, the lowest since 2007 and low historically. The U.S. average personal savings rate in the 1970s was 11.8%, 9.3% in the 1980s, and 6.7% in the 1990s.

    Der Artikel geht auf das Argument ein, dass viele Amerikaner sich schlicht nicht leisten können, Geld zu sparen, was uns zum vorherigen Punkt zurückbringt. Nicht vergessen: Die US-Wirtschaft wird vom Konsum angetrieben, im Gegensatz zu Deutschland, wo Exporte sehr viel wichtiger sind.

  • Zu Drogen und Sprache: Der BBC – ja, der BBC – bespricht in großer Länge, wie “420″ zum Code für Marijuana wurde. Schuld daran sollen Schüler aus Kalifornien sein (wer sonst) die in den 70ern mit Hilfe einer mysteriösen, handgezeichneten Karte geheime Anbauflächen suchten:

    The friends (…) met after school, at 4:20pm, and drove off on their treasure hunt. They never found the plot. “We were smoking a lot of weed at the time,” says Dave Reddix or Waldo Dave, now a 59-year-old filmmaker. “Half the fun was just going looking for it.” The group began using the term 420.

    Der Begriff habe sich dann in ihrem Freundeskreis durchgesetzt – zu dem Mitglieder der Gruppe Grateful Dead gehörten.

  • Zu Kalifornien, weil es einfach zu gut passt: Vielleicht erklärt der vorherige Punkt die vielen, vielen Landkarten, auf denen der heutige Bundesstaat als Insel dargestellt wurde. Der Bericht von Wired schildert dabei auch die Probleme, die ein Sammler dieser Karten zunächst hatte:

    At first we stored them under the bed, but then we were concerned that the cat would pee on them.

    Wie schön, dass auch andere Leute solche Sorgen haben.