Khamenei twittert Vernichtungsplan November 11, 2014 | 09:11 pm

Per Twitter hat Ajatollah Khamenei einen Neun-Punkte-Plan zur Vernichtung Israels verbreitet. Beeinflusst das die Lage in Israel und die Atomverhandlungen mit Iran?

Khameneis Tweets platzen in eine angespannte Phase der Atomverhandlungen mit dem Iran. Denn schon am 24. November 2014 soll eine dauerhafte Einigung zwischen der Islamischen Republik und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland erzielt werden. Der Westen vermutet, dass der Iran mit dem Atomprogramm eine Atombombe entwickeln will. Diese könnte dann, so die Angst, gegen Israel, aber auch andere Staaten der Region, eingesetzt werden. Ungeachtet der Verhandlungen haben Iran und Russland heute ihre Kooperation beim Bau weiterer Reaktoren bekannt gegeben. Khamenei nimmt in seinen Tweets außerdem Bezug auf die sich zuspitzenden Auseinandersetzungen rund um den Jerusalemer Tempelberg.

Welche Auswirkungen haben die Tweets auf die Situation in Israel und die Politik gegenüber dem Iran? Darüber haben wir mit Thomas von der Osten-Sacken gesprochen, er ist Publizist mit dem Schwerpunkt Naher Osten.

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No HoGeSa – Gegen Rassismus und Islamismus November 10, 2014 | 03:47 pm

Einen Aufruf des linken Bündnisses dagegen findet ihr unter 15n.blogsport.de. Mehr gibt’s in Kürze.

HATEmix :: Ancient Future November 9, 2014 | 11:55 am

Wir haben Freunde des Hauses um neue Musik angeschnorrt. Sie waren freundlich und haben uns Mixe gemacht, dafür sind wir sehr dankbar. Es erleichtert uns das Warten auf den Mai 2015, der wird nämlich spannend.

Den Anfang macht Johannes Klingebiel aus Köln, der kürzlich das Label Ancient Future gegründet und zusammen mit den Labelgenossen diesen Mix gemacht hat.


hate: Wie ist der Mix entstanden?

Johannes Klingebiel: Ich habe gemeinsam mit meinen Labelkollegen von Ancient Future eine Menge Musik gesammelt und in einen Pool geworfen. Natürlich sind da auch ein paar Eigenproduktionen von uns und unseren Freunden reingeflogen.

hate: Am Ende kommt dieser völlig utopische Track aus Trainspotting. Musst du dabei auch immer an den Film denken?

Johannes Klingebiel: Eigentlich nicht. Also ich kenne den Song auch ursprünglich aus Trainspotting, aber ich muss dabei hauptsächlich an irgendwelche britischen Warehouse Raves in den 90ern denken (also das, was ich mir darunter vorstelle, ich war zu der Zeit ungefähr fünf Jahre alt). Das ist für mich so ein Song, den man nicht nicht gut finden kann. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man jemandem diesen Synthie-Sound am Anfang vorspielt und der ernsthaft sagen kann, dass er das scheisse findet. Okay, dann kommt halt irgendwann dieser 140bpm-Technobeat rein, das ist dann Geschmackssache. Deswegen haben wir davon auch unseren eigenen Edit gemacht, den man am Ende des Mixes hören kann. So können wir ihn auch auf unseren eigenen Warehouse Raves spielen, die sind grundsätzlich etwas langsamer und haben mehr Basslines. So wie dieser Edit.

hate: Was hat es mit eurem Label Ancient Future auf sich?

Johannes Klingebiel: Ancient Future ist ein kleines Kollektiv aus Künstlern, eine Gruppe, die in verschiedenen Konstellationen gemeinsam auflegt, Musik macht, Parties veranstaltet oder sonst irgendeinen Quatsch auf die Beine stellt. Im August haben wir unsere erste Platte releast, eine Compilation-EP mit unseren vier “Kern”-Künstlern. Die nächste Platte ist bereits in Planung, in der Zwischenzeit lohnt es sich auf jeden Fall immer mal auf unserer Bandcamp-Seite vorbeizuschauen. Zum Beispiel für besagten Underworld-Edit.

hate: Hast du eine Anekdote von einer der HATE-Partys auf der du gespielt hast?

Johannes Klingebiel: Also die beste HATE-Party war für mich das eine Mal in der Wilden Renate, wo ich mit Scott Cameron ein Liveset gespielt habe. Wir sind an dem Tag in Köln mit Scotts Auto um 13 Uhr losgefahren und hatten um ca. 13:15 eine Panne auf der Autobahn, kurz hinter Leverkusen. Man muss dazu sagen, wir haben von Autos ungefähr so viel Ahnung wie von Weltraumtechnik. Jedenfalls folgte darauf eine längere Odyssee durch das Ruhrgebiet, die verschiedene Werkstätten, verwirrte Techniker und Autohändler, Wartelounges mit Filterkaffee und Skispringen im Fernsehen, einen Wagenwechsel, sowie eine Führung durch die verschiedenen Tonstudios der Fachhochschule Düsseldorf beinhaltete. Wir kamen dann gegen 2:00 völlig durch in Berlin an und mussten um ungefähr 3:00 spielen. Es hat unfassbar Spaß gemacht.

Tracklist:
Bill Withers – Who is he & what is he to you? (Leftside Wobble Edit)
Ted Pilsner – Hello My Love
Siren – Wake Up My Children
Offset – Retro Future
Cobblestone Jazz – Before This (Dreems Re-Edit)
Blamma! Blamma! – Zsa Zsa (Eelke Kleijn Rmx)
Wesley Matsell – Rite Of Paint
Affi Koman – The Light
DWIG – Orange Evening
Rhode & Brown – Make Belive Ballroom (Glenn Astro Remix)
Dreems – In The Desert (Axel Boman Remix)
Lingby – Two (Johannes Klingebiel Remix)
Roman Flügel – Wilkie
Underworld – Born Slippy (Alma & Mater Edit)

 

 

9. November 1938 – Auftakt zum Holocaust November 8, 2014 | 06:00 pm

Vor einem Jahr, als das Gedenken an die damals 75 Jahre zurückliegende »Reichskristallnacht« auch der deutschen Öffentlichkeit ein wenig wichtiger war als der Jahrestag des Mauerfalls, produzierte Sachzwang FM eine sehr hörenswerte Sendung über die Pogrome des November 1938 und über die Struktur des Antisemitismus. Dieses Wochenende, an dem staatstragend die »friedliche Revolution von 1989« und die Wiederherstellung der deutschen Nation gefeiert wird, sind die deutschen NS-Verbrechen im öffentlichen Bewusstsein vermutlich kein, jedenfalls kein großes Thema. Die richtige Zeit also, zwei von Dr. Indoctrinator verlesene, leicht gekürzte Beiträge zu hören (oder selbst zu lesen), deren erster von Rainer Bakonyi stammt und vor allem die Ereignisse in der Art einer Chronik der Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden schildert. Im zweiten Beitrag widmet sich Rolf Pohl psychoanalytischen Theorien des antisemitischen Wahns. Im Zentrum stehen dabei die Begriffe »pathische Projektion« und »projektive Identifizierung« sowie die Wahrnehmungspsychologie.

    Download: via AArchiv (2 h, 41 MB)

Textnachweise:

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Münchner FDP in Möllemanns Fußstapfen November 8, 2014 | 01:28 pm

Kommenden Montag werden die bayerischen Liberalen mit dem Historiker Reiner Bernstein einen geschickten Antizionisten als „Nahost-Experten“ präsentieren.

J. Möllemann (FDP) zeigte 2002 Verständnis für Selbstmordattentate

Ausgerechnet Reiner Bernstein soll für die oberbayerische FDP Licht ins Dunkel der „Neuen deutschen Außenpolitik“ im Kontext des israelisch-palästinensischen Konfliktes bringen. Mit diesem Titel laden die Liberalen Montag um 19 Uhr in den Hacker-Pschorr auf die Theresienhöhe. Bernstein gilt als hochumstritten. Schon 1977 wurde der ehemalige Generalsektretär der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) aufgrund seiner Ansichten untragbar und schied aus der Gesellschaft aus. Seitdem hat sich Bernstein radikalisiert. Zuletzt verteidigte er 2013 die „Nakba-Ausstellung“ an der Montessori-Schule in München. Zahlreiche Organisationen, wie IKG, DIG, Verband Jüdischer Studenten, Linksjugend, Grüne Jugend, Piraten und andere Verbände hatten gegen die antisemitische Ausstellung protestiert.

Bernstein ist ein viel geladener Historiker, immer wenn es darum geht, das antiisraelische Ressentiment mit einem selektiv-historischem Gewand zu manteln. Häufig tritt er mit seiner kaum besseren Hälfte Judith auf. Judith Bernstein leitet seit Jahren die sogenannte „Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe“ (JPD), in deren Werken – anders als der Name suggeriert – keinensfalls zwei Seiten des Konflikts aufscheinen. Auf der Veranstaltung mit dem Titel „Palästinensische Kinder in israelischer Militärgefangenschaft“ am Samstag in der „Initiativgruppe“, könnten sich Interessierte von der Ausrichtung der Gruppe ein Bild machen. Beobachtende der antizionistischen Bewegung in München ist die JPD schon länger ein Begriff.

Ein kritischer Umgang mit Bernstein ist auf der kommenden FDP-Veranstaltung nicht zu erwarten. Bei einer der vergangenen FDP-Veranstaltungen mit Bernstein sollen sich die Teilnehmenden „sehr zufrieden mit dem gelungenen Abend“ gezeigt haben, so das Blog der FDP-München Nord. Ein „voller Erfolg“ sei der Themenabend gewesen. Mit der Einladung Bernsteins als vermeintlichen „Nahost-Experten“ zeigt die FDP in München deutlich, in wessen Tradition sie sich sieht. Da ist wenig vom ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis (FDP), zu erkennen – aber ein gerüttelt Maß Jürgen Möllemann.

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Der 9. November und die Volksgemeinschaft November 8, 2014 | 01:06 pm

Der 9. November sei ein deutscher Schicksalstag heißt es gemeinhin. Die Daten weisen auf einen Zusammenhang hin, der von den meisten, die dieses Datum entweder in nationaler Ergriffenheit feierlich begehen, oder, sich zerknirscht gebend, in vermeintlicher Verantwortung vor der Geschichte, Deutschland zum Gedenkweltmeister küren, bewusst oder unbewusst befördert wird.

9. November

9. November 1848

Der revolutionäre Demokrat Robert Blum wird in Wien von Kräften der Reaktion erschossen. Dieser Mord steht für den Zusammenbruch des revolutionären Versuchs, eine demokratische Republik in Deutschland zu erkämpfen. Nicht Demokratie und Republikanismus, sondern das sich schon in den sogenannten Befreiungskriegen gegen Napoleon formierende und auf dem Wartburgfest sich artikulierende völkische Ideenkonglomerat, gepaart mit Obrigkeitshörigkeit, Staatsgläubigkeit und Antisemitismus begründen die Tradition des deutschen Nationalismus.

9. November 1918

Philipp Scheidemann (SPD) ruft in Berlin die Weimarer Republik aus. Eng verbunden ist diese Aktion mit dem Agieren Noskes (SPD), den Freikorps freie Hand für den Arbeitermord zu gewähren und Fritze Eberts Antipathie gegen die Revolution überhaupt. Die Revolte der Arbeiter und Soldaten gegen Krieg, Ausbeutung, Hunger und Nationalismus bleibt stecken und wird von den wütenden Freikorps im Blut erstickt. Diese nach 1848 nun schon zweite misslungene Revolution zeigt die Dominanz völkischer Strukturen und Staatsfrömmigkeit in Deutschland an.

9. November 1923

Hitler putscht in München und versucht den Marsch Mussolinis auf Rom in Deutschland nachzuahmen. Diese Aktion bricht zusammen, nicht so sehr aufgrund der wenig entschlossenen Gegenwehr der Republik, sondern weil Hitler noch an den Anfängen steht, eine Massenbewegung zu formieren. Hitler wird zu ein paar Monaten sogenannter Festungshaft bestraft und schreibt “Mein Kampf”. Das Buch wird in Deutschland und im arabischen Raum (bis heute) zum Bestseller.

9. November 1938

Die Situation sieht 15 Jahre später ganz anders aus. Hitler und der NSDAP ist es gelungen, die deutsche Volksgemeinschaft zu formieren. Der Widerstand von Teilen des Proletariats und anderer ist zersplittert und zunehmend isoliert. Die meisten Hitlergegner werden von der wachsamen Volksgemeinschaft denunziert und von der Gestapo als “Volksschädlinge unschädlich” gemacht. 1938 randaliert die Volksgemeinschaft unter Führung der NSDAP vor und in den Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen, viele Juden werden misshandelt und ermordet. Der Versuch des Georg Elsers, Hitler am 8. November 1939 in die Luft zu sprengen, steht symptomatisch für den Widerstand in Deutschland. Es ist die konsequente und mutige Tat eines völlig isoliert agierenden Einzelnen. In der deutschen Vernichtungspolitik gegen die Juden findet der Antisemitismus der deutschen Volksgemeinschaft zu sich selbst.

9. November 1969

Die linksradikalen Tupamaros in Berlin verüben einen Brandanschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Berlin. Bewusst wählen sie diese Einrichtung aus. Nicht Deutschland habe ein Naziproblem, sondern in Israel herrsche ein Nazistaat, wofür von den deutschen Revoluzzern die in Deutschland lebenden Juden verantwortlich gemacht werden. Einer ihrer Wortführer beklagt den deutschen Judenknacks, der die Volksgenossen daran hindere, es den Juden zu zeigen und ihnen Mores zu lehren. Dieses Datum begründet die Tradition des Antisemitismus von Links neu. Die sogenannte Israelkritik wird, befördert durch die Propagandatätigkeit der Friedensbewegung, zunehmend zum salonfähigen Ausdruck des antisemitischen Bodensatzes der Deutschen. Im Sommer 2014 kommt es dann zum Umschlag, der Antizionismus schlägt in offenen Antisemitismus um. Judenfeindliche Parolen werden öffentlich und lautstark artikuliert. Widerspruch von Links und dem Rest der Volksgemeinschaft bleibt aus.

9. November 1989

Nachdem das deutsche Proletariat sich als unfähig oder unwillig erwies 1914, 1933, 1938 oder 1942 (Wannseekonferenz) zur revolutionären Tat zu schreiten um der deutschen Barbarei Einhalt zu gebieten, formierte sich im Herbst 1989 die deutsche Volksgemeinschaft, nach 1953 zum zweiten Mal, und stürzte diesesmal erfolgreich die anachronistische Herrschaft der SED in der DDR. Der zunächst von einigen wenigen mutigen Demokraten formulierte Spruch „Wir sind das Volk“ wird in den Spruch der völkischen Massen „Wir sind ein Volk“ transformiert. Hiermit bringt die deutschen Nationalbewegung ihr Anliegen auf den Begriff, das sie seit 1815 umtreibt.

Die deutsche Volksgemeinschaft erkämpft sich gegen eine weitgehend paralysierte Staatsmacht das Recht auf ein deutsches Wir-Gefühl und einem Wohlstand nach westlichem Maßstab. Dies soll nicht für alle gelten: in Mölln, Rostock-Lichtenhagen et al. wird dies unmissverständlich klar gemacht. Die völkische Wut auf die, die auch etwas vom Kuchen abhaben wollen bricht sich weitgehend ungehindert Bahn, wird in den Jahren danach jedoch in zivile Bahnen gelenkt. Das Asylgesetz wird verschärft und faktisch abgeschafft, das Grenzregime weiter nach Osten, Südosten und den Süden verlagert, wo die Toten tausende zählen.

Der 9. November ist der Tag, der darauf verweist, dass Volksgemeinschaft, deutscher Nationalismus, Antisemitismus und Chauvinismus untrennbar zusammen gehören.

 

the palestinians are not the issue here November 4, 2014 | 06:38 pm

Die antisemitischen Gewaltausbrüche des Sommers zeigen einmal mehr, dass Juden in Europa nicht sicher sind1. Der Mut zur antisemitischen Gewalttat erwächst aus den heterogenen Bündnissen gegen Israel, welche bereits durch die Wahl ihrer Mittel ihren antisemitischen Charakter preisgeben.

Ein einendes Element der „pro-palästinensischen“ Proteste, die auch dieses Jahr wieder gegen Israel abgehalten wurden, sind Bilder von toten Kindern. Der Verbreitungsgrad dieser Bilder scheint dabei von der Grausamkeit der abgebildeten Todes-Szenerie abzuhängen. Je schrecklicher das Abgebildete, umso größer die Verbreitung in sozialen Netzwerken und auf Demonstrations-Plakaten. Wenn man Quellrecherche betreibt und die Hintergründe der Fotos offen zu legen sucht, führen die Spuren aber häufig nicht nach „Palästina“, sondern in den Irak oder nach Syrien. Viele der abgebildeten Gewalttaten stehen nicht im Kontext der Geschehnisse um Israel und seine Feinde, werden aber von den „Freunden Palästinas“ der israelischen Armee zugeschrieben. Konfrontiert man die Verbreiter von derlei Bildern mit den Ergebnissen derartiger Recherchen, reagieren diese weder überrascht noch beschämt. Stattdessen wird angeführt, dass das jeweilige Bild symbolisch für das Leiden des „palästinensischen Volkes“ stünde und die israelische Armee nun einmal Kinder töten würde, wenn nicht die abgebildeten, so doch sicher andere. Es gibt keinen Moment des Erschreckens vor sich selbst, keine Reflexion darüber, warum man nach Belieben aus dem Kontext gerissene Bilder toter Kinder einsetzt. Im Gegenteil: dass dem Individuum, welches das abgebildete Kind war, durch die Degradierung zum geschichtslosen Propagandawerkzeug noch ein letztes Mal Gewalt angetan wird, ruft bei den Verbreitern von derlei Perfidität nur Schulterzucken hervor.

Die Bilder sollen nicht über reales Unglück aufklären, sondern der Betrachter soll in der gleichen Unmittelbarkeit erstarren, in welcher ihre Verbreiter der Bilder gewahr wurden. Man soll die selbe morbide Lust am Ekel, die selbe Ambivalenz von Anziehung und Abstoßung verspüren. Es ist dieser emotionsgeladene Schauer, der seit Jahrhunderten die Mär vom „jüdischen Kindsmörder“ transportiert. Die Bilder sind dabei Anschauungsmaterial eines grausam zugerichteten Unbewussten, sie sind die „Wahrheit über die Juden“, welche die Antisemiten in sich tragen und die im Moment der Enthemmung an die Oberfläche des Bewusstseins drängt.2
Genauso verhält es sich mit der Parole „Kindermörder Israel“, die von keiner „pro-palästinensischen“ Demonstration mehr wegzudenken ist. Das Kind als reines Wesen, das unschuldig gebrochen wurde, ist bloßes Mittel, um Israel in der Kontinuität der mittelalterlichen Ritualmordlegenden zu denunzieren. Ob oder warum Kinder bei Militäroperationen sterben spielt dabei ebensowenig eine Rolle, wie das alltägliche Leid palästinensischer Kinder.3

Geteilte Wahrheit

Das Mantra vom „Kindermörder“ richtet sich nicht als Argument für den Frieden an die Außenwelt, sondern sucht die Einheit gegen Israel wegen des und durch den Antisemitismus. Den Protestierenden liegen nicht die Menschen in „Palästina“ am Herzen – dies würde eine Differenzierung voraussetzen, durch welche „die Palästinenser“ nicht bloß als idealisierte Volks- und Kindermasse wahrgenommen werden – , sondern sie nutzen die Menschen vor Ort als einigendes Mittel des Antisemitismus und reduzieren sie sogleich auf diese Funktion. Obwohl der eigene Zugang dem der staatlichen Herrschaft oder der medialen Aufbereitung nicht entgegengesetzt ist, stößt es den Antisemiten bitter auf, dass das Bündnis von Masse, Staat und Medien noch nicht zur Gänze hergestellt ist. So greifen sie die Medien für eine angeblich einseitige Berichterstattung an und werfen dem Staat vor, sich hinter Israel zu stellen. Dabei ist aber der Fokus nicht auf das reale mediale und staatliche Verhalten gegenüber den Konfliktparteien gerichtet, sondern einzig darauf, ob Staat und Medien die Berichterstattung der wahnhaften Wahrheit des Antisemitismus unterordnen. Die Medien sollen die grausigen Bilder unhinterfragt teilen und der Staat die Vernichtung Israels öffentlich durch seine Politik fordern und fördern. Zwar nimmt die Weltgemeinschaft die Demonstrationen wider Israel zumeist wohlwollend wahr, aber sie übernimmt nicht en bloc ihre Definition von Wahrheit. Das – und nicht eine mangelhafte Berichterstattung – ist es, was die „Freunde Palästinas“ anklagen, wenn sie von den manipulierten Medien sprechen. Nicht auf das reale Leid der Menschen vor Ort soll aufmerksam gemacht werden, sondern darauf, dass sich noch nicht alle unter dem Banner des Antisemitismus vereint haben.
Die Vermittlung der antisemitischen Wahrheit setzt am Menschen als einem naturgebundenen Reiz-Reaktions-Wesen an. Der authentische Mensch, welchen die Feinde Israels in ihren Aufrufen und Slogans mobilisieren4, starrt fasziniert auf die Bilder von geschundenen Kinderkörpern und definiert sein Verhältnis zum Geschehen über den Rückfall zur emotionsgeladen Irrationalität.
Die Wahrheit der Antisemiten ist das unmittelbar Erlebte, die permanente Wiederkehr der eigenen Projektionen, welche geschichts- und erfahrungslos jegliche Reflexion verstellen. Ein selbstständiger Ausbruch aus dieser narzisstischen Stagnation scheint kaum möglich und wird noch erschwert, wenn die Gesellschaft derlei antisemitischen Wahn – ganz der propagierten Emotionalität folgend – in verständliche Wut umdeutet und so Appeasement betreibt, wo konsequente Strafe sein sollte.

Erschienen in der aktuellen Ausgabe der Unique.

  1. vgl. . http://www.nytimes.com/2014/09/24/world/europe/europes-anti-semitism-comes-out-of-shadows.html [back]

  2. Wenn sich etwa in Gaza der „Nahost-Experte“ Jürgen Todenhöfer in der Ruine eines ausgebombten Hauses ablichten lässt und zuvor liebevoll mitgebrachte Spielsachen um sich arrangiert, hat er keine Propaganda im Sinn, sondern er projiziert seine Wahrheit auf den vorgefundenen Ort. Die Inszenierung des Eigenen in den Trümmern erfolgt im Sinne des antisemitischen Realismus, sie ist die makabere Materialisierung der wahnhaften Fantasie vom jüdischen Kindsmörder. (vgl. http://lizaswelt.net/2014/07/21/demagoge-des-mainstreams) [back]

  3. Dass nicht die Kinder beklagt werden, sondern einzig die antisemitische Projektion in die Welt geschrien wird, zeigt sich auch am Desinteresse, mit welchem der Kinderarbeit im Gaza-Streifen begegnet wird. So sucht man bei den Demonstrationen vergeblich nach Hinweise auf das elende Schicksal der Kinder, welche die Tunnelsysteme der Hamas bauten und bauen. (vgl. “http://palestine-studies.org/jps/fulltext/42605″http://palestine-studies.org/jps/fulltext/42605) [back]

  4. Siehe etwa den verbreiteten Slogan „Du musst kein Moslem sein um für Gaza einzustehen. Es reicht Mensch zu sein.“ [back]


Nachtleben für Rojava November 4, 2014 | 04:53 pm

Einige Freunde und Genossinnen aus dem Nachtleben unterstützen den Kampf im kurdischen Rojava gegen die IS. Damit haben sie unsere volle Unterstützung und wir hoffen, dass ein guter Batzen an Spenden zusammen kommt! Der Aufruf sei an dieser Stelle dokumentiert.

(Fun Fact am Rande: Die Realschullehrerfraktion mit den Beulenanzügen hat es sich nicht nehmen lassen sogleich über das Stöckchen zu springen, sich im Hinterzimmer einer schmierigen Kreuzberger Kiezkneipe zusammenzusetzen und ein Gedicht im Jargon der Erratik zu schreiben, das irgendwie auch in Zusammenhang mit ihrem congrès-annuel de la Selbsthilfe steht.)

Liebe Clubs, Kneipen, Bars – liebe Veranstalter und Veranstalterinnen!
Liebe KünstlerInnen, DJs, Bands!

Wir wollen Euch mit dem folgenden Brief bitten, unseren Spendenaufruf für den Kampf der Bevölkerung im kurdischen Rojava gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen.

Das Autonomieprojekt Rojava liegt im kurdischen Teil Syriens. Hier wird trotz des anhaltenden Bürgerkrieges versucht, eine fortschrittliche Gesellschaftsform aufzubauen, die für die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller dort lebenden Menschen steht – unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Geschlecht.

Dieses Projekt wird massiv durch die Angriffe des IS bedroht. Eine Niederlage hätte für die Region fatale Folgen. In den vom IS eroberten Gebieten werden Zivilisten, die als ‚Ungläubige‘ angesehen werden, massenhaft vertrieben, gefoltert und hingerichtet. Frauen werden als Sklavinnen verkauft, Kinder ihren Familien entrissen.

Die kurdischen Volksverteidigungskräfte der YPG und die Frauenverbände der YPJ stehen einem an Waffen und Ausrüstung weit überlegenen Feind gegenüber. Ihr Kampf wird von der internationalen Gemeinschaft weitestgehend ignoriert oder – wie im Falle der Türkei – sogar sabotiert.

Umso wichtiger ist UNSERE Unterstützung! Denn dieser Kampf ist auch unser Kampf, und wir wollen nicht tatenlos zusehen wie unsere Lebensweise und Werte vom IS vernichtet werden.

Wir wollen Geld sammeln, um es den Kämpfenden und Leidtragenden vor Ort zur Verfügung zu stellen, denn die humanitäre Situation ist katastrophal. Es fehlen Medikamente, Wasser, Lebensmittel sowie Decken und Kleidung. Nach Aussagen der Kämpfenden vor Ort werden außerdem dringend Waffen und Ausrüstung zur Verteidigung benötigt. Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten und unterstützen den Aufruf des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan (YXK) und der Interventionistischen Linken (IL). Das Geld wird direkt den AktivistInnen in Rojava zur Verfügung gestellt. Denn nur diese können den aktuellen Bedarf an Notwendigem beurteilen und das Geld so bestmöglich einsetzen.

Wie wollen wir zusammen Geld auftreiben?

Unser Engagement ist genauso einfach wie wirksam. Innerhalb des Monats November unterstützen wir alle unter dem Label ‚NachtLeben für Rojava!‘ das oben genannte Projekt. Dabei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel könntet ihr an einem oder mehreren Abenden pro zahlendem Gast eine Spende von 0,50€ bis 1€ sammeln, einen bestimmten Betrag spenden, ein Soli-Konzert spielen oder was auch immer euch einfällt. Letztendlich ist jede Spende willkommen! Wenn sich möglichst viele Clubs, VeranstalterInnen und Akteure des Nachtlebens an der Aktion beteiligen, kann mit relativ geringem Aufwand eine Menge Geld zusammenkommen und eine breite Öffentlichkeit geschaffen werden.

Wir, das sind bisher verschiedene Berliner Veranstalter, Clubs, Bars & Kneipen. Aber je mehr wir werden, desto besser. Wir als Berliner Kultur- und Nachtleben stehen für alles, was dem Gesellschaftsbild des IS entgegensteht! Berlins Nachtleben ist auf der gesamten Welt bekannt für seine Ausschweifungen und Freiheiten, sorgen wir dafür, dass auch noch die Bezeichnung solidarisch hinzukommt!

Darum:
Setzt Euch unter das Vorhaben! Verbreitet diesen Aufruf! Hängt das Plakat in eure Fenster!
Sammelt was Ihr könnt. Diskutiert mit euren Clubs, Co-VeranstalterInnen und Labels.
Gemeinsam können wir eine Menge erreichen! Auch wir haben Verantwortung zu übernehmen!

Spendenkonto:
Name: Initiative Rojava
Nummer: 610 508 848
BLZ: 590 501 01
IBAN: DE30 5905 0101 0610 5088 48
BIC: SAKS DE 55
Spendenstichwort: Nachtleben für Rojava

Am 9. November gibt es nix zu feiern November 3, 2014 | 02:05 pm

Die Politikerinnen und Politiker der Bonner Republik wussten noch, wann man einen Gedenktag für die deutsche „Wiedervereinigung“ nicht ansetzen sollte. Am 9. November nämlich. Mit diesen oder ählichen Sensibilitäten ist es jetzt vorbei.


Zerstörte Synagoge „Ohel Jakob“ nach dem Novemberpogrom in München (Yad Vashem Fotoarchiv 4613/679)

Am 9. November 1923 marschierte Hitler mit seinen Mannen auf die Feldherrenhalle. Infolge war der 9. November ein hoher Feiertag der Nationalsozialisten, den sie alljährlich mit den „alten Kämpfern“ vor der Münchner Feldherrenhalle begingen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November erklärten die Nationalsozialisten 1938 Jüdinnen und Juden zu Freiwild. Tausende wurden aus ihren Wohnungen und Geschäften gezerrt, gefoltert, erschossen oder ins Konzentrationslager verfrachtet. Die Synagogen und Betstuben brannten. In München organisierte die Polizei den ordentlichen Ablauf des Pogroms.

Der Restbestand dessen, was man Geschichtsbewusstseins nennen möchte, war einer der entscheidenden Gründe, weshalb die Bonner Republik den Feiertag zur sogenannten „Wiedervereinigung“ nicht auf den 9. November – den Tag des sogenannten „Mauerfalls“ – sondern auf den 3. Oktober, den Tag der formalen Einheit legten. Mit jener ohnehin brüchigen Sensibilität ist es jetzt offenbar ganz vorbei. Seit Tagen drängen zahlreiche Sendeformate auf die Wahrnehmung des inoffiziellen Tages der „Deutschen Einheit“. Mit dem Film „Das Leben der Anderen“ (Di. ARD) schießt die ARD beispielsweise die Deutschen auf den Feiertag ein. Die von Gewerkschaften, christlichen und jüdischen Gruppen organisierten Veranstaltungen in Gedenken an die Novemberpogrome werden immer mehr zu Randerscheinungen.

Berlin feiert am 9. Novermber mit 8000 „Ballonpaten“, die 8000 Luftballons für die „Wiedervereinigung“ steigen lassen werden, anstatt der Opfer der Novemberpogrome zu gedenken. Dazu liefert die Begleitmusik der Dirigenten Barenboim, der sich ansonsten für kein antiisraelisches Wort zu schade ist und sich dem Ziel verschrieben hat, ausgerechnet die Musik des Antisemiten Wagners nach Israel zu bringen.

„Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft“, hat Karl Marx schon etwa hundert Jahre vor Auschwitz festgestellt. Und noch keine 100 Jahre nach Auschwitz ist es immer noch namentlich widerlich, wie der deutsche Patriotismus über seine Leichen geht. Am 9. November gibt es nichts zu feiern! Der 9. November 1938 markierte den Übergang von leidlich verdeckter Verfolgung und Diskriminierung von Jüdinnen und Juden zu öffentlichem Pogrom und systematischer Vernichtung. Sonst nix.

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Am 9. November gibt es nix zu feiern November 3, 2014 | 02:04 pm

Die Politikerinnen und Politiker der Bonner Republik wussten noch, wann man einen Gedenktag für die deutsche „Wiedervereinigung“ nicht ansetzen sollte. Am 9. November nämlich. Mit diesen oder ählichen Sensibilitäten ist es jetzt vorbei.


Zerstörte Synagoge „Ohel Jakob“ nach dem Novemberpogrom in München (Yad Vashem Fotoarchiv 4613/679)

Am 9. November 1923 marschierte Hitler mit seinen Mannen auf die Feldherrenhalle. Infolge war der 9. November ein hoher Feiertag der Nationalsozialisten, den sie alljährlich mit den „alten Kämpfern“ vor der Münchner Feldherrenhalle begingen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erklärten die Nationalsozialisten Jüdinnen und Juden zu Freiwild. Tausende wurden in diesen Novembertagen aus ihren Wohnungen und Geschäften gezerrt, gefoltert, erschossen oder ins Konzentrationslager verfrachtet. Die Synagogen und Betstuben brannten. In München organisierte die Polizei den ordentlichen Ablauf des Pogroms.

Ein Restbestand dessen, was man Geschichtsbewusstseins nennen möchte, war einer der entscheidenden Gründe, weshalb die Regierenden der Bonner Republik den Feiertag zur sogenannten „Wiedervereinigung“ nicht auf den 9. November – den Tag des sogenannten „Mauerfalls“ – sondern auf den 3. Oktober, den Tag der formalen Einheit legten. Mit jener ohnehin brüchigen Sensibilität ist es jetzt offenbar ganz vorbei. Seit Tagen drängen zahlreiche Sendeformate auf die Wahrnehmung des inoffiziellen Tages der „Deutschen Einheit“. Mit dem Film „Das Leben der Anderen“ (Di. ARD) schießt die ARD beispielsweise die Deutschen auf den Feiertag ein. Die von Gewerkschaften, christlichen und jüdischen Gruppen organisierten Veranstaltungen in Gedenken an die Novemberpogrome mutieren immer mehr zu Randerscheinungen.

Berlin feiert am 9. Novermber mit 8000 „Ballonpaten“, die 8000 Luftballons für die „Wiedervereinigung“ steigen lassen werden, anstatt der Opfer der Novemberpogrome zu gedenken. Dazu liefert die Begleitmusik der Dirigenten Barenboim, der sich ansonsten für kein antiisraelisches Wort zu schade ist und sich dem Ziel verschrieben hat, ausgerechnet die Musik des Antisemiten Wagners nach Israel zu bringen.

„Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft“, hat Karl Marx schon etwa hundert Jahre vor Auschwitz festgestellt. Und noch keine 100 Jahre nach Auschwitz ist es immer noch namentlich ekelhaft, wie der deutsche Patriotismus über seine Leichen geht. Am 9. November gibt es nichts zu feiern! Der 9. November 1938 markierte den Übergang von leidlich verdeckter Verfolgung und Diskriminierung von Jüdinnen und Juden zu öffentlichem Pogrom und systematischer Vernichtung. Sonst nix.

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and throw them down the stairs November 3, 2014 | 11:24 am


Kurdish War Crimes? November 3, 2014 | 10:41 am

For the first time, the image of the Western-supported Iraqi Kurds has been damaged after a Dutch TV report accused them of war crimes in their battle against the militant group the Islamic State (IS).

Dutch national TV programme Nieuwsuur reported on 24 October that Kurds have executed prisoners of war and destroyed Arab houses out of revenge for Arab support for IS.

In the past, accusations of human rights violations have mostly been leveled against Iraqi government forces and the Islamic State. Last Thursday, Human Rights Watch said gunmen from IS executed 600 male prisoners in the province of Mosul this summer.

The mixed Arab-Kurdish areas previously taken over by IS and now recaptured by the Kurdish Peshmerga are posing serious dilemmas for the Kurdistan Regional Government (KRG) in Iraq, with an already large Arab community living in the Kurdistan region of Iraq.

Quelle

Bergmanifest November 3, 2014 | 01:38 am

Bergmanifest, auch: Mannenifest





§ 1 Der Stein bestimmt das Bewusstsein.

§ 2 Die norwegischen Berge wurden bekanntlich von Slartibartfaß entworfen.
§ 2.1 Der für die herrlich krickelige Küste völlig zu Recht einen Preis bekam.
§ 2.3 Besonders gut gelungen ist ihm der tapfere kleine Berg Mannen.
§ 2.4 Das ist der Berg, der sich nun schon seit Tagen allen Experten-Expertisen widersetzt und einfach nicht umfällt.
§ 2.5 Wir Linkshirnextremisten mögen Renitenz an sich ja schon sehr, aber der bockige Berg, dessen Standhaftigkeit rund um die Uhr per Livestream übertragen wird, ist geradezu der Gipfel der Renitenz.
§ 2.6 Deswegen ist der Mannen einer von uns.

§ 3 In punkto Würde und Style könnten viele Menschen, vor allem diejenigen, die in sogenannten Social Networks beheimatet sind, eine Menge vom tapferen kleinen norwegischen Berg lernen. Beziehungsweise sollten, denn wer das nicht tut, wird nach der Revolution die Gelegenheit haben, Berge von innen kennenzulernen, Stichwort: Erdbeerminen.
§ 3.1 Zum Beispiel, mal eine halbe Milliarde Jahre einfach nur ruhig zu sein.

§ 4 Wasserwerfer lehnen wir schon aus linkshirnextremistischen Gründen aus Prinzip ab.
§ 4.1 Insbesondere aber den Vorschlag, tapfere kleine norwegische Berge mit Wasser zu bewerfen, schon gar bei winterlichen Temperaturen.
§ 4.2 Daher an dieser Stelle eine Warnung: Wir Linkshirnextremisten sehen jeden Angriff auf den tapferen kleinen Berg als Angriff auf die Revolution und damit auf uns.
§ 4.4 Jeder Stein, der umgeworfen, wird euch von uns vorgeworfen! (Und das wird kein Spaß, wenn ihr erst mal vor dem Revolutionstribunal steht, siehe § 3.)


§ 4.5 Wir geben Euch dann den tapferen kleinen Berg zurück, Stein für Stein!

Veranstaltungen und Vorträge November 2014 November 2, 2014 | 06:55 pm

Folgende Veranstaltungen und Vorträge finden im November statt, an denen Thomas v. der osten-Sacken, geschäftsführer von Wadi teilnimmt:

Mo 3.11: “Arabischer und islamischer Antisemitismus”, KOZ, Frankfurt, 19.00 Uhr

Mi 5.11: Nahostkonflikt und Antisemitismus, Nordpol, Münsterstr.99, Dortmund, 20 Uhr

Do 6.11: “Syrien – Katastrophe ohne Ende oder das Versagen des Westens”, VHS Konstanz, 19:30 Uhr

Do 13.11: “IS/ISIS, Assad und das iranische Regime. Appeasement und/oder Intervention? – Das Fehlen einer Strategie des Westens im Kampf gegen Islamismus. Diskussion mit Hiwa Bahrami, HU Berlin, 19:00 Uhr

Fr 14.11: “Entgrenzte Katastrophe. Syrien, Irak und der Islamische Staat”, Universität Leipzig, 19:00 Uhr

In Memoriam Theo van Gogh November 2, 2014 | 12:22 pm

Haben Sie schon mal etwas mitbekommen davon, daß der Sozialismus, und damit auch die Sozialdemokratie, aus der Aufklärung hervorgegangen sind, so etwa vor 200 Jahren, als man jedermann das Recht einräumte ungläubig zu sein, das heißt, nicht zu knien vor Gott, Jahwe, Allah – oder wer auch sonst dem menschlichen Aberglauben entsprungen ist? Und daß damit auch das Recht des Ungläubigen, sich über den Glauben lustig zu machen, ein Recht für alle Menschen geworden ist?

The van Gogh, vor zehn Jahren von einem Islamisten ermordert

Mehr Barrel Bombs November 2, 2014 | 12:04 pm

With global attention focused on the fight against jihadists, Syria’s regime has in recent weeks stepped up its use of deadly barrel bomb strikes, killing civilians and wreaking devastation.

In less than a fortnight, warplanes have dropped at least 401 barrel bombs on rebel areas in eight provinces, according to the Syrian Observatory for Human Rights, a monitoring group.

Activist Yassin Abu Raed, from the town of Anadan in northern Aleppo province, has seen his house hit three times in barrel bomb attacks.

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So Ideologisch, dass man sich widerspricht …? November 2, 2014 | 09:06 am

Am Beispiel Konkret: Wenn Wohlmeinende sich selbst ein Beinchen stellen… So richtig will es mir immer noch nicht in den Kopf. Ich kann mir die psychischen und gruppendynamischen Prozesse erklären, ich weiß, dass Journalisten viel zu wenig Geld bekommen und oft noch viel weniger Zeit für Recherche haben, und ich weiß, dass eine starke Meinung […]

Beispiel für die Region November 2, 2014 | 01:19 am

At a time when Arabs and Middle East watchers are desperately in need of some good news, the Tunisian election is, thankfully, providing a bumper crop. The trend in much of the rest of the region is bad — in several cases, desperately so. But Tunisia is demonstrating, along several crucial axes, how Arab societies can, indeed, move forward in a positive direction and a constructive manner.

There isn’t any reason particularly to believe in Tunisian exceptionalism though. True enough, Tunisians have continued to show the way forward, and this election is perhaps the biggest single expression of that regional moral and political leadership the country has developed. And, true enough, that all Arab states have unique features that set them apart from all the others.

But if Tunisians can achieve this kind of political accomplishment, which is routine in much of the world but unheard of and indeed revolutionary in the Arab world, why not see it as a bellwether for the future of the region? Why on earth would anyone want to (and it is a choice) assume that Tunisia is uniquely able to construct a democracy while the rest of the Arab world is consigned to long-term, or even permanent, incapability? It’s at least as plausible that Tunisia is demonstrating how democracy really works in the Arab world, and that this example will be followed, with modifications, elsewhere, given time.

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Flüchtlingselend in Bayern November 1, 2014 | 11:05 am

In der Realität aber ist die Lage für Flüchtlinge in Bayern dramatisch wie selten zuvor. Die beiden einzigen bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE), die Bayernkaserne in München und die Unterkunft im mittelfränkischen Zirndorf, sind bereits seit Monaten überbelegt. Inzwischen hat die Regierung zahlreiche Dependancen in Bayern geschaffen, wo Flüchtlinge zur Entlastung der EAE zeitweise untergebracht werden. Doch zu einer Entspannung der Situation hat all das nicht geführt, im Gegenteil: In der ehemaligen Kaserne im Norden der Landeshauptstadt mussten Menschen teilweise weiter im Freien schlafen, in Nürnberg waren 200 Flüchtlinge provisorisch in einem Zelt untergebracht und in Erlangen wurden Asylsuchende in einem geschlossenen Freibad einquartiert. Die Notunterkünfte in Mittelfranken mussten zuletzt nach ­einem Unwetter sogar evakuiert werden.

Solche Zustände sind längst keine Ausnahme mehr, sie sind vielmehr zur Regel geworden. Immer öfter muss die Staatsregierung, die seit Jahren die Unterbringung in EAE organisiert, wegen fehlender Kapazitäten an unvorbereitete Kommunen herantreten, die dann ihrerseits binnen kürzester Zeit die Versorgung sicherstellen müssen. Eine angemessene Unterbringung kann aus diesem Grund selten gewährleistet werden.

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Afghanische First Lady gegen Burka October 31, 2014 | 03:15 pm

Afghanistan’s cosmopolitan new first lady has backed France’s controversial ban on the niqab, comparing the full veil to “blinders” as she prepares to campaign for more respect for women in her conservative adopted homeland.

Rula Ghani shocked Afghan observers earlier this year when she appeared with her husband during the country’s presidential campaign, a rare example of a political wife sharing the spotlight. (…)

“When issues began to arise around the veil and hijab in France, I was a little shocked, people seem to not have a very long memory.”

Wearing the full veil in public was banned by French law in 2011, igniting a fierce debate over the value of religious freedom against social cohesion.

Ghani said she supported the ban.”Regarding the French law against the niqab and burqa which prevent women from being able to move freely and see, because the niqab is a bit like blinders, I am in full agreement with the government of France,” Ghani told AFP.

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Airstrikes in Syria kill over 200 October 31, 2014 | 02:26 pm

The intensifying offensive by President Bashar al-Assad’s forces has heightened concerns among his opponents that he may be taking advantage of U.S.-led air raids on Islamic State insurgents to regain territory elsewhere in the country.

Since Oct. 20 the Syrian military has staged at least 769 attacks including barrel bombings in many areas of Syria, according to the Britain-based Syrian Observatory for Human Rights, and more than 500 people have been wounded.

It said the strikes targeted the eastern province of Deir al-Zor, Homs in central Syria as well as contested provinces in the more populated west such as Latakia, Quneitra, Hama, Aleppo, Idlib and Deraa, as well as the fringes of Damascus.

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Vortrag von Tjark Kunstreich online October 30, 2014 | 08:06 am

Der Vortrag “Das Unbehagen in und an der homosexuellen Emanzipation”, der von uns am 15. Oktober 2015 organisiert wurde, ist nun noch einmal nachhörbar:

 


Konsumkritik als subversive Praxis oder kapitalistische Selbstoptimierung? October 29, 2014 | 08:01 pm

Anfang September fanden in Leipzig knapp 3000 Menschen zusammen, um über das Wachstum der kapitalistischen Ökonomie zu diskutieren. „Degrowth“ hieß die Konferenz, deren Tenor auch über Leipzig hinaus zu vernehmen war: Trotz Wachstumsdogma geht es den Leuten beschissen. Stattdessen solle die Schrumpfung von Produktion und Konsum ein Leben ohne Angst und Zwang ermöglichen. Kritikerinnen, allen voran aus dem Umfeld der translib, warfen ein, dass keiner der Ansätze von Degrowth ein besseres Leben herbeiführen wird. Man wolle den Kapitalismus gesund schrumpfen, träume den Traum einer „natürlichen Wirtschaftsordnung“, eines Kapitalismus mit menschlichen Antlitz. Man predige Verzichtsideologie, Asketismus, während die Schrumpfung in Griechenland, Spanien und anderswo, längst angeordnete Realität ist. Die Gruppe Kritische Intervention aus Halle fragte ebenfalls danach, woher die Attraktivität eines solchen Spektakels rührt und hat Ulrich Schuster und Lydia Jacobi (Roter Salon, Leipzig) eingeladen, um über den Gehalt und die Übergänge der Postwachstums- und Konsumkritikbewegung in affirmative Denk- und Verhaltensweisen zu sprechen. Dabei kritisieren die Beiden die Postwachstumsbewegung und Konsumkritik als Teil einer immanenten Bestätigung des schlechten Bestehenden, als Vorreiter des Kapitalismus.

Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft, vegetarische und vegane Kost, fair gehandelte Produkte, sauberer Strom, Tauschbörsen und Aufrufe zum Shoppingverzicht – der Trend geht zum kritischen Konsumbewusstsein. Längst hat Konsum- und Wachstumskritik die Nischen des politischen Aktionismus und der Subkultur verlassen. Die im September in Leipzig durchgeführte degrowth-Konferenz wurde nicht nur von etablierten Stiftungen und staatsnahen Bildungseinrichtungen unterstützt, es kamen auch Tausende, um dabei zu sein.
Doch worauf zielt eine Bewegung, deren Aufrufe zum Maßhalten und Verzicht die ohnehin gestressten Individuen zu mehr Selbstkontrolle anhalten? Was kommt heraus, wenn sich die Kritik nicht gegen Standortkonkurrenz und Mehrwertproduktion wendet, sondern glaubt das kapitalistische Wachstumsmonster durch „Widerstand gegen sich selbst“ und gelebte Utopien besänftigen zu können?
Gegenüber der Aufmotzung der als Spektakel daherkommenden Konsumkritik zur Befreiungsperspektive ist Skepsis angebracht. Doch worauf läuft sie hinaus? Dem Unbehagen an den negativen Folgen der kapitalistischen Warenwelt für den Menschen und dem Wunsch, nachhaltig zu leben, lässt sich angesichts der Produktion von Giftmüll und minderwertigen Lebensmitteln und im Wissen um den Raubbau an Naturressourcen nicht jegliches kritisches Potential absprechen.

    Download: via AArchiv (mp3)

Vor dem Referat sprach Radio Corax mit einem der Referenten, mit Ulrich Schuster.

EDIT: Bereits Anfang September lud die IG Robotercommunismus zu einer Veranstaltung in Leipzig unter dem Titel: „Bhutan: Fluchtpunkt der Postwachstumsbewegung – Ein ideologiekritischer Kommentar zur Harmony, zur Happiness und zum Horror der Degrowth-Bewegung“. Im ersten Teil werden einige Erfahrungen mit Degrowth-Aktivisten geschildert. Im zweiten Teil versucht der Referent den autoritären Charakter der Postwachstumsideologie aus scheinbar randständigen Details herauszuarbeiten. Abschließend gibt es noch eine längere Diskussion.

    Download: via AArchiv (mp3)
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Was Syrer sich wünschen: Neither Assad nor the Islamic State October 29, 2014 | 12:34 am

To answer the question, “What do Syrians want?” the Foundation to Restore Equality and Education (FREE-Syria) created a project to survey as many Syrians as possible. Armed with 32 questions and notepads, activists committed to nonviolence (from the Local Coordination Committees and independent activists) conducted face-to-face interviews with ordinary Syrians across the country, in every governorate. Another group of activists based outside Syria conducted interviews among refugee populations in neighboring countries, and a few expatriates. The results of this project are astounding: more than 50,000 Syrians have expressed what they want, and how they define freedom. And it is neither Assad nor the Islamic State.

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Herber Schlag für Islamisten in Tunesien October 28, 2014 | 11:09 am

Schon die Exit-Polls zur Parlamentswahl verhießen am Sonntagabend für die Islamisten der Ennahda-Partei nichts Gutes. Am Montag wurde es dann immer mehr zur Gewissheit: Die säkulare Allianz Nidaa Tounes hat die Parlamentswahl in Tunesien gewonnen. Das Parteienbündnis lag – nach vorläufigem Auszählungsstand – mit 83 Mandaten klar vor der Ennahda mit 68 Mandaten. Weitere der insgesamt 217 Sitze verteilten sich auf eine Vielzahl an Kleinparteien.

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