170 000 July 10, 2014 | 10:56 pm

The death toll in Syria’s three-year war has eclipsed 170,000 people, one-third of them civilians, an activist group said in a new toll released Thursday.

“Ever since the first casualty of the Syrian revolution was registered on March 18, 2011 in Daraa province, the deaths of 171,509 people have been documented,” said the Syrian Observatory for Human Rights.

Among the dead were 56,495 civilians, including 9,092 children, according to the toll, which included casualties documented up to July 8 this year.

Another 65,803 were regime troops and pro-regime militiamen, while 46,301 were rebels seeking President Bashar Assad’s ouster and members of the Islamic State of Iraq and Greater Syria (ISIS) jihadist group.

Tucholsky und Tyskie statt Deutschtümmelei July 10, 2014 | 10:28 pm

Einladung zum germanophoben Spaziergang durch Moabit Mit jedem Tor, das fällt, entlädt sich so einiges; abhängig von dem Typ der es schießt entweder der gemeinschaftliche Stolz auf das „eigene“ Team oder der Hass auf den kollektiven Gegner. Anstatt zähneknirschend den unsäglichen Lärm resigniert zu erdulden, möchten wir einen gemütlichen Spaziergang durch Moabit machen. Um nicht nur [...]

I Stand with Israel – We Stand with Israel July 10, 2014 | 09:19 pm

Do­ku­men­ta­ti­on des Auf­ru­fes zur israelsolidarischen Demonstration durch die Münchner Innenstadt am kommenden Donnerstag, dem 17. Juli. Die Kundgebung findet im Rah­men des In­ter­na­tio­na­len Tages der So­li­da­ri­tät mit Is­ra­el statt.

International Day of Solidarity with Israel.

Wir stehen hinter Israel und zeigen an diesem Tag der Welt, dass wir solidarisch sind.

Es wird Zeit, wieder auf die Straße zu gehen! Israel muss wieder in das Gedächtnis der Münchner*innen geholt werden und wir müssen ein klares Zeichen gegen die falsche und provozierende Medienberichtserstattung setzen. Wir geben Terroristen keinen Platz in unserer Weltgesellschaft und möchten an diesem Tag für Frieden im Staat Israel demonstrieren!

Lauft mit und zeigt, dass ihr kein Verständnis für Menschen übrig habt, welche täglich aus Hass Raketen auf Israel schmeißen.

Kommt am 17.07.2014 um 18:00 Uhr am Sendlinger Tor zusammen und lasst uns ein klares Zeichen für Frieden in Israel setzen! Wir kämpfen für einen Staat, in dem alle Menschen, alle Nachbarn und alle Bürger, egal wie sie aussehen, wo sie herkommen, wen sie lieben und was sie verdienen, gleich wert sind, gleiche Rechte haben und fähig sind, einander mit Respekt und Liebe zu begegnen.

Wir werden uns am Donnerstag, dem 17. Juli, um 18 Uhr treffen! Weiter ist eine Menschenkette, eine Kundgebung, sowie eine Demonstration durch die Münchner Innenstadt geplant!

Hier gehts zum anschließenden Bericht:
Partei „Die Freiheit“ blamiert sich bei Israeldemo

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Israels Aggression July 10, 2014 | 01:57 pm

Der Anlass ist aktuell, die Ignoranz leider zeitlos.

Die 1954 in Zürich erschienene Karikatur zeigt Ägyptens Staatsoberhaupt Gamal Abdel Nasser (links im Bild) und Israels Premierminister David Ben-Gurion (rechts im Bild) und trug den Titel „Israels Aggression“. Zaungäste könnten heute in etwa sein: Frank-Walter Steinmeier (Deutschland), Peter Münch (SZ), Ban Ki Moon (UNO), Catherine Ashton (EU), Recep Tayyip Erdoğan (Türkei), John Kerry (USA) und der ganze andere Pöbel.

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Tagesseminar in Bielefeld zur Einführung in die Kritik des islamistischen Antisemitismus am 12. Juli July 10, 2014 | 12:21 pm

Was ist Antisemitismus? Was ist Islamismus und inwiefern ist dieser ohne Antisemitismus nicht zu haben? Warum entstand der Islamismus im Zuge der Moderne und stellt nach wie vor ein – weltweit – existierendes, extrem gewalttätiges und blutiges Phänomen dar? Gegen wen oder was richtet er sich eigentlich und warum ist er dabei so gefährlich? Welche Rolle spielen Nationalismus und eine kapitalistische Produktionsweise bei der Entstehung von Antisemitismus und Islamismus? Wie können solche - im Kern wahnhafte und regressive Ideologien – angemessen kritisiert werden? Welche Konsequenzen sind daraus für eine sich selbst als antifaschistisch begreifende Praxis und Politik zu ziehen?

Radio Wauland July 9, 2014 | 05:00 pm

Rasterfahndung umdrehen – mithilfe des Stromverbrauchs gucken wo unbewohnte Häuser sind, welche dann besetzt werden können. So lautet eine Idee in dem Hörstück Radio Wauland über die vernetzte digitalisierte und doch reale Welt.

800px-Akustikkoppler_CCC_Datenklo(eigenbau des Akustikkoppler aka Datenklo des CCC  – src)

Der Untertitel Tune in, turn on and hack yourself kommt indes ein wenig selbstzerstörerischer daher als das LSD-Original von Prof. Leary.  Protagonist in dem zeitweise psychedelischen Hörstück ist Wau Holland, dem Mitbegründer des CCC (bis dato unveröffentlichte O-Töne fanden von ihm Verwendung), der so Dinge sagte wie “Was ist denn das einen Rechner aufzumachen, dagegen die Gesellschaft aufzumachen” (src).

Das Stück gibts hier zum download finden & sei an dieser Stelle zum anhören empfohlen.


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Roberto Bolaños 2666 (III/Schluss) – Nazis, Schemen, Mexico July 9, 2014 | 07:55 am

Über den Teil von Archimboldi “Es ist offenkundig, dass im Werk Archimboldis ein Roman wie 2666 anklingt. Auch der Effekt der Leere von 2666 wird von Archimboldi antizipiert. Doch wo bei Archimboldi Natur bleibt, bleibt bei Bolaño Gesellschaft, die als Naturzustand erscheint.” Dieses mein (in Teil II gefälltes) Urteil steht und fällt natürlich mit der […]

Wo die Raketen herkommen July 8, 2014 | 11:39 pm

The long-range projectile fired by Hamas in Gaza at Hadera is an M302 Syrian-produced rocket, according to initial analysis on Wednesday of the remains of the rocket fired at the city on Tuesday.

The attack represents the longest-range rocket strike by Hamas on Israel to date. It came amid a heavy barrage of dozens of long-range rockets directed at greater Tel Aviv and Jerusalem, as well as Ashdod, triggering air raid sirens across the country. One rocket fell in Jerusalem, but failed to cause injuries.

In March, the Israel Navy intercepted an Iranian arms ship destined for Gaza, which included 40 Syrian made M302 rockets that had a range of between 90 to 160 kilometers.

Palestinian rockets continued to pound southern Israel throughout the day, with some 120 projectiles striking by the evening.

Quelle

They have to do it July 8, 2014 | 06:51 pm

We can do it

Wir können nur versuchen unserer bescheidenen Solidarität Ausdruck zu verleihen. Sie – die IDF – haben es zu erledigen, weil sie im Raketenhagel der Hamas und Konsorten, vom Rest der Welt allein gelassen werden, oder dazu aufgefordert werden, Verhältnismäßigkeit zu wahren, nicht zur Eskalation beizutragen und zu ähnlichem Unsinn.

Ich habe mich dazu hinreissen lassen, einige Gedanken zur Widerwärtigkeit der Aktionen extremistischer Gruppen in Israel hier zu verfassen und habe damit einen bisher von mir eisern durchgehaltenen Grundsatz verletzt in einem Land, das weder als verläßlicher Freund Israels gelten kann, noch entscheidend etwas dazu beiträgt, seinen traditionell guten Freunden, nämlich den arabischen Volksgenossen und Herrschern heimzuleuchten, wenn diese sich anschicken, das Werk unserer Großmütter und -väter fort zu führen, etwas zu formulieren, dass als “Israelkritik” missverstanden werden kann – es war ein Statement gegen den Hass als schlechtem Ratgeber, eine Invektive gegen die, die sich als Freunde und Beschützer Israels wähnen und doch nur Israel und das wofür dieser Staat eben auch steht verraten und aufs Spiel setzten, nämlich für die Rechtsstaatlichkeit, d.h. für den unhintergehbaren Schutz des Individuums, Werte für die Israel im Nahen Osten als einziges steht. Um es klar zu stellen: Der IDF ist viel Erfolg dabei zu wünschen, der Hamas den Garaus zu bereiten, eben das zu vollbringen, wozu die sogenannte Weltgemeinschaft weder willens noch fähig ist, wozu auch die Bevölkerung im Gaza und im Westjordangebiet, die von ihren Führern offensichtlich auch die Schnauze voll hat, sich aber nicht aufrafft.

Wie die IDF das tut, dass weiss ihr Führungsstab besser als die tausenden Stammtischstrategen, die jetzt wieder ihre Weisheiten in alle Welt hinausposaunen, ihnen gilt es entgegen zu treten, das ist unsere Aufgabe.

triad god – so pay la July 8, 2014 | 11:27 am



triad god - so pay la

EineWeltHaus: CSU-Stadträte stellen Antrag gegen Antisemitismus July 7, 2014 | 03:53 pm

Im Zuge des anhaltenden Antisemitismus in der Begegnungsstätte EineWeltHaus haben die CSU-Stadträte Marian Offman, Michael Kuffer und Richard Quaas einen weiteren Antrag gestellt.


T-Shirts mit diesem Bild, das ein Palästina ohne Israel zeigt, wurden 2012 im EWH verkauft

Im Anfang dieses Monats gestellten Antrag fordern die Stadträte den neuen Oberbürgermeister Dieter Reiter auf, den Trägerkreis des EineWeltHauses anzuregen, die Satzung zu ändern. Unter dem §2 Vereinzweck soll neben der „Förderung von Maßnahmen gegen Rassismus“ nun auch „Antisemitismus“ aufgeführt werden.

Die Antragsteller begründet die Änderung mit Aussagen, die 2013 im EineWeltHaus im Rahmen einer Veranstaltung getätigt worden sind. Die CSU-Stadträte stellen eine „Gleichsetzung von SS- Gräueltaten in den Gettos und Aktionen jüdischen Einheiten vor 65 Jahren“ fest. Beispielhaft wird ein Erich-Fried-Zitat angeführt, das Jürgen Jung (Salam Shalom) an besagtem Abend vortrug:

„Ihr Hakenkreuzlehrlinge, Ihr Narren und Wechselbälge der Weltgeschichte, denen der Davidstern auf euren Fahnen sich immer schneller verwandelt in das verfluchte Zeichen mit den vier Füßen, dass ihr nun nicht sehen wollt, aber dessen Weg ihr heute geht!““

Laut der EU –Agentur für Menschenrechte, der Amadeu Antonio Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Wissenschaftler der Heitmeyer-Studie sei es als antisemitisch zu bezeichnen, wenn die Politik Israels mit der Politik der Nationalsozialisten gleichgesetzt werde, heißt es in der Antragsbegründung. Und hinsichtlich der Tatsache, dass Erich Fried selbst Jude war, heißt es weiter: „Es ist übrigens ein alter Trick, jüdische“ Kronzeugen“ zu zitieren.“

Das EineWeltHaus rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus von Kritikerinnen und Kritikern, die der Begegnungsstätte Antisemitismus vorwarfen. 2013 fand aus diesem Grund eine Kundgebung vor dem EineWeltHaus statt und Jugend-Organisationen veröffentlichten einen Brief mit der Forderung, den Antisemitismus im Hause endlich abzustellen. Im Nachgang begründeten sie ihre Teilnahme am offenen Brief. Das EineWeltHaus ist längst zum überregionalen Thema geworden. Nicht nur die Jüdische Allgemeine beschäftigte sich mit dem „Eine-Welt-ohne-Israel-Haus“, wie es manche Münchner augenzwinkernd nennen. Auch das Grüne Wahlkreibüro des MdB Kekeritz rügte die Einrichtung 2012.

Das EineWeltHaus hat das Antisemitismus-Problem im Hause bis heute allerdings nicht in den Griff bekommen, obwohl die Kritik das Zentrum seit seinem Bestehen begleitet. Schon 2002 kritisierte die CSU Auslassung auf den sogenannten „Palästina Tagen“ per Antrag. Die SPD hatte 2002 einen ähnlichen Antrag eingebracht. Leider hat sich die Situation in den letzten Jahren eher verschlechtert als verbessert.

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Fotos aus Kreuzberg II July 7, 2014 | 09:56 am

5000 Menschen haben am Samstag in Kreuzberg für ein Bleiberecht nach §23 demonstriert. Die Polizei hat umsichtig auf Gefahren durch nicht gezeigte Ausweise reagiert, die Bäume am O-Platz von Besetzern befreit und Monika Herrmann ist leider immer noch im Amt. Bilder aus Kreuzberg von HD:



Ein Mord ist einer zu viel! July 6, 2014 | 09:33 pm

Dass Israel ein Problem mit rechtsextremistischen, extrem nationalistischen und/oder rassistischen Gruppen hat, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, ist nicht erst seit dem Mord an Mohammed so. Unabhängig davon ob die aktuell verdächtigte Gruppe hinter der bestialischen Ermordung Mohammeds steckt, ist es Aufgabe des israelischen Staates, diese und ähnliche Gruppen aufzulösen und sollte es sich bestätigen, dass diese hinter der Mordtat stehen, so sind deren Protagonisten hinter Schloss und Riegel zu bringen, wozu sich die israelischen Exekutivorgane aber gerade anschicken – weswegen diese Äußerung hier nicht als Appell zu verstehen ist. Auch wäre die gelegentlich halbherzige Verfolgung derselben, ein Phänomen über das die Interviews in “Töte zuerst” einen Einblick geben, zu reflektieren, aber auch dies ist ja Bestandteil politischer Diskussionen in Israel, wovon der angeführte Film (und nicht nur dieser) beredtes Zeugnis ist. Und nicht zuletzt scheint mir als Bürger der Bundesrepublik diese Äußerung solcher Gedanken seltsam, haben wir es hierzulande mit nachgewiesenen Verbindungen des BND mit der Naziterrorbande NSU, mit Ermittlungsbehinderungen beim notwendigen Vorgehen gegen den NSU und mit Vertuschungen bei den in diesem Zusammenhang betriebenen Aufklärungsversuchen zu tun. Darüber hinaus klingen solche Statements in einem Lande seltsam, dass bis heute nicht in der Lage ist, die Terrororganisationen Hamas und Hisbollah als ebensolche zu klassifizieren, dass bis heute nicht in der Lage ist, dem antisemitisch regierten Iran politisch und wirtschaftlich zu isolieren, dass bis heute nicht in der Lage ist, zu kontrollieren, dass die exorbitanten Geldflüsse an die PA nicht dazu genutzt werden, so genannte Märtyrer und ihre Angehörigen großzügig für ihre Terrorakte zu entlohnen.

Darüber hinaus sollte von der leichtfertigen und sinnlosen Behauptung – es gibt auf allen Seiten Extremisten – Abstand genommen werden. Es macht einen erheblichen Unterschied aus, ob Antisemitismus Räson von Staaten wie dem Iran und seiner Verbündeten ist, nach wie vor die Leitidee der Hamas ist, offen geduldete Propaganda wie im Westjordanland unter der PA ist, oder ob wir es mit einem Staat und einer Gesellschaft zu tun haben, in der Rassismus von vielen gesellschaftlichen Initiativen und Medien thematisiert und bekämpft wird und dieser auch offiziell geächtet wird. Den angesichts der Entführung von Gilad, Naftali und Eyal leider viel zu oft zu vernehmenden erschreckenden Äußerungen in Israel und von vielen außerhalb Israels, die von sich meinen Israel und Juden mit Hass- und Vergeltungsaufrufen gegen Araber einen Dienst zu erweisen, ist sowohl von den Eltern der ermordeten israelischen Jungen, von vielen israelischen Bürgern als auch vom israelischen Staat deutlich entgegen getreten worden, auch das unterscheidet Israel von seinen palästinensischen Nachbarn. Doch dass auch in bestimmten Kreisen in Deutschland erschreckende Statements zu vernehmen waren, macht deutlich, dass in Deutschland dies thematisiert werden muss.

Häufig ist zu hören, in Israel trifft die Tat von Rechtsextremisten auf fast einhellige Kritik der Öffentlichkeit und der Politik und in Israel werden Plätze nicht nach den Terroristen und Mördern genannt, die es unter den Extremisten auch gibt. Auch die Tatsache, dass die Erklärung der israelischen Regierung die Tat und ihre Täter eindeutig verurteilt und nicht versucht, der PA zu unterstellen, einen Nutzen aus dem Mord zu ziehen, unterscheidet Israel von der PA, macht aber das Problem, das Israel hat nicht kleiner. Der Verweis auf den Unterschied, der umso nötiger scheint, weil es so ist, dass die europäischen Medien das anders propagieren, ist vollkommen richtig, geht aber an der Sache vorbei, denn dass es diese Gruppen und die Täter gibt, ist ein politisches Problem, dass zu lösen sich anzuschicken, Israels Aufgabe sein muss. Dass es sich dieser Aufgabe am besten stellen kann, wenn die Bedrohung durch den Iran, der Hamas und der Hisbollah aufhört, wenn Israel endlich als jüdischer Staat anerkannt wird und dem Antisemitismus unter den Arabern ernsthaft entgegen getreten wird, ist eigentlich logisch – aber kein Allgemeingut der europäischen Öffentlichkeit. Dass Israel diese Aufgabe aber auch dann lösen muss, wenn sich die außenpolitischen Rahmenbedingungen nicht ändern, oder wie gerade jetzt durch den massiven Raketenterror eskalieren, macht die Sache nicht einfacher, ist aber existentiell.

Um es angesichts der oben ausgeführten Argumentation noch mal zu betonen, der Mord an Mohammed ist durch nichts zu rechtfertigen und auch nicht zu bagatellisieren, er ist ein barbarischer Akt, der nicht nur der juristischen sondern auch der politischen Aufarbeitung bedarf.

Schall & Wahn – Den Kampftag der antisemitischen Internationalen verunmöglichen July 6, 2014 | 08:09 pm

Am 25.07. wird in Berlin der al-Quds-Tag 2014 stattfinden. Aufmarschieren werden Antisemit_innen jeglicher Couleur. Ob Islamist_innen, Verschwörungsideolog_innen, deutsche Nazis oder deutsche Antiimperialist_innen: bindendes Element ist der Antisemitismus.
2 Regionalbündnisse widmen sich dem Thema mit Veranstaltungsreihen und Aufrufen. http://schallundwahn.blogsport.eu/
Das Ziel ist gemeinsam am 25.07. in Berlin gegen den dortigen al-Quds-Aufmarsch zu demonstrieren. Ab Hannover wird es auch eine organisierte Anreise geben. Anmeldung unter: schallundwahn@riseup.net
Die Veranstaltungsreihe in Hannover startet mit Hannes Bode am 9. Juli zur Ideologiekritik des Islamismus, Pavillon Hannover, 19 Uhr
Weiter geht es mit:
14.07. Mobilisierungsveranstaltung im UJZ Korn, 20 Uhr
16.07. Das iranische Regime & die Bedrohung Israels mit Stephan Grigat, Uni Hannover, Hauptgebäude, F128, 19 Uhr
23.07. Psychoanalyse des Antisemitismus mit Sebastian Winter, Uni Hannover, Hauptgebäude, F128, 19 Uhr
schall&wahn

Photo July 6, 2014 | 03:51 pm



Feature. We almost lost Detroit – Über eine Stadt in der… July 6, 2014 | 11:32 am



Feature. We almost lost Detroit - Über eine Stadt in der permanenten Krise

Roberto Bolaños 2666 – II – Komposition, Fragen… July 6, 2014 | 09:22 am

…Fragen, Fragen. Und sehr unbefriedigende Antworten. Mit 2666 hat Roberto Bolaño ein Mammutwerk komponiert, dessen Ganzes sehr viel stärker als über die Handlung über die motivisch-thematische Struktur hergestellt wird. Was ich an anderer Stelle bezüglich des Musikalischen in der Literatur für Thomas Pynchon und den so genannten postmodernen Roman im Allgemeinen bereits herausgestellt habe gilt […]

against al-quds day July 5, 2014 | 10:09 pm

Auch diese Jahr darf wieder die antisemitische Al-Quds-Demo durch Berlin laufen. Gegenkundgebung 25. Juli um 13:00 Uhr Adenenauerplatz Unter folgenden Links gibt es den Aufruf in englischer und deutscher Sprache

Degrowth 3 – Auf zu neuen Paradigmen des Immerselben? July 5, 2014 | 09:37 pm

Im Frühjahr 1987 veranstaltete die Evangelische Akademie Arnoldshain eine Tagung zum Thema „Ökonomie und Zeit“, deren wohl berühmtester Teilnehmer, Nicolas Georgescue-Roegen, seine Gedanken zur Entropie in der Ökonomie vorstellte. Sein Hauptwerk The Entropy Law and the Economic Process in Retrospect ist eines der theoretischen Fundamente von degrowth. Im April 2014 lud die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt [...]

Israel-Bashing: Die Linken werden den Juden nie verzeihen July 5, 2014 | 12:32 pm

Eine Kolumne von Sibylle Berg

Irgendwie systemkritische und linke Europäer lieben Opfer. Die Juden waren in der Vergangenheit sehr oft Opfer. Wenn sie sich heute wehren, kann das der moralisch gute Europäer einfach nicht ertragen.

Die Logik von sogenannten Linken ist mithin schwer nachzuvollziehen.

"Israel provoziert dritte Intifada": Was will uns die seit Jahren in der Demokratie Israel angenehm lebende “taz”-Journalistin Susanne Knaul mit dieser Überschrift sagen? Dass Jüdischsein per se schon eine Zumutung und Provokation sondergleichen ist? Die Mehrheit der Berichterstattung und mit ihr der kritischen Leser (vergleiche z.B. hier) ist sich wieder einig. Und weiter an der Tagesordnung. Die Linke, falls es so etwas heute noch gibt, oder sagen wir besser, die gut lebenden systemkritischen Bürgerinnen und Bürger, werden den Juden nie verzeihen, dass sie keine Opfer mehr sein wollen.

Der systemkritische, gut verdienende Europäer liebt Opfer. Sie haben so eine Aura von bewaffnetem Kampf und Abenteuer. Die Palästinenser, die PLO, die roten Brigaden, Sie wissen schon. Gegen den Kapitalisten, den da oben, den Feind, gegen Amerika, das uns die verdammte Demokratie gebracht hat. Die Solidarität der oft gut verdienenden, aber aus irgendwelchen Gründen frustrierten System- oder Kapitalismusgegner mit dem, den sie für den Verlierer des kapitalistischen Kampfes halten, überdauert selbst die Erkenntnis, dass im Wettkampf - und zwar um was auch immer - derjenige verliert, der Gleichberechtigung und Demokratie ignoriert.

Dass Wohlstand Bildung voraussetzt, Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit - ach, scheiß der Hund drauf, lallt der loyale Linke, und schreibt schnell noch einen Hetzeintrag in ein Forum. Dass der Großteil des aktuellen Bullshits auf der Welt im Moment von islamischen Fundamentalisten ausgeht - egal. Die Israelis, die Juden, die Amerikaner, die alte Leier, der Wahnsinn. Der sich von Generation zu Generation zu vererben scheint.

Keiner weiß mehr genau, warum seine Eltern irgendwann mal links waren. Was sie wollten, wer Marx war (Jude), was er so wollte. Übernommen wird nur der rigide Stumpfsinn, der ideologische Restmüll, der aus Mündern und Hirnen kommt, die in einem Kopf sind, dessen Körper sich mit amerikanischen Kapitalistenprodukten vollhängt.

Meinen Gedanken fehlt die Stringenz? Ich weiß, ich wollte mich nur für systemkritische Kapitalismusgegner verständlich machen, denen Logik auch nicht unbedingt wie die Luft zum Atmen ist. An den Häusern israelkritischer Korrespondenten in Israel fahren große Allradwagen des Roten Kreuzes vorbei. Der Kontrollorganisation, die ohne jede Kontrolle die Einhaltung der Genfer Menschenrechte kontrolliert - sie winken sich zu. Na, wenigstens waren die mal in Israel, was man von den meisten Israelkritikern nicht sagen kann, na wenigstens sind die Menschen kritisch. Das hilft der Welt doch wirklich.

Der systemkritische, konsumskeptische Konsument lässt sich nichts mehr vormachen. Wir unterschätzen ihn. Denn jetzt, in diesem Moment, formt sich der bewaffnete, systemkritische, vormals linke Widerstand, um in Indien Frauen zu retten, um in Nigeria Mädchen zu befreien, sich den Dschihadisten des “Islamischen Staats” (vormals:ISIS) in den Weg zu stellen. Das ist ein anderer Schnack als gegen Bahnhöfe, Windräder und Juden zu wettern, wir werden uns alle noch umschauen.

Die Welt ist ein Jammertal, und wer nicht weltmüde ist, hat den Schuss doch nicht gehört.

bloody berlusconi July 4, 2014 | 09:00 pm

berlusconi_bloody_on_speaker_(seen near Leipzig, click pic to enlarge)


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Über das Khalifat July 4, 2014 | 02:49 pm

Thomas v. der Osten-Sacken und Oliver M. Piecha in der Jungle World:

Sicher streben Isis auf der einen und schiitische Milizionäre und Apokalyptiker mit ihren Unterstützern im Iran auf der anderen Seite einen neuen Nahen Osten an. Ihnen geht es dabei um vieles, die Justierung nationaler Grenzen gehört nicht dazu, schließlich träumen sie von einem islamischen Reich, das per definitionem keine irdischen Grenzen kennt. Das islamische Kalifat, das Isis am Wochenende ausrufen ließ, ist nicht mittelalterlich, sondern die postmoderne Aufhebung des Nationalstaates und seine Transformation in ganglands unmittelbarer religiös legitimierter Herrschaft. Der neue Kalif, Abu Bakr al-Baghdadi, sei, hieß es in einer entsprechenden Erklärung, fortan legitimer Herrscher aller Muslime.

Wenn auf der anderen Seite vor dreieinhalb Jahren, als es überall in der Region zu Massenprotesten kam, westliche Beobachter erstaunt feststellten, dass die Parolen der sogenannten arabischen Straße irgendwie nach dem Europa von 1848 klangen, lag das keineswegs nur an eurozentrischen Sichtweise, sondern entsprach vielmehr populären Forderungen nach Demokratisierung und Partizipation. Es mag Regionen der Welt geben, in denen neue Grenzziehungen geholfen haben, blutige Bürgerkriege zu beenden. Der eigentliche Konflikt im Irak, in Syrien und anderen Ländern des Nahen Ostens ist allerdings keineswegs einer um nationale Grenzen – einzig Kurdistan mag da eine Ausnahme darstellen –, sondern ein Krieg all jener, mal mit- und mal gegeneinander, denen es erklärtermaßen um die Vernichtung von vermeintlich künstlichen Nationalstaaten und dem geht, wofür sie noch immer stehen.

Deutschland-Premiere des israelischen Films „Jenin – wie es wirklich war“ July 4, 2014 | 12:52 am

Kommenden Sonntag wird in Deutschland erstmals der israelische Dokumentarfilm „Jenin – wie es wirklich war“ (2014) aufgeführt – im Beisein des Regisseurs Michael Yochai. Der frühere Pressesprecher der israelischen Armee (IDF) will im Münchner Gasteig insbesondere die gehässige Rolle der Medien nach der Intervention im Flüchtlingscamp Jenin 2002 thematisieren. Aber auch ein Schlaglicht auf die Medien in aktuellen Auseinandersetzungen dürfte nicht ausbleiben.


„Pallywood-Inszenierung“ mit Anweisung nach den Kämpfen in Jenin – kritisch dokumentiert.

„Es war ein Medien-Pogrom gegen den jüdischen Staat“, resümiert heute Tom Gross, Reporter für den Sunday Telegraph im Film „Jenin – wie es wirklich war“. Denn nach der Intervention im Flüchtlingscamp Jenin 2002 durch die IDF übernahmen westliche Leitmedien die Meldungen palästinensischer Agenturen. Sie berichteten weltweit von angeblichen „Massakern“ mit Tausenden Opfern durch die IDF. Allerorts fanden Massendemonstrationen statt. „Jenin 2002 = Warschau 1943″ war auf Spruchbändern in Amsterdam zu lesen. Diese Massaker hat es aber laut dem anschließenden UN-Bericht nie gegeben, bei den Häuserkämpfen in Jenin kamen 52 Palästinenser und 23 Angehörige der IDF ums Leben.

Der 30-minütige Dokumentarfilm von Michael Yochai lässt in Jenin involvierte israelische Soldaten, ehemalige israelische Minister, international tätige Journalisten und auch beteiligte Kämpfer des „Islamischen Jihad“ zu Wort kommen. Die Premiere findet im Rahmen der „Israeltage 2014“ statt. Initiator Michael Lang der Münchner Initiative Jachad zeigt sich erfreut: „Noch 2011 wurde der Film ‚Jenin, Jenin‘ von Mohammed Bakri im Gasteig gezeigt, der die Mär vom Massaker trotz geklärter Faktenlage wiederholt. Yochai’s Dokumentarfilm ist ein längst überfälliges Korrektiv.“

Zuvor hatte sich die Münchner Initiative Jachad sogar um die Teilnahme des umstrittenen Regisseurs Mohammad Bakri an der Veranstaltung bemüht. „Wir hätten es sehr spannend gefunden, wenn beide Regisseure und beide Filme bei der Veranstaltung aufeinandergetroffen wären. Aber das Prohibitiv-Honorar Bakri’s hat eine Einladung unmöglich gemacht“, sagt Lang. Letztendlich sei Jachad sogar seitens des Verleihs untersagt worden, den Film „Jenin, Jenin“ auf der Veranstaltung zu zeigen. „Offenbar möchte man sich mit dem Film ‚Jenin, Jenin‘ einem kritischen Publikum heute nicht mehr stellen.“ Das sei auch ein gutes Zeichen, so Lang. Für die Vorführung des Yochai-Films wurden laut Veranstalter eigens deutsche Untertitel angefertigt.

Direkt zuvor spricht ab 15.30 am Sonntag im Gasteig die ehemalige Knesset-Abgeordnete Einat Wilf zur Notwendigkeit, weshalb Israel ein „Jüdischer Staat“ ist und auch bleiben sollte. Die Ermordung dreier jüdischer Teenager könnte hinsichtlich der aktuellen Auseinandersetzung ebenfalls ein Thema werden. Wilf hatte erst kürzlich dazu ein Interview gegeben. Eine weitere Doppelveranstaltung im Rahmen der „Israeltage 2014″ findet am Samstag, dem 12 Juli, statt. Es kommen der Journalist Ulrich Sahm und der Jurist Tilman Tarach in den Münchner Gasteig.

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Doomed to fail July 3, 2014 | 11:31 pm

The effort to build an anti-ISIS coalition with Iran will inevitably fail—and spectacularly so. There are many reasons why, but one deserves special attention: Iran is incapable of making it succeed. Consider: over the last three years, Obama gave Iran a free hand in Syria and Iraq to counter Sunni jihadism. The result is a revitalized Iranian alliance system—and an al-Qaeda safe haven that now stretches from the outskirts of Baghdad in Iraq to Aleppo in Syria.

Quelle

Der Herr Carl hat eine Meinung July 3, 2014 | 10:13 pm

Nach der Entführung und auch nachdem klar war, dass die drei Jungs ermordet wurden, war die fast einhellige Reaktion der deutschen Medien widerlich. Geheuchelte Anteilnahme und die eigentliche Ermahnung an Israel, sich doch zurückzuhalten. Wichtige, auch als seriös geltenden Zeitungen, drückten durch die Verwendung des Begriffs „Siedlerkinder“ klammheimlich Verständnis für die Tat aus, machten die Opfer – vielleicht nicht direkt die Jungs -, aber doch deren Eltern und vor allem Israel für den terroristischen Akt verantwortlich. Die Verwendung des Begriffs “Siedlerkinder” ist Ausdruck für die allgemein gültige Verurteilung Israels, das darauf besteht, dass auch Juden in einem Gebieten wohnen und leben sollen, dass vielleicht einmal ein arabischer Staat werden soll. Zu verhindern, dass in einem arabischen Staat Juden leben werden, dafür ist den politisch Verantwortlichen in den arabischen Ländern jedes Mittel recht – und in Europa besteht Verständnis dafür, dass die Wahl der Mittel skrupellos ist.

Die Nordhessische Zeitung HNA berichtet über Dinge, die in der Welt passieren auf den hinteren Seiten. Vorher wird viel über Wichtiges und Unwichtiges aus der Provinz berichtet. Im Teil über die internationale Politik kommen, sofern nicht einfach von der FAZ abgeschrieben wird, auch Redakteure und Journalisten zu Wort, zuletzt der “Herr “Carl über die Kriegsgefahr in Nahost” (HNA, 03.07.14). Nein nicht der Herr mit K, – obwohl man es meinen könnte, nein, ein Herr Carl. Er lamentiert über die „Gefahr eines Krieges“. Mit diesem Satz bedeutet der Herr Carl seinen hunderttausenden Lesern, es gibt (noch) keinen, keinen Krieg. Tatsächlich weigern sich die arabischen Staaten (bis auf Ägypten und Jordanien, immerhin) bisher standhaft, mit Israel einen Friedensvertrag zu schließen, geschweige denn, den jüdischen Staat als solchen anzuerkennen. 1948 erklärten die arabischen Staaten Israel den Krieg – das war vor 66 Jahren. Auch den täglichen Beschuss Israels mit Raketen aus dem Gaza kann man wohl auch kaum als Zustand bezeichnen, der mit „Frieden“ zu umschreiben wäre.

Dann zählt Herr Carl “vier Jugendliche”, die “im Westjordanland” ermordet wurden. Drei: Eyal, Gilad und Naftali wurden im Westjordanland entführt – viele Zeitungen schrieben verschollen, verschwunden … – und dann ermordet. Ein Jugendlicher, der 16-jährige Mohamed wurde in Jerusalem ermordet, doch Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, der Tatort befindet sich also in Israel.

Ist der Herr Carl ist ein Ignorant oder ein Dummkopf?

Als die drei Jungs entführt wurden, waren halbgare Distanzierungen eines Teils der Verantwortlichen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu hören, die der Fatah angehören, ein anderer Teil der Regierung, die Hamas äußerte offen Verständnis für den Terrorakt, wenn sie nicht gar für die Entführung verantwortlich gewesen ist. Dem in großen Teilen der arabischen Bevölkerung zu vernehmenden Jubel über diese Untat, traten die Regierungsoffiziellen der PA nicht entgegen. Die angesichts der Entführung vielfach in Israel (und anderswo) zu vernehmenden Rache- und Vergeltungsschwüre gegen Araber sind jedoch nicht offizielle Politik Israels, im Gegenteil, nachdem der Mord an Mohamed bekannt wurde, rief der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu alle Israelis dazu auf, „das Gesetz nicht in die eigenen Hände zu nehmen. Israel ist ein Rechtsstaat und jeder muss sich nach dem Gesetz richten.“ Die Strafverfolgungsbehörden sollen „so schnell wie möglich herausfinden, wer hinter dem verachtenswerten Mord … steckt.“ Bisher ist unklar wer hinter der Tat steht, auch ein krimineller Hintergrund wird von der Polizei nicht ausgeschlossen. Herr Carl weiß mehr, „ein krimineller Hintergrund [sei] ausgeschlossen“, es ginge hier um „das Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Er suggeriert, dass der Mord an Mohamed eine Reaktion auf die Ermordung Eyals, Gilads und Naftalis gewesen sein könnte. Der Antisemitismus ist das Gerücht über den Juden und das antisemitisch konnotierte Vorurteil vom rachsüchtigen Juden spricht hier aus dem Herrn der Zeitung. Rache sei das leitende Motiv der Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästinensern, der durch eine “endlose Schlucht von Blut, Leid und Tränen” führt. Starke Metaphern um eine vollkommen hirnlose Behauptung bar jeden Sinnes.

Im Nahen Osten gibt es gegensätzliche Interessen, die schwer zu vereinbaren sind. Der Konflikt ist durch einen tief sitzenden Antisemitismus seitens der arabischen Bevölkerung aufgeladen. Diese im arabischen Teil hegemoniale Ideologie blockiert sämtliche Friedensbemühungen und ist treibendes Motiv für die unerbittliche Haltung, keinen jüdischen Staat im Nahen Osten zu akzeptieren sowie treibendes Motiv des arabischen Terrors. Freilich gibt es auch auf israelischer Seite Extremisten, Rechtsradikale und Rassisten, diese finden in der israelischen Gesellschaft aber immer offenen Widerspruch. Sicherheitspolitische Hardliner wie Avigdor Liebermann und stramme Nationalisten wie Naftali Bennet sind weitgehend in die an einer Realpolitik orientierten Regierung Netanjahus eingebunden. Terroristische Aktionen israelischer Extremisten sind kein Bestandteil israelischer Politik und werden in Israel auch nicht geduldet, wenn man sich auch eine konsequentere Ahndung wünschen darf.

Herr Carl plädiert für einen Dialog, der „Verbrechen und Verzweiflung auf beiden Seiten“ überwinden soll. Welche Verbrechen auf beiden Seiten? Stellt Herr Carl die Entführung der drei Israelis mit der Ermordung Mohameds gleich? Ja, das tut er. Klar der Mord an eine Person ist immer ein Verbrechen. Der Mord an Mohamed ist genauso abscheulich wie der an Eyal, Gilad und Naftali. Dies muss man der israelischen Regierung und der großen Mehrheit der Israelis jedoch nicht erklären, im Unterschied zu dem Teil der Regierung, die dem Verbrechen offenen Beifall spendete. Es ist dies ein Teil einer Regierung, die als Einheitsregierung von Europa und den USA einhellig begrüßt und mit einem unaufhörlichen und unerhörten Geldfluss gesponsert wird. Eine Einheitsregierung aus Fatah und Hamas. Dies alles auf eine Ebene zu stellen ist Israel mit zweierlei Maß zu messen. Es ist der Standard der sogenannten Israelkritik, es ist das Vehikel des Antisemitismus, in einer gesellschaftlich akzeptierten Form einen Ausdruck zu finden. Sicherheitspolitik und Terror ist gleichermaßen zu verurteilen, nein der Terror ist ja der Schritt der Verzweifelten, also noch irgendwie zu rechtfertigen, die Verzweiflung rührt ja von der unbarmherzigen Politik der rachsüchtigen Israelis her, hier gehört dann die Mahnung zum Dialog her, wie der Korn zum Gedeck.

Ist der Herr Carl ein Ignorant oder ein Opportunist oder ein Dummkopf ?

Die Forderung nach einem Dialog im Nahen Osten ist so abgestanden, wie das Bier in einer Schneckenfalle nach sieben Tagen mit einem Dutzend aufgelöster Schnecken drin. Keine Forderung nach einem Dialog wird die Kontrahenten des Nahen Ostens auf einen Friedensweg bringen. Ein Friedensprozess wird nur dann erreicht werden, wenn die Europäer klipp und klar jede weitere Unterstützung der PA davon abhängig machen, dass diese ohne wenn und aber die antisemitische Propaganda in ihren Medien und Bildungsinstitutionen unterbindet, wenn sie die Unterstützung der PA davon abhängig macht, dass diese Israel als jüdischen Saat anerkennt, wenn der Tatbestand, dass Juden im Westjordanland leben, kein Skandal mehr ist, wenn die Hamas als Terrororganisation geächtet wird, wenn das Atomprogramm im Iran beendet wird und die islamistische Regierung im Iran (und in den anderen arabischen Staaten) durch eine demokratische abgelöst wird und wenn den Boykottbestrebungen in Europa gegen israelische Produkte deutlich entgegen getreten wird.

Aber was bringt das Ganze hier. Der Herr Carl wird sich von dieser Invektive nicht beeindrucken lassen, sofern er sie überhaupt registriert. Den hunderttausenden Lesern dieses opportunistischen Mitläufers oder Propagandisten des ganz normalen antiisraelischen Ressentiments in Nordhessen stehen ein paar hundert gegenüber, die diese Zeilen registrieren. Es gibt wichtigere und besser Informierte, die gegen den bundesdeutschen Mainstream anschreiben, aber auch sie erreichen wenig, selbst wenn sie in größeren Blättern wie „Die Welt“ oder gelegentlich auch mal wie im Tagesspiegel zu Wort kommen. Als Eyal, Gilad und Naftali entführt wurden, standen wir in Kassel mit einem guten Dutzend Menschen auf dem Opernplatz um unser Entsetzten über das Verbrechen gegen unschuldige Teenager und unsere Solidarität mit den Jungs, den Eltern und den Staat Israel zu bekunden. In anderen Städten waren es mehr, aber die Teilnehmerzahl erreichte nirgends eine dreistellige Zahl.

Sollte Israel sich dazu entscheiden, gegen die Infrastruktur und gegen vermutete Stellungen von Terroristen im Gazastreifen vorzugehen, härtere Maßnahmen gegen ebensolche im Westjordanland durchzuführen – es wird dazu kommen, dass wieder Leute in fünfstelliger Zahl, im Bündnis mit allen möglichen Wohlmeinenden und weniger Wohlmeinenden die Straßen füllen und vor einer Gewaltspirale mahnen, Rüstungslieferungen an Israel skandalisieren, Israel einen Terrorstaat nennen, Israel Nazimethoden vorwerfen, Israel als den ewigen Unruhestifter, als Kindermörder und Brunnenvergifter anklagen, „Juden raus!“ – nein „Stoppt die Siedlungspolitik!“ und “Kauf nicht beim Juden!” – nein “Kauft nicht vom Siedler!” rufen. Dass dies so ist, dazu trägt ein Herr Carl in Nordhessen bei, wie die vielen anderen größeren und kleineren Herren mit K und einer Meinung.

Ist der Herr Carl ein Antisemit oder hat er nur eine Meinung?