Talking about FGM in Dubai June 17, 2014 | 12:41 pm

Hannah Wettig, the coordinator of Stop FGM Middle East, a joint project of Wadi and Hivos, held a lecture at Bold Talks Women Dubai on May 31, 2014:

YouTube Video

Intervention, Demokratie und Nichtintervention June 17, 2014 | 11:46 am

Richard Herzinger in einem Essay zur Lage im Nahen Osten:

Mag man den Interventionen im Irak und in Afghanistan berechtigterweise auch noch so viel Konzeptlosigkeit und Inkompetenz vorwerfen – das wahre Desaster sind nicht diese selbst, sondern ihr überstürzter Abbruch. Denn ohne bewaffnete Schutzmacht sind die Befriedungs- und Demokratisierungsansätze in dieser Region der entfesselten Gewalt jener Kräfte ausgeliefert, die in dem westlichen Rückzug nichts als das Eingeständnis der Niederlage und den Beweis für die ohnmächtige Schwäche des verhassten Westens sehen. Und nirgendwo weit und breit ist eine andere Macht als der Westen – und das heißt namentlich die USA – in Sicht, die diese Schutzfunktion ausüben könnte oder wollte. Merke: Wo sich der Westen in Nichteinmischung und Zurückhaltung übt, führt das zu nichts anderem, als dass sich alle anderen Mächte der Region rücksichtslos einmischen.

Wer angesichts der blutigen Katastrophen in Syrien und im Irak jetzt freilich eilfertig verkündet, Demokratisierung sei im Nahen Osten ohnehin von vorneherein eine Schnapsidee gewesen, da sie in dieser Region gleichsam genetisch ausgeschlossen sei, müsste von den 60% der afghanischen Wähler beschämt sein, die vor in paar Tagen trotz Terrordrohungen durch die Taliban zu den Wahlurnen geströmt sind, um ihren neuen Präsidenten zu wählen (man vergleiche das mit der Wahlbeteiligung bei der Europawahl…).

Seminar mit Olaf Kistenmacher am 28.06. in Erfurt: Einführung in die Kritik des regressiven Antikapitalismus June 17, 2014 | 11:15 am

Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte. Dennoch ist nicht jede Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik per se fortschrittlich. So verstehen sich traditionell auch Faschist_innen als antikapitalistisch. Doch auch die politische Linke ist nicht immun vor fehlerhaften Analysen und reaktionären Lösungsstrategien. Wie äußert sich nun eine regressive Kritik an den kapitalistischen Verhältnissen und wie kann [...]

Mustang Wanted – Klettern, Selfie, Hitlergruß June 17, 2014 | 08:35 am

Mustang Wanted ist ein Ukrainer, der gerne hohe Gebäude hochklettert und dann wagemutige Selfies in schwindelnder Höhe macht. Letzte Woche war er offensichtlich in Berlin, wie das unzählige Male bei Facebook gesharte Bild auf dem Molekulartypen beweist. Aber Mustang Wanted kann nicht nur gut kraxeln, er hat offensichtlich auch kein Problem damit, wenn seine Freunde fürs Foto abheilen:

Das wiederum ist nicht weiter verwunderlich, denn wer ein Tschetnik-Shirt trägt, hat in den seltensten Fällen ein Problem mit Faschogrüßen:

ERGÄNZUNG (siehe Kommentare):

Bei Instagram feiert Mustang Wanted die Nazis von Right Sektor ab:

dove / pigeon June 17, 2014 | 02:57 am

Kurdistan and ISIS June 16, 2014 | 11:06 pm

This new reality on the ground leaves the country’s Kurds, who see both perils — but also opportunities — in the mayhem, with hard choices to make.

A clear majority of Kurds, although unmistakably not part of the bloody sectarian battle between Sunnis and Shiites, identify themselves as Sunnis. But since the fall of the former regime in 2003, Kurds have effectively been in government coalitions with the country’s Shiites, who would unlikely be able to govern Iraq without the direct blessing of the powerful Kurdish factions in the north.

With the Sunnis strengthening their roots in the bordering areas through insurgency, Kurdish political parties have followed the events with a watchful eye, leaving all options open.

“If the Sunni insurgents become a reality in these areas, we have to come to terms with them, or at least, we should then see them as a new force,” says Arif Taifour, a senior member of the Kurdistan Democratic Party (KDP), the largest Kurdish party.

But the general mood among Kurds is still very hostile towards ISIS militants.

Source

Anschläge der ISIS im Irak June 16, 2014 | 11:03 pm

Diese Graphik veranschaulicht, in welchem Ausmaß Anschläge von ISIS nach Abzug der US-Truppen 2011 im Irak zugenommen haben:

https://pbs.twimg.com/media/BqRGPTOCYAAgAhs.jpg:large

16-06-2014 Das Beste, was es gegenwärtig über die… June 16, 2014 | 06:37 pm



16-06-2014 
Das Beste, was es gegenwärtig über die zeitgenössische Türkei zu lesen gibt: Deniz Yücel über den Protest der türkischen Zivilgesellschaft. / Ein paar Worte wider der Stumpfheit

Fronten geklärt June 16, 2014 | 02:03 pm

Obama took the same policy towards Iraq that he has adopted towards Syria and put the war on terrorism on the backburner. This means that if the Iraqi leaders do not find a way out of their crisis, Obama’s present to Iraq would be the same disaster of Syria.

And now that America’s position is clear, the Kurds for their part are in a strong position. On the one hand they are in control of all the Kurdish territories and Maliki’s policy of starving the Kurdistan Region by cutting of their budget has failed. On the other, they also have the strongest and most determined army in Iraq.

Therefore Obama’s speech must be clear to the Iraqi leaders that the only way to avoid Syria’s fate is a genuine political agreement that can be felt on the ground. Meanwhile, all eyes are now on the Kurdish leaders to see what their first move is going to be.

Quelle

ZEUGS: Warum Amerikaner nie die Fußball-WM gewinnen June 16, 2014 | 01:48 pm

Alle vier Jahre wieder stellt sich die gleiche Frage: Warum schneidet ein Land mit mehr als 300 Millionen Einwohnern, die alle irgendwann in ihrer Kindheit mit Fußball soccer in Berührung gekommen sind, so schlecht bei der Weltmeisterschaft ab? Die New York Times weiß die Antwort: Amerikaner sind einfach zu ehrlich für diese Schummel-Sportart.

  • Zu Fußball in den USA: In einem Bericht weist die ehrenwerte Zeitung nämlich darauf hin, dass amerikanische Feldspieler völlig versagen, wenn es um Schwalben (dives) geht. In ihrer Heimatliga trauen sie sich das nicht:

    The tendency of American soccer players to eschew diving, Martino said, is directly related to the fact that diving is one of the things that soccer critics in the United States rail against so passionately.

    Etwas direkter formuliert: Die US-Fußballspieler wollen nicht die Vorurteile — wenn es denn welche sind — der Amerikaner gegen ihre Sportart bestätigen, dass nämlich soccer players sich ständig winselnd auf den Boden werfen, während Football- und Eishockeyspieler selbst nach dem härtesten hit aufstehen, schon aus Prinzip. — Dieser Autor würde allerdings vermuten, dass noch etwas dazu kommt: Fast alle Sportarten in den USA haben eine Form des Videobeweises. Sprich, wer schummelt, wird (meist) entlarvt. Unterdessen reden alle im Umfeld dieses Autors davon, dass eine Art Rasierschaum-Spray ein technischer Durchbruch sein soll.

  • Zum Race Across America (RAAM), während wir bei Sportarten für echte Männer und diesmal insbesondere echte Frauen sind: Der “Spiegel” klaut wieder Themen aus diesem Blog und interviewt ein deutsches Rad-Frauenteam. Eins stellen sie zu Glück ganz zu Anfang klar: Den Titel “härtestes Radrennen der Welt”. Und die Sache mit Kansas stimmt auch.
  • Zu Schulleistungen und etwas anderem, in dem Amerikaner nicht gut sind: Mathe. Selbst die Kinder gebildeter Eltern in den USA liegen beim Rechnen hinter den Blagen anderer Staaten. Experten sehen als Teil des Problems, dass sich Amerikaner nicht mit Ausländern messen, sondern eher darüber diskutieren, ob Schwarze besser sind als Asiaten, reiche Weiße besser als arme Weiße, etc.

    “There is a denial phenomenon,” says Prof [Paul] Peterson. He said the tendency to make internal comparisons between different groups within the US had shielded the country from recognising how much they are being overtaken by international rivals.

    Amerikaner sind nach den Erfahrungen dieses Autors erstaunt zu hören, was für ein Ruck durch Deutschland ging, als die Pisa-Studien hierzulande gewisse Versäumnisse offenlegten.

  • Zum Vertrauen in die Menschheit und wie man es wiedererlangt: In den USA gibt es mehr Museen als Starbucks- und McDonald’s-Filialen zusammengenommen.

    There are roughly 11,000 Starbucks locations in the United States, and about 14,000 McDonald’s restaurants. But combined, the two chains don’t come close to the number of museums in the U.S., which stands at a whopping 35,000.

    Mehr als doppelt so viele sogar. Vielleicht ist es allerdings gut, dass da die Besucherzahlen nicht aufgeführt sind.

  • Zur Geburtenrate: Diese hat sich nach dem Ende der Rezession nicht so erholt wie von Demographen erwartet. Ein zentraler Faktor: Die Hispanics bekommen immer weniger Kinder.

    [T]he number of children per Hispanic-American woman has plummeted from just under three in 1990 and 2.7 as recently as 2008 to 2.19 in 2012, just above the replacement rate.

    Anders formuliert, unser Eintrag von damals gilt nicht mehr wirklich. Das passiert, wenn man acht Jahre lang ein Blog führt, das eigentlich nur für vier oder so ausgelegt war.

  • Zur Einwanderung, während wir bei Hispanics sind: Inzwischen werden Frauen und Kinder allein illegal über die Grenze geschickt. Da Texas sie nach eigener Darstellung nicht mehr aufnehmen kann, werden sie in Busse gesetzt und nach Phoenix, Arizona gefahren. Dort setzt man sie am Straßenrand aus.

    Since Memorial Day weekend, about 1,000 women and children have been flown to Tucson from Texas, then driven by bus to Phoenix and dumped unceremoniously, weary and hungry, left to find their families scattered around the nation.

    Die Politiker geben sich alle gegenseitig die Schuld, natürlich. In der Zwischenzeit haben sich Gruppen von Freiwilligen gebildet, um zu helfen.

  • Zur Raumfahrt: Eine Überraschung, die wir vor zwei Jahren verpasst haben: Sally Ride, die erste Amerikanerin im Weltraum, war eine Lesbe.

    She continued to study physics at Stanford, earning her Masters and eventually her PhD in the subject. Around this time, she began her first same-sex relationship. Even in times of reform, homosexuality was extremely taboo, and it was simply something never discussed with others.

    Das Thema ist jetzt nochmal durch die amerikanischen Medien gegangen, weil Lynn Sherr eine neue Biographie veröffentlicht hat.

  • Zu Igeln, die wir wohl bislang in diesem Blog zu Unrecht vernachlässigt haben: Die BBC berichtet darüber, wie die kleinen Stachelbiester in den USA immer häufiger als Haustiere gehalten werden. Die Schönste Germanin hat immerhin hier einen im Garten gefunden.
  • Zur Berichterstattung über die USA: Andrew Hammel vom Blog “German Joys” hat die atemlosen, sensationslüsternen Darstellungen in der deutschen Presse satt. Er dreht den Spieß jetzt um und schreibt Berichte über Deutschland auf Englisch, so wie die deutsche Presse auf Deutsch seiner Meinung nach über die USA berichtet.

    Jürgen S. is a rapist. Over the years, the obese, malodorous 59-year-old electrician from Dortmund has committed violent sex crimes against defenseless children. Yet in December 2010, the German authorities decided to completely stop monitoring him in the community after his last prison stint, trusting the repeat child-rapist to control his urges alone.

    Hammel selbst hat offenbar schlechte Erfahrungen mit Journalisten.


Die reichste Terrorgruppe der Welt June 16, 2014 | 01:01 pm

Over the past year, foreign intelligence officials had learned that Isis secured massive cashflows from the oilfields of eastern Syria, which it had commandeered in late 2012, and some of which it had sold back to the Syrian regime. It was also known to have reaped windfalls from smuggling all manner of raw materials pillaged from the crumbling state, as well as priceless antiquities from archaeological digs.

But here before them in extraordinary detail were accounts that would have breezed past forensic accountants, giving a full reckoning of a war effort. It soon became clear that in less than three years, Isis had grown from a ragtag band of extremists to perhaps the most cash-rich and capable terror group in the world.

Quelle

Für Frieden – für Deutschland June 16, 2014 | 07:30 am

Antisemitismus, regressiver Antikapitalismus, Antiamerikanismus und Verschwörungsideologie der Montagsdemo-Bewegung Der 11. September 2001 hat den Auftakt einer neuen Verbreitungswelle von Verschwörungsideologien gesetzt. Seitdem haben diese weltweit anhaltende Hochkonjunktur. Bisher aber blieben die Auswirkungen der verschwörungsideologischen „Truther“-Szene auf das Internet und einschlägige Buch-Verlage, wie Compact oder Kopp, beschränkt. Youtube-Videos, Blogs und „Enthüllungsbücher“ konnten kaum politische Wirkung entfalten. Mit den [...]

Auf zur Wahl June 15, 2014 | 07:26 pm

Und diese Afghanen wird man in Kürze den Taliban überlassen:

Mit Kugeln, Raketen, Sprengstoff und Messern versuchten die Taliban, die Afghanen an der Wahl zu hindern. Doch die Bürger haben sich nicht einschüchtern lassen: Die Wahlbeteiligung lag bei rund 52 Prozent.

Elf mit Tinte markierte Finger haben die Extremisten abgeschnitten, das Symbol der Wahlbeteiligung: Sie hatten älteren Männern aufgelauert, die im Westen der Provinz Herat aus ihrem Wahlbüro nach Hause zurückkehrten. Aber solche Gewaltexzesse schreckten viele Afghanen nicht ab. “Selbst wenn sie meine ganze Hand abhacken”, sagte ein Wähler in Dschalalabad im Osten des Landes dem “Wall Street Journal” vor der Abstimmung, “ich werde trotzdem wählen gehen.”

Die Menschen in Afghanistan versprechen sich viel von ihrem neuen Präsidenten, und sie sind voller Hoffnung. “Wir sind hierhergekommen, um einen neuen Anführer zu wählen, und ich bin optimistisch, was die Zukunft Afghanistans angeht”, sagte eine 19-jährige Wählerin. “Der neue Präsident sollte dem Land Frieden bringen, Jobs für junge Menschen schaffen und das Sicherheitsabkommen mit den USA unterzeichnen.” Und ein 22-Jähriger erklärte: “Die Menschen haben genug vom Krieg. Wir wollen, dass unser Land einmal so wird wie europäische Länder.”

Bring Back Our Boys June 15, 2014 | 12:32 pm

bring back our boys

Iraq, Syria and the Middle East June 15, 2014 | 09:16 am

The former British Prime Minister, Tony Blair, has written an excellent essay why it was right to topple Saddam Hussein, why it was wrong to let Assad slaughter his people, what should be done now and how the Arab spring changed the political landscape:

So it is a bizarre reading of the cauldron that is the Middle East today, to claim that but for the removal of Saddam, we would not have a crisis.

And it is here that if we want the right policy for the future, we have to learn properly the lessons not just of Iraq in 2003 but of the Arab uprisings from 2011 onwards.

The reality is that the whole of the Middle East and beyond is going through a huge, agonising and protracted transition. We have to liberate ourselves from the notion that ‘we’ have caused this. We haven’t. We can argue as to whether our policies at points have helped or not; and whether action or inaction is the best policy and there is a lot to be said on both sides. But the fundamental cause of the crisis lies within the region not outside it.

The problems of the Middle East are the product of bad systems of politics mixed with a bad abuse of religion going back over a long time. Poor governance, weak institutions, oppressive rule and a failure within parts of Islam to work out a sensible relationship between religion and Government have combined to create countries which are simply unprepared for the modern world. Put into that mix, young populations with no effective job opportunities and education systems that do not correspond to the requirements of the future economy, and you have a toxic, inherently unstable matrix of factors that was always – repeat always – going to lead to a revolution.

But because of the way these factors interrelate, the revolution was never going to be straightforward. This is the true lesson of Iraq. But it is also the lesson from the whole of the so-called Arab Spring. The fact is that as a result of the way these societies have developed and because Islamism of various descriptions became the focal point of opposition to oppression, the removal of the dictatorship is only the beginning not the end of the challenge. Once the regime changes, then out come pouring all the tensions – tribal, ethnic and of course above all religious; and the rebuilding of the country, with functioning institutions and systems of Government, becomes incredibly hard. The extremism de-stabilises the country, hinders the attempts at development, the sectarian divisions become even more acute and the result is the mess we see all over the region. And beyond it. Look at Pakistan or Afghanistan and the same elements are present.

 

Materielles und Sakrales. Mal wieder ein Gedicht June 15, 2014 | 08:05 am

Die Kathedrale In jenen kleinen Städten, wo herum die alten Häuser wie ein Jahrmarkt hocken, der sie bemerkt hat plötzlich und, erschrocken, die Buden zumacht und, ganz zu und stumm, die Schreier still, die Trommeln angehalten, zu ihr hinaufhorcht aufgeregten Ohrs -: dieweil sie ruhig immer in dem alten Faltenmantel ihrer Contreforts dasteht und von […]

Dänemark trans*genial? Kein Grund zum Feiern! June 14, 2014 | 09:42 pm

Dänemark hat nun das fortschrittlichste Transsexuellengesetz Europas. Die LGBT-Bewegung jubelt. Das Gesetz ist ein großer Fortschritt für Trans* in Europa. Aber der genaue Blick verrät: Es ist eigentlich kein Grund zum Feiern.

In Dänemark können Trans* nun ziemlich einfach eine rechtliche Anerkennung erhalen. Volljährige Trans* müssen dazu künftig nur noch aufs Amt geht und dort feststellen, dass sie selbst ein anderes Geschlecht im Pass zu stehen haben wollen. Im Anschluss müssen sie lediglich 6 Monate warten. Dann gibt es einen zweiten Amtsbesuch, bei dem sie den ersten Antrag nochmal bestätigen. Dort erhalten sie dann neue Papiere. Dieses Verfahren gilt ab dem 1. September 2014.

„am fortschrittlichsten“ ist nicht „fortschrittlich“

Bislang müssen Trans* in Dänemark noch ein Gutachten über sich ergehen lassen. Dabei stellen Psycholog*innen von außen fest, ob die Person denn auch im medizinischen Sinne trans* genug ist um anerkannt zu werden. (Als wüssten das die Antragsteller*innen nicht selbst.) Auch war bislang eine operative Geschlechtsanpassung Vorschrift. Hierzu zählte auch eine Sterilisation der Antragsteller*innen. (Quelle: TGEU) In Europa hat Dänemark nun das mit Abstand fortschrittlichste Gesetz. In 31 Ländern ist die Fremd-Gutachten-Praxis noch Vorschrift, Trans* entscheiden nicht selbst über ihr Geschlecht. Davon ist in 20 europäischen Ländern zusätzlich eine Sterilisation vorgesehen, um als Trans* anerkannt zu werden. In 12 Ländern ist gar keine Anerkennung möglich.

Weltweit hat nur Argentinien eine fortschrittlichere Gesetzgebung: Das Gesetz über das Menschenrecht auf Geschlechtsidentität wurde dort 2012 erlassen. Es gilt für alle Menschen, selbst für Minderjährige. (Fehlt diesen die Zustimmung ihrer Eltern, dürfen sie Einklage beim Gericht beantragen.) Es gibt auch keine Halbjahresfrist abzuwarten. Wie in Dänemark ist allein die selbstbestimmte Entscheidung eines Menschen Voraussetzung für die Änderung des amtlichen Geschlechts und Vornamens. Deswegen ist es falsch, wenn TGEU nun behauptet: „Denmark goes Argentina“. Deswegen ist es falsch, wenn queer.de meint, das sei ein „Vorbild für Europa“. Denn auch Dänemark ist hinter dem argentinischen Recht zurückgeblieben. Und das ist für Trans* in Europa ein Problem.

Trans*Rechte? Listen and Repeat!

Das neue dänische Gesetz über Trans* ist durchaus eine weitere gezündete Raketenstufe. Die erste zündete das argentinische Parlament vor zwei Jahren: Sie bewies, dass ein simples Anerkennungsverfahren möglich ist. Damit verwandelte Argentinien die weltweiten Kämpfe von Trans* um rechtliche Anerkennung von einer Utopie in die reale Möglichkeit. Das dänische Folketing hat nun bewiesen, dass eine Wiederholung möglich ist. Dies ist enorm bedeutend. Wie bei jeder Kopie ist die Qualität allerdings schlechter. Und deswegen ist nun das europäische Benchmark niedriger als nötig. Es ist zu befürchten, dass sich nachziehende europäische Länder nun am niedrigeren dänischen Standard orientieren werden, und nicht am argentinischen. Das Vorbild für Europa wie andernorts bleibt erst einmal das argentinische Recht.

Dänemark und Argentinien sind auch keine fortschrittlichen Nationen in Trans*Fragen. Sondern argentinische und dänische Trans*Aktivist*innen haben ihrem Staat jeweils ein fortschrittlicheres Gesetz abringen können. Für diesen Kampf gebührt ihnen volle Anerkennung, aber nicht ihrer Nation. Denn diese politische Auseinandersetzung war ein Druck von außen: Ohne ihn hat sich leider noch kein Parlament zu mehr Menschenrechten bewegt.

Raketenzündung trotz Startproblemen

Dänemark wie Argentinien teilen ein Problem: Auch sie haben sich nicht von der Praxis der Sondergesetze verabschiedet. Einzelne Gesetze über einzelne Minderheiten bestätigen nämlich deren „Freak-Status“. Der bundesweite Arbeitskreis TSG-Reform hat deswegen gefordert, das deutsche Transsexuellengesetz aufzuheben und hilfreiche nötige Bestimmungen in allgemeine Gesetze zu integrieren. In Deutschland kämen hierfür das Personenstandsgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch oder das Grundgesetz in Betracht. Diese Forderung des bundesweiten Arbeitskreises TSG-Reform bleibt richtig und sie geht über argentinische und dänische Politik hinaus.

Völlig unklar ist, wieso das dänische Gesetz eine Hemmungsfrist von 6 Monaten vorschreibt. Offenbar sollen sich Trans*, die eine Änderung ihres Vornamens oder Passgeschlechts beantragen, nochmal ein halbes Jahr Gedanken machen, ob sie denn wirklich trans* sind. Dahinter steht die verquere Logik, dass Trans* vom Staat vor falschen Entscheidungen geschützt werden müssen. Gleichzeitig steht der Wunsch des Staates dahinter, die Gesellschaft vor den falschen Entscheidungen von Trans* zu schützen.

Keine richtige Party im Falschen

Das ist ziemlich absurd. Niemand wird freiwillig die Änderung von Geschlechts- und Vornameneintrag veranlassen. Denn die rechtliche Anerkennung als Trans* ist zwar für Trans* bedeutend, aber bringt ja auch Arbeit mit sich: Da sind Polizeikontrollen zu nennen oder Ein- und Ausreisekontrollen, bei denen Aussehen und eingetragenes Geschlecht nicht „zusammenpassen“. Da ist es schwierig, dass Zeugnisse und Urkunden noch auf den Geburtsnamen ausgestellt sind und nun nicht mehr zum Ausweis „passen“. Da entstehen möglicherweise Folgeverfahren wie die Mitteilung gegenüber der Rentenkasse, der Krankenkasse oder den Arbeitgeber*innen. Die rechtliche Anerkennung ist ein wichtiger Schritt, aber sie bedeutet eben kein Zuckerschlecken. Deswegen muss niemand davor geschützt werden, nicht die Gesellschaft, und schon gar nicht Trans*.

Die 180 Tage, die Trans* künftig zwischen dem Erst- und Zweitantrag auf Anerkennung warten müssen, dienen dazu, Trans* zu verunsichern. Es sind 180 Tage, an denen Trans* vom Staat gebeten werden, noch einmal zu reflektieren, ob sie sich denn wirklich sicher sind, trans* zu sein. Das bisherige Fremdgutachten wurde also durch ein Selbstgutachten ersetzt. Das Grundprinzip bleibt dasselbe: Der dänische Staat misstraut Trans*. Während wir also völlig zu Recht den Fortschritt feiern, muss die Logik des Von-oben-herab weiterhin angegriffen werden. Es gibt keine richtige Party im Falschen.

Iraq we know is gone June 14, 2014 | 12:38 pm

Excellent analysis of the situation in Iraq by Professor Dlawer Ala’Aldeen

For decades, the Middle East Order was stagnant and stable, with ruthless dictators ruling populations with iron fists. Iraq’s invasion of Kuwait gave the USA the opportunity to take leadership and change this Order. American presence and influence shaped subsequent events, culminating in the removal of Saddam regime and paving the way for the Arab Spring. However, the Iraq experience for the occupying forces proved costly, deadly and will remain forever bitter. Iraq and the rest of the Middle East proved too complex for simplistic military solutions.

Regional powers, particularly Iran, and international forces, particularly Islamic Salafist groups backed by their wealthy Arab funders, defeated the US and eventually expelled its troops from the region. Worse still, Barrack Obama’s foreign policies added insult to injury and helped the US lose impact and relevance. Iran, on the other hand, became the ultimate policy- and decision-maker for both Iraq and Syria, and are now shaping events to fit their national security agenda.

For Iran, the Sunni-ISIS expansion in Syria was tolerable, as it weakened the Syrian opposition and provided a least desired alternative to Bashar Al Assad’s regime. ISIS’s further crossing into Iraq and gaining territories last year remained tolerable for as long as Baghdad city and the central Government remained in the hand of pro-Iranian Shia factions. Such battles would not disrupt the Shia belt of Tehran-Baghdad-Damascus-Southern Beirut. However, for Iran, the latest ISIS success is one step too far and it may get Tehran to become more active soon. Iran is now said to be mobilising Al-Quds fighters in support of the demoralised Iraqi Army. The USA may provide limited support or even strike from the air. All these will further fuel the war, which may turn into a civil, as well as international, war. (…)

Taken together, the last few days’ events have, in effect, fragmented Iraq, once and probably for all. So far, bloodshed, political rivalry and power struggles have divided Iraq, but now the system of governance is divided into three de facto independent states, with no mutual trust, good will or good intentions between them. There will be no credible way out of this mess.

Anti-Schirrmacher-Momente June 14, 2014 | 11:31 am


Bild: radiolounge

Heute, da sich alle an ihre Schirrmacher-Momente erinnern, frage ich mich, wie denn meine Schirrmacher-Momente aussahen. Hatte ich überhaupt welche? Im Regal liegen jedenfalls haufenweise Schirrmacher-Texte, ausgerissen, kopiert und aufgehoben, um sie einmal zu lesen. Selten bin ich dazu, häufig nicht über die ersten drei Absätze hinausgekommen.
Habe ich also diese Schirrmacher-Momente verpasst? Habe ich die FAZ, die zu lesen zum guten Ton gehört, weil die Zeitungsbesessenheit eines Rainald Goetz es vorschreibt, zu unaufmerksam gelesen? Fehlt mir die nötige intellektuelle Selbstdisziplin, mit der allein man es schafft, Themensetzungen und Argumentationen, die man selbst für irrelevant oder abwegig hält, auszuhalten, um im Weltdeutungskampf beweglich zu bleiben, und nicht zu verblöden?
Schirrmacher stand immer übergroß da: im Feuilleton der FAZ spätestens seit der intellektuellen Abwicklung der Wende sogar ganz vorn, Totalitarismus-Debatte relaunched, eine „Studie über den autoritären Charakter“, diesmal über DDR-Intellektuelle; ganz schnell an der technikskeptischen Front als es gegen all die Gerätschaften ging, die den Alltag kolonisieren, Payback, „Mein Kopf kommt nicht mehr mit“; oder ganz nah als, „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“, die Krise kritisch wurde. Immer auf der Höhe der Zeit, wie es nun heißt, mischte Schirrmacher mit. Warum nur wurden keine Schirrmachermomente draus?
Das Gute und Schöne an Schirrmacher war ja vor allem, dass er immer die Instanz abgab, nach der man sich eben nicht zu richten hatte. Man glaubte, zu wissen, wo der Gegner steht. Das umgekehrte Fandom war fundamental wichtig zur Selbstvergewisserung. Man traf sich, wo er nicht stand.
Es gibt tatsächlich wenige, deren Texte so viele Gegen-Texte hervorbrachten: Urspaßige wie im Merkur, der Schirrmachers Rechtschreibfehler zählte. Brutalphilologische wie von Rembert Hüser, der die Legende von „Schi“ aufdröselte. Die manischen Einlassungen Rainald Goetz’ sind Legion.
Diese Texte las ich und hob sie auf. Nicht nur, weil hier Schirrmachers absolute Debattenhoheit groteske Schatten warf, oder weil es so aufregend anzuschauen war, wie die Leute sich abrackerten, um auf der richtigen, eben nicht auf Schirrmachers Seite zum Stehen zu kommen. Es waren Anti-Schirrmacher-Momente, die das Feuilleton-Lesen zum notwendigen Standpunkttraining machten. Aber wer kann jetzt noch Bezugspunkte setzen? Nach wessen Position kann man nun fragen, um die Antwort für seine eigene zu finden? Was schreibt Schirrmacher zu diesem, wie positioniert sich sein Feuilleton zu jenem? Die Frage wird unbeantwortet bleiben. Diese Anti-Schirrmacher-Momente werde ich vermissen.

Fritz Lamm – Briefe und Interview June 13, 2014 | 02:46 pm

Passend zu unserem Posting über Dissidenten der Arbeiterbewegung wurde ich gerade aufmerksam gemacht auf eine Schallplatte mit Briefen und einem Gespräch mit Fritz Lamm, die bei Youtube hochgeladen wurde. Der Linkssozialist Fritz Lamm kam aus der jüdisch geprägten Jugendbewegung und war Mitglied der SPD, wo er jedoch 1931 ausgeschlossen wurde »aufgrund Radikalisierung der Jugend mittels Schriften von Marx und Engels«. Als SAP-Mitglied war er beteiligt am Widerstand gegen den Nationalsozialismus und blieb auch im Exil als Antifaschist aktiv. Als er nach dem zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurückkehrte, trat er erneut in die SPD ein (dort wurde er in den sechziger Jahren u.a. wegen Linksabweichung und aufgrund seiner Homosexualität1 erneut ausgeschlossen), war aktiv in der Naturfreundejugend und bei den Falken und stand im Kontakt mit dem SDS, dessen revolutionstheoretische Ausprägung er mit beeinflusst hat.

Zum nachhören stehen drei Briefe an die 19-jährige Vera Bergmann von 1946 (gesprochen von Martin Lüttge und Regine Vergeen) sowie ein biographisches Interview zur Verfügung (wann letzteres geführt wurde, konnte ich leider nicht herausfinden).

    Download:
  1. Briefe an Vera Bergmann: via AArchiv (mp3; 27,4 MB; 29:53 min) | hören via Youtoube: I, II, III

  2. Interview: via AArchiv (mp3; 14,8 MB; 16:10 min) | hören via Youtube

Empfohlen sei auch die Lamm-Biographie von Michael Benz.

  1. Dass Lamm wegen seiner Homosexualität ausgeschlossen wurde, ist nicht ganz korrekt. Offiziell wurde er 1963 im Zuge des Unvereinbarkeitsbeschlusses mit dem SDS ausgeschlossen. Richtig ist, dass ihm später die SPD aufgrund seiner Homosexualität die Jugendarbeit bei den Falken untersagte. Zudem dürfte ein homophobes Ressentiment in der Nachriegs-SPD stets präsent gewesen sein, wie es etwa der Lamm-Schüler Helmut Schauer berichtete: „Der Emigrant, Jude, Homosexuelle und radikale Sozialist Fritz Lamm war – zumal im Restaurationsklima der fünfziger Jahre – unter den biederen Schwaben ein Exot, der nicht nur Faszination, sondern auch Vorurteile und Abwehrreaktionen hervorrief.“ via [zurück]
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waterdrop slowmo June 13, 2014 | 11:56 am

Bereits vor einer Weile schonmal auf eine fantastische slowmotion-supermacro Aufnahme mit einer Libelle hingewiesen. Weil es zu groß ist, der kleine/kurze Moment des tanzenden Wassertropfen, hier die Verlinkung:

yt-slo-mo-drop

Fantastisch der Tropfen nach dem Tropfen, der wie Spannungsgeladen auf der Oberfläche tanzt, einen neuen kleineren Tropfen bildend… watch on yt

Auch ein must-see: gefärbte Tropfen fallen (in Milch?!). Die vertikal wirkende Energie wird ziemlich gut sichtbar.

yt-slo-mo-drop02(watch on yt)

 

 


Einsortiert unter:kleinigkeiten-über-denken, macro.shot, normal vs. strange, Sehenswertes Tagged: drop, slowmotion, supermacro, video

Mosul split June 13, 2014 | 11:23 am

While hundred of thousands fled the city, others welcomed ISIS:

Over the past six years there have also been plenty of complaints that the Iraqi Army under al-Maliki has become increasingly Shiite Muslim in its composition and leadership.

“So the people here feel relieved that they finally got rid of the federal government’s unprofessional military and police,” al-Abed told Niqash. “Most of the security forces were treating the people here according to which sect they belonged. They had no respect for our religion and they made our lives hell by doing things like closing roads, instituting curfews, making arrests and doing raids on homes.”

A Sunni Muslim group, ISIS seemed keen to show their awareness of this. On Thursday the militia distributed a two-page statement in Mosul. Niqash was able to obtain a copy. In the statement ISIS say they are seeking to revive the glories of the Islamic state and to make up for injustices practiced upon the Sunni Muslims of Iraq by the “Safavids” of Iraq. The description, Safavid, is an insult in these circumstances because it refers to the Safavid dynasty which ruled neighbouring Iran for centuries; basically the Sunni Muslim extremists are referring to Iraq’s Shiite Muslims. The ISIS statement likens the “Safavids” to snakes encircling the necks of Sunni Muslims. (…)

After all, right now, locals are probably still using the Arabic acronym for ISIS –– Daash –– without thinking too hard about it. But how will they feel when the first individual who calls ISIS “Daash” is punished for this? The extremist group has said that anyone caught using this everyday abbreviation will be punished with 80 lashes.

Stand by the Iraqis and Kurds now! June 13, 2014 | 09:36 am

The voice of a British Left Winger. This is how Internationalism should sound these days. Let’s never forget Chritopher Hitchens, Paul Berman and all the other leftists and liberals who support the toppling of Saddam, because it was simply the right thing to do as all other dictators and tyrants in this region.

ISIS, Iran, Assad, the Saudis and Erdogan. They are all still dead scared of the idea democracy and federalism could could work one day in this region. One day, not tomorrow, not in a year, but one day. And people proved over and over again that this is what so many of them want and are ready to demonstrate and even die for.

So thank you John Mc Ternan for these clear words!

The truth is that the US and UK left Iraq before it was ready, and they left for their own selfish, domestic political reasons. The ordinary Iraqis left behind have never abandoned hope – the turnout at the recent election was greater than the gridlocked Iraqi political class perhaps deserves, and showed a thirst for freedom. Supporting the Middle East’s second full democracy after Israel is still the noble cause it was when I was in No 10 working for Tony Blair, and when I worked in the prime minister’s office in Baghdad. Complex conflicts need strategic patience – the kind that won the cold war. It will take as least as long to rebuild Iraq as it took Saddam Hussein to destroy it.

There is no way that the UK can stand aside at Iraq’s moment of greatest need. We have a responsibility to those whose democracy we created. Those who are not utterly silent are sullen, muttering that Blair and Bush caused all this, that there was no al-Qaida in Iraq before 2003. Let’s be clear what that statement really is – bloodless, amoral pragmatism of the type Henry Kissinger excelled in. You might as well say: “Saddam may have been a fascist who inflicted genocide on the Kurds, but at least that kept Iran and the jihadists at bay.” That remark would have the merit of being honest.

The truth is that if we do not act now, we will surely act later. Having protected the freedom and autonomy of the Kurds since the Kuwait war, we cannot abandon them now, or leave them dependent on protection from Iran. We have to go back to Iraq to rescue democracy.

Turning on Iran June 13, 2014 | 12:36 am

Hayder al-Khoei, associate fellow at the London think tank Chatham House, spoke to IranWire from Baghdad:

Of course, the Iraqis would like to see more engagement from the Americans, and not just providing ammunition or rifles or Humvees. Repeatedly in the past, they’ve asked the Americans to provide missile-equipped drones that can target ISIS positions in the desert. Up until now the Americans have consistently refused. Recent developments may force the Americans to rethink their strategy, [and] possibly provide such equipment to the Iraqis, or run [an Iraq drone program] themselves. It remains to be seen if they’re going to shift. Obama for a very long time now has wanted to forget about Iraq, I think these events are going to force the president to stop ignoring Iraq, at the very least.

The more frustrated Iraqis become with the lack of support coming from the United States, I think it’s going to force them to rely more heavily on the Iranians.

Mosul and the Failure of American Policy Towards Iraq June 12, 2014 | 04:15 pm

For years, Washington promoted a “united Iraq” and stronger central government over all other considerations. While occasionally paying lip-service to the need for Prime Minister Maliki to “share power more,” the Americans effectively gave Mr. Maliki carte blanche to do as he likes. They delivered huge sums of money, weapons, training and other aid to Baghdad, including this month’s delivery of the first of thirty-six F-16 fighter planes. While American diplomats appeared resolute in siding with the Maliki government in its disputes with the Kurds and others wanting more decentralization of power, they showed no such commitment to Iraq’s constitution and the clear limits it places on Baghdad’s authority.

When during the past several years Maliki blocked the legal formation of more regions in Iraq, even going so far as to send his security forces to arrest Sunni Arab politicians trying to exercise their constitutional rights on the matter, the United States had nothing to say. When Baghdad failed to incorporate Sunni Awakening Councils into the armed forces or allow Sunni Arab regions to look after their own security (something which is also constitutionally permitted), no more than a few murmurs of concern were heard from Washington. When Baghdad cut off the Iraqi Kurds’ share of the budget, spokespersons in Washington remained mum.

Now the Americans are shocked, and asking themselves how some rag-tag ISIS Jihadis, outgunned and outnumbered by Iraqi military forces in Mosul by around 15 to 1, managed to overrun the city. “We gave them so many weapons, training and money,” they exclaim, “and now they won’t even step up to the plate.” Policy makers in Washington should also ask themselves how the Iraqi Kurds, who received next to nothing in military or financial assistance, manage to hold out against the Jihadis and keep their region secure.

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