Islamic caliphate labels female genital mutilation obligatory July 22, 2014 | 11:36 pm

Recently the Islamic state issued a fatwa which called female genital mutilation a religious duty for every woman and girl living within the caliphate’s boundaries.

It is telling that this is one of their first worries when establishing their terror reign… The existence of this “state” is a shame for whole mankind, and every day is a day too much.

This is a translation of the Fatwa:

For protecting our Islamic nation in Iraq and Syria, our land, and our people, we need to look after our women and their behavior while preventing them from the dreadful modern life they are surrounded with.
Abu Baker Al-Baghdady:
A rule to all of the Islamic nations, regions, and districts is to protect women as our Khalifa says and prophet says while the mother Aatyia was circumcising a woman, the prophet said, “Don’t get disappointed, that is good for your husband, and your face”.  In another story, the prophet saw the mother Hajer, who had been known as odalisque’s mutilated woman, and asked her whether she still practice her job or not, the mother Hajer answered with yes. Then she asked the prophet whether it is Haram or not and he answered her with being Halal and he can teach her how to do it. The prophet says, “it is brighter for the face, and luckier for the husband”. Meanwhile, the prophet says, “if you mutilate, do not exaggerate”.
Abu Harera gives another statement that the prophet says, “All Muslim women, accept circumcision but do not exaggerate on it”.  Therefore, this is a call for all women to get mutilated.

 

ISRAEL UND DER EUROPÄISCHE ANTISEMITISMUS July 22, 2014 | 10:10 pm

Gedanken von Ludicra Masculum Lateramen

In den letzten Tagen und Wochen wuchs eine (neue?) Erkenntnis aus der momentanen Lage und den zahlreichen dokumentierten Ereignissen. Was wir derzeit erleben, steht nur oberflächlich in einem Zusammenhang. Auf der einen Seite gibt es die höchst komplexe Situation in Israel und im Nahen Osten, auf der anderen Seite eine Entwicklung in Europa, die nur allenfalls kausal mit der Entwicklung im Nahen Osten verknüpft ist. Der Staat Israel, dessen geopolitische Situation jedem klar sein müsste, der sich ein wenig profunder mit der Geschichte und der Gegenwart der Region beschäftigt hat und seine Informationen nicht lediglich aus der Mainstreampresse bezieht, geht zur Zeit seiner Verpflichtung nach, seine eigene Bevölkerung zu beschützen und tut dies nach langem Zögern mit militärischen Mitteln, deren Ziele eher bescheiden sind, anders, wie es die hiesige Presse und antiisraelische Propaganda gern zu vermitteln versucht.

Diese Situation ist aber keineswegs ein isoliertes Problem von Israel und den exterminatorisch determinierten Aktionen der Hamas in Gaza. Komplex wird die Situation durch die extrem dynamische Entwicklung in der gesamten nahöstlichen Region – beginnend mit dem sogenannten “arabischen Frühling” und dem Versuch Irans einer nuklearen Aufrüstung, über die Entwicklungen in Syrien, Ägypten, Libanon, bis hin zum Aufstieg der expansiven und brutalen IS (ehemals ISIS) im Irak und inzwischen auch Syrien, der Gefahr einer das moderate Königshaus bedrohenden Radikalisierung in Jordanien, und ähnlich vollkommen undurchsichtige Entwicklungen in der gesamten Region, bis Afghanistan oder bis tief in afrikanische Länder hinein. Diese Entwicklungen sind derart komplex (was eigentlich typisch ist für den Nahen Osten mit seinen ständig wechselnden “Koalitionen”), dass die simplen Erklärungen und Lösungsvorschläge der Heerscharen von europäischen “Nahostexperten” sich ausmachen, wie Sandkastenspiele im Vorschulalter. Sehr selten wird Israels Handeln (oder auch Nicht-Handeln) im komplexen Licht dieser Zusammenhänge betrachtet oder gar analysiert.

Auf der anderen Seite erleben wir in Europa eine “Mainstreamisierung” des Antisemitismus in einer bislang nicht erlebten Offenheit und Masse. Als Auslöser oder gar Ursache wird gerne das momentane militärische Vorgehen des Staates Israel benannt – ganz klar nach dem alten antisemitischen Motto: “Der Jude ist am Judenhass selbst schuld”. Der oben erwähnte komplexe und auch historisch begründete Kontext wird dabei vollkommen ausgeblendet. Dabei sind die defensiven militärischen Aktionen Israels nur vordergründig eine Ursache, sie sind schlicht ein Vorwand, auf den die längst begonnene antisemitische Entwicklung in Europa gewartet hat. Diese Entwicklung in Europa hat längst vor den Ereignissen im Nahen Osten begonnen und ihre Eigendynamik entwickelt. Der Antisemitismus ist kein singuläres Phänomen in Europa, welches durch die Dynamik im Nahen Osten entstanden ist, sondern es ist ein Phänomen, welches seine Eigendynamik potenziell selbst entwickelt. Wir reden also von zwei verschiedenen Dingen, die in der Geschichte und Entwicklung beider Regionen unabhängig voneinander entstanden sind: Ereignisse im Nahen Osten und in Europa (wobei die Entwicklung des Antisemitismus und Antizionismus nicht lediglich in Europa, sondern weltweit dynamisch ist – ich beschränke mich aber hier auf Europa).

Die Gründe für die plötzliche Renaissance des Antisemitismus in Europa sind mindestens genauso komplex, wie die Situation im Nahen Osten. Heute ist Antisemitismus nicht einfach auf “rechts” oder “links” zu reduzieren, oder, wie manche es zur Zeit gerne tun, auf die demographische Entwicklung durch eingewanderte Migranten mit einem islamischen Hintergrund und deren bereits in den europäischen Ländern geborenen Nachkommen. Ebenfalls lässt sich Antisemitismus nicht mehr nur durch Unterschiede in der unterschiedlichen Bildungsqualität und sozialen Herkunft erklären. All dies genannte sind lediglich Komponenten einer eigendynamischen Entwicklung. Der Antisemitismus ist längst auch in der gebildeten, intellektuellen Mittelschicht angekommen. Er war dort schon immer, heute ist er aber immer weniger latent oder er verbirgt sich gerne hinter Ritualen, wie etwa “Wochen der Brüderlichkeit” oder entsprechenden Gedenkveranstaltungen. Er äußert sich mit Vorliebe mit laut herausgebrüllten moralisierenden Forderungen an den Staat Israel, ganz nach dem Motto: In Gedenken an den “Holocaust” erwarten wir gerade von den Juden, dass sie ihre Konflikte im Nahen Osten mit “Maß” und “Menschlichkeit” lösen, am besten nach dem Gandhi-Prinzip des totalen Gewaltverzichts. Natürlich ist gerade auch dieser in solchen Forderungen liegende historische Vergleich historisch genauso falsch und dumm, wie der so beliebte und massenhaft bemühte Vergleich zwischen der südafrikanischen Apartheid und der Situation im Staate Israel. Die faktischen Konsequenzen eines so vorgeschlagenen Handelns werden gar nicht erst in Erwägung gezogen. Aber diese Forderung setzt sich bereits in Vorkriegs- und Waffenstillstandszeiten durch und führt dann in Krisenzeiten zu radikaleren Tendenzen. Und so entsteht ganz allmählich eine breite antisemitische Allianz vom vermeintlich “friedensliebenden” Mainstream der Mitte, der durch bestimmte Tendenzen in Presse und Medien angeheizt wird, und sich durch einen irrsinnig extremen Mangel an Empathie einerseits, aber vor allem an historischer Bildung auszeichnet. Eine Allianz vom schon klassischen Antisemitismus bei der extremen Rechten, Alt- und Neonazis, der extremen Linken, der radikal-pazifistisch, ökologisch oder christlich geprägten Friedensbewegung, den Nationalbolschewisten von der Sorte der “neuen Montagsdemonstrationen” um Gestalten wie Ken Jebsen (KEN-FM) und Jürgen Elsässer, und im Zusammenhang damit einer bestimmten esoterischen Bewegung – nicht selten unter den Fahnen von krankhaften Verschwörungstheorien, und nicht zuletzt eben den jetzt massenhaft und europaweit lautstark auftretenden Massen der Bevölkerung mit arabischem oder türkischem Hintergrund, oft, aber nicht nur, moslemischen Glaubens. Und auch bei der letzten Gruppe ist man mit diversen teils sehr unterschiedlichen Einflüssen konfrontiert: radikale Islamisten und Salafisten, arabische, palästinensische und türkische Nationalisten, türkische Faschisten aus der Bozkurt-Ecke (“Graue Wölfe”), arabische oder türkische oder teilweise auch kurdische Linksextreme. Alle sie, die Bewohner Europas mit und ohne “Migrationshintergrund”, in all ihrer oft konträren Gegensätzlichkeit, eint derzeit der Antisemitismus, oft noch, aber nicht mehr ausschließlich unter dem Deckmäntelchen des sogenannten “Antizionismus”. Bei aller Heterogenität sind die Grenzen all dieser Gruppierungen sehr fließend und verschwommen. So kommt es dann zu seltsamen und früher ungeahnten Allianzen im Kampf gegen den “Terrorstaat Israel”. Plötzlich erklingen bei den Moslems zwischen den obligatorischen wie Schlachtrufe klingenden “Allahu-Akbar” Rufen auch “Adolf Hitler-Rufe”. Umgekehrt beteiligen sich Neonazis und Linksradikale an palästinensisch organisierten Demonstrationen, zusammen mit einem vermeintlich friedensbewegten Mainstream. Dies kann auch mit der Grund sein für die offenbare Hilfslosigkeit der Staatsorgane, wie Polizei, in der jüngsten Zeit angesichts dieser Verwirrung. Wobei diese Unwissenheit und dieser Informationsmangel sich keineswegs zu einer Rechtfertigung oder gar Entschuldigung eignen. Es ist ja nicht so, dass diese Entwicklungen und Tendenzen nicht bereits vor langer Zeit sichtbar gewesen wären. Beim regelmäßigen “Al-Quds-Tag” in Berlin werden regelmäßig Rechts- und Linksextreme in den Aufmarsch-Reihen beobachtet. Nicht erst jetzt. Die antisemitische Radikalisierung ist im Internet und besonders in den sozialen Netzwerken schon seit vielen Jahren zu beobachten. Jeder, der sich halbwegs ernsthaft mit der Thematik beschäftigt, weiß und erkennt dies schon seit vielen Jahren und es ist auch nicht so, dass es keine Warnungen vor dieser Entwicklung gab. Heute ist der Antisemitismus nur wieder um viele Grade offener und radikaler. Aber er ist nicht erst entstanden. Mitnichten durch die militärische Verteidigungsaktion des Staates Israel.

Wir erkennen zwei unterschiedliche Phänomene, die ursächlich nichts miteinander zu tun haben. Die Verbindung wird erst von jenen geschaffen, die ein Interesse daran haben, ihren antisemitischen Wahn in einem neuen Outfit gesellschaftsfähig zu machen. Und es liegt an den demokratischen und rechtsstaatlichen Staaten Europas und an jedem einzelnen Europäer selbst, wie weit er dieses zulassen wird. Der Antisemitismus in Europa ist keineswegs ein jüdisches Problem, es ist in erster Linie ein rein europäisches Problem.

(un)normal life July 22, 2014 | 12:33 am

In Israel gibt es (nach Wikipedia alles superlative) Feiertage, welche den Alltag entschleunigen, brechen, verunmöglichen. Einer der Feiertage mit Namen Jom Kippur (wkp) liegt schon wieder in Sichtweite. Vor einer ganzen Weile wurde ein Film gebloggt der nichts an Anschaulich- und Einprägsamkeit des gebrochenen Alltags verloren hat. Passt wegen seiner unter-spannten Atmosphäre noch weniger in die derzeitige Situation als ohnehin schon, oder vielleicht gerade.

jom_kippur-tel_aviv(src, 2,30 Min)

Ein Besuch in einer von Raketeneinschlägen bedrohten Region in Israel im Jahr 2012 – damals folgte (ähnlich wie heute) als Reaktion auf die Einschläge und die permanente Bedrohung der Bevölkerung eine militärische Intervention im Gebiet der Raketenabschüsse. Ein gewisser Grad der Entspannung blieb und bleibt in den bedrohlichen Momenten (etwa in Form älterer Männer, auf einer Bank sitzend) erhalten; die Anspannung der jugendlichen Menschen, welche die Situation zum ersten Mal erleben ist indes spür- und nachvollziehbar.

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Die Situation heute: eine größere Anzahl Raketen mit einer besseren Reichweite schlägt derzeit noch immer (aus dem Gazastreifen von der Hamas und anderen paramilitärischen Vereinigungen abgefeuert) in Israel ein (IDF-reports on twttr).


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Demagoge des Mainstreams July 21, 2014 | 08:19 pm

Jürgen Todenhöfer. © Das blaue Sofa/Club Bertelsmann, CC-Lizenz

Wenn es stimmt, dass ein Bild oft mehr sagt als tausend Worte, dann charakterisiert dieses Foto, das Jürgen Todenhöfer vor wenigen Tagen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat, den früheren CDU-Politiker bereits hinreichend. Es zeigt ihn »inmitten von Trümmern«, wie der Historiker und Blogger Moritz Hoffmann schreibt, »nachdenklich, betroffen, zwischen Dreck, Zerstörung und Chaos. Und um ihn herum, fein säuberlich ins Bild komponiert, sauber wie direkt aus dem Geschäft, Kinderspielzeug. Bilderbücher, Puppen, Teddybären. Als hätte eine göttliche Fügung sie bei der Zerstörung dieses Hauses genau dorthin gespült.« Die allzu offenkundig gestellte Aufnahme illustriert eine Parole, die in diesen Tagen bei antiisraelischen Demonstrationen in Deutschland aus Tausenden von Kehlen zu hören ist und die die alte antijüdische Ritualmordlegende in modernisierter Form fortspinnt: »Kindermörder Israel!« Todenhöfer spricht sie nicht selbst aus, so schlicht formuliert er nicht. Aber er kann sich darauf verlassen, dass sein Publikum – der »Mainstream der deutschen Mittelschicht«, wie Hoffmann treffend zusammenfasst – auch so versteht. Zu Recht, wie zahllose Kommentare unter seinem Text beweisen.

Auf die tausend Worte möchte der Publizist trotzdem nicht verzichten, deshalb nutzt er vor allem seinen Facebook-Auftritt, der ausweislich der »Likes« mehr als 165.000 Nutzern dieser Plattform gefällt, für seine Botschaften. »Gaza: Die Verdammten dieser Erde« ist sein jüngstes Elaborat überschrieben, eine Anspielung auf Frantz Fanon und dessen 1961 erschienenes Hauptwerk. Der schmale, an Israel und Ägypten grenzende Küstenstreifen als Zentrum des Widerstands gegen Kolonialismus und Imperialismus also, seine Bewohner als revolutionäre Subjekte in einem gerechten Kampf gegen eine böse, brutale Militärmaschinerie, Todenhöfer selbst als Propagandist dieses Kampfes in Deutschland. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete weiß genau, welchen Ton er zu treffen hat und wie er sich inszenieren muss, um als sachkundiger Kenner, als Experte zu gelten und gleichzeitig zu Tränen zu rühren.

»Mit Panzern gegen die Eselswagen der Tunnelbauer! Es ist absurd«, klagt er die israelische Regierung an. Es ist dies die Fortführung der alten Mär von den »Raketen gegen Steinewerfer«, die von etlichen deutschen Medien während der ersten und zweiten »Intifada« gesponnen wurde. Todenhöfer spitzt sie sogar noch zu, indem er suggeriert, die israelische Armee ziehe gegen vormoderne, wehrlose, unschuldige Habenichtse zu Felde. (Lediglich am Rande sei angemerkt, dass die Hamas schon seit Jahren auch Tiere mit Sprengstoff belädt, um sie als Waffen in ihrem Krieg gegen Israel zu benutzen.) Das ist ein grotesker Einstieg, doch bevor er ihn wieder aufgreift, lässt er zunächst eine so knappe wie pflichtschuldige, vor allem aber taktische Distanzierung folgen: »Ich bin kein Freund der Hamas. Und werde es nie sein. Ich kritisiere die Ideologie und die ›Militärstrategie‹ der Hamas mit Nachdruck.« Gerne wüsste man, wo das denn geschehen sein soll, doch da folgt schon das »Aber«: »Aber ich bin ein Freund der Palästinenser. Ich weigere mich schweigend zuzusehen, wie ihre Rechte und ihre Würde mit Füßen getreten werden.« Von Israel, versteht sich, und nicht etwa durch das Terrorregime der Hamas. Ein echter Freund der Palästinenser, der Herr Todenhöfer.

»Natürlich hat Israel das Recht auf Selbstverteidigung«, beeilt er sich anschließend großmütig zu konzedieren, »gegen die sinnlose Ballerei der Hamas und anderer Widerstandsgruppen«. Schon die verniedlichenden, verharmlosenden Termini »Ballerei« (für den Beschuss mit Hunderten von Raketen) und »Widerstandsgruppen« (für Terrororganisationen, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israel ist) deuten an, dass Todenhöfer dieses israelische Recht nicht allzu weit gefasst sehen will. Und tatsächlich besteht es für ihn ausschließlich – er schreibt zwar »unter anderem«, doch weitere Beispiele nennt er nicht – in der »perfekte[n] Flugabwehr ›Iron Dome‹«. Das heißt: Die Israelis sollen den Raketenbeschuss dulden und sich ganz auf die »Eiserne Kuppel« verlassen, vielleicht noch auf ihre Schutzräume, für deren Erreichen sie fünfzehn Sekunden Zeit haben, wenn die Alarmsirenen heulen. Was sie nicht sollen: ihre Armee in Gang setzen, um Raketenbasen zu zerstören und Terroristen unschädlich zu machen, das heißt, den Beschuss zu verhindern. Das erinnert an einen legendären Vorschlag des Politologen Ekkehart Krippendorff, der vor über 20 Jahren in der taz allen Ernstes schrieb, die Juden hätten das »Dritte Reich« durch »passiven Widerstand«, etwa durch »Sitzstreiks« auf Bahnhöfen, locker in die Knie zwingen können. Wehren sollen sie sich jedenfalls nicht dürfen, wo kämen wir sonst hin?

Völkerrechtlich seien »die Bombenmassaker in Gaza« jedenfalls »Kriegsverbrechen« und »keine Selbstverteidigung«, doziert Todenhöfer weiter. Man dürfe »ein Volk nicht kollektiv bestrafen«, das lerne »ein Jurastudent in den ersten Semestern«. Nun wäre es für die israelische Luftwaffe ein Leichtes, den Gazastreifen flächendeckend unter Beschuss zu nehmen und so tatsächlich eine Kollektivstrafe zu verhängen. Nur tut sie genau das nicht und will es auch gar nicht. Im Gegenteil nimmt sie die Stellungen der Hamas gezielt unter Feuer und warnt zuvor die Zivilbevölkerung mit Flugblättern, Anrufen und Textnachrichten, wenn die Hamas diese Stellungen mal wieder – übrigens völkerrechtswidrig – mitten in einem Wohngebiet platziert hat. Es gehört zur Strategie der Gotteskriegerpartei, dass sie die Bewohner auffordert, diese Warnungen zu ignorieren und sich als »menschliche Schutzschilde« auf den Dächern zu versammeln. Auch der Einsatz israelischer Bodentruppen im Gazastreifen ist alles, nur keine kollektive Bestrafung: Mit ihm sollen – unter dem Risiko hoher eigener Verluste – vor allem die für Israel so bedrohlichen Tunnelsysteme zerstört werden.

Apropos Tunnel: Was sie betrifft, legt Jürgen Todenhöfer einen ganz besonders aberwitzigen Erfindergeist an den Tag. Die »Menschen von Gaza« hätten begonnen, »wie Maulwürfe Tunnel in Nachbarländer zu graben, um manchmal für ein paar Tage oder Stunden Freiheit zu schnuppern«, schreibt er. »Um nicht immer wie Untermenschen zu leben, gingen sie unter die Erde. Wie paradox! Natürlich gruben sie die Tunnel in erster Linie, um nicht auf Waren und Medikamente verzichten zu müssen. Und um sich verteidigen zu können. Oder so zu tun als ob.« Herzzerreißend, nicht wahr? Eine noch groteskere Verdrehung der Realität ist allerdings kaum denkbar. Denn in Wahrheit dienen diese durchaus nicht maulwurfartig, sondern sehr professionell angelegten unterirdischen Wege keineswegs humanitären Zwecken, sondern vor allem dazu, Waffen und Raketen zu lagern, Terroristen Unterschlupf zu gewähren und ihnen das Vordringen auf israelisches Gebiet (sowie den anschließenden Rückzug nach Gaza) zu ermöglichen. Die Tunnel – bei deren Bau bislang anzweifeln kann. Einmal abgesehen davon, dass die Hamas ideologisch gar nicht zwischen Kombattanten und Zivilisten unterscheidet, weil für sie jeder Palästinenser ein Kämpfer im heiligen Krieg gegen den zionistischen Feind ist.

Doch einmal in Fahrt, zieht Todenhöfer schließlich auch noch den Nazijoker: »Noch in Tausenden von Jahren wird man sich die Geschichte der Gefangenen von Gaza erzählen. Dieses gedemütigten und entrechteten kleinen Volkes, das von einem benachbarten Herrenvolk in einem großen Käfig gehalten wurde. Dem das Herrenvolk den Strom abdrehte, wann es ihm gefiel.« Mit anderen Worten: Die Israelis treiben es heute mit den Palästinensern wie weiland die nationalsozialistischen Deutschen, das »Herrenvolk« par excellence also, mit den Juden. Und wenn man einmal an diesem Punkt der Täter-Opfer-Verdrehung und der Holocaust-Relativierung angelangt ist – die keine Entgleisung im Überschwang, sondern eine wohlkalkulierte Pointe darstellt –, dann fügt sich alles wie von selbst ins Weltbild ein. Auch die Tatsache, dass es eine Rakete aus dem Gazastreifen war, die vor einigen Tagen israelische Hochspannungsleitungen traf und 70.000 Palästinensern in Khan Younis und Deir el-Balah die Stromversorgung kappte. Oder dass die Palästinensische Autonomiebehörde bei der israelischen Elektrizitätsgesellschaft mit 525 Millionen Dollar in der Kreide steht, wovon 62 Millionen Dollar auf den Gazastreifen entfallen.

Der Rest von Todenhöfers Pamphlet ist Pathos, Tränendrüse, Betroffenheitsprosa, Show. Niemand weine »mit den Menschen von Gaza«, mit den »Müttern, deren zu Tode gebombte Kinder in ihren Armen starben«, klagt er. Ewig werde man »über die Schande von Gaza sprechen«, über die »herablassende, respektlose Unterdrückung und Demütigung seiner Bevölkerung durch den Nachbarn Israel«, über das »Versagen der Weltöffentlichkeit angesichts ihrer Behandlung als Menschen dritter Klasse, Jean Paul Sartre würde sagen als ›Halbaffen‹«. Täglich erhalte er »Morddrohungen«, die er gar nicht mehr zählen könne, sagt Todenhöfer, und dennoch denke er »jede Minute an die Menschen in Gaza, an die Verdammten dieser Erde«. Am liebsten würde er »gleich wieder zu ihnen hinfahren«. Bis es so weit ist, gibt er, der »stets gut frisierte Posterboy der neuen, mittelalten Friedensbewegung«, der »begabteste Pressesprecher, den die Hamas je hatte« (Moritz Hoffmann), im gebührenfinanzierten Morgenmagazin der ARD das Leiden Christi. Oder begeistert eben auf Facebook seine zahlreichen Fans.

Jürgen Todenhöfer zieht – nicht zum ersten Mal – alle Register, die der moderne Antisemitismus zu bieten hat. Wortgewaltig und mit dem Zorn des scheinbar Gerechten dämonisiert und delegitimiert er Israel, legt an den jüdischen Staat Maßstäbe an, die er für kein anderes Land der Welt geltend machen würde, und geißelt dessen Wehrhaftigkeit im Angesicht der Bedrohung. Todenhöfer verharmlost den judenfeindlichen Terror der Hamas und verdreht ihn in einen Akt der Freiheitsliebe, er beugt die Wahrheit mit den Mitteln der Demagogie, er lässt Tatsachen aus, die ihm nicht in den Kram passen. Er geriert sich als Freund der Palästinenser, dabei dienen diese ihm vor allem als Projektionsfläche für seine Ressentiments gegen den jüdischen Staat, während es ihn offenbar kalt lässt, dass die Hamas ihnen das Leben zur Hölle macht. Das alles wäre nicht weiter der Rede wert, wenn es sich bei Todenhöfer um eine randständige Figur handeln würde, die kaum jemand ernst nimmt. Doch er bedient eben nicht bloß die Ränder, sondern auch und vor allem die »Israelkritik« in der vielbeschworenen »Mitte der Gesellschaft«. Vor allem das macht ihn nicht nur zu einem erfolgreichen Autor, sondern auch zu einem gern gesehenen Gast in Interviews und Talkshows. Er ist ein Demagoge des Mainstreams.

Foto: © Das blaue Sofa/Club Bertelsmann, CC-Lizenz


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„Antisemitismus bleibt zweitrangig“ (Artikel von Jan-Niklas Kniewel) July 21, 2014 | 04:05 pm

„Über 4.000 Demonstranten verhinderten am Freitag den größten regelmäßig stattfindenden antisemitischen Aufmarsch Deutschlands mit einer erfolgreichen Blockade. Die 800 bis 1.000 Teilnehmer des Aufmarschs konnten nur wenige Meter laufen, bis die Veranstaltung aufgelöst und die Israelfeinde von der Polizei in die Bahn eskortiert wurden. 29 Gruppierungen, darunter Grüne, Linkspartei, die zugehörigen Jugendverbände, Jusos, Piraten, Verdi, [...]

Nächste Veranstaltung: „I don‘t like mondays! Vortrag und Diskussion zur Montagsquerfront“ July 21, 2014 | 04:00 pm

Mittwoch, 23. Juli 2014, 19:30 Uhr Rosa-Luxemburg-Saal, Karl-Liebknecht-Haus, Kleine Alexanderstraße 28 „In zahlreichen deutschen Städten fanden während der vergangenen sechs Monate Montagsdemonstrationen der sogenannten ‚Friedensbewegung 2014′ statt, die größten davon in Berlin am Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor. Was auf den ersten Blick nach einer harmlosen Versammlung friedensbewegter Menschen aussah, wurde in der medialen Öffentlichkeit schnell [...]

Palästina-Demo: „So wollen wir euch haben“ July 21, 2014 | 01:35 am

Die antiisraelische Demonstration am vergangenen Sonntag in München schien hauptsächlich religiös geprägt. Die Parole „Allahu Akbar“ zählte neben „Kindermörder Israel“ – wie in vielen anderen Städten – zum Standardrepertoire der Antisemiten. Die größte Wirkung erzielte der Münchner Islamist und Mitveranstalter Ahmad Al Afghani. Eindrücke einer Barbarei im Entwicklungszustand.

Israel dürfe kein „Holocaust-Bonus“ mehr genießen, rief einer der vielen Marktschreier zu Beginn der Kundgebung in München ins Mikrophon. Umso energischer wird allerdings darauf bestanden, dass Gaza nun das neue Warschauer Ghetto sei.

„Allah soll (Israel) bestrafen“. Wie gut, dass der nichts zu sagen hat.

Vernichtungsphantasien ausgemalt.

Ein Ausschnitt der Rede von Ahmad Al Afghani von vergangenem Sonntag, der ansonsten Menschen darauf einschwört, „Soldaten Allahs“ zu werden, kann im Moment noch hier nachvollzogen werden. Gegen Ende diagnostiziert der Islamist der aufgehetzten Menge zufrieden: „So wollen wir euch haben.“

Weitere antisemitsche Bilder aus München hat das „München Nazifrei – Netzwerk Aktion & Recherche“ gesammelt. Mit Parolen wie: „Die Opfer von gestern sind die Täter von heute“, „Holocaust in Palestine und die Welt schaut zu“, „Hitler ist Vergangenheit aber Israel ist Gegenwart“, „Stop doing what Hitler did to you“ und andern Ekeln, wie beispielsweise der Fahne der Hamas, die ebenfalls stolz durch München getragen werden konnte.

Hier ein weiterer Bericht: „Vereint im Hass“, erschienen auf popopyh.

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Pamuk – Etwas fehlt… July 20, 2014 | 08:30 am

Orhan Pamuk ist wahrscheinlich einer der talentiertesten Schriftsteller unserer Zeit. „Einer der talentiertesten“ – das mag gegenüber einem Nobelpreisträger ungewöhnlich klingen, vielleicht sogar despektierlich. Bei nüchterner Betrachtung trifft es aber doch ganz gut. Einige Passagen aus Pamuks Das schwarze Buch etwa gehören mit zum Schönsten und Dichtesten, was in der Großstadtliteratur seit Dos Passos und […]

Warum Amerikaner Alice zum Mond schicken wollen July 19, 2014 | 05:08 pm

Zu den Faustregeln dieses Blogs gehört die Behauptung, dass Zitate im Englischen irgendwie immer aus Alice in Wonderland, The Wizard of Oz, der Bibel oder (insbesondere wenn sie doppeldeutig sind) von Shakespeare stammen. Was haben wir aber dann von diesem Satz aus dem Wirtschafts-Blog Zero Hedge über die US-Notenbank-Chefin Janet Yellen zu halten (Hervorhebung hinzugefügt)?

In a nutshell, she said “It’s not the Fed’s job to pop bubbles”. While many market participants immediately took this to mean, “To the moon, Alice!” and started buying equities hand over fist, there’s another possible explanation for Mrs. Yellen’s proclamation of unwillingness (…).

Alice auf dem Mond, das klingt nicht nach Lewis Carroll. Und tatsächlich stammt der Satz aus einer einflussreichen 50er-Jahre TV-Serie mit dem Namen The Honeymooners. Darin droht der der Busfahrer Ralph Kramden seiner scharfzüngigen Ehefrau Alice regelmäßig eine Trachtprügel an [YouTube]:

Bang, zoom, you’re going to the Moon!

Die 39 Folgen von The Honeymooners waren enorm einflussreich. Die Cartoon-Serie The Flintstones wurde von ihnen inspiriert. Auch bei The King of Queens sieht man ihren direkten Einfluss. Dazu kommen endlose kleinere Anspielungen, wie in der Futurama-Folge “The Series has Landed”. Die Serie ist ein Stück Fernsehgeschichte, der Satz mit Alice und dem Mond immer ein Lacher wert.

An dieser Stelle mag der interessierte Leser allerdings stutzen. Moment, die Androhung häuslicher Gewalt soll witzig sein? Und das in dem Land, das die “politische Korrektheit” erfunden hat? Tatsächlich können wir davon ausgehen, dass ein derartiger Satz heute keine Chance im US-Fernsehen hätte.

Zur Verteidigung wird angeführt, dass Ralphs Drohungen immer leer und offensichtliche Übertreibungen seien, also nur seine Art waren, Dampf abzulassen. Sie müssten im Rahmen der Beziehung als Ganzes gesehen werden. Alice habe eigentlich die Hosen an, um bei einem Bild der Zeit zu bleiben, das heute auch keinen Sinn ergibt.

In der Praxis wird der Satz häufig aus dem Zusammenhang gerissen und umgedeutet, womit die Drohung komplett verloren geht. Das sieht man auch oben am Beispiel von Zero Hedge: “To the moon, Alice!” ist hier der Ausdruck einer Aufbruchstimmung (denn es werden Aktien wie doof gekauft) und nicht eine Aufforderung, der Fed-Chefin Yellen eine zu kleben. Das wäre selbst für das Blog ziemlich unhöflich.


Kein Al Quds-Tag 2014! Gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands! July 19, 2014 | 11:05 am

Wir treten entschieden gegen Antisemitismus ein. Deswegen wollen wir auch nicht zulassen, dass am 25. Juli mehrere hundert Antisemit*innen ungestört durch die Berliner Innenstadt ziehen können und dort offen ihre Vernichtungsvorstellungen propagieren. Es sollte für Antifaschist*innen eine Selbstverständlichkeit sein, sich an den antifaschistischen Gegenprotesten zu beteiligen und gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands vorzugehen.

I don’t like mondays! Vortrag und Diskussion zur Montagsquerfront am 23. Juli in Berlin July 19, 2014 | 10:41 am

In zahlreichen deutschen Städten fanden während der vergangenen sechs Monate Montagsdemonstrationen der sogenannten 'Friedensbewegung 2014' statt, die größten davon in Berlin am Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor. Was auf den ersten Blick nach einer harmlosen Versammlung friedensbewegter Menschen aussah, wurde in der medialen Öffentlichkeit schnell als Sammelbecken für Antisemit*innen, Verschwörungstheoretiker*innen, Neonazis und andere Menschen mit kruden Ansichten entlarvt.

Partei „Die Freiheit“ blamiert sich bei Israeldemo July 17, 2014 | 11:24 pm

Rund 350 Menschen zogen nach vorsichtigen Schätzungen am Donnerstagabend durch die Münchner Innenstadt, um Solidarität mit Israel anzuzeigen. Die erwarteten Übergriffe von islamistischen Gruppen blieben weitestgehend aus. Dafür wurden Angehörige der extrem rechten Kleinstpartei „Die Freiheit“ zum ernsten Problem.


Die Spitze der Demonstration mit dem Titel „I stand with Israel – We stand with Israel“ (c) Christian Willner

Bei der in blau-weiß gehaltenen Demonstration vom Sendlinger Tor über den Marienplatz schien die Stimmung insgesamt gelöst, doch das Thema war allen ernst. Seit Wochen prasseln Raketen vom Gaza-Streifen auf Israel nieder, nahezu im Minutentakt heulen irgendwo in Israel die Sirenen. „Wir kämp­fen für einen Staat, in dem alle Men­schen, alle Nach­barn und alle Bür­ger, egal wie sie aus­se­hen, wo sie her­kom­men, wen sie lie­ben und was sie ver­die­nen, die glei­chen Rech­te haben“, betont Michael Movchin, der junge Veranstalter zum Auftakt. „Und wir möchten uns klar von den Teilnehmenden der Partei ‚Die Freiheit‘, die hier auch anwesend sind, distanzieren“, fügt er über sein Megaphon hinzu. Nicht nur der laute Applaus gab ihm recht.

Michael Stürzenberger, führender Kopf der vom Verfassungsschutz als extremistisch eingeschätzten Partei „Die Freiheit“, hatte sich nämlich mit mindestens zwölf Mitstreiterinnen und Mitstreitern unter die Demonstrierenden gemischt. Darunter beispielsweise ein Mann mit einer Hose eines Nazi-Labels. Auf dessen Israelfahne war zusätzlich zum Davidstern ein Kreuz gepinselt. Ein weiterer trug ein Schild mit der Aufschrift: „Israel – Bollwerk für Europa.“ Ebenfalls anwesend war Christian Jung, der von Schlamassel Muc schon 2011 in Abwesenheit die Auszeichnung „Fehlstart des Jahres“ verliehen bekommen hat. Heute ist er maßgeblich beim extrem rechten Portal „Blu-News“. Diese Leute sehen Israel nicht erstrangig als Heimstätte für Jüdinnen und Juden – oder als Zufluchtstätte auch vor Antisemitismus in Europa – sondern als europäischen „Brückenkopf gegen den Islam“.

Stürzenberger (im Bild mittig – ansonsten rechtsaußen) filmt die Demonstration ab. (c) Christian Willner

Trotz deutlicher Ausladung der Veranstalter verließen Stürzenberger und seine Gefolgsleute die Veranstaltung nicht. Im Gegenteil, der stadtbekannte Agitator begann, die Teilnehmenden entgegen deren Einverständnis abzufilmen. Die Veranstalter baten die Polizei, dafür zu sorgen, dass er dies zu unterlassen habe. Die Polizei erwiderte laut Zeugen, sie habe keine Handhabe aufgrund eines angeblichen Presseausweises Stürzenbergers.


Eine engagierte Koryphäe der jüdischen Gemeinde hindert Stürzenberger mit Israelfahne am Filmen und Schauen. (c) Christian Willner

Erst ein Einschreiten des Stadtrates Marian Offman (CSU) zog einen Teilerfolg nach sich. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in München wird seit jeher aus diesem Spektrum mit Schmähmails bombardiert. Weil Offman Jude ist, erwarten extrem Rechte von ihm, dass er sich gegen Muslime äußern müsse. Da er dem nicht nachkommt, werden sie ausfallend. „Einer hat geschrieben, dass er mir in die Fresse schlagen will, wenn es so weit kommt, dass seine Kinder einen muslimischen Religionsunterricht besuchen müssen“, sagte Offman 2013 in einem Interview gegenüber der az.

Aufgrund seiner Intervention mussten die Mitglieder der Partei „Die Freiheit“ von da ab mit deutlichem Abstand hinter der Demonstration hergehen. Auch das hat sie nicht bewogen, sich zu entfernen. Offenbar scheint es ihnen keinen Deut um Israel oder Antisemitismus zu gehen, sondern hauptsächlich darum, die Jüdische Gemeinde in München zu instrumentalisieren – gegen den Willen der weit überwiegenden Mehrheit. Man wird sich überlegen müssen, wie man in Zukunft entschiedener mit solchen ungebetenen Gästen umgehen könnte. Es gibt nicht wenige Menschen, die ein mulmiges Gefühl dabei haben, zusammen mit solchen Gestalten auf einer Demonstration zu stehen.


Auch Gestalt – und wenig ergebnisreiche Diskussion (c) Christian Willner

Die angekündigten Proteste islamistischer und türkisch-nationalistischer Gruppen sind weitestgehend ausgeblieben. Es sammelten sich immer wieder Kleinstgrüppchen am Rande der Demonstration. Am Marienplatz fand sich etwa ein Dutzend, das den antisemitischen Slogan „Kindermörder Israel“ skandierte. Zum Schluss hielt eine Frau ein Schild mit der Aufschrift „Stopp deinen Holocaust Israhell“ hoch. Auf der Seite des Facebook-Events zur Israeldemonstration hörte sich das zuvor entschieden rauer an. Zahlreiche wünschten den Teilnehmenden den Tod.

Mit vollem Klarnamen und offenem Profil – für Antisemitismus scheinen sich viele nicht mehr einmal zu schämen

Für Freitag ist eine skurile Demonstration der DKP und dem neugewählten Stadtrat Cetin Oraner (Die Linke) mit dem Titel „Freiheit für Rojava und Palästina“ angekündigt. Am Sonntag soll es noch einmal zu einem Großaufgebot islamistischer und türkisch-nationalistischer Verbände kommen.

Bekommt das Alte Rathaus selten zu Gesicht: Ein klares Zeichen gegen Antisemitismus

Mit am Start: die „Antihomophobe Aktion“

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19. Juli – Bundesweite „Friedens“-Wahnwachen kritisch begleiten July 17, 2014 | 06:16 pm

19. Juli 14:00 Uhr Alexanderplatz Wahnwachen-Demonstration vom Alex zum Brandenburger Tor Die bundesweiten Versuche, eine Querfront auf den montäglichen „Friedens“-Wahnwachen zu installieren ist den den letzten Wochen ins Stocken gekommen. Die Massen blieben in vielen Städten zuhause und so versuchen die Organisator_innen um Lars Mährholz am 19. Juli nochmal einen Anlauf. Eine Montagsmahnwachen-Demonstration am Samstag. Mit etlichen Redner_innen, wie z.B. [...]

Mobiveranstaltungen bundesweit #2 July 17, 2014 | 05:58 pm

Neben den Veranstaltungen, die im Vorfeld der Proteste in Berlin stattfinden, haben auch Gruppen in anderen Städten Veranstaltungen organisiert. Hier die Veranstaltungen in Bielefeld, Braunschweig und Hannover: Ideologiekritik des Islamismus Vortrag von Hannes Bode Wann: 09.07. ¦ 19 Uhr , Wo: Pavillon Hannover, Kleiner Saal Info- und Mobiveranstaltung zum al-Quds-Tag Wann: 10.7. ¦ 19 Uhr, Wo: Nexus (Braunschweig) Tagesseminar zur Einführung [...]

No one cares July 16, 2014 | 09:52 pm

The caliphate that they declared so recently has just got a lot bigger. And rather amazingly, the world hasn’t paid much attention, because of Gaza. They have attacked towards Deir ez-Zor, which is a big province with a lot of oil wells in eastern Syria. They probably hold about 98 percent of it now. There’s a bit of the capital city which is held by the Assad government, but otherwise they’ve routed the opposition, Syrian opposition, Assad, from themselves. And they’ve also launched another offensive towards one of the Kurdish enclaves right up on the Turkish border—there are about half a million people there—to Kobani. They’re using—I was talking to people in the enclave yesterday, and the ISIS have about 5,000 fighters there, but they’ve also got tanks and artillery that they captured in Iraq. They’re driving around in American Humvees, also captured. And they’re putting a lot of pressure on. So they’re really taking the whole sort of eastern side of Syria, to the east of the city of Aleppo. And they probably will advance towards that in the future. But it’s a major success for them, following their takeover of Mosul and northern and western Iraq, and rather surprisingly, given publicity after the fall of Mosul, that this really hasn’t gathered much attention in the rest of the region or in Europe or America.

Quelle

Rede am 15. Juli 2014 in Kassel July 16, 2014 | 09:30 pm

Wir stehen heute hier, weil auch in Kassel heute eine Zusammenrottung der Antizionisten und Antisemiten stattfindet. Wir stehen heute hier, weil die jüdischen Bürger Kassels Angst haben müssen, Angst haben müssen, sich als Juden erkenntlich zu zeigen, mit der Kippa draußen herumzulaufen, in die Synagoge zu gehen oder von der Synagoge zu kommen. So wurde heute angesichts der angekündigten Kundgebung der Religionsunterricht für Kinder in der Synagoge abgesagt. Das alleine schon ist ein unglaublicher Skandal.

Was wir heute hier erleben werden, spielt sich aber nicht nur in Kassel ab, sondern ist Realität in vielen Städten in Deutschland, in vielen Städten Europas. Es ist erschreckend. In Paris rotteten sich „Demonstranten“ zusammen und warfen Brandsätze auf die, von einigen Hundert Gästen besuchten Synagoge. Einen Tag später blockierte der Mob den Besuchern den Weg zu Synagoge und bewarf Besucher und Gebäude mit Steinen und Flaschen.

In Bremen, Düsseldorf und Frankfurt kam es in den letzten Tagen zu Übergriffen auf Passanten, die den hasserfüllten Parolen der „Demonstranten“ widersprachen. Es wurden die sattsam bekannten Schlachtrufe „Allahu Akbar“, „Kindermörder Israel“, „Tod! Tod! Israel!“ gerufen, in Essen: „Hamas! Hamas! Juden in das Gas!“. Die Polizei verhinderte all dies nicht. Sowohl in Dortmund als auch in Frankfurt nahmen organisierte Nazis an der Kundgebung teil. In Essen marschierte der Mob bis vor die Synagoge.

Vor ein paar Tagen wurde ein 86-jähriger Teilnehmer eines Flashmobs für die entführten – und mittlerweile ermordet aufgefundenen – israelischen Jugendlichen von Israelkritikern krankenhausreif geschlagen.

Obwohl die Veranstalter des heutigen Marsches in Kassel mehrfach betonten, ihr Marsch richte sich nicht gegen Juden, sondern sei eine Aktion für den Frieden, posten ihre Anhänger wüste und hasserfüllte israelfeindliche, antisemitische und geschichtsrevisionistische Parolen. Aber auch der Aufruf ist bezeichnend, fordert er doch Frieden in Palästina und nicht etwa Frieden zwischen Israel und Palästina. Israel kommt nicht vor. Juden werden nur geduldet, wenn sie Israelfahnen verbrennen oder den Staat Israel für ein Sakrileg halten. Das eigenständige Bestreben der Juden einen Staat zu gründen und zu haben wird in Abrede gestellt, indem wahrheitswidrig behauptet wird, der Westen habe den Juden einen Staat geschenkt.

Die Teilnehmer der Kundgebung für “Frieden in Palästina” in Kassel, eine Koalition aus Islamisten, türkischen Faschisten, Anhängern der Hamas, des Islamischen Jihad, der Hisbollah und andere palästinensische Nationalisten auf deutscher Seite eine Querfront aus Anhängern verschiedener Linker (u.a. die sogenannten Revos, MLPD-Anhänger und mich würde es nicht wundern auch den einen oder anderen Linksparteigänger, Attac-Aktivisten usw. dort zu sehen), Nazis, Identitäre und der Aktivisten der Blechhutträger eint ein unbändiger Hass auf Israel und ein kaum zu kaschierender Hass auf Juden.

Jean Paul Sartre* schrieb: Der Antisemitismus ist eine Leidenschaft. Der gemäßigte Antisemit ist ein höflicher Mensch, der ihnen sanft sagt: Ich habe nichts gegen Juden. Ich halte es nur … für besser, wenn sie am Leben der Nation eingeschränkt teilnehmen. Im nächsten Augenblick, wenn er vertraut geworden ist, fügt er leutseliger hinzu: Schauen Sie, etwas muss doch mit den Juden sein: sie sind mir körperlich unangenehm. Das Argument entspricht der Logik des Leidenschaftlichen, wie der zu beobachtende Tatbestand von der Lust am Bösen. Der Antisemit kann wie besessen obszöne und kriminelle Taten wiederkäuen, die ihn erregen und seine perversen Neigungen befriedigen.

Sehen sie sich die Postings von Kinderleichen, zerfetzten Körpern, blutverschmierten Opfern an, die zur Illustration der Brutalität der IDF, resp. des Juden dienen sollen und doch mehr über diejenigen aussagen, die diese Bilder veröffentlichen, die darüber hinaus häufig gefakt sind, oder von anderen Orten aus anderen Zusammenhängen stammen, z.T. auch schlicht gestellt sind, dann weiß man, was Sartre gemeint hat. Die Gemäßigten findet man bei denen, die behaupten man sei Freund Israels, aber Israel nehme sich zu viel raus – das müsse man ja mal unter Freunden auch sagen dürfen, die Siedlungen seien das Hindernis für einen Frieden, Israel verfolge archaische Rituale „Zahn um Zahn“, Auge um Auge“, nehme die Zivilbevölkerung des Gaza in Geiselhaft und profitiere vom Terror der Hamas. Haltungen die den Anschein erwecken, man argumentiere differenziert und damit so tun, als könne man zur Existenz und zum Sicherheitsbedürfnis Israels zwei legitime Auffassungen haben. Diese Gemäßigten finden sie in der seriösen Presse zuhauf. In Kassel ist der Herr Carl dafür ein gutes Anschauungsbeispiel. Diesen Menschen geht es wie dem von Sartre geschilderten gemäßigten Antisemiten, ihnen ist die Existenz des jüdischen Staates unangenehm.

Kommen wir noch mal zurück zu den aktuellen Riots, den größten antisemitischen Zusammenrottungen Deutschlands nach 1945. Was erschreckt ist auch die Reaktion oder vielmehr das Ausbleiben einer Reaktion der Politik und das an vielen Orten zu beobachtende Zurückweichen der Exekutive sowie die bisweilen zu beobachtende Gleichgültigkeit und wie es scheint, klammheimliche Sympathie für die Freunde der Hamas, für den antisemitischen Mob. In Düsseldorf, in Bremen und besonders erschreckend in Frankfurt, wo aus dem Lautsprecher des Polizeiwagen „Kindermörder – Israel“ tönte.

In einem Staat und in einer Gesellschaft, die von sich behauptet Verantwortung vor der Geschichte wahrzunehmen, die Israels Sicherheit zur Staatsräson erklärt, an zahlreichen Gedenktagen und zu anderen Anlässen wo es absolut nicht kostet, Abscheu angesichts des historischen Antisemitismus äußert, werfen diese Ereignisse ein Licht auf den wahren Gehalt und den politischen Wert der wohlfeilen Bekenntnisse in Politik und Medien, sie sind nichts anderes als leere Hülsen der Phrasendreschmaschinen, die regelmäßig zu diesen Anlässen angeworfen werden.

Wo sind die feinen Damen und Herren in diesen Tagen, an Tagen wo Juden Angst haben müssen, sich als solche erkennen zu geben, an Tagen, wo das Zeigen der Fahne Israels als Provokation gilt und für den, der sie präsentiert, Gefahr für Leib und Leben bedeutet. Dies auch in einer Stadt, die sich damit brüstet, mit Ramat Gan eine Partnerstadt in Israel zu haben, eine Stadt die sich damit brüstet, viele Gedenktafeln für die Opfer des Faschismus aufgestellt zu haben und die viele Erinnerungssteine für die toten und aus Kassel deportierten Juden verlegt, dies aber in trauter Eintracht mit jenen, die zum Teil bei jenen mitmarschieren, die uns gleich gegenüber stehen werden.

Wir stehen hier ziemlich alleine! Klar ich bin stolz darauf, dass wir fast hundert sind, dank unserer Genossinnen und Genossen aus der Kasseler Antifa, dank unserer Freunde aus Marburg und Göttingen. Ich freue mich auch, dass wir gemeinsam mit der DIG-Kassel und der CjZ-Kassel diesen Aufruf verfassen konnten, zwei Gruppierungen, auf die doch der eine oder andere in dieser Stadt hört – und natürlich ganz besonders darüber, dass die Jüdische Gemeinde Kassels und die Jüdische Liberale Gemeinde Nordhessens mit dabei sind. Nicht zuletzt bin ich auch froh, dass unsere eigenen Mitstreiter aus dem Bündnis gegen Antisemitismus heute hier in größerer Anzahl versammelt sind. Trotzdem, die anderen sind weit über tausend und wir vermissen die, die die Repräsentanten dieser Stadt sind und deren Aufgabe es wäre, sich schützend vor die Bürger ihrer Stadt zu stellen, deren Aufgabe es wäre, deutlich zu zeigen: Antisemitische Aufmärsche, das dulden wir in dieser Stadt nicht – erst recht nicht auf der großen Rathaustreppe. Aber was soll man von politischen Repräsentanten einer Stadt erwarten, deren parteipolitischen Vertreter auf der Bundesebene sich durch ein genauso indifferentes Verhältnis zu Israel auszeichnen, wie der von Sartre beschriebene gemäßigte Antisemit.

Trotzdem, auch wenn sie heute nicht hier stehen, wir fordern von den Repräsentanten dieser Stadt:

  • Stellen Sie sich öffentlich und unmissverständlich vor unsere jüdischen Bürger
  • Verurteilen Sie ohne wenn und aber die antiisraelische Demagogie
  • Unterbinden Sie die antisemitische Propaganda auf Demonstrationszügen wie wir ihn gleich erwarten können
  • Nehmen Sie klar Stellung gegen Initiativen, die den Boykott israelischer Waren fordern.
  • Unternehmen Sie alle möglichen rechtlichen Schritte, um solche antisemitischen Zusammenrottungen in Zukunft zu unterbinden – oder sie wenigstens aus dem Stadtbild zu verbannen
  • Tragen Sie dazu bei, dass unsere jüdischen Bürger ohne Angst, die Synagoge besuchen können

Free Gaza from Hamas – Alerta Alerta Antifascista – Lang lebe Israel – Friede und Sicherheit für Israel – Solidarität mit Israel -

* nicht ganz wortgetreu zitiert aus: Jean-Paul Sartre, Überlegungen zur Judenfrage, Frankfurt1994

Emergency Aid for Internal Displaced Iraqis, who fled the Terror of ISIS July 16, 2014 | 04:20 pm

Wadi is supporting refugee families from Western Iraq

Hundred of thousands of Iraqis had to flee the terror of the radical Islamic Group ISIS that took over big parts of Western Iraq in June. The were looking for shelter and safety in neighboring Iraqi Kurdistan.
But refugee camps are overcrowded and many families have to live in schools or other public buildings without getting much of assistance.
In Darbandikhan, a small town nearby Suleymaniah, around 500 families, most of them women and children, are sheltered in a local school building.
As part of the local Iraqi-Kurdish network Hana, which also supports refugees from Syria, Wadi is supporting these families with basic need such as food, clothes and toys for the children.
Please support these effort with your donation too.

Jüdische Allgemeine: Angriff bei BAK-Shalom-Gründung July 16, 2014 | 09:18 am

Unstrittig passiert ist dies: Am Freitag, den 11. Juli, wollte sich in den Räumen des AStA der Wuppertaler Universität eine nordrhein-westfälische Gliederung des BAK Shalom in der Jugendorganisation der Linkspartei gründen. Als die neun bis zehn jungen Leute über das Universitätsgelände gingen, wurden sie von fünf jungen Männern bedroht und angegriffen: Es gab Schläge ins Gesicht, von leichten Verletzungen ist die Rede, und verbürgt ist auch, dass einer der israelfreundlichen Nachwuchs-Linken eine Kippa trug.

Kurze Empfehlung: Verbrannte Blüten von Ngũgĩ wa Thiong’o July 16, 2014 | 07:23 am

Weil nicht immer Zeit für eine detaillierte Auseinandersetzung ist und auf starke Texte, die durchaus für sich selbst sprechen, doch hingewiesen werden soll, werden in der Sonntagsgesellschaft in Zukunft immer mal wieder kurze Empfehlungen vor allem zu Romanen erscheinen, bei denen es zu einem Artikel (noch?) nicht ganz gereicht hat. Heute: Verbrannte Blüten von Ngũgĩ […]

Editorial July 15, 2014 | 10:35 pm

Im Editorial der ersten Ausgabe der Bonjour Tristesse schrieben wir, dass wir das Heft im »unerschütterlichen Optimismus« herausgeben, »Diskussionen anregen« zu können. Ob dieser Optimismus berechtigt ist, wissen wir nicht. Zumindest auf dem Blog und der Facebook-Seite der Bonjour Tristesse halten sich Diskussionen, die diesen Namen verdienen, in engen Grenzen. Die Klickzahlen auf unserer Internetpräsenz […]

Porträt eines Opportunisten. Über das Comeback von IC Falkenberg. July 15, 2014 | 10:34 pm

»Der verstorbene H. G. Wells erzählt in seiner ›Zeitmaschine‹ von einem Endzustand der Menschheit, bei welchem eine Hälfte der Erdbewohner zu unterirdisch lebenden, rattenartigen Kloakengeschöpfen verkümmert sind, Bedienstete einer seit Jahrtausenden in ihren Handgriffen immer wieder vollzogenen Technik. Wells nennt sie die Morlocken. Ob sie nicht in einer Übergangszeit auf einen komfortableren, einschmeichelnderen Namen gehört haben […]

Deutsche Dörfer – Comeback der Neunziger? July 15, 2014 | 10:31 pm

Am 15. März 2014 fand im Leipziger Conne Island eine Podiumsdiskussion der Wochenzeitschrift Jungle World statt. Unter dem Titel »Deutsche Dörfer – Comeback der Neunziger?« sollten die gegenwärtigen ausländerfeindlichen Proteste analysiert werden. Einer der Referenten stellte uns das Manuskript seines Eröffnungsstatements zur Verfügung. »Kommen die 1990er Jahre wieder?«, steht im Ankündigungstext dieser Veranstaltung. Diese Frage, […]

Angry Old Man. Über den Geltungsdrang Wolf Biermanns. July 15, 2014 | 10:27 pm

Peter Hacks attestierte ihm bereits 1967 ein »enormes Geltungsbedürfnis« und ein damit einhergehendes mittelmäßiges Talent. In den Jahren nach Wolf Biermanns Ausbürgerung aus der DDR legte Hacks nach, was ihm einen jahrelangen Boykott westdeutscher Theater einbrachte. Biermanns Geltungsdrang aber führte den Günstling Margot Honeckers und Liebling westdeutscher Medien komfortabel durch die Bundesrepublik und das neue […]

Antizionismus: Staatsdoktrin der DDR. Der Krieg des SED-Regimes gegen Israel. July 15, 2014 | 09:59 pm

Vor einiger Zeit organisierten der Sozialistisch-Demokratische StudentInnenbund (SDS) Halle und der Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden (BAK AUF) der Linken im hallischen Hauptquartier ihrer Partei einen Vortrag, mit dem ihre Affinitäten zum iranischen Mullah-Regime zum Ausdruck gebracht werden sollten. Als Referenten luden sie den sogenannten Friedensforscher Werner Ruf ein. Da die Parteinahme für das antisemitische Regime […]

»Die Mobilmachung ist zum Dauerzustand geworden.« Ein Interview mit Clemens Nachtmann. July 15, 2014 | 09:56 pm

Zu den gegenwärtig beliebtesten politischen Schlagworten in der Bundesrepublik gehören die Begriffe »Transparenz«, »Bürgerbeteiligung« und »Bürokratieabbau«. Die Resonanz, auf die sie stoßen, ist groß. Sie reicht, um nur drei Beispiele zu nennen, von den Protesten gegen das Bahnhofsgroßprojekt Stuttgart 21 über den gegenwärtigen hallischen Oberbürgermeister Bernd Wiegand, der einen ganzen Wahlkampf damit führte und gewann, […]