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Rechtsextreme mobilisieren für Pro-Gaza Demo in München July 25, 2014 | 10:29 pm

Am Samstag soll eine weitere antiisraelische Demonstration in München stattfinden – doch das Pro-Gaza-Bündnis zeigt sich zerstritten. Zudem ruft die rechtsradikale „Europäische Aktion“ zur Teilnahme auf. Es kursieren Gerüchte, der Journalist Jürgen Todenhöfer werde auf der Demonstration sprechen. Eine Gegenkundgebung ist geplant.

Die „Europäische Aktion“ hielt auch schon gestern in München eine Kundgebung ab. Jetzt wollen sie sich der Demonstration des Vereins „Palästinensische Gemeinde München“ anschließen. (c) München Nazifrei

Ganz so martialisch wie vergangenen Sonntag soll es kommenden Samstag bei der Demonstration „Protest gegen das Töten in Palästina“ ab 14 Uhr am Orleansplatz nicht zugehen. Sie schäme sich zutiefst für den Hass, der auf der letzten Demonstration geschürt worden sei, beklagte Mitveranstalterin Dunya Sabreen im Nachgang. Die Demonstration „Freiheit für Palästina“ sei „sehr religiös und teilweise antisemitisch geprägt“ gewesen. Auch die Parole „Kindermörder Israel“ werde von außen als aggressiv wahrgenommen, so Sabreen. Auf der Demonstration wurden vielfach antisemitische Schilder gezeigt mit Pa­ro­len wie: „Die Opfer von ges­tern sind die Täter von heute“, „Ho­lo­caust in Pa­les­ti­ne und die Welt schaut zu“ und an­dern Ekeln. Hauptveranstalter war der Verein „Palästinensische Gemeinde München“ der seinen Sitz derzeit im städtisch geförderten „Eine Welt Haus“ hat.

Veranstalter wollen Mob ansehnlicher gestalten
Zur Demonstration am Samstag haben die Veranstalter nun vorsorglich ein Regelwerk verfasst. Unter anderem ist einzig die palästinensische Fahne erwünscht und „Allahu Akbar“-Rufe (Gott ist groß) sind zu unterlassen. Viele zeigten sich daraufhin enttäuscht, die noch letzten Sonntag mit der türkischen Fahne, der Fahne der faschistischen „Grauen Wölfe“ oder der Terrororganisation Hamas gekommen waren. Manche kündigen an, eine eigene, islamistische Demonstration zu veranstalten: „Nur für Männer.“ Die rechtsradikale „Europäische Aktion“ – ein Sammelbecken für Holocaust-Leugner und Rechtsextremisten – hat wiederum zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen – mit Bezug auf den sogenannten „Al Quds Tag“. Am Freitag demonstrierte die Formation in München bereits unter dem Motto „Abzug aller US-Truppen aus Europa – Austritt aus NATO und EU“ und zeigte die palästinensische Fahne.

Spricht Jürgen Todenhöfer in München?
Es kursiert darüber hinaus das Gerücht, dass auch der Journalist Jürgen Todenhöfer am Samstag in München sprechen könnte – allerdings sind die Belege bislang eher dürftig. Der Islamist und Mitveranstalter Ahamd Al Afghani zitierte Todenhöfer bei seiner Rede vergangenen Sonntag. Am Dienstag ploppte dann ein aktuelles Foto auf dem Facebook-Account Afghanis auf, das Tödenhofer und ihn heiterer Eintracht im Münchner Westen vor dem Geschäft „Radlbauer“ zeigt. Seitdem schießen die Spekulationen ins Kraut, weitere Hinweise gibt es aber nicht. Todenhöfer genießt derzeit unter Islamisten großes Ansehen, nachdem er sich ein weiteres Mal als „Demagoge des Mainstreams“ (Lizas Welt) zu verstehen gegeben hat.

Afghani fordert „Verteidige deinen Glauben“. Hier mitsamt der Aufforderung: „Sei ein Soldat Allahs“.

Ein „Soldat“ mit Ambitionen zur Weltherrschaft
Ahmad Al Afghani ist ein führender Kopf der Islamisten in München und trat bei der letzten antiisraelischen Demonstration als Mitveranstalter auf. Unter der Weltherrschaft will er es nicht machen: „Ein bisschen Teamgeist und die Welt gehört uns“, schreibt der in Kabul geborene Al Afghani in aller Deutlichkeit. Auf seiner Facebook-Seite bekundet er seinen Gefallen an einer illusteren Gruppe islamistischer Antisemiten, wie beispielsweise dem Hassprediger Prierre Vogel. Mit Parolen wie „Zionisten sind Faschisten“, „Kindermörder Israel“, „Netanjahu nach Den Haag“, und „Falestin, Falestin“, heizte er am vergangenen Sonntag der Menge ein – am Tag zuvor sprach der Islamist in Schwäbisch Gemüd. Auch zur Demonstration am Samstag hat Al Afghani aufgerufen. Ein weiterer Veranstalter der letzten Demonstration nennt sich Sunaj Ajla Abdulla. Dieser ist unter diesem Namen bislang wenig auffällig gewesen, dafür tat er sich im Rahmen der letzten Demonstration umso heftiger hervor. „Ich will keinen Frieden, Ende Gelände, weg mit dem Drecksvolk“, ließ der Veranstalter wissen.

„Allah soll dich bestrafen (Israel)“ – letzten Sonntag in München. Weitere antisemitische Plakte sind hier dokumentiert.

Gegendemonstration geplant – Überforderung der Polizei wieder möglich
Laut Insiderkreisen ist am Samstag eine Gegenkundgebung geplant, genauere Informationen liegen allerdings noch nicht vor. Es bleibt zu hoffen, dass die Polizei am Samstag besser aufgestellt ist als letzten Sonntag – um die voraussichtliche Gegendemonstration zu schützen und Volksverhetzung zu unterbinden. Als sich der Demonstrant Samuel H. (Name von der Redaktion geändert) letzten Samstag auf der Demonstration „Freiheit für Palästina“ an einen Polizisten mit der Bitte wandte, ein Plakat mit Hakenkreuz entfernen zu lassen, soll der Polizist gesagt haben, dieser könne da nicht reingehen, sonst eskaliere die Situation. Ein weiterer Polizist erklärte ihm angeblich, dass „eine gewaltbereite Gruppe vertreten ist“ und Samuel ja selbst sehe, dass nicht genug Polizisten vor Ort seien, um eine Eskalation in den Griff zu bekommen.

Vermutlich das einzige echte Friedensplakat auf der Demonstration „Freiheit für Palästina“ trug Samuel H.

Große Kundgebung der IKG gegen Antisemitismus
Kommenden Dienstag ist eine große Kundgebung der Israelititischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern am Platz der Opfer des Nationalsozialismus geplant. „Die jüdische Gemeinschaft sieht sich in der jüngsten Vergangenheit auch in Deutschland mit einer neuen Dimension an Judenhass konfrontiert“, heißt es im Aufruf. Die Vorsitzende der IKG, Charlotte Knobloch, hat dazu eingeladen. Titel der Veranstaltung ist: „Wehret den Anfängen! Gegen Antisemitismus und Antizionismus.“

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Partei „Die Freiheit“ blamiert sich bei Israeldemo July 17, 2014 | 11:24 pm

Rund 800 Menschen zogen nach vorsichtigen Schätzungen am Donnerstagabend durch die Münchner Innenstadt, um Solidarität mit Israel anzuzeigen. Die erwarteten Übergriffe von islamistischen Gruppen blieben weitestgehend aus. Dafür wurden Angehörige der extrem rechten Kleinstpartei „Die Freiheit“ zum ernsten Problem.


Die Spitze der Demonstration mit dem Titel „I stand with Israel – We stand with Israel“ (c) Christian Willner

Bei der in blau-weiß gehaltenen Demonstration vom Sendlinger Tor über den Marienplatz schien die Stimmung insgesamt gelöst, doch das Thema war allen ernst. Seit Wochen prasseln Raketen vom Gaza-Streifen auf Israel nieder, nahezu im Minutentakt heulen irgendwo in Israel die Sirenen. „Wir kämp­fen für einen Staat, in dem alle Men­schen, alle Nach­barn und alle Bür­ger, egal wie sie aus­se­hen, wo sie her­kom­men, wen sie lie­ben und was sie ver­die­nen, die glei­chen Rech­te haben“, betont Michael Movchin, der junge Veranstalter zum Auftakt. „Und wir möchten uns klar von den Teilnehmenden der Partei ‚Die Freiheit‘, die hier auch anwesend sind, distanzieren“, fügt er über sein Megaphon hinzu. Nicht nur der laute Applaus gab ihm recht.

Michael Stürzenberger, führender Kopf der vom Verfassungsschutz als extremistisch eingeschätzten Partei „Die Freiheit“, hatte sich nämlich mit mindestens zwölf Mitstreiterinnen und Mitstreitern unter die Demonstrierenden gemischt. Darunter beispielsweise ein Mann mit einer Hose eines Nazi-Labels. Auf dessen Israelfahne war zusätzlich zum Davidstern ein Kreuz gepinselt. Ein weiterer trug ein Schild mit der Aufschrift: „Israel – Bollwerk für Europa.“ Ebenfalls anwesend war Christian Jung, der von Schlamassel Muc schon 2011 in Abwesenheit die Auszeichnung „Fehlstart des Jahres“ verliehen bekommen hat. Heute ist er maßgeblich beim extrem rechten Portal „Blu-News“. Diese Leute sehen Israel nicht erstrangig als Heimstätte für Jüdinnen und Juden – oder als Zufluchtstätte auch vor Antisemitismus in Europa – sondern als europäischen „Brückenkopf gegen den Islam“.

Stürzenberger (im Bild mittig – ansonsten rechtsaußen) filmt die Demonstration ab. (c) Christian Willner

Trotz deutlicher Ausladung der Veranstalter verließen Stürzenberger und seine Gefolgsleute die Veranstaltung nicht. Im Gegenteil, der stadtbekannte Agitator begann, die Teilnehmenden entgegen deren Einverständnis abzufilmen. Die Veranstalter baten die Polizei, dafür zu sorgen, dass er dies zu unterlassen habe. Die Polizei erwiderte laut Zeugen, sie habe keine Handhabe aufgrund eines angeblichen Presseausweises Stürzenbergers.


Eine engagierte Koryphäe der jüdischen Gemeinde hindert Stürzenberger mit Israelfahne am Filmen und Schauen. (c) Christian Willner

Erst ein Einschreiten des Stadtrates Marian Offman (CSU) zog einen Teilerfolg nach sich. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in München wird seit jeher aus diesem Spektrum mit Schmähmails bombardiert. Weil Offman Jude ist, erwarten extrem Rechte von ihm, dass er sich gegen Muslime äußern müsse. Da er dem nicht nachkommt, werden sie ausfallend. „Einer hat geschrieben, dass er mir in die Fresse schlagen will, wenn es so weit kommt, dass seine Kinder einen muslimischen Religionsunterricht besuchen müssen“, sagte Offman 2013 in einem Interview gegenüber der az.

Aufgrund seiner Intervention mussten die Mitglieder der Partei „Die Freiheit“ von da ab mit deutlichem Abstand hinter der Demonstration hergehen. Auch das hat sie nicht bewogen, sich zu entfernen. Offenbar scheint es ihnen keinen Deut um Israel oder Antisemitismus zu gehen, sondern hauptsächlich darum, die Jüdische Gemeinde in München zu instrumentalisieren – gegen den Willen der weit überwiegenden Mehrheit. Man wird sich überlegen müssen, wie man in Zukunft entschiedener mit solchen ungebetenen Gästen umgehen könnte. Es gibt nicht wenige Menschen, die ein mulmiges Gefühl dabei haben, zusammen mit solchen Gestalten auf einer Demonstration zu stehen.


Auch Gestalt – und wenig ergebnisreiche Diskussion (c) Christian Willner

Die angekündigten Proteste islamistischer und türkisch-nationalistischer Gruppen sind weitestgehend ausgeblieben. Es sammelten sich immer wieder Kleinstgrüppchen am Rande der Demonstration. Am Marienplatz fand sich etwa ein Dutzend, das den antisemitischen Slogan „Kindermörder Israel“ skandierte. Zum Schluss hielt eine Frau ein Schild mit der Aufschrift „Stopp deinen Holocaust Israhell“ hoch. Auf der Seite des Facebook-Events zur Israeldemonstration hörte sich das zuvor entschieden rauer an. Zahlreiche wünschten den Teilnehmenden den Tod.

Mit vollem Klarnamen und offenem Profil – für Antisemitismus scheinen sich viele nicht mehr einmal zu schämen

Für Freitag ist eine skurile Demonstration der DKP und dem neugewählten Stadtrat Cetin Oraner (Die Linke) mit dem Titel „Freiheit für Rojava und Palästina“ angekündigt. Am Sonntag soll es noch einmal zu einem Großaufgebot islamistischer und türkisch-nationalistischer Verbände kommen.

Bekommt das Alte Rathaus selten zu Gesicht: Ein klares Zeichen gegen Antisemitismus

Mit am Start: die „Antihomophobe Aktion“

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Dienstag: Kundgebung vor dem Eine-Welt-Haus May 13, 2013 | 04:41 pm

Anlässlich der Veranstaltung „Die ethnische Säuberung Palästinas“ des antizionistischen Vereins „Salam Shalom“ wird am Dienstag vor dem Eine-Welt-Haus demonstriert. Aus dem Ankündigungstext einer frei assoziierten Gruppe aus Münchnerinnen und Münchnern gegen Antisemitismus und Antizionismus:

Seit Jahren wird das Eine-Welt-Haus für Kampagnen gegen Israel und den Zionismus missbraucht. Wir haben uns wiederholt an das Haus und die Veranstalter gewandt und wurden nicht einmal mit einer Antwort bedacht.

Die von diesem Haus und den darin aktiven Organisationen ausgehende Hetze gefährdet die Demokratie. Es ist unerträglich, dass unter dem Motto „Für ein friedliches und solidarisches Miteinander zwischen Menschen aller Kulturen“ Hass gegen Israel und Juden verbreitet wird.

Deshalb werden wir am Dienstag, dem 14. Mai, Flyer verteilen und Transparente halten!
Wir treffen uns vor dem Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstraße 80, um 18.30 Uhr.

Mitglieder oder Sympathisanten von Parteien oder Organisationen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihres Geschlechts abwerten, sind auf der Kundgebung unerwünscht.

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Der schmerzvolle Abschied der bayerischen Linksjugend vom Antisemitismus January 22, 2013 | 03:24 am

Zweifel am „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ werden unter den Mitgliedern der Linksjugend immer deutlicher. Viele Basisgruppen halten sich von den Protesten fern. Eisern dabei blieb aber der bayerische Landesverband. Dann stand dieser nicht mehr auf der Unterstützerliste. Jetzt ist er doch dabei – und begründet das mit einem selten dämlichen Schreiben.


Vereint im Stumpfsinn bei den Sikoprotesten 2012

Eine „zunehmende Verengung und Verschiebung der thematischen Schwerpunkte der Proteste“ habe sich „ereignet“, flimmert es seit gestern dummdeutsch auf der Website der bayerischen Linksjugend. Eine „spezifische Kritik“, „nämlich die an einem westlichen Imperialismus“ „dominiere“ die Sikoproteste zunehmend, worüber man sich hiermit „im Rahmen einer kritischen Solidarität“ beklagen wolle.

Auch wird die Sicherheitskonferenz stark vereinfacht und zum Teil auch sachlich falsch dargestellt. Sie erscheint als verschwörerisches Treffen der Reichen und Mächtigen der Welt, die dort ihre nächsten Angriffskriege planen würden. Diese Argumentation öffnet Verschwörungstheoretikern und der Verherrlichung von autoritären, nationalistischen und militaristischen, aber „anti-westlichen“ Regimes Tür und Tor.

Wenn sich eine Verschiebung „ereignet“, eine Kritik „dominiert“ und eine Argumentation höchstpersönlich Tür und Tor „öffnet“, dann ist das nicht nur Wortmüll, sondern da fehlen auch die handelnden Subjekte – die Teilnehmenden. Konkret: Die Protestierenden sind es, die bei den Sikoprotesten mehrheitlich keinen Hehl aus ihrer autoritären Gesinnung machen. Ihre Verbundenheit mit der Islamischen Republik Iran zelebrieren sie in antisemitischer Eintracht jedes Jahr. Das Mäntelchen über ihrer „Globalisierungskritik“ ist viel zu kurz, um den völkischen Nationalismus und den Ethnopluralismus darunter noch zu kaschieren. Von der europäischen Abschottungspolitik gegen Flüchtende – direkt oder indirekt immer ein zentrales Thema der Sicherheitskonferenz – ist im Aufruf zur Gegendemonstration keine Rede. Sie sprechen stattdessen vom „Terror der Finanzmärkte“ und erwarten als Hauptredner diesen Februar Norman Paech, von dem selbst Jakob Augstein noch allerhand „Israelkritik“ lernen könnte, wollte er sein Ranking nach oben hin noch optimieren.

Alle Gruppen, die eine bessere Welt im Sinn haben, verabschiedeten sich in den letzten Jahren von den Sikoprotesten oder haben sich dort nie blicken lassen. „Unmissverständlich“ wolle jetzt auch die bayerische Linksjugend zwar „zum Ausdruck bringen, dass ein ‚Weiter-wie-gehabt‘ perspektivisch nicht mehr möglich sein“ werde, aber sie möchte offenbar den antisemitischen Mob nicht missen, sondern wenigstens einmal noch zum Marsch aufrufen und mittendrin sein. Die Fahne hoch! Die Reihen dicht! – Genossen!

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Rechtsextreme fordern Solidarität mit Palästina December 10, 2012 | 12:48 am

Letzten Samstag demonstrierte die NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) an zwei Orten in München unter dem Motto: „Solidarität mit Palästina – Israel stoppen!“ Die Münchner SPD störte, dass dabei „antisemitische Hetze unter einer angeblichen Solidarität mit Palästina“ verschleiert werde. Es wird höchste Zeit, dass die SPD-Genossen endlich den Schuss hören.


Rechtsextreme „Solidarität mit Palästina“ am 8. Dezember 2012 in München

Am Samstag, dem 24. November, fanden vor der Münchner Feldherrenhalle – wo auch schon Hitler eine Marke im Krieg gegen Jüdinnen und Juden setzte – ein Reihe ambivalenter Gestalten zusammen, um ihre Solidarität mit „Palästina“ zu äußern. Dabei wurden antisemitische Plakate gezeigt, u.a. eines mit einer Karikatur des US-amerikanischen Präsidenten Barak Obama, wie er Davidstern-Ohrringe trägt, anspielend auf eine angebliche jüdische Weltverschwörung, unter deren Einfluss die USA stehe. Es sprachen unter anderem Nicole Gohlke (Die Linke) und Rosemarie Wechsler (Pax Christi München). Genau eine Woche zuvor fand, wie auch schon am Samstag die Woche zuvor und die Woche zuvor, eine antiisraelische Demonstration am Münchner Stachus statt.

SPD: „Solidarität ist aus dem Mund von Antisemiten ein Hohn“
Da wollte die NPD-Tarnorganisation BIA um nichts nachstehen und organsierte am Samstag, dem 08. Dezember 2012, zwei ähnlich deutliche Solidaritätskundgebungen unter dem Motto: „Solidarität mit Palästina – Israel stoppen!“ Es gelte auch inmitten der bayerischen Landeshauptstadt, „israelischen Zumutungen entgegenzutreten“, teilte der BIA-Stadtrat und Organisator Karl Richter mit. Die SPD München verfasste dazu eine Pressemitteilung:

Besonders perfide sei es, so Ritter (SPD), dass die BIA ihre antisemitische Hetze unter einer angeblichen Solidarität mit Palästina zu verschleiern versucht. „Schon das Wort „Solidarität“ ist aus dem Mund der Antisemiten ein Hohn! Die Nazis sind nicht solidarisch mit den Menschen in den palästinensischen Gebieten, sondern instrumentalisieren diese für ihren Antisemitismus“.

Besonders perfide am Statement der Münchner SPD ist aber, wie dabei das Schwert wieder gegen die Israelis zurückgedreht wird, anstatt im Angesicht von Nazis wenigstens einmal solidarisch mit dem Judenstaat zu sein. Zudem sind die besagten Gebiete mit denen da Solidarität geübt werden könnte wohlgemerkt Gebiete, die ganz offiziel das Ziel anstreben, kein Jude solle seinen Fuß mehr darauf setzen. Und dieses Ziel ist überall heute schon erreicht, wo palästinensische Autoritäten das Sagen haben. Die Solidarität der Rechtsextremen ist demnach durchaus glaubhaft und überhaupt nicht perfide. Diese können auf eine lange Tradition zurückblicken, denn schon die NSDAP schmiedete ein enges Band mit den palästinensischen Autoritäten gegen die Jüdinnen und Juden im ehemaligen Kolonialdistrikt Palästina.

Die Demonstration „Israel – wir stehen an deiner Seite“ am 25. November in München war hingegen ein Lichtblick. Zirka 800 Menschen nahmen daran teil, während die Süddeutsche Zeitung von nur 300 Teilnehmenden berichtete.

Ungebetene Gäste auf Anti-Hamas-Demonstration
Einziger Wermutstropfen: Unter die Teilnehmenden mischten sich Funktionäre des rechten Portals „PI-News“ und der rechtspopulistischen Kleinstpartei „Die Freiheit“ um Michael Stürzenberger. Stürzenberger sieht Israel als Speerspitze im Kampf gegen den Islam. Damit tut er nicht nur Israel und in etwa einer Million muslimischen Israelis unrecht. Mit seinem Erscheinen schadete er auch den Initiatoren – wie beispielsweise der Israelitischen Kultusgemeinde –, die auf eine gute Beziehung zu muslimischen Verbänden in Deutschland hohen Wert legen. Auf dem Portal „Scharf Links“ erschien dazu ein kritischer Beitrag von „Bürgerinnen und Bürger gegen die extreme Rechte“.

Nur wenige Tage zuvor hatte die Partei „Die Freiheit“ beim sogenannten „Volkstrauertag“ mit einer antisemitschen Entgleisung aufgewartet: „Guckt mal, der Jude aus Israel ist gekommen, die Merkel hat ihn umarmt und geküsst. Und er hat gleich gesagt, das deutsche Volk muss noch zweihundert Jahre zahlen für den zweiten Weltkrieg“, polterte eine Rednerin auf der Veranstaltung der Partei „Die Freiheit“ in Berlin. Und auch beim bayerischen Parteichef Stürzenberger hört die Solidarität mit Jüdinnen und Juden spätestens bei der Vorhautfrage auf.

Spaltung for teh win!
Auf der Veranstaltung „Israel – wir stehen an deiner Seite“ in München hat außerdem die neue „Gruppe Kir Royal [Critica da Monaco]“ ein Flugblatt mit der Überschrift „Für Israel – gegen die antisemitische Internationale!“ verteilt. Die Gruppe ist der größere Teil der mittlerweile zum Erliegen gekommenen „gruppe monaco /// verein freier menschen (ao)“.

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Desinformationskampagne der Süddeutschen Zeitung November 27, 2012 | 12:58 am

Die Nachrichten der SZ über Israel klingen in der Regel schon wenig glaubwürdig, aber auch die Berichterstattung über die letzte israelsolidarische Demonstration in München war stark verzerrt. Nur 300 Demonstrierende konnten die SZ-Journalisten bei der Demonstration am Sonntag vor der Synagoge entdecken, während tatsächlich zirka 1.000 Menschen anwesend waren. Die Bilder zeigen sehr deutlich, wie die SZ die Demonstration klein dokumentiert.

Impression der SZ versus Impression der Anwesenden.

Edit: Bild und Text vom SZ-Artikel wurden leider gelöscht.

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Solidaritätskundgebung: We stand with Israel! November 19, 2012 | 09:39 pm

Wir dokumentieren den Aufruf des Solidaritätsbündnisses für Israel zur Kundgebung am Sonntag, dem 25. November, um 18.00 Uhr am Jakobsplatz in München:


„Solidarität, die keiner Erläuterung und Rechtfertigung bedarf und die nicht verhandelbar ist“

We stand with Israel!

Ein Bündnis von annähernd 200 israelsolidarischen Gruppierungen, Gemeinden, Städtepartnerschaften und Organisationen aus allen gesellschaftlichen Kreisen verurteilt den Raketenbeschuss auf Israel aus dem Gazastreifen. Der Auslöser für die derzeitige Eskalation zwingt Israel zu Verteidigungsmaßnahmen, das haben auch die deutsche Bundeskanzlerin und der deutsche Außenminister deutlich zum Ausdruck gebracht. Es gibt keine Rechtfertigung für die Gewalt, die die Hamas und andere brutale Terrorgruppen des Iran seit Monaten und Jahren gegen die Menschen in Israel ausüben.

Der ständige Raketenbeschuss durch Terroristen aus dem von der Hamas regierten Gazastreifen auf Israel muss endlich ein Ende haben! Selbstverständlich hat Israel, wie jeder Staat der Welt, die Pflicht zur Selbstverteidigung. Wir unterstützen Israel darin, die israelische Zivilbevölkerung gegen die brutalen, menschenverachtenden und ständigen Angriffe dieser Terroristen zu schützen. Die Hamas missbraucht Kinder und andere Zivilisten als menschliche Schutzschilde, um ihre Waffenarsenale zu sichern. Bisher wurde dieser tägliche Terror von der Weltöffentlichkeit und von den Medien hierzulande ignoriert bzw. stillschweigend hingenommen. Ursache und Wirkung dieser Eskalation werden immer wieder verkehrt – „Aktion und Reaktion“.

Auslöser der heutigen Situation waren die über 700 Raketen, die allein 2012 auf Israel abgefeuert wurden. Wir wünschen uns daher mehr Verständnis für diese Situation und eine faire Berichterstattung. Weder ist Israel Aggressor, noch war es Initiator der jüngsten Eskalation. Wir fordern, die monatlichen EU-Hilfsgelder für Gehälter von verurteilten palästinensischen Terroristen sofort zu stoppen. Genauso unterstützen wir den Aufruf an die Parteiführung der SPD, die intensivierte Zusammenarbeit von SPD und Fatah auf der Grundlage „gemeinsamer Werte‘‘ zu überdenken.

Wir hoffen, dass dieser Albtraum aus Gewalt und Terror bald ein Ende hat. Alle Menschen in der Region haben ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit und in Sicherheit. Wir erklären unsere tiefe Verbundenheit und Solidarität mit Israel, der Heimstätte für Jüdinnen und Juden und der einzigen rechtsstaatlichen Demokratie im Nahen Osten. Wir rufen alle Unterstützer von Frieden und Demokratie dazu auf, in diesen Zeiten an Israels Seite zu stehen.

Solidaritätsbündnis für Israel

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Es geht wieder los November 18, 2012 | 04:09 pm

Im Zuge der aktuellen Entwicklung in Israel fanden auch am Samstag wieder Menschen am Münchner Stachus zusammen, um ihre Schilder hochzuhalten. Sie forderten ein Ende der Angriffe auf Gaza. Mit den Raketen auf Israel soll es aber so weitergehen.

Zwei Kinder hüpfen geschäftig vor der Gruppe herum, die sich am Samstag zur „Pro Gaza Demo“ am Münchner Stachus versammelt hat. Der Verein „Palästinensische Gemeinde München“ hatte kurzfristig dazu aufgerufen, die Organisation Amnesty International schloss sich an. Der eine Bub schwingt eine palästinensische Fahne und er sieht auch ein bisschen aus wie eine, seine Kleidung ist in den gleichen Farben gehalten. Stolz trägt der andere ein großes Schild um den Hals, das bis zum Boden reicht: „Israel tötet illegal“, steht darauf. Es reiht sich nahtlos ein in die anderen Schilder: „Stoppt Israels Staatsterror!“ oder „Free Palestine“. Von Frieden ist hier nicht die Rede und um Frieden geht es der Versammlung auch nicht.

Mit keinem Wort fordern sie ein Ende der Raketenangriffe auf Israel, womit man dem Frieden zumindest einen Schritt näher käme. Weder am Samstag, geschweige denn die Wochen zuvor störten sie sich am Raketenhagel, als die Menschen im Süden Israels nur auf ihr Glück hoffen konnten und die israelische Regierung ausharrte. Die Verzweiflung dieser Menschen hat die Teilnehmer der Demonstration zu keiner kritischen Äußerung bewegt, wenn sie diese nicht sogar mit Genugtuung aufgenommen haben.

Was ihre Gefühle in Wallung bringt, sind die Konsequenzen aus dem Dauerbeschuss: Israels Selbstverteidigung. Ein junger Mann zeigt ein Schild mit der Aufschrift „IsraHell“, das beliebteste Wortspiel mit Israel noch vor „USrael“. Teilweise gleichgültig, teilweise zustimmend, nehmen Passantinnen und Passanten die Demonstration zur Kenntnis. Niemand erweckt den Eindruck, sich daran zu stören. Die Verächtlichmachung des Judenstaats in der deutschen Öffentlichkeit ist längst Normalität geworden.

In den nächsten Wochen ist in München mit zahlreichen, noch deutlich größeren Demonstrationen zu rechnen, die den ohnehin üppig gefüllten antiisraelischen Veranstaltungskalender um aktionistische Darstellungsformen bereichern werden. Ein kalter Herbst wird das, noch kälter als erwartet.

Gewohnt hintersinniger „Humor“: Antiisraelisches Plakat, gezeigt am 17. November 2012, Stachus

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Nie wieder Sauerkraut! McDonald’s now! May 15, 2012 | 12:36 am

Auch dieses Jahr bläst die „Volksinitiative für eine geschmackvolle Zukunft des Westends“ wieder zur Massendemonstration für einen McDonald’s im ehemaligen Münchner Arbeiterviertel. Die Sprecherin des Vorbereitungsplenums, Kiyra Papadopoulos, gewährt Einblicke in den Stand der Moblisierung. Das Interview führte Schlamassel Muc.


Geht doch: McDonals’s inmitten der israelischen Wüste

Hallo Kiyra. Nürnberger Wurstexperten beklagen, dass iranische Exporteure die Preise für Schafssaitling und Pistazien erhöhen. Das habe starke Auswirkungen auf das Preisniveau der Nürnberger Bratwurst und womöglich auf die Mortadella. Ist auch eine Verteuerung des McDonald’s-Sortiments zu erwarten?

McDonald’s ist als antifaschistische kulinarische Alternative von der Politik der Islamischen Republik Iran unabhängig und das wird – inshallah – auch so bleiben.

Im Vorbereitungsplenum der Volksinitiative herrscht offenbar Uneinigkeit. Laut Medienberichten drohen die „Dinkelbrot Haters“ angeblich gar damit, dem Bündnis ihre Gefolgschaft zu verweigern. Wie ist der aktuelle Stand der Debatte?

Das Aktionsbündnis, das die Volksinitiative organisiert, begann dieses Mal zum Glück früh damit, sich regelmäßig zu treffen. Trotzdem und trotz der jahrelangen Routine kam es zu unstrukturierten und unnötig bremsenden Diskussionen etwa über das Plakatmotiv, wichtige organisatorische Dinge wie das Fronttransparent wurden sehr spät thematisiert. Die „Dinkelbrot Haters“ hatten Anfangs das Cafe „Mareis“, dann das EineWeltHaus im Auge, obwohl zweiteres garnicht im Westend liegt. Heute herrscht in dieser Kernfrage aber ein unverbrüchlicher Konsens: Die neue McDonald’s-Filiale im Münchner Westend soll an der Stelle des Burschenschaftshauses in der Schwanthalerstraße entstehen. Alle anderen Varianten sind vom Tisch.

Zahlreiche kommunistische Gruppen sind Teil der Volksinitiative. Ist es mittlerweile auch gelungen, Teile des bürgerlichen Lagers mit in die Massendeligationen einzubeziehen?

Wir sind auf das bürgerliche Lager gar nicht angewiesen. Das Proletariat kauft bei McDonald’s und scheut den Bioladen oder die Vokü ehedem. Allerdings haben Teile der Friedensbewegung nun auch bemerkt, dass in Ländern mit einer McDonald’s-Filiale in der Regel Frieden herrscht, jeder BigMac ein Schritt in Richtung Frieden ist. Der Vorstand der IG Metall in Frankfurt signalisierte uns aber bereits, „wir sind froh, wenn die Spacken nicht mitmachen.“

Für gewöhnlich sind die Proteste der kulinarischen Bewegung im Westend entschlossen, phantasievoll, vielfältig und laut. Welche Aktionen sind dieses Jahr geplant? Wieviel Dezibel sind zu erwarten?

Neben vielfältigen Aktionen wird es wieder ein „Würfeln um die Wurst“ auf dem Gollierplatz geben. Die Verlierer müssen dieses Jahr fünf Nürnberger und einen Schöpfer Sauerkraut essen.

Die Massendemonstration für einen McDonald’s im Westend im letzten Jahr kann als erfolgreich bezeichnet werden. Gibt es schon erste Signale aus der Konzernzentrale, den Forderungen der Volksinitiative zu genügen?

Ein McDonald’s entsteht nur in Ausnahmefällen nach dem sogenannten Top-Down-Prinzip. Im Regelfall handelt es sich um das entschlossene Engagement von Einzelnen oder emanzipierten Kollektiven (Anm.: siehe Foto), Graswurzel-Initiativen, die sich vor Ort stark machen und einen McDonald’s gründen. Das wäre halt am Ende zu leisten. Darum geht es uns.

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.

Weiterlesen:
„Für eine geschmackvolle Zukunft des Westends“ (Demonstration 2011″)

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Der „Vasallenstaat für den Imperialismus“ und seine „Imperialistenknechte“ May 11, 2012 | 12:58 am

Die Sozialistische deutsche Arbeiterjugend und zwei Neonazis stören eine würdige Erinnerung am Tag der Befreiung in München.


Demonstration gegen den deutschen Schlussstrich, München, 08. Mai 2012

“Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpften.“ (Schwur der Überlebenden aus dem KZ Buchenwald, 19. April 1945)

Entmündigung der Opfer von Buchenwald
Am 08. Mai 1945 kapitulierte Deutschland. Zu verdanken ist das den alliierten Streitkräften, die sich fähig und willens zeigten, nicht etwa an den Grenzen des nationalsozialistischen Staates halt zu machen, sondern ihn zu besetzen. Zum Ausdruck kam der Dank insbesondere im sogenannten „Schwur von Buchenwald“. Die bekannte Rede im Namen der Lagerinsassen ist ein Statement für den Krieg gegen den Faschismus. Eine Mehrheit der 68er-Generation stellte diese Rede allerdings auf den Kopf: „Nie wieder Kieg, nie wieder Faschismus“ war ihre Lesart der unzweideutigen Überlieferung und nicht der geschworene Dank an die alliierten Armeen.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und ihre Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) riefen dieses Jahr erneut mit der zweifelhaften Interpretation „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ zum 67. Jahrestag der Befreiung auf. Obwohl die DKP München Tage zuvor sogar antijüdische Sozialisten geladen hatte, ließen sich einige antifaschistische Gruppen am 08. Mai 2012 auf eine sogenannte „Befreiungsfeier“ im Bund mit der SDAJ quer durch die Münchner Altstadt ein.

Die antiimperialistische Nationale
Eine etwa zwanzigköpfige Gruppe entschied sich allerdings entgegen dem kommunizierten Konsens der „Befreiungsfeier“ dazu, mit den Fahnen der Alliierten aufzuschlagen, um an sie zu erinnern. Laut einem Schlamassel Muc vorliegenden Bericht wurde diese Gruppe nach ihrem Erscheinen erst „höflich“ dann „rauer“ zum Ablegen der Fahnen aufgerufen. Andere Teilnehmende äußerten der Gruppe gegenüber, dass es zwar „nicht ok“ sei, würde jemandem der Fahnen wegen „aufs Maul“ gehauen; Schuld hätte sie im Fall des Falles aber selbst.

Nachdem sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt hatte, wuchs offenbar der Unmut einiger an; insbesondere die Fahne der USA wirkte offenbar provozierend. Ein „Mittdreißiger“ rannte dem Bericht zufolge aufgeregt „hin und her“, nannte besagte Gruppe abwechselnd „Spalter“ und „Imperialistenknechte“, schubste, und unternahm auch immer wieder Versuche, die Fahnen herunterzureissen. Die neonazistische Website des „Freien Netz Süd“ ließ indes wörtlich und inhaltlich nicht weit davon entfernt verlautbaren, dass Deutschland nach dem 08. Mai 1945 zum „Vasallenstaat für den Imperialismus“ geworden sei. Gestört wurde die Performance zur Erinnerung an die befreienden Armeen zudem von zwei angerückten Neonazis, denen die Fahnen der Alliierten erheblich mehr aufgestoßen sein dürften, als beispielsweise die Annahme der SDAJ, Betriebsräte hätten bei Zwangsarbeitende etwas zum Besseren gewendet.

Die selbsternannten Sicherheitskräfte der Demonstration bemühten sich dem Bericht zufolge redlich, die Alliierten- und Israelfahnen von ihrer Demo getrennt zu halten, was angeblich einige Teilnehmende zu weiteren verbalen Ausfällen und wenig subtile Drohungen veranlasst haben soll. Zur Abschlusskundgebung am Gärtnerplatz wurde der Gruppe von der Polizei dann schließlich doch ein eigener Platz – getrennt von der Demonstration – zugewiesen.

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Aber danke für die Datteln April 17, 2012 | 02:14 am

Der groß angekündigte „Globale Marsch nach Jerusalem“ war ein Flop. Ein kleiner Mob zündete Molotow-Cocktails am Checkpoint vor Bethlehem; im Gaza-Streifen randalierten die Üblichen. Auch die Solidaritätskundgebung in München am „Tag des Bodens“ fiel eher familiär aus. Ein ergänzter Bericht von David Zeller.


„Heut‘ treff ich Bischoff Tutu, und drück ihm seine Schnut zu“ („Die Kassierer“ – Punkrocker und Tutu-Kritiker)

Viele Organisationen, auch die Islamische Republik Iran, hatten zum „Globalen Marsch nach Jerusalem“ mobilisiert. Auf dem Münchner Radiosender Lora warb Evelyn Hecht-Galinski für die Teilnahme. Sie behauptete in der Sendung, Jerusalem „verkommt immer mehr zur jüdischen Stadt.“ In Deutschland fanden letztendlich aber nur überschaubar besuchte Solidaritätsveranstaltungen statt. In Stuttgart wurde eine Kundgebung am Platz der Opfer des Nationalsozialismus organisiert, in Göttingen trafen sich die Protestierenden geradewegs vor der örtlichen Synagoge, um gegen die „Judaisierung Jerusalems“ vorzugehen. Im Vorjahr hatten in München u.a. schon das „Nationale BDS-Komitee“ (Boykott, Desinvestition und Sanktionen), der antizionistische Verein „Salam Shalom“ und die Palästinensische Gemeinde München zur Mahnwache am „Tag des Bodens“ (30. März) aufgerufen. „Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seinem Recht auf Selbstbestimmung über das Land seiner Vorfahren“, lautete die Forderung im Aufruf zur Kampagne letztes Jahr.

„Das palästinensische Volk braucht Deine Solitarität!“


Einstudierte Rührseligkeit am Infostand 2012

Dieses Jahr kündigte die Palästinensische Gemeinde München die Solidaritätskundgebungen am „Tag des Bodens“ ohne viel Vorlauf an. Auf Facebook erschien erst am 29. März ein kurzer aber wortgewaltiger Aufruf, um dem Tag zu gedenken, an dem sich die „Palästinenserinnen und Palästinenser im Kernland des historischen Palästinas gegen die Beraubung und Enteignung ihrers Landes durch Israel erhoben haben.“ Insbesondere um die „heilige Stadt“ gehe es ihnen, heißt es, und: „Das palästinensische Volk braucht auch Deine Solitarität!“ Die Israelitsche Kultusgemeinde München warb hingegen auf ihrer Website dafür, gerade an diesem Tag des organisierten antisemitischen Furors Solidarität mit Israel zu üben, was von Münchnerinnen und Münchnern sowie lokalen Medien allerdings nicht bemerkt werden wollte.

Zwei Stunden Spuk

Am 31. März 2012, einen Tag nach dem „Marsch“ versammelten sich also zirka vierzig Friedensfreunde und jene, denen ein kritisches Wort zur Hamas nicht passiert, am Sendlinger Tor, um gegen eine „ethnische Säuberung“ Jersualems und „den israelischen Kolonialismus“ zu protestieren. Es vereinigten sich unter der Palästinafahne auch Mitglieder des antizionistischen Vereins „Salam Shalom“, der Deutschen Kommunistischen Partei und der Linkspartei. Kinder säumten wohlplatziert – mit Intifadaschals, Buttons und Palästinafahnen bestückt – das Schauspiel; die aufgestellten Schilder mit Bildern von weinenden Kindern und zerstörten Häusern sollten nahelegen, dass an diesem Ort und Tag Widerspruch bereits unmenschlich ist. Wie im Vorjahr schon wurden Flyer verteilt, die zum Boykott israelischer Produkte aufriefen. Die lauthals vorgetragene Forderung eines Fanatikers, israelische Produkte generell zu boykottieren und alle Firmen anzuzeigen, die aus jüdischen Siedlungen auf vermeintlich palästinensischem Boden importieren, wäre ohne eine Tüte süßer Datteln aus Galiläa kaum auszuhalten gewesen. Zwei Stunden dauerte das grimmige Mienenspiel und der Spuk nahm ein Ende.

Weiterführendes:
Film zur Mahnwache

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Eine peinliche Allianz February 17, 2012 | 01:47 am

Seit vergangener Woche warnt die Fürther Polizei offenbar systematisch Busunternehmen davor, Fahrten zu Antinazi-Demostrationen nach Dresden durchzuführen – beklagt die Gewerkschaft ver.di. Der Polizeisprecher dementiert.


Braunhemden besetzen das Münchner Gewerkschaftshaus am 09. März 1933

Rechtsradikale Gruppen entdecken ihren Hass auf Gewerkschaften wieder. Auch in Bayern häufen sich Aktionen und Hetzschriften gegen Gliederungen der organisierten betrieblichen Interessenvertretung. Beim Neujahrsempfang der DGB Region Oberpfalz mischten sich erneut Neonazis unter die Teilnehmenden – allerdings diesmal ohne Redezeit erwirken zu können. Bei den Gewerkschaften handle es sich um „volksfeindliche“ Organisationen, ist den aktuellen Hetzschriften der Neonazis zu entnehmen; insbesondere bei den Gewerkschaften GEW und ver.di sei eine „massive Unterwanderung des Funktionionärsbereichs durch antideutsche Kreise“ festzustellen, bemängeln die Nazikader. Am 12. Januar erschien ein Beitrag auf dem rechtsradikalen Portal Freies Netz Süd, in dem der Autor seinen Unmut über die Mobilisierungsveranstaltung im Münchner Gewerkschaftshaus gegen den Dresdner Naziaufmarsch ausdrückt. Die Polizeibehörden rief er dabei flehentlich dazu auf, die Anreisenden aus Bayern mit „präventiven Maßnahmen“ zu stoppen.

Polizei blieb offenbar nicht untätig
Ulli Schneeweiß, Stellvertretender Bezirksgeschäftsführer von ver.di Mittelfranken, erhielt nun vom Busunternehmer Werner Nickel aus Zirndorf Nachricht: Die Beförderung Richtung Dresden könne weder am 13. noch am 18. Februar durchgeführt werden, so der Busunternehmer. Als Begründung gab er an, einen Anruf von der Polizei Fürth erhalten zu haben. Die Polizei habe ihm geraten, sich „doch zu überlegen“, ob er die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wirklich transportieren wolle, es sei nämlich „Randale zu erwarten.“ Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung von ver.di Bezirk Mittelfranken hervor. Dem Gewerkschaftsvertreter Schneeweiß zufolge sollen die polizeilichen Warnanrufe bei Busunternehmen systematisch erfolgt sein. Ver.di kündigte bereits an, den vertragsbrüchigen Unternehmer in Regress zu nehmen. Es gelte nun herauszufinden, ob es sich um einen Fürther Alleingang oder um ein konzertierte Aktion der mittelfränkischen oder bayerischen Polizei handelt, so Schneeweiß. Die Fürther Polizei wies indes die Vorwürfe zurück. Der Sprecher der Polizeidirektion Mittelfranken erklärte Nordbayern.de zufolge, es seien lediglich Teilnehmerzahlen bei Busunternehmen abgefragt worden, um sich ein Lagebild zu verschaffen. Es habe keine Einflussnahme gegeben, betonte der Polizeisprecher.

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Siko-Proteste bei verdientem Wetter February 7, 2012 | 02:25 am

Das immerselbe Gruselkabinett machte auf’s Neue mobil gegen die Nato-Sicherheitskonferenz. In Anbetracht der in den Keller sinkenden Teilnehmerzahlen und dem zunehmenden Altersdurchschnitt ist man doch schwer versucht, diese Angelegenheit eher dem Lauf der Zeit zu überlassen. Doch es gibt auch Positives zu berichten. Ein Beitrag von Herrn Keuner.


Münchner Kaffeehaus-Publikum im Schatten der Siko-Proteste (c) Willner

Opfer der Täuschung bist also Du selbst, und nicht oberflächlichen Meinungsstreit fortzusetzen, nicht Verschiedenheit unseres Wesens wohlgefällig zu beschreiben, schicke ich mich an, sondern von unheilvoller Blindheit Dich zu erlösen. | Max Horkheimer

Die vergilbten Pappaufsteller, die unbeirrt noch Empörung über Bush, Blair, Sharon ausdrücken und die gewohnten Che Guevara, Ocalan, Iran- und Palästina-Fahnen sollten eigentlich keine weitere erwähnende Würdigung mehr finden. Kaum ist sich zu diesem altbackenen Spuk mehr ein müdes Gähnen oder Lächeln abzuringen, angebracht erscheint einem vielmehr Mitleid mit den gelangweilten Einsatzkräften der Polizei zu haben, denen nicht viel bleibt, außer daneben zu stehen und über die Kälte und Münchner Bier zu plaudern. Daneben ist am Krakelen die buntscheckige Truppe derer, die sich nach aller Kritik am Antiimperailismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus, kurz: der deutschen Friedensbewegung nach wie vor nicht entblöden, sich zu diesem ach so bedeutungsvollen Protesttermin in Schale zu werfen und den Menschen mittels Lahmlegung der Münchner Verkehrsmittel für lange Stunden die Zeit rauben.

Weltbild der dummen Kerle
Am Vortag gab es am Marienplatz bereits den gruseligen Einblick in das ideologische Spektrum, das die Herren Genossen als „Kapitalismuskritik” feilbieten. Die cui-bono-Schar der Münchner Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend gab unter dem Motto „Würfeln um die Welt” wieder, wie sich in ihren Augen der Kapitalismus darstellt: dicker Kapitalist mit Zigarre, der geschützt und finanziert mit den Geldsäcken der Frau Merkel überall auf der Welt Krieg macht und ganze Völkerschaften verschachernd sich dabei noch freut. Doch der Phantasie des Betrachters wird ohnehin nicht viel Spielraum gelassen, denn schnell ist der Schacherer in seinem Monopolyspiel um die Länder der Welt unterbrochen, schon stürmen die Kommunisten die Bühne und zurück bleibt das Trümmerfeld mit roter Fahne: der ewige Friede ohne das berüchtigte eine Prozent, das – nicht erst seit Occupy – aus der Welt geschafft werden soll. Hinterlassen bleibt eine jubelnde Meute, die sich nun überlegen muss, wie es weitergeht. Dass Kapitalkritik anders aussieht, das haben ja nun schon viele mitbekommen und gerade die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, die immer mal wieder mit Beißreflexen gegen die Antideutschen von sich hören macht, hat nun wirklich keine Ausrede, dass ihr der Vorwurf einer personalisierten Kapitalismuskritik und des mindestens sekundären Antisemitismus noch nicht zur Genüge zugetragen wurde. Der ganze Zirkus wirkt wie eine Parodie auf sich selbst.


Unter Gleichgesinnten: Solidarität mit dem iranischen Regime | Siko 2012

Dass der untragbare Zirkus lediglich den Doppelcharakter der Ware vorgetragen und nett erklärt bekommen braucht, dachten wohl die Münchner Antifas, die sich am nächsten Tag einfanden und gegen das Siko-Bündnis – auf der Kundgebung – demonstrierten. Die Welt ist kein Schachbrett, so ihr Motto. Kritisch bzw. kritisch-begleitend kommt ihr Flugblatt daher, welches ganz umsichtig warnt vor verkürzter Kapitalismuskritik. Zwar gehört die Ironisierung völkischer und moralwachtelnder Antikapitalisten ohnehin längst zum Repertoir von Standard-Antifa-Proklamtionen, aber immerhin. Hingewiesen wird in diesem Flugblatt auch auf den angeblich undemokratischen Rahmen der Sicherheitskonferenz. Fraglich nur, ob dies so ist bzw. ob das wesentlich ist. Die personell doch recht ansehnliche Gegenveranstaltung von zeitweise bestimmt 40 Personen führte amerikanische und israelische Flaggen, sowie ein bemerkenswertes Transparent mit sich:


Von der Polizei abgeschirmt: „Gegen Antisemitismus – den Iran in die Schranken weisen“ | Quelle

Erfreulicher wäre eigentlich, die Reflexion darauf gelenkt zu haben, weshalb denn überhaupt die vorsätzlich Roten an solchen Tagen im Block marschieren, die Fahnen hoch, die Reihen dicht; und wieso in abstrakten Verhältnissen immer eines konkreten Täters habhaft zu werden versucht wird. Mit Adorno: „Dem Halbgebildeten verzaubert alles Mittelbare sich in Unmittelbarkeit, noch das übermächtige Ferne. Daher die Tendenz zur Personalisierung: objektive Verhältnisse werden einzelnen Personen zur Last geschrieben oder von einzelnen Personen das Heil erwartet.”
Mit Sprechchören wie „Free Gaza from Hamas” zog die Gruppe mehrmals die Aufmerksamkeit des Marsches auf sich, sollte die USA-Fahne das nicht schon besorgt haben. Ein zweites Flugblatt thematisierte den Iran als wichtigen Bezugspunkt der antiimperialistischen Linken und machte sich stark für eine entschiedene Israelsolidarität. Damit grenzte sich die Gruppe deutlich sowohl von den Freunden des iranischen Regimes der Demonstration ab, als auch vom Veranstalter der Sicherheitskonferenz, Ischinger, der Tage zuvor ebenfalls betonte, dass ein Iran mit Atomwaffen doch auszuhalten sein müsse.

Den Wahnsinn abstreifen
Beschützt wurden die Antifas von der Polizei, der ein oder andere „Viva Palästina”-Ruf drang durch, doch potentielle Auseinandersetzungen wurden sofort unterbunden. In jedem Fall wurde der alt-linken Kolonne durch das zahlreiche und deutliche Auftreten gezeigt, dass Marginalisierung allein noch nicht ihr Weltbild des gefühlt Guten legitimiert und dass es nun längst eine Linke gibt, die ihren Wahnsinn von sich gestreift hat. Die jungen Antifas haben den Nachmittag wesentlich erträglicher werden lassen und für die kommenden Jahre bleibt ihnen nur ein ebensolches Gelingen zu wünschen!

Weiterführendes:
Sikobündnis veröffentlicht proiranisches Pamphlet
Anti-Siko-Bündnis schmilzt weiter
Sikoproteste: Spaltung, jetzt!

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Antisemitische Töne bei Radio Lora February 2, 2012 | 11:56 pm

Wenn jemand sagt: „Jerusalem verkommt bewusst immer mehr zu einer jüdischen Stadt“, wenn also Jüdisches mit Verkommenheit zusammengedacht wird, dann ist das eine antisemitische Aussage. Das sieht der linke Münchner Radiosender LORA offenbar anders.


Aufsteller beim „Tag des Bodens“ am 30. März 2011 in der Münchner Fußgängerzone

Das besagte Zitat stammt von Evelyn Hecht-Galinski. Es ist seit wenigen Tagen auf dem Online-Portal des Senders LORA zu hören. Hecht-Galinski, die auch im Rentenalter zumeist noch mit „Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des ZDJ“ beschrieben wird (weshalb sie Joachim Fest schon 2008 „chronische Tochter“ nannte) leistete sich damit eine Deutlichkeit, die noch ein Nachspiel haben könnte. Das Bild einer Stadt, die verkommt, weil sie immer mehr jüdisch wird, erinnert inhaltlich und sprachlich zu stark an historische judenfeindliche Literatur. Die Aussage machte die ehemalige Klägerin gegen Henryk M. Broder in einem Interview, mit dem sie bei Radio LORA für den „Marsch nach Jerusalem“ warb. Sie behauptete in diesem Interview weiter, „kein Palästinenser“ könne einen „jüdischen Staat“ anerkennen, da es ja auch keinen „katholischen oder evangelischen Staat“ geben werde. Ferner forderte Hecht-Galinski, dass „die ganzen unrechten Siedlungen verschwinden“, sprach sich gegen eine angebliche „Judaisierung“ Jerusalems aus und rief zum Boykott israelischer Produkte auf. Ein Boykott von Produkten aus Israel habe „überhaupt nichts mit Juden zu tun“, versicherte Hecht-Galinski. Auch kündigte die ehemalige Waldorfschülerin ein Buch mit dem Titel „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ an, das angeblich am 15. März dieses Jahres erscheinen soll. Es ist davon auszugehen, dass es in diesem Buch in ähnlichem Stil weitergeht.

Zunehmend radikale Positionen
Der „Marsch nach Jerusalem“, der wiederum am 30. März, dem sogenannten „Tag des Bodens“ Furore in Jerusalem machen soll, ist eine Reiseveranstaltung, bei der es laut Ankündigung um die „Verteidigung und Befreiung Jerusalems“ gehe. Das Blog Reflexionen berichtete vor einigen Tagen ausgiebig darüber. Zum offiziellen Kreis der Unterstützenden gehören zahlreiche Antisemitinnen und Antisemiten, auch solche, die beleidigt wären, würde man ihnen ihren Antisemitismus aberkennen, wie Mitglieder der Al-Aqsa Brigaden oder Greta Duisenberg, die als die „bekannteste Antisemitin der Niederlande“ gilt – und das einen „Ehrentitel“ nennt. Die Ausstrahlung des sehr zweifelhaften Interviews mit Hecht-Galinski bei Radio LORA verdient Beachtung, weil der Sender sich in der Vergangenheit zwar häufig der sogenannten Umwegkommunikation bediente, also durch eine ungerechte Bewertung des jüdischen Staates auszeichnete, aber von einer Ausstrahlung direkter Drohungen gegen Jüdisches oder eine angebliche „Judaisierung“ absah. Gleichwohl war das Interview mit Hermann Dierkes vor wenigen Monaten, Sprecher der Duisburger Linkspartei – ausgerechnet zum Thema Antisemitismus – bereits mehr als der halbe Weg dahin.

Das Interview mit Evelyn Hecht-Galinski in voller Länge

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Aufmarsch der schnauzbärtigen Watschngsichter January 15, 2012 | 05:30 pm

Unter dem Motto „Wir sind die 99 Prozent“ trafen sich am Sonntag zirka 300 stadtbekannte Spinner auf dem Münchner Marienplatz, um gemeinsam in der Luft herumzufuchteln. Vom Otto-Normal-Wahnsinnigen bis zur religiösen Sekte war so ziemlich alles vertreten.


Echte Wutbürger auf der Dezemberdemonstration in München

Viele Wochen haben die Netzwerke „Occupy Munich“ und „Echte Demokratie Jetzt!“ auf diese Veranstaltung hinmobilisiert, viel hat es nicht gebracht. Nur zirka 300 Teilnehmende fanden sich am Sonntag in München ein, um gegen „Finanzwillkür, Korruption und Lobbyismus“ ihr Zeichen zu setzen. Bei der Benennung des Problems herrschte die gewohnte Einigkeit: „Keine Macht den Geldsäcken“ forderte ein Teilnehmer auf einem Schild; „Schuldgeld mit Zinseszins ist der Henker der Freiheit“ stand auf der Rückseite. Von der „Gier“ der Banker war zu lesen, von korrupten Beamten und von Wahlen, bei denen die Menschen nur zwischen „ihren Schlächtern“ zu entscheiden hätten. So einig man sich bei der Feindbild-Bestimmung war, so unterschiedlich fielen die Visionen aus. Während ein großes Transparent „Her mit dem schönen Leben“ einforderte, warben die Mitlgieder der Sekte „Gemeinschaft in Klosterzimmern“ beispielsweise mit dem Vorschlag, „wenn jeder einfach hart arbeiten würde, um seine Familie zu versorgen und dabei seinen Nächsten respektierte, bräuchten wir kein kostenaufwendiges soziales Netz, das Menschen in schwierigen Verhältnissen hilft.“ (Anm. der Red. Hallelujah!) Eine Person nannte Tauschringe den Weg aus der (persönlichen) Krise: „Lasst doch die anderen ihr Ding machen, wir machen unseres“, eine andere das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Eine neue Partei müsse her, stand wiederum auf einem Flipchart. Teilnehmende konnten ihre Meinung auf eigens dafür bereit gestellte Flipcharts festhalten.


Wort zum Sonntag: „Tauschringe sind dufte“

Während der durch die Bank dümmlichen Reden gab das Publikum den Vortragenden mit chiffriertem Rumgefuchtel Rückmeldung, offenbar eine Errungenschaft der Bewegung, um ihre Wahnhaftigkeit nicht nur im gesprochenen Wort, sondern auch auf bewegten Bildern festzuhalten. Zahlreiche Teilnehmende verbargen ihre Gesichter zudem hinter Masken, deren Herkunft und Verwendung offizielle Bedeutungen haben mögen, mir schienen diese Masken zuvörderst das Bedürfnis der Einzelnen auszudrücken, ihre Identität in einer Masse zu verlieren, sich als selbstbestimmte Wesen auszulöschen. Dass man hierfür ein schnauzbärtiges Watschngsicht gewählt hat, lässt ebenfalls viel Raum für Interpretation, die allerdings vom Autoren auf die Schnelle nicht geleistet werden kann und vermutlich ehedem schon hinreichend geleistet worden ist. Freilich hing auch viel deutsches Wir-Gefühl in der Luft, beispielsweise bei Ansprachen gegen US-amerikansiche Rating-Agenturen oder gegen die „EUrokraten in Brüssel“. Ein Mann, der sich einen „echten Patrioten“ nannte, bot an, dem Staat 99 Prozent seines Vermögens zu spenden, wenn er dafür „die Fresse vom Ackermann nicht mehr sehen müsse.“


In den Fussstapfen Pofallas: Kann die „Fresse vom Ackermann“ nicht mehr sehen.


Deppenpolonaise


Parolen für die Mülltonne


Gespannt auf die „Neue Ärä“ wartet Schlamassel Muc

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Demonstration für Demokratie und Menschenrechte in Syrien November 20, 2011 | 04:35 pm

Aufruf für die Demonstration am 26.11 in München:

Um es kurz zu machen: Seit März diesen Jahres ist der Kampf gegen das Regime in Syrien weltweit öffentlich bekannt. Die unheimliche Diktatur versucht mit brutaler Gewalt – mit Folterungen und Erschießungen – den Widerstand der Menschen in Syrien zu brechen.

Die deutsche Regierung unterhält mit der syrischen Diktatur ein Abkommen zur Abschiebung von Flüchtlingen. Schon zu viele Menschen sind in der Vergangenheit von Deutschland nach Syrien abgeschoben und dort umgehend inhaftiert und misshandelt worden. Die Forderung ist demnach einfach: Das Rückübernahme-Abkommen zwischen Deutschland und Syrien muss gekündigt werden!

Darüber hinaus: In Berlin sitzt immer noch der syrische Botschafter. Er arbeitet direkt mit dem syrischen Geheimdienst zusammen und verrät nachweislich Widerständische an das Regime in Syrien, das dort deren Familien verhaftet, schikaniert und unter Druck setzt. Also: Der syrische Botschafter in Berlin muss ausgewiesen werden!

Demonstration am 26.11.11 | 12:00 Uhr | Goetheplatz

Der ganze Aufruf demnächst auf: http://syrien.antira.info/

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Sikoproteste: Spaltung, jetzt! November 8, 2011 | 07:02 pm

Bei den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz ist auch nächstes Jahr mit antisemitischen Ausfällen und regressiver Kapitalismuskritik zu rechnen. Auf der richtigen Seite steht – wie jedes Jahr – wer fernbleibt.

Derzeit finden die Vorbereitungstreffen zur Koordination der Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2012 statt. Ende September verordneten sich die Mitglieder des Plenums bereits einen eisernen Burgfrieden. Jede Gruppe übernehme „Verantwortung für das Gesamtgelingen der gemeinsamen Proteste“ und lasse Respekt gegenüber anderen Gruppen nicht missen. Allen „Spaltungsversuchen“ werde entschieden entgegen getreten, lautete der Beschluss. Damit ist bereits absehbar, dass sich die Fehlverhalten der diesjährigen Proteste im nächsten Jahr wiederholen werden, eine Auseinandersetzung mit den gefestigten Antisemitinnen und Antisemiten im Bündnis nicht gewünscht ist. Die gute Nachricht: Die Anzahl der Teilnehmenden sank in den letzten Jahren stark insbesondere unter Jüngeren und wird voraussichtlich auch nächstes Jahr weiter sinken. Dazu könnte teilweise auch der aktuelle Aufruf zur Mobilisierung beitragen. Er ist einleitend mit einem Zitat von Jean Ziegler versehen. Ziegler ist im Bezug auf Israel sehr eindeutig positioniert. Wer sich zumindest eine differenzierte Wahrnehmung Israels wünscht, kann sich von diesem Aufruf nur schwerlich angesprochen fühlen.

Gala der Peinlichkeiten 2011
Die Proteste in diesem Jahr waren kein Ruhmesblatt. Claus Schreer, der Schirmherr des Bündnisses, warb bereits im Vorfeld der Proteste 2011 zusammen mit dem regimetreuen Fathollah-Nejad für eine Beendigung der Sanktionen gegen den Iran. Ebenfalls schon im Vorfeld machte die Gruppe „AnaRKomM“ von sich Reden, die mit einer völlig durchgeknallten Verschwörungsübersicht für ihre Aktionen warb. Am Vortag der Hauptdemonstration unterhielt der Clown Ecco Meineke unlustig am Marienplatz mit Israelwitzen, die zusammen mit den antiisraelischen Aufstellern ein wenig ansprechendes Gesamtbild abgaben und aber die Hauptdemonstration passend einläuteten (siehe Foto oben).


Palästinablock am Samstag

Hauptredner am Tag darauf war der Theologe Eugen Drewermann, der Jean Ziegler um nichts nachsteht. Er forderte von den USA beispielsweise einmal, „sie hätten die dringlichste Pflicht, auch den sechs Millionen jüdischen Mitbürgern in den USA“ dies und das „klar zu machen“. Zu ganz konkreten Übergriffen kam es aus dem „Internationalistischen Block“. Eine Gruppe demonstrierte am Rande gegen den Antisemitismus des Bündnisses. Begleitet von Rufen wie „Israel zurück ins Meer“ wurde die Gruppe tätlich angegriffen. Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend kündigte daraufhin an, 2012 für eine „breiter aufgestellte Ordner_innenstruktur“ zu sorgen. Ein weiterer Grund, der Veranstaltung fern zu bleiben.

Sikoproteste jetzt spalten
An einem solchen Bündnis lässt sich guten Gewissens weder teilnehmen noch mitwirken. Eine freie Welt – wie immer diese auch aussehe – kann nicht mit, sondern nur gegen den Widerstand dieser Leute durchgesetzt werden. Sicher ist das hochrangige Treffen auf der Sicherheitskonferenz ein guter Ort, um Kritik anzubringen. Das könnte sich auch antiimperialistisch äußern, wenn die Kritik zumindest mit einer Sehschärfe wie beispielsweise von Gerhard Stapelfeldt verfasst würde. Das ist aber von diesen Leuten nicht zu erwarten. Deshalb rufen wir alle Restvernünftigen dazu auf, aus dem Bündnis – falls noch nicht geschehen – auszutreten, es nicht weiter zu unterstützen und gegebenenfalls eine eigene Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz anzumelden.

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No-Al-Quds Tag: frohe Kunde aus Landshut August 22, 2011 | 06:15 pm

Der Al-Quds Tag wurde 1979 von Ruhollah Khomeini ausgerufen und treibt auch heute weltweit Hunderttausende auf die Straße. Sie demonstrieren für eine islamische Befreiung Jerusalems, gegen Judentum und gegen Israel – auch in Berlin. Zur bayerischen Mobilisierung wider den Al-Quds Tag wurde nach Landshut geladen.


„Ich kann beim besten Willen keinen Hitlergruß erkennen“, Al-Quds-Tag Berlin 2010

Ein Wort vorweg zu Landshut: Die ersten Trümmer anstelle des späteren Landshuts errichteten Siedelnde 5.500 vor Christus. Nachdem man sich viele Jahrtausende nach allen Regeln der jeweiligen Waffenkunde die Köpfe eingeschlagen hatte, entstand aus dem frühmittelalterlichen Landeshuata das erzkatholische Landshut an der Isar, womit das Morden aber lange nicht endete. Jüdinnen und Juden wurden aus der Stadt im 15. Jahrhundert derart gründlich vertrieben, dass sich nie wieder eine jüdische Gemeinde dort anzusiedeln wagte. Im 30-jährigen Krieg zogen die Landshuter überaus kampfeslustig zu Felde. Das Freikorps Landshut, dem auch Heinrich Himmler diente, half tatkräftig mit bei der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik 1919. Mit einem KZ-Außenlager konnte Landshut freilich auch aufwarten. Heute ist die Kleinstadt eine bayerntypische CSU-Provinz, über deren Pflastersteine aufgemotzte BMWs donnern, ringsum rankt konservierter Kitsch, zum Gedenken an eine gute alte Zeit – die es in Landshut nie gegeben hat. Man stand bis zur Reeducation 1945 in jedem erdenklichen Jahrhundert geschlossen mit großer Mordlust an der Seite von Barbarei und Reaktion. Dieser muffige Spirit hängt dem Ort immer noch im Gemäuer. Das könnte auch der Grund sein, warum es den Neonazi Martin Wiese nach seiner Haftentlassung gleich wieder dorthin verschlagen hat. Landshut fällt damit aber nicht aus der Reihe, sondern ist vielmehr eine ganz normale bayerische Kleinstadt mit einer ganz normalen bayerischen Geschichte.

Eine Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran
Umso erfreulicher ist es, dass die Mobilsierung gegen den fanatischen Al-Quds Tag in Bayern dieses Jahr von einer kleinen Gruppe in Landshut ausging. Zirka 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am 18.08 in dem Hinterhofladen von F.A.U.L. direkt im Stadtzentrum ein, unter anderem auch Mitglieder der Landshuter Gruppe Salon de la Critique. Die ideologiekritischen Genossen richteten vor wenigen Tagen die Veranstaltung „Jean Améry, der „ehrbare Antisemitismus“ und die Neue Linke“ aus. Ein Mitglied des Berliner Bündnisses gegen den Al-Quds Tag informierte die Anwesenden nun über die geplanten Proteste. Das Bündnis erhofft sich auf der antifaschistischen Demonstration am Samstag 500 Teilnehmende. Jüdische Verbände und andere zivilgesellschaftlichen Gruppen haben eine weitere Kundgebung gegen den Al-Quds Tag angemeldet. Über die Teilnahme von rechten Organisationen ist bislang nichts bekannt. Die Sprecherin des Bündnisses warnte davor, sich schon auf dem Weg zur Kundgebung erkennbar zu machen, da der antisemitische Mob erfahrungsgemäß mit Brutalität insbesondere gegen Menschen mit Israelfahne vorgeht. Kurzentschlossene ohne Anlaufstelle in Berlin können über dieses Kontaktformular Übernachtungsmöglichkeiten anfragen. Die frohe Kunde: aus Landshut wird voraussichtlich eine Delegation am 27.08 in Berlin aufschlagen, vielleicht auch Einzelne aus Regensburg.

Der Aufmarsch am al-Quds-Tag ist das einzige Ereignis in Europa, in dem die Islamische Republik Iran mit ihren hiesigen Repräsentanten die Diskretion ablegt, die sie bei Einladungen von Freunden aus Industrie und Politik bewahrt. Als Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, rufen wir auf zu Protest gegen den al-Quds-Tag in Berlin und anderswo. Marg bar jomhuriye eslami! Marg bar asle velayat faqih! | Aus dem Aufruf von Cosmoproletarian Solidarity und exsuperabilis

Dem können wir uns nur anschließen.

Daten:
Islamistischer Aufmarsch: Samstag, den 27.08 um 14:00 Uhr | Adenauerplatz | Gegendemonstration: um 12:00 Uhr | Wittenbergplatz | Weiterer Gegenprotest (u.a. die Jüdische Gemeinde): um 14:30 Uhr | Joachimstaler Str. bzw. Kurfürstendamm

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Iraner demonstrieren im Terminal 2 August 7, 2011 | 04:20 pm

Die erste Demonstration im Terminal 2 des Münchner Flughafens Franz-Josef-Strauß schaffte es gestern bis in die Tagesschau. An den Protesten nahmen auch Iraner teil. Immernoch scheitern viele Verfolgte aus dem Iran an den europäischen Außengrenzen.

Weiterführendes:
Vor wenigen Tagen hielt Dr. Kazem Moussavi in Berlin eine bemerkenswerte und flammende Rede gegen die europäische Appeasementpolitik. Die Rede, die vielmehr ein dringlicher Aufruf ist, kann hier angehört werden. Unbedingt ans Herz legen wollen wir auch den soeben angelaufenen Film „Im Bazar der Geschlechter“. Die Dokumentation der Regisseurin Sudabeh Mortezai nimmt das Frauenbild sowie die Sexverwaltung der iranischen Mullahs in den Fokus.


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Volksinitiative für eine geschmackvolle Zukunft des Westends! McDonald’s now! August 2, 2011 | 06:21 pm

Am Samstag den 30. Juli fand auch dieses Jahr eine Großdemonstration für eine geschmackvolle Zukunft des Westends in München statt. Als Gruppe wollen wir unsere Einschätzungen zu den gelaufenen Aktionen darlegen.

Auf die Großdemonstration von „McDonald’s now!“ kamen dieses Jahr erfreulicherweise deutlich mehr Menschen als letztes Jahr. Das Bündnis für eine geschmackvolle Zukunft geht von über 400 Teilnehmer_innen aus – ein klarer Erfolg der diesjährigen Mobilisierung. Aufgerufen hatten abermals die Gruppen BashMac und die Dinkelbrot Haters sowie AK Westend Royal. Im Anschluss an ein angenehm kurzes Auftakt-Anstellen vor der McDonald’s-Filiale am Münchner Hauptbahnhof formierte sich die Demo: Hinter einer Massendelegation des Bündnisses kam der kulinarische Block. Wir hatten uns dieses Jahr dafür entschieden, das Auftreten des Blockes offener zu gestalten: So lief die Blockspitze ohne mittleres Menü und ohne Pommes – sehr wohl aber mit Cheeseburgern zum Mitnehmen. Wir bewerten die Stimmung im Block, seine inhaltliche Ausrichtung und seine Außenwirkung als sehr positiv: Es waren viele gute Hochtransparente und massenhaft Schilder (v.a. mit der Parole „McDonald’s Now! Sonst Generalstreik!“) im Block zu sehen.

Getrübt wurde die ansonsten positive Stimmung durch zwei problematische Vorfälle: Auf Höhe der Gollierstraße tauchten Provokateur_innen mit u.a. Steckerlfisch-Fahne und selbst gebackenem Flammkuchen am Rande des Blockes auf. Trotz des Versuchs der Ordner_innen, die Provokateur_innen vom Demozug zu verweisen, kam es zu Handgreiflichkeiten. Eine Demonstrantin wurde mit einer mehrteiligen Kaffeemaschine der Marke Baresta schwer verletzt. Aufgrund ihres Auftretens sehen wir diese Provokateur_innen nicht als Teil der geschmackvollen Bewegung: Wer eine Demo für gerechte Fritten wiederholt zu stören versucht und sich dabei mit einem Transparent („Solidarität mit BioBio – McDonald’s in die Schranken weisen“) für einen so unbezahlbaren wie faden Fraß einsetzt, hat für uns mit kulinarischer Bewegung nichts zu tun. Auf die Provokationen hin wurden aus dem Block teilweise Parolen gerufen, die wir kategorisch ablehnen.

Wir sehen die diesjährige Demo und insbesondere den kulinarischen Block als Erfolg. Auch Kiyra Papadopoulos, Sprecherin des Bündnisses für eine geschmackvolle Zukunft, zeigte sich im Anschluss zufrieden: „Es ist uns gelungen, ein kraftvolles Zeichen zu setzen. Auch wenn die Systemmedien die Demonstration wieder verschweigen werden, wir machen weiter.“

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