beitrag von Israelsolidarische & Antifaschistische Gruppe

NPD – Parteitage in Berlin

Die NPD will am 14.März – also nächsten Samstag schon (!) – ihren Landesparteitag in einem Seniorenheim in der Gallwitzallee in Lankwitz abhalten. Dies gilt es zu stören! Da es nichtmehr lange bis zu diesem Termin ist, mobilisiert in euren Freundes- und Antifakreisen. Wir werden jede Unterstützung gebrauchen können.
Am 4. oder 11. April wird dann […]


beitrag von Israelsolidarische & Antifaschistische Gruppe

Hör mir uff mit Thor-Steinar

Am vergangenen Samstag, den 28. Februar 2009, eröffnete im Berliner Friedrichshain ein Laden der rechtsextremenMarke Thor Steinar. 250 Leute demonstrierten spontan vor dem Laden, wurden aber von der Polizei behindert.
Am Samstag (7.3.09) findet eine Demo gegen den Shop statt. Es rufen Antifa-Gruppen sowie Mieter- und Anwohnerinitiativen aus Friedrichshain auf.
Demo gegen Thor Steinar ¦ Sa. 7.3.09 […]


beitrag von ugly dresden

DRESDEN CALLING the video…

Eigentlich etwas zu spät in diesem Jahr, aber dafür mit besseren Samples ist nunmehr das (inoffizielle) music video zu “DRESDEN CALLING” von classless kulla und istaris lasterfahrer aus der Platte “Nein, nein das ist nicht der Kommunismus” fertig gew…


beitrag von dissonanz

Von A wie Ableton bis Z wie Zwischennutzung

Nach einem kurzen Eintrag zu Lost and Sound jetzt hier die genauere Rezension des Buches von Tobias Rapp. Ein Buch über Techno-Clubs in Berlin schreiben? Das klingt zunächst wie etwas zwischen Reiseführer und Drogenbericht. Doch bei Tobias Rapp sieht das dann doch deutlich anders aus. In “Lost and Sound – Berlin, Techno und der Easyjetset” […]


beitrag von Basisbanalität

Die Süddeutsche: Israel war’s!

18 Zeilen sind zwar nicht unbedingt rekordverdächtig, aber dennoch ein recht passables Ergebnis. Rudolph Chimelli hat in seinem Artikel in der letzten Süddeutschen Zeitung genau so lange gebraucht, um das erste mal getötete Kinder anzusprechen. Thema ist natürlich, wie könnte es auch anders sein, Israel.


beitrag von ugly dresden

bullshiting krauts everywhere…

A randomized collection of horrible photos from the anniversary of the “Dresden bombing” this year. 














Comments + news not only about Dresden,Frankfurt a.M. & Germany at it`s worst.

beitrag von ugly dresden

bullshiting krauts everywhere…

A randomized collection of horrible photos from the anniversary of the “Dresden bombing” this year. 














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beitrag von ugly dresden

bullshiting krauts everywhere…

A randomized collection of horrible photos from the anniversary of the “Dresden bombing” this year. Comments + news not only about Dresden,Frankfurt a.M. & Germany at it`s worst.


beitrag von Israelsolidarische & Antifaschistische Gruppe

„Schürt der Zentralrat der Juden den Antisemitismus in Deutschland?“

„Denk ich an die Normailtät hier könn‘t ich Kotzen!…“
So ergeht es zumindest den kritischen Leser_innen der „Hannover Zeitung“. In einem vom 31.Januar 2009 geschriebenen Artikel heißt es:
Es stimmt, das der Holocaust ein Teil der deutschen Geschichte ist und ja, es war ein Verbrechen! Aber dieses Verbrechen wurde vor 60 Jahren begangen und es ist langsam […]


beitrag von Basisbanalität

Der provozierte Antisemitismus

Dass die Gründe für Judenhass nicht bei den Antisemiten, sondern bei Juden gesucht werden ist nichts sonderlich Neues. Zunächst wurden sie gehasst, weil sie Jesus ans Kreuz schlugen, dann weil sie durch die Vergiftung von Brunnen die Pest verursachten, später weil sie angeblich den Kapitalismus und/oder den Kommunismus erfunden hatten.
Antijüdisches Denken, so legt es […]


beitrag von Basisbanalität

“Alle Juden muss tot” – Die antizionistische Querfront

Bei den Demonstrationen gegen die israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen fand sich erneut eine antizionistische Querfront aus islamistischen und linken Gruppierungen zusammen. Neu war dabei vor allem die starke Beteiligung islamistischer Verbände aus der türkischen Community.


beitrag von Basisbanalität

Lustiges Antisemitenraten

Ein kleines Ratespiel:
Gestern fand in Berlin eine Mahnwache der NPD unter dem geschichtsrelativierenden Motto “Nein zum israelischen Holocaust im Gaza-Streifen” statt. Gleichzeitig gab es eine Gegenkundgebung, zu der unter anderem von SPD,  Linken, CDU, Grünen und der FDP aufgerufen wurde.
Auf welcher der beiden Veranstaltungen wurde wohl dieses Foto gezeigt?

Antwort 1: Klar doch, Holocaustrelativierung ist eine […]


beitrag von ugly dresden

Keine Versöhnung mit Deutschland!

Pünktlich zum Jahresausklang ist der neue Aufruf zu den “13.Februar” Feierlichkeiten in Dresden erschienen. Same shit as every year, werden die ein oder anderen jetzt vielleicht denken, was nicht ganz falsch ist, schaut man sich die fast schon hysterische Debatte in Dresden um den “richten und wahrhaften” Umgang mit dem “13.Februar” und der größten Gedenkveranstaltung, nämlich dem Naziaufmarsch, an.
Einen durchweg lesenswerten Kontrapunkt zu den Aktivitäten der Nazis, der Dresdner “Zivilgesellschaft” und einem in diesem Jahr weiteren auftretenden “linken Vorbereitungkreis “No Pasaran!” (siehe unter http://dresden1302.noblogs.org), der anläßlich des Jahrestages mit “Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus” auf Dummenfang geht, ist der folgende Text.

Aufruf zu antifaschistischen Aktionen am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden.

Hätte es die Bombardierung Dresdens nicht gegeben – die Deutschen hätten sie erfunden. Der Bezug auf die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ist heute, über sechzig Jahre danach, aus dem deutschen Selbstbewusstsein nicht mehr wegzudenken. Das in der sächsischen Landeshauptstadt alljährlich zelebrierte Gedenken an die Toten der Bombardierung ist dabei weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. In der Woche um den 13. Februar herum trifft sich die kollektive Trauer deutscher Bürger_innen um sogenannte „deutsche Opfer“ mit dem zur Zeit größten Nazi-Aufmarsch Europas. Beide vereint die Suche nach kollektiver Identität, die nach 1945 in Deutschland jedoch nicht mehr umstandslos zu haben ist. Die einzige vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte bleibt der bedingungs- und kompromisslose Bruch mit ihr. Wer ihn nicht vollziehen will, kommt um eine umfassende Revision und Verfälschung dieser Geschichte nicht herum – ganz gleich ob als subtile Akzentverschiebung oder als raubeinige Lüge. Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos. Die untereinander konkurrierenden Strömungen des Dresdner Gedenkens schreiben die deutsche Ideologie fort und stellen sich damit in die Tradition der deutschen Täter_innen. Der notwendige Bruch mit der deutschen Vergangenheit dagegen impliziert die unnachgiebige Kritik des Dresdner Trauerspektakels in allen seinen Gestalten. Dies kann nur bedeuten, die geschichtsrevisionistischen Manifestationen der deutschen Ideologie an den beiden Tagen des 13. und 14. Februars 2009 mit der bitter nötigen Kritik zu konfrontieren.
Eine Versöhnung mit Deutschland ist unmöglich.

Die Inszenierung des Mythos
Die alliierten Luftstreitkräfte flogen von Oktober 1944 bis April 1945 insgesamt acht Angriffe auf Dresden. Doch nur die Angriffe vom 13. und 14. Februar 1945 durch die Royal Air Force prägen das kollektive Gedächtnis bis heute. Der in diesem Zusammenhang entstandene Mythos um Dresden ist dabei weniger auf die Bombardierung als solche zurück zu führen, als vielmehr auf die Propaganda der Nazis. Die NS-Führung entschied sich für eine Kampagne zur Stärkung des Volkssturms im Inneren und für die Diskreditierung der Alliierten im neutralen Ausland. So wurde Dresden bald international zum Symbol für eine sinnlose Zerstörung von Kunst- und Kulturschätzen kurz vor Ende des Krieges, der angeblich hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Das kollektive Gedächtnis, die Koordinaten der heutigen Erinnerungskultur in der Stadt und die Auseinandersetzung um das Gedenken an den 13. Februar sind über sechzig Jahre hinweg davon bestimmt worden.

Dass die Dresdner Bevölkerung ebenso zum Gelingen des mörderischen NS-Regimes beigetragen hatte und Dresden keine unschuldige Kunst- und Kulturstadt war, dass die Nazi-Propaganda die Totenzahlen verzehnfachte und die deutsche Bevölkerung sich im letzten Akt des Krieges im Volkssturm sammelte um Volksgemeinschaft und Vaterland zu verteidigen, wurde und wird in dieser Erzählung komplett außer Acht gelassen, ebenso z. B. dass Dresden die zweitgrößte Garnisonsstadt des Dritten Reiches und wichtiger Standort der Rüstungsproduktion war.

Im Zentrum der Mythenbildung um Dresden stand seit 1945 die Frage nach der Zahl der Toten. Angesichts dieses Jahrzehnte währenden Streits setzte die Stadt 2004 die „Historikerkommission“ ein, um die Totenzahl endgültig zu bestimmen. Nicht nur widerlegte die Kommission den beliebten Dresdner Mythos der Tieffliegerangriffe am Elbufer, sondern zeigte auch, dass die Zahl der Toten weit niedriger lag als offiziell verbreitet, nämlich bei höchstens 25 000. Aber nicht nur das. Es wurde aus Archivmaterial nachgewiesen, dass schon die Nazis sehr gut über diese Zahl informiert waren; verschiedene zeitnahe Abschätzungen der Totenzahlen wiesen bereits auf eine ähnliche Größenordnung hin.
Die Einsetzung der Historikerkommission kann unter diesen Umständen durchaus als strategischer Coup gewertet werden, mit dem die Lüge über die Totenzahlen der letzten sechzig Jahre als bloße „Unwissenheit“ verschleiert wird. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Konfrontation mit der historischen Realität für das Dresdner Gedenken als ein schwerer Schlag; denn nunmehr ist unbegründet, warum gerade Dresden diese Sonderstellung in der sogenannten deutschen Gedenkkultur besitzen soll. Die neue Rechtfertigung lautet nun, dass Dresden eine traditionsreiche und vielfältige „Erinnerungskultur“ besäße.

Gewandelter Geschichtsrevisionismus.

Der „Kontext“ der Bombardierungen.
War das Gedenken an den 13. Februar in Dresden nach 1989 lange Zeit eine recht durchsichtige revisionistische und revanchistische Veranstaltung, so bezieht das aktuelle Gedenken sein Selbstbewusstsein perfiderweise gerade daraus, dass es behauptet, im eigenen Trauern den Nationalsozialismus abzulehnen und der deutschen Geschichte vollständig Rechnung zu tragen; eine Behauptung, die von den meisten Verteidiger_innen wie auch den Kritiker_innen des Gedenkens, gerade in der Linken, praktisch unbesehen übernommen wurde.
Damit war für die bisherige Kritik in der Regel der Punkt erreicht, an dem sie kapitulierte; sei es als beschämter Friedensschluss mit der neuen (und damit auch der alten) deutschen Ideologie oder als Rückzug in die selbstgenügsame Wiederholung leerer Phrasen. Dafür gibt es jedoch keinen Anlass. Dem modernisierten 13. Februar-Gedenken gelingt es nur durch einen äußerst problematischen Umgang mit geschichtlicher Erfahrung, einerseits den deutschen Nationalsozialismus abzulehnen und zugleich der deutschen Täter_innen zu gedenken, die für ihn verantwortlich waren. Von der deutschen Geschichte bleibt dabei nur noch ein abstrakter Mythos übrig.

Die Ablehnung des deutschen Nationalsozialismus im gewandelten Dresden-Gedenken erfolgt nicht durch die Konfrontation des eigenen Tuns mit der geschichtlichen Erfahrung, sondern allein dadurch, dass zum Gedenkritual die deutsche Geschichte hinzuaddiert wird. In der beliebten, und von vielen Linken unkritisch übernommenen, Sprache des Gedenkens verkommt die Geschichte des deutschen Nationalsozialismus zur „Vorgeschichte“ oder zum „Hintergrund“ der Bombardierung deutscher Städte.

Sie bildet den „Kontext“, der an jeder passenden und unpassenden Stelle mitgenannt wird. Die Hierarchie ist von vornherein festgelegt: im Zentrum stehen die „deutschen Opfer“ und obendrauf oder untendrunter, davor oder dahinter muss zwanghaft der „Kontext“ beschworen werden. Ganz folgerichtig trägt der 2005 veröffentlichte fundamentale Text des modernisierten Gedenkens den Titel „Rahmen für das Erinnern“.

Die einschneidende geschichtliche Erfahrung der deutschen Barbarei wird darauf reduziert, als „Kontext“ im Zuge des eigenen Gedenkens mit genannt oder „erinnert“ zu werden. Hierbei handelt es sich nicht allein um eine fragwürdige Prioritätensetzung, sondern um eine inhaltliche Verschiebung der Geschichte. Denn die geschichtliche Erfahrung des Nationalsozialismus lässt sich nicht bloß mit der Trauer um getötete Deutsche nicht vereinen, sie verbietet jeden solchen positiven Bezug auf die deutschen Täter_innen. Zur Legitimation des Gedenkens ist eine grundlegende Revision dieser Geschichte notwendig; damit um die getöteten Deutschen als abstrakte Individuen getrauert werden kann, muss ihre Verwicklung in die Geschichte des Nationalsozialismus geleugnet oder ausgeblendet werden.

Die Reduktion von Geschichte auf einen „Kontext“ zeigt sich als ein Manöver, um von der individuellen Ebene komplett zu abstrahieren. Die als „Kontext“ so leicht daher erzählbare Geschichte des Nationalsozialismus ist nicht mehr als eine schlechte Sammlung von Schulbuchfakten, in der menschliche Individuen überhaupt nicht mehr vorkommen. Der eigentliche Gehalt der geschichtlichen Erfahrung wird damit vollständig abgewehrt.

Deutsche Schuld
Das jede Grenze übersteigende Ausmaß der nationalsozialistischen Barbarei lässt sich allein dadurch begreifen, dass diese Barbarei von den Individuen, den Deutschen, nicht nur mitgetragen wurde, sondern sie die Verwirklichung derselben als ihr ureigenstes Projekt betrachteten. Zwar wären die von den Deutschen begangenen Verbrechen ohne die Machtübernahme der NSDAP nicht denkbar gewesen; denn erst mit der Herstellung einer übergreifenden gesellschaftspolitischen Konstellation wurde die Mobilisierung und Koordinierung der antisemitischen Massen möglich.

Doch die Verwirklichung von Judenmord, Volksgemeinschaft und „totalem Krieg“ war kein Geheimprojekt einer Clique von Parteinazis. Es war das öffentlich formulierte und unter allgemeiner Zustimmung und Beteiligung vorangetriebene Projekt einer ganzen Gesellschaft. Die Bereitschaft „ganz normaler Deutscher“ zur aktiven Beteiligung an Mord und Grausamkeit gegen Jüdinnen und Juden ist empirisch umfassend belegt; anders als durch ihre Mitwirkung wäre das deutsche Vernichtungsprojekt nicht in dem Ausmaß möglich gewesen.
Die Deutschen haben nach 1945 fast einstimmig behauptet, von nichts gewusst zu haben und an nichts beteiligt gewesen zu sein. Die Frage der individuellen Schuld lässt sich nicht abstrakt beantworten, jedes derartige Denken dient bloß der Schuldabwehr. Die Grenzen zwischen aktiven Mörder_innen und an Gewalttaten nicht unmittelbar beteiligten Deutschen dürfen nicht verwischt werden. Die Behauptung jedoch, dass man 1945 in Deutschland unwissend, unschuldig und unbeteiligt hätte leben können, lässt sich empirisch widerlegen.

Um das Unbegreifbare zu begreifen ist die unnachgiebige „Wendung aufs Subjekt“ (Adorno) notwendig; d. h., es muss der Frage nachgegangen werden, wie es dazu kommen kann, dass das einzelne menschliche Individuum zur Teilnahme an einem ideologisch motivierten Mordprojekt unfassbaren Ausmaßes fähig wird. Die nationalsozialistische Ideologie wie auch die mörderische Praxis der Gewalt gegen Andere fanden in der deutschen Bevölkerung praktisch keinen Widerspruch, weil sie mit der Konstitution der Individuen in der modernen Gesellschaft korrespondierten.

Die wahrgenommene äußere Gesellschaftlichkeit stimmt nicht mit dem, was diese Gesellschaft selbst zu sein behauptet, überein. Doch das Resultat ist nicht die begriffliche Anstrengung und Reflexion, sondern die Ideologiebildung. Die Widersprüche der unbegriffenen kapitalistischen Vergesellschaftung werden von Individuen, die sich an die Anforderungen der Aufklärung nie gewagt haben, auf andere projiziert: die Juden sollen an allem schuld sein. Während man sich selbst als Opfer geriert, wird der Hass auf Jüdinnen und Juden zum integralen Bestandteil des falschen Bewusstseins.

Dass die, derer am 13. Februar gedacht wird, nachgewiesenermaßen Anhänger_innen eines „eliminatorischen Antisemitismus“ (Goldhagen) waren, kommt im handlichen „Kontext“ dieses Gedenkens selbstverständlich nicht vor. Schon die Erwähnung der ideologischen Motivation im Antisemitismus enthält den Verweis darauf, dass die Deutschen ihre Taten freiwillig und ohne äußeren Zwang begingen und stört das falsche Bedürfnis nach Trauer. Zur Rechtfertigung muss der Freispruch der Betrauerten erfolgen, und dies geschieht heute durch die Reduktion der Geschichte auf einen „Kontext“, in welchem die individuelle Beteiligung gar nicht mehr formulierbar ist; übrig bleibt Geschichte als leicht greifbarer Mythos, der so nie hätte Wirklichkeit sein können.

Geschichtliche Erfahrung konstruktiv ins eigene Handeln in der Gegenwart einzubringen, würde hier gerade bedeuten, die Identität derer, um die getrauert wird, zu beleuchten: wer sie waren und was sie taten. Dieses Wissen lässt nur eine Schlussfolgerung zu: jede Trauer um die zu „Opfern“ umgelogenen deutschen Täter_innen ist abzulehnen, da ein positiver Bezug auf sie nicht möglich ist. Die Trauer um getötete Deutsche, egal in welcher Form, wird unweigerlich zur politischen und geschichtsrevisionistischen Kundgebung.

Deutsche Identität
Es gibt keinen vernünftigen Grund, am 13. Februar um getötete Deutsche zu trauern. Das, was am 13. Februar alljährlich geschieht, ist keine unpolitische „Erinnerungsarbeit“, sondern ein kollektives Ritual. Gedenken kann und muss man dem mit der Bombardierung verbundenen Tod und Leid der wirklichen Opfer: der Zwangsarbeiter_innen, der Jüdinnen und Juden, aber auch der Kinder.

Sie alle werden zwar oft für die Rechtfertigung des Gedenkspektakels missbraucht, aber um sie geht es im Gedenken überhaupt nicht. Die Gemeinsamkeit aller bunten und abstrusen Geschichtsverzerrungen zeigt sich darin, dass für den 13. Februar 1945 eine im Kern unschuldige und unbeteiligte, wenn nicht gar widerständische deutsche (und natürlich erwachsene) Zivilbevölkerung konstruiert wird, mit der die eigene Identifikation möglich ist. Zentral für diese Identifikation ist die Ausschaltung aller Reflexion und Bewusstseinsanstrengung; die organisierte Gedenk-Show bewegt sich vollständig auf der Ebene von unmittelbaren Affekten. Abstrakt betrachtet wird der „Kontext“, bestehend aus den deutschen Verbrechen; doch gerade wie sie in einer mythologischen Ausdrucksweise einfach benennbar sind, entziehen sie sich der realen Vorstellungskraft der Zuhörer_innen, werden entwirklicht.

Der obligatorische Absatz zur „Vorgeschichte“ erfüllt in der pathetischen Gedenkrede die Aufgabe des notwendigen Spannungsbogens für den eigentlichen Höhepunkt, der sich auf der rein emotionalen Ebene bewegt: die falsche Identifikation mit der individuellen Erlebnis- und Leidensgeschichte. Hier erst kommen die vorher ausgeblendeten Deutschen als Individuen ins Spiel: als individuelle „Opfer“. Ihre dramatischen Zeitzeugnisse sind für den „gesunden Menschenverstand“ der Trauerbürger_innen, die genau eine solche emotionale Show erwarten, leicht greifbar. In der Ausschaltung jeder geschichtlichen Reflexion wird das Gedenken zur billigen Propaganda-Kundgebung. Wollte man der tatsächlichen Opfer gedenken, so müsste mit jedem positiven Bezug, jeder Identifikation mit den für den Nationalsozialismus verantwortlichen Deutschen gebrochen werden.
Gegen das eigene falsche Bedürfnis nach Empathie angesichts der nicht zu leugnenden Leiden der Deutschen ist die aus dem Begriff des geschichtlichen Zusammenhangs entspringende Kälte des Verstandes notwendig; nur sie kann die ungebrochene Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bewahren. An keinem Punkt des Dresdner Gedenkspektakels und des zugehörigen Diskurses findet der Bruch mit dem falschen Bedürfnis nach Einfühlung und Identifikation statt. Jeder am 13. Februar verlesene dramatische Zeitzeug_innenbericht von „deutschen Opfern“ ist ein handfestes Stück Geschichtsrevisionismus.

Die Verkehrung der deutschen Täter_innen zu Opfern ist ein nicht wegzudenkendes Moment in der Herstellung nationaler Identität. Wie alle solchen Identitäten ideologische Gebilde sind, müssen sie sich als ewig und unveränderlich darstellen, was hier allein dadurch gelingt, dass selbst in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus ein positiver Anknüpfungspunkt ausgemacht wird, an dem sich das falsche Bewusstsein festhalten kann: die unschuldige deutsche „Zivilbevölkerung“ als eine Summe von individuellen „Opfern“, die nicht bloß das bessere, sondern schlechthin das gute Deutschland verkörpern soll.

Für die eigene Identität wird dabei nicht nur die historische Kontinuität hergestellt, sondern aus der mythologisierten Geschichte des Nationalsozialismus soll gerade die Abhebung der eigenen Identität von den Anderen, die eigene Besonderheit also bezogen werden. Die untilgbare deutsche Schuld wird in einen positiven „Auftrag“ umgedeutet, in „die eigene Verantwortung für die Gestaltung einer menschenwürdigen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft“ (Rahmen für das Erinnern). In der Identifikation mit dieser aus der eigenen Geschichte angeblich entspringenden „Verantwortung“ liegt aber keine Belastung, sondern ein greifbarer Vorteil für die Individuen, nämlich die selbst erteilte Bescheinigung, die Vergangenheit aufgearbeitet zu haben und selbst geläutert zu sein, mit dieser also in keiner Verbindung mehr zu stehen.

Dementsprechend ungehalten reagiert man in Deutschland, wenn die Expert_innen in Sachen „Vergangenheitsbewältigung“ an deutsche Schuld erinnert oder mit den Forderungen von Zwangsarbeiter_innen nach Entschädigung konfrontiert werden. Die Verkehrung von Geschichte in Verantwortung ist lediglich eine weitere Variante des angeblich berechtigten Schlussstriches unter die deutsche Vergangenheit. Derartige Reden sind nicht neu, sie datieren in wandelnden Formen bis in die Jahre nach 1945 zurück, kommen aber ohne die Betonung des angeblich „Neuen“ gar nicht aus, gleichwohl sie nicht sagen können, worin dieses eigentlich liegt.

Die nicht enden wollende Flut an leeren Phrasen und Beweisen der eigenen „Läuterung“ und angeblichen „Versöhnung“ verweist darauf, dass diese keinerlei realen Kern besitzen, eben wie die angestrebte Auslöschung des Geschehenen unmöglich ist. Die eigene falsche Identität kann überhaupt nicht verwirklicht werden, und ist gerade deshalb ein Ritual, welches unendlich wiederholt werden muss und nie zur Ruhe kommen kann. Es ist die Suche nach nationaler Identität, die am 13. Februar tausende deutsche Bürger_innen in Dresden zum geschichtsrevisionistischen Gedenken an „deutsche Opfer“ auf die Straße treibt.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Wie in den vergangenen Jahren wird es auch am Freitag, den 13. Februar 2009 in Dresden verschiedene „bürgerliche“ öffentliche Trauerveranstaltungen geben. Für den Abend des 13. Februars ruft das Nazi-Bündnis „Gegen das Vergessen“ zu einem Fackelumzug auf, zu dem über 1000 Nazis aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ zu erwarten sind. Am 14. Februar 2009 ist ein europaweiter Trauermarsch für die „deutschen Opfer“ der Bombardierung geplant. Im vergangenen Jahr war dieser „Trauermarsch“ mit über 5000 Teilnehmer_innen der größte Naziaufmarsch Europas.

Auch wenn man nach wie vor am gleichen Tag um die gleichen Opfer trauert: zum modernisierten Dresdner Gedenken gehört auch die Abgrenzung von den Nazis. Die Auseinandersetzung mit ihnen findet aber nicht als kritische Reflexion des eigenen Tuns am 13. Februar statt, sondern kommt im Gegenteil als verlogene Abwehr einer den „Rechtsextremisten“ vorgeworfenen „Vereinnahmung“ des Gedenkens daher. Durch diese „Vereinnahmung“, das Polizeiaufgebot und natürlich die linken Gegendemonstrant_innen sehen sich die Dresdner_innen um die Freude am Trauern gebracht.

Die Auseinandersetzung mit dem historischen deutschen Nationalsozialismus und den aktuellen Nazis scheitert, wenn diese verklärt werden. Die Ideologie der Nazis steht nicht nur in Kontinuität mit den Ressentiments praktisch aller Schichten der deutschen Gesellschaft, sondern auch ihre demokratisch-zivilgesellschaftlichen Gegner_innen im Geh-Denken-Bündnis – von der am rechten Rand fischenden CDU ganz zu schweigen – benutzen explizit Versatzstücke derselben.

Wenn zu den Unterstützer_innen des „Aufrufs aus Dresden“ ein Franz Müntefering zählt, der die antisemitische Heuschrecken-Metapher im deutschen Sprachraum wieder etablierte und auf der Website ein Peter Sodann mit dem Statement „der Bombenangriff auf Dresden war das Ergebnis einer langen Herrschaft von Menschen, die es nicht wert waren, das deutsche Volk zu regieren“ zitiert wird, ist die Auseinandersetzung mit den Nazis bereits verloren. Die Sammlung unter den Fahnen von Meinungsfreiheit und Demokratie wird zur Lüge, wenn sie nur dazu dient, die geläuterte eigene Nationalidentität gegen die Bedrohung von „rechts“ zu festigen.

Die Rede von der notwendigen Verteidigung der Demokratie gegen die mit Diktatur identifizierten Nazis hat zwar noch immer die größten Mobilisierungserfolge im bürgerlichen Lager, doch sie verzerrt ihren Gegenstand; als ob der NS kein „Volksstaat“ (Götz Aly) gewesen wäre und die NPD in der Lage wäre, eine faschistische Diktatur zu installieren. Nein, der Nationalsozialismus lebt fort nicht nur gegen die Demokratie, sondern ebenso in derselben, als akzeptierte Meinungsäußerung. Wenn die fortlebenden und neu produzierten Ideologien und die falschen Identitäten in den Köpfen der Menschen nicht reflektiert und konfrontiert werden, nimmt die Auseinandersetzung mit „rechts“ selbst ideologische Züge an.

Naziaufmärsche verhindern, Trauerritual stören!
Die Großaufmärsche der Nazis am 13. und 14. Februar 2009 und die geschichtsrevisionistische deutsche Trauershow am 13. Februar haben festen Anteil am Fortbestehen derselben deutschen Ideologie, die für den Nationalsozialismus verantwortlich war. Sie wird an diesen beiden Tagen öffentlich reproduziert und in den Köpfen der Menschen verfestigt.
Diese deutsche Ideologie birgt in sich Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und den Hass auf „die Anderen“. Sie verwirklicht sich in Brandanschlägen, in Gewalt und Mord durch Nazis und durch „ganz normale Deutsche“ sowie im kollektiven oder individuellen Wegsehen und der Toleranz demgegenüber; in Hakenkreuzschmierereien an Synagogen, in rassistischen Gesetzgebungen und in Polizeiübergriffen. Sie ist eine Bedrohung für andere Menschen und uns selbst.

Es ist daher unser erklärtes Ziel, die Nazi-Aufmärsche am 13. und 14. Februar 2009 zu verhindern sowie das geschichtsrevisionistische Trauerspektakel am 13. Februar zu stören und durch kreative Aktionen mit unserer Kritik zu konfrontieren.
2006 gelang es erstmals, durch eine Blockade der Dresdner Augustusbrücke den Nazi-Großaufmarsch zur Umkehr zu zwingen.
Im Jahr darauf musste er aufgrund antifaschistischer Blockaden eine verkürzte Route wählen. Am 16. Februar 2008 versuchte die Stadt Dresden, antifaschistischen Protest in der Innenstadt durch ein Verbot der angemeldeten Demonstration zu verhindern und die Nazis ungestört marschieren zu lassen. Trotzdem gelang es den 1200 anwesenden Antifaschist_innen, von einer Kundgebung ausgehend eine Spontandemonstration durchzusetzen, und die ursprüngliche Naziroute zu blockieren.
Dadurch konnte verhindert werden, dass die Nazis an der Dresdner Synagoge vorbeimarschierten. Nichtsdestotrotz konnten sie nach dieser Routenänderung ihren Aufmarsch unter Polizeischutz weitestgehend ungestört zu Ende führen.

In diesem Jahr wollen wir mehr. Wir rufen deshalb alle Menschen auf, an diesen beiden Tagen nach Dresden zu kommen und uns zu unterstützen!

Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern. Geschichtsrevisionismus angreifen. Keine Versöhnung mit Deutschland.

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beitrag von ugly dresden

Keine Versöhnung mit Deutschland!

Pünktlich zum Jahresausklang ist der neue Aufruf zu den “13.Februar” Feierlichkeiten in Dresden erschienen. Same shit as every year, werden die ein oder anderen jetzt vielleicht denken, was nicht ganz falsch ist, schaut man sich die fast schon hysterische Debatte in Dresden um den “richten und wahrhaften” Umgang mit dem “13.Februar” und der größten Gedenkveranstaltung, nämlich dem Naziaufmarsch, an.
Einen durchweg lesenswerten Kontrapunkt zu den Aktivitäten der Nazis, der Dresdner “Zivilgesellschaft” und einem in diesem Jahr weiteren auftretenden “linken Vorbereitungkreis “No Pasaran!” (siehe unter http://dresden1302.noblogs.org), der anläßlich des Jahrestages mit “Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus” auf Dummenfang geht, ist der folgende Text.

Aufruf zu antifaschistischen Aktionen am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden.

Hätte es die Bombardierung Dresdens nicht gegeben – die Deutschen hätten sie erfunden. Der Bezug auf die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 ist heute, über sechzig Jahre danach, aus dem deutschen Selbstbewusstsein nicht mehr wegzudenken. Das in der sächsischen Landeshauptstadt alljährlich zelebrierte Gedenken an die Toten der Bombardierung ist dabei weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Ereignis. In der Woche um den 13. Februar herum trifft sich die kollektive Trauer deutscher Bürger_innen um sogenannte „deutsche Opfer“ mit dem zur Zeit größten Nazi-Aufmarsch Europas. Beide vereint die Suche nach kollektiver Identität, die nach 1945 in Deutschland jedoch nicht mehr umstandslos zu haben ist. Die einzige vernünftige Konsequenz aus der deutschen Geschichte bleibt der bedingungs- und kompromisslose Bruch mit ihr. Wer ihn nicht vollziehen will, kommt um eine umfassende Revision und Verfälschung dieser Geschichte nicht herum – ganz gleich ob als subtile Akzentverschiebung oder als raubeinige Lüge. Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos. Die untereinander konkurrierenden Strömungen des Dresdner Gedenkens schreiben die deutsche Ideologie fort und stellen sich damit in die Tradition der deutschen Täter_innen. Der notwendige Bruch mit der deutschen Vergangenheit dagegen impliziert die unnachgiebige Kritik des Dresdner Trauerspektakels in allen seinen Gestalten. Dies kann nur bedeuten, die geschichtsrevisionistischen Manifestationen der deutschen Ideologie an den beiden Tagen des 13. und 14. Februars 2009 mit der bitter nötigen Kritik zu konfrontieren.
Eine Versöhnung mit Deutschland ist unmöglich.

Die Inszenierung des Mythos
Die alliierten Luftstreitkräfte flogen von Oktober 1944 bis April 1945 insgesamt acht Angriffe auf Dresden. Doch nur die Angriffe vom 13. und 14. Februar 1945 durch die Royal Air Force prägen das kollektive Gedächtnis bis heute. Der in diesem Zusammenhang entstandene Mythos um Dresden ist dabei weniger auf die Bombardierung als solche zurück zu führen, als vielmehr auf die Propaganda der Nazis. Die NS-Führung entschied sich für eine Kampagne zur Stärkung des Volkssturms im Inneren und für die Diskreditierung der Alliierten im neutralen Ausland. So wurde Dresden bald international zum Symbol für eine sinnlose Zerstörung von Kunst- und Kulturschätzen kurz vor Ende des Krieges, der angeblich hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Das kollektive Gedächtnis, die Koordinaten der heutigen Erinnerungskultur in der Stadt und die Auseinandersetzung um das Gedenken an den 13. Februar sind über sechzig Jahre hinweg davon bestimmt worden.

Dass die Dresdner Bevölkerung ebenso zum Gelingen des mörderischen NS-Regimes beigetragen hatte und Dresden keine unschuldige Kunst- und Kulturstadt war, dass die Nazi-Propaganda die Totenzahlen verzehnfachte und die deutsche Bevölkerung sich im letzten Akt des Krieges im Volkssturm sammelte um Volksgemeinschaft und Vaterland zu verteidigen, wurde und wird in dieser Erzählung komplett außer Acht gelassen, ebenso z. B. dass Dresden die zweitgrößte Garnisonsstadt des Dritten Reiches und wichtiger Standort der Rüstungsproduktion war.

Im Zentrum der Mythenbildung um Dresden stand seit 1945 die Frage nach der Zahl der Toten. Angesichts dieses Jahrzehnte währenden Streits setzte die Stadt 2004 die „Historikerkommission“ ein, um die Totenzahl endgültig zu bestimmen. Nicht nur widerlegte die Kommission den beliebten Dresdner Mythos der Tieffliegerangriffe am Elbufer, sondern zeigte auch, dass die Zahl der Toten weit niedriger lag als offiziell verbreitet, nämlich bei höchstens 25 000. Aber nicht nur das. Es wurde aus Archivmaterial nachgewiesen, dass schon die Nazis sehr gut über diese Zahl informiert waren; verschiedene zeitnahe Abschätzungen der Totenzahlen wiesen bereits auf eine ähnliche Größenordnung hin.
Die Einsetzung der Historikerkommission kann unter diesen Umständen durchaus als strategischer Coup gewertet werden, mit dem die Lüge über die Totenzahlen der letzten sechzig Jahre als bloße „Unwissenheit“ verschleiert wird. Nichtsdestotrotz zeigt sich die Konfrontation mit der historischen Realität für das Dresdner Gedenken als ein schwerer Schlag; denn nunmehr ist unbegründet, warum gerade Dresden diese Sonderstellung in der sogenannten deutschen Gedenkkultur besitzen soll. Die neue Rechtfertigung lautet nun, dass Dresden eine traditionsreiche und vielfältige „Erinnerungskultur“ besäße.

Gewandelter Geschichtsrevisionismus.

Der „Kontext“ der Bombardierungen.
War das Gedenken an den 13. Februar in Dresden nach 1989 lange Zeit eine recht durchsichtige revisionistische und revanchistische Veranstaltung, so bezieht das aktuelle Gedenken sein Selbstbewusstsein perfiderweise gerade daraus, dass es behauptet, im eigenen Trauern den Nationalsozialismus abzulehnen und der deutschen Geschichte vollständig Rechnung zu tragen; eine Behauptung, die von den meisten Verteidiger_innen wie auch den Kritiker_innen des Gedenkens, gerade in der Linken, praktisch unbesehen übernommen wurde.
Damit war für die bisherige Kritik in der Regel der Punkt erreicht, an dem sie kapitulierte; sei es als beschämter Friedensschluss mit der neuen (und damit auch der alten) deutschen Ideologie oder als Rückzug in die selbstgenügsame Wiederholung leerer Phrasen. Dafür gibt es jedoch keinen Anlass. Dem modernisierten 13. Februar-Gedenken gelingt es nur durch einen äußerst problematischen Umgang mit geschichtlicher Erfahrung, einerseits den deutschen Nationalsozialismus abzulehnen und zugleich der deutschen Täter_innen zu gedenken, die für ihn verantwortlich waren. Von der deutschen Geschichte bleibt dabei nur noch ein abstrakter Mythos übrig.

Die Ablehnung des deutschen Nationalsozialismus im gewandelten Dresden-Gedenken erfolgt nicht durch die Konfrontation des eigenen Tuns mit der geschichtlichen Erfahrung, sondern allein dadurch, dass zum Gedenkritual die deutsche Geschichte hinzuaddiert wird. In der beliebten, und von vielen Linken unkritisch übernommenen, Sprache des Gedenkens verkommt die Geschichte des deutschen Nationalsozialismus zur „Vorgeschichte“ oder zum „Hintergrund“ der Bombardierung deutscher Städte.

Sie bildet den „Kontext“, der an jeder passenden und unpassenden Stelle mitgenannt wird. Die Hierarchie ist von vornherein festgelegt: im Zentrum stehen die „deutschen Opfer“ und obendrauf oder untendrunter, davor oder dahinter muss zwanghaft der „Kontext“ beschworen werden. Ganz folgerichtig trägt der 2005 veröffentlichte fundamentale Text des modernisierten Gedenkens den Titel „Rahmen für das Erinnern“.

Die einschneidende geschichtliche Erfahrung der deutschen Barbarei wird darauf reduziert, als „Kontext“ im Zuge des eigenen Gedenkens mit genannt oder „erinnert“ zu werden. Hierbei handelt es sich nicht allein um eine fragwürdige Prioritätensetzung, sondern um eine inhaltliche Verschiebung der Geschichte. Denn die geschichtliche Erfahrung des Nationalsozialismus lässt sich nicht bloß mit der Trauer um getötete Deutsche nicht vereinen, sie verbietet jeden solchen positiven Bezug auf die deutschen Täter_innen. Zur Legitimation des Gedenkens ist eine grundlegende Revision dieser Geschichte notwendig; damit um die getöteten Deutschen als abstrakte Individuen getrauert werden kann, muss ihre Verwicklung in die Geschichte des Nationalsozialismus geleugnet oder ausgeblendet werden.

Die Reduktion von Geschichte auf einen „Kontext“ zeigt sich als ein Manöver, um von der individuellen Ebene komplett zu abstrahieren. Die als „Kontext“ so leicht daher erzählbare Geschichte des Nationalsozialismus ist nicht mehr als eine schlechte Sammlung von Schulbuchfakten, in der menschliche Individuen überhaupt nicht mehr vorkommen. Der eigentliche Gehalt der geschichtlichen Erfahrung wird damit vollständig abgewehrt.

Deutsche Schuld
Das jede Grenze übersteigende Ausmaß der nationalsozialistischen Barbarei lässt sich allein dadurch begreifen, dass diese Barbarei von den Individuen, den Deutschen, nicht nur mitgetragen wurde, sondern sie die Verwirklichung derselben als ihr ureigenstes Projekt betrachteten. Zwar wären die von den Deutschen begangenen Verbrechen ohne die Machtübernahme der NSDAP nicht denkbar gewesen; denn erst mit der Herstellung einer übergreifenden gesellschaftspolitischen Konstellation wurde die Mobilisierung und Koordinierung der antisemitischen Massen möglich.

Doch die Verwirklichung von Judenmord, Volksgemeinschaft und „totalem Krieg“ war kein Geheimprojekt einer Clique von Parteinazis. Es war das öffentlich formulierte und unter allgemeiner Zustimmung und Beteiligung vorangetriebene Projekt einer ganzen Gesellschaft. Die Bereitschaft „ganz normaler Deutscher“ zur aktiven Beteiligung an Mord und Grausamkeit gegen Jüdinnen und Juden ist empirisch umfassend belegt; anders als durch ihre Mitwirkung wäre das deutsche Vernichtungsprojekt nicht in dem Ausmaß möglich gewesen.
Die Deutschen haben nach 1945 fast einstimmig behauptet, von nichts gewusst zu haben und an nichts beteiligt gewesen zu sein. Die Frage der individuellen Schuld lässt sich nicht abstrakt beantworten, jedes derartige Denken dient bloß der Schuldabwehr. Die Grenzen zwischen aktiven Mörder_innen und an Gewalttaten nicht unmittelbar beteiligten Deutschen dürfen nicht verwischt werden. Die Behauptung jedoch, dass man 1945 in Deutschland unwissend, unschuldig und unbeteiligt hätte leben können, lässt sich empirisch widerlegen.

Um das Unbegreifbare zu begreifen ist die unnachgiebige „Wendung aufs Subjekt“ (Adorno) notwendig; d. h., es muss der Frage nachgegangen werden, wie es dazu kommen kann, dass das einzelne menschliche Individuum zur Teilnahme an einem ideologisch motivierten Mordprojekt unfassbaren Ausmaßes fähig wird. Die nationalsozialistische Ideologie wie auch die mörderische Praxis der Gewalt gegen Andere fanden in der deutschen Bevölkerung praktisch keinen Widerspruch, weil sie mit der Konstitution der Individuen in der modernen Gesellschaft korrespondierten.

Die wahrgenommene äußere Gesellschaftlichkeit stimmt nicht mit dem, was diese Gesellschaft selbst zu sein behauptet, überein. Doch das Resultat ist nicht die begriffliche Anstrengung und Reflexion, sondern die Ideologiebildung. Die Widersprüche der unbegriffenen kapitalistischen Vergesellschaftung werden von Individuen, die sich an die Anforderungen der Aufklärung nie gewagt haben, auf andere projiziert: die Juden sollen an allem schuld sein. Während man sich selbst als Opfer geriert, wird der Hass auf Jüdinnen und Juden zum integralen Bestandteil des falschen Bewusstseins.

Dass die, derer am 13. Februar gedacht wird, nachgewiesenermaßen Anhänger_innen eines „eliminatorischen Antisemitismus“ (Goldhagen) waren, kommt im handlichen „Kontext“ dieses Gedenkens selbstverständlich nicht vor. Schon die Erwähnung der ideologischen Motivation im Antisemitismus enthält den Verweis darauf, dass die Deutschen ihre Taten freiwillig und ohne äußeren Zwang begingen und stört das falsche Bedürfnis nach Trauer. Zur Rechtfertigung muss der Freispruch der Betrauerten erfolgen, und dies geschieht heute durch die Reduktion der Geschichte auf einen „Kontext“, in welchem die individuelle Beteiligung gar nicht mehr formulierbar ist; übrig bleibt Geschichte als leicht greifbarer Mythos, der so nie hätte Wirklichkeit sein können.

Geschichtliche Erfahrung konstruktiv ins eigene Handeln in der Gegenwart einzubringen, würde hier gerade bedeuten, die Identität derer, um die getrauert wird, zu beleuchten: wer sie waren und was sie taten. Dieses Wissen lässt nur eine Schlussfolgerung zu: jede Trauer um die zu „Opfern“ umgelogenen deutschen Täter_innen ist abzulehnen, da ein positiver Bezug auf sie nicht möglich ist. Die Trauer um getötete Deutsche, egal in welcher Form, wird unweigerlich zur politischen und geschichtsrevisionistischen Kundgebung.

Deutsche Identität
Es gibt keinen vernünftigen Grund, am 13. Februar um getötete Deutsche zu trauern. Das, was am 13. Februar alljährlich geschieht, ist keine unpolitische „Erinnerungsarbeit“, sondern ein kollektives Ritual. Gedenken kann und muss man dem mit der Bombardierung verbundenen Tod und Leid der wirklichen Opfer: der Zwangsarbeiter_innen, der Jüdinnen und Juden, aber auch der Kinder.

Sie alle werden zwar oft für die Rechtfertigung des Gedenkspektakels missbraucht, aber um sie geht es im Gedenken überhaupt nicht. Die Gemeinsamkeit aller bunten und abstrusen Geschichtsverzerrungen zeigt sich darin, dass für den 13. Februar 1945 eine im Kern unschuldige und unbeteiligte, wenn nicht gar widerständische deutsche (und natürlich erwachsene) Zivilbevölkerung konstruiert wird, mit der die eigene Identifikation möglich ist. Zentral für diese Identifikation ist die Ausschaltung aller Reflexion und Bewusstseinsanstrengung; die organisierte Gedenk-Show bewegt sich vollständig auf der Ebene von unmittelbaren Affekten. Abstrakt betrachtet wird der „Kontext“, bestehend aus den deutschen Verbrechen; doch gerade wie sie in einer mythologischen Ausdrucksweise einfach benennbar sind, entziehen sie sich der realen Vorstellungskraft der Zuhörer_innen, werden entwirklicht.

Der obligatorische Absatz zur „Vorgeschichte“ erfüllt in der pathetischen Gedenkrede die Aufgabe des notwendigen Spannungsbogens für den eigentlichen Höhepunkt, der sich auf der rein emotionalen Ebene bewegt: die falsche Identifikation mit der individuellen Erlebnis- und Leidensgeschichte. Hier erst kommen die vorher ausgeblendeten Deutschen als Individuen ins Spiel: als individuelle „Opfer“. Ihre dramatischen Zeitzeugnisse sind für den „gesunden Menschenverstand“ der Trauerbürger_innen, die genau eine solche emotionale Show erwarten, leicht greifbar. In der Ausschaltung jeder geschichtlichen Reflexion wird das Gedenken zur billigen Propaganda-Kundgebung. Wollte man der tatsächlichen Opfer gedenken, so müsste mit jedem positiven Bezug, jeder Identifikation mit den für den Nationalsozialismus verantwortlichen Deutschen gebrochen werden.
Gegen das eigene falsche Bedürfnis nach Empathie angesichts der nicht zu leugnenden Leiden der Deutschen ist die aus dem Begriff des geschichtlichen Zusammenhangs entspringende Kälte des Verstandes notwendig; nur sie kann die ungebrochene Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bewahren. An keinem Punkt des Dresdner Gedenkspektakels und des zugehörigen Diskurses findet der Bruch mit dem falschen Bedürfnis nach Einfühlung und Identifikation statt. Jeder am 13. Februar verlesene dramatische Zeitzeug_innenbericht von „deutschen Opfern“ ist ein handfestes Stück Geschichtsrevisionismus.

Die Verkehrung der deutschen Täter_innen zu Opfern ist ein nicht wegzudenkendes Moment in der Herstellung nationaler Identität. Wie alle solchen Identitäten ideologische Gebilde sind, müssen sie sich als ewig und unveränderlich darstellen, was hier allein dadurch gelingt, dass selbst in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus ein positiver Anknüpfungspunkt ausgemacht wird, an dem sich das falsche Bewusstsein festhalten kann: die unschuldige deutsche „Zivilbevölkerung“ als eine Summe von individuellen „Opfern“, die nicht bloß das bessere, sondern schlechthin das gute Deutschland verkörpern soll.

Für die eigene Identität wird dabei nicht nur die historische Kontinuität hergestellt, sondern aus der mythologisierten Geschichte des Nationalsozialismus soll gerade die Abhebung der eigenen Identität von den Anderen, die eigene Besonderheit also bezogen werden. Die untilgbare deutsche Schuld wird in einen positiven „Auftrag“ umgedeutet, in „die eigene Verantwortung für die Gestaltung einer menschenwürdigen, demokratischen und friedlichen Gesellschaft“ (Rahmen für das Erinnern). In der Identifikation mit dieser aus der eigenen Geschichte angeblich entspringenden „Verantwortung“ liegt aber keine Belastung, sondern ein greifbarer Vorteil für die Individuen, nämlich die selbst erteilte Bescheinigung, die Vergangenheit aufgearbeitet zu haben und selbst geläutert zu sein, mit dieser also in keiner Verbindung mehr zu stehen.

Dementsprechend ungehalten reagiert man in Deutschland, wenn die Expert_innen in Sachen „Vergangenheitsbewältigung“ an deutsche Schuld erinnert oder mit den Forderungen von Zwangsarbeiter_innen nach Entschädigung konfrontiert werden. Die Verkehrung von Geschichte in Verantwortung ist lediglich eine weitere Variante des angeblich berechtigten Schlussstriches unter die deutsche Vergangenheit. Derartige Reden sind nicht neu, sie datieren in wandelnden Formen bis in die Jahre nach 1945 zurück, kommen aber ohne die Betonung des angeblich „Neuen“ gar nicht aus, gleichwohl sie nicht sagen können, worin dieses eigentlich liegt.

Die nicht enden wollende Flut an leeren Phrasen und Beweisen der eigenen „Läuterung“ und angeblichen „Versöhnung“ verweist darauf, dass diese keinerlei realen Kern besitzen, eben wie die angestrebte Auslöschung des Geschehenen unmöglich ist. Die eigene falsche Identität kann überhaupt nicht verwirklicht werden, und ist gerade deshalb ein Ritual, welches unendlich wiederholt werden muss und nie zur Ruhe kommen kann. Es ist die Suche nach nationaler Identität, die am 13. Februar tausende deutsche Bürger_innen in Dresden zum geschichtsrevisionistischen Gedenken an „deutsche Opfer“ auf die Straße treibt.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Wie in den vergangenen Jahren wird es auch am Freitag, den 13. Februar 2009 in Dresden verschiedene „bürgerliche“ öffentliche Trauerveranstaltungen geben. Für den Abend des 13. Februars ruft das Nazi-Bündnis „Gegen das Vergessen“ zu einem Fackelumzug auf, zu dem über 1000 Nazis aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ zu erwarten sind. Am 14. Februar 2009 ist ein europaweiter Trauermarsch für die „deutschen Opfer“ der Bombardierung geplant. Im vergangenen Jahr war dieser „Trauermarsch“ mit über 5000 Teilnehmer_innen der größte Naziaufmarsch Europas.

Auch wenn man nach wie vor am gleichen Tag um die gleichen Opfer trauert: zum modernisierten Dresdner Gedenken gehört auch die Abgrenzung von den Nazis. Die Auseinandersetzung mit ihnen findet aber nicht als kritische Reflexion des eigenen Tuns am 13. Februar statt, sondern kommt im Gegenteil als verlogene Abwehr einer den „Rechtsextremisten“ vorgeworfenen „Vereinnahmung“ des Gedenkens daher. Durch diese „Vereinnahmung“, das Polizeiaufgebot und natürlich die linken Gegendemonstrant_innen sehen sich die Dresdner_innen um die Freude am Trauern gebracht.

Die Auseinandersetzung mit dem historischen deutschen Nationalsozialismus und den aktuellen Nazis scheitert, wenn diese verklärt werden. Die Ideologie der Nazis steht nicht nur in Kontinuität mit den Ressentiments praktisch aller Schichten der deutschen Gesellschaft, sondern auch ihre demokratisch-zivilgesellschaftlichen Gegner_innen im Geh-Denken-Bündnis – von der am rechten Rand fischenden CDU ganz zu schweigen – benutzen explizit Versatzstücke derselben.

Wenn zu den Unterstützer_innen des „Aufrufs aus Dresden“ ein Franz Müntefering zählt, der die antisemitische Heuschrecken-Metapher im deutschen Sprachraum wieder etablierte und auf der Website ein Peter Sodann mit dem Statement „der Bombenangriff auf Dresden war das Ergebnis einer langen Herrschaft von Menschen, die es nicht wert waren, das deutsche Volk zu regieren“ zitiert wird, ist die Auseinandersetzung mit den Nazis bereits verloren. Die Sammlung unter den Fahnen von Meinungsfreiheit und Demokratie wird zur Lüge, wenn sie nur dazu dient, die geläuterte eigene Nationalidentität gegen die Bedrohung von „rechts“ zu festigen.

Die Rede von der notwendigen Verteidigung der Demokratie gegen die mit Diktatur identifizierten Nazis hat zwar noch immer die größten Mobilisierungserfolge im bürgerlichen Lager, doch sie verzerrt ihren Gegenstand; als ob der NS kein „Volksstaat“ (Götz Aly) gewesen wäre und die NPD in der Lage wäre, eine faschistische Diktatur zu installieren. Nein, der Nationalsozialismus lebt fort nicht nur gegen die Demokratie, sondern ebenso in derselben, als akzeptierte Meinungsäußerung. Wenn die fortlebenden und neu produzierten Ideologien und die falschen Identitäten in den Köpfen der Menschen nicht reflektiert und konfrontiert werden, nimmt die Auseinandersetzung mit „rechts“ selbst ideologische Züge an.

Naziaufmärsche verhindern, Trauerritual stören!
Die Großaufmärsche der Nazis am 13. und 14. Februar 2009 und die geschichtsrevisionistische deutsche Trauershow am 13. Februar haben festen Anteil am Fortbestehen derselben deutschen Ideologie, die für den Nationalsozialismus verantwortlich war. Sie wird an diesen beiden Tagen öffentlich reproduziert und in den Köpfen der Menschen verfestigt.
Diese deutsche Ideologie birgt in sich Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und den Hass auf „die Anderen“. Sie verwirklicht sich in Brandanschlägen, in Gewalt und Mord durch Nazis und durch „ganz normale Deutsche“ sowie im kollektiven oder individuellen Wegsehen und der Toleranz demgegenüber; in Hakenkreuzschmierereien an Synagogen, in rassistischen Gesetzgebungen und in Polizeiübergriffen. Sie ist eine Bedrohung für andere Menschen und uns selbst.

Es ist daher unser erklärtes Ziel, die Nazi-Aufmärsche am 13. und 14. Februar 2009 zu verhindern sowie das geschichtsrevisionistische Trauerspektakel am 13. Februar zu stören und durch kreative Aktionen mit unserer Kritik zu konfrontieren.
2006 gelang es erstmals, durch eine Blockade der Dresdner Augustusbrücke den Nazi-Großaufmarsch zur Umkehr zu zwingen.
Im Jahr darauf musste er aufgrund antifaschistischer Blockaden eine verkürzte Route wählen. Am 16. Februar 2008 versuchte die Stadt Dresden, antifaschistischen Protest in der Innenstadt durch ein Verbot der angemeldeten Demonstration zu verhindern und die Nazis ungestört marschieren zu lassen. Trotzdem gelang es den 1200 anwesenden Antifaschist_innen, von einer Kundgebung ausgehend eine Spontandemonstration durchzusetzen, und die ursprüngliche Naziroute zu blockieren.
Dadurch konnte verhindert werden, dass die Nazis an der Dresdner Synagoge vorbeimarschierten. Nichtsdestotrotz konnten sie nach dieser Routenänderung ihren Aufmarsch unter Polizeischutz weitestgehend ungestört zu Ende führen.

In diesem Jahr wollen wir mehr. Wir rufen deshalb alle Menschen auf, an diesen beiden Tagen nach Dresden zu kommen und uns zu unterstützen!

Deutsche Täter_innen sind keine Opfer. Naziaufmärsche verhindern. Geschichtsrevisionismus angreifen. Keine Versöhnung mit Deutschland.

Comments + news not only about Dresden,Frankfurt a.M. & Germany at it`s worst.

beitrag von ugly dresden

Keine Versöhnung mit Deutschland!

Pünktlich zum Jahresausklang ist der neue Aufruf zu den “13.Februar” Feierlichkeiten in Dresden erschienen. Same shit as every year, werden die ein oder anderen jetzt vielleicht denken, was nicht ganz falsch ist, schaut man sich die fast schon hysteri…


beitrag von ugly dresden

Kommunismus als Stahlbad

„Warum ich für den Kommunismus bin? Damit Tiefkühltruhen wieder für Lebensmittel verwendet werden!“
Wie war das noch mit dem Verhältnis von Produktivkräften im Kapitalismus?
Und wie viele „Derrmosgannen“ Softeis kann man für einen Euro kaufen?”

Solche und andere Fragen bewegen die Dresdner Nationalbolschewisten der Gruppe „Veritas“ und ihren Protagonisten Hans-Jürgen Westphal.
Der 57-jährige ist seit über zehn Jahren in der kommunistischen Propagandaarbeit beschäftigt wo er, mit roter Fahne bewaffnet, zunächst die Parteizeitung einer der, nach 1990 wiedergegründeten „KPD`s“ und eigene Literatur verkauft. Er selbst wurde später aus der eben jener „KPD“ ausgeschlossen, was ihn jedoch nicht davon abhielt weiter Werbung in eigener, aber vor allem für die „die Sache“ des Kommunismus, natürlich in den Farben der DDR, zu betreiben. Westphal schreibt eigene Geschichten und macht mit seinen GenossInnen „kommunistische Kunst“, das heißt vor allem Coversongs traditionellen, deutschen, Arbeiterliedgutes und eigene Kompositionen über die Liebe zu Heimat, also der DDR, das Vaterland und den nie enden wollenden Kampf gegen die „Bourgeoisie“
Westphal kann als „Dresdner Original“ mit Wiedererkennungseffekt bezeichnet werden, hat er doch mittlerweile einige Bekanntheit erreicht, so wie etwa der „Drehorgelspieler“ Jochen Schalk, der Dresdner „Christstollen“ oder das „Brückenmännchen“.

Gleichwohl steht Westphal, seine Gruppe und ihre Propaganda für die fürchterliche, ostdeutsche Symbiose aus Ablehnung der Moderne und des Westens, offensiven Liebesbekenntnissen zur Natur, Heimat und Vergangenheit, sowie dem damit verbundenen sozialem und geistigem Abstieg. 
Vor allem letzteres kann sehr schön im Youtube Channel „veritas dresden“ betrachtet werden.
Hier finden sich videographische Köstlichkeiten der Gruppe z.B. ein Lied über den „Sieg des Kommunismus“ dargestellt vor der Dresdner Semperoper, „junge Welt – Die beste Tageszeitung der BRD“, sowie die mehrteilige Gruppengesprächssimulation „Warum für den Kommunismus“ aus der obige Zitate stammen.
So nah waren sich Komik und Tragödie selten.

Vaterland


Warum für den Kommunismus? Teil1

Sieg des Kommunismus

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beitrag von ugly dresden

Kommunismus als Stahlbad

„Warum ich für den Kommunismus bin? Damit Tiefkühltruhen wieder für Lebensmittel verwendet werden!“
Wie war das noch mit dem Verhältnis von Produktivkräften im Kapitalismus?
Und wie viele „Derrmosgannen“ Softeis kann man für einen Euro kaufen?”

Solche und andere Fragen bewegen die Dresdner Nationalbolschewisten der Gruppe „Veritas“ und ihren Protagonisten Hans-Jürgen Westphal.
Der 57-jährige ist seit über zehn Jahren in der kommunistischen Propagandaarbeit beschäftigt wo er, mit roter Fahne bewaffnet, zunächst die Parteizeitung einer der, nach 1990 wiedergegründeten „KPD`s“ und eigene Literatur verkauft. Er selbst wurde später aus der eben jener „KPD“ ausgeschlossen, was ihn jedoch nicht davon abhielt weiter Werbung in eigener, aber vor allem für die „die Sache“ des Kommunismus, natürlich in den Farben der DDR, zu betreiben. Westphal schreibt eigene Geschichten und macht mit seinen GenossInnen „kommunistische Kunst“, das heißt vor allem Coversongs traditionellen, deutschen, Arbeiterliedgutes und eigene Kompositionen über die Liebe zu Heimat, also der DDR, das Vaterland und den nie enden wollenden Kampf gegen die „Bourgeoisie“
Westphal kann als „Dresdner Original“ mit Wiedererkennungseffekt bezeichnet werden, hat er doch mittlerweile einige Bekanntheit erreicht, so wie etwa der „Drehorgelspieler“ Jochen Schalk, der Dresdner „Christstollen“ oder das „Brückenmännchen“.

Gleichwohl steht Westphal, seine Gruppe und ihre Propaganda für die fürchterliche, ostdeutsche Symbiose aus Ablehnung der Moderne und des Westens, offensiven Liebesbekenntnissen zur Natur, Heimat und Vergangenheit, sowie dem damit verbundenen sozialem und geistigem Abstieg. 
Vor allem letzteres kann sehr schön im Youtube Channel „veritas dresden“ betrachtet werden.
Hier finden sich videographische Köstlichkeiten der Gruppe z.B. ein Lied über den „Sieg des Kommunismus“ dargestellt vor der Dresdner Semperoper, „junge Welt – Die beste Tageszeitung der BRD“, sowie die mehrteilige Gruppengesprächssimulation „Warum für den Kommunismus“ aus der obige Zitate stammen.
So nah waren sich Komik und Tragödie selten.

Vaterland


Warum für den Kommunismus? Teil1

Sieg des Kommunismus

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Kommunismus als Stahlbad

„Warum ich für den Kommunismus bin? Damit Tiefkühltruhen wieder für Lebensmittel verwendet werden!“Wie war das noch mit dem Verhältnis von Produktivkräften im Kapitalismus?Und wie viele „Derrmosgannen“ Softeis kann man für einen Euro kauf…


beitrag von ugly dresden

Continuité et cassures

In Dresden Orte zu finden die an die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt und die Verfolgung und Vertreibung der JüdInnen erinnern ist ein schwieriges Unterfangen.
Bis auf wenige Ausnahmen gibt es keine Denkmäler oder bekannte und erkennbare „Orte der Erinnerung“. Die wenige die es gibt sind oft erst nach 1989 auf Initiative Weniger entstanden.
Zudem sind die Zeugnisse der nationalsozialistischen Herrschaft bzw. deren Entstehung und Herkunft in Dresden kaum im öffentlichen Bewusstsein bekannt.

Allgegenwärtig sind dagegen Reklametafeln für eine Vorführung des Filmes „Dresden wie es einst war“. Dabei handelt es sich um historische Filmaufnahmen Dresdens vor der Bombardierung 1945 aus den 1930er Jahren, die jedoch die „schöne Vergangenheit“ Dresdens zeigen sollen.

Dies ist exemplarisch für den Umgang mit der Vergangenheit in dieser Stadt und Ausdruck der postnazistischen Kontinuität die im wesentlichen durch die kaum veränderte Erzählung der Opfergeschichte des „13.Februar“ das öffentliche Bewusstsein prägt.
Veränderung hat in dieser Beziehung in den letzten Jahren nur teilweise stattgefunden. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sowie eine Kenntlichmachungvon Erinnerungsorten und Zeugnisstätten des Nationalsozialismus blieb dabei im wesentlichen einzelnen Initiativen (wie z.B. dem Verein Hatikva) und interessierten Einzelpersonen vorbehalten.

Im September erschien etwa der „Historische Reiseführer 1933-1945“ von Hartmut Ellrich der sehr umfassend die Orte nationalsozialistischer Verfolgung und Herrschaft benennt und beschreibt. Darin ist etwa zu erfahren, das ganze, nach nationalsozialistischem Vorbild gestaltete Plätze, wie das Königsufer heute noch erhalten sind.  (Siehe hierzu auch die Beschreibung unter diesem Link und den dazugehörigen Seiten.)

Das dies kein „Tabu“ mehr darstellt hat auch damit zu tun, das es in Dresden nunmehr zum guten Ton gehört auf die „Vorgeschichte“ des „13. Februar“ zu verweisen, um dann um so vehementer das Gedenken an die Bombardierung einzufordern.
Gleichwohl ist den, aktiv an der Geschichte des Nationalsozialismus und der antisemitischen Verfolgung Interessierten, diese Rolle weitestgehend überlassen und sie finden kaum Beachtung, da der gute Ton eben die Musik macht, aber sonst kaum ernst gemeint ist.
So darf 2008 im Lokalblatt „Sächsische Zeitung“ folgendes erscheinen, was früher höchstens von der Antifa formuliert wurde:

Es ist ein Band voller Überraschungen, selbst für Kenner der Stadthistorie. In die Kapitel „Innenstadt“, „Außenbezirke“ und „Umland“ unterteilt, führt der Führer mit zahllosen Bildern und Texten die Leser auf die teils heute noch sichtbaren Spuren der Stadtgeschichte zur NS-Zeit.
An Orte mit hinlänglich bekannter Vergangenheit wie das Hygienemuseum, den früheren „Adolf-Hitler-“ und heutigen „Theaterplatz“, zum ehemaligen „Judenhaus“ an der Bautzener Straße. Aber auch an Stellen, deren einstige Nutzung heute kaum noch bekannt ist: zum Studentenwohnheim Güntzstraße, vormals Sammellager für Juden. Ans Königsufer, früher Massenaufmarschplatz. Zum Goehle-Werk, dessen Hochbunker noch stehen. Zum Schloss Hirschstein, wo Belgiens Königsfamilie interniert wurde.

Eine spannende und erhellende Lektüre, die neugierig macht, die Vergangenheit der Stadt neu zu entdecken. Ohne Schaum, aber auch ohne Blatt vorm Mund geschrieben.

Die Kapitel über die intensive rüstungsindustrielle und militärische Nutzung zahlloser Objekte wie Taschenbergpalais und Albertinum, das geplante Gauforum, die Frauenkirche als Dom der NS-hörigen Deutschen Christen; das alles trägt dazu bei, einen hier leider immer noch wirksamen Mythos zu zerstören.
„Dresden war keine unschuldige Kunst- und Kulturstadt“, sagt Hartmut Ellrich. Und, mit einem Lächeln: „Ich hoffe, dass ich nun nicht aus der Stadt gejagt werde.“

Tatsächlich werden Autoren wie Ellrich nicht aus der Stadt gejagt was vor einigen Jahren wahrscheinlich eine berechtigte Sorge gewesen wäre. Stattdessen werden sie heute im wesentlichen ignoriert.

Es gibt in der Tat nur zwei Möglichkeiten: Eine endgültige Versöhnung mit dieser Vergangenheit oder aber der konstante, d.h. in fortwährender Auseinandersetzung zu vollziehende Bruch mit ihr.
Moshe Postone, 1985

Anlässlich des 70. Jahrestages der Pogrome des 09. November 1938 ist ein vergleichbares, sehr interessantes Projekt “audioscript” vorgestellt wurden.
Dabei handelt es sich um ein dutzend Audiobeiträge, anhand derer Orte nationalsozialistischer Verfolgung in Dresden erkundet werden können. Das Konzept und die Beiträge sind in einjähriger Arbeit entstanden.

Die Projektgruppe schreibt hierzu:

Das audioscript zur Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Dresden 1933-1945 ermöglicht in 13 Tracks eine Auseinandersetzung mit (stadt-)historischen, philosophischen und künstlerischen Diskursen zur Shoa. Die Hörenden erwartet ein Stadtrundgang zu exemplarischen Orten der antisemitischen Verfolgung in Nationalsozialismus und deren gegenwärtiger Rezeption. (…)

Immer wird die Geschichte des einzelnen Ortes und der dort stattgefundenen Verbrechen aufgezeigt. Über den konkreten Ort hinaus dienen zwei Koordinaten der Auseinandersetzung: Das individuelle Erleiden wird durch autobiographisches Material der Überlebenden entgegen des hiesigen hegemonialen Geschichtsdiskurses stark gemacht. Das Erlittene korrenspondiert mit Zitaten einer kritischen Theorie, die Auschwitz nicht historisiert, sondern als Zivilisationsbruch markiert und zum Ausgangspunkt jeder philosophischen Überlegung macht.

Die Reihenfolge und der Weg der Führung lassen sich individuell gestalten und führen von der neuen Synagoge, zu ehemaligen „Judenhäusern“, der „SS-Mullah Schule“ sowie an Orte von Zwangsarbeit, der Todesmärsche und zum „Judenlager Hellerberg“.

Die Tracks und ein Stadtplan lassen sich auf der website des Projektes audioscript downloaden.

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In Dresden Orte zu finden die an die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt und die Verfolgung und Vertreibung der JüdInnen erinnern ist ein schwieriges Unterfangen.
Bis auf wenige Ausnahmen gibt es keine Denkmäler oder bekannte und erkennbare „Orte der Erinnerung“. Die wenige die es gibt sind oft erst nach 1989 auf Initiative Weniger entstanden.
Zudem sind die Zeugnisse der nationalsozialistischen Herrschaft bzw. deren Entstehung und Herkunft in Dresden kaum im öffentlichen Bewusstsein bekannt.

Allgegenwärtig sind dagegen Reklametafeln für eine Vorführung des Filmes „Dresden wie es einst war“. Dabei handelt es sich um historische Filmaufnahmen Dresdens vor der Bombardierung 1945 aus den 1930er Jahren, die jedoch die „schöne Vergangenheit“ Dresdens zeigen sollen.

Dies ist exemplarisch für den Umgang mit der Vergangenheit in dieser Stadt und Ausdruck der postnazistischen Kontinuität die im wesentlichen durch die kaum veränderte Erzählung der Opfergeschichte des „13.Februar“ das öffentliche Bewusstsein prägt.
Veränderung hat in dieser Beziehung in den letzten Jahren nur teilweise stattgefunden. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sowie eine Kenntlichmachungvon Erinnerungsorten und Zeugnisstätten des Nationalsozialismus blieb dabei im wesentlichen einzelnen Initiativen (wie z.B. dem Verein Hatikva) und interessierten Einzelpersonen vorbehalten.

Im September erschien etwa der „Historische Reiseführer 1933-1945“ von Hartmut Ellrich der sehr umfassend die Orte nationalsozialistischer Verfolgung und Herrschaft benennt und beschreibt. Darin ist etwa zu erfahren, das ganze, nach nationalsozialistischem Vorbild gestaltete Plätze, wie das Königsufer heute noch erhalten sind.  (Siehe hierzu auch die Beschreibung unter diesem Link und den dazugehörigen Seiten.)

Das dies kein „Tabu“ mehr darstellt hat auch damit zu tun, das es in Dresden nunmehr zum guten Ton gehört auf die „Vorgeschichte“ des „13. Februar“ zu verweisen, um dann um so vehementer das Gedenken an die Bombardierung einzufordern.
Gleichwohl ist den, aktiv an der Geschichte des Nationalsozialismus und der antisemitischen Verfolgung Interessierten, diese Rolle weitestgehend überlassen und sie finden kaum Beachtung, da der gute Ton eben die Musik macht, aber sonst kaum ernst gemeint ist.
So darf 2008 im Lokalblatt „Sächsische Zeitung“ folgendes erscheinen, was früher höchstens von der Antifa formuliert wurde:

Es ist ein Band voller Überraschungen, selbst für Kenner der Stadthistorie. In die Kapitel „Innenstadt“, „Außenbezirke“ und „Umland“ unterteilt, führt der Führer mit zahllosen Bildern und Texten die Leser auf die teils heute noch sichtbaren Spuren der Stadtgeschichte zur NS-Zeit.
An Orte mit hinlänglich bekannter Vergangenheit wie das Hygienemuseum, den früheren „Adolf-Hitler-“ und heutigen „Theaterplatz“, zum ehemaligen „Judenhaus“ an der Bautzener Straße. Aber auch an Stellen, deren einstige Nutzung heute kaum noch bekannt ist: zum Studentenwohnheim Güntzstraße, vormals Sammellager für Juden. Ans Königsufer, früher Massenaufmarschplatz. Zum Goehle-Werk, dessen Hochbunker noch stehen. Zum Schloss Hirschstein, wo Belgiens Königsfamilie interniert wurde.

Eine spannende und erhellende Lektüre, die neugierig macht, die Vergangenheit der Stadt neu zu entdecken. Ohne Schaum, aber auch ohne Blatt vorm Mund geschrieben.

Die Kapitel über die intensive rüstungsindustrielle und militärische Nutzung zahlloser Objekte wie Taschenbergpalais und Albertinum, das geplante Gauforum, die Frauenkirche als Dom der NS-hörigen Deutschen Christen; das alles trägt dazu bei, einen hier leider immer noch wirksamen Mythos zu zerstören.
„Dresden war keine unschuldige Kunst- und Kulturstadt“, sagt Hartmut Ellrich. Und, mit einem Lächeln: „Ich hoffe, dass ich nun nicht aus der Stadt gejagt werde.“

Tatsächlich werden Autoren wie Ellrich nicht aus der Stadt gejagt was vor einigen Jahren wahrscheinlich eine berechtigte Sorge gewesen wäre. Stattdessen werden sie heute im wesentlichen ignoriert.

Es gibt in der Tat nur zwei Möglichkeiten: Eine endgültige Versöhnung mit dieser Vergangenheit oder aber der konstante, d.h. in fortwährender Auseinandersetzung zu vollziehende Bruch mit ihr.
Moshe Postone, 1985

Anlässlich des 70. Jahrestages der Pogrome des 09. November 1938 ist ein vergleichbares, sehr interessantes Projekt “audioscript” vorgestellt wurden.
Dabei handelt es sich um ein dutzend Audiobeiträge, anhand derer Orte nationalsozialistischer Verfolgung in Dresden erkundet werden können. Das Konzept und die Beiträge sind in einjähriger Arbeit entstanden.

Die Projektgruppe schreibt hierzu:

Das audioscript zur Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Dresden 1933-1945 ermöglicht in 13 Tracks eine Auseinandersetzung mit (stadt-)historischen, philosophischen und künstlerischen Diskursen zur Shoa. Die Hörenden erwartet ein Stadtrundgang zu exemplarischen Orten der antisemitischen Verfolgung in Nationalsozialismus und deren gegenwärtiger Rezeption. (…)

Immer wird die Geschichte des einzelnen Ortes und der dort stattgefundenen Verbrechen aufgezeigt. Über den konkreten Ort hinaus dienen zwei Koordinaten der Auseinandersetzung: Das individuelle Erleiden wird durch autobiographisches Material der Überlebenden entgegen des hiesigen hegemonialen Geschichtsdiskurses stark gemacht. Das Erlittene korrenspondiert mit Zitaten einer kritischen Theorie, die Auschwitz nicht historisiert, sondern als Zivilisationsbruch markiert und zum Ausgangspunkt jeder philosophischen Überlegung macht.

Die Reihenfolge und der Weg der Führung lassen sich individuell gestalten und führen von der neuen Synagoge, zu ehemaligen „Judenhäusern“, der „SS-Mullah Schule“ sowie an Orte von Zwangsarbeit, der Todesmärsche und zum „Judenlager Hellerberg“.

Die Tracks und ein Stadtplan lassen sich auf der website des Projektes audioscript downloaden.

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Continuité et cassures

In Dresden Orte zu finden die an die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt und die Verfolgung und Vertreibung der JüdInnen erinnern ist ein schwieriges Unterfangen.Bis auf wenige Ausnahmen gibt es keine Denkmäler oder bekannte und erkennbare…


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Linke Lügen

Die innerlinke Nabelschau rund um die Diskussionen zum Umgang der Linken mit dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13./14. Februar 1945 geht weiter.
Hierzu gibt es eine weitere Antwort eines Kritikers auf den, in der Zeitung des AZ Conni „ctrl_f“ erschienenen, Text „Linke Wahrheiten?“.
Wer diese Texte lesen möchte sei auf die Seite der Gruppe Black Monday verwiesen.
Dort findet sich der erste Text von „Ralf“: „Linke Wahrheiten?“, sowie die Antwort der Gruppe Black Monday: „Die böse Geschichte“.
Die Fortsetzung der Debatte mit dem Titel „Linke Lügen“ ist hier vollständig dokumentiert.

Linke Lügen
Antwort auf Ralf

Nachdem schon in der ersten Ausgabe dieser Zeitung dem Aufruf zum 13. Februar aus fadenscheinigen Gründen der Abdruck verweigert wurde, wird nun schon deutlicher welche Ansichten im Kreis der HerausgeberInnen vertreten werden.

Der Text von Ralf aus der 3. Ausgabe dieser Zeitung verschlägt einem glatt die Sprache. Er verspricht „herrschaftskritische Anmerkungen zur linken Debatte um den 13. Februar(Dieses und alle folgenden mit R. gekennzeichneten Zitate entstammen dem Text., „Linke Wahrheiten?“ von Ralf aus der ctrl_f Nr.3).

Zum Thema 13.Februar von Herrschaftskritik zu schwafeln und „eine eigenständige, linke Kritik auch am Verhalten der Alliierten“ (R.) zu fordern, ist nun in ungefähr so originell, wie wenn das Gespräch auf Israel kommt, auf eine Kritik von Staatlichkeit und Militärs zu insistieren. Darin und auch im weiteren Verlauf seiner „Anmerkungen“, offenbart sich die Unfähigkeit zwischen Besonderem und Allgemeinem zu unterscheiden und beides ins Verhältnis zu setzen – das nur am Rande.

Originell ist seine Forderung auch deswegen nicht, weil die jüngere Geschichte des 13. Februar in Dresden sehr anschaulich zeigte wie es aussieht wenn Leute aus dieser Motivation heraus praktisch werden und zur Tat schreiten. Seit den 60ern gab es in Dresden kein öffentliches „Gedenken“. Bis 1982 Personen aus der linken, oppositionellen Friedensbewegung aus der gleichen Motivation heraus auf die selbe Idee kamen wie Ralf und meinten am 13. Februar Herrschafts- und Militärkritik betreiben zu müssen und sich zu diesem Zweck vor der Ruine der Frauenkirche versammelten.

Die Folgen sind bekannt: wenige Jahre später sprangen Kirche, Stadt und Bürger – also das was sich heute Zivilgesellschaft nennt – mit ins Boot und übernahmen das Steuer dieser reaktionären Bewegung. Und bald schon konnte im Kulturpalast ein allseits bekannter Holocaustleugner, auf Einladung der Stadt, seine Thesen verbreiten.

Kurz und schlecht: Es wurde den Nazis ein Klima geschaffen, in dem sie sich wohlfühlen können und nicht mit Widerstand rechnen müssen.
Das Ralf nun tatsächlich einen der Gründe, der zu diesem widerlichen Zuständen geführt hat, als Medizin dagegen preist, zeigt nur seine völlige Verkennung der Realität, speziell derer, die hier in Dresden vorzufinden ist.

Die Absurdität Pazifismus zu betreiben, was ja eine implizite Forderung von Ralf´s Text ist, wird in der Konfrontation mit dem Nationalsozialismus nur allzu deutlich. (Aber auch mit dem Islamofaschismus, der ja meint: „Ihr liebt das Leben – wir lieben den Tod!“.)
Um die Wahrheit nun trotzdem umzulügen und die Lüge zur Wahrheit zu machen, empfiehlt sich natürlich das postmoderne, diskurstheoretische Geschwätz, in dessen Duktus er die Trennung zwischen den „damaligen als Opfer betroffene Zeitgenossen“ (R.) einerseits, denen er gnädigerweise zugesteht sich über die Niederlagen der Deutschen zu freuen, und „einer heutigen Linken“ (R.) andererseits, einführt.

Diese speziell linke Art der Schlussstrichpolitik ignoriert, das die Verhältnisse fortleben die zu Auschwitz geführt haben. Also eine Ökonomie, die ihrem Wesen nach den Menschen zu ihren Anhängsel macht, deren Erscheinung sich allerdings im Bewusstsein des einzelnen fetischisiert, als Ideologie widerspiegelt. Sie ignoriert auch die Gefahren die diese Ideologien, besonders die in der islamischen Welt äußerst virulente Antisemitische, aktuell darstellen.

Aber weiter im Text: Da „die Beteiligten (…) heute nicht unter dem Zwang der Abwehr eines auf Vernichtung gepolten politischen Systems (stehen)“ (R.) – als gäbe es keinen politischen Islam, als gäbe es nicht von diesem das ständige Versprechen, Israel zu vernichten und als würden seine Protagonisten nicht geflissentlich in die Tat umsetzten, was sie jedem erzählen der es hören will: durch den Bau von Atombomben, durch den Terror der Hisbollah und der Palästinenser – „muss es möglich sein, eine eigenständige linke Kritik auch am Verhalten der Alliierten zu formulieren“ (R.).

Statt Selbstkritik zu betreiben, das Versagen der Linken im Angesicht des Nationalsozialismus zu analysieren und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen, zu denen auch gehören sollte, gerade am 13. Februar, und im Bewusstsein das gerade auch im Antiamerikanismus die Volksgemeinschaft (aber auch die Umma) zu sich selbst kommt, das die Bürger der Vereinigten Staaten sehr wohl Dank verdienen, dafür das sie betrieben haben und betreiben, was eigentlich Anspruch der Linken ist: nämlich Antifaschismus. Jene also zu bekämpfen – wenn es sein muss auch militant – die noch hinter die Freiheiten und Zumutungen der bürgerlichen Gesellschaft zurückfallen wollen.

Statt – wenn es schon die marginale Linke nicht selber schafft der Barbarei etwas ernsthaftes entgegenzustellen und aktuell auch nicht schaffen will, da sie lieber mit den Feinden der Freiheit kollaboriert – solidarisch mit denen zu sein die die Aufklärung noch gegen jene verteidigen die sie negativ aufheben wollen, ist für Ralf nur klar, das es keinen „zivilisatorischen Krieg“ (R.) geben kann. Obwohl gerade die jüngere Geschichte Deutschlands das Gegenteil belegt.

Die Lehre der Deutschen aus Auschwitz ist deswegen falsch. Denn diese lautet ja bekanntermaßen eben nicht: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Nationalsozialismus!“, sondern: „Nie wieder Krieg!“, und in ihrer Konsequenz: „Nie wieder Krieg gegen Faschismus!“. Die Katastrophe war für sie nicht die Ermordung ihrer jüdischen NachbarInnen, die sie durchführten, sondern die Umsiedlung der Deutschen („Vertreibung“); der Zivilisationsbruch nicht die rauchenden Schornsteine von Auschwitz, sondern die Bombardierung von Dresden.

Dieser, auf einen Opfermythos beruhende, Pazifismus macht zu einem wesentlichen Teil das Selbstverständnis des postnazistischen Deutschlands aus. Ein Pazifismus, der sich in Gegensatz zu den USA und Israel stellt; denen er es zum Vorwurf macht unilateral und militärisch ihre Interessen durchzusetzen. Interessen politischer und ökonomischer Natur, die, im Rahmen des unvernünftigem Ganzen, vernünftig und der Aufklärung verpflichtet sind und im Gegensatz stehen zur Unvernunft und zum Wahn derer, denen die Friedensfreunde, unter Hinweis darauf das Israel und die USA auch welche haben, den Bau von Atomwaffen zugestehen. Diesen Pazifismus weltweit durchzusetzen, ist das ach so geläuterte Deutschland angetreten und versucht es über EU oder UNO nach Kräften.

Es ist heute die Appeasementpolitik der Europäer und im besonderen Deutschlands (Das nebenbei bemerkt größter Handelspartner des Irans ist.), ihr „kritischer Dialog“ – statt effektive Sanktionen zu verhängen und alle nichtmilitärischen Mittel zu nutzen um Druck auszuüben und denn Iran vom Atomwaffenbau abzubringen – der einen Angriff auf den Iran erst notwendig machen.

Es gilt sich klarzumachen: Islamismus und Pazifismus sind deutsche Ideologie auf der Höhe der Zeit. Während die einen den Krieg gegen die Juden und den Westen gewaltsam führen, halten die anderen ihnen aus Antiamerikanismus, Antisemitismus oder bestenfalls grenzenloser Ignoranz und Naivität den Rücken frei. Ihre Einigkeit in der Ablehnung und Dämonisierung der USA und Israels, korresprondiert mit ihrer Ablehnung individueller Freiheit. Unter Freiheit verstehen sie nur die der autochthonen Kollektive vom „amerikanisierten“ Westen, der Aufklärung und Zivilisation.

Aus diesen Gründen kann es nicht Aufgabe einer emanzipatorischen Linken sein, die Deutschen in ihren Glauben an ihr Opferdasein und ihrer daraus resultierenden Friedenssehnsucht – die nur den Frieden mit den schlechten Verhältnissen wie sie sind und Frieden mit denen, die noch furchtbarere erkämpfen wollen bedeutet – zu bestärken, sondern es muss darum gehen, die gerade am 13. Februar sich in extremer Weise zeigenden Mythen und Ideologien anzugreifen.

Statt also „Militärkritik“ (R.) zu betreiben, gilt es Pazifismus, Apeasementpolitk und die antiamerikanische und antisemitische Friedensbewegung, also die deutsche Ideologie in ihrer postnazistischen Form zu denunzieren.
Gilt es den Deutschen im allgemeinen und den Dresdnern im besonderen, immer wieder vorzuhalten was Eike Geisel schrieb: „Mit dem beständigem Hinweis (…), daß Deutschland aufgrund seiner eigenen Geschichte eine besondere und weltweite Verantwortung für den Frieden habe, soll vor allem eine deutsche Errungenschaft der jüngeren Geschichte vergessen gemacht werden: das nämlich der einzige deutsche Beitrag zur Zivilisation im 20. Jahrhundert darin besteht, den Krieg als Mittel der Politik eben nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil ihn als Sachverwalter der Humanität überhaupt erst möglich gemacht zu haben.(Eike Geisel, Die Banalität des Guten, 1992, S. 121).

Wer zudem, wie Ralf in seinem Text, wiederholt auf „Herrschaft“ und die dringende Notwendigkeit sie zu kritisieren verweist, ohne je zu konkretisieren was für Herrschaft gemeint ist – ohne also zu verdeutlichen das nicht persönliche Herrschaftsverhältnisse, sondern die apersonelle Herrschaft des Wertgesetzes, also ein ökonomische Verhältniss, die gesellschaftliche Realität formt, durchdringt und diese seiner Logik unterwirft, und die jeder reproduziert der eine Ware, und dazu gehört bekanntlich auch die Arbeitskraft, kauft oder verkauft – der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Verhältnisse zu verschleiern statt aufzuklären.

Der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in den antisemitischen Kanon einzustimmen der hierzulande von links bis rechts gesungen wird und der notwendig in die Barbarei führt. Denn unter welcher Herrschaft die Deutschen sich und jene Völker und Banden, mit denen sie sich verbünden und solidarisieren, wähnen, ist offensichtlich: das gewissenlose internationale Finanzkapital (die sogenannten Heuschrecken), die Wallstreet, Amerika, die Juden und ihr Staat – Israel.
(Zur Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland und Europa vgl.: W. Heitmeyer (Hrsg): Deutsche Zustände, Folge 2 Frankfurt/M (Suhrkamp) 2003; Euro-barometer, http://europa.eu.int/comm/puplic-opinion/archives/flash-arch.htm 2008; EUMC – Studie „Manifestations of Anti-Semitism in the European Union – First Semester 2002 -Synthesis Report “ Wien 2003)

Hier gilt: wer nicht von der Kritik der politischen Ökonomie und der dieser Ökonomie adäquaten Ideologien reden will, soll zu Herrschaftskritik schweigen.

Dieses ideologische Gebräu noch mit einem Zitat von Adorno abzuschließen, welches in seinem Zusammenhang, aus dem es gerissen wurde, das Gegenteil von dem meint was Ralf in seinem Text fordert und behauptet, ist dreist.

Adorno schrieb: „Hitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen neuen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe.(Negative Dialektik, Frankfurt a. Main 1966, S.358).

Das ist kein Aufruf zur sozialen Revolution, um die befreite, selbstbewusste Gesellschaft zu erreichen, und erst recht ist er nicht geeignet Ralf´s Ausführungen zu stützen, sondern eine Aufforderung, im Bewusstsein der momentanen Unmöglichkeit dieser Emanzipation der Menschen – die „im Stande ihrer Unfreiheit“ eben statt Emanzipation, lieber Reaktion und Barbarei wählen – das schlimmste – „Auschwitz“ – zu verhindern, um die Möglichkeit offen zu halten eine Gesellschaft „in der man ohne Angst verschieden sein kann(Adorno, Minima Moralia, S.116, Frankfurt a. Main 1951) letztlich überhaupt noch erreichen zu können.

Diese Gesellschaft steht im übrigen im Gegensatz zu der von Ralf hochgehaltenen „unveräußerlichen Gleichheit aller Menschen“ (R.), die angeblich „stets originäres Anliegen linker Politik“ (R.) war. Was sie von der bürgerliche Gleichheit, der Gleichheit im Tausch und im Recht unterscheidet, bleibt offen. Spiegelt sich doch in der Forderung nach Gleichheit, wenn auch ungewollt, der Wille zum Kollektiv und die Verneinung des Einzelnen wieder wie es typisch für die deutsche Ideologie ist.
Und da Ralf schon Adorno in Spiel bringt, sei mir erlaubt, ihm mit Adorno zu entgegnen: „Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre (…) die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen. Politik, der es darum im Ernst noch ginge, sollte deswegen die abstrakte Gleichheit der Menschen nicht einmal als Idee propagieren.“ (Adorno, Minima Moralia, S.116).

Statt wie versprochen Anmerkungen zu liefern bietet der Text „Linke Wahrheiten?“ bewusst nur Andeutungen und undeutliches Geraune.
Es ist der Versuch sich nicht zu positionieren um sich einer Kritik zu entziehen. Ein sich aus der, ohne Frage, erbärmlichen Realität herausheben und heraushalten, um von dort aus „ein eigenständiges Instrumentarium zu schaffen, … eine eigene Sprache zu erfinden“ (R.), mit der die Verhältnisse so verschleiert werden können, dass das friedensbewegte Weltbild nicht ins wanken gerät, das nicht mit jenem Unsinn gebrochen werden muss, den Ralf für links hält und der leider die Linke aktuell tatsächlich ausmacht. Dies lässt einen mehr oder weniger deutlichen Blick auf das dahinter liegende Denken bzw. Nichtdenken zu.
Die von ihm geforderte „Absage an staatliche Realpolitik“ (R.) ist in ihrer Konsequenz eine Absage an Israel und dessen Notwendigkeit.
Sie zeigt, das Ralf weder vom Antisemitismus noch von der mörderischen Form der Krisenbewältigung, wie sie in Deutschland durchgeführt wurde, etwas verstanden hat.

Statt Kritik, die ihm ja vorgeblich am Herzen liegt, zu schärfen, statt dazu beizutragen sich einen Begriff von der Sache zu machen, offenbart sich die Verweigerung vor den Anstrengungen und Konsequenzen, die mit einen zuende denken seiner „Anmerkungen“ und Fragen verbunden wäre.
Dann würde auch deutlich, dass das was Ralf als „herrschaftskritische Anmerkungen“ bezeichnet, nichts anderes als eine Sammlung von Unterstellungen, Widersprüchen und Lügen – deutsche Ideologie par excellence – ist, die vollständig aufzuzählen und zu widerlegen erstens den Rahmen sprengen würde und zweitens bedeuten würde, Ralf´s „Anmerkungen“ in den Status der Diskussionswürdigkeit zu erheben, sie also unnötig aufzuwerten.

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