beitrag von ugly dresden

Ein Messer gegen den Islam

Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken, in der aktuellen Jungle World, zum rassistischen Mord an einer Ägypterin in Dresden.

Dieser Tage beantwortet sich die häufig gestellte Frage, was denn der Unterschied zwischen Islamophobie und Rassismus sei, selbst: Wird ein vermeintlicher Ausländer in Deutschland von Nazis oder anderen Rassisten ermordet, so stehen jene, die um ihn trauern und gegen die Mörder demonstrieren, alleine da.

Ist dagegen „Islamophobie“ im Spiel, wird die Tat im wahrsten Sinne des Wortes zur Chefsache. Dann nämlich nehmen sich ihrer so illustre Gestalten wie der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad, sein ägyptischer Kollege Hosni Mubarak, der Sprecher der Organisation islamischer Staaten und Ayyub Köhler vom Zentralrat der Muslime an; also Herren, denen die Tat kein Wort wert gewesen wäre, handelte es sich bei dem Opfer nicht um eine Kopftuch tragende Muslima.

Anfang der neunziger Jahre, als Nazis und andere stolze Deutsche noch äußerst erfolgreich Jagd auf Ausländer machten und Asylbewerberheime brannten, riefen Politiker und Medien zur Besonnenheit auf. Man müsse, so hieß es, die Täter verstehen und am besten das Asylrecht einschränken. Antirassisten war damals die Religionszugehörigkeit der Opfer noch herzlich egal.

Seit nun in einem Dresdener Gericht ein Aussiedler aus Russland die 32jährige Marwa al-Sherbini mit einem Messer tötete, nachdem er sie zuvor als „Terroristin“ und „Islamistin“ beschimpft hatte, wird nun das „erste Todesopfer eines islamfeindlichen Übergriffs in Deutschland“ (Taz) herbeigeschrieben und damit die Deutungshoheit für den Fall an „Islam-Experten“, die iranische Regierung und andere Vertreter der Ummah delegiert. Die nehmen den Auftrag nur allzu gerne an, bestellen den deutschen Botschafter in Teheran ein, organisieren Demonstrationen vor den deutschen Botschaften in Teheran und Kairo und erklären die Ermordete wahlweise zur „verschleierten Märtyrerin“ (Iran) oder zur „Märtyrerin im Hijab“ (Ägypten).

Derweil beklagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Köhler, die wachsende Islamfeindschaft in Deutschland, die sich vor allem gegen jene „Schwestern“ richte, die ein Kopftuch tragen. Stefan Widmann, seines Zeichens Islamophobie-Experte vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, meint: „Dieser Anschlag wurde möglicherweise atmosphärisch durch eine Hass-Szene im Internet vorbereitet und durch problematische Tendenzen unter bestimmten Intellektuellen, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen.“ Entsprechend ermittelt nun auch Oberstaatsanwalt Christian Avenarius in Dresden, ob es sich um eine „islamfeindliche Tat“ gehandelt habe.


Dabei entspricht der Messerstecher, soweit man etwas über ihn erfährt, fast perfekt jenem Sozialtypus, der immer dann entschuldigend ins Feld geführt wurde, als es noch darum ging, Motive bei rassistischen Gewalttaten zu erklären oder zu entschuldigen. Wenn aber das Opfer kein Asylbewerber aus Afrika, keine türkische Familie, die es nicht offensichtlich oder nur im Privaten mit der Religion hat, sondern eine offenbar gläubige Muslima ist, dann verwandelt der Tatverdächtige sich zum Vollstrecker einer angeblich herrschenden Islamophobie. Vor 15 Jahren dagegen hätte sich so mancher Politiker gefreut, einmal jene verwirrten Einzeltäter vor sich zu haben, die man nach den Morden in Mölln und Solingen eigens erfinden musste.

Hätte Marwa al-Sherbini kein Kopftuch getragen, wäre sie etwa eine säkular ausgerichtete Migrantin aus Ägypten gewesen – kein Mensch hätte den Vorwurf der Islamophobie erhoben. Weil sie ein Kopftuch trug, ist sie zur „Märtyrerin“ erhoben worden, und – zwischen Berlin und Teheran ist man sich einig – das Messer, das sie tödlich traf, galt dem Islam, nicht ihrer Person.

(Anm. zu den Bildern: Bild 1 zeigt eine “Trauerkundgebung” für das Opfer in Pakistan, während das zweite Bild von der entsprechenden Kundgebung in Dresden am 11. Juli stammt, auf der offenbar auch eine augenscheinliche Flagge der Hamas akzeptiert wurde)

Comments + news not only about Dresden,Frankfurt a.M. & Germany at it`s worst.

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Ein Messer gegen den Islam

Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken, in der aktuellen Jungle World, zum rassistischen Mord an einer Ägypterin in Dresden.

Dieser Tage beantwortet sich die häufig gestellte Frage, was denn der Unterschied zwischen Islamophobie und Rassismus sei, selbst: Wird ein vermeintlicher Ausländer in Deutschland von Nazis oder anderen Rassisten ermordet, so stehen jene, die um ihn trauern und gegen die Mörder demonstrieren, alleine da.

Ist dagegen „Islamophobie“ im Spiel, wird die Tat im wahrsten Sinne des Wortes zur Chefsache. Dann nämlich nehmen sich ihrer so illustre Gestalten wie der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad, sein ägyptischer Kollege Hosni Mubarak, der Sprecher der Organisation islamischer Staaten und Ayyub Köhler vom Zentralrat der Muslime an; also Herren, denen die Tat kein Wort wert gewesen wäre, handelte es sich bei dem Opfer nicht um eine Kopftuch tragende Muslima.

Anfang der neunziger Jahre, als Nazis und andere stolze Deutsche noch äußerst erfolgreich Jagd auf Ausländer machten und Asylbewerberheime brannten, riefen Politiker und Medien zur Besonnenheit auf. Man müsse, so hieß es, die Täter verstehen und am besten das Asylrecht einschränken. Antirassisten war damals die Religionszugehörigkeit der Opfer noch herzlich egal.

Seit nun in einem Dresdener Gericht ein Aussiedler aus Russland die 32jährige Marwa al-Sherbini mit einem Messer tötete, nachdem er sie zuvor als „Terroristin“ und „Islamistin“ beschimpft hatte, wird nun das „erste Todesopfer eines islamfeindlichen Übergriffs in Deutschland“ (Taz) herbeigeschrieben und damit die Deutungshoheit für den Fall an „Islam-Experten“, die iranische Regierung und andere Vertreter der Ummah delegiert. Die nehmen den Auftrag nur allzu gerne an, bestellen den deutschen Botschafter in Teheran ein, organisieren Demonstrationen vor den deutschen Botschaften in Teheran und Kairo und erklären die Ermordete wahlweise zur „verschleierten Märtyrerin“ (Iran) oder zur „Märtyrerin im Hijab“ (Ägypten).

Derweil beklagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Köhler, die wachsende Islamfeindschaft in Deutschland, die sich vor allem gegen jene „Schwestern“ richte, die ein Kopftuch tragen. Stefan Widmann, seines Zeichens Islamophobie-Experte vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, meint: „Dieser Anschlag wurde möglicherweise atmosphärisch durch eine Hass-Szene im Internet vorbereitet und durch problematische Tendenzen unter bestimmten Intellektuellen, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen.“ Entsprechend ermittelt nun auch Oberstaatsanwalt Christian Avenarius in Dresden, ob es sich um eine „islamfeindliche Tat“ gehandelt habe.


Dabei entspricht der Messerstecher, soweit man etwas über ihn erfährt, fast perfekt jenem Sozialtypus, der immer dann entschuldigend ins Feld geführt wurde, als es noch darum ging, Motive bei rassistischen Gewalttaten zu erklären oder zu entschuldigen. Wenn aber das Opfer kein Asylbewerber aus Afrika, keine türkische Familie, die es nicht offensichtlich oder nur im Privaten mit der Religion hat, sondern eine offenbar gläubige Muslima ist, dann verwandelt der Tatverdächtige sich zum Vollstrecker einer angeblich herrschenden Islamophobie. Vor 15 Jahren dagegen hätte sich so mancher Politiker gefreut, einmal jene verwirrten Einzeltäter vor sich zu haben, die man nach den Morden in Mölln und Solingen eigens erfinden musste.

Hätte Marwa al-Sherbini kein Kopftuch getragen, wäre sie etwa eine säkular ausgerichtete Migrantin aus Ägypten gewesen – kein Mensch hätte den Vorwurf der Islamophobie erhoben. Weil sie ein Kopftuch trug, ist sie zur „Märtyrerin“ erhoben worden, und – zwischen Berlin und Teheran ist man sich einig – das Messer, das sie tödlich traf, galt dem Islam, nicht ihrer Person.

(Anm. zu den Bildern: Bild 1 zeigt eine “Trauerkundgebung” für das Opfer in Pakistan, während das zweite Bild von der entsprechenden Kundgebung in Dresden am 11. Juli stammt, auf der offenbar auch eine augenscheinliche Flagge der Hamas akzeptiert wurde)

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beitrag von ugly dresden

Obama, der Affe…

Wer errinnert sich nicht noch an die dummen Vergleiche zwischen George W. Bush und allen Arten von Primaten die, vor allem zu Beginn seiner ersten Amtszeit kursierten. Diese Art von Hass-Propaganda war in den acht Jahren seiner Präsidentschaft unterschiedlich stark verbreitet, kam jedoch seit dem Auftritt Barack Obamas auf der politischen Bühne, trotz dem innewohnenden Anachronismus, nie ganz ausser Mode.  

Mit der Kandidatur und der Präsidentschaft Obamas drehte sich das um 180 Grad, wie nicht zu letzt die Begeisterungsstürme zu seinem letzten Besuch in Deutschland zeigten.

Die herrliche Dialektik des Affenvergleiches, dem Hass auf Bush und der deutschen Liebe zu Obama hat nunmehr der Dresdner Zoo dargestellt, wie unter anderem, der Tagesspiegel bzw. das englischsprachige Magazin “The Local” meldet:

“Der Dresdner Zoo hatte einem neugeborenen Mandrill den Namen “Obama” gegeben. Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) nahm Anstoß daran und forderte die Umbenennung des Äffchens. Eine solche Namensgebung sei rassistisch. “Es ist eine Katastrophe”, sagte der ISD-Vorsitzende Tahir Della am Freitag zur englischsprachigen deutschen Internet-Seite “The Local”. “Schwarze Menschen werden immer wieder mit Vergleichen aus dem Tierreich und der Primitivität konfrontiert.”

“Die Wahl sollte etwas Positives ausdrücken”, sagte die Dresdner Tierpflegerin Manuela Collmar. Der Name solle den amerikanischen Präsidenten ehren auch anlässlich seines Besuchs in Dresden. Weder ihr noch ihren Kollegen sei klar gewesen, dass Affen in der Geschichte immer wieder als Karikatur und ethnisches Stereotyp für schwarze Menschen benutzt worden seien.”
 

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beitrag von ugly dresden

Obama, der Affe…

Wer errinnert sich nicht noch an die dummen Vergleiche zwischen George W. Bush und allen Arten von Primaten die, vor allem zu Beginn seiner ersten Amtszeit kursierten. Diese Art von Hass-Propaganda war in den acht Jahren seiner Präsidentschaft unterschiedlich stark verbreitet, kam jedoch seit dem Auftritt Barack Obamas auf der politischen Bühne, trotz dem innewohnenden Anachronismus, nie ganz ausser Mode.  

Mit der Kandidatur und der Präsidentschaft Obamas drehte sich das um 180 Grad, wie nicht zu letzt die Begeisterungsstürme zu seinem letzten Besuch in Deutschland zeigten.

Die herrliche Dialektik des Affenvergleiches, dem Hass auf Bush und der deutschen Liebe zu Obama hat nunmehr der Dresdner Zoo dargestellt, wie unter anderem, der Tagesspiegel bzw. das englischsprachige Magazin “The Local” meldet:

“Der Dresdner Zoo hatte einem neugeborenen Mandrill den Namen “Obama” gegeben. Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) nahm Anstoß daran und forderte die Umbenennung des Äffchens. Eine solche Namensgebung sei rassistisch. “Es ist eine Katastrophe”, sagte der ISD-Vorsitzende Tahir Della am Freitag zur englischsprachigen deutschen Internet-Seite “The Local”. “Schwarze Menschen werden immer wieder mit Vergleichen aus dem Tierreich und der Primitivität konfrontiert.”

“Die Wahl sollte etwas Positives ausdrücken”, sagte die Dresdner Tierpflegerin Manuela Collmar. Der Name solle den amerikanischen Präsidenten ehren auch anlässlich seines Besuchs in Dresden. Weder ihr noch ihren Kollegen sei klar gewesen, dass Affen in der Geschichte immer wieder als Karikatur und ethnisches Stereotyp für schwarze Menschen benutzt worden seien.”
 

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Obama, der Affe…

Wer errinnert sich nicht noch an die dummen Vergleiche zwischen George W. Bush und allen Arten von Primaten die, vor allem zu Beginn seiner ersten Amtszeit kursierten. Diese Art von Hass-Propaganda war in den acht Jahren seiner Präsidentschaft untersc…


beitrag von Karwan Baschi | Paules Blog

Nochmal zu Krahl und Mitscherlich

Mein mehr oder weniger lustiges Krahl-Pöbel-Video von neulich ist inzwischen gesehen und kommentiert worden. Bei Schorsch ist seit heute nachzulesen, warum es tatsächlich doch eher weniger lustig ist (als mehr):
»In diesem Falle lautet der Vorwurf an Mitscherlich: er betreibe Selbstbefriedigung. Damit wird Krahl nicht nur das „Glück der Erkenntnis“ (Adorno/Horkheimer) meinen, das sich Mitscherlich in […]


beitrag von Karwan Baschi | Paules Blog

Schanzenfest bei den anderen

Alle Jahre wieder gehe ich nicht aufs Schanzenfest – das war schon so, als ich noch in bequemer Fußmarschweite gewohnt habe und wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Am Folgetag Indymedia zu lesen, kann ich mir dann allerdings doch nie verkneifen; wie in diesem verbrauchten Spruch mit dem Unfall und der Wegguckerei.
»Wir wollten doch […]


beitrag von Israelsolidarische & Antifaschistische Gruppe

ISAG lebt wieder.

Wie einige von euch in der vergangenen Zeit sicherlich bemerkt haben, hat sich bei uns nicht viel getan. Wir haben eine Pause eingelegt. Doch jetzt sind wir wieder da. Mit einem neuen Konzept: Weniger Satire, weniger polemisches Rumgehate, weniger Pop-Antifa, mehr Kritik und Aktion. Hier einige Fragen, von uns erwartete Antworten und tatsächliche Gründe.
Warum hatten […]


beitrag von ugly dresden

Warum dieser Hass?

„Prosecco-Taliban“ (Bozic) Jürgen Elsässer darf im Randgruppenmagazin „horizonte“, einer sozialdemokratischen Zeitschrift aus Mecklenburg-Vorpommern, seine Horizonte illustrieren.

So lallt er über „seine Geschichte“ und die Antideutschen von „heute“:

„Unsere antideutsche Haltung zu Beginn der 1990er Jahren unter der Parole „Nie wieder Deutschland!“ war ja nicht vordergründig antivölkisch, sondern kapitalismus- und imperialismuskritisch ausgerichtet. Es ging um die Verhinderung eines neuen Imperialismus oder positiv formuliert: um den Schutz der kleinen Leute. Und darum geht es uns noch heute. Wir wollen die Arbeiterklasse gegen den Angriff der finanzkapitalistischen Heuschrecken, gegen den Hyper-Imperialismus der Globalisierung verteidigen.“

(…)
Horizonte: Für die realexistierenden Antideutschen heute sind Sie deshalb angeblich ein „Rechter“.

Elsässer: Frei nach dem Motto: Kaum sagt man ein kluges Wort, und schon gilt man als Nationalist? Das Problem daran ist nur, dass sich die realexistierende Linke von heute wenig für die Fakten interessiert. Was sich heute bei den „Antideutschen“ tummelt, ist ja auch eher eine postmoderne Krabbelgruppe. Da geht es nicht um theoretische Durchdringung der kapitalistischen Wirklichkeit, sondern um einen Lebensstil, um Partys und Happenings. Partypolitik statt Parteipolitik sozusagen. Während wir seinerzeit eine populäre, volksorientierte Politik betrieben haben und ich auch heute noch für einen solchen Ansatz stehe, dominiert im jetzigen antideutschen Spektrum der Hass – ausgenommen sind nur Lesben aus dem Iran und Transsexuelle aus Tibet.

(…)
Horizonte: Und warum haben Sie nun ausgerechnet die „Volksinitiative“ gegründet, mit der Sie nach eigenen Angaben eine antikapitalistische Brücke von „Gauweiler bis Lafontaine“ schlagen wollen?

Elsässer: (Elsässer blickt auf sein Glas Prosecco.) Das Glas ist leer. Ich glaube, jetzt rede ich mich langsam warm: Das Ganze hat vor allem mit einer Viruserkrankung zu tun, von der die politische Linke in Deutschland kollektiv befallen ist. Sie heißt political correctness (PC).”

Wann nimmt Elsässer eigentlich seine, 1995 veröffentlichten, Enthüllungen zu den Dresden-Lügen offiziell zurück? Immerhin eine kaum noch ernst zu nehmende Referenz für die damalige “populäre, volksorientierte Politik“. Das ganze besoffene Zwiegespräch zum Sonntag gibt’s hier.

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Warum dieser Hass?

„Prosecco-Taliban“ (Bozic) Jürgen Elsässer darf im Randgruppenmagazin „horizonte“, einer sozialdemokratischen Zeitschrift aus Mecklenburg-Vorpommern, seine Horizonte illustrieren.

So lallt er über „seine Geschichte“ und die Antideutschen von „heute“:

„Unsere antideutsche Haltung zu Beginn der 1990er Jahren unter der Parole „Nie wieder Deutschland!“ war ja nicht vordergründig antivölkisch, sondern kapitalismus- und imperialismuskritisch ausgerichtet. Es ging um die Verhinderung eines neuen Imperialismus oder positiv formuliert: um den Schutz der kleinen Leute. Und darum geht es uns noch heute. Wir wollen die Arbeiterklasse gegen den Angriff der finanzkapitalistischen Heuschrecken, gegen den Hyper-Imperialismus der Globalisierung verteidigen.“

(…)
Horizonte: Für die realexistierenden Antideutschen heute sind Sie deshalb angeblich ein „Rechter“.

Elsässer: Frei nach dem Motto: Kaum sagt man ein kluges Wort, und schon gilt man als Nationalist? Das Problem daran ist nur, dass sich die realexistierende Linke von heute wenig für die Fakten interessiert. Was sich heute bei den „Antideutschen“ tummelt, ist ja auch eher eine postmoderne Krabbelgruppe. Da geht es nicht um theoretische Durchdringung der kapitalistischen Wirklichkeit, sondern um einen Lebensstil, um Partys und Happenings. Partypolitik statt Parteipolitik sozusagen. Während wir seinerzeit eine populäre, volksorientierte Politik betrieben haben und ich auch heute noch für einen solchen Ansatz stehe, dominiert im jetzigen antideutschen Spektrum der Hass – ausgenommen sind nur Lesben aus dem Iran und Transsexuelle aus Tibet.

(…)
Horizonte: Und warum haben Sie nun ausgerechnet die „Volksinitiative“ gegründet, mit der Sie nach eigenen Angaben eine antikapitalistische Brücke von „Gauweiler bis Lafontaine“ schlagen wollen?

Elsässer: (Elsässer blickt auf sein Glas Prosecco.) Das Glas ist leer. Ich glaube, jetzt rede ich mich langsam warm: Das Ganze hat vor allem mit einer Viruserkrankung zu tun, von der die politische Linke in Deutschland kollektiv befallen ist. Sie heißt political correctness (PC).”

Wann nimmt Elsässer eigentlich seine, 1995 veröffentlichten, Enthüllungen zu den Dresden-Lügen offiziell zurück? Immerhin eine kaum noch ernst zu nehmende Referenz für die damalige “populäre, volksorientierte Politik“. Das ganze besoffene Zwiegespräch zum Sonntag gibt’s hier.

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Warum dieser Hass?

„Prosecco-Taliban“ (Bozic) Jürgen Elsässer darf im Randgruppenmagazin „horizonte“, einer sozialdemokratischen Zeitschrift aus Mecklenburg-Vorpommern, seine Horizonte illustrieren.So lallt er über „seine Geschichte“ und die Antideutschen …


beitrag von Dan Reason

Punk soll wieder alles dürfen!

Dieser Flyer wurde übrigens vor einigen Wochen von „Einem(!) aus dem Plenum des Exzess“ auf einem Konzert der Band Amen 81 verteilt (deren wirklich schlaue Inhalte ich ohne diesen Flyer nie verstanden hätte, das hat mir bei der normalen Punk-Akustik schon immer Probleme bereitet…). Ich lasse das mal unkommentiert, da kann sich ja jeder seinen […]


beitrag von Karwan Baschi | Paules Blog

Es bleibt beim Input

Meine Biographen werden dereinst vermutlich die einzigen Menschen sein, die von den aktuellen Wochen noch genervter sein werden, als ich es heute bin. Vielleicht helfen die drafts im Nachlass bei der Erklärung, vielleicht auch nicht. Arbeit und Unistoff ergänzen sich jedenfalls ganz wunderbar dabei, mir nicht unbedingt die Zeit, ganz sicher aber den Nerv für […]


beitrag von Dan Reason

Mit Benes Dekreten gegen Nazi-Sudeten

Das Geplärr der Sudentendeutschen Verlierertruppe ist in den letzten Tagen kaum zu überhören. Kein_e wichtige_r Politiker_in aus dem Lager der CDU/CSU lässt es sich nehmen den Volks- und Brauchtumsspinnern seine/ihre Aufwartung zu machen.
Besonders unverschämt spielt sich dabei ein gewisser Franz Pany, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, auf. So kritisiert er allen Ernstes den tschechischen Präsidenten Vaclav […]


beitrag von dissonanz

“Das ist Philosophie?”

“Du machst genau was?” fragte er mich. “Ich bin praktisch nichtpraktizierender Philosoph.” Ich fand, das hörte sich gut an. WC war vielleicht anderer Ansicht. “Praktisch nichtpraktizierender Philosoph?” fragte er. “Und das heißt was?” “Ganz einfach, ich praktiziere nicht, also man könnte sagen, ich denke nicht nach.” “Aha.” Es klang nicht uninteressiert. “Und das bringt was?” […]


beitrag von Karwan Baschi | Paules Blog

Mitscherlich gekrahlt

Ich möchte Hans-Jürgen Krahl die Brille von der Nase schlagen – frei nach …But Alive. Eine der Vatermord-Szenen, die wohl den interessantesten Anteil an der Dokumentation Was war links? stellen:

Worum es da eigentlich ging, lässt sich auch dem vollständigen Film nicht entnehmen, ist aber auch egal. Brille und Gestus als Mahnung an die neue Krahl-Rezeption, […]