Das ist alles nur geklaut, das ist alles gar nicht meine July 15, 2014 | 09:52 pm

Als im Jahr 2005 die von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründete Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) mit der Forderung, die Mauer wieder aufzubauen, um die Konjunktur in Westdeutschland anzukurbeln, zum Bundestagswahlkampf antrat, war das zwar nur mäßig witzig. Um überzeugten Gesinnungs-Ossis die Zornesröte ins Gesicht zu treiben, hatte die […]

Von Häkchen und Kreuzen July 15, 2014 | 09:51 pm

Zugegeben: Die über den privaten Lokalsender TV Halle (u. a. »Kupplung, Gas und Grips«) meist in voller Länge übertragenen Stadtratssitzungen besitzen insbesondere unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen einen gewissen Unterhaltungswert. Die meist fraktionsübergreifend in unverständlichem Dialekt vorgetragenen Redebeiträge, die herrlich skurillen Geschäftsordnungsdebatten und die wunderbar komischen Nachfragen engagierter männlicher Vorruheständler sind der krönende Abschluss einer jeden […]

Stalinpreis erster Klasse July 15, 2014 | 09:50 pm

Anne Geschonneck, Studentin der Rechts- und Politikwissenschaften an der Universität Halle, ist Angestellte des örtlichen Studierendenrates, Angehörige der Linkspartei, Mitglied des Bundesvorstands der Linkspartei und Mitglied des steinzeitkommunistischen Zusammenschlusses Marx 21, der aus der trotzkistischen Sekte Linksruck hervorgegangen ist und die Linkspartei in eine marxistisch-leninistische Kader- und Kampfpartei verwandeln will. Bis vor kurzem gehörte sie […]

Hosenstolz July 15, 2014 | 09:49 pm

In Halle sorgt man sich um seine Jugend. Ob Freiwillige Feuerwehr, THW-Hilfsdienst oder ansässiger Fußballverein, überall wird Jugendarbeit zum Nonplusultra erklärt. So sorgen sich auch Verein und Fanszene des Halleschen Fußballclubs (HFC) um ihre Nachwuchsspieler. Besonders groß ist die Sorge, dass der verhasste Verein Rasenballsport (RB) Leipzig den einen oder anderen Spieler abwerben und durch […]

Die Grünen haben ’ne Schraube locker! July 15, 2014 | 09:48 pm

Am 12. Dezember 2013 ließen Grüne Hochschulgruppe und Unterstützer im Audimax der hallischen Universität die Schraubendreher rotieren. Als Anlass dafür diente der Fakt, dass die permanent defekten Stühle und Pulte des Lesesaals nicht repariert werden. Das sollte sich nun ändern. Der Initiator, Jurastudent Johannes Gallon, spekulierte für UniTV Halle (Sdg. 44) nach der Aktion, bereits […]

Catch It If You Can July 15, 2014 | 09:47 pm

Wie hervorragend die hiesigen »zivilgesellschaftlichen Zusammenhänge« das Geschäft der Arbeitsplatzbeschaffung mittels moralischer Erpressung beherrschen, wurde in Bonjour Tristesse Nr. 13 ausführlich beschrieben. Der Kampf gegen Nazis und die »Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung« sind oft nichts anderes als ein Gerangel um staatliche Alimentierungen und Arbeitsplätze. Die Dessauer Dependance der Abteilung »kompetente Vielfalt«, das sogenannte Bündnis »Gelebte Demokratie«, […]

Braunzone July 15, 2014 | 09:47 pm

Die linke Szene Halles ist empört. Bei einem Konzert der Kasperpunkband Klabusterbären im linksalternativen GiG mischten sich Konrad Roock, seit mindestens 20 Jahren Neonazikader in Halle, und ein bekennender Rechtsrock-Fan aus dem Umfeld des Fußballvereins Roter Stern Halle unters Publikum. Die Betreiber der Kneipe weigerten sich standhaft, die verehrte Kundschaft des Lokals zu verweisen. Wir […]

Mit der Scharia aus dem Banken- und Börsenmoloch July 15, 2014 | 09:46 pm

Wenn Moslems und Christen hierzulande miteinander in den interreligiösen Dialog treten, um sich über die so genannte Finanzkrise auszutauschen, ist eine gehörige Portion Skepsis angebracht. Das zeigte nicht zuletzt die von der Muslimischen Hochschulgemeinde (MHG) und der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) im Dezember des letzten Jahres gemeinsam organisierte Veranstaltung mit dem Titel »Islamic finance«. Demnach sei […]

Vom Baggersee zum Country Club July 15, 2014 | 09:45 pm

»Am Hufeisensee soll ein Golfplatz errichtet werden. Und nicht nur das. Geplant sind auch ein Hotel, neue Parkplätze und eine Wakeboardanlage. Damit würde der Charakter des gesamten Geländes am Hufeisensee völlig verändert«, beklagte der hallische Stadtverband der Grünen vor ein paar Monaten. Entgegen der düsteren Darstellung der Grünen handelt es sich hier jedoch um eine […]

Handwerker der Nation July 15, 2014 | 09:43 pm

Werbung hat das Ziel, den Verbraucher von einem Produkt zu überzeugen. Neben der informierenden Werbeform gibt es jene, die die Ware mit Attributen besetzt, die nichts mehr mit dem eigentlichen Produkt zu tun haben, oder jene, die einen bestimmten Lebensstil vermitteln soll, mit dem sich die Zielgruppe identifizieren kann. Seit einigen Jahren versuchen Handwerksorganisationen das […]

»Die humanitäre Maske fällt« July 15, 2014 | 08:19 pm

Manfred Gerstenfeld

Antisemitismus hat mannigfache Erscheinungsformen und kommt immer wieder in neuem Gewand daher, heute vor allem als Antizionismus. Im Interview spricht Manfred Gerstenfeld, Vorsitzender des Präsidiums des Jerusalem Center for Public Affairs, über den Israelhass vieler Europäer.*


INTERVIEW: STEFAN FRANK


In Ihrem Buch »Demonizing Israel and the Jews«** haben Sie 57 Personen interviewt, die jeweils Experten sind für unterschiedliche Aspekte des Antisemitismus und seine neueste Form, den Antiisraelismus. Welche Resonanz hat das Buch ausgelöst?

Manfred Gerstenfeld: Es gab eine große Resonanz in der jüdischen Welt und auch in nichtjüdischen Medien in den USA und Kanada. Vor allem ging es um die große Zahl der EU-Bürger, die wahnhafte Ansichten über Israel haben, wie etwa, dass Israel einen »Vernichtungskrieg« – ein echtes Hitler-Wort – gegen die Palästinenser führe. 150 von 400 Millionen erwachsener Europäer glauben das! Das ist eine ungeheure Zahl. Würde Israel tatsächlich einen solchen Vernichtungskrieg führen, gäbe es ja schon seit vielen Jahren keine Palästinenser mehr. Wenn jemand über einen anderen eine solche falsche, extreme Meinung hat, bedeutet dass, dass er selbst ein kriminelles Weltbild hat. Damit fällt die Maske vom humanitären Europa. Wenn es so viele Europäer gibt, die ein solches stereotypes und völlig falsches Bild von Israel haben, sind wir in einer Situation wie in den 1930er Jahren. Damals betraf es die Juden.

Wie haben Sie die Zahl von 150 Millionen ermittelt?

Das ist ziemlich leicht. Man braucht nur die Bielefelder Studie von 2011 zu nehmen. In sieben Ländern liegt der durchschnittliche Anteil der Erwachsenen, die der Aussage »Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser« zustimmen, bei über 40 Prozent.

Welche Reaktionen hat Ihr Buch in Europa ausgelöst?

Dort ist das Buch fast verschwiegen worden. Reporter großer europäischer Zeitungen haben mit mir lange Interviews geführt, den Text zum Redigieren geschickt und ihn dann nicht veröffentlicht. Es ist ganz klar, warum.

Wenn sie kein Interesse am Antisemitismus haben, warum bitten sie Sie dann überhaupt um ein Interview und machen sich die Arbeit?

Ein Journalist, der etwas Interessantes hört, fragt ja nicht zuerst den Chefredakteur. Die Journalisten, die mich interviewt haben, fanden das sehr interessant. Sie haben die Artikel bzw. Interviews geschrieben und mussten dann feststellen, dass die Redakteure oder Chefredakteure so etwas nicht publizieren wollen.

Aber das Simon Wiesenthal Center hat sich der Sache angenommen.

Richtig. Eine Delegation unter der Führung von Rabbi Marvin Hier, dem Gründer des Simon Wiesenthal Centers, hat den Papst besucht und mit ihm über die Zahl von 150 Millionen Antisemiten gesprochen. Außerdem hat das Zentrum Briefe an die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen geschickt, jeweils mit einem Exemplar meines Buches. Auch an Erzbischof Zollitsch, der den Eingang bestätigt hat. Rabbi Cooper, der stellvertretende Vorsitzende des Simon Wiesenthal Centers, war beim niederländischen Vizepremier. Im niederländischen Parlament wurde die Sache erörtert. Ein Parlamentarier hat den Vizepremier auf die Zahl von 150 Millionen Antisemiten und die 39 Prozent der Niederländer, die so denken, angesprochen. Der hat geantwortet, dass dies inakzeptabel ist. Wir haben also eine Reihe von Entwicklungen, die das Buch angestoßen hat, und es wird weitergehen. Ich hoffe, dass es in weiteren Parlamenten zur Sprache gebracht wird, auch im Bundestag.

Gibt es, was den Antisemitismus in der EU betrifft, nationale Unterschiede?

Hier muss man drei Kategorien von Antisemitismus unterscheiden: den religiösen, den ethnisch-nationalistischen und den Antiisraelismus. Über den letzteren wissen wir wenig. Die ersten beiden Kategorien von Antisemitismus sind die einzigen, die wiederholt und detailliert untersucht worden sind. Diese Studien zeigen, dass der Antisemitismus in Osteuropa ziemlich stark ist, etwa in Ungarn und Polen. Das gilt aber auch für Spanien. In den Niederlanden sind diese klassischen Formen des Antisemitismus hingegen relativ niedrig.

Warum gibt es, vor allem in der EU, wenig institutionalisierte Antisemitismusforschung?

Weil man nach 1945 dachte, nach dem Holocaust sei der Antisemitismus tot. Das war ein falscher Gedanke. Erstens war der Antisemitismus nicht tot, sondern latent, er ist wieder aufgewacht. Zweitens ist der Antisemitismus zum Antiisraelismus mutiert. Niemand will gern sagen, dass er Antisemit ist, sondern er nennt sich Antizionist. Die mentale Infrastruktur des Antisemitismus ist sehr stark, die Gesellschaft ist dafür sehr empfänglich. Die wenigen Institute in Europa, die den Antisemitismus erforschen sollten, wollen sich jetzt lieber der Islamfeindlichkeit widmen. Es gibt fast keine Antisemitismusforscher, weil es für sie keine Stellen gibt. Und darum schreibt auch fast kein Wissenschaftler darüber. Der Antiisraelismus wird in Europa unter den Teppich gekehrt.

Wie kommt es, dass es in Polen, wo der Antisemitismus in der Bevölkerung stark ist, eine israelfreundliche Regierung gibt?

Da sind wir bei einer Sache, die viele nicht verstehen. Wir leben im Postmodernismus. Dadurch sind viele Dinge auf derselben Ebene möglich, auch Widersprüche. Da ich mich viel mit Norwegen beschäftige, nehme ich gern Quisling als Beispiel. Er war sieben Tage in der Woche ein Antisemit. Stoltenberg, der bis vor einigen Monaten norwegischer Premier war, ist ein Teilzeitantisemit. Auf der einen Seite hat er sich für die Shoah entschuldigt, auf der anderen hat er gegenüber schweren antisemitischen Vorfällen in seiner Partei die Augen verschlossen. Es gibt zwei Begriffe, ohne die man den heutigen Antisemitismus in Europa nicht analysieren kann: Teilzeitantisemit und humanitärer Rassismus.

Was verstehen sie unter »humanitärem Rassismus«, und wie beeinflusst er die politische Meinungsbildung?

In Teilen der antirassistischen Bewegung findet man Leute, die glauben, dass nur Weiße und einige sehr mächtige Menschen für ihre eigenen Handlungen verantwortlich sind. Oft wenden sie den Blick ab von Verbrechen, die von schwachen oder farbigen Menschen begangen werden. Das steht im Widerspruch zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die die individuelle Verantwortung eines jeden für seine Handlungen betont. Anhand des palästinensisch-israelischen Konflikts lassen sich viele dieser Rassisten im antirassistischen Lager überführen. Man muss sich nur die Leute anschauen, die Israel kritisieren, aber nichts sagen über den islamofaschistischen Charakter der Hamas und dazu, wie die Palästinensische Autonomiebehörde Mörder glorifiziert. Dann gibt es noch die humanitären Rassisten, die gegen Islamophobie in der westlichen Welt kämpfen, aber über den überproportional starken Antisemitismus unter westlichen Muslimen schweigen.

Welche Rolle spielen die Medien?

Der Antisemitismus in Europa wird heute zum größten Teil als Antiisraelismus propagiert. Das geschieht über redaktionelle Stellungnahmen, also Leitartikel, und die Auswahl der Nachrichten. Durch die gezielte Auswahl bestimmter Nachrichten lässt sich ein antisemitisches Weltbild aufrufen. Wenn die fast unbegrenzten negativen Nachrichten über die Araber zum größten Teil verschwiegen werden und nur Nachrichten gebracht werden, die Israel in ein schlechtes Licht rücken, dann hat das entsprechende Auswirkungen auf die Leser. Zusätzlich laden die Redaktionen externe Personen ein, in ihren Zeitungen antiisraelische Meinungen kundzutun.

Denken Sie an bei Redaktionen beliebte Einpeitscher wie Uri Avnery oder Mosche Zuckermann?

Es gibt ein viel besseres Beispiel: das Gedicht von Günter Grass in der Süddeutschen Zeitung. Grass hat das Schlimmste getan, was es gibt. Er hat gesagt, Israel werde Iran mit Atombomben vernichten. Eine solche Behauptung über die Zukunft lässt sich nicht widerlegen. Wie viele Gedichte veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung pro Jahr? Grass‘ Gedicht ist auch von fünf anderen großen europäischen Zeitungen gleichzeitig gedruckt worden. Mir ist nicht bekannt, dass es so etwas in Europa in den letzten Jahren schon bzw. noch einmal gegeben hätte. Das ist nichts Normales.

Der Antisemitismus unter europäischen Muslimen, der in Frankreich bereits zu Morden an Juden geführt hat, wird erst seit kurzem thematisiert. Warum?

Die Muslime haben früher in der Gesellschaft keine so große Rolle gespielt. Die erste Generation der Muslime in Europa waren Industriearbeiter, die ohne ihre Familien kamen und oft in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Die Angehörigen der dritten und vierten Generation hingegen sind Menschen, die oft nicht in die Gesellschaft integriert sind, sich aber auch nicht vorstellen, in das Land ihrer Vorfahren zu gehen. Die europäischen Regierungen hatten keine blasse Ahnung von der Kultur derjenigen, die sie nach Europa gelassen haben, und wie man sie integrieren kann. Die europäischen Staaten sind auch schuld daran, dass es nun eine große nicht integrierte Gruppe gibt, die aus einer rassistischen, nicht demokratischen Kultur kommt. Das trägt zum Anwachsen des Antisemitismus bei.

Wer ist hauptverantwortlich für den Antisemitismus unter europäischen Muslimen? Sind es Imame und Moscheevereine oder Satellitenfernsehsender wie Al-Jazeera?

Da man antisemitische Vorurteile schon von den Kindern hören kann, sind es vermutlich in erster Linie die Eltern.

Wie kommt es, dass in Europa ab etwa den 1840er Jahren Atheisten zur neuen Vorhut des Antisemitismus wurden?

Weil der Antisemitismus immer mutiert. Der Kern des Antisemitismus ist, dass die Juden das absolut Böse seien. Die Vorstellung dessen, was das absolut Böse ist, ändert sich aber mit der Kultur. Im Zentrum des christlichen Antisemitismus stand die falsche Beschuldigung, die Juden hätten Jesus ermordet. Für ein Verbrechen, das die Juden nicht begangen haben und auch nicht hätten begehen können, denn nur die Römer hatten dazu die Gewalt, wurden die Juden – und zwar alle, auch die nachfolgenden Generationen – verantwortlich gemacht. Diese Idee von der vererbten Schuld ist historisch einmalig. Würde das in Deutschland gelten, wäre Richard von Weizsäcker niemals Bundespräsident geworden, denn sein Vater war ein in Nürnberg verurteilter Kriegsverbrecher. Dann kommt im 19. Jahrhundert der nationalistische, ethnische Antisemitismus auf. Ein Untermensch zu sein und außerhalb der Nation zu stehen, gilt nun als das Schlimmste. Das sind wieder die Juden. Heutzutage ist das absolut Böse, dass man ein Nazi ist oder einen Genozid verübt. Die drei Formen des Antisemitismus – der religiöse, der nationalistische und der Antiisraelismus – haben also alle dasselbe Kernthema.

Seit dem 19. Jahrhundert sehr populär ist auch die Vorstellung vom Juden, der die Banken und die Börse kontrolliert und seine Macht nutzt, um die Volkswirtschaft auszusaugen.

Hier sprechen wir von Subthemen. Das folgt dem alten Blutgerücht über die Juden, die das Blut von Christen brauchen, um ihre Matzen zu backen. Das spielt schon in vorchristlicher Zeit eine Rolle. In einem Buch von Apion, das nicht überliefert ist, von dem wir aber durch Flavius Josephus wissen, wird diese Beschuldigung zum ersten Mal erhoben. Das Blutgerücht taucht dann im zwölften Jahrhundert in Norwich (England) wieder auf und geht durch die ganze Geschichte. In der Gegenwart finden wir es zum Beispiel in der größten Zeitung Schwedens, dem sozialistischen Aftonbladet. Es veröffentlichte vor einigen Jahren einen Artikel, in dem stand, Israel töte Palästinenser, weil Juden deren Organe benötigten. Zwei norwegische Ärzte, Mads Gilbert und Erik Fosse, haben ein Buch veröffentlicht, in dem sie schreiben, Israel sei in den Gazastreifen einmarschiert, um dort Frauen und Kinder zu töten. Das Buch wurde vom damaligen sozialdemokratischen norwegischen Außenminister empfohlen. Hier sieht man genau, wie diese Idee mutiert.

Wie kann man den Antisemitismus überhaupt bekämpfen?

Man kann etwas bewirken durch Erziehung. Es gibt Studien an Schulen in Amsterdam, wo durch Erziehung unter Muslimen die Einstellung geändert wurde. Man kann sogar sagen: bedeutend geändert – nicht bei den meisten, aber bei einzelnen.

Nur Lehrer können also den Antisemitismus eindämmen?

Nein, auch die Zeitungen könnten das, dieselben Zeitungen, die heute den Antisemitismus verbreiten. Es ist so ähnlich wie mit der Prostitution: Sie existiert schon sehr lange, und es ist nie gelungen, sie zu verhindern. Zumindest aber liegen in den europäischen Metropolen die Bordelle nicht an den größten Plätzen der Innenstädte. So ist es mit dem Antisemitismus: Man kann mit ihm leben, solange er nicht zu stark wird. Wenn er zu stark wird, kommt es zu einem zweiten Holocaust, und ich schließe nicht aus, dass es dazu kommen wird, denn es gibt heute in Teilen der arabischen und muslimischen Gesellschaften Leute, die einen zweiten Holocaust propagieren. Der nächste Holocaust – wenn er geschieht – wird nicht von den Europäern verübt werden, aber ein Teil von ihnen wird Hilfsarbeiten dazu geleistet haben.

Durch die falsche Berichterstattung der Medien?

Ja, aber solche Hilfsarbeiten leisten natürlich auch einige Regierungen, NGOs, Akademiker und Gewerkschaften. Es gibt dabei einen Unterschied zwischen der Situation im Postmodernismus und den 1930er Jahren. Hitler war wie ein großer Schornstein, der den Dreck über die ganze Welt verbreitet hat. Heute kommt dieser nicht mehr aus einem einzigen Schornstein, sondern von Millionen Menschen, von denen jeder ein wenig Schmutz verbreitet, und sie alle zusammen sehr viel.

Jemand sprach einmal von ideologischen Splittern, die nach der Zerstörung des nationalsozialistischen Ideologiegebäudes weiter existieren.

Das ist doch logisch. Es wird doch niemand glauben, dass nur, weil Großadmiral Dönitz im Mai 1945 kapituliert hat, der Antisemitismus verschwunden ist. Sigmar Gabriel sagt über seinen Vater, dieser sei auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch ein fanatischer Nazi gewesen. Natürlich hat Gabriels Vater versucht, seinen Sohn in diese Richtung zu erziehen. Von dieser Erziehung ist etwas übrig geblieben, denn als Sigmar Gabriel nach Hebron kam, schrieb er auf seiner Facebookseite, dass es dort »Apartheid« gebe – er schrieb aber nicht über die Kriminalität von Palästinensern. Richard von Weizsäcker macht heute antiisraelische Propaganda. Das kann ich nicht getrennt sehen von der Kriminalität seines Vaters. Natürlich ist etwas übrig geblieben. Dass 51 Prozent der Deutschen sagen, die Israelis machten das Gleiche wie die Nazis, lässt sich auch psychologisch erklären. Denn wenn das so wäre, dann wären die Deutschen damals nicht schlimmer gewesen als andere. Wenn jeder schuldig ist, ist niemand schuldig.

Dann spielt die Strategie der Schuldverdrängung also immer noch eine wichtige Rolle beim Antisemitismus?

Sicher, aber wie Sie sagen: Es ist alles zersplittert, es gibt nicht mehr den einen großen antisemitischen Gedanken wie zur Zeit Hitlers oder der Herrschaft der katholischen Kirche. Das ist der Postmodernismus. Es gibt kein konsequentes Denken mehr.

* Das Interview erschien zuerst in der März-Ausgabe der Schweizer Monatszeitschrift Factum und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und des Autors wiedergegeben.

** Manfred Gerstenfeld: Demonizing Israel and the Jews. RVP Press, 2. Auflage, 2013.

Eine niederländische Übersetzung dieses Beitrags findet sich auf dem Weblog E.J. Bron: »Het humanitaire masker valt«.


Einsortiert unter:Gastbeiträge, Politik Tagged: Antisemitismus, Europa, Israel, Manfred Gerstenfeld

Pressemitteilung | 15.07.2014 | Linksjugend Ruhr muss antiisraelische Kundgebung absagen July 15, 2014 | 03:28 pm

Zur am Freitag, den 18. Juli 2014, angemeldeten Kundgebung in Essen der Linksjugend Ruhr „Stoppt die Bombardierung Gazas – Für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten“ erklärt der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend Solid: „Die Linksjugend Ruhr kann bei möglichen 7000 Teilnehmern nicht garantieren, dass es auf ihrer Kundgebung nicht zu antisemitischen Parolen und Angriffen kommen wird. Die Linksjugend Ruhr ist aufgrund ihrer einseitigen Positionierung in der aktuellen Konfliktsituation gegen Israel verantwortlich dafür, dass sich auf ihrer Kundgebung linke, rechte und islamistische Antisemiten gegen den jüdischen Staat zusammenrotten.“

A small breaktrough July 15, 2014 | 02:07 pm

From the Global Post:

In Iraqi Kurdistan, suicide by self-immolation has replaced honor killing in many cases. Most often the decision is made by a woman herself either to escape a life of misery or shame, or due to pressure from her family members. The majority of these are reported as accidents. Dunya’s sister-in-law died three years ago in one such incident.

WADI estimates around 10,000 women have burned to death since the Kurdish region gained autonomy in 1991. Just how many of these were suicides is unknown as such cases are never investigated, Shaker said.

But changes in law are also slowly beginning to wield their influence in the courtroom.

Last month, WADI’s Shaker served as prosecutor in the trial of Osman Ali Mohammed who killed his wife in front of their children. Decades before, when Mohammed himself was still a child, his own mother had been killed in a slaying orchestrated by her brothers.

On May 20, he was convicted to 15 years imprisonment for the crime, a breakthrough for women’s rights in Kurdistan.

As Mohammed was removed from the court, he turned toward a small gathering of women, among them Bahar Muzir and other members of Zhyan. He spat threats and abhorrent insults at the women vowing he would not serve his time, and would exact revenge against each of them.

since the disengagement July 15, 2014 | 03:04 am

Seit dem Beginn der Operation „Schutzlinie“ (Protective Edge) am 8. Juli 2014 wurden über 971 Raketen aus dem Gazastreifen – der übrigens noch bis 2005 unter israelischer militärischer Kontrolle lag – in Richtung Israel abgeschossen. 754 davon schlugen in Israel ein und etwa 201 wurden durch das israelische Raketenabwehrsystem abgefangen & noch im Himmel zur Explosion gebracht, 27 aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen trafen den Gazastreifen selbst. Derweil gab es auch in den größeren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem Bombenalarm, auch weiter nördlich – wie etwa Haifa. Raketeneinschläge wurden auch aus Bethlehem und Hebron gemeldet. 40.000 israelische Staatsbürger wurden aus der Reserve mobilisiert und sind Teil der ZAHAL geworden, die über einen (neuerlichen) Einmarsch in den Gazastreifen nachdenkt (pro & con invading Gaza).

Ein offener Brief A.B. Yehoshua aus dem Jahr 2009 an einen Journallistenkollegen hat kaum an Bedeutung verloren – die Ereignisse, Berichterstattung und Akteure von heute sind wenig verschieden von damals.

All we are trying to do is get their leaders to stop this senseless and wicked aggression, and it is only because of the tragic and deliberate mingling between Hamas fighters and the civilian population that children, too, are unfortunately being killed. The fact is that since the disengagement, Hamas has fired only at civilians. Even in this war, to my astonishment, I see that they are not aiming at the army concentrations along the border but time and again at civilian communities. (src – lesenswert!)

Derweil ist die außenpolitische Situation heute eine andere als 2009. Neben etwa Syrien gibt es andere angrenzende Staaten mit keiner/einer instabilen legitimierten politischen Kraft. Zuletzt schlugen auf der Halbinsel Sinai, unweit zur israelischen Grenze, in Ägypten abgeschossene Raketen in einem Supermarkt ein (FAZ). Aus dem Südlibanon wurden Raketen in Richtung Israel abgefeuert, ist etwa in diesem Beitrag zu vernehmen:

rockets-from_gaza_july2014_YT(src: yt)

Bisher kommen die Raketen welche in Israel einschlagen vor allem aus dem Westen – die Reaktion des Staates sind über 1300 israelische Angriffe in den Gazastreifen, bei welchen über 170 Menschen starben. Ein Teil der Strategie der Terroristen, welche die Raketen gen Israel abschießen, besteht in der Nutzung ziviler Einrichtungen als Operationsbasen. Es ist eine ungleiche Kriegsführung, bei welcher von den in Gaza tätigen Aktivisten sowohl zivile Opfer im Aktionsumkreis billigend in kauf genommen werden, gleichzeitig jedoch wegen der ungesteuerten Raketen vor allem Zivilisten zum Ziel der Angriffe werden.

Der Gazastreifen wird bis dato weiterhin mit LKWs, welche zivile Güter wie Lebensmitteln und Treibstoff transportieren, versorgt – aus Israel (src). Dort leben wegen der ständigen Raketeneinschläge und den erweiterter Flugentfernungen jetzt knapp sechs Millionen Menschen unter ständiger Lebensbedrohung.IDF_rockets-UK(mögliche Reichweite der Raketen aus dem Gazastreifen übertragen auf Großbritannien, src)

Die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher (Lizas Welt) ist ein weiterer Teil der jüngst wieder offen aufgebrochenen Auseinandersetzung, deren friedliches Ende immer weniger als eine baldige realistische Option erscheint.


Einsortiert unter:auf dem land, das leben in der stadt, Foto/Bild, kleinigkeiten-über-denken, leitmedien, lesenswert, normal vs. strange, Sehenswertes, Video/Film Tagged: gaza, IDF, israel, naher osten

Chunkey statt Fußball: Die Supersportart des Jahres 1114 July 14, 2014 | 10:54 pm

Der Anstand gebietet, dass dieser Autor die deutschen interessierten Leser zur Weltmeisterschaft im Fußball gratuliert. Allerdings müssen wir dabei festhalten, dass der Sieg nicht nur für Deutschland, sondern langfristig auch für die USA eine gute Sache ist: Da die amerikanische Nationalmannschaft bekanntlich die abgelegten deutschen Trainer bekommt, können sich die USA schon mal auf Joachim Löw freuen. Im Prinzip ist das wie bei der Mondlandung, nur mit weniger Russen.

Wie auch immer — es trifft sich gut, dass io9 gerade heute ein längeres Stück über eine Sportart veröffentlicht hat, die vor 900 Jahren in Nordamerika der Straßenfeger war: Chunkey, das mit einem Puck (auf Englisch häufig discoidal genannt) und einem Speer gespielt wurde.

Das große Zentrum dieser Sportart scheint Cahokia gewesen zu sein, eine Stadt mit damals bis zu 40.000 Menschen, heute im Bundesstaat Illinois gelegen. Wir sind dem Ort bereits begegnet, als wir über die Seuchenwellen nach der Entdeckung Amerikas gesprochen haben und wie der Spanier Hernando de Soto einige der wenigen Berichte aus der Zeit vor dem Untergang der Mississippi-Kultur lieferte.

Der rekonstruierte Stadtplan von Cahokia [JPG] weist dabei ein rechteckiges Feld auf dem zentralen Platz zwischen den Pyramiden auf. Chunkey wurde paarweise gespielt: Ein Spieler warf die Scheibe, so dass sie auf ihrer Seite wegrollte, während der zweite dann versuchte, seinen Speer so zu werfen, dass beide so nah wie möglich aneinander zur Ruhe kamen.

(Offenbar gab es verschiedene Varianten der Regeln, je nach Stamm. Thomas Zych von der University of Wisconsin-Milwaukee berichtet von den Choctaw of Mississippi, bei denen beide Spieler Speere warfen:

Both players then simultaneously ran forward several yards and threw their poles after the rolling stone with the goal of having their pole and the stone stop next to one another.

Auch beim Punktesystem scheint es mehrere Versionen gegeben zu haben.)

Die Geschichtsforscher wollen herausgefunden haben, dass bei diesen Spielen viel gewettet wurde – Zych verweist auf Indianer, die sich selbst so in die Sklaverei trieben. Die Begeisterung über Chunkey führte wohl auch mit dazu, dass sich Ruhm und Einfluss von Cahokia mehrten:

One of the primary vehicles for the growth of this new civilization may have been Cahokian envoys who carried chunkey stones in one hand and war clubs in the other as they ventured into the hinterlands with the purpose of making peace or political alliances.

Chunkey wurde über Hunderte von Jahren gespielt und auch einige Zeit nach dem Untergang der Mississippi-Kultur um etwa 1500 n.Chr. Die Sportart hat den Vorteil, dass die verwendeten Scheiben die Zeit gut überdauern und die Forscher damit einschätzen können, bis wohin die Begeisterung reichte.

Was uns zur Frage bringt, was in 900 Jahren noch vom Fußball überdauert haben wird. Eins ist sicher: Die Bälle können zerfallen, die Tore mögen rosten — aber es werden Doktorarbeiten geschrieben werden über einen rabiaten monotheistischen Kult in Mitteleuropa, bei dem sich alles um die Tante Käthe drehte.


Photo July 14, 2014 | 09:55 pm



Zur Kritik der Wachstumsgegnerschaft July 14, 2014 | 08:19 pm

Einladung zu einem ersten Treffen in Vorbereitung kritischer Interventionen Anfang September diesen Jahres findet in Leipzig die vierte internationale Degrowth-Konferenz für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit statt. Die durch den Club of Rome populär gewordene Kernannahme dieser Strömung, grenzenloses Wirtschaftswachstum könne für die Umwelt nicht so recht gut sein, ist so trivial wie plump vereinfacht. Doch [...]

Realität #1: Deutsche Träume vom “großen Palästina” July 14, 2014 | 06:18 pm

Dass Expertenrunden zum sogenannten Nahost-Konflikt selten etwas Vernünftiges hervorbringen, ist bekannt. Der Deutschlandfunk hat mit der Sendung “kontrovers” ein etwas anderes Format im Programm: Jeder, der über einen Telefonanschluss verfügt, qualifiziert sich bei “kontrovers” dazu, seine Meinung zum behandelten Thema zu verkünden. Man kann sich vorstellen, welche Gestalten stets als erste zum Telefonhörer greifen.

Heute nun hat man sich bei “kontrovers” dazu entschieden, die neusten Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas zum Thema zu machen. (Mutige können sich die Sendung hier noch einmal anhören.) Nicht nur diskutierten im Studio Khouloud Daibes, die Leiterin der palästinensischen Mission in Deutschland, Tal Gat, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit an der israelischen Botschaft in Deutschland und Rudolf Dreßler, ehemaliger deutscher Botschafter in Israel, auch zahlreiche Zuhörer durften ihrer Meinung wie gewohnt freien Lauf lassen.

Irgendwann zwischen 10.30 Uhr und 11.00 Uhr rief dann Frau S. aus Freiburg an.

Sie begann damit – und das zu betonen schien ihr wichtig -, dass sie “sehr positiv für Israel” (sic!) sei. Dann erzählte sie mehr über sich: Sie sei Mitglied der “Machsom Watch Frauen” und der “Women in Black”. Nochmals betont sie anschließend ihren Kontakt zu “den Israelis” und schiebt nach, dass es sich dabei um die “kleine Friedensbewegung” handele, die es in Israel noch gebe.

Nach mehrmaligem Betonen des Wortes “Siedler” erwähnt die Friedensbewegte noch, es sei ihr (sic!) dritter “Israel-Gaza-Kampf” – bei zweien habe sie sich sogar “oben in Rafah” befunden -, um anschließend zu ihren Forderungen überzugehen: Die Deutschen sollten sich nicht länger “hinter dem Holocaust” verstecken, beginnt sie, um mit Israel fortzufahren. In Bezug auf Israel nämlich wünscht sich Frau S. aus Freiburg Folgendes: “Siedlung beenden, Siedlung befreien, die Siedlerstraßen raus aus der Westbank! Und damit fallen die Checkpoints weg. Und Ostjerusalem wird nen bisschen befreiter.” Abschließend dann teilt sie den Studiogästen und den anderen Zuhörern ihre Hoffnung für die Zukunft mit: Wenn ihre Forderungen eingelöst würden, dann sei sie sich sicher, dass es in 100 Jahren “ein großes Palästina” gebe.

Damit hat sie wohl recht.

flattr this!

Vortrag mit Marius Mocker am 17. Juli in Berlin: Antisemitismus im Rap July 14, 2014 | 12:35 pm

Mit dem Zu­sam­men­bruch meh­re­rer gro­ßer In­de­pen­dent-La­bels be­gann im Jahr 2009 eine grund­le­gen­de Ver­än­de­rung der Ver­triebs- und Pro­mo­ti­ons­kon­zep­te in der deutsch­spra­chi­gen Rap-Land­schaft. Durch die Aus­brei­tung von kos­ten­güns­ti­gen HD-Ka­me­ras avan­cier­te die Vi­deo-Platt­form YouTu­be zum Me­di­um des Stra­ßen- und Gangs­t­er­raps, der bis­her weder im Mu­sik­fern­se­hen noch im Radio in nen­nens­wer­ter Weise ver­tre­ten war. Zwar waren diese Gen­res schon immer [...]

One in four women in Central and Southern Iraq is affected by Female Genital Mutilation, new study suggests July 14, 2014 | 11:16 am

alt
A first independent study on female genital mutilation in central/southern Iraq finds that 25% of the women in these regions were subjected to this practice.

 The study was conducted in early 2014 in cooperation between physicians, women’s rights and civil society organizations. The researchers’ identities remain undisclosed due to securitiy concerns.

 500 women in Wasit province and 500 women in Qadisyiah province were sampled for the study. The data collected suggests that most women are subjected to FGM in childhood, especially before the age of 10. The most often cited reasons for the practice are religious belief, cultural heritage and tradition; it is most commonly performed by a nurse or a midwife.

 In light of the challenging security situation and social circumstances under which the study was conducted, the results are to be taken as preliminary indicators urgently demanding further research. Data presented by UNICEF last year suggested that FGM is almost inexistent in southern and central Iraq. The new findings cast considerable doubt on this conclusion and are calling for further thorough investigations.

 Female genital mutilation is a grave human rights violation and a form of violence against women according to the UN Declaration on the Elimination of Violence against Women. Its eradication is explicitly recommended by the international bodies for women’s rights.

 The new study contributes to groundbreaking research work on the prevalence of FGM in the Middle East. Until recently official data claimed that FGM did not exist in the Middle East and was in general “an African problem”. In 2009 the German-Iraqi association WADI conducted the first comprehensive area-wide research on FGM in Iraq’s Kurdish provinces which found an alarming prevalence rate of 72%. A similar study conducted in Kirkuk (Northern Iraq) in 2012 revealed a 38% prevalence and gave irrefutable evidence that FGM is not restricted to the Kurdish areas.

Subsequently, the Stop FGM Middle East campaign was launched. It has made many efforts to uncover the true prevalence of the practice across Iraq, the region, and in other parts of Asia.


Download the study

 

Mobiveranstaltungen bundesweit #1 July 13, 2014 | 11:26 pm

Neben den Veranstaltungen, die im Vorfeld der Proteste in Berlin stattfinden, haben auch Gruppen in anderen Städten Veranstaltungen organisiert. Hier die Veranstaltungen in Leipzig: Leipzig: Zur Kritik des modernen Antisemitismus und Islamismus im Nahen Osten Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Hannes Bode Wann: 11.07. ¦ 19 Uhr , Wo: Raum S 102, Zweigstelle Orientwissenschaften, Schillerstraße 6. „Tsahal“ (Claude Lanzmann) Filmabend und Diskussionsveranstaltung Wann: [...]

„Hitler lebt noch“ July 13, 2014 | 05:30 pm

Vergangenen Samstag fand auch in München eine antisemitische Demonstration statt, zu der die Palästinensische Gemeinde München aufgerufen hatte.

Eine aufgebrachte Menge aus etwa 1.100 Menschen skandierte am Samstag auf dem Sendlingertorplatz immer wieder „Kindermörder Israel“, „Allahu akbar“ und „Nieder mit Israel“. Augenscheinlich bestand die Kundgebung mit dem Titel: „Mahnwache zur Solidarität mit Gaza“ mehrheitlich aus türkischen Nationalisten und islamistischen Verbänden – außerdem waren Zeichen der faschistischen „Grauen Wölfe“ als auch der Terrororganisation Hamas zu sehen. Derzeit wird das Bildmaterial noch ausgewertet. Laut Augenzeugenberichten waren Anfangs noch Grüppchen der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP) sowie ihrer Jugendorganisation SDAJ anwesend, die sich aber angeblich zügig distanzierten.

Einzelne wedelten mit Fähnchen der Linkspartei sowie der „Antiimperialistischen Aktion“. Ebenfalls beteiligt waren Aktivisten des antizionistischen Vereins „Salam Shalom“. V0n herausstechender Hässlichkeit war ein Plakat mit der Aufschrift „Hitler lebt noch, nur unter anderem Namen: Israel“ (siehe Foto). Es sind weitere Kundgebungen geplant, die voraussichtlich ebenfalls kurzfristig bekannt gegeben werden. Es ist auch damit zu rechnen, dass die Israel-Solidaritäts-Kundgebung kommenden Donnerstag gestört werden könnte. Das legen einige Facebook-Kommentare nahe.

, , ,

14-07-2014 Gesellschaft macht krank/Kritik der Kritik der… July 13, 2014 | 03:11 pm



14-07-2014 
Gesellschaft macht krank/Kritik der Kritik der PID

Tod, Rache und wieder Tod July 13, 2014 | 01:09 pm

Ahmad Mansour in einem Essay:

Die nächste Generation muss die Chance erhalten, Selbstreflexion, Demokratie, Gleichberechtigung zu lernen und Vorurteile zu überwinden. Denn der Kreislauf aus Tod, Rache und wieder Tod und Rache erreicht nichts. Er häuft nur Trauma auf Trauma. Wo soll die Gewaltspirale hinführen? Ins Nichts. Hamas muss begreifen: Israel wird fortbestehen. Nie wird Hamas Israel, “alle Juden” oder den Westen “besiegen”. Dieser Traum ist nicht nur destruktiv, er ist auch eine totalitäre Illusion. Eine Bevölkerung, deren Selbstverständnis auf der Fantasie gründet, eine andere Bevölkerung zu vernichten, traumatisiert die Bedrohten wie die Drohenden.

Es ist ein tieftrauriges Sinnbild für die starre, kalte Haltung von Hamas, dass sie Familien auffordert, sich als lebende Ziele auf die Hausdächer von Gaza zu stellen, wenn Israels Militär Vergeltungsschläge übt. Hamas will Opfer schaffen, um ihre Opfermythen zu erhalten. Mit ihren Opfern macht sie Reklame, die auch im Westen, auch in Deutschland nun wieder erschreckend wirksam ist. Aber wer den Opfergesang von Hamas mitsingt, vergeht sich an der palästinensischen Jugend! Zugleich wird damit der Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen in Deutschland, in Europa noch verstärkt. Er ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart.

Sie zu bewältigen erforderte einen wahrhaften Arabischen Frühling – eine wirkliche Revolution gegen die Väter, die uns ins Elend geführt haben. Sie lehrten uns Hass. Wir brauchen hingegen Vorbilder wie König Hussein von Jordanien, der sich bei den Eltern von sieben israelischen Schulmädchen persönlich entschuldigte, die ein jordanischer Soldat ermordet hatte. Das war eine mutige, leider in der Region einmalige Geste. Wer Palästinenser in der Abhängigkeit vom Opfermythos hält, der tut ihnen keinen Gefallen. Von diesem Mythos müssen wir uns verabschieden. Im Nahen Osten wie hier im Westen.

Solidarität wäre July 13, 2014 | 12:56 pm

Solidarität mit den Menschen, die in der Hölle Gaza zu leben gezwungen sind, würde darüber trauern, dass das perfide Kalkül der Hamas wieder aufgegangen ist, darüber, dass sie den Menschen einen Djihad aufoktroyiert, der nichts anders verheißt als den Tod der „Mikroben und Bakterien“, wie sie die Juden ruft, und den Märtyrertod der „Eigenen“.

Solidarität mit den Palästinensern würde nach dem Aufstand gegen die Hamas, den Islamischen Djihad und alle anderen Rackets rufen, auf dass diese nie wieder ihre Artillerie zwischen den Behausungen jener eingraben, deren Tode sie propagandistisch zu verwerten wissen …

Den ganzen Artikel lesen