HATEmix :: GOOD.NEWS FOR HATE (Tobias Duffner) December 5, 2014 | 05:12 pm

Wie Ihr wisst, haben wir Freunde des Hauses um neue Musik angeschnorrt. Numero Uno kam von Ancient Future, Numero Due kommt von Tobias Duffner. Der veranstaltet die Good News im Pudel, hat uns diesen Mix gegönnt und ein paar Fragen beantwortet.


HATE: Kannst Du was zu dem Mix sagen. Wie ist er entstanden?

Der Mix ist bei mir Zuhause in Neukölln an drei 1210ern entstanden; digital auflegen habe ich nie probiert. Der Mix ist ungeschnitten und in einem Take aufgenommen. Eine konkrete Idee hatte ich dabei nicht, nur ein paar Platten, die ich ineinander wursten wollte. Vielleicht sind dies Platten, die ich mit HATE bzw. mit Dunkelheit in der Musik assoziiere. Fröhliche Musik ist nicht so mein Ding. Für mich spiegelt Fröhlichkeit in der Musik nicht die menschlichen Gefühle und das Leben wider. Der Mix ist kein Clubmix, eher zum Trippen Zuhause oder sonstwo.

HATE: Hattest Du ein oder mehrere musikalische Erweckungserlebnisse?

Schon mit fünfzehn oder sechzehn begann ich Platten zu kaufen, nachdem ich bei einem Freund das erste Mal an zwei Plattenspielern stand. Schnell merkte ich, dass es das Beste ist zwei (oder mehr) Musikstücke zu einem zu machen. Angefangen habe ich mit Hip Hop. Dann kamen Techno und House und seitdem ließ es mich nicht mehr los. Als ich dann nach Hamburg zog und die ersten Male im Pudel war, wurde ich endgültig rein gezogen! Der Pudel und all die tollen Menschen die den Pudel machen, prägten mich stark. Viele UK-Künstler treten regelmäßig hier auf und deren Sound um Warp, Skam – allgemein IDM – aber auch neuere Ausprägungen dessen veränderten mein Musikverständnis aufs Neue (MFOC // sdfkt.). Industrial, Noise und experimentellere Musik haben endgültig alle musikalischen Normen in mir gebrochen und meine Ohren geöffnet…

HATE: Was hat es mit Deiner Partyreihe im Pudel auf sich? Hast Du da ein Konzept, das Du verfolgst?

Nö. Ich lade Menschen ein, die ich mag, oder deren Musik ich mag. Sie sollten mit Plattenspielern umgehen können und dann wird ordentlich getanzt.

HATE: Neben dem Auflegen hast Du angefangen zu produzieren…

Vor ca einem Jahr nahm mich Miles Whittaker (Modern Love) an die Hand und zeigte mir, wie ich aus Maschinen die Töne raus bekomme, die ich gerne hören möchte. Das ist das Beste! Ich begann mir mein eigenes Equipment zu kaufen usw. Demnächst wird es davon bestimmt etwas zu hören geben… Auf meinem noch jungen Label Poem veröffentliche ich Musik, die ich gerne mag. Okay, es ist erst eine, aber im Frühjahr geht es weiter. Zudem plane ich gemeinsam mit Nina ein anderes Label um experimentellere Musik zu veröffentlichen. Im Frühjahr soll es losgehen, aber zuerst müssen wir nach unserem Umzug zurück nach Hamburg zur Ruhe kommen.

HATE: Was hälst Du vom Internet?

Das Internet hat alles verändert, es ist nicht mehr wegzudenken, oder doch? Es hat Menschen verbunden, aber auch gleichzeitig isoliert. Ich liebe das Internet, um Platten oder Musikzeug zu finden. Ständiges Facebook-Status-Aktualisieren deprimiert mich aber. Menschen, die sich im Internet als etwas anderes darstellen als sie sind, finde ich… naja, egal.. wer’s braucht…

records used (in no particular order):
Anthony Manning
Ain Soph
Column One
Frak
Radiowaves
E.G. Oblique
Endurance
Night On Earth #2
Smea
Cyclobe
Mgauze
Messages
Khan & Walker
Igor W.
The KLF
SD

Eine emanzipatorische Kritik der Aufklärung December 4, 2014 | 08:14 pm

Auf Einladung des Ökumenischen Netzes Rhein Mosel Saar hielt Daniel Späth (EXIT!) kürzlich in Koblenz einen Vortrag zur Kritik der Aufklärungsphilosophie am Beispiel Kants. Späth stellt Kant in den Kontext der bürgerlich-kapitalistischen Entwicklung des 18. Jahrhunderts und versucht nachzuweisen, dass Antisemitismus, Antiziganismus und Sexismus dessen Philosophie nicht äußerlich sind. Ausführlicher ist diese Kritik in einer Artikelserie in der EXIT! Nr. 8 bis 10 nachzulesen und bzgl. des Antisemitismus hier nachzuhören.

    Hören:

    Download: Vorrede der Veranstalter (0:11 h, 8 MB), Vortrag (inkl. Zwischendiskussion, 1:37 h, 70 MB) via AArchiv | via archive.org

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Gideon Böss »Die Nachhaltigen« December 4, 2014 | 06:40 pm

Gideon Böss hat ein dickes Buch über Linke geschrieben, obwohl er sie nicht ausstehen kann. Das hätte klappen können, denn anderen Liberalen vor ihm ist mit solchen Abrechnungen schon Großartiges gelungen. Doch was Böss’ Roman »Die Nachhaltigen« etwa von Matthias Horx’ »Aufstand im Schlaraffenland« unterscheidet, ist, dass Böss sich für seinen Gegenstand eigentlich kein Stück interessiert.

Seine Klischeefiguren sind einzig aus dem gestrickt, was man so aus der Ferne von der Szene mitbekommt. Ein bisschen überdrehter als in Wirklichkeit vielleicht, dafür aber auch noch blasser. Nie liegt der Finger an einer Stelle, an der es wirklich weh täte. Dafür müsste man nicht nur wissen, wovon man spricht, sondern auch erzählerisch müsste man dichter ran an den Feind. Böss macht es sich zu leicht, wenn all seine Charaktere sich wie folgt beschreiben lassen: nicht ganz helle, unerträglich selbstgerecht und ohne Geld. Denn als wäre damit irgendwas gesagt, ist das Elend die Haupteigenschaft des Feindbildes. Ein ganzes Kapitel wird von diversen Variationen des Witzes getragen, dass ein Szenetheater kein eigenes Klo hat und seinen Besuch ins Reisebüro nebenan schickt.

Um dieses Theater kreist dann übrigens auch die Handlung: Beim Casting für ein Stück wird einem dunkelhäutigen Schauspieler die Rolle Hitlers verwehrt, woraufhin das Haus von ProstlerInnen belagert wird. Und das wäre ja auch tatsächlich ein bisschen lustig, stünde hier das ideologische Problem selbst im Mittelpunkt und nicht die Ha-Ha-Blödheit derer, die es haben. Wahrscheinlich liegt hier eine grundsätzliche Tragik des Liberalismus: Beim Gezänk mit der Linken, wer die richtigere Analyse des falschen Staats hinlegen könne, nicht mehr auffahren zu können als das Gekeife nach links.

Matthias Horx wusste das Ende der 80er besser, als er sich selbst gerade aus der Szene gelöst hatte und drei Bücher darüber schrieb. In »Aufstand im Schlaraffenland« rechnet er mit seinen Ex-GenossInnen ab. Er macht sich lustig über Menschen, die geradezu gespenstisch an ihre heutigen Nachkommen erinnern, von denen auch Böss berichten will. Nur erzählt Horx die ganze Geschichte: Dass zum Beispiel überdrehte antiautoritär erzogene Kinder auch deshalb einen an der Klatsche hatten, weil regelmäßig Cops im Kampfanzug die Türen ihrer besetzen Wohnungen eingetreten haben. Die Linke mag hier und da bekloppt sein – die Gesellschaft, die sie hervorbringt, darum aber nicht weniger.

»Aufstand im Schlaraffenland« weiß etwas über die Szene und über ihre innere Verschiedenheit: Wie die ergebnisoffenen Experimente der so genannten 68er auch scheitern durften. Und wie ausgerechnet die verheerendsten Fehler dann die Ideologie der 70er begründeten. Weil Horx gerade anfing, »Zukunftsforscher« zu werden, hat er auch noch schnell und treffend prognostiziert, dass in den 90er auch der letzte Sinn aus der Veranstaltung weichen würde.

Warum es diese Subkultur dann aber heute – 30 Jahre später – immer noch gibt, darüber hätte man ein wichtiges Buch schreiben können. Aber dafür muss man mit den Menschen sprechen und neben Hohn und Spott über ihre finanzielle Situation wenigstens auch eine Idee dafür entwickeln, was diese tragischen Hauptfiguren umtreibt.

Sowas hat Böss nicht – weder die Idee noch die tragische Hauptfigur. Er hat nur Bastian, einen Menschen ohne Eigenschaften. Dessen Funktion in der Geschichte ist es, dem gesunden Menschenverstand eine Stimme zu geben. »Hä?« zu sagen, wenn ein Linker völlig irren Scheiß von sich gibt: »2001, das Jahr, in dem mehr Leute auf den Autobahnen ums Leben kamen als im World Trade Center«, oder so ähnlich. Böss braucht Bastian nur deshalb, weil er seiner eigenen Schwarz-Weiß-Malerei offenbar nicht zutraut, deutlich genug zu sein.

Wobei, ganz darauf beschränkt bleibt es nicht. Bastian verliebt sich nämlich auch noch in eine Lena, deren Charakterisierung sich über die ersten hundert Seiten auf die Frage beschränkt, welcher Typ Mann sie attraktiv findet. Später im Buch wird sie sagen, dass es ihr nicht gefalle, Spielball zweier Männer zu sein – und auch das soll wohl ein Witz sein.

»Die Nachhaltigen« ist ein schmerzhaftes Buch, in dem nichts steht, was man nicht schon weiß: Dass nämlich hiesige Liberale erstens Linke nicht leiden können, zweitens aber auch nicht so ganz genau wissen, warum das so ist. Für LeserInnnen und für Bastian bleibt der kurze Flirt mit Szene und Lena jedenfalls belanglose Episode einer größeren Geschichte, über die vielleicht mehr – in jedem Fall aber anderes – zu sagen gewesen wäre. 15 Euro, die man sich getrost sparen kann. Den Horx gibt’s antiquarisch für Cent-Beträge.

Gideon Böss: Die Nachhaltigen. Eichborn Verlag, 2014. 304 Seiten. 14,99 €/Matthias Horx: Aufstand im Schlaraffenland. Selbsterkenntnisse einer rebellischen Generation. Goldmann Verlag, 1991. 2015 Seiten.

flattr this!

review: THE RURAL ALBERTA ADVANTAGE @ Lido/Berlin 3.12.2014 December 4, 2014 | 06:36 pm














Ich habe auch einen kleinen Konzertbericht geschrieben, zu lesen gibt's den bei der Berliner Zeitung.


Lodging December 3, 2014 | 07:48 pm

Lodging

Flüchtlingshilfe eingestellt December 2, 2014 | 09:25 pm

Der Winter kommt, es werden täglich mehr Flüchtlinge, die ersten sind schon erfroren, die Situation in unzähligen Unterkünften und Lagern ist schier unerträglich und nun dies. Für Flüchtlinge ist eben kein Geld da. Sollen sie doch verhungern, dann kommen sie wenigstens nicht am Ende gar noch nach Europa:

The World Food Program has suspended emergency food vouchers to more than 1.7 million Syrian refugees on the eve of winter, setting the stage for “devastating” consequences, the organization said Monday.

“Without WFP vouchers, many families will go hungry,” the agency said in a statement issued in its headquarters in Rome. “For refugees already struggling to survive the harsh winter, the consequences of halting this assistance will be devastating.The United Nations food program has long provided vouchers that allow registered refugees to purchase foodstuffs in shops in Jordan, Lebanon, Turkey, Iraq and Egypt. The vouchers’ monetary value is loaded onto debit cards provided to the refugees.

But many financial commitments from nations and other donors remain unfulfilled, the group said, forcing it to suspend the program due to a $64-million shortfall in funds needed to support refugees in December.

Quelle: http://www.latimes.com/world/middleeast/la-fg-un-syria-20141201-story.html

Schmalziger Antisemitismus – Mit National Geographic bei den jüdischen Warlords December 2, 2014 | 11:34 am

Adorno beobachtete in seinen medienwissenschaftlichen Studien, dass Journals wie Psychologiemagazine analog zum sekundären Okkultismus einen „mild terror“ erzeugen, der dann ebenso sachte besänftigt werden kann durch ein kultiviertes Bescheidwissen. Was gesehen wurde, was bekannt ist, wird schon als kontrollierbar erfahren. Ein „Kenn’ ich“ ist schon so viel wert wie ein „kann ich“.

Die National Geographic muss sich natürlich in regelmäßigen Abständen auch politischen Themen widmen, um ihrer Kundschaft dieses Gefühl der Beherrschung von kompliziertem zu vermitteln. Die fragt sich auf dem Titelbild: „Drei Weltreligionen entstanden im vorderen Orient. Wieso eigentlich?“

Ja genau. Wieso eigentlich. In zwei Wörtern ist der mild terror des Nichtwissens hergestellt. Zwei Beiträge zu Israel enthält dann die Ausgabe vom Dezember 2014, nach denen man dann bescheid weiß. Auf dem Niveau der Titelfrage erklärt ein fett gedrucktes Schmuckzitat:

„Religion fällt nicht vom Himmel. Sie entwickelt sich, weil Menschen Verstand haben und Furcht vor dem, was sie nicht verstehen.“

Offenbar nahm man sich diesen Satz zu Herzen und befragte einen Theologen, Wolfgang Zwickel. Der erklärt nun nicht, warum in einem Industrieland wie Deutschland auf ein Institut für Psychoanalyse zehn Theologieinstitute kommen, sondern warum Menschen angefangen haben, an Götter zu glauben. Und weil am Anfang alles einfach ist, ist auch der Glaube des Anfangs „ein sehr einfacher Götterglaube“.

Der entwickelt sich dann rasch fort zu einem Konflikt zwischen einem Fruchtbarkeitsgott (Baal) und einem Kriegsgott (Isra-El). Da geht es dann ein paar Zeilen durch die Archäologie bis zum König David, an dessen Bild der Theologe „ein paar historische Korrekturen“ anbringt:

„Ich vergleiche ihn gerne mit Saddam Hussein. Er war eine Art Warlord, der eine erfahrene, man könnte auch sagen abgebrühte Gruppe von Haudegen und Desperados um sich sammelte und den zerstrittenen Clans mit eiserner Faust seinen Willen aufzwang.“ (54)

Der Satz steht dann auch noch mal als fettes Readbaiting-Zitat in der Mitte der Seite. Dass Zwickel diesen Vergleich „gerne“ vollzieht, sagt viel über halbverdrängte Faszination an einem solchen Warlord aus, mehr aber noch über abgeschmackte Vergleiche. Zwar schätzt heute ein Gutteil der europäischen Durchschnittsbürger an Saddam Hussein, dass unter ihm „alles besser war“, wie auch Putin, Castro, und Assad ihre Freunde finden. Gadaffis Sozialsystemen trauern bald mehr Menschen nach als er zu Lebzeiten Freunde hatte. Aber auch ohne tieferes Wissen um die baathistische „republic of fear“ zu haben, in der hunderttausende Menschen ums Leben gebracht wurden, gilt der Vergleich mit Saddam Hussein doch denen mit Restvernunft als einer mit dem Inbegriff des Bösen. Man erfährt nicht so genau, was die 400-600 Kämpfer Davids außer einer erzwungenen Einigung, von der es in der Geschichte tausende gibt, noch verbrochen haben sollen, das sie in die Nähe des Massenmörders Saddam Hussein treten lässt. Aber es geht ja nun nicht um Information, sondern um Sensation, eine Sprache in Bildern, die „die Menschen“ verstehen.

El, der Kriegsgott (es wird noch einmal betont, „Isra-el“), tritt nun in Konkurrenz zu Davids Privatgott, Jahwe, der ein regelrechter Vampirgott zu sein scheint.

„Mit der Machterweiterung des Königs wächst auch Jahwes Macht. Er saugt die Fähigkeiten anderer Götter auf und zieht immer mehr von ihren Kompetenzen an sich.“ (54)

 Im Zuge seiner Machterweiterung auch als neuer Kriegsgott wird der heraufziehende Monotheismus aggressiv gegen seine Konkurrenz, und Zwickel erklärt: „Man kann diese religiöse Richtung beinahe als fundamentalistisch beschreiben.“

 Nun kann man das nicht nur beinahe, sondern ohne weiteres. Suggeriert wird aber, dass es Verbote gäbe, die einen qualifizierten Begriff von Fundamentalismus hier unterbinden würden – in Wahrheit hat man lediglich keinen qualifizierten Begriff von Fundamentalismus. Man assoziiert einfach frei. Ohne Begriffe, im Stande der sekundären Bilder, steht die Assoziationskette: Judentum – Kriegsgott – Saddam Hussein – Fundamentalismus.

Ausschließlich spricht man pathisch kalt über Israel, über Juden. Etwas „Seltsames“ (und nicht Schreckliches) geschieht. Babylon überfällt Israel. Kurioserweise verlieren Juden nicht ihren „Glauben an Jahwe, der als Kriegsgott ja mindestens ebenso versagt hatte wie Baal als Wettergott.“ (55) Da wird auch der NatGeo der Theologe zu heikel und man fand das Nächstgelegene, einen Religionswissenschaftler, der aber auch das Christentum in Schutz nimmt und das Judentum hier zur Ausnahme, nämlich einer völlig realitätsfremden Religion erklärt:

„Das ist eine erstaunliche weltgeschichtliche Ausnahme“, sagt Hartmut Zinser, Religionswissenschaftler in Berlin. „In der Regel wird die alte Religion nach einer schweren militärischen Niederlage entwertet, die Menschen verlassen ihre alten Götter und übernehmen die offenbar überlegenen Gottheiten der Sieger, oder sie bilden Mischformen.“ (55)

Als hätte nicht jeder christliche Märtyrer den Heiligenkult genährt, als hätten die militärischen Siege über die Islamisten deren Glauben geschwächt und als hätte nicht die Magie (wie Frazer, Mauss und Levy-Bruhl noch lehrten) trotz ihrer Niederlagen gegen die Realität überlebt. Einen ganz „anderen Weg“ als alle anderen Religionen findet das Judentum:

„Der Gedanke, dass Gott sein Volk für dessen Ungehorsam bestraft, hat seinen Ursprung im babylonischen Exil und durchzieht das jüdische Denken bis zum Holocaust.“ (55)

 Nicht gesagt wird, dass die umgebenden Religionen diesen Gedanken, dass die Juden am ihnen zugefügten Leid selbst schuld seien, in weitaus größerem Maße hegen als die sehr wenigen jüdischen Rabbiner, die tatsächlich den Holocaust als Strafe für eigene Sünden interpretieren. Vom Antisemitismus liest man ohnehin nichts, wenn es in der NatGeo um Weltreligionen geht.

Jüdische Elite vs. Jesus

 Großaufnahme Masada: „Der jüdische Elitarismus förderte die Sehnsucht nach einem Heiland wie Christus.“ (57)

Die jüdischen Eliten kommen nun im babylonischen Exil, so NatGeo, auf eine geniale Idee:

„Die Schriftgelehrten frisieren die Geschichte. Da man das Wort Gottes ja nicht plötzlich erfinden kann, müssen die Autoren die von ihnen erwünschten Worte Jahwes zurückdatieren und früheren Propheten in den Mund legen.“ (58)

Da ist nun die erste und einzige Religion, die das Wort Gottes „plötzlich erfindet“. Mehr noch, eine Religion, die das Leben ihrer Bürger regelt: „Jetzt wird nicht mehr gefragt: „Wer sind wir?“, sondern verordnet, wer man zu sein hat.“ (58)

„Damit ist ein religiöses Korsett für rechtgläubige Juden geschaffen, das so eng sitzt und so stabil ist, dass es ihnen für Hunderte von Jahren überall auf der Welt Halt und Haltung gibt und die Kultur des „Schtetls“ ermöglicht.“ (59)

Obwohl Unterdrückte, verarmte Ghettobewohner und Schtetl-Bauern und Handwerker in Osteuropa durch das „Korsett“ stabilisiert wurden, schließt NatGeo auf einmal:

„Besonders praktisch aber ist dieses Korsett nicht. Nur eine kleine Elite kann es sich leisten, in ihm zu leben. Für einen einfachen Handwerker oder Tagelöhner dürfte es unmöglich seinn, alle 248 Gebote und 365 Verbote einzuhalten, die der jüdische Verhaltenskodex Talmud auflistet […]“. (59)

 „Ein weiterer Mangel: Die Religion ist ethnisch festgelegt und exklusiv.“ (59)

Diesen Mangel beklagen die anderen Religionen nun seit zweieinhalb Jahrtausenden, was gerade der Grund ist, dass NatGeo das Ressentiment tradiert, im Interesse des Kunden. Die unpraktische Religion der Eliten nämlich brachte Jesus von Nazareth hervor, der „keinerlei Einhaltung von Vorschriften“ verlange, aber trotzdem „an die vorbabylonische Frömmigkeit“ anknüpft. (59)

Ob es nun eine Vorschrift ist, das eigene Auge auszureißen und wegzuwerfen, oder sich, so Matthäus – ein christlicher Schriftgelehrter, der Geschichte auch mal frisiert – das Bein abzuhacken, wenn es einen ärgere – geschenkt. Die eigentliche Botschaft „des Nazareners“ laute: „Kehrt euren Sinn um! Denkt nach!“ (60) Und darauf sind tausend Jahre jüdischer elitärer Theologie eben einfach noch nicht gekommen.

Natürlich geht es auch um Liebe, die „eine Botschaft von revolutionärer Wucht“ „in eine Welt scharfer sozialer Gegensätze zwischen Klassen und Rassen“ wirft. „Nicht nur der Elitarismus des Judentums plagt das Volk“, auch die Römer. Daher breitet sich angeblich Jesu Botschaft „aus wie ein Buschfeuer“. Das stimmt zwar nicht, das Urchristentum war marginal und fand erst spät größere Anhängerzahlen – vor allem unter Nichtjuden. Aber man hat ja wieder den Theologen gefragt und der ist nun in seinem Element, er ist vor Ort im heiligen Land zu Jesu Zeit. Er sieht, wie sich eine „revolutionäre, junge Lehre“ mit einem „neuen Menschenbild“ (eigentlich entstammen alle humanistischen Zitate der jüdischen Orthodoxie) ausbreitet „wie ein Buschfeuer“.

 „Die Priester der Christen lassen sich nicht bezahlen wie die der antiken Tempel, sie bestechen ihren Gott nicht mit teuren Opfergaben wie die Jerusalemer Priester, sondern vertrauen seiner Liebe. Die Christen halten zusammen wie Familien und kümmern sich um Arme, Schwache, Kranke. Da ist eine völlig neue Verheißung spürbar, die Kraft eines Gottes, der liebt und Liebe erweckt. Kein Wunder, dass die christlichen Gemeinden stürmisch expandieren.“ (61)

Für die Entstehung des Islam gibt er ähnliche Gründe an: Die Menschen sind arm, die heidnischen Götter ungerecht, erdbeben und Naturkatastrophen erschüttern den Glauben der Menschen. Das Leid erzeugt Nachfrage, allein das Angebot, es fehlt: „Der christliche Gott aber ist unbekannt […]“. (62) Hätte man den schon gehabt, man hätte den Islam nicht erfinden müssen.

Den mag der Theologe nun doch irgendwo gern:

„Der Islam hat sich keineswegs mit Feuer und Schwert durchgesetzt, sondern im Laufe einer langen und sehr friedlichen Inkulturation.“ (63)

Kein Lektor fragt sich offenbar bei NatGeo, warum Zwickel die islamische Expansion, die noch Mohammed auf die arabische Halbinsel ausdehnen konnte, als „sehr friedliche Inkulturation“ werten kann, aber in David einen antiken „Saddam Hussein“ wertet. Das ist nicht nur dick aufgetragen oder schlecht abstrakt, das ist pathisch projiziert.

„Gesegnet. Besetzt. Verflucht.“

Hat man nun schon den schmalzigen christlichen Antisemitismus reproduziert, der im Judentum eine baathistische fundamentalistische abergläubische Elitenreligion sieht, kann man auch über das moderne Israel erst recht schreiben, was der Kundschaft lustig ist.

Man geht mit einem jüdischen Archäologen mit und der ist „zersauster Intellektueller mit den wässrig blauen Augen eines Träumers und Jude.“ Der Autor muss offenbar die Augenfarbe blau notieren, dann aber ein wässrig hinterherschieben. Das verweist auf ganz vielschichtige Konnotationen, von denen kaum eine zu einem positiven Resultat führen dürfte.

Als Ausgleich zu diesem “zersausten Träumer” mit nicht ganz echten blauen Augen nimmt der noch einen palästinensischen „Freund und Fotograf“ mit, der keine wässrigen Augen hat, sondern ein „unermüdlicher Wanderführer“ ist. Der träumende Jude, Goren, arbeitet nun an einem Klär- und Bewässerungsprojekt, von dem Palästinenser und Israelis profitieren sollen. Allein: „Er scheint so unmöglich, so naiv, Gorens Traum.“ Immerhin gibt es hier ja schon „2500 Generationen der Verzweiflungen, Niederlagen, Glaubenskrisen.“ (71)

Man würde von dem Lektorat der NatGeo zumindest erwarten, dass man die Zahl der Generationen kennt, die in ein Jahrtausend passen. Es sind etwa 33-60, je nach Reproduktionsalter (33-15). Nimmt man, wie bei großen ontologischen Geschichtsentwürfen beliebt, die neolithische Revolution vor 10.000 Jahren zum Ausgangspunkt der endlosen Litanei, die nur jüdische Träumer beenden wollen, so wären es immer noch nur 600 Generationen. Aber es geht ja auch gar zu munter zu, als Epigone Karl Mays durchs wilde Israel und Palästina zu wandern, man zischt vom Instantkaffee zu den vor zwei Millionen Jahren aus Afrika einwandernden Flusspferdjägern und wieder zurück zum Wüstenregen, der nichts anderes macht als „klitschnass“ und den Lastesel „triefend“. Zwangsläufig kommt man an Checkpoints und weil man schon vier Seiten in nichts anderem als Klischee-Bildern gesprochen hat, kommt auch hier noch eine flache Metapher:

 „Die politische Landkarte des Territoriums sieht wie ein Röntgenbild aus: ein krankes Herz, marmoriert, gefleckt, verklumpt, ausgehöhlt.“ (81)

Das „Territorium“ (die Indianer grüßen) ist nicht nur ein Herz, ein krankes, sondern klein:

„Gerade mal doppelt so groß wie Luxemburg, aber bevölkert mit 2,7 Millionen Menschen – das besetzte Westjordanland.“ (81)

Die Fläche des Westjordanlandes beträgt 5800 m², das ist tatsächlich etwa doppelt so viel wie Luxemburg, das nur 550000 Einwohner hat, dafür aber 45,3% Ausländer beherbergt, im Westjordanland würde man sagen, Siedler.

Es ist aber mehr als 15-mal so viel wie München, das bei 310,71 km² ganzen 1,4 Millionen Einwohnern die allerprächtigsten Lebensbedingungen bietet. Freilich prozentual nur halb so vielen Ausländern wie Luxemburg und nur 9700 Juden.

Im Westjordanland aber eine Vielzahl von Zonen (exakt drei, A, B und C) und weil man unbedingt zu Fuß durch Naturschutzgebiete, Checkpoints und die judäische Wüste will, bricht man „in Betlehem (zurück in Zone A) erschöpft zusammen.“ Araber und Juden nehmen übrigens gern auch den Bus oder das Auto und bis in die Hochzeit des PLO-Terrors konnten Araber auch noch ungehindert nach Tel Aviv an den Strand zum Baden fahren.

Der Archäologe begegnet bei einer solchen erschöpfenden Höllentour auch Haredim, die tanzen und feiern und da liegt die Frage nahe: „Dieses gottesfürchtige Volk – ist es durchgedreht?“ Immerhin, ganz so wild wird man es nicht treiben:

 „Nein. Die Sache ist die: Nachdem ich die alten Horizonte Afrikas hinter mir gelassen habe, stehe ich nun an einer komplexen Wegkreuzung der Welt, wo die Landschaft sich liest wie ein Sakrament, in einem Labyrinth widerhallender Religionen namens Naher Osten. Der sonderbare Eifer in Bnei Berak ist ein Fest der Freude, des Überlebens: Purim.“ (85)

Immerhin so viel erfährt man über die verrückten Juden an der Wegkreuzung der Welt, mit denen man dann doch feiern kann, dass sie vor 2500 Jahren einen Genozid durch die Perser verhinderten. Es endet die archäologische Pilgerfahrt mit seichtem Abgesang, der irgendwie alles assoziiert und kennt, die wildesten geschichtlichen Verbindungen ahnt, Bilder fantasiert und dann exakt so religiös wird wie man es vorher schon war:

„Das war die einzige Theologie der Wanderung. Der Beduine. Die Menschen in dem Hotel. Die Straße, die sie trennte und verband.“ (85)

 Die Verbindung, man könnte sagen, Synthese, ist der zweite Bestandteil der Kulturindustrie. Nicht nur muss der “mild terror” in jedem zugleich und doch spezifisch präsent sein, auch müssen die Lösungen so formuliert sein, dass sie sowohl auf jeden einzelnen als auch auf jeden von ihnen passen. So geht es in der Astrologie und so geht es beim Infotainment von NatGeo.

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Eine zweite Shoah December 2, 2014 | 11:31 am

Hamas-Mitglieder in Gaza, Oktober 2006

Als zwei palästinensische Männer unlängst vier Juden in einer Jerusalemer Synagoge regelrecht abschlachteten, führte die Israel-Korrespondentin einer deutschen Tageszeitung diesen barbarischen Mord allen Ernstes auf eine »Verzweiflung« der Täter zurück, die vor allem aus »gescheiterten Friedensverhandlungen«, »dem von Israel fortgesetzten Siedlungsbau« und einem »sozialen Gefälle in der Stadt« herrühre. Das heißt, sie dichtete den Mördern rationale Motive an, die sie nicht im Entferntesten hatten. Und das war kein Einzelfall: Obwohl islamistische Terroristen, die Juden ermorden, dies seit jeher prinzipiell auf besonders grausame Art tun, sollen ihre Taten partout nichts mit Antisemitismus zu tun haben. Dabei könnte es offensichtlicher kaum sein, dass die Judenvernichtung das Ziel ist.


VON STEFAN FRANK


»Wenn die Juden Palästina verließen, würden wir dann anfangen, sie zu lieben?«, fragte Muhammad Hussein Ya’qub, ein bedeutender Kleriker aus Alexandria und Autor zahlreicher Bücher, 2009 im privaten ägyptischen Fernsehsender Al-Rahma TV. »Selbstverständlich nicht. Die Juden sind Ungläubige, nicht, weil ich es sage, sondern weil Allah es sagt. […] Sie sind nicht unsere Feinde, weil sie Palästina besetzen; sie wären auch dann unsere Feinde, wenn sie nichts besetzt hielten. Wir müssen glauben, dass unser Kampf gegen die Juden ewig währt und nicht enden wird bis zur letzten Schlacht. […] Ihr müsst glauben, dass wir sie bekämpfen, besiegen und vernichten, bis kein einziger Jude mehr auf dem Angesicht der Erde ist.«

Religiöser, antisemitischer Wahn treibt Israels Feinde an. Juden schlachten, das wollten die beiden arabischen Männer, die am 18. November mit Hackmessern und Gewehren bewaffnet während des Morgengebets in die Jerusalemer Kehilat-Bnei-Torah-Synagoge gingen und buchstäblich ein Blutbad anrichteten. Sieben Minuten lang schrien sie »Allahu Akbar« und hackten auf Menschen ein. Warum haben sie sie nicht erschossen, wo sie doch ein Gewehr dabeihatten? Nun, das war für den Fall gedacht, dass sich ein Opfer zu sehr wehren sollte, und kam darüber hinaus im nachfolgenden Schusswechsel mit der Polizei zum Einsatz, bei dem einer der Polizisten erschossen wurde.

Aus Gründen, die uns verschlossen sind, bevorzugen muslimische Terroristen, die Juden ermorden, prinzipiell die grausamste Art. So taten es die pakistanischen Jihadisten, die am 28. November 2008 sechs Juden im Haus der Chabad-Lubavitch-Gemeinde in Mumbai zu Tode folterten. So taten es die Mitglieder einer muslimischen Gang, die 2006 in Paris den Juden Ilan Halimi entführten und 24 Tage lang mit Messern, Säure, brennenden Flüssigkeiten und Zigaretten folterten und dazu ihre Freunde einluden, bevor sie ihn töteten. So taten es die Bewohner von Ramallah, die im Oktober 2000 zwei Israelis, die sich dorthin verirrt hatten, in einer Polizeistation lynchten: Sie rissen den Juden die Augen und inneren Organe heraus, einer der Täter zeigte am Fenster der begeisterten Bevölkerung seine blutigen Hände, woraufhin frenetischer Jubel ausbrach. Der leblose Körper wurde aus dem Fenster geworfen, wo er von der Menge weiter geschändet wurde; manche rissen Stücke von Fleisch heraus und hielten sie wie Trophäen in die Höhe.

So taten es auch die beiden palästinensischen Araber Amjad Awad und Hakim Awad; sie drangen im März 2011 in das Haus der jüdischen Familie Fogel ein, während diese schlief, und töteten die Eltern, zwei kleine Kinder sowie ein Baby. Dem Baby schnitten sie den Kopf ab. Die »Al-Aksa-Märtyrerbrigaden«, die von Deutschland und der EU finanzierte Terrororganisation von Mahmoud Abbas, priesen die »heroische Tat«. (Laut einer Umfrage begrüßte jeder dritte Palästinenser das Massaker.) So taten es die Araber, die im April 1948 am Mount Scopus in Jerusalem einen Konvoi von jüdischen Ärzten und Krankenschwestern überfielen und 80 Menschen mit Messern in Stücke schlugen oder bei lebendigem Leib verbrannten.

Und so verfuhr ein arabischer Mob im August 1929 mit den Juden Hebrons. Den Männern wurden die Genitalien abgeschnitten, den Frauen die Brüste. Der Bäcker Noah Immerman wurde in seinem Ofen lebendig geröstet; Rabbi Ya’akov Orlanski HaCohen, der islamische Schriften studiert hatte, wurde das Gehirn aus dem Kopf geholt. Dem betagten und gehbehinderten Apotheker Ben-Tzion Gershon schnitten sie die Nase und die Finger ab, bevor sie ihn töteten. Insgesamt 67 Juden wurden 1929 in Hebron ermordet, Dutzende weitere in Safed und anderen Städten Palästinas.


»Al-Aksa ruft dich!«

Im Gazastreifen und im Libanon feierten viele Menschen das Massaker in der Jerusalemer Synagoge mit Süßigkeiten; wenige Stunden nach der Tat erschienen Cartoons, die die Morde verherrlichen und vor allem um zwei Motive kreisen: das Blut und das Hackmesser. Die Täter und ihre Miteiferer sind besessen von dem Verlangen, jüdisches Blut zu vergießen. Andere produzierten Musikvideos, in denen die mit Autos verübten Massaker an jüdischen Zivilisten gefeiert und die Opfer verhöhnt werden.

Schon seit Wochen ruft die Palästinensische Autonomiebehörde zu neuen Pogromen auf. Die beiden großen Terrororganisationen Hamas und Fatah stehen in direkter Konkurrenz zueinander: zum einen im Wettbewerb um die Gunst der palästinensischen Bevölkerung, zum anderen um Geldspenden aus den Golfstaaten. In beiden Rennen gewinnt derjenige, der mehr Juden umbringt. »Die arabischen Staaten geben kein Geld, wenn es kein Blut gibt«, soll Arafat im November 2000, kurz nach Beginn der »Al-Aksa-Intifada«, zu seinem Milizenführer Marwan Barghouti gesagt haben. Mit der Gründung von Al-Nusra, ISIS und vielen anderen jihadistischen Rotten in Syrien hat sich der Kampf um Spenden verschärft.

Die Fatah animiert zu Mordanschlägen in Jerusalem. Die »Rabbis der geheimen Gesellschaften« steckten hinter allen Übeln, schrieb Al-Hayat Al-Jadida, die offizielle Tageszeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde, am 12. November. »Sie sind unsere Feinde, und sie haben ihre Hand in allem, was passiert«, sei es »die Sache mit ISIS«, seien es die inneren Streitigkeiten, die es in arabischen Staaten gibt. Nun entweihten sie, so hieß es, auch noch die Al-Aksa-Moschee. Das Gerücht, die Juden wollten die Al-Aksa-Moschee zerstören, verbreiten die Judenhasser in Palästina seit den 1920er Jahren. Sein Urheber war der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, Freund von Adolf Hitler und Befürworter der »Endlösung der Judenfrage«; das oben erwähnte Massaker von Hebron im Jahr 1929 war seinerzeit die Folge der Aufwiegelung mit dieser Lüge. Heute wird sie in Predigten, in Verlautbarungen der Autonomiebehörde und der Fatah sowie durch Cartoons und Videos unter die Leute gebracht, mit dem Ziel, unter dem Motto »Al-Aksa ruft dich!« zur Tötung von Juden aufzustacheln.

Es sei die religiöse Pflicht eines jeden Muslims, gegen Juden einen Ribat (Krieg zur Verteidigung von Land, das für den Islam beansprucht wird) zu führen, sagte Mahmoud Al-Habbash, der Shariarichter und Religionsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, im Fernsehen: »Ja, wir stiften das Volk von Jerusalem zum Ribat an. […] Wir sind mit ihnen [denen, die diesen Krieg führen], in jedem Moment, bei jeder Handlung und jeder Tat, und wir begrüßen, was sie für die gesegnete Al-Aksa-Moschee tun.« Dieser Aufruf zum Mord war nur einer von vielen, die über die Zeitungen und Fernsehsender der Palästinensischen Autonomiebehörde verbreitet werden. In Kondolenzbriefen an Familien erschossener Täter oder in öffentlichen Stellungnahmen lobt Mahmoud Abbas respektive seine Fatah diejenigen, die das Leben jüdischer Zivilisten auslöschen, auch dann – besser gesagt: gerade dann –, wenn das Opfer ein drei Monate alter Säugling ist.


Die Ultras

Warum eine Synagoge? Pogrome oder Massaker wie das in Jerusalem geschehen nicht aus heiterem Himmel. Es gibt vielmehr ein Klima des Hasses, aus dem heraus sie entstehen. Mehr noch als andere Juden sind die Haredim in Jerusalem permanenten Angriffen ausgesetzt. Auch in der deutschen Medienlandschaft gibt es eine offene Hetze gegen streng religiöse Juden; die Begriffe »Ultraorthodoxe«, »Ultrarechte« und »Ultranationalisten« werden synonym und in pejorativer Absicht gebraucht, ohne Erklärung, was sie bedeuten. Während das deutsche Staatsfernsehen nach der jüngsten Gräueltat dem Vater von einem der beiden Mörder seine Anteilnahme ausdrückte und ihm Sendezeit für seine Hasspropaganda schenkte, gibt es kaum jemanden, der Empathie für die Gruppe zeigt, aus deren Mitte die Opfer stammen. Fromme Juden sind für deutsche Journalisten immer »ultra«, stehen jenseits von Gut und Böse, jenseits der menschlichen Gesellschaft. Außer in Israel gibt es nirgendwo auf der Welt »Ultrarechte« und »Ultranationalisten«. Hat man schon mal von »ultranationalistischen Deutschen« oder »ultrarechten Palästinensern« gehört?

Man erfährt nicht, was den Haredim eigentlich vorgeworfen wird, was sie zu »Ultrarechten« macht (also zu Leuten, die noch rechter sind als etwa die NPD, die ja lediglich »rechtsextrem« ist). Die meisten von ihnen leisten nicht einmal Wehrdienst, können also auch niemanden erschießen. Sie müssten eigentlich die Helden der Anti-Israel-Front sein (zumal immer noch viele von ihnen Antizionisten sind). Aber die Wirklichkeit ist, dass ihnen in der Presse ein irrationaler Hass entgegenschlägt. Am 19. November 2012 schrieb Jakob Augstein, die Haredim seien »aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner«, denn »sie folgen dem Gesetz der Rache«. Zwei Jahre später, am 18. November 2014, wurden vier Haredim brutal ermordet, doch anders als bei der Beerdigung arabischer Terroristen – bei denen wenig geweint und viel geflucht wird – rief bei ihrer Beisetzung keiner der Trauernden nach »Rache«. Dabei will man uns doch glauben machen, dass sich die Menschen, die 18 Stunden am Tag über der Thora hocken, nachts in Mr. Hyde verwandeln.

Als im Juli 2014 die drei mutmaßlichen Mörder des arabischen Teenagers Mohammed Abu Chedair von der israelischen Polizei festgenommen wurden, kam heraus, dass der 30-jährige Hauptbeschuldigte und einer der beiden mitbeschuldigten Jugendlichen schon vor der Tat in psychiatrischer Behandlung waren und Psychopharmaka verschrieben bekamen. Außerdem stammen alle drei aus Haredi-Familien und haben eine Zeit lang die Yeshiva besucht (der Haupttäter hat sich irgendwann gegen das Thora-Studium entschieden und einen Optikerladen eröffnet). War die Tat eher auf den speziellen Geisteszustand des Täters zurückzuführen – der von sich sagt, er sei der Messias –, oder war die Religionsschule schuld? Susanne Knaul ließ in einem Beitrag für die österreichische Zeitung Die Presse keinen Raum für Zweifel: »Täterprofil: Die Ultraorthodoxen sind Israels größte Rassisten«, lautete die Überschrift.


Motiv: Judenhass

Bei denen, die Juden ermorden, wird hingegen nie gefragt, welche religiösen Einrichtungen sie in ihrem Leben besucht haben und was dort gepredigt wurde. Es wird im Gegenteil alles getan, um vom religiösen Fanatismus und Antisemitismus der Täter abzulenken und ihnen halbwegs rationale Beweggründe anzudichten. Ein Vertreter dieser Tendenz ist Christian Wagner, der Korrespondent des Bayerischen Rundfunks, dessen Botschaften im Radio, auf tagesschau.de und über Twitter verbreitet werden. Nach dem Blutbad in der Synagoge klagte er: »Nach dem Motiv der Attentäter fragt niemand.« Das Motiv fehlt! Aber welches Motiv kann jemand haben, der sich mit einem anderen dazu verabredet, in einer Synagoge Betende mit dem Hackmesser niederzumetzeln? Da nichts gestohlen wurde, war es kein Raubmord, auch Eifersucht und ein Unfall können nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen werden – der Fall bleibt rätselhaft. Bis Wagner am nächsten Tag die Ehre der Mörder rettet und ihre aus seiner Sicht ehrenvollen Absichten nennt: »Auf die Frage nach der Ursache der Serie von Attentaten nennt Netanjahu nicht etwa Armut oder Polizeigewalt [Hervorhebung d. Verf.] in Ostjerusalem – oder den Streit um den Zugang zu Felsendom und Al-Aksa-Moschee. Der Regierungschef sieht den Grund in einer Aufwiegelung durch den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.«

Man sollte ein Auge auf Christian Wagner haben: Wenn er irgendwann mal in Geldnot geraten oder von der Polizei angehalten werden sollte, wird er das Hackmesser rausholen, denn das ist seine Logik. Dass die Schwester von einem der beiden Mörder laut der Jerusalemer Stadtverwaltung eine angesehene Sozialarbeiterin ist, die ihren Mitmenschen hilft, statt sie zu schlachten, muss für Wagner demnach völlig unverständlich sein.

Stets versuchen die Fürsprecher der Judenschlächter bei ARD und ZDF die Pogrome so darzustellen, als wollten deren Urheber bloß einen palästinensischen Staat in der Westbank und dem Gazastreifen mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Wenn das so wäre, warum wurde der Staat Palästina dann nicht zwischen 1949 und 1967 gegründet, als diese Gebiete von Ägypten und Jordanien besetzt waren? Wenn das so wäre, warum hat Yassir Arafat dann nicht im Sommer 2000 in Camp David Frieden geschlossen, als ihm Ehud Barak ebendies – einen Staat in der Westbank und dem Gazastreifen mit Ostjerusalem als Hauptstadt – anbot? Stattdessen brach Arafat die Verhandlungen ohne jede Begründung ab (US-Präsident Clinton und viele andere Staatschefs verurteilten das damals und lobten Barak) und ließ seine »Al-Aksa-Brigaden« los: Tausend ermordete Israelis waren das Ergebnis von Arafats Entscheidung.

Ehud Olmert unterbreitete ein ähnliches Angebot acht Jahre später gegenüber Mahmud Abbas: 94 Prozent des Westjordanlandes und der Gazastreifen für einen arabischen Staat Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt, dazu würde Israel Gebiete abtreten (einige von denen, die die arabischen Armeen 1948 nicht erobern konnten und die deshalb selbst von »Israelkritikern« gezwungenermaßen als israelisch anerkannt werden), um den Wegfall der sechs Prozent Territorium zu kompensieren. Israel hätte viel weggegeben (und zu allem Überfluss auch noch den Gazastreifen vergrößert!) und nichts dafür bekommen. Das Angebot war so großzügig, dass die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice nach eigenen Angaben ihren Ohren nicht traute. Abbas wies es gleichwohl zurück: Kein Deal ohne die »Rückkehr« von vier Millionen Flüchtlingsenkeln nach Israel!

Für jemanden, der glaubt, es gehe beim Judenmord um den Wunsch nach einem palästinensischen Staat, ergibt das keinen Sinn. Für Arafat und Abbas hingegen schon. Der einflussreiche Journalist Abd Al-Bari Atwan, Chefredakteur der in London erscheinenden Zeitung Al Quds Al Arabi, sagte 2006 dem libanesischen Fernsehen, er habe zu Beginn des Oslo-Prozesses Arafat in Tunis getroffen und ihn dafür kritisiert, dass er mit Israel Frieden schließen will. An Arafats Antwort erinnerte er sich genau: »Er führte mich nach draußen und sagte: ›Bei Allah, ich werde sie in den Wahnsinn treiben. Bei Allah, ich werde diese Verträge in einen Fluch für sie verwandeln. Bei Allah, es wird vielleicht nicht zu meinen Lebzeiten passieren, aber du wirst leben, um zu sehen, wie die Israelis aus Palästina fliehen. Hab ein wenig Geduld.‹« Das Vortäuschen von Friedensverhandlungen diente Arafat dazu, an Geld und Waffen zu kommen (vor 1991 gab es in der Westbank und dem Gazastreifen keine Kalaschnikows und Raketen, nicht einmal Pistolen; Überfälle auf israelische Dörfer wurden meist von Jordanien aus gestartet). Die PLO hat vor 1991 Juden umgebracht, und sie tut es heute. Was sich geändert hat, ist, dass sie anders als früher Geld und politische Unterstützung aus dem Westen erhält.

Die Bluttaten an Juden in Israel haben kein anderes Motiv als die im Jüdischen Museum in Brüssel oder zahllose andere antisemitisch begründete Verbrechen überall auf der Welt. Beim Terroranschlag von Bali im Oktober 2002 wurden 202 Menschen getötet, keiner von ihnen war Israeli oder Jude. Trotzdem sagte Amrozi bin Nurhasyim, einer der Drahtzieher, vor Gericht: »Juden, erinnert euch an Khaibar. Die Armee Mohammeds kommt zurück, um euch zu vernichten.« Der Grund, warum sich der antisemitische Terror der Muslime heute vor allem auf Israel konzentriert, ist, dass es dort noch Juden gibt, während die arabischen Staaten, von ein paar Häuserblocks in Marokko und Tunesien abgesehen, bereits judenrein sind. Fast alle der etwa 850.000 Juden, die vor 1945 in arabischen Ländern lebten, wurden seither von dort vertrieben, viele von ihnen und ihre Nachkommen leben heute in Israel. Als es in der arabischen Welt noch Juden gab, waren Massaker gang und gäbe; man denke etwa an das Farhud von Baghdad (1941), die Pogrome von Kairo (1945–1949), diejenigen in Libyen 1945 und 1948, an das Pogrom von Fez im Jahr 1912 oder an die Pogrome im Osmanischen Reich 1840.

Was haben also diese Gewalttaten und die in unserer Zeit – in Israel, Buenos Aires, Jerba, Toulouse, Brüssel, Mombasa oder Bulgarien – gemein? Dass es sich um »Aufstände« von »Palästinensern« handelt, die gegen »Armut oder Polizeigewalt in Ostjerusalem« protestieren? Nein. Die einzige Gemeinsamkeit dieser Anschläge ist, dass die Opfer Juden waren und die Täter fanatische Muslime, die Juden hassen – und zwar alle Juden der Welt. Dieser Hass existiert nicht erst seit 1967, auch nicht erst seit 1948, sondern seit Jahrhunderten.

Das Versprechen der Hamas, alle Juden zu vernichten, muss man in Verbindung sehen mit gleichartigen Parolen auf den Häuserwänden der Pariser Banlieues und auf den Demonstrationen in Deutschland im Sommer 2014. Wenn jemand ruft: »Juden ins Gas!«, dann meint er genau das. Es geht den Tätern nicht um irgendwelche sozialen oder nationalistischen Forderungen, sondern um die Vernichtung von Juden. Der bei all diesen Taten an den Tag gelegte Sadismus ist für politischen Terrorismus unüblich. Typisch aber ist er für einen Völkermord. Einen solchen verübt laut der UN-Konvention gegen den Völkermord, wer den Vorsatz hat, eine Men­schen­gruppe zu ver­nichten. Auf das Ziel kommt es an, unabhängig davon, ob es erreicht wird (woran die Judenhasser ja keine Zweifel hegen). Die Hamas, die sich in ihrer Charta zur Vernichtung der Juden bekennt, und alle anderen, die dies als ihre Mission betrachten, verüben einen Genozid.

A New Shoah, so lautet der Titel des wichtigen Buchs, das der italienische Journalist Giulio Meotti vor fünf Jahren über die Opfer dieses Völkermords veröffentlicht hat. Zu widersprechen ist ihm in einem Punkt: Diese Shoah ist nicht neu. Die Fatah mordet seit über einem halben Jahrhundert, in den 1940er Jahren gab es die Massaker der Fedayin, seit 1931 die Bombenanschläge der Gruppe von Izz ad-Din al-Qassam und davor seit Jahrhunderten Pogrome. Statt von einer »neuen« sollte also besser von einer zweiten Shoah gesprochen werden.

Die Aufgabe der Menschheit besteht nicht darin, scheinheilig nach »dem Motiv« der Täter zu fragen – das kennen wir bereits –, sondern darin, sie zu stoppen. Der erste Schritt dorthin ist, ebenjenes Motiv so laut, so deutlich und so oft wie möglich zu benennen und dabei keine Schutzbehauptungen zugunsten der Täter zuzulassen. Der einzige Antrieb der Mörder und ihrer Unterstützer ist: sadistischer Judenhass.

Zum Foto: Hamas-Mitglieder in Gaza, Oktober 2006.


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terror bird @ radio corax November 30, 2014 | 06:09 pm

„Man muss“ – Peter Kurzeck und der stumme Zwang der Verhältnisse. November 30, 2014 | 07:37 am

Zum ersten Todestag. Vor einem guten Jahr ist mit Peter Kurzeck einer der konsequentesten deutschsprachigen Nachkriegsschriftsteller verstorben. Einer, der sich nicht dem mitleidheischenden Gejammer der Trümmerliteraten anschloss, der keine Stunde Null beschwor, der stattdessen an die erzählerischen Leistungen der europäischen Moderne anknüpfte und Wege suchte die Welt des so genannten Wirtschaftswunders, ihre Schattenseiten, ihre Schattenwirtschaften, […]

Über Linksreaktionäre und andere Chauvinisten in Kassel November 29, 2014 | 05:27 pm

Oder Friede dem Individuum, Krieg dem WIR

Eigentlich hätte man die Überschrift auch andersherum lautend formulieren können: Über andere Chauvinisten …,

Für Montag hat sich die „KAGIDA“ in Kassel angekündigt. Sie ist eine lokale Initiative einer bundesweit sich formierenden Bewegung, die in Dresden als PEGIDA ihren Ausgangspunkt nahm. Unter dem Label dieser Bewegung versammelt sich ein Spektrum des Wutbürgertums und es tummeln sich dort auch Nazis, Anhänger des Verschwörungswahns, Männerbündische, neue Friedensmahner etc. (vgl., Sabrina Hoffmann, Huffington Post). Das sieht in Kassel nicht anders aus, von daher gibt es gute Gründe zu protestieren. Die GenossInnen von T.A.S.K haben dies hier dargestellt und begründet.

Vermeintlicher Anlass der Formierung der wutbürgerlichen Aufmärsche sei das Agieren des Islamismus. Sie wollen, so geben sie vor, keine Hetze von “irgendwelchen Salafisten” akzeptieren, sie wollen, so tönen sie, eine “offene Lebensweise für alle in Europa lebenden Menschen erhalten”. Der vollkommenen Fehlwahrnehmung erlegen, der Islamismus bedrohe den weißen Mann und seine Familie im trauten Eigenheim, wird ausgeblendet, dass der Islamismus eine alltägliche Bedrohung für Millionen von Moslems und vor allem Muslima sowohl im arabischen, persischen, südostasiatischen und afrikanischen Raum bedeutet, aber auch für die hier lebenden Muslims und Muslima eine repressive Bedrohung darstellt.

Zwar zeigen der Mord an Theo van Gogh und die Mordaufrufe gegen Kurt Westergaard, dass auch Nicht-Moslems vom islamischen Terror bedroht sind, doch van Gogh und Westergaard sind nicht das typische Beispiel für die, die jetzt zu Tausenden auf die Straßen treten und ihrem Rassismus und Chauvinismus das Mäntelchen einer Religionskritik umhängen. Auch die Attentate – angefangen von 9/11, über Madrid und London bis hin zu den sogenannten Sauerlandbombern waren islamistische Aktionen, die “den Westen” zum Ziel hatten, der im Wahn der Attentäter, die geordnete Welt einer eingebildeten islamischen Kultur und Gesellschaft bedroht – eine ähnlicher Wahn, wie ihn die meisten der nun auftretenden Männer der PEGIDA et al. umtreibt.

Bei aller Gefahr, die für den völlig Unbeteiligten in den Staaten des Westens durch solche Attentate droht, die Wahrscheinlichkeit einem solchen Attentat zu erliegen ist doch eher gering, die staatliche Ordnung ist im Gegensatz zu der im Irak, in Somalia usw. nicht gefährdet, der Vorgarten oder Balkon des KAGIDA-Aktivisten auch nicht.

Kampf des Abendlandes

Keine Religionskritik, aber sehen so die KAGIDA aus?

Anders in Israel und sowohl für die dort als auch in Europa und anderswo lebenden Juden. Sie besonders sind vom explizit auch antisemitisch agierenden Islamismus bedroht und immer wieder Opfer dessen mörderischen Attentate. Organisationen wie die Hamas, die Hisbollah u.ä. propagieren offen den Mord an den Juden. Staaten wie der Iran propagieren die Auslöschung Israels und Staaten wie Saudi Arabien und die Türkei unterstützen direkt oder indirekt Organisationen, die in den Juden die größte Gefahr für die Menschheit sehen. Die gelegentlich zu beobachtende Bewunderung für Israel in den Reihen der PEGIDA und der ihnen nahestehenden Plattformen (wie zum Beispiel PI) und anderer Verbündeter, dürfte aber weniger dem zionistischen Geist Israels, dem Multikulturalismus Israels, oder gar dem anything-goes Tel Avivs gelten, oder auf eine Empathie für die bedrohten Juden zurückzuführen sein, sondern Ausdruck der gern gesehenen und herbeiphantasierten Rolle der IDF, des Shin Beth etc., die Drecksarbeit gegen den politischen Islam zu erledigen.

Trotzdem sehen KAGIDA, PEGIDA etc., wie es ihre Namen ausdrücken, das Abendland in Gefahr. Was immer auch diese Bewegung unter Abendland versteht, die Bewegung ist Ausdruck des Unbehagens des deutschen Mittelstandes angesichts der kapitalistischen Moderne und nicht der Sorge vor religiösem Fundamentalismus, allgemeiner Unfreiheit, Unterdrückung und Judenmord. Dem Bedürfnis nach Ordnung wird nachgegeben, indem zum Schutz des weißen und deutschen Herren, der deutschen Familie, des deutschen Staates (und der „integrierten Ausländer“, sofern sie das Bruttosozialprodukt steigern) aufgerufen wird. Als dunkle Bedrohung erscheinen dem deutschen Herren und den Jungmännern politisch sich artikulierende Ausländer und Flüchtlinge, die sogenannten Wohlstandsflüchtlinge überhaupt, kriminelle Ausländer vor allem wenn sie als „Zigeuner“, drogenhandelnde Afrikaner, frauenhandelnde Osteuropäer etc. stigmatisiert werden können. Doch auch sexuelle Selbstbestimmung, das freie Individuum, politischer Streit, gesellschaftliche Auseinandersetzungen, das Artikulieren von Interessen usw., Kritik an Vater, Volk und Heimat sind diesem Spektrum suspekt.

In diesem Spektrum sind auch Nazis zu Gange, feiert die kleinbürgerliche Xenophobie und der allgemeine Rassismus fröhliche Urständ und artikuliert sich ein völkischer Nationalismus, wenn überrascht es, das ruft die Üblichen auf den Plan, die sich schnell, bei allen Differenzen, dann einig sind, wenn es nach Nazi und Rassismus riecht. Man wünschte sich, dem Aktionismus ginge eine gründlichere Debatte und vor allem Auseinander-Setzung voraus und man ließe mal den Aufmarsch Aufmarsch sein. Mit dabei sind nämlich die, die mit dem Label „Antifaschismus“ für ihre kruden Vorstellungen von Arbeitermacht, Revolution und Sozialismus hausieren gehen.

Im Sommer 2014 waren die zuletzt genannten dabei, als es zum größten antisemitischen Aufmarsch in Kassel seit 1945 gekommen war. Nicht als Organisatoren, doch als Claqueure liefen sie bei diesem Aufmarsch mit und waren nicht etwa dort, wo das BgA-Kassel mit anderen Freunden und Freundinnen sich den 2.000 Israelhassern entgegenstellte, sondern sie schwammen wie die Fische in Mitten des z.T. antisemitische Parolen brüllenden und Allahu-Akbar skandierenden Mobs. Sie traten diesen Parolenschreienden nicht etwa entgegen, nein sie fühlten sie sich sogar verpflichtet, die Demonstranten für Israel und gegen Judenhass abzulichten und die Bilder in denunziatorischer Absicht unverpixelt ins Netz zu stellen – ein Unding gerade in jenen Kreisen, die vorgeben gegen Nazis aktiv zu sein und ein Nachhall stalinistischer Denunziations- und Säuberungskultur.

In den folgenden Tagen kam es aufgrund unterbliebener Gegenaktionen zu weniger spektakulären Aufmärschen aber inhaltlich nicht weniger deutlichen Auftritten, zuletzt am 15. August 2014 zur antisemitischen Brandrede vom Linksparteimitglied (und Mitglied des Vereins Stolpersteine in Kassel) Ulrich Restat und Abraham Melzer – anwesende aus den Reihen der Partei “Die Linke” und der oben genannten nahmen diese zur Kenntnis – Widerspruch war (bis heute) nicht zu vernehmen.

Antizionismus ist kein Antisemitismus

Antizionismus ist kein Antisemitismus! Was zu beweisen war …

In anderen Zusammenhängen, sprich wenn Personen sich an Aufmärschen mit deutschen Nazis beteiligen würden um mit “ihnen die Diskussion zu suchen”, hätten jene, die sonst jedes Interview in der Jungen Freiheit (zu Recht) skandalisieren und die etwas auf sich halten, Nazis bekämpfen, ein sofortiges Hausverbot gegen diese ausgesprochen. Auf dem Vorbereitungstreffen zur geplanten Kundgebung gegen die KAGIDA stellten sich, weil viele da waren, die Besucher einander vor. Xy von der REVOLUTION, xy von der Internationale Sozialistische Linke, xy von der NaO etc., kein Widerspruch war vernehmbar, schon gar nicht der Ruf, diese vor die Tür zu setzten.

Zunächst wurde lange Organisatorisches und Taktisches kontrovers debattiert. Bevor man dann auseinander ging, wurde dann doch noch der Tatbestand der merkwürdigen Bündniskonstellation angesprochen. Süffisant grinsend tönte einer der Protagonisten jener Truppe, die der Auffassung ist, dass man mit den Islamfaschisten ins Gespräch kommen muss und „es falsch und gefährlich [ist] , wenn Teile der Linken die Beteiligung an den Gaza-Protesten ablehnen“, natürlich sei man gegen Antisemitismus und würde sofort gegen judenfeindliche Äußerungen protestieren, ja man könne doch die Jüdische Gemeinde einladen, an den Aktionen des Bündnis gegen Rechts teilzunehmen. Einer Bemerkung aus dem Raum, das Friedensforum sei doch wohl nicht antisemitisch, es sei im übrigen nicht gegen Juden gegangen, gegen die man nichts habe, sondern die Außenpolitik Israels wäre Thema der Aufmärsche gewesen, pflichtete der Protagonist bei. Zur offen geäußerten Kritik, dass es ein Unding sei, Bilder von Antifaaktivisten und -aktivistinnen ins Netz zu stellen, wurde peinlich geschwiegen. Nur das Wort Spalter war zu vernehmen. Ohne Schlüsse aus diesen geradezu als zynisch zu bezeichnenden Bemerkungen und Reaktionen zu ziehen, ging man dann schiedlich friedlich auseinander.

Die Gegenkundgebung tritt jetzt unter den üblichen Floskeln an: „Wir brauchen in unserer Stadt ein friedliches, respektvolles, vielfältiges Miteinander! Den Versuch Ängste zu schüren und die verschiedenen Kulturen und Religionen aufeinander zu hetzen müssen wir alle verhindern! Wir möchten den Geist und die Tradition des christlichen Abendlandes sichtbar machen und stärken: Den Geist der Toleranz, der gegenseitigen Wertschätzung und Gastfreundschaft! Versteckter und offenen Rassismus und dumpfe Fremdenfeindlichkeit dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben!“ (HNA, 29.11.14) Wohl gesprochen, das WIR ist formiert, jede und jeder kann das unterschreiben, der das Herz am linken Fleck hat, aber den Verstand, sofern vorhanden, nicht zum Denken und zur Kritik nutzt.

Hooligans gegen Fahrräder

Hier wird keine Religion kritisiert, sondern Hooligans gehen gegen Fahrräder vor, das ist schlecht fürs Städte-Ranking

„Verschiedene Kulturen und Religionen“ das ist das Spiegelbildliche dessen, was die KAGIDA auf die Straße treibt. Der Ruf nach Toleranz geht von der Existenz verschiedener Kulturen und Religionen als kollektivformierende Entitäten aus, denen sich das jeweilige Individuum unterzuordnen hat. Ordnung muss schließlich sein, aber WIR respektieren einander. Was auch immer mit dem Geist und der Tradition des christlichen Abendlandes gemeint ist, die Inquisition oder die Aufklärung, die Hexenprozesse oder die Bauernkriege, die Pogrome gegen die Juden oder die Courage verschiedener Bischöfe dem Mob entgegenzutreten, die Kolonisierung Afrikas durch Europa oder die demokratische Verfassung der Vereinigten Staaten, die bürgerliche Revolution oder das bis heute fortwesende monarchistische Unwesen und Adeltum, die Idee von Demokratie oder/und Sozialismus oder der Faschismus, der Nationalsozialismus und die Vernichtung der europäischen Juden oder der antifaschistische Widerstand in Europa, man kann es nur vermuten.

„Rassismus und dumpfe Fremdenfeindlichkeit dürfe kein Platz in der Stadt“ haben. Weniger dumpfe Fremdenfeindlichkeit – darf sie Platz haben? Wie auch immer, so war’s wohl nicht gemeint, aber Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (ob dumpf oder differenziert) nehmen einen Platz in dieser Stadt und in diesem Land ein. Wenn Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sich öffentlich äußert, noch dazu randalierend auf der Straße, dann ist das aber schlecht für das Bild, das die Stadt und dieses Land abgibt (das weiß man seit Hoyerswerda, seit Mölln usw. und versucht es staatlicherseits tunlichst zu unterbinden).

Die Kundgebung gegen die KAGIDA formiert sich unter dem Motto “gegen antimuslimischen Rassismus und neurechte Propaganda!“ Rassismus ist eine menschenverachtende Ideologie, der es entgegen zu treten gilt. Die Notwendigkeit dieses zu tun, beweisen verschiedene jüngere Untersuchungen, aber auch die Tatsache, dass die offizielle Flüchtlingspolitik rassistisch konnotiert und für die Betroffenen sehr tödlich ist, und genau das exekutiert, was der Mob fordert. Doch “Nicht antimuslimischer Rassismus”, darf der …?, Lassen wir das! Der Begriff “antimuslimischer Rassismus” ist fragwürdig. Er fällt auf das rein, was KAGIDA und andere vorgeben zu meinen. Man nimmt also das beim Wort, was andere als vermeintliche Islamkritik formulieren. Dabei geht es den Rechten nicht um die unterdrückende Praxis mancher Gläubigen, weder um eine Kritik am Islamismus als politischer Ideologie noch um eine Religionskritik, die den Islam genauso einzuschließen hat, wie das Christentum, den Buddhismus, den Hinduismus etc.

Jeder Mensch ist gegen Diskriminierung zu verteidigen, das schließt auch diejenigen ein, die ihrer Glaubenspraktiken wegen diskriminiert oder sogar Opfer von Übergriffen werden ein. Das bedeutet aber nicht im Umkehrschluß, dass jede Kritik an Glaubenspraktiken Diskriminierung ist. Das Verbot z.B. ein Kopftuch zu tragen, kann diskriminierend sein, kann aber auch eine berechtigte Antwort auf eine diskriminierende Praxis von Glaubensanhängern im Interesse des unterdrückten Individuums sein. Hier eine allgemeingültige Antwort zu finden ist unmöglich, weil es immer auf den konkreten Einzelfall ankommt. Eine pauschale Antwort nutzt nur denen, die bei gesellschaftlichem Widerspruch bei bestimmten Glaubenspraktiken sofort Rassismus rufen, oder umgekehrt die jede nicht christliche Glaubenspraxis als archaisch oder menschenverachtend bezeichnen. Widerspruch bei bestimmten Glaubenspraktiken ist jedoch keine Religionskritik im Marx’schen Sinne.

keine Molotowkoctails

Auch keine Religionskritik, aber effektive Maßnahmen den IS daran zu hindern, Kobane einzunehmen. Bazookas der PKK waren das jedenfalls nicht.

Religionskritik bezieht sich nicht auf den (praktizierten) Glauben eines Individuums, sondern auf das gesellschaftliche Verhältnis, welches sich in der Religion ausdrückt das Gegenstand von Kritik sein muss. Diese Kritik auch nur in die Nähe von dem zu rücken, was die KAGIDA formuliert, muss Ausfluss kollektiver geistiger Umnachtung sein. Kritik der Religion, auch an der islamischen, bedeutet, danach zu streben die  “Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes” zu betreiben, denn sie “ist Forderung seines wirklichen Glücks.“ (Karl Marx) Das bedeutet die elenden Verhältnisse, die sich durch das jeweilige Unglück des einzelnen Menschen und seiner Suche nach Trost ausdrücken erst einmal zu erkennen und nach deren Überwindung zu streben. Die Haltung, ich mit meinem Glauben respektiere Dich mit Deinem Glauben, bleibt aber in diesen Verhältnissen gefangen.

Dem Islamismus entgegenzutreten ist hingegen keine Religionskritik, sondern Kampf gegen die Barbarei. Der ist in Syrien notwendig. Er hat sich aber nicht nur gegen den IS zu widmen, sondern gegen die Zustände, die die Assad-Diktatur hervorgebracht haben, die wiederrum der Nährboden der IS sind. Nicht, wie es die Linksreaktionäre nun allenthalben rumposaunen, ist es die autoritäre, dem “Befreiungskampf der Völker” nach wie vor verschriebene PKK, die in Nordsyrien zwar auf der richtigen Seite, aber nicht entscheidend auf den Plan getreten ist, schon gar nicht ist es die PEGIDA und ihre lokalen Ableger, oder die HOGESA, die einige ihrer Recken offensichtlich auch nach Nordsyrien gesandt haben um es den Zauselbärten zu zeigen, sondern es war die US-amerikanische Luftwaffe, die, nach anfänglichem Zögern, das Blatt allem Anschein nach gewendet hat.

Nun kann man der Auffassung sein, in der Kürze der Zeit sei es nicht möglich gewesen, einen Aufruf und eine Parole, die dem Gegenstand gerecht wird zu formulieren – das mag sein, wir wollen hier Milde walten lassen.

Was aber nicht geht ist, dass gemeinsam mit denen gegen Chauvinismus, Barbarei und Verachtung des Individuums demonstriert wird, die bei der nächsten Gelegenheit, Aktionen gegen Israel gemeinsam mit Islamfaschisten und arabischen Nationalisten veranstalten um antiisraelische und antisemitische Parolen zu brüllen. Aber der Aufruf betont anderes, dann scheint es zu gehen.

Für die Freiheit und für das Individuum, Kritik der Religion, Kritik des Antiimperialismus, Kritik der links-deutschen Ideologie und den deutschen Zuständen!

Im Gastland November 28, 2014 | 05:27 pm

Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni und Frank-Walter Steinmeier formulieren in der Frankfurter Rundschau den dernier cri der Asylpolitik: “Abschottung reicht nicht“.

Abschottung also, so der drohende Subtext, sei schon recht. Man müsse aber mehr tun, so die beiden unter Verweis auf einen ominösen “Karthum-Prozess”. Der Karthum-Prozess war eine Tagung vom 13. bis zum 16. Oktober in Karthoum, eine Tagung, wie es sie auch schon zu Hunderten zur Abschaffung von Hunger, Klimawandel, Umweltschäden und Armut gab, ohne dass dieselben sich verflüchtigt hätten.

In Karthoum lockten die üblichen Lunch- und Coffeebreaks, die Tagungen interessant machen, und man konsumierte viertelstündige Referate von Staatsvertretern. Letztlich hatte man dann auch eine Stunde vorgesehen für Lösungen:

11:30 – 12:30:    Ministerial Dialogue
Ministers are expected to discuss the realities and fundamental reasons
for irregular migration (including human trafficking and smuggling) and
how  to  effectively  address  the  issues  through  cooperation,  as  well  as
dealing  with  the  challenges  in  ensuring  legitimate  labour  migration
through effective labour migration management.  

Moderator:     Prof. Adebayo OLUKOSHI, Director of IDEP
Discussants:   Ministers from participating countries

Und was Steinmeier und Gentiloni in dieser Stunde alles beschlossen haben, ist wahrhaft messianisch:

Nicht nur das Horn von Afrika, sondern auch die “Transitländer” werden eine Verbesserung ihrer “sozio-ökonomischen und rechtlichen Bedingungen” erfahren, so dass Flüchtlinge fortan gar nicht weg müssen. Nur ein Spaßverderber würde jetzt einwenden, dass einem eine solche geniale Idee eigentlich früher hätte einfallen müssen. Steinmeier und Gentiloni haben schon mehr in der Auslage als Altbackenes:

Ein “umfassender” und “partnerschaftlicher” Ansatz wurde entworfen, man wird, nein fast hat man es schon vollbracht: die “Stabilitätsdiplomatie in der Region intensivieren”. Aufgrund der vielen Erfolge solcher Diplomatie in letzter Zeit (Stichwort: Syrien bleibt stabil) gibt es auch hier wieder “Mediation zur Beilegung von Konflikten” satt, natürlich irgendwie in allen Ländern, nur “z.B. in Sudan und in Somalia”. Warum das so übertragbare Geheimrezept nicht auch gegen Boko Haram, Islamischer Staat, Taliban und Abu Sayyaf angewendet werden kann, ist wohl der schon sehr ausgefeilten Raffinesse der Strategie geschuldet, die man ins Blaue hinein kompetenten EU-Politikern wohl unterstellen darf.

Beim Thema “Unterstützung von Friedensmissionen der Vereinten Nationen und der EU” könnte man aus dem Lullaby aufhorchen, aber Spezifik ist der Todfeind des Wohlfühlprogramms, auch für Assad und Afewerki werden vermutlich dieselben Mediationen reichen müssen wie für Al Shabaab, AQIM, Boko Haram und IS.

Aus dem gleichen Fortunatussäckel prasseln dann ganze “Initiativen gegen Kleinwaffenhandel und für Abrüstung”. Entworfen hat man spezielle “Programme”, denn: “Wenn die Menschen bereits in ihren Ländern die Chance auf akzeptable Lebensalternativen vorfinden, kann das den Druck mindern, immer weiter ziehen zu müssen.”

Damit die “Programme” funktionieren, will man “helfen”, also: “Gastländer dazu befähigen, Migranten den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsvorsorge zu eröffnen” und “die örtlichen Behörden bei der Umsetzung von Asyl- und Ausländerrecht beraten”.

Auf deutsch, der Sprache des Gastlandes, das Migranten in der Vergangenheit ja sehr üppigen Zugang zu Bildung und allem Schnickschnack wie Lebensmittelpakete, Residenzpflicht und Arbeitsverbot eröffnete, also auf deutsch übersetzt heißt das vermutlich die Wiedereröffnung der libyschen Wüstenlager, die man in der EU seit Gaddafis Sturz doch schmerzlichst vermisst.

Das alles sei, so wird noch einmal vergewissert: ein Beitrag zur Stabilisierung “schwacher staatlicher Institutionen” und dies könne “eine Tür öffnen für einen Dialog über gute Regierungsführung”.

Diese Prahlhanselei, die sich vor allem selbst in Sachen “guter Regierungsführung” über den grünen Klee lobt, vertüncht, dass Steinmeier wie die Regierungsparteien der letzten 20 Jahre Verantwortung trägt für die 20.000 Toten an den EU-Außengrenzen. Dass mit “Mare Nostrum” und der aufgrund des Erfolges erheblich abgespeckten “Triton”-Mission erst 2014 effektive Rettungsmaßnahmen für Flüchtlinge angelaufen sind, die man schon in den 90-ern forderte.

Heute maskieren sich Steinmeier und Gentiloni mit Wortgirlanden als Wohltäter und Strategen, wo sie sich zuallererst der EU-Schuld stellen müssten. Hier will ein Staatenbündnis, das 20.000 Menschen in den Tod trieb und in Syrien ein morbides, ekelhaftes Szenario zulässt, also nun afrikanischen Staaten Regierungsführung erklären.

Es sei daher nur der Korrektheit halber darauf hingewiesen, dass die afrikanischen Staaten Niger, Tschad, Ghana, Tansania, Nigeria, Kenia einen Großteil der 15 Millionen afrikanischen Flüchtlinge bereits beherbergen, ohne besonders stabil und in den meisten Fällen auch ohne demokratische Musterländer zu sein. Die arabischen Staaten Libanon und Jordanien gewähren zwar Arabern mit Vorfahren in Israel oder Westjordanland keine Rechte, haben aber immerhin einen Großteil der 2,6 Millionen Syrer aufgenommen, die es außer Landes geschafft haben, während innerhalb Syriens noch einmal 9 Millionen als “auf der Flucht” befindlich gelten.

Aus der europäischen Erfahrung heraus müssten eigentlich Wohlstand und Demokratie diese Länder dazu bewegen, sich gegen Flüchtlinge stärker abzuschotten, nationalistisch zu werden und um ihren Wohlstand zu fürchten. Dafür spricht auch das Beispiel Südafrika, das gegen Flüchtlinge aus Simbabwe doch zusehends allergisch reagiert, während man im vergleichsweise armen Ghana liberianische Flüchtlinge als Brüder herzlich willkommen heißt (was wiederum nicht für Nigerianer gilt). Selbst in der äußersten Krise können Flüchtlinge in Afrika auf mehr Hilfe durch ihre Nachbarn hoffen als in der reichen EU. Zu einem Preis von 9,3 Millionen Euro hat die die Operation “Mare Nostrum” binnen 8 Monaten 80.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Das ist, soviel weiß man nun, ein halbes Prozent der Flüchtlinge, die afrikanische Staaten bereits beherbergen.

Der Trick der medienwirksamen Aktion Steinmeiers ist, das optimistische Selbstbild Europas auf Kosten der Abwertung Anderer aufzupolieren. Der Wohlklang der einzelnen Strategeme zerfällt zu einer tausendmal gehörten Werbemelodie. Nicht um Flüchtlinge geht es, sondern um die Illusion, dass in Europa alles zum Besten stehe, während draußen, vor den Mauern, die Barbarenstaaten nicht wissen würden, wie man Flüchtlinge menschlich behandelt. Über Jahrzehnte hat Europa mit afrikanischen und arabischen Diktatoren kooperiert, zuletzt mit Gaddafi in Sachen Asylpolitik.
Wo man von Assad und Afewerki nicht sprechen will, die für die meisten der ohnehin zum Asyl berechtigten Flüchtlinge sorgen, wo man Afghanistan am liebsten schon zum sicheren Drittland erklären würde, wo ganze europäische Staaten in den Faschismus abgleiten, ohne dass es Konzepte dagegen gäbe, da hat man wenig Recht, afrikanischen Staaten zu erklären, wie Demokratie mit ein paar “Programmen” hergestellt werden soll.

Punk ist keine Religion November 28, 2014 | 03:00 pm

Dokumentation eines Flugblattes, das am 28.11.2014 auf der vom „Forschungszentrum Globaler Islam“ organisierten Konferenz „Salafismus und Jihadismus“ verteilt wurde.

Sozialpädagogische Kummertanten, exzellente Diskursdeppen und moderate Moslems im gemeinsamen Kampf gegen Salafismus

Der täglich aufs Neue gelieferte Beweis dafür, dass der Islam nicht nur die dümmste, sondern auch die gefährlichste aller Religionen ist, führt nicht etwa dazu, dass er überall dort in die Schranken gewiesen wird, wo er mehr sein will als eine private Macke. Im Gegenteil: Je ungehemmter fanatisierte Moslems agieren, desto kleinlauter werden diejenigen, deren Job es wäre, dieses Treiben zu unterbinden. Die Reaktionen auf die antisemitischen Aufmärsche gegen Israel in den vergangenen Wochen dokumentieren das institutionenübergreifende Scheitern. Die Polizei verhinderte die Krawalle und die Volksverhetzungen nicht, sondern beförderte sie wie in Frankfurt, wo Beamte dem Mob einen Lautsprecherwagen zur Verfügung stellten, um für „Deeskalation“ zu sorgen. Politiker warnten derweil vor „Gewaltspiralen“ und beinahe alle waren sich einig, dass die arabisch-türkische Jungmännerwut in Anbetracht israelischer „Kriegsverbrechen“ zu verstehen sei.

Das darin zum Ausdruck kommende Verständnis ist nicht nur auf den Respekt vor den Anhängern einer Religion zurückzuführen, die in Windeseile zum Lynchmob mutieren, sobald sie sich beleidigt wähnen. Der politisierende Moslem geht gegen all das auf die Barrikaden, was man auch hierzulande verabscheut: die USA, die Juden und die Zumutungen einer missratenen Zivilisation. Auch viele Europäer fühlen sich vom protokollierten Wahnsinn des „Propheten“ und den Verheißungen der dschihadistischen Propaganda dazu ermutigt, ihre Allmachtsvorstellungen in die Tat umzusetzen und die „Ungläubigen“ für ihr Elend büßen zu lassen. Während nicht wenige sich in die politischen Abgründe des Islam mithin bestens einfühlen können, dient ein auf Links gezogener Ethnopluralismus selbsternannten Antirassisten dazu, potentielle Konkurrenten guten Gewissens auf Distanz zu halten, indem man sie in ihre jeweilige Abstammungsgemeinschaft einsperrt, als Ausweis von Toleranz und Weltläufigkeit vor sich her schiebt oder als willkommenen Farbtupfer im grauen Großstadtalltag konsumiert. Das außenpolitische Desaster korrespondiert dergestalt mit einem Multikulturalismus im Innern, der all jenen Muslimen in den Rücken fällt, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen und die vor religiösem Tugendterror und den Anmaßungen des Kollektivs Schutz suchen.

Aufregung kommt im pazifizierten Karneval der Kulturen erst auf, wenn die Gewalt der Familienrackets durch islamistische Killer getoppt wird und man selbst ins Visier des islamistischen Volkssturms zu geraten droht. Seitdem die Schlächter des „Islamischen Staates“ mit Massenentführungen und kulturindustriell aufbereiteten Hinrichtungsvideos für Schlagzeilen sorgen und dem Betrachter vorm Bildschirm zu verstehen geben, dass es auch ihn treffen könnte, ist selbst den toleranteren Zeitgenossen klar geworden, dass Islam nicht Frieden bedeutet. Doch während Hooligans aus Parteipolitik und Fußballstadien am liebsten alle Salafisten abschieben würden, damit das Blut woanders fließt und auf diesem Weg ihre Bereitschaft zur Beihilfe zum Massenmord kundtun, rufen die zartfühligeren Ideologen auf der anderen Seite nach noch mehr Dialog. Für die offiziellen Vertreter des Islam ist das politische Trauerspiel ein Glücksfall: Auf die bornierten Heimatschützer kann gezeigt werden, wenn interessiertes Gejammer über „Islamophobie“ ansteht. Diejenigen, die ins verbandsislamische Geheul einstimmen, sind als nützliche Idioten willkommen. Im Gegenzug gibt es ein paar betroffene Worte gegen die bewaffneten Glaubensbrüder, während im selben Atemzug der wahre und angeblich friedfertige Islam beschworen wird. So auch beim Frankfurter Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, deren Vertreter sich „zutiefst bestürzt über die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und über den Terror, den der sogenannte ‘Islamische Staat‘“ verübt, zeigen, nur um sogleich die „zivilisatorischen Normen“ hervorzuheben, „für deren Herausbildung auch der Islam eine wichtige Rolle gespielt“ habe – als ob liberale Auslegungen desselben von Hardlinern nicht zu Recht als unislamisch bezeichnet würden.[1] Was professionelle Islampromoter den militanten Eiferern der reinen Lehre verübeln, ist, dass diese der Welt die Abgründe des eigenen Glaubens vor Augen führen und so die Mär vom toleranten Islam Lügen strafen. Sie verhalten sich nicht anders als Politiker, die angesichts brennender Asylbewerberheime um das Ansehen der Nation bangen und nichts Besseres zu tun haben, als den gesunden Patriotismus vom Chauvinismus der Extremisten abzugrenzen.

Sozialpädagogische Kummertanten

Während auf politischer Ebene der Runde Tisch für chronisch beleidigte Verbandsmoslems bereitsteht, gibt es in Hessen für diejenigen, die den Koran wörtlich nehmen und die Reisepläne für Syrien in der Schublade haben, neuerdings verhaltenstherapeutisch aufgemotzte Kummertantenpädagogik. Angesichts des stetigen Anwachsens der hessischen Salafistenszene, die schon einige Kämpfer erfolgreich nach Syrien vermitteln konnte, angesichts der Erstürmung einer Kunstausstellung, die zum Unmut islamischer Marodeure den Koran zeigte und nicht zuletzt wegen des fortdauernden Pöbelns und Drohens durch junge Islamisten in Frankfurter Jugendhäusern, von denen eines im Gallus nach kontinuierlicher Einschüchterung der Mitarbeiter zwischenzeitlich geschlossen werden musste, hat die Lokalpolitik beschlossen „neue Wege“ zu gehen. Dabei wird die gebotene Intensivierung der polizeilichen und sicherheitspolitischen Maßnahmen von einer an Sinnlosigkeit und Peinlichkeit kaum zu überbietenden Dialogoffensive flankiert, die erkennen lässt, dass man den „Salafismus“ als jugendliche Anpassungsstörung interpretiert, die sich von einer vermeintlich unproblematischen Orthopraxie fein säuberlich trennen lasse. Anstatt Maßnahmen zu ergreifen, die tatsächlich dazu taugen könnten, der systematischen Gewalt, die vom Alltagsislam ausgeht, ernsthaft etwas entgegenzusetzen – wie beispielsweise die Durchsetzung des Kopftuchverbots an Schulen – glaubt man, durchgeknallte Islamisten mit möglichst viel Islam und möglichst viel Akzeptanz besänftigen zu können. Dass es bei der neu aufgelegten Etablierung von akzeptierender Sozialarbeit gegen potentielle Massenmörder längst nicht nur darum geht, islamistisch angefixte Jugendliche vom Schlimmsten abzuhalten, sondern immer auch darum, den Islam gegen sein schlechtes Image zu verteidigen, verdeutlichte der interkulturell schleimende Innenminister Peter Beuth Ende Juli bei der Vorstellung des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus: „Wir überlassen das Feld nicht den Angehörigen der salafistischen Szene, die Jugendliche mit ihren extremistischen Ansichten verführen und damit auch dem öffentlichen Bild des Islam in Deutschland Schaden zufügen“.

Um die Angriffe gegen das Bild des Islam in Deutschland abzuwehren, gibt es seit einigen Wochen in Frankfurt Bockenheim, wo mit der Abwanderung der Universität neue Orte der Begegnung frei geworden sind, die bundesweit erste Beratungsstelle gegen Salafismus. Das Projekt wird vom Violence Prevention Network bewerkstelligt, einem Verein, der bisher damit glänzte, Rechtsextremen dialogorientiert hinterherzudackeln und der nun aus betriebswirtschaftlicher Weitsicht in Richtung Salafisten-Betreuung expandiert. Was die Violence Prevention-Networker zu bieten haben, ist „Deradikalisierung“ durch „respektvolle dialogische Kommunikation“: „Das pädagogische Konzept beruht auf einem explizit nicht-konfrontativen Ansatz. Akzeptanz und der Verzicht auf Demütigung dienen dazu, Verstehen – nicht Verständnis – zu ermöglichen und Handlungen zu erklären – nicht zu rechtfertigen. […] Zentral ist in diesem Zusammenhang das Beziehungsangebot. Damit dieses Beziehungsangebot in einer Verhaltensveränderung resultieren kann, erfolgt ein curriculares Training, das Elemente aus lernpsychologischen Ansätzen, dem Kognitivismus und der humanistischen Psychologie beinhaltet und durch die Einbeziehung von Personen aus dem familiären und sozialen Umfeld einem systemischen Handeln entspricht.“ Die Einsicht, dass Erziehung Grenzen hat, wird hier durch einen therapeutischen Eklektizismus verbaut, der auf den abgeschmacktesten Sprüchen aus der Kramkiste der positivistischen Psychologie basiert. Weil die nicht-konfrontierende akzeptierende Sozialarbeit dadurch anrüchig geworden ist, dass sie ihr Klientel durchs Betüddeln und Teebekochen ideologisch eher stärkt als schwächt, ihre Verfechter aber vom dialogfixierten Rankumpeln nicht lassen können, wurde der alte Ansatz kurzerhand mit dem Stoff aus denjenigen Psycho-Theorien aufgehübscht, die beim ideologischen Pädagogisieren und Psychologisieren gesellschaftlicher Destruktivität noch nie fehlen durften. Aus der humanistischen Psychologie entlehnt man das matte Geschwätz von freier Persönlichkeitsentwicklung, aus der Systemtheorie den Glauben an die heilende Kraft der Familienbande und aus den Lerntheorien die besten Tricks fürs sozialverträgliche Umpolen. Wer so schreibt wie die Dialogtrainer vom Prevention-Network hat in erster Linie ein geschäftliches Interesse, dessen Hokuspokus nur deswegen nicht auffliegt, weil die Abnehmer solcher Programme, die in erster Linie aus der Kommunalpolitik kommen, in Sachen Pädagogik noch ahnungsloser sind. Einen Haken hat der wohlklingende Motivations-Mischmasch vor allem deswegen, weil es beim Entdecken von Ressourcen und Entwickeln von Handlungsalternativen nicht darum geht, dem pubertierenden Niklas aus dem Frankfurter Nordend beizubringen, dass er ein bisschen weniger kiffen und etwas lieber zu Mama Ute sein soll. Man muss kein Schwarzseher sein, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Islamisten gleich welchen Alters keine verlorenen Sensibelchen sind, die aus Langeweile oder Anerkennungsmangel auf Subkultursuche gegangen sind und nur aus purem Zufall in der lokalen Bartträgerbande gelandet sind. Es handelt sich um narzisstisch deformierte Sadisten, deren Destruktivität eine Gefahr für alle darstellt, die als “Ungläubige” identifiziert werden. Wer sich in jungen Jahren nicht von Ryan Gosling oder Scarlett Johansson, sondern von Denis Cuspert aka Abu Talha al-Almani angeilen lässt und beim Anblick von Menschen, die in Todesangst ins Hinrichtungsvideo gezerrt wurden, keinen heftigen Widerwillen verspürt, sondern auf die Idee kommt, den Mördern nachzueifern, ist kein Fall für die Kumpelpädagogik. Diesen Leuten ist nicht mit Fürsprache oder Beziehungspflege beizukommen, und ihre Kälte ist ein gesellschaftliches, kein pädagogisch in den Griff zu bekommendes Problem. Wenn es etwas gibt, das sie beeindruckt, dann ist es Autorität. Man hat es mit Menschen zu tun, „bei denen die Würfel bereits ausgespielt sind, vielfach mit solchen, für deren besondere Persönlichkeitsstruktur es charakteristisch ist, daß sie in einem gewissen Sinn verhärtet, nicht eigentlich der Erfahrung offen sind, nicht recht flexibel, kurz: unansprechbar. Diesen Menschen gegenüber, die im Prinzip selber lieber auf Autorität ansprechen und die sich in ihrem Autoritätsglauben auch nur schwer erschüttern lassen, darf auf Autorität auch nicht verzichtet werden.“[2]

Während gegenüber denjenigen, bei denen die Würfel gefallen sind, auch in pädagogischer Hinsicht alle rechtsstaatlichen Machtmittel zu nutzen sind, besteht die entscheidende Aufgabe darin, den Islam möglichst als genauso boshaftes wie lächerliches Verdummungsprogramm kenntlich zu machen. Wer gegen die islamischen Hetzmassen etwas Sinnvolles tun möchte, trägt daher besser zur Herabsetzung und Verspottung ihrer Idole und Glaubensinhalte bei und sorgt dafür, dass den Aufmuckenden in Erinnerung bleibt, dass die Witzfigur Mohammed ein „perverser Tyrann“ (Ayaan Hirsi Ali) war, der seinem vertrottelten Anhang ein Buch hinterlassen hat, dessen intellektuelles Niveau – aller Koranwissenschaft zum Trotz − von jedem Pornodialog überstrahlt wird, und dessen Botschaften dorthin gehören, wo der Münsterländer Manfred H. sie vor fast 10 Jahren hingedruckt hatte und dafür vom Amtsgericht Lüdinghausen auf Grundlage des § 166 StGB zu einer einjährigen Haftstrafe auf fünfjährige Bewährung und 300 Sozialstunden verurteilt wurde: auf Klopapier.

Exzellente Diskursdeppen

Während die Pädagogen auf Beziehungspflege und zwischenmenschliche Kommunikation setzen, kommt dem akademischen Betrieb die Aufgabe zu, den staatlichen Programmen ein paar Daten und das nötige Hintergrundwissen aus der Länder- und Genderforschung zu liefern. Soziologen und Politologen früherer Jahre mussten vor allem nüchterne Zahlen und ermüdende Statistiken bereithalten und beim Auswerten empirischer Daten relativ wenig Ideologie produzieren. Der geisteswissenschaftliche Forscher neueren Typs dagegen ist notorisch darum bemüht, unverzichtbar zu klingen und Lösungen anzubieten. Mehr denn je dazu genötigt, die Wichtigkeit seines Tuns fürs gesellschaftliche Ganze auszuweisen, stellen die neueren sozial- und politikwissenschaftlichen Forschungsprodukte eine Mischung aus drögem Fachjargon, Drittmittelbettelei und politisch korrektem Demokratieklamauk dar. Kein Wunder also, dass das Exzellenzcluster Herausbildung normativer Ordnungen, das die Ohren stets gespitzt hat, um der normativ zerrütteten Welt die neuesten Konflikttrends abzulauschen, nicht fehlen darf, wenn Frankfurts Institutionen gegen Salafismus mobil machen. Als Forschungsunternehmen, das gerne dick aufträgt, wenn es um die eigene Fachkompetenz geht, ist die islamistische Kriegserklärung ein willkommener Anlass das Institutsfähnchen in den Wind zu hängen. Folgerichtig lädt man zur Konferenz „Salafismus und Jihadismus“. Es ist eine dieser Konferenzen für Akademiker, die zwecks Lebenslauftuning ein paar Sonderschichten im Konferenzbusiness einzulegen haben, deren auf wichtig frisiertes Tagesprogramm nicht verhindern kann, dass der inhaltliche Leerlauf regelmäßig eine Langeweile erzeugt, die nur von weichgekochten Betriebsnudeln munter ertragen wird.

Dass das Anzetteln einer solchen Konferenz weder Ahnung vom Thema noch ein kritisches Verhältnis zum Gegenstand voraussetzt, zeigt sich unter anderem daran, dass mit Susanne Schröter eine Organisationsleitung Dienst tut, die bereits in der Vergangenheit mit beeindruckenden Einschätzungen glänzte: „Ich finde, dass die jungen Salafisten in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit dem Punk haben, auch wenn das wohl beide Seiten nicht gerne hören“.[3] Auf die absurde Idee, potentielle Massenmörder mit Leuten zu vergleichen, die alleine deswegen mit islamischem Tugendterror wenig zu schaffen haben, weil sie rotzige Musik hören und am liebsten besoffen sind, und die in der Regel niemandem außer vielleicht der eigenen Gesundheit und den Nerven ihrer Eltern einen Schaden zufügen, kann man nur im bereits fortgeschrittenen Stadium professioneller Verblödung kommen.

Auch das Forschungsprogramm des „Exzellenzclusters“, das mit einer Mischung aus Habermas und Foucault den theoretischen Rahmen vorgibt, kann an diesem Eindruck nichts ändern.[4] Die Verfasser distanzieren sich vom Funktionalismus marxistischer und systemtheoretischer Provenienz und betonen die Eigendynamik und Macht des Diskurses, weshalb sie gesellschaftliche Konflikte als „Streit um Rechtfertigungen“ und deren Prozeduren zu analysieren gedenken. Die einzige „idealistische Versuchung“ der nachzugeben man sich erlaube, besteht in der von Habermas übernommenen Überzeugung, „dass auch noch so einseitige und parteiliche normative Ansprüche gleichzeitig von einem Verlangen nach Rechtfertigung getragen sind, das auf Prozeduren einer wie schwach auch immer begründeten rationalen Überzeugungsbildung unter Gleichen zielt.“ Im Universum von Rainer („The Power of Tolerance“) Forst, dem „Principle Investigator“ des Clusters und Markus Lanz der Kritischen Theorie, sind alle Menschen „Rechtfertigungswesen“, also geborene Habermasianer. Mit der Diskursethik von Habermas teilen Forst und Co. den Glauben an die Ethik der Rede und die Kraft des zwanglosen Zwangs des besseren Arguments sowie das Interesse für eine „höherstufige normative Ordnung der Austragung von Konflikten zwischen normativen Ordnungen“, die in Zeiten der „Globalisierung“ und konkurrierender „Rechtfertigungsnarrative“ die Spielregeln für eine demokratische Weltordnung liefern könne.

Das „Rechtfertigungsnarrativ“ des Exzellensclusters besteht mithin darin, durch die Analyse des rationalen Kerns normativer Auseinandersetzungen ein universelles Verfahren der politischen Konfliktlösung auszutüfteln, sprich: die wissenschaftliche Denkform oder das, was von ihr übrig ist, zum Modell der Verbesserung der Welt zu erheben, deren bewusstloses Plagiat sie ist – einer Welt, in der der aufgeklärte Zweifel statt als Selbstreflexion dogmatischer Voraussetzungen nurmehr als „Gegen-Narrativ“ gilt und von Wahrheit höchstens in einem formalen, prozeduralistischen Sinn die Rede ist. Als Theorie des rationalen Wettstreits der Meinungen, die an die Stelle des kategorischen Imperativs von Kant und Marx das Verfahren der moralischen Argumentation setzt, reproduziert das Forschungsprogramm die herrschende Logik des Neoliberalismus, die spätestens mit der Exzellenzinitiative auch in den Hochschulen zur Geschäftsgrundlage geworden ist und den Elfenbeinturm endgültig in ein Laufhaus für Gedanken verwandelt hat, in dem der zum Anschaffen von staatlichen Fördergeldern und Drittmitteln verdammte homo academicus sein prekäres Dasein fristet.

Dass der Geisteswissenschaftler zumeist nur den gesellschaftlichen Verhältnissen, in die es ihn verschlagen hat, nachdenkt, wenn er nachdenkt, hört dieser nicht gerne. „Autonomie des Geistes“ und „Macht der Verständigung“ heißen die zentralen Dogmen, in welche die normative Ordnung der im Exzellenscluster vereinten Diskursdeppen eingebettet ist. Im Vereinsjargon ausgedrückt handelt es sich um „historisch und lokal geprägte[n], durch die jeweiligen Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte der Beteiligten bestimmte Erzählungen, Handlungen oder Rituale, welche die rechtfertigenden Gründe einer normativen Ordnung wie eine Tatsache erscheinen lassen, einen Sachverhalt, dessen Existenz man hinnimmt, aber nicht in Frage stellt“, weil dies als „Infragestellung einer ganzen Lebensform mit dem Risiko des kollektiven Identitätsverlusts“ wahrgenommen würde. Die Erkenntnis, die man aufgrund drohenden Identitätsverlusts scheut, lautet, dass die objektive Funktion des Geisteswissenschaftlers darin besteht, den gesellschaftlichen Verhältnissen den Geist anzudichten, den sie eingebüßt haben.

Die Dialektik der Aufklärung vollzieht sich, wie schon die bürgerliche Kulturkritik von Nietzsche und Weber registrierte, innerhalb der Bildungsinstitutionen als Verwandlung von Wissen in eine Ware und von Universitäten in Fabriken für geistlose Fachidioten, die im Zweifelsfall das Know-how für den Bau von Bomben oder die rationale Begründung für den Massenmord liefern. Die jüngste Universitätsreform ist der vorläufige Höhepunkt dieser Erziehung zur Barbarei, die alle gesellschaftlichen Institutionen zum Zweck der Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes dem Irrsinn der Kapitalakkumulation unterwirft und die Bildungseinrichtungen in auf dem Wissensmarkt konkurrierende Dienstleistungsbetriebe verwandelt. Gefragt ist, wer sich erfolgreich in den Tauschwert hineindenkt, wer ein Gespür für intellektuelle Moden entwickelt und sich dabei selbst zu vermarkten weiß. Was unter diesen Bedingungen bleibt, ist eine geisteswissenschaftlich-positivistische Soziologie, die sich die gesellschaftliche Irrationalität sinnverstehend zueignet, oder die wissenschaftliche Produktion von sozialem Kitt, die mit der Tradition der kritischen Gesellschaftstheorie kokettiert, um sich der Politik in psychokratischer Funktion als Berater anzudienen und jeden Konflikt zum Anlass nimmt, das eigene „Forschungsdesign“ als Erklärungs- und Lösungsmuster zu reklamieren. Ob das Kind auf den Namen Verständigung oder Anerkennung hört, ist sekundär. Stets geht es darum, die Überbleibsel objektiver Vernunft in den Dienst des irrationalen Ganzen zu stellen und den Wahnsinn einzudämmen, ohne an dessen Grundlage zu rühren – sei es dadurch, dass man sich der Rationalität moralischer Auseinandersetzungen versichert oder indem man den Markt als Anerkennungsordnung rekonstruiert.    

Eine wissenschaftliche Gesinnung, die den Begriff der Wahrheit als metaphysischen Ballast abgeworfen hat und sich mit der Herstellung klassifikatorischer Systeme begnügt, in die sich das Beobachtete elegant einordnen lässt, ist nicht selten, wie Adorno formulierte, „noch dem Wahn gegenüber aufgeschlossen“. Das zeigt sich nicht nur am verbreiteten Interesse für Astrologie, Feng-Shui und anderen esoterischen Humbug, sondern auch am Verständnis, das von der Säkularisierung enttäuschte Zeitgenossen dem Islam entgegenbringen und das im akademischen Milieu ebenso grassiert wie anderswo. Auch für Rainer Forst, der sich als Toleranz-Theoretiker einen Namen gemacht hat, gilt es Nachsicht zu üben, solange man es mit einem vernunftbegabten und diskussionswilligen Gegenüber zu tun hat, das zwischen Glauben und Wissen zu unterscheiden weiß und nicht allzu intolerant daherkommt.

Der naive Glaube, wonach die Vernunft bei der Mehrheit über den Wahn notwendig triumphiere, ist diesem nur allzu ähnlich. Diese Einsicht hat Benjamin Netanjahu den Organisatoren der Konferenz „Salafismus und Jihadismus“ voraus. Während die deutschen Salafismus-Theoretiker im Einklang mit dem antisemitischen Konsens behaupten, „der israelische Krieg in Gaza verursachte antisemitische Gewalt in Europa“, stellte der israelische Ministerpräsident vor der UN-Vollversammlung, die sich in der Vergangenheit nicht lumpen ließ, wenn es darum ging, Israel an den Pranger der Völkergemeinschaft zu stellen, klar: „Wir hören heute in Europa, wie der Mob danach ruft, Juden zu vergasen. Wir hören wie führende Politiker Israel mit den Nazis vergleichen. Dies ist nicht das Ergebnis der israelischen Politik. Es ist ein Ergebnis kranker Hirne. Und die Krankheit hat einen Namen. Sie heißt Antisemitismus.“ Aber mit der Kritik des Antisemitismus und seiner gesellschaftlichen Grundlage haben die Veranstalter der Konferenz nichts am Hut. Indem sie in den Zwischenzeilen ihrer Globalanalysen im demokratisch korrekten Jargon unterstellen, dass die israelischen Verteidigungsmaßnahmen die Ursache für die Pogromstimmung auf europäischen Straßen seien, und damit den Antisemitismus als wirklichen Grund der Gewalt exzellent ausblenden, reihen sie sich vielmehr als akademischer Flügel in das wahnsinnige Bündnis derer ein, die Israel als größte Bedrohung des Weltfriedens ausgemacht und die Verfolgung des eingebildeten Weltunruhestifters aufgenommen haben. Der Judenhass militanter Islamisten, der ihnen freilich eine Spur zu weit geht, ist ihnen nur eine willkommene Gelegenheit, um Staat und Zivilgesellschaft vom Nutzen ihrer Forschung zu überzeugen und die fortdauernde Akquisition von Fördergeldern sicherzustellen. Kein Zufall, dass man just in dem Moment, da Bürgerkriegsrückkehrer und der organisierte Salafismus vom Souverän als sicherheitspolitisches Problem ausgemacht werden und den Scheinfrieden des bundesrepublikanischen Völkerzoos bedrohen, mit der Neugründung eines „Forschungszentrums globaler Islam“ aufwartet und sich als Berater für „staatliche so wie zivilgesellschaftliche Akteure“ bewirbt.


[1] Alle Zitate: http://www.uni-frankfurt.de/51847589/Stellungnahme

[2] Adorno: Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute (1962). In: Kritik, Kleine Schriften zur Gesellschaft, S. 110, Frankfurt 1971.

[3] Sind Salafisten die neuen Punks? In: http://www.fr-online.de/wissenschaft/konferenz-zum-islam-sind-salafisten-die-neuen-punks-,1472788,25613812.html

[4] http://www.normativeorders.net/de/?option=com_publication&view=publication&id=983.

Missbraucht und verkauft November 27, 2014 | 09:19 pm

Es sind Geschichten, wie sie die Mobilen Teams, die Wadi in Kooperation mit der lokalen Organisation Alind in Dohuk einsetzt, fast jeden Tag zu hören bekommen. Die Mitarbeiterinnen der Team besuchen die verschiedenen Flüchtlingslagern und Unterkünften, in die im August hunderttausende von Yeziden vor dem Terror des Islamischen Staates geflohen. Sie betreuen dabei auch Mädchen und Frauen, die den Jihadisten in die Hände gefallen sind, als Sexsklavinnen verkauft und missbraucht wurden und es irgendwie geschafft haben, dem Milizionären des Islamischen Staat zu entkommen.

Da ist etwa die Geschichte von A. D., einer sechzehnjährigen Yezidin. Sie wurde im August, weil es ihr wie tausenden anderen auch nicht mehr gelang, vor den anrückenden Islamisten zu fliehen, zusammen mit einigen ihrer Schwestern und ihrer Mutter gefangen genommen.

Nachdem sie neun Tage im Irak, gemeinsam mit über fünfzig anderen festgehalten, geschlagen und als Ungläubige beschimpft und beleidigt wurde, selektierten der IS die nach ihrer Meinung gutaussehenden Mädchen von den anderen und verschleppten sie nach Syrien. A. D. Wurde mit sechs anderen Mädchen in eine syrische Kleinstadt gebracht, wo man sie Nacht für Nacht vergewaltigte. Eines der Mädchen war erst neun Jahre alt, auch sie wurde missbraucht und musste sich anhören, dass ja der Prophet Mohammad auch das erste Mal Sex mit seiner seine Lieblingsfrau Aisha, als diese neun gewesen sei. Man folge nur dem Vorbild des Propheten.

A.D. Versuchte mehrmals zu fliehen und wurde jedes mal wieder eingefangen und danach geschlagen und missbraucht. Ein Mädchen, das mit ihr zu entkommen versucht hatte, wurde von einem IS-Kämpfer so heftig geschlagen, dass es kurz danach starb.

Dann verkaufte man sie für 900 USD an einen Syrer als Sexsklavin. Sie konnte erneut fliehen und diesmal gelang es ihr bis in die nächstgelegene Stadt zu entkommen, wo sie an eine Haustür klopften und um Hilfe baten. Ein Mann nahm sie auf uns erklärte, er würde sie für 3 700 Dollar an ihre Familie verkaufen, würde die nicht zahlen, werde er sie dem Islamischen Staat zurückgeben.

Solcher Menschen- und Mädchenhandel ist inzwischen gang und gäbe, auch arabische Zwischenhändler verdienen ein Vermögen, wissen sie doch, dass die Familien alles tun, um ihre Töchter und Frauen wieder zu bekommen und auch die kurdische Regionalregierung bereit ist, zu zahlen.

A. D. Wurde freigekauft, aber tausende von Yezidinnen befinden sich noch immer in den Händen des Islamischen Staates und werden, da man sie als Ungläubige betrachtet, systematisch missbraucht. Offiziell ist die Sklaverei im Territorium des IS eingeführt.

Der eindimensionale Mensch wird 50 November 27, 2014 | 07:35 pm

Vor 50 Jahren erschien Herbert Marcuses »Der eindimensionale Mensch«, ein Text der dem studentischen Protest um 1968 die Stichworte (»Große Weigerung«) lieferte und zu einem der meistgelesenen Bücher jener Zeit avancierte. Nun ist nicht nur bei zu Klampen eine Neuausgabe erschienen, sondern wurde auch mit Hilfe eines Konzerttheaters an den Text erinnert. Aus Anlass der von Thomas Ebermann konzipierten Tournee sprachen Dietmar Dath und Hermann Gremliza mit den Künstlern (neben Ebermann; Robert Stadtlober und Andreas Spechtl) der Inszenierung. Der Text ist in der konkret zu finden, die Audioaufnahme hier.

    Download: via AArchiv (mp3)

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Die islamische Praxis der Genitalverstümmelung November 26, 2014 | 10:23 am

Vortrag und Diskussion mit Arvid Vormann (Wadi e.V.)

Freitag, 28. November 2014 ab 18:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin, Hörsaal 2002
[Unter den Linden 6, 10099 Berlin]

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist auch außerhalb Afrikas weit verbreitet, namentlich im Mittleren und Fernen Osten. Diese Tatsache ist noch immer wenig bekannt und wird noch weniger diskutiert, was auch daran liegen mag, dass hier kaum Anknüpfungspunkte für kulturalistische Narrative auszumachen sind. Auch lässt sich das Thema nicht sinnvoll behandeln, ohne die Rolle des Islam ausgiebig zu beleuchten – ein im Orient wie im Westen gern vermiedenes Unterfangen.
Im Kampf gegen FGM nimmt Irakisch-Kurdistan eine Leuchtturmfunktion ein. Über das einstige Tabu wird heute in den Medien offen gestritten, das Regionalparlament hat ein sehr weit gehendes Gesetz gegen häusliche Gewalt, einschließlich FGM, verabschiedet, dessen Umsetzung allerdings in weiten Teilen auf sich warten lässt, und glücklicherweise nimmt die Genitalverstümmelungsrate derweil kontinuierlich ab.

Arvid Vormann von der Organisation Wadi, die seit 20 Jahren vor Ort tätig ist, wird nachzeichnen, wie es zu dieser Entwicklung kam und wie sich die Situation heute, auch angesichts der Bedrohung durch ISIS, darstellt. Zudem wird er auf die von Wadi, neuerdings im Verbund mit UNICEF, angewandte Strategie im Kampf gegen FGM eingehen. Einleitend werden wir den halbstündigen Dokumentarfilm »Eine Handvoll Asche« zeigen.

http://www.hummel-antifa.de.vu/

20 Jahre AG Antifa November 25, 2014 | 08:37 pm

Eine Veranstaltung der AG Antifa Halle
am Freitag den 19. Dezember 2014 um 20:00 Uhr
in der VL, Ludwigstraße 37, Halle

Podiumsveranstaltung „Was heißt Antifaschismus heute?“ mit Vertretern der: AG Antifa, AG »No Tears for Krauts«, Antideutsche Aktion Berlin, Beatclub Dessau, Gesellschaftskritische Odyssee, Initiative Sozialistisches Forum, Miteinander e. V., Redaktion Bahamas, VL Ludwigstraße

Anschließend Party mit: The Love Dictators, Eurodance (Moldawia), DJ Sören Glutamat (Berlin) und weiteren DJs.

Als was geht Gott an Karneval? November 25, 2014 | 09:42 am

Abrechnendes zur »fünften Jahreszeit«

Der noch nicht einmal witzige Spruch vom Leben, das kein Ponyhof sei, ist mittlerweile zu einem der beliebtesten Zitate vor allem junger Erwachsener geworden. Er kann als infantile Verlängerung eines Humors gelten, in dem die verbissene Drohung gegen all jene schon angelegt ist, die nach dem Gutdünken der Zeitgeister als untauglich und zu weich für dieses Leben gelten. Wer sich aber das gute Leben bloß als Ponyhof vorstellen kann, lässt selbst keinen Zweifel daran, wie es um seine eigene geistige Tauglichkeit bestellt ist.

Weil das richtige Leben also kein Ponyhof ist, doch – so viel Küchenpsychologie ist mittlerweile in jeden Haushalt eingezogen – ein bißchen Dampf ablassen nicht schaden kann, sollen demnach wohl wenigstens die Karnevalstage dafür sorgen, sich endlich einmal aller inneren und äußeren Zwänge entledigen zu können und so richtig die Sau raus zu lassen. Nicht nur in den allseits bekannten Hochburgen lässt sich dann beobachten, wie jede Regung von spontaner Freundlichkeit und distanzierter Zwanglosigkeit mit dumpfer Bierseligkeit und kalauernder Mobilmachung erstickt wird. Ob man die folgende Zeit nun als Fasching, Fastnacht oder Karneval bezeichnet, sich dafür also in Köln, Basel oder Rottweil befindet, macht bei allen traditionellen Differenzen solcher Veranstaltungen nur einen graduellen Unterschied aus. Der Hang zur Selbstabstumpfung, der gerade im deutschen Sprachraum schon immer nicht nur groß-, sondern auch kleingeschrieben wurde, kommt im Karneval als liederlichster Form des Lachens auf Kosten anderer zur Geltung – weswegen an solcherlei Veranstaltungen und dem, was dort als Humor verstanden wird nichts mehr zu retten ist. Wer sich den Fasching der Gegenwart als Umkehrung geschichtlicher Hierarchien zurechtschustert, in denen all die vom Leben betrogenen wenigstens für kurze Zeit zum Lachen kommen können oder die stattfindenden Karnevalsumzüge gar als Vorboten eines subversiven Spektakels interpretiert, an die sich immerhin positiv anknüpfen lassen könnte, hat nicht mehr alle Bonbons in der Tüte.

In der Tat finden sich, etwa bei dem sowjetischen Literaturwissenschaftler Michail Bachtin, zwar nicht zu Unrecht historische Rekonstruktionen des Karnevals als dezidiert antiautoritärer Veranstaltung. Doch Bachtin ging es wohl weniger um die ritualisierte Form des Karnevals, sondern um die selbstbewusste Sichtbarmachung eines tatsächlich dahinvegetierenden gesellschaftlichen Bodensatzes dieser Zeit, der sich im positiven Bezug auf den Schmutz und die Hässlichkeit, der ihn umgab, sowie im Lachen über die Autoritäten, die dafür verantwortlich waren, darstellte – davon abgesehen, dass diese Rekonstruktionen vielleicht auch als subtile Chiffre seiner persönlichen Kritik an Stalin gedeutet werden könnten, dem er immerhin eine jahrelange Verbannung zu verdanken hatte. Bachtin begab sich in seinen Rabelais-Studien auf die Suche nach einer zwar volkstümlichen, aber explizit nicht völkischen Feierkultur. Er deckte die Elemente einer Lachkultur auf, die eng mit dem Karneval verbunden war und die den damaligen Herrschern mit dem gesellschaftlich ausgeschlossenen »Anderen«, »Schmutzigen«,»Geächteten« tatsächlich auf eine bis dato seltsam unkonventionelle Art konfrontierte. Zu dieser Zeit schien der Karneval eine reale Außerkraftsetzung der herrschenden Ordnung zu sein, die damals noch nicht als allumfassendes Gesellschaftsverhältnis in die psychische Struktur der Menschen hineinverlagert war, sondern vor allem von außen an diese herangetragen wurde.

Das Lachen in einer Zeit einzufordern, in der es noch weniger als heute zu lachen gab, mag damals vielleicht noch wohlwollend als subversives Anhängsel gedeutet werden können – spätestens seit der Universalisierung der Kulturindustrie in Gestalt von ständig vereinnahmender guter Laune, bei der jeder mitzutun hat, gilt gerade für den deutschen Fasching, wie überhaupt für nahezu jede öffentliche Form von deutschem Humor, vielmehr jenes »oberste Gesetz«, das Adorno und Horkeimer in der Dialektik der Aufklärung so treffend formulierten: »dass sie [die Menschen] um keinen Preis zu dem Ihren kommen, und daran gerade sollen sie lachend ihr Genüge haben.«

Gerade die Nazis erkannten schon früh, wie sehr der deutsche Karneval gar nicht mehr von außen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie diszipliniert werden musste, sondern die Gleichschaltung schon in ihm selbst angelegt war. Die anfängliche Skepsis der Nazis gegenüber den unterschiedlichen karnevalistischen Traditionen – sie befürchteten, dass der Karneval zu Widerspruch und Verhöhnung der nationalsozialistischen Bewegung führen könnte – wich schnell einer instrumentellen Begeisterung, weil schon früh jene anderen Elemente des Karnevals erkannt wurden, die der Nazi-Ideologie verwandt waren. Gerade die im Karneval angelegte Rigidität, der Hang zum Lachen über vermeintlich altbackene Institutionen waren seit jeher auch die tragenden Impulse nationalsozialistischer Ideologie. Schließlich waren auch die Nazis alles andere als selbst nur konservative Bürgerliche, sondern sahen sich mindestens zu gleichen Teilen als anti-autoritäre, anti-bürgerliche, anti-konservative Revolutionäre. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich der repressive Kern der oft als Zeichen von Subversivität oder Anarchie missverstandenen Konventionsverachtung des deutschen Karnevals begreifen, die diesen mit dem Nationalsozialismus bei näherer Betrachtung so eng verbindet. In ihrem Hohn über die alten, verklemmten Autoritäten, die im Namen von vermeintlicher, vor allem rheinischer Lebensfreude und schwäbischer Bauernschläue in den Reden drangsaliert wurden, klangen die Karnevalisten kaum anders als die Nazis, deren Vorstellungen von autoritärer Vitalität, anti-moderner Erneuerung und chauvinistischem Spott über das Alte von den Faschismusanalysen immer noch zu wenig beachtet werden. Das oftmals eingestreute Argument, dass sich diverse Karnevals‑ und Faschingsgesellschaften zur Wehr setzten, als es an die Eingliederung dieser in die »Kraft durch Freude«-Organisationen ging, schließt deren ideologische Nähe zum Nationalsozialismus nicht aus. Ganz im Gegenteil: auch die SA, lange Zeit treibende Kraft der Faschisierung der deutschen Jugendlichen und Heranwachsenden, ließ sich schließlich trotz ihrer nationalsozialistischen Grundlage auch nicht von den alten »Parteibonzen« gängeln, die ihnen ihrerseits zu konservativ und träge waren.

Dementsprechend mussten sich die wenigsten Karnevals‑ und Faschingsvereine gleichschalten lassen. Am Zusammenspiel von volkstümelnden Traditionen und niederträchtigem Humor fanden die Nazis einige Versatzstücke ihrer Ideologie wieder. Der Kölner Rosenmontagszug beispielsweise – das berichtete die Taz vor einigen Jahren – »entsprach den Erwartungen der neuen Machthaber: ‚Der Zug hatte nichts Improvisiertes, Volksfremdes, wie das in den Nachkriegsjahren unter den mannigfachen Einflüssen liberalistisch-marxistischer Strömungen der Fall gewesen war. Kein überladener Schmuck, kein verlogener Prunk, sondern urwüchsiger Humor, volkstümlich in der Darstellung, passte er sich ganz natürlich in den Rahmen des Volksfestes ein’, zog der Westdeutsche Beobachter am 1. März 1933 eine positive Bilanz.« Begeistert konstatierte das NSDAP-Blatt: »Der Kölner Karneval war wieder ein echter Volkskarneval und keine Massenfabrikation, keine Konfektionsware aus dem jüdischen Warenhaus.«

Mit zivilisierter Freude und geistreichem Witz, beides eher englische Angelegenheiten, hat der Fasching und der Karneval auch heute noch nichts zu tun. Denn hielte man es mit einem Humor, der auch den gegenwärtigen Wahnsinn nicht nur angemessen kompensiert, sondern ihm ans Leder geht, müsste man schließlich zu allererst über sich selbst lachen. So lange man aber lediglich die »Großkopferten« in obszönen Gesten verunglimpft, »Heuschrecken« zum Abschuß frei gibt und sich darauf beschränkt, irgendwelchen Politikern die Krawatten abzuschneiden, ist der Karneval nichts anderes als ein Beitrag zur weiteren Verschärfung des jämmerlichen und stets grinsenden Zeitgeists.

flattr this!

Vortrag mit Stephan Grigat am 1.12. in Berlin: Der Mufti & die Stalinisten. Zionistische und antizionistische Linke in Israel November 23, 2014 | 08:42 pm

Aus der Erfahrung, dass Israel-Feinde in Deutschland sich stets auf gewisse Fraktionen der israelischen Linken beziehen, soll die Frage gestellt werden, wie der linke Antizionismus vor dem Hintergrund der Grundintention des Zionismus charakterisiert werden kann. In welchem Verhältnis stehen zionistische und antizionistische Linke im jüdischen Staat? Wie beeinflusst die Geschichte der Israelischen Kommunistischen Partei oder der antizionistischen Matzpen aktuelle Positionierungen der Linken? Welche Rolle spielt die israelische Linke für die europäische Nahost-Debatte und welche Funktion haben die antizionistische Linke und eine linkszionistische Kritik für die israelische Gesellschaft?

Crossed November 23, 2014 | 02:36 pm

Crossed

Wie der Domino-Verlag Israelhass impft November 21, 2014 | 05:45 pm

In der letzten Septemberausgabe widmete sich das Kindermagazin „floh!“ so nebenbei wie schräg dem jüdisch-arabischen Konflikt im Nahen Osten. Ein Münchner Abonnent und Vater von drei israelischen Kindern schrieb einen Beschwerdebrief. Der Antwortbrief des Münchner Schulmagazin-Verlags ist ernüchternd. Wer solche Kindermagazine zulässt, braucht sich über Antisemitismus in Deutschland nicht wundern.

Vorläufer des Kindermagazins „floh!“ – Die zeitweise nazistische Kinderpostille „Jugendlust“.

Kindermagazine sind häufig Hort unangenehmer Simplifizierung. Das liegt nur selten an der Komplexität der Angelegenheiten, sondern hauptsächlich an der Unfähigkeit der Autorinnen und Autoren, das Wesen eines Gegenstandes zu erfassen. Die kurze Abhandlung des Nahostkonfliktes im Kindermagazin „floh!“ kann mit Unfähigkeit allerdings nicht hinreichend erklärt werden. Sie ist vielmehr Ausdruck des Bedürfnisses nach antiisraelische Früherziehung. Besagter Artikel in der Beilage „Hallo Welt“ der „floh!“ beginnt mit:

„In der Ukraine wollen Rebellen mit Gewalt erreichen, dass der Osten des Landes ein Teil von Russland wird. Zwischen Israel und Palästina herrscht schon lange eine angespannte Lage. Immer wieder kommt es zu Kampfhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern. Dabei geht es vor allem um Land. Denn als der Staat Israel vor über 60 Jahren gegründet wurde, verloren viele Palästinenser ihre Heimat. Im Irak gibt es eine Terrorgruppe, die dort mit Waffengewalt einen eigenen Staat gründen möchte. Sie schrecken selbst vor Grausamkeiten nicht zurück.“

Das Satire-Magazin Titanic titelte kürzlich: „Der große Rassenvergleich: Russe vs. Jude – wer ist böser?“ In der Titanic-Ausgabe gewannen die Russen das satirische Rennen, dem Kindermagazin „floh!“ scheinen die Juden böser. Die Frechheit beginnt im Artikel mit der Überschrift „Kinder im Krieg“ spätestens mit der Behauptung, im jüdisch-arabischen Konflikt ginge es „vor allem um Land“. In diesem Konflikt geht es in der Hauptsache darum, dass Israel – nach Jahrhunderten andauernden Pogromen, Verfolgung und Vernichtung – der hart erkämpfte und winzige Schutzraum für Jüdinnen und Juden ist. Aber die umliegenden arabischen Länder wollen keinen jüdischen Staat neben sich haben. Sie befeuern seit Anbeginn den Konflikt, bei dem es ihnen nicht um Land geht – davon haben sie genug. Sie wollen schlussendlich keinen Landstrich neben sich, auf dem Jüdinnen und Juden eine Souveränität entwickeln. Das Problem heißt Antisemitismus.

Es geht nicht um Heimat
Die Folge der ersten ist die zweite Frechheit: „Denn als der Staat Israel vor über 60 Jahren gegründet wurde, verloren viele Palästinenser ihre Heimat“, heißt es als einzige Konfliktbegründung. Dutzende Millionen Menschen verloren im letzten Jahrhundert weltweit ihre Heimat. Warum konnten sich die allermeisten damit arrangieren, konnten schon ihre direkten Nachkommen mit der Heimat ihrer Eltern nichts mehr anfangen? Und warum stehen im Libanon hingegen noch heute Kinder in vierter Generation am israelischen Grenzzaun und hoffen darauf, dass der jüdische Staat endlich weg ist? Weil es den Feinden Israels in den letzten und in den kommenden 65 Jahren nicht um Heimat ging und gehen wird, sondern um die Zerstörung des Staates Israel. Das lehrt jede Generation der nächsten.

Die dritte Frechheit im überschaubaren Text ist, die aktuelle sowie versuchte Staatsgründung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ in unmittelbarer Nähe mit der Staatsgründung Israels zu verhandeln. Die Botschaft der inhaltlichen Nähe ist: Die Gründung des Staates Israel hat viel Leid über Kinder gebracht und gerade gründen wieder Leute grausam einen Staat – so als ob die Ereignisse annähernd ähnliche wären. Und weiter geht es dann im Text: „Doch egal warum: In allen drei Fällen ist der Krieg für die Menschen in diesen Ländern eine Katastrophe.“ Egal warum. Wären die Verfassenden dieses Textes wenigstens wirkliche Nihilisten, ohne politische Agenda – das wäre auch schlecht, aber besser.

„Selbstverständlich parteiisch“
Ein Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München, dessen Kinder zum Leserinnen- und Leserkreis der „floh!“ zählen, hat sich nach dem Erscheinen des Artikels mit einem Beschwerdebrief an den Münchner Domino-Verlag gewandt – in Kopie an den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Darin Beschwert sich Jakob Mitzna (Name geändert) über die Auslassung des Leids israelischer Kinder im Konflikt. Auch sie seien vom Konflikt traumatisiert, wie beispielsweise seine Nichten in Israel. Artikel wie diese trügen darüber hinaus dazu bei, dass seine Kinder, die ein Münchner Gymnasium besuchen, zunehmend angefeindet würden. Es habe schon mehrere Übergriffe aufgrund ihrer israelischen Herkunft in der Schule gegeben. Ebenso sei im Artikel völlig ausgespart worden, dass Jüdinnen und Juden nach der israelischen Staatsgründung 1948 ebenfalls aus den umliegenden arabischen Staaten vertrieben wurden – wie beispielsweise seine eigenen Großeltern aus dem Iran.

Der Antwortbrief des Domino-Verlags, verfasst von Christiane Keller, ist ernüchternd. Es sei weder „Aufgabe noch unser Bestreben“, flunkert die Geschäftsführerin des Kinderverlags, „eine Bewertung des Nahostkonflikts vorzunehmen“. Die Bewertung Mitznas sei hingegen „selbstverständlich parteiisch“. Sie hingegen hätten als Verlag die „Grundsätze objektiver Berichterstattung zu wahren“. Und das hieße auch, dass man das Leid der Mensch nicht aufrechnen dürfe, so wie „Sie es stattdessen tun“, steht im Anwortbrief. Man verstehe zwar die „Erregung“, bedauere aber auch „den unangemessenen Ton“ Mitznas.

Deutschlands objektive Berichterstattung
Weil man das Leid der Menschen nicht aufrechnen darf, erwähnt die Beilage der „floh!“ das Leid der Kinder in Israel zur Sicherheit erst gar nicht. Aus Gründen „objektiver Berichterstattung“ wird die Staatsgründung Israels als Grundübel ausgemacht und in unübersehbarer Nähe zu den Mörderbanden des „Islamischen Staates“ platziert. Der Jude, der sich darüber freilich „in unangemessenem Ton“ beschwert, ist „selbstverständlich parteiisch“ in seiner Bewertung. Eine Antwort des zweitweise nazistischen Vorläufers der „floh!“ – der „Jugendlust“ – hätte vermutlich nicht viel anders ausgesehen.

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Eine Liste gegen dumme Ausreden November 21, 2014 | 02:30 pm

Foto: Cino, Flickr/CreativeCommons

 

Weil es ja immer heißt, es würde nicht genügend weibliche DJs geben und deswegen im Watergate meistens Typen auflegen und auf Ursl fast nur Männer releasen (zufällig ausgewählte Beispiele), haben wir gedacht, wir tragen den Bookern und Promotern mal eine kleine Liste zusammen: Das hier sind weibliche DJs und Musikerinnen, die irgendwie aus Berlin, Hamburg, Leipzig oder anderen Städten, aus denen man sie buchen kann, kommen.

Über Ergänzungen in den Kommentaren freuen wir uns natürlich!

Acid Maria
Ada
Adriana Lopez
Aerea Negrot
Alienata
A.N.I.C.E.
Anja Schneider
Anja Zaube
Anna Bolena
Anna Leevia
Anna Otto
Anni_O
Anthea
Aroma

Baby G
Bandulera
Barbara Preisinger
Be my Shatz
Bebetta
Bloody Mary
Bobbie*
Bodybuildings
Bonnie Ford
Britta Arnold

Camea
CanDjane
Cassy
Cath Boo
Cath´n Dan
Chez Mieke
Chica Paula
Christine Lau
Chroma
Cinthie
Cindy Looper
Claire Morgan
Clara Noemi
Coline

Dado Dysco
Dana Ruh
Daniela La Luz
Dasha Rush
Denise Rabe
Deniz Kurtel
Dinky
DIWA (vorher Artemis)
DJ Patex
DJ Rute
DJ Skirt
Dr. Rubinstein

Electric Indigo
Eli Verveine
Elin
Elisabeth
Ellen Alien
Elliver
Ema Remedi
Ena Lind
Esther Duijn
Eveline Fink
Eva Be

Farbig
Fidelity Kastrow
Flora Päär
Franzi Fritz
Frauke Unruh
Fräulein Traumberg
Frau Rost
frJPLA

Girlz Edit
Gloria Fock
Gudrun Gut
Gwen Wayne

Helena Hauff
Hey Karolin

Inez Cmyk
Iza Minelli

Janina
Jessicat
Josephine Wedekind
Julie Marghilano
Julika

Kaltes
Karina Qanir
Kat Kat Tat
Kate Miller
Katjang Pedis
Karina Quanir
Kepler
Kieran Behan
Kikimike
Kritzkom

La Fleur
Liza Main

Laurel Halo
Lassmalaura
Laurine
LEFEU
Lej
Lena Willikens
Lilly Deupre
Lina
Lux

Magda
Magit Cacoon
Mam Baldar
Maralina David
Mareena
Margaret Dygas
Marlene Magnoli
Mary Jane
Mary Velo
Mayaan Nidam
Meggy
Mia Grobelny
Mieko Suzuki
Mila Stern
Mimi Love
Mira
Miriam Müller
Miriam Schulte
Miss Kittin
MME Bing
Moniczka
Monika Kruse
MS Elbe
Mz Sunday Luv

Nadja Lind
Naroma
Natalie Luengo
Natalie Novak
Nee.Le
Nicole Moudaber
Nika Son
Nike.bordom
nina .
Nina Kraviz
Nina Rabe
Ninette
Nono

Olle Susi
Ouchy

Perel
P.Toile
Palina Power
Paramida
Paula Temple
Pauli Pocket
Pernille
Perera Elswhere
Pilocka Krach
Playlove
Polly Phone

Qzen

RatKat
Rebekah
Rebekah Aff
Rentek
Resom
rROXYMORE
Ryba

Salomé MC
Sandrien
Sandix
Sarah de la Rosa
Sarah Farina
Sarah Miles
Sarah for Sure
Schana
Sharon Schael
Sick Girls
Silva Rymd
Sitharas Uebershow
SK Mice
Slices Of Life
Smilla
Solaris
Sonja 303
Sonja Moonear
Spacegirls
Steffi
Suki Quasimodo
supaKC
Suna
Swinka
Sylvie Foret

T/A (Tia)
Tanja Spielvogel
T-Ina Darling
Tama Sumo
Tamara Deike
Tess Wassila
That Fucking Sara
Tia Buena
Timnah Sommerfeldt
tINI
Tutku

Ultraviolett
Uta

Vakum
Vera
Virginia

Yetti Meißner
Yuka


Never Trust Cock Rock Magazine

No one can be inside your heart November 19, 2014 | 11:29 pm

Tiere verboten November 19, 2014 | 09:51 pm

Es wäre wirklich langweilig, wenn es aus dem Reich der Mullahs stets immer wieder die gleichen Nachrichten geben würde: Menschenrechtsverletzungen, Atomverhandlungen, Beleidigung der Juden, Bedrohung des Staates Israel, Finanzierung des Terrors. Nun die neueste Nachricht: Wer im Iran Affen oder Hunde als Haustiere hält, der hat ein Problem. Seine Tiere werden ihm weggenommen und… – keiner weiß ganz genau, was die Handlanger der greisen Herrscher mit den Tieren machen. Vielleicht töten sie sie, wen würde es wundern in einem Land, in dem der Mensch nichts wert ist. Aber zuürck zu den Tierbesitzern. Damit sie sich ja bloß auch merken, dass sie nie wieder Hunde und Affen zu halten haben, bekommen sie auch noch Peitschenhiebe.

Es ist unfassbar, welche brutalen und teilweise absurden Nachrichten uns aus der IRI erreichen – während die Steinmeiers und Kerrys dieser Welt nach Wien reisen, den Mullahs die Hand reichen und alles tun, damit sie endlich bald wieder ganz offiziell und ohne jegliche Hürden, wieder Geschäfte mit den Mullahs machen können.


jargon der israelkritik November 19, 2014 | 09:34 pm

april 2013 hat leo elser (“bahamas“, “polemos“) einen hörenswerten vortrag bei den thementagen zu “9/11 und der hass auf israel” gehalten.
der vortrag ist als mitschnitt hier abrufbar und als textversion hier nachzulesen.