der sommer in wien September 5, 2014 | 04:00 pm


Still not ♥ing leerstand. raven mit dem blauen block September 5, 2014 | 01:38 pm

27. September 2014
21:00

#ivibleibt #blauerblock

still not ♥ing leer­stand. raven mit dem blau­en block.

27.​9.​2014, 21 Uhr, Quä­ker­wie­se (Fran­ken­al­lee, Ecke Schwal­ba­cher­stra­ße)
mu­si­cal sup­port by ivi re­si­dents and fri­ends

Frank­furt ist eine krea­ti­ve Stadt; dann, wenn es darum geht selbst­or­ga­ni­sier­te Räume zu ver­hin­dern und be­setz­te Häu­ser zu räu­men. Von der Be­la­ge­rung eines be­set­zen Hau­ses über den Zi­visch­lä­ger­trupp bis zur klas­si­schen Haus­räu­mung war in den letz­ten Jah­ren alles dabei. Al­lein in die­sem Jahr gab es den­noch drei neue Haus­be­set­zun­gen. IvI, Leer­stel­le, Büro für un­lös­ba­re Auf­ga­ben und Blau­er Block sind nur ei­ni­ge Schlag­wor­te, die be­wei­sen, dass das Be­dürf­nis nach selbst­or­ga­ni­sier­ten Räu­men in Frank­furt am Main wei­ter­hin be­steht. Die Haus­be­set­zungs­be­we­gung lässt sich of­fen­sicht­lich nicht ein­schüch­tern.

Auch aus an­de­ren po­li­ti­schen Kon­tex­ten und ver­schie­de­nen Mo­ti­va­tio­nen regt sich Wi­der­stand. In immer mehr Vier­teln gibt es Men­schen, die sich gegen Ver­drän­gung und Mie­ter­hö­hun­gen or­ga­ni­sie­ren und zur Wehr set­zen. Es ist an der Zeit diese Kämp­fe zu ver­net­zen.

Das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen des Pro­jekts Phi­lo­so­phi­cum zeigt uns dabei, dass auch Be­reit­schaft zur Ko­ope­ra­ti­on in Frank­furt am Ende keine grö­ße­ren Spiel­räu­me er­öff­net. Den Be­set­zer_in­nen der Leer­stel­le droht ein ju­ris­ti­sches Nach­spiel. Hier­mit for­dern wir alle auf, die Demo der Leer­stel­le am 4.9. zu un­ter­stüt­zen und die an­ste­hen­den Ge­richts­pro­zes­se ein­falls­reich zu be­glei­ten. Die Ei­gen­tü­me­rin bei­der Häu­ser ist üb­ri­gens die städ­ti­sche Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft ABG Hol­ding. Doch von dem trot­zi­gen En­ga­ge­ment von Staats­an­walt­schaft und ABG las­sen wir uns nicht klein­krie­gen.

Wenn wir eines vom IvI ge­lernt haben, dann dass theo­rie*pra­xis*party zu­sam­men­ge­hö­ren, um es in die­ser Stadt aus­zu­hal­ten. In so­li­da­ri­scher Um­wid­mung eines Zi­tats aus der Grund­satz­er­klä­rung des So­zia­len Zen­trum Avan­ti in Dort­mund fin­den wir: Frei­heit ent­steht als tan­zen­de Be­we­gung – nicht nur, aber si­cher­lich auch.

Des­halb:
still not ♥ing leer­stand. raven mit dem blau­en block.
27.​9.​2014, 21 Uhr, Quä­ker­wie­se (Fran­ken­al­lee, Ecke Schwal­ba­cher­stra­ße)
mu­si­cal sup­port by ivi re­si­dents and fri­ends

Facebook-Veranstaltung

Der Rave wird vor­bei­füh­ren an ehe­ma­li­gen be­setz­ten Häu­sern im Gal­lus, dem Wes­tend und Bo­cken­heim, die oft nur für we­ni­ge Stun­den be­spielt wer­den konn­ten: Krif­te­ler Stra­ße 84/86, Schwal­ba­cher­stra­ße 45, Weil­bur­ger­stra­ße 17, Ho­hen­stau­fen­stra­ße 19-25, Schu­mann­stra­ße 2, Schu­mann­stra­ße 60, Klei­ne Wie­senau 1, My­li­us­stra­ße 20, Ket­ten­hof­weg 130, Ge­org-​Voigt-​Stra­ße 10 und Phi­lo­so­phi­cum. In der Krif­te­ler Stra­ße be­fin­det sich – nicht zu­letzt auf­grund der Be­set­zung – mitt­ler­wei­le eine Un­ter­kunft für un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge. Die meis­ten Ge­bäu­de ste­hen al­ler­dings bis heute leer.

Weil wohl alle ahnen, dass wir wie­der kom­men, lässt man si­cher­heits­hal­ber Ab­sperr­git­ter an der Weil­bur­ger-​ und die Bar­ri­ka­den im Ge­bäu­de in der Schwal­ba­cher­stra­ße ste­hen und reißt die Häu­ser in der Ho­hen­stau­fen­stra­ße ab.
Wir ant­wor­ten dar­auf: still ♥ing squats. ready, steady, go.

So­li­da­ri­sche Grüße gehen raus an das So­zia­le Zen­trum Avan­ti in Dort­mund, die Squat­ting Days in Ham­burg und die (T)Raum­kli­nik aus Mar­burg.

Wir for­dern die Rück­nah­me aller Straf­an­zei­gen gegen die Be­set­zer_in­nen der Leer­stel­le, von IvI Re­sur­rec­tion und dem Büro für un­lös­ba­re Auf­ga­ben!
Fin­ger weg vom So­zia­len Zen­trum Avan­ti in Dort­mund!
Für mehr selbst­or­ga­ni­sier­te Räume in Frank­furt und an­dern­orts!

ZEUGS: Die Fantasy-Filmfest-Ausgabe September 4, 2014 | 08:51 pm

Die erfahrenen interessierten Leser werden jetzt stutzen — Moment, wieso gibt es ein Zeugs, wenn doch das Fantasy Filmfest läuft? Sonst macht das Blog doch immer dafür eine Pause.

Nun, in diesem Jahr ist das Fest auf zwei Woche ausgedehnt worden, sehr zur (Hust) Freude der Schönsten Germanin, und daher ist alles etwas entspannter. Wir können festhalten, dass nicht einmal Scarlett Johansson Under the Skin retten kann, und trotzdem ein Zeugs vorlegen.

  • Zu Religion in den USA: Der Politologe Tobin Grant von der Southern Illinois University hat eine Grafik erstellt, auf der man die politischen Ansichten von religiösen Gruppen in den USA ablesen kann. Buddhisten und Mormonen könnten kaum weiter auseinander liegen.
  • Zu Angriffen auf die USA: Dieser Autor hatte 2002 verpasst, dass die deutschen Angriffspläne aus dem Ersten Weltkrieg aufgetaucht sind.

    For its attack on New York, German troops were to land on the island of Sandy Hook, New Jersey, while warships pounded away at harbor fortifications, including Fort Hamilton and Fort Tompkins. Following this, the warships would advance to shell Manhattan and other areas of New York in an effort to induce panic among civilians.

    Der Artikel zeigt sich nicht überzeugt von der Realisierbarkeit der Vorschläge.

  • Zu Rassismus: Die New York Times befasst sich mit Anwerbeversuchen des Ku Klux Klans.

    Klan enrollment nationwide stands at about 5,000 over more than a dozen groups, said Mark Potok, a senior fellow at the Southern Poverty Law Center. By comparison, the Klan had about four million members in the mid-1920s, when it was unified.

    Auch in diesem Fall scheint ein Erfolg eher unwahrscheinlich.

  • Zur Geschichte der Indianer, genauer der Inuit, wenn wir schon so historisch daherkommen: DNA-Analysen haben ein genaueres Bild der Wanderungsbewegungen in der Arktis gezeichnet. Demnach starben die “Paleo-Eskimos” nach 5000 Jahren aus, während die heutigen Indianer und Inuit getrennt einwanderten.
  • Zum Gesundheitssystem: Auf German Joys beschreibt ein US-Arzt in einem Video das deutsche Gesundheitssystem aus amerikanischer Sicht. Der interessierte Leser mag sich den Spaß machen zu versuchen, die englischen Namen für die deutschen Einrichtungen und Behörden zu erkennen.
  • Zur Überwachung: Wer komische Mobilfunk-Türme in den USA sieht, hat es vielleicht mit so genannten Interceptors zu tun, die Anrufe abfangen können.

    “Interceptor use in the U.S. is much higher than people had anticipated,” Goldsmith says. “One of our customers took a road trip from Florida to North Carolina and he found 8 different interceptors on that trip. We even found one at South Point Casino in Las Vegas.”

  • So richtig weiß offenbar niemand, wer dahinter steckt. Allerdings, Bielefeld ist überall.

  • Zu Geheimnissen und Geschichte, um beides am Ende zusammenzubringen: Die USA waren schon immer unfähig, wenn es darum ging, vertrauliches Zeugs geheim zu halten. Bei der Entwicklung der Atombombe gab es 1500 mutmaßliche Lecks:

    A Naval lieutenant at a dinner party in March 1945 openly wondered “when we would use the atomic bomb,” adding that “only about ten pounds of U-235 are needed to end the war.” He also said that “several thousand persons were working on it in Tennessee.”

    Bekanntlich gibt es nur eine Sache, die die US-Regierung hat absolut geheimhalten können: Die Aliens von Area 51.


Ein Bericht von der Akademie September 4, 2014 | 04:21 pm

Als Ergänzung zu diesem Feature sei auf ein Referat von Bettina Fellmann aus dem Berliner Laidak über Philosophieren im Stande allgemeiner Unmündigkeit verwiesen.

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Des Erbrechens schuldig September 3, 2014 | 07:49 am

Orhan Pamuks Das Museum der Unschuld. Erst vor kurzem wurde hier ausgeführt, warum Orhan Pamuks Werk unbestreitbaren Qualitäten zum Trotz einiges zu wünschen übrig lässt. Zu wünschen im Wortsinn, nämlich insofern als dass es wünschenswert wäre, dass der Autor einmal all seine Kraft zusammen nähme und detailreiche Beobachtungen, interessante Lebensgeschichten, sprachliche Eleganz sowie ein beinahe […]

Women fear genital mutilation from ISIS September 2, 2014 | 01:06 pm

Excerpt from a report prepared by a Wadi mobile team operating in Garmyan (southern border area of the Kurdish Region):

In Garmyan district in Rzgary, the team explained the law and talked about FGM. One of the participants asked to help the team voluntarily in order to eradicate FGM in all the neighboring and far villages. In Rzgary, women know a lot about the side effects of FGM and about the law. They said that FGM is not practiced anymore and they were so glad about it. They knew what they have done to their daughters . A woman started weeping and said, “I know I am guilty and my daughter will never be happy with her life and especially her family”.
Women are so afraid in Kalar because of ISIS. They are frustrated after learning that ISIS tries to mutilate all the women and girls in any place under their control. However, some others are trying to mutilate themselves, so that when ISIS attacks they do not need to go through that procedure again. The team in Garmyan is doing whatever is possible to convince them that the situation is safe and mutilation is not a solution to change the situation.

Women in this area know a lot about the negative consequences of female genital mutilation (FGM) and FGM rates have dropped sharply because for many years Wadi has raised awareness there.

„Voller Entsetzen, aber nicht verzweifelt“. Über Mihail Sebastian September 2, 2014 | 09:37 am

Wie in allen großen Werken der Literatur erzeugt Sebastians Tagebuch eine eigene Aktualität. Es heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung, zu entdecken und zu lesen, ist ein erschütterndes und überwältigendes Erlebnis.“ (Claude Lanzmann)

Nach einigen Sammelbeiträgen veröffentlicht das Audioarchiv mal wieder eine einzelne Radiosendung. Es handelt sich um eine ältere Aufzeichung vom FSK aus Hamburg, die das Leben und Werk vom rumänischen Victor Klemperer, Mihail Sebastian, thematisiert. Melanie Baer (Redaktion „Bühnenworte“), Jorinde Reznikoff and Klaus-Peter Flügel (neopostdadasurrealpunkshow) sprachen aus Anlass einer szenischen Lesung im Jahr 2010 im Politbüro mit Berthold Brunner und Thomas Ebermann. Auszüge der Lesung sind in der Sendung zu hören.

Aus der Ankündigung der Lesung mit Ebermann und Robert Stadlober:

Die erst vor wenigen Jahren veröffentlichten Tagebücher von Mihail Sebastian erhielten begeisterte Kritiken u.a. von Philip Roth, Arthur Miller und Claude Lanzmann. Robert Stadlober, Thomas Ebermann und Berthold Brunner haben eine szenische Lesung aus den Tagebüchern erstellt. Sebastian schildert eindrucksvoll die politischen Verhältnisse der 30er und 40er Jahre in Rumänien. Als Literaturkritiker, Autor und Übersetzer in der KünstlerInnenszene von Bukarest erlebt er die Zuspitzung der antisemitischen Propaganda und den Terror der faschistischen »Eisernen Garde«. Einige seiner engen FreundInnen werden zu überzeugten AnhängerInnen des Faschismus.

Mihail Sebastian beschreibt die sich steigernden antisemitischen Maßnahmen der Regierung des Marschalls Antonescu minutiös, von der Erhöhung der Mieten für Jüdinnen und Juden und der Beschlagnahme seiner geliebten Ski und des Radiogeräts, bis zu den Razzien und Deportationen. Die Tagebücher bieten einen Blick in den Alltag aus Diskriminierung und Furcht, aber auch in Momente der Hoffnung und literarischer Leidenschaft.

»Mihail Sebastian war ein junger Mann im Aufstieg, ein 28-jähriger rumänischer Jude, dessen Talent ihm von der Provinz in die besten Künstlerkreise Bukarests getragen hatte. Er schrieb Romane und Essays. Er schriebt Stücke. Er trank Champagner in Cafés und kostete jeden fiebernden Moment seiner Liebesaffairen voll aus. Er füllte umfangreiche Tagebücher mit ungestümen Urteilen und genauen Beobachtungen. (…). Er ist beides, idealistisch und ehrgeizig. Er versucht manchmal den Zyniker zu spielen, doch seine intellektuellen Skrupel hindern ihn daran. Die besten Tagebücher verbergen nicht die Risse und Abbrüche in unseren Leben. Sie verstecken nicht unsere Beteiligung an dem, das nach dem Urteil der Geschichte Engstirnigkeit und Egoismus genannt wird. Sebastian macht sich Sorgen: Was ist mit meiner Karriere? Meiner abflauenden Liebesaffaire? Ist es richtig, das Schicksals meines Theaterstücks zu betrauern, während Europa beinahe zusammenbricht?

Sebastian zeigt uns, wie das Unbedeutende und das Gewichtige sich mischen. Die Politik kappt nicht so schnell die alten Verbindungen. Der Krieg löscht den Egoismus nicht aus. Seine Ehrlichkeit gehört zu den stärksten Aspekten, die am meisten berühren. Wieder und wieder weigert er sich, seine Reaktionen vereinfacht abzubilden: So edle Motive vorzuschieben, wo er ehrgeizig ist, oder edlen Zorn, wo er sicher ist, all dem Verrat und den entsetzlichen Behandlungen wirklich entgegentreten zu können.« (New York Times)

    Download: via AArchiv (mp3; 87.2 MB; 54:25 min)
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ivi – institut für vergleichende irrelevanz 2014-09-01 14:42:06 September 1, 2014 | 02:42 pm

Aktuelle Infos findet ihr auf dieser Seite und immer auch hier:
#ivibleibt

Twitter: ivi_frankfurt
Facebook-Seite
Facebook-Profil (Soliblog Institut Vergleichende Irrelevanz)

[04.09.] Demo-Aufruf: Raum Statt Repression! September 1, 2014 | 01:25 pm

4. September 2014
18:30

#ivibleibt #blauerblock #leerstelle

Demo Raum Statt Repression! 04.09. um 18.30Uhr, Bockenheimer Warte, Frankfurt


Über 2.000.000m² Leerstand, ständig anwachsende Bodenpreise, repräsentative und unnötige Neubauten, lasche oder gar nicht erst vorhandene Regulierungen der Mietsteigerung: Das sind Anzeichen der derzeitigen Umstrukturierungspolitik in der Stadt Frankfurt. Sie ist von der Verdrängung vielfältiger Lebensformen geprägt und treibt so eine Parzellierung des Stadtbilds nach Interessen des Marktes voran: auf der Zeil soll geshoppt werden, in Sachsenhausen wird von einer Bar in die nächste gestolpert, in Bockenheim/Westend gehen „Ruhestörung“ und „Hausfriedensbruch“ vor kulturelle Selbstverwaltung. Um dem verwalteten (Über)Leben zu entgehen und sich eine Pause vor dem alltäglichen Zwang zu gönnen, brauchen wir Räume, in denen wir uns frei entfalten und über uns selbst bestimmen können!

Doch jegliche Bemühungen der Bürger_innen und der Protest gegen Marginalisierung und Verdrängung werden erschwert, ignoriert oder gar kriminalisiert. Der Versuch, alternative Kultur- und Wohnprojekte auf offiziellen Wegen umzusetzen, wird verunmöglicht. Auf dem Geländes des zukünftigen Kultur-Campus Bockenheim verdichtet sich dieser Prozess. Der Verein Offenes Haus der Kulturen soll der Saalbau GmbH, einer Tochtergesellschaft der ABG Holding, weichen und das von vielen Bürger_innen gemeinschaftlich geplante Philosophicum aufgrund „fehlender Mittel“ gar nicht erst realisiert werden. Selbst den offiziellen Planungswerkstätten wird die Legitimität nachträglich abgesprochen.

Diese Stadtpolitik wollen wir nicht mehr ohnmächtig ertragen! Die Hausbesetzungen der letzten Jahre verweisen allesamt auf den Widerspruch zwischen Brauchen und Haben und sind angesichts solcher Umstände eine legitime Protestform. Diese Protestform ermöglicht nicht nur den nötigen physikalischen Raum sich anzueignen, sondern schafft viel mehr noch einen sozialen Raum der Selbstermächtigung für mitmenschliche Praxis und Träume. Sie produziert einen utopischen Überschuss, der über das Bestehende hinaus verweist.

Am 15.03.2014 wurde die Georg-Voigt-Straße 10 für wenige Stunden unter dem Namen L__rSt*ll* besetzt, um für andere Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens zu demonstrieren. Gemeinsam wollte man am Kultur-Campus aus eigener Initiative partizipieren und ein milieu- und generationsübergreifendes Café mit offenen Plenum gründen. Für den Anfang war bereits ein Workshopprogramm zu Kunstproduktion in Planung. Das Projekt wurde lieder ohne jegliche Verhandlungen am selben Tag aus dem Haus geräumt.

Nun geht die Staatsanwaltschaft auf Antrag der städtischen ABG Holding gegen die 27 Aktivist_innen vor. Die Besetzer_innen der Villa sollen jetzt wegen Hausfriedensbruch vor Gericht gestellt werden, für manche wurde die Strafe von 600 Euro bereits verhängt. Derartige Repression soll jedes soziale Engagement einschüchtern, Widerstand unmöglich machen und der aktuellen Stadtpolitik freies Spiel gewähren.

Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen! Kommt am 04.09. um 18.30Uhr zur Bockenheimer Warte! Demonstriert gegen die repressive Stadtpolitik – für unser gemeinsames Recht auf Stadt!

Es gibt auch eine entsprechende Facebook-Veranstaltung. Weitere Informationen, kommende Termine und Soli-Aktionen findet ihr auf diesem Blog: http://raumstattrepression.blogsport.eu/

Schwarze Ernte September 1, 2014 | 01:04 pm

Die Waffenlieferungen an die Peshmerga – 30 MILAN, 16000 Sturmgewehre und diverses Gerät – erfolgen gegen den Willen der Mehrheit der deutschen Gesellschaft. Dass sie nach endlosen Wochen endlich verladen werden, dürfte einigen Verfolgten im Irak das Leben retten – die Umstände bleiben katastrophal.

Wird nicht die zutiefst peinliche Beteiligung an der Bewaffnung der IS stets auf Neue ins Gedächtnis genommen, der systematische Verrat des gesamten Westens an der syrischen Revolution erinnert, bleiben auch die Waffenlieferungen und die euphorisch kommentierten Luftschläge nur eine neue Etappe in der wahnsinnigen suizidalen und genozidalen Nicht-Strategie des Westens gegen den Islamismus.

Man hätte denken können, dass im Zustand der Totalüberwachung jeglicher Telekommunikation und Öffentlichkeit im Westen einige Informationen über konkrete Pläne und Strategien dieser islamistischen Armee gesammelt und in Aktivität umgesetzt worden wären – stattdessen gab sich die US-Regierung  ebenso wie die irakische Armee “überrascht” von der Offensive des IS, die nunmehr auch schon Monate andauert. Die nicht aktiveren großen Medien, von deutschen Geheimdiensten und Regierungsorganen zu schweigen, schlossen sich dieser “Überraschung” dankbar an. An der fehlenden Plausibilität solcher Überraschungei-Mentalität entzündeten sich Wahnvorstellungen bei zahllosen Verschwörungstheoretikern, die nicht glauben können, dass auf der höchsten politischen Ebene derartig barbarische Dummheit vorherrschen kann.

Über die letzten drei Jahre hinweg breitete sich kontinuierlich ein islamistisches Kalifat in Nordsyrien aus, das lediglich noch nicht als das Kalifat ausgerufen war, das es nun ist. Viel älter ist Al-Qaida im Irak, aus dem IS wesentlich hervorging und deren ganz ähnlich verlaufender Versuch der Machtergreifung im Irak halbwegs erfolgreich von US-Truppen und ihren sunnitischen Bündnispartnern abgewehrt wurde. Seit drei Jahren beobachteten Aktivisten – kurdische, syrische, westliche – die schrittweise Ausbreitung und Verhärtung islamistischer Staatenbildung, die schon immer grenzüberschreitend war und mit der Eroberung Raqqas durch die Al-Nusra-Front im März 2013 eine Hauptstadt bekam.

Die Probleme von möglichen Interventionen in Syrien waren bekannt, aber nie unlösbar. Primat für die westliche Politik hatte das politische Gesicht, das nach dem C-Waffen-Massaker an syrischen Zivilisten durch die Neutralisierung eines Gutteils der Chemiewaffenbestände Assads gewahrt werden wollte.

Putin hat den Westen in gewisser Weise vor größeren Peinlichkeiten bewahrt, die durch eine halbgare (“incredibly small and limited strikes“) Intervention, wie sie Obama ankündigte, entstanden wären. Putin wurde aber durch seinen diplomatischen Erfolg – die mittelfristige Sicherung der Macht seines Waffenbruders und Geschäftspartners Assad – quasi mit Gewalt darauf gestoßen, dass der Westen nach Jahren des “War on Terror” keinerlei strategisches Konzept hat und noch weniger Willen, tatsächlich diese Region oder irgendeine Region aktiv zu gestalten. Die Ideologie des Luftkrieges wurde durch die kurzfristigen Erfolge der Einsätze in Libyen und Mali noch einmal verstärkt. So war es fast im Sinne des Westens, dass Putin auf Assad beharrte – ohne Bodentruppen des Westens, ohne dezidiertes Konfliktmanagement hatte eine Strafaktion kaum Aussicht auf stabilisierende Effekte. Und es war ebenso logisch, dass Putin die beispiellose Chance nutzte und sein Areal auf der Krim und nun in der Ostukraine mit derselben Strategie erweiterte, die seine Medien in Syrien testeten: Die Propaganda der Terrorismusbekämpfung, des Antifaschismus, der Stabilität und die Verschwörungstheorie, dass Islamisten die Gasangriffe gestartet hätten. Nachdem diese Behauptung ernsthaft auf fruchtbaren Boden fiel, konnte er sich gewiss sein, mit jeder noch so absurden Manipulation Erfolg zu haben – so auch mit dem “Referendum” in der Krim oder mit dem “antifaschistischen” Kampf der Separatisten im Donbass. Die Ukraine-Krise ist ein direktes Resultat der Absenz westlicher Politik in Syrien und Irak.

Hinzu kam, dass die mit der vergleichsweise banalen Ukraine-Krise völlig überforderte westliche Diplomatie und Medienlandschaft über Monate hinweg Syrien dankbar vergaß – es war, als hätte es eine Medienzensur zu Syrien gegeben. Jeder Schritt russischer Truppen auf der Krim und im Donbass stärkte Assad, der im Schatten dieser Ereignisse ungestört mit Chlorgas und Barrel-Bombs vorgehen konnte. Die syrischen Flüchtlinge wurden im deutschen Fernsehen wie Opfer einer Naturkatastrophe präsentiert.

Eben diese Ideologie der Naturkatastrophe wird mitgeschleppt mit den neueren Statements zu den Waffenlieferungen. Ausgeblendet wird die aktive Partizipation durch Inaktivität an der genozidalen Situation in Syrien und Irak. Allein aus den USA wurden seit 2005 modernste Waffen für 8 Mrd. US-Dollar in den Irak gepumpt, während gleichzeitig US-Truppen abgezogen wurden, um der Ideologie vom angeblich “gescheiterten Irakkrieg” des George W. Bush gerecht zu werden und vor allem, um dieses enervierend große Leck im amerikanischen Haushalt zu stopfen.

Unter den an den Irak gelieferten Waffen waren zum Beispiel M198 Haubitzen, wie sie Kämpfer des Islamischen Staates in Irak und Syrien eroberten. Diese “erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 6000 Metern pro Sekunde und töten ungeschützte Menschen innerhalb eines Radius von 50 Metern mit höchster Wahrscheinlichkeit und verursachen in bis zu hundert Metern Entfernung Verletzungen.” (Quelle: Wikipedia)

Die mehreren tausend erbeuteten HMMWV mögen zwar reparaturanfällig sein, sie sind aber immer noch in Verwendung in der US-Armee und der militärische Standard. Auch wenn der Ausbau eines Motors zur Reparatur wohl mehrere Tage dauert, reichen einige Dutzend von ihnen, um hunderte von Kämpfern rasch und relativ sicher durch feindliche Linien, zumal durch schlecht bewaffnete, zu bringen. Hinzu kommen die gewaltigen erbeuteten Bargeldvorräte und geplünderte Wertgegenstände, zu denen auch antike Kunstwerke von beispiellosem Wert gehören dürften, sofern IS sie nicht schon zerstört hat.

Die Hoffnungen der letzten Demokraten im Westen sind wieder einmal naiv und auf Stellvertreter ausgerichtet: weibliche kurdische Kämpfer würden IS in die Flucht schlagen, weil deren Kämpfer nicht von einer Frau getötet werden wollten. Das dürfte eine Facebook-Ente sein. IS hat selbst Frauenbatallione und lehrt Frauen in Rape Camps das Fürchten. Die Präsenz von Kämpferinnen in der YPG war IS bekannt, die dennoch den Angriff auf die PKK-Hochburg Kobane durchführte.

Dass die Peshmerga, Kampfmacht des bislang friedlichsten Teils des Irak, eher schlecht auf die Bedrohung durch IS vorbereitet waren, wurde durch ihre Geländeverluste und die Intervention syrisch-kurdischer YPG-Truppen gegen IS-Elitegarden am Mosul-Damm in Irak sichtbar. Vormals galt dieser Teil Kurdistans als Bastion, die Peshmerga als kampferprobt gegen Saddam Hussein. Die syrisch-kurdische YPG hat ihr diesen Rang abgelaufen.

Die YPG hingegen ist und bleibt trotz aller Erfolge in der Defensive und hat es noch längst nicht geschafft, alle kurdischen Dörfer und Städte in Nordsyrien von IS zu befreien. Die PKK-nahe YPG steht für ihre totalitäre Politik in der Kritik, was Hoffnungen auf einen kurdischen Staat als “zweites Israel” trübt – das wahrscheinlichere Szenario ist ein innerkurdischer Bürgerkrieg. Unheilige Allianzen, beispielsweise der Peshmerga mit Iran, sind Vorzeichen für eine weitere Expansion eher als für eine baldige Eindämmung des Krieges. Nicht nur für einige Berliner Antifaschisten wurde das allerdings prompt wieder zur Ausrede gemacht, sich äquidistant zu verhalten und vom Sack, in dem es wohl keinen falschen treffe, zu klagen – aus der obligaten Mahnung gegen prokurdische Euphorie wurde eine Ausrede für das eigene Wohlbefinden beim prolongierten Zusehen.

Die just beschlossenen deutschen Waffenlieferungen sind dagegen ein gutes Zeichen, man würde den Kurden zum irgendwann versprochenen fünf Unimog-Dingos auch Schützenpanzer vom Typ Marder 2 wünschen, um die selbstgebastelten Panzer zu ersetzen. Auch wenn Gabriel nun ächzt, ausgerechnet die Entscheidung, gegen einen Genozid Waffen zu liefern, sei die schwerste in seinem Leben gewesen, hat auf einer politischen Ebene der Pazifismus nicht mehr das alleinige Wort, was Christian Geyer in der FAZ unter dem etwas verfrühten Titel “Pazifismus – ein Abgesang” verzeichnet. Die Alternative zur dringend notwendigen Bewaffnung der Kurden wurde in Deutschland gar nicht erst verhandelt – ein Bundeswehreinsatz zur Verhinderung genozidaler Akte in Irak und Syrien. Dasselbe gilt für die USA, deren “no boots on the ground”-Ideologem nach all den Opfern und im Angesicht der ökonomischen Kosten verständlich ist, aber noch lange nicht legitim. Mit ein paar Luftschlägen gegen die eigenen Waffensysteme ist wenig erreicht, der Straßenkampf in bewohntem Gebiet ist aus der Luft nicht zu gewinnen. In Deutschland schwebt über den Verlautbarungen Merkels über den Völkermord an den Yeziden und Christen im Irak auch der Hautgout der religiösen Präferenz – als Muslime von IS und Assad in genozidalen Akten umgebracht wurden, als die Kurden in Kobane von vollständiger Auslöschung bedroht waren, als kurdische Kinder in Syrien entführt und kurdische Kämpfer massenhaft geköpft und gekreuzigt wurden, hörte man nichts ähnlich drastisches. An deutschen Kirchen prangen demnach nur Solidaritätsbotschaften “mit verfolgten Christen in Syrien und Irak”.

Aus den jüngeren Genoziden zu lernen hieße zuallererst eines: Dass internationale Einsätze zu spät kommen und diese Konflikte nicht dauerhaft befrieden konnten. Soviel ist wahr am Argument gegen militärische Lösungen. Es bedarf auch eines Konzeptes und des äußersten Willens, diese Regionen dauerhaft zu gestalten, zu befrieden und zu befreien. Das ist eine Binsenweisheit aus der Counterinsurgency in Südamerika, Afrika und Asien. Solche groß angelegten Konzepte aber laufen auf die langwierige Kolonisierung auf vielen Ebenen hinaus und davor schreckt der Westen zurück. Er hängt gleichsam noch marxistischen Krisentheorien nach, dass durch Sanktionen Krisen erzeugt werden könnten, die zum Sturz der Unterdrücker führen könnten. Damit scheiterte der Westen in Irak, in Iran, in Nordkorea, in Ungarn und es wird dennoch gegen Russland wieder auf Sanktionen gesetzt.

Obamas Klage, man könne ja nicht “whack a mole” mit Islamisten spielen, die sich erdreisten, nicht nur in Mali, sondern eben global zu agieren, blieb ohne Folgen für eine echte, ausgereiftere Strategie. Das Problem ist altbekannt aus dem Kalten Krieg. Wo der Westen aus Kostengründen oder aus diplomatischen Problemen heraus nicht in der Lage war, die Konfrontation mit Guerillas direkt zu suchen, hatte er das Instrument der Counterinsurgency genutzt – meist zum Nachteil der Gesellschaften, die in Südamerika und Asien prowestlichen faschistischen Todesschwadronen ausgesetzt waren und durch diese dann genozidale Gewalt erlitten, nicht selten schlimmere als sie die marxistischen und maoistischen Guerillas androhten. Das bedeutet aber nicht, dass das grundlegende Konzept der Counterinsurgency verloren wäre.

Heute braucht der kriegsmüde Westen dringend eine kostengünstige und engagierte Counterguerilla gegen die gar nicht kriegsmüden Islamisten unter ihrem aktuellen Franchise-Label “IS”. Kämpfer der zwar widersprüchlichen, aber immer noch existierenden FSA wie auch die YPG hätten alle Chancen, IS und Assad gleichermaßen den Garaus zu machen, wenn man ihr Luftraumdefizit mit einer Flugverbotszone austarierte. Davon aber ist seit einem Jahr nicht mehr die Rede gewesen. Die zögerlichen und sehr späten Waffenlieferungen der USA an einzelnde FSA-Gruppen sind indes noch kein eindeutiges Bekenntnis zu einer konsequenten Parteinahme.

Seit drei Jahren wurden von den meisten Staaten größere Waffenlieferungen noch an die diszipliniertesten kleineren Rebellenfraktionen in Syrien mit ihren bisweilen nur wenige hundert bis tausend Kämpfern ausgeschlossen mit dem Verweis darauf, dass die Waffen in falsche Hände fallen könnten, dass die FSA kein effektiver und berechenbarer Partner sei. Wie ernst es mit diesem Argument war, zeigte IS überdeutlich. Es war ein Vorwand.

Da hat man noch die vielversprechendsten Rebellenfraktionen, und die gab und gibt es, auflaufen lassen, zuletzt mit dem Argument, dass sie nicht groß genug seien und beklagt nun, da viele von ihnen tot, geflohen oder in Foltergefängnissen sind, über mangelnde Bündnispartner und Zwangslagen. Die hohen Standards, die an syrische Rebellenfraktionen angelegt wurden und werden, gelten aber spätestens dann nicht mehr, wenn es um die Kooperation mit Iran geht, um IS-Bastionen auszuheben oder um irakische Politik sozialverträglicher zu gestalten. In Iran läuft, unbefleckt von Völkermordvorwürfen durch Merkel, die ethnische Säuberungskampagne gegen die Bahai, gegen Homosexuelle und Opposition weiter, die meisten Gesetze, die IS in seinem Kalifat durchsetzt, sind auch in Iran in Kraft. In Nordnigeria ruft derweil die der IS vergleichbare Terrorgruppe Boko Haram ihr Kalifat aus, in Kenia bleiben die Strände leer, nachdem somalische Al-Shabab-Kämpfer  Touristen erschossen haben.

Hinter den Kulissen wird sich zumindest eine Regionalmacht langfristig in Irak und Syrien engagieren müssen: Israel. Das Programm der IS ist nicht die Emanzipation der Sunniten in Irak oder der Sturz Assads. Das Kalifat ist Mittel zum Zweck aller islamistischer Bestrebungen: Die Vernichtung des einzigen demokratischen und überdies jüdischen Staates im traditionellen islamischen Herrschaftsbereich.

“Rather, its [IS] actions  speak louder than its words and it is only a matter of time and patience before it  reaches  Palestine  to fight the barbaric jews and kill those  of  them  hiding  behind the gharqad trees – the trees of the jews.” (Werbebroschüre des IS)

Nur hat Israel mit seiner winzigen Armee und seinen begrenzten ökonomischen Ressourcen wesentlich weniger Mittel als die NATO-Staaten. Sich von hier spontanes Eingreifen in den erforderlichen größeren Maßstäben zu erhoffen, ist müßig. Auf einen politischen Kurswechsel mit den nächsten Wahlen in den USA bestehen ebensowenig Hoffnungen. Die Tea-Party hat die Republikaner in der Mangel, die Kriegsmüdigkeit der Demokraten steigt mit der Unabhängigkeit vom arabischen Öl. Es bleibt vorerst den Kurden überlassen, den Westen gegen seine ärgsten Feinde zu verteidigen. Indes: es gibt nur wenig Hoffnung darauf, dass die Kurden die IS-Hochburgen in Syrien befreien können, nur um sich dann auch noch Assad oder Al-Nusra oder der Islamic Front entgegenzustellen. Man braucht eine internationale, hochmobile, militärisch, diplomatisch und intellektuell gut ausgerüstete Counterinsurgency gegen jegliche islamistischen Gruppierungen, die sich nicht auf das Niveau der CIA und faschisierter Folterknechte herablässt. Und es bedarf eines größeren Demokratisierungsplanes, der den Westen aus seiner elenden Langsamkeit und Defensive herausdenkt. In Wahrheit hat sich der Westen vom antiaufklärerischen britischen Kolonial-Ideologem der “indirect rule” nie entfernt. Es ist kostengünstiger, Chiefs und Machthaber einzusetzen, die effektiv unter Wahrung der Traditionen regieren. Man will eigentlich mit den komplexen Verhältnissen auf lokaler Ebene nichts zu tun haben und erst recht nicht mit rückständigen Verhältnissen, die man mühevoll und unter Einsatz von differenzierter Kritik ändern müsste, Kritik, die am Ende im Westen selbst treffen könnte, etwa den säkularen Grundwerten selbst gerecht zu werden.

Es ist womöglich das Fehlen von bürgerlicher Ideologie, das jede Initiative gegen den Islamismus hemmt. Im Bewusstsein der Uneinlösbarkeit des eigenen Glücksversprechens, dass man den zivilisatorisch Befreite stets nur “das letzte Gute nehme und das Bessere nicht gebe” (Adorno) florieren Relativismus, Besitzstandswahrung, Nihilismus und Verdrängung. Das fehlende Maß wird allenfalls partiell und mühsam in extremen Notständen, wie eben der akuten genozidalen Situation restauriert. Dann vermag selbst Gabriel, wenngleich mit vielen Bauchschmerzen noch zu differenzieren zwischen Peshmerga und Genozideuren unter schwarzer Flagge. Zwischen Assad und Hazzm-Movement oder YPG allerdings wird dann schon wieder nicht mehr getrennt. Da winkt man lieber mit dem Sack, in dem es keinen falschen trifft.

So many people in need September 1, 2014 | 10:51 am

Wadi’s local partner organization Alind delivering aid to refugees close to Duhok/Iraqi Kurdistan…

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100 families and 350 children received clothes and mattresses – funded by Wadi.

IS-Blockade um Amerli gesprengt August 31, 2014 | 07:41 pm

Manchmal gibt es noch gute Nachrichten: Heute ist es Einheiten der irakischen Armee und kurdischen Peshmerga, unterstützt von der amerikanischen Luftwaffe, gelungen, den IS-Belagerungsring um die Stadt Amerli zu sprengen. Dort waren seit über zwei Monaten die schiitisch-turkmenischen Bewohner von IS-Jihafisten eigekesselt, wäre ihnen die Stadt in die Hände gefallen, hätten es ein weiteres Massaker an Tausenden gegeben:

Iraqi security forces and Shiite militiamen on Sunday broke a six-week siege imposed by the Islamic State extremist group on the northern Shiite Turkmen town of Amirli, following U.S. airstrikes against the Sunni militants’ positions, officials said.

Army spokesman Lt. Gen. Qassim al-Moussawi said the operation started at dawn Sunday and the forces entered the town shortly after midday.

Speaking live on state TV, al-Moussawi said the forces suffered “some causalities,” but did not give a specific number. He said fighting was “still ongoing to clear the surrounding villages.”

Breaking the siege was a “big achievement and an important victory” he said, for all involved: the Iraqi army, elite troops, Kurdish fighters and Shiite militias.

Ein Sommer der politischen Schizophrenie in Kassel August 31, 2014 | 12:01 pm

Über Antisemitismus – Stolpersteine – politische Indifferenz – Kasseler Diskurse und journalistisches Unvermögen

Das BgA-Kassel sorgt in der Stadt für Gesprächsstoff. Man redet über aber nicht mit uns. Das ist im Prinzip nichts neues sondern geschieht dann, wenn das BgA-Kassel sich in gebotener Polemik zu Themen äußert, die den Teilnehmern des üblichen städtischen Diskurses – bei dem keiner keinem auf die Füße tritt – sauer aufstößt. Aus, wie man so sagt, „gut unterrichteten Kreisen“ dringt so das eine oder andere an uns heran. Manche meinen es gut mit uns und haben bestimmte Erwartungen, die wir zu erfüllen hätten und weswegen doch ein gewisses Maß an Kreideschlucken angebracht sei und ein bestimmter Personenkreis wiederum wünscht uns mutmaßlich am liebsten auf die Rückseite des Mondes – zu den, ihrer Meinung nach uns zugehörigen Gesinnungsgenossen.

Andere z.T. Wohlmeinende und Kreise, die wertvolle Arbeit in Sachen Aufklärung über Antisemitismus und Geschichte des Nationalsozialismus leisten, halten lieber Abstand zu uns. Man will es sich ja mit denen nicht verderben, die in der Stadt das Sagen haben (die HNA und der Magistrat, samt den ihn tragende Parteien) und die ebenfalls nicht gut auf uns zu sprechen sind, weil auch sie ab und an ihr verdientes Fett abbekommen. Einzig die Jüdische Gemeinde Kassel erklärte in einer Pressemitteilung, dass das BgA-Kassel wertvolle Arbeit leiste.

Das BgA-Kassel hat den Anspruch, das Antisemitismus ohne Wenn und Aber zu verurteilen und zu bekämpfen und ist der Auffassung, dass Antisemitismus nicht irgendeine Spielart des Rassismus oder nur Ausdruck des vollbrachten Judenmords ist, wie ihn die Nazis praktizierten und man ihn deswegen heute wohl kaum anträfe und das schon gar nicht unter den Linken (so oder so ähnlich D. Dehm), sondern sozialpsychologischer Ausdruck eines in der modernen Gesellschaft deformierten Geistes.

Das BgA-Kassel stellt sich deswegen vorbehaltlos vor den jüdischen Staat Israel, weil wir der Auffassung sind, dass dieser Ausdruck des Strebens nach Souveränität der Juden ist. Dieses Streben nach staatlicher Souveränität, der Zionismus, erwies sich als einzige Gewähr, dem jüdischen Individuum ein Mindestmaß an Sicherheit und Freiheit zu gewähren. Sowohl die Emanzipationsbewegung und die Assimilationsbestrebungen der Juden in den bürgerlichen Gesellschaften, deren Versprechen von der Rechtsgleichheit und Religionsfreiheit als auch das Versprechen der sozialistischen und kommunistischen Bewegung, Unterdrückung, Rassismus und auch Antisemitismus abzuschaffen wurden in schrecklichster Weise in Auschwitz dementiert. Einzig verlässlich in dieser Welt, bietet Schutz den Juden also nur Israel.

Da Zionismus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen als einzig adäquate Form der Gegenwehr gegen den Antisemitismus sich erwies ist Antizionismus Antisemitismus. Die Infragestellung Israels, die Delegitimierung, Dämonisierung und die Anwendung doppelter Standards diesem Staat gegenüber (vgl., Sharansky), stellen die einzige Gewähr, Juden vor Antisemitismus zu schützen, stellen das Bestreben nach politischer und nationaler Selbstbestimmung der Juden in Abrede. Und weil dies insbesondere von denen, die die Parolen von der nationalen Selbstbestimmung “unterdrückter Völker” sonst wie eine Monstranz vor sich her tragen, vorgebracht wird und diese mit besonderer Verve aber die nationale Selbstbestimmung der Juden in Abrede stellen und gerade dann den (von ihren politischen Vorfahren längst verratenen und dementierten) Internationalismus entdecken, wenn es um den jüdischen Staat geht – deswegen ist dies Antisemitismus.

Antisemitismus ist, wie es Sartre einmal ausführte eine Leidenschaft, oder wie Adorno und Horkheimer eine unbeherrschte Sehnsucht nach der Exorzierung der Widersprüche der nicht begriffenen modernen Gesellschaft, die sich in paranoidem Wahn und völkischer Rebellion kanalisiere. Alle drei waren sich darin einig, dass der Versuch, den Antisemit mit Mitteln der Aufklärung zu bekehren oder zu überzeugen, sinnlos ist. Woody Allen sprach davon, dass der Baseballschläger das adäquate Mittel sei, dem Antisemiten zu begegnen. Wer Allen kennt, weiß, dass dies nicht im wörtlichen Sinne gemeint ist. Dem Antisemiten im demokratischen Rechtsstaat ist mit anderen Mitteln entgegen zu treten, nämlich mit harter Polemik, mit der öffentlichen Bloßstellung und dem unerbittlichen vor das Schienenbein treten, anders also als denen, die in den vielen sich auflösenden Staaten mangels vorhandener Juden, an ihren Glaubensgenossen oder an den übrig gebliebenen Christen ihren Mut Mittels Gurgeldurchschneiden und Genickschüssen zu kühlen suchen, oder die, die gegen den Staat Israel in die unmittelbare Aktion getreten sind. Gleichwohl meinen viele der zu erst genannten (wie zuletzt der ehemalige Kandidat der Partei “Die Linke” für das Amt des OB), man drohe ihnen tatsächlich mit einer Keule – der Antisemitismuskeule.

Über Solidarität und Indifferenz

Das BgA-Kassel hat maßgeblich die Kundgebung am 15. Juli 2014 gegen den manifesten Antisemitismus initiiert. Anlass war, dass die angekündigte Kundgebung als Bedrohung von Kasseler Juden aufgenommen wurde, die dies uns mitteilten. Schon alleine die Tatsache, dass sich Juden in Deutschland unsicher fühlen, Angst haben und zu Zielen antisemitischer Übergriffe werden, wäre ein hinreichender Anlass für öffentlichen Protest und für Kundgebungen. Eine Selbstverständlichkeit dachten wir uns – aber wohl nicht in Kassel.

Doch auch die eindeutige Positionierung der Initiatoren, die in ihrem Aufruf nicht etwa von einem Frieden mit Israel sprachen, sondern von Frieden in Palästina, wies deutlich darauf hin, mit wem man es zu tun hatte. Israel als Nation kam in diesem Aufruf nicht vor, wenn dann nur als Ausdruck des politischen Willens des Westens, mit Israel eine Instrument geschaffen zu haben, seine verloren gegangenen Einflussgebiete auch weiterhin zu kontrollieren. Auf der Facebookseite der Aufrufer kam es in der Folge zu wüsten antisemitischen Ausfällen und Bekundungen. Die von der Jüdischen Gemeinde als Bedrohung empfundene Situation, hatte angesichts der Äußerungen auf der Facebookseite der Aufrufer und der anderen antisemitischen Vorfälle in Deutschland im Zusammenhang der Kundgebungen gegen Israel, also einen sehr realen Hintergrund. Entsprechend gab es Empfehlungen seitens der Polizei an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, nicht an der Kundgebung teilzunehmen.

Die Kasseler DIG, die CjZ in Kassel, sowie – trotz polizeilicher Warnung sich in Gefahr zu begeben – die Kasseler Jüdische Gemeinde als auch die Jüdische Liberale Gemeinde Nordhessen verfassten dann gemeinsam mit uns den Aufruf zur Gegenkundgebung. Den Erfolg der Kundgebung verdanken wir aber vor allem der Unterstützung durch eine erkleckliche Anzahl von Personen aus Kreisen der Kasseler Antifa, der israelsolidarischen Linke aus Marburg, Göttinger Freundinnen und Freunden sowie den Christen an der Seite Israels. Die Kundgebung in Kassel war die erste, die sich den in ganz Deutschland stattfindenden antisemitischen Aufmärschen entgegenstellte. Obwohl wir die Parteien im Kasseler Rathaus dazu aufgerufen hatten sich an der Kundgebung zu beteiligen, ließ sich kein Vertreter der Stadt blicken.

Ein Mitarbeiter des Büros des Oberbürgermeisters und die Berichterstatter der örtlichen Presse hielten sich in den Reihen der „Pro“-Palästinenser auf. Als der Demonstrationszug an den knapp hundert Israelfahnen schwenkenden Gegendemonstranten vorbeizog wechselten diese nicht etwa die Seiten, auch um Fragen an uns zu richten nicht. Welchen Eindruck der Veitstanz machte, den die Antiisraeldemonstranten aufführten, als sie Unser gewahr wurden, wie sie antijüdische Verwünschungen schrien, unsere weiblichen Teilnehmerinnen in sexistischer Weise beschimpften, uns allesamt bedrohten konnte so weder in angemesser Weise wahrgenommen noch beurteilt werden. Entsprechend gestaltete sich die Berichterstattung und Bewertung der Ereignisse. Es war die Rede davon, Besonnene auf beiden Seiten hätten dazu beigetragen, dass die Situation nicht eskaliert sei – so als hätte es in unseren Reihen einen einzigen Unbesonnenen gegeben und als wäre die „Allahu Akbar“ und „Kindermörder Israel“ brüllende Menge Einbildung.

Kassels Partnerstadt ist u.a. Ramat Gan. Ramat Gan war ebenfalls Ziel von Raketenangriffen der Hamas. Nicht etwa ein Unvermögen der Hamas, Raketen bis tief nach Israel hinein zu schießen – nein dazu ist die Hamas seit Jahren fähig – verhinderte, dass mehr Raketen einschlugen, sondern alleine das für Israel sündhaft teure Raketenabwehrsystem. Nur dieses und die schließlich erfolgte militärisch Intervention in den Gaza verhinderten weitgehend, dass es zu mehr Opfern unter der israelischen Zivilbevölkerung gekommen ist, als dies der Fall war.

Angesichts der klammen Kassen der Stadt Kassel, kann man nicht erwarten, dass Kassel wenigstens ein oder zwei Raketenabwehrbatterien finanziert, die vor Ramat Gan stehen, aber eine Patenschaft für solches Gerät wäre ja schon einmal etwas. Auch wäre es ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der Partnerstadt, während der militärischen Angriffe auf Israel eine israelische Fahne am Kasseler Rathaus zu hissen, eine eindeutige Stellungnahme für den israelischen Staat und für die Stadt zu verkünden und sich zu einer eindeutigen Stellungnahme – in der Ross und Reiter genannt werden – angesichts der antisemitischen Zusammenrottungen zu bequemen. Nichts dergleichen passierte. Hilgen besuchte Kasseler Moscheen und es viel kein Wort über diejenigen, die Allahu Akbar brüllend durch Kassels Straßen marschierten und die zum größeren Teil auch von den verschiedenen islamischen Gemeinden in Kassel repräsentiert werden.

In der darauffolgenden Stadtverordnetenversammlung war der größte antisemitische Aufmarsch nach 1945 ebenfalls keine Rede wert. Das alles hat das BgA-Kassel als einzige der Kasseler Gruppen, Organisationen usw. in aller Deutlichkeit gesagt und kritisiert. Lediglich die Raccoons und die T.A.S.K. haben die Einheitsfront, die sich im Kasseler Sommer auftat thematisiert und wurden flugs von Kasseler Steinzeitkommunisten und anderen Dummköpfen denunziert. (vgl., Die Politik der Indifferenz)

Israel, Stolpersteine und Unannehmlichkeiten

Nun gibt es in Kassel eine bedeutende Gruppe von Personen, die persönlich davon überzeugt sind, nicht nur nichts gegen Juden zu haben, sondern sogar aufrichtig bekunden, den Faschismus deswegen zu verachten und zu bekämpfen, weil unter dessen Herrschaft und in dessen Namen eben ein schrecklicher Krieg geführt wurde und eben auch Juden umgebracht wurden. Sie wissen sogar einige Juden unter sich, die ähnlicher Auffassung sind. Sie würden, da bin ich mir ziemlich sicher, wären sie Augenzeuge eines offenen Übergriffs gegen einen Juden vermutlich sogar dagegen einschreiten – jedenfalls solange, solange es nicht um eine Person handelt, die sich im Gaza, im Libanon oder sonst wo aufhält und Raketen nach Israel auf Juden schießt.

Diesen Personenkreis treibt jedoch eine Passion um, die nämlich, Israel Ratschläge zu erteilen wie es auf die terroristische Bedrohung zu reagieren habe, nämlich deeskalierend und dass Israel der eigentliche Verursacher der gern bemühten Gewaltspirale sei. Jüngst hat einer ihrer Vordenker noch einmal klargestellt, dass zwar beide Seiten das „das humanitäre Völkerrecht“ verletzten, jedoch Israel „gezielt spielende Kinder am Strand mit Raketen zerfetzt“, Krankenhäuser und Schulen völkerrechtswidrig angreife und dass die Hamas nur deswegen zivile Ziele angreife, weil ihre „Geschosse … – meist Raketen genannt“ so zielungenau seien. (Werner Ruf, Was hat dieser Krieg mit Verteidigung zu tun?)

Man hat also ein Problem mit Israel, oder Sartre paraphrasierend, ihnen ist dieser Staat, der sich als jüdischer Staat definiert, unangenehm. Einigen ganz offen, andere sehen sich eher als „Kritiker“ des Staates Israel, noch gewitzigtere – wie der eben zitierte – betonen, nur die israelische Regierung mit ihrer „kritischen Haltung“ gemeint zu haben. Allen ist gemeinsam, Juden oder Israelis auf ihrer Seite zu wissen, die der gleichen Meinung sind wie sie selbst – was sie als Beweis erachten, keine Antisemiten sein zu können. Was sie aber tun entspricht dem, was Sharansky beschrieben hat. Sie legen doppelte Standards an, sie verurteilen Israel für vermeintliche Taten, die dessen Sicherheitskräften angedichtet werden, was sie der Hamas, die dies tatsächlich tun, durchgehen lassen, sie dämonisieren Israel, indem sie behaupten, die unschuldig ums Leben gekommenen Opfer auf der palästinenischen Seite, seien gezielt ermordet worden und sie delegitimieren den Staat Israel, indem sie seine gebotenen Handlungen als souveräner Staat, der wie jeder andere auch, seine Bürger zu schützen hat, prinzipiell in Frage stellen.

Dieser Personenkreis ist nun maßgeblicher Teil des in Kassel aktiven Vereins Stolpersteine in Kassel, der sich, das sei nur am Rande erwähnt, zu allem Überfluss auch noch im Kasseler Café Dschihad – besser bekannt als Café Buch-Oase – trifft. Wie oben angemerkt, hat das Engagement dieses Personenkreises vermeintlich lautere Gründe. Diskussionen, die über die Stolpersteininitiative geführt worden sind, dürften weitgehend als abgeschlossen gelten. Viele Einwände werden nicht mehr vorgebracht, obwohl sie inhaltlich nach wie vor Gültigkeit haben. Die, die lauthals gegen die Stolpersteininitiativen ankrakeelen sind Rechtsextreme und andere Zurückgebliebene, die, entgegen des allgemein staatlichen Grundkonsens, immer noch nicht verstanden haben, dass die Erinnerungs- und Geschichtsbewältigungsarbeit der deutschen Volksgemeinschaft mehr nützt als schadet.

Nicht etwa Einzelpersonen, die dem Verein angehören, der Verein als solcher hat zweimal den Aufruf zum Ostermarsch unterzeichnet. Die Ostermarschierer gehören nun eindeutig zu denen, die große Probleme damit haben, dass mit Israel ein souveräner jüdischer Staat existiert, der selbst darüber befindet, mit welchen Mitteln, wann und wie er gegen diejenigen vorgeht, die seine Bürger angreifen und bedrohen, den ganzen Staat oder schlicht das Leben von Juden in Frage stellen und dies etwa nicht nur in ihren wüsten Fieberträumen sondern auch in die Praxis umzusetzen trachten. In ihren Reihen tummeln sich Leute, die nicht nur die eine oder andere Entscheidung des israelischen Staates in Frage stellen, sondern die sich, wie Ulrich Restat, ausgewiesen als Mitinitiator des Kasseler Vereins Stolpersteine in Kassel, in verleumderischer, ja hetzerischer Weise als Israelhasser hervortun und sich somit als Antisemiten outen oder gar zu Apologeten palästinensischer Terroraktivitäten mutieren. So geschehen am 15.08.2014.

Die offene Manifestation des Antisemitismus – Intifada bis zum Stolperstein

Restats Rede am 15.08.2014 strotzt nur von Gleichsetzungen der israelischen Regierung mit den Aktionen Nazideutschlands. Israel ist für ihn ein „Strafgericht für die Palästinenser“, das ungerechter Weise über sie gekommen sei. Kein Wort zu den Ursachen, die 1948 dazu geführt haben, dass neben hunderttausenden Juden aus vielen arabischen Staaten auch viele arabische Bewohner aus den nach dem UN-Teilungsplan ihnen zugeschriebenen Gebieten vertrieben wurden oder vor den Israelis flüchteten. Kein Wort über die Kollaboration wichtiger Führer der arabischen Palästinenser mit den Nazis. Dass das eigentliche Strafgericht für die Palästinenser die Herrschaft der Hamas ist, auf diese Idee kommt Herr Restat natürlich auch nicht. Israel verübe Massaker und ermorde heute wehrlose Palästinenser, wie weiland die Deutschen wehrlose Juden in Auschwitz ermordeten. Für beides schäme er sich. Alles laufe darauf hinaus, dass Israel seinen Gegner, die Palästinenser in die Knie zwingen wolle, sie endgültig besiegen wolle. Das, so Restat, käme uns Deutschen doch bekannt vor.

Vermutlich meint er, dass Deutschland mit seinem Vernichtungskrieg die Sowjetunion, Jugoslawien, Polen usw. restlos mitsamt einem Großteil seiner Bewohne beseitigen wollte – „in die Knie zwingen“, ein verharmlosender Ausdruck für Vernichtungskrieg. In die Knie gezwungen wurde im 2. Weltkrieg Deutschland von den Alliierten, musste es werden – daher kommt dies in Wirklichkeit den Deutschen auch bekannt vor. Legionen zählen die Litaneien über den 20. Juli 1944, der angeblich auch daran gescheitert sei, weil die Alliierten auf die bedingungslose Kapitulation Deutschlands beharrten. Man kann es drehen und wenden, Restat redet unsäglichen Müll, der jedoch Anschlussfähigkeit an den Geist der deutschen Volksgemeinschaft beweist. Zu allem Überfluss verzweifelt Restat daran, dass die Juden gar nichts aus dem gelernt hätten, was ihnen angetan worden ist. “Fassungslos” sei er “über die Tatsache, wie reibungslos dort” – in Israel – “aus den jüdischen Überlebenden des Holocaust und ihren Nachkommen Täter werden konnten.” Auschwitz als Erziehungsmaßnahme hat also völlig versagt. Zum Schluss erwähnt er seinen Traum, auch Stolpersteine in Palästina verlegen zu können, nicht etwa für die jüdischen Opfer arabischer Pogromisten von 1919 bis heute, nein, für die „wehrlosen“ Palästinenser, die vom jüdischen Staat massakriert worden sind.

Der Vorsitzende des Vereins Stolpersteine in Kassel lauscht den antisemitischen Reden seiner Gesinnungsgenossen am 15.08.2014 in Kassel

Der Vorsitzende des Vereins Stolpersteine in Kassel lauscht den antisemitischen Reden seiner Gesinnungsgenossen am 15.08.2014 in Kassel

Der andere Redner Abraham Melzer sprach davon, dass der Widerstand der Palästinenser gerechtfertigt sei, genauso wie es der Widerstand der Franzosen oder der der sowjetischen Partisanen gegen die Nazibesatzung gewesen sei und führte aus “die Waffen-SS war eine kriminelle Armee und die IDF ist es leider auch. Der Unterschied liegt nicht in der ‘Qualität’ der Verbrechen, sondern in der ‘Quantität’.” Auf dieser Kundgebung war auch der Vorsitzende des Vereins Stolpersteine in Kassel zugegen, er protestierte nicht etwa gegen die Hetzreden des Restat und des Melzers, sondern er drückte seine Solidarität, Zustimmung oder Zugehörigkeit als Zuhörer mit dem Schild „Israel – Endlose Kriege – Israel schafft sich ab“ in der Hand aus.

Das Problem – die Berichterstattung

Es gäbe also genug Stoff für eine lokale Berichterstattung, dieses Thema kritisch aufzugreifen, die Zusammensetzung des Vereins, seine Motive zu hinterfragen, dem Widerspruch auf den Grund zu gehen, dass leidenschaftliche Antizionisten Gedenksteine für tote Juden verlegen – aber nichts davon. Auf einer ganzen Seite berichtet die HNA am 26.09.2014 über das Vorhaben der Stolpersteinaktivisten. Wäre es unbekannt, wer die Personen dieses Vereins sind, wären sie unbeschriebene Blätter, eine durchaus löbliche journalistische Leistung – weiß man, dass die HNA an gleicher Stelle sonst gerne auch über Kampfflieger und Panzerfahrer der Nazis, über Wehrmachtssoldaten die mit “Hitlersägen” hunderte GIs niederschossen berichtet – wenn nicht gerade über Gelbe Säcke, Buchsbäume und Nacktschnecken berichtet wird, so beschleicht einem ein übles Gefühl.

Obwohl dieses Blatt die Kundgebung am 15.08.2014 mit deutlichen Worten charakterisierte, trotzdem kein Wort zu den Stolpersteinaktivisten Kassels, die diese Kundgebung maßgeblich prägten. Das hat möglicherweise etwas mit der Wahrnehmung und dem polittheoretischen Sachverstand der Spezialisten für gelbe Säcke, Nacktschnecken, Buchsbaumpilzen usw. zu tun. Felsenfest in der Annahme, die Kundgebung und das Wirken des BgA-Kassel am 15. Juli 2014 richtig beschrieben und darüber berichtet zu haben, sehen sie wohl weder in den Kundgebung vom 15. Juli noch vom 15. August eine Manifestierung des Antisemitismus, sondern eine Demonstration für den Frieden, bei der “nicht alles unter Kontrolle zu halten” war und es ein paar Extremisten gegeben hat, die über die Stränge geschlagen haben.

Anstatt nun die Initiatoren der antisemitischen Aufmärsche eindeutig als das zu bezeichnen was sie waren, nämlich entweder naive Schülerinnen ohne politischen Sachverstand oder eben Antisemiten, oder sie wenigstens mit Verachtung zu strafen grub die HNA eine Dame aus, die für eine Palästinensisch-Deutsche-Gesellschaft sprach und setzte diese mit dem Vorsitzenden der DIG Kassel an einen Tisch (Nicht alle unter Kontrolle, HNA, 11.08.2014). Das vom Reporter für Gelbe Säcke in Kassel geführte Interview ging aus wie das Hornberger Schießen, wie auch anders, bezeichnete diese Dame die antiisraelischen Kundgebungen als „ihre Demo“ und beschwerte sich namentlich über das BgA-Kassel, dass diese als das bezeichnet hat, was sie waren. Worüber soll man mit einer solchen Vertreterin diskutieren, wenn man für die Freundschaft mit Israel streitet, eigentlich über nichts. Oelsen sprach tapfer die Wahrheit über den 15. Juli aus und vermied es allzu versöhnlich zu erscheinen und schlug den von der HNA phantasierten Wunsch aus, doch eine gemeinsame Friedensdemo zu initiieren. Mangels eigener Kompetenz, dass zu erkennen was offensichtlich ist, ließ die HNA diese Frau ihre Sätze über den friedlichen Charakter der Kundgebung und gemeinsame Grundlagen unwidersprochen absondern, fühlte den Phrasen der Frau nicht auf den Zahn und konnte noch nicht einmal, etwa durch gezieltes Nachfragen, die gegensätzlichen Standpunkte der beiden Gesprächspartner ordentlich herausarbeiten, sondern suchte nach „Lösungen“. Die Zeitung ließ es dann noch zu, dass die Dame im Zusammenhang eines zukünftig friedlichen Miteinanders, die jüdische Gemeinde über ihre Bündnispartner, speziell das BgA-Kassel belehrte. Womit wir beim Ausgangspunkt angelangt wären.

Mitternachtskinder von Salman Rushdie August 31, 2014 | 08:37 am

Weil nicht immer Zeit für eine detaillierte Auseinandersetzung ist und auf starke Texte, die durchaus für sich selbst sprechen, doch hingewiesen werden soll, werden in der Sonntagsgesellschaft in Zukunft immer mal wieder kurze Empfehlungen zu Romanen erscheinen, bei denen es zu einem Artikel (noch?) nicht ganz gereicht hat. Heute: Mitternachtskinder von Salman Rushdie Mitternachtskinder ist […]

Fragiles Miteinander August 28, 2014 | 11:15 am

Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef im Bundestag, hat heute den Erfolg des Islamischen Staates erklärt: “Was wir im Augenblick erleben, ist zu einem großen Teil zurückzuführen auf den zweiten Irak-Krieg.” Die Formulierung umfasst sehr schön alles, was mit dem Thema zu tun hat: alles, was wir erleben. Inhaltlich passt diese Sichtweise der SPD und den Deutschen in den Kram, denn diesen Krieg haben sie bekanntlich immer abgelehnt.

Die FAZ zitiert Oppermann: “Damals sei das fragile Miteinander der Volksgruppen und Religionen im Irak zerstört worden.” Dieses fragile Miteinander war bis dahin bekanntlich von Saddam Hussein und Giftgaslieferungen aus Deutschland und Europa zusammengehalten worden. Heute sieht es anders aus, die Bundesregierung möchte Waffen an die Kurden liefern. Nach Oppermanns Verständnis soll mit diesen Waffen der Schlamassel behoben werden, den die Amerikaner hinterlassen haben. Gekämpft wird aber natürlich nicht gegen Amerikaner. Tatsächlich werden die deutschen Waffen mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen nicht weniger interessanten Gegner treffen: deutsche Staatsbürger.

Markus Ströhlein in der Jungle World:

»Mittlerweile sind weit mehr als 400 Leute aus Deutschland nach Syrien gereist«, sagte Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, in der vergangenen Woche dem WDR. Die Schätzungen der Gesamtzahl an Kämpfern des IS gehen weit auseinander. Nimmt man eine mittlere Zahl von 10 000 an, dann reicht es für Deutschland zwar nicht zum Exportweltmeister für Jihadisten. Doch 400 Kämpfer sind keinesfalls zu vernachlässigen, zumal insgesamt nur 2 000 bis 3 000 Milizionäre des IS aus Europa kommen.

[...]

Angesichts des Vormarschs des IS auf die irakische Stadt Mossul im Juni verwies Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schlicht auf die USA: »Natürlich haben die Amerikaner eine ganz besondere Verantwortung.« Und sie fügte hinzu: »Was Deutschland beitragen kann – jenseits jedes militärischen Engagements –, das ist sicherlich, zu versuchen, den politischen Prozess mitzubegleiten.« Was so viel heißt wie: Sollen die Amis doch ausbaden, was sie sich im Irak eingebrockt haben – aus Deutschland gibt es höchstens schlaue Ratschläge. Hierbei handelte es sich offensichtlich um die offiziell beschlossene Regierungspolitik in der Sache.

Diese Politik bekräftigt Oppermann jetzt mit seinem Verweis auf die Verantwortung der USA. Die europäische Dimension des Islamischen Staats wird dabei nicht nur von ihm weiter vernachlässigt. Spätestens seit der Ermordung des Journalisten James Foley durch einen Briten ist sie allerdings nicht mehr zu übersehen. Nimmt man einen Anteil von 3.000 Europäern unter 10.000 IS-Djihadisten an, wird auch deutlich, dass deren Erfolg ohne die Europäer schwerlich möglich gewesen wäre. Angeblich kämpfen mehr muslimische Briten für den IS als für die britische Armee.

Herr Oppermann und Konsorten müssen sich fragen lassen, wieso hunderte Deutsche in ein anderes Land ziehen und dort morden, vergewaltigen und plündern. Sie müssen sich deshalb auch fragen lassen, welche Verantwortung Deutschland für das hat, “was wir im Augenblick erleben”. Und als Politiker darf man sie auch gerne um Lösungsvorschläge bitten.

Dass man keine deutschen Soldaten in den Irak schicken will, scheint derweil verständlich: Es sind ja schon welche da, nur halt keine von der Bundeswehr.

Cut August 27, 2014 | 07:54 pm

Louis C.K. hat gerade einen Emmy gewonnen für die Folge “So Did the Fat Lady” seiner somewhat autobiographischen Serie “Louie”. Die letzte Szene der Folge, für die es nun in der Kategorie “Outstanding Writing for a Comedy Series” einen Preis gab, geht sieben Minuten ohne einen einzigen Schnitt und ist nicht nur deshalb sehr bemerkenswert. Wer kann, schaut die ganze Folge, die gut 20 Minuten lang geht und auch ohne den Rest der Staffel funktioniert.

In der Kategorie “Outstanding Directing for a Drama Series” hat Cary Fukunaga mit einer Folge von “True Detective” gewonnen. In der Folge “Who Goes There” gibt es ebenfalls eine lange Szene ohne Schnitt, fast sechs Minuten, die für einiges Aufsehen sorgten. Wer “True Detective” noch nicht gesehen hat und das nachholen will, sollte diese Szene nicht vorwegnehmen. Ist aber geil – im Gegensatz zum Ende der Staffel, die meines Erachtens nach fünf von acht Folgen deutlich nachließ.

Ferguson und die Militarisierung der US-Polizei August 27, 2014 | 01:14 pm

Dieser Autor hatte die vergangenen Tage mit einer Bindehautentzündung zu kämpfen. Das war eine ziemliche Katastrophe für jemanden, der einen großen Teil seines wachen Daseins mit Lesen und Schreiben verbringt. Immerhin kann er jetzt davon berichten, welche erstaunlichen Fortschritte die Sprachausgaben von Android und OS X gemacht haben. Frau “Ava” (“I am an American English voice!”) liest nun auch nach der Wiedererlangung der Sehkraft Texte vor. Ungemein praktisch beim Aufräumen.

Leider ist die Diktierfunktion für Deutsch wegen der Groß- und Kleinschreibung faktisch unbrauchbar (Englisch funktioniert auch hier unerwartet gut). Deswegen kommen wir später als geplant dazu, einige Bemerkungen zu den jüngsten Vorgängen in der Kleinstadt Ferguson nach dem Tod eines schwarzen Teenagers aufzuschreiben.

(Kurz vorweg: Bei den deutschen Medien herrscht bezüglich des Aufbaus der US-Polizei wieder eine gewisse Verwirrung. Neben der üblichen Probleme mit der Nationalgarde ist diesmal der Name der Polizei des Bundesstaates ein Hindernis: Die Missouri State Highway Patrol (MSHP) ist — wie die Wikipedia bemerkt – ausdrücklich nicht nur für Raser auf Landstraßen zuständig. Deswegen wurden die Soldaten der Nationalgarde von Missouri auch der MSHP unterstellt. Wir haben diese Punkte alle schon besprochen.)

Was auffällt: Während hierzulande die Rassismus-Diskussion im Vordergrund steht, ist für viele amerikanische Medien die Militarisierung der Polizei ein fast gleichwertiges Thema (ob das gut oder schlecht ist, ist nicht Gegenstand dieses Blogs). Es geht darum, wie aus dem Freund und Helfer plötzlich Leute geworden sind, die aussehen, als wären sie direkt aus dem Irak oder Afghanistan eingeflogen. Den Kritikern zufolge führt die Polizei sich auch auf wie Soldaten.

Nun ist das das Thema eigentlich nicht neu –

In his book The Rise of the Warrior Cop, journalist Radley Balko notes that since the 1960s, “law-enforcement agencies across the U.S., at every level of government, have been blurring the line between police officer and soldier (…).”

- ist aber offenbar jetzt erst in den amerikanischen Mainstream-Medien angekommen.

Tatsächlich hat die US-Regierung in den vergangenen Jahrzehnten unter dem sogenannten 1033 Program jede Menge ausrangiertes Kriegsgerät an die örtlichen Polizei-Einheiten übergeben. Hintergrund ist ein Gesetz aus den 90ern, das mit dem Strom von gebrauchtem Material aus den jüngsten, ungewöhnlich langen Kriegen eine neue Dimension angenommen hat.

During the Obama administration, according to Pentagon data, police departments have received tens of thousands of machine guns; nearly 200,000 ammunition magazines; thousands of pieces of camouflage and night-vision equipment; and hundreds of silencers, armored cars and aircraft.

Mit machine guns sind hier offenbar M-16 Sturmgewehre gemeint (die auf Englisch eigentlich assault rifles heißen). Die armored cars sind so stark gepanzert, weil sie ursprünglich Landminen und andere Sprengsätze von Islamisten aushalten sollten. In einer längeren Analyse [PDF] mit dem Titel War Comes Home schätzt die Bürgerrechts-Organisation ACLU den Wert der so übertragenen Rüstungsgüter auf 4,3 Milliarden Dollar.

Als Begründung für das Programm 1033 wurde immer auf den “War on Drugs” verwiesen. Tatsächlich war die amerikanische Polizei Ende der 80er Jahre mit der neuen Dimension der Drogenkriminalität eher überfordert. Als der (übrigens damals von Demokraten beherrschte) Kongress die Möglichkeit schuf, gebrauchte Militärgüter weiterzugeben, gab es keinen wirklichen Aufschrei.

Allerdings hat sich die Zahl der Gewaltverbrechen zwischen 1993 und 2012 in den USA fast halbiert und der “Krieg” gegen Drogen wird zunehmend infrage gestellt. Auch der Kongress hat nach den Vorfällen in Ferguson angekündigt, das Rüstungsprogramm überprüfen zu wollen. Was daraus wird in einem Wahljahr muss noch abgewartet werden.

Parallel dazu gibt es noch ein ähnliches Programm des Heimatschutz-Ministeriums, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Kampf gegen den Terrorismus aufgelegt wurde. Die Polizei in Ferguson soll einen Teil ihrer Ausrüstung auf diese Weise bezogen haben.

Wir haben erwähnt, dass diese ganze Entwicklung vor Ferguson in den Medien wenig beachtet wurde. Die amerikanischen Blogger beanspruchen für sich, seit langem die paramilitärische Natur der US-Polizei thematisiert zu haben, wie zum Beispiel Glenn Reynolds von Instapundit. Im Jahr 2006 schrieb der Juraprofessor:

Dress like a soldier and you think you’re at war. And, in wartime, civil liberties — or possible innocence — of the people on “the other side” don’t come up much.

Die neue Kampfmontur der Polizei ist in einem Land, in dem man sich bekanntlich eher nach Anlass als nach Stand kleidet, viele schnippische Bemerkungen wert. Auf “Last Week Tonight” drehte der Kommentator John Oliver den “Kleider machen Leute”-Ratschlag für Karrieregeile um:

[I]f you are a cop in the United States, you should dress for the job you have, not the job you want

(Der Originalspruch wird dem interessierten deutschen Leser als Internet-Meme mit Batman [Foto] geläufig sein.)

Zuletzt müssen wir auf ein kleines Statistik-Problem hinweisen, das in den amerikanischen wie auch deutschen Medien überschlagen wird: Niemand weiß wirklich, wie viele Menschen in den USA von Polizisten erschossen werden.

Das uns von den Wahlen bekannte Statistikblog FiveThirtyEight geht ausführlich auf die Schwierigkeiten mit der häufig zitierten Zahl von etwa 400 justifiable police homicides pro Jahr ein. Die fangen mit dem Wort justified an — “nicht berechtigte” tödliche Zwischenfälle werden in den entsprechenden Datenbanken nicht erfasst.

[T]here’s no governmental effort at all to record the number of unjustifiable homicides by police. If [Michael] Brown’s homicide is found to be unjustifiable, it won’t show up in these statistics.

(Michael Brown ist der Name des Todesopfers in Ferguson.)

In dem Blog wird versucht, sich der Zahl auf andere Arten zu nähern — die Einzelheiten werden dem interessierten Leser zum Selbststudium überlassen. Zusammengefasst können wir sagen, dass sich kein klares Bild ermitteln lässt. Am Ende lautet das Fazit:

It’s more than 400.

[Korrektur 27. Aug 2014: Name von Opfer/Schütze verdreht, erster Hinweis von GW, vielen Dank.]


Mobbing für den guten Zweck? August 27, 2014 | 10:07 am

Zu den problematischeren Implikationen der Ice-Bucket-Challenge. Wer sich schnell über ungeliebte Meinungen aufregt lese bitte zuerst die Zwischenbemerkung (s.u.) und das hier: “The Ice Bucket Challenge Can Kill“. Erinnert Ihr euch noch an diesen Typen in der Schule, der euch einen Regenwurm bringt und dann großzügig gestattet: „Wenn du jetzt diesen Wurm verschlingst darfst du […]

Richard Dawkins und die “Summe an Glück” August 26, 2014 | 05:53 pm

Richard Dawkins, der einiges geschrieben hat, das ich schätze, hat zu meiner Enttäuschung die Abtreibung von Föten mit Down-Syndrom empfohlen und gar als “moralisch richtig” bezeichnet, mit einer Argumentation, die mir an Radikalität Peter Singer hinter sich zu lassen scheint:

Wenn deine Moral, so wie meine, auf dem Wunsch begründet ist, die Summe an Glück zu vergrößern und das Leiden zu verringern, könnte die Entscheidung, absichtlich ein Down-Baby zur Welt zu bringen, obwohl die Möglichkeit einer Abtreibung in der frühen Schwangerschaft besteht, im Hinblick auf das Wohlergehen des Kindes sogar unmoralisch sein.

Das Praktische an der Idee einer “Summe an Glück” ist, dass sie schlecht genug bestimmbar ist, um damit so ziemlich alles rechtfertigen zu können. Im zitierten Abschnitt klingt sogar durch, dass ein totes Kind mit Down-Syndrom zumindest weniger unglücklich wäre als ein lebendes. Gerade bei vielen Kindern mit Down-Syndrom ist dies völlig absurd:

Auffallend viele Menschen mit Down-Syndrom haben besondere Fähigkeiten im Bereich des Sozialverhaltens und der Emotionalität, die bereits im Kleinkindalter beobachtet werden können. So wurde in Studien festgestellt, dass „viele dieser Kinder deutliche Stärken im sozialen Funktionieren“ zeigen und „öfter eine aufgeweckte Stimmungslage haben, mehr auf Musik ansprechen und weniger anstrengend sind als gleichaltrige andere Kinder“. Dennoch können Menschen mit Down-Syndrom bezüglich ihres Sozialverhaltens und ihrer Emotionalität untereinander sehr verschieden sein. (Wikipedia)

Wenn Dawkins von einer “Summe an Glück” im gesamtgesellschaftlichen Sinn spricht, müsste er auch in Erwägung ziehen, wie sich diese Summe – und die Gesellschaft mit ihr – verändert, wenn ökonomistisches Denken sich bis in solch persönliche Bereiche wie die Frage einer Abtreibung hineindrängt. Vielleicht sinkt die gesellschaftliche “Summe an Glück” ja paradoxerweise, wenn Glück zu sehr quantifiziert und vermessen wird?

Weiter fragt man sich, bei welchen genetisch bedingten Erkrankungen Dawkins die Grenze zieht: Das Gleiche würde etwa bei einer genetischen Disposition für Typ-I-Diabetes zutreffen, was nach Dawkins’ Logik des Autors die Abtreibung nach Feststellung der Veranlagung beim Fötus bedeuten sollte – auch hier wäre es sogar unmoralisch, es nicht zu tun, da ja die “Summe an Glück” sinken könnte.

Um für mich zu sprechen: Der Summe meines persönlichen Glücks würde es gut tun, wenn Dawkins und einige seiner Anhänger weniger gefährlichen Unfug erzählten. Um für andere zu sprechen: Yes, right now Richard Dawkins is a liability to atheism. Und dass Atheisten manchmal schlimme Dinge sagen, beeinflusst die Wahrscheinlichkeit der Nicht-Existenz Gottes so wenig wie die Verbrechen religiöser Menschen die Möglichkeit seiner Existenz ausschließen.


loops haunt – howl August 25, 2014 | 06:34 pm



loops haunt - howl

“So grausam war Assads Giftgas-Terror” August 25, 2014 | 02:30 pm

Bild.de zitiert in einem langen Artikel über die Giftgasangriffe auf Ghouta vor einem jahr auch die von Wadi mitinitiierte Petition und zitiert aus unserem Dossier:

Auch die deutsch-irakische Hilfsorganisation Wadi e.V. hat gemeinsam mit syrischen Aktivisten eine Petition gestartet, die an die Weltöffentlichkeit appelliert, die Opfer der Angriffe nicht zu vergessen, und die schrecklichen Lebensumstände der Menschen in Ghuta beschreibt.

Ein Jahr nach den Angriffen sei die Situation vor Ort schlimmer denn je: Es mangele an Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, Medikamenten. Denn das Regime hungere die widerständischen Stadtteile gezielt aus, vor allem die Tausenden Verletzten der Giftgasangriffe seien schwer betroffen. „Ihre Behandlung wäre auch unter friedlichen Bedingungen extrem schwierig. Unter Belagerung und Beschuss ist sie praktisch unmöglich“, schreiben die Aktivisten.

„Das Assad-Regime hat überlebt und macht ungestraft weiter“, heißt es in der Petition. „Es nutzt weiterhin chemische Waffen und hat die Bevölkerung der belagerten Regionen völlig vom Rest der Welt abgeschnitten.“

Gefordert werden unter anderem ein Zugang für internationale Hilfsorganisationen und die UN, eine Flugverbotszone und internationale Ermittlungen gegen die Verantwortlichen.

Ein Kasseler Beobachter und seine roten Linien August 24, 2014 | 12:48 pm

Nachdem nun die REVO, die SAV, die Partei Die Linke, die MLPD und andere unangenehme Erscheinungen des deutschen Sozialismus und/oder Linkstums hier gebührend beschimpft worden sind, soll es diesesmal um eine doch etwas bedeutsamere Figur des lokalen Politzirkusses gehen.

Seit einigen Wochen tobt sich auf der Facebookseite des BgA-Kassel ein Kasseler Lokalmatador aus, der von der HNA einmal als unermüdlicher Nachfrager bezeichnet wurde. Dieser durchaus talentierte Politiker ging verschiedenen Vertretern der Stadtpolitik und auch einem seidenfadigen Chefredakteur einer berühmten lokalen Zeitung mit seinen in Sachen Flughafen, Schul- und Haushaltspolitik durchaus fachkundigen Nachfragen und Einsprüchen mächtig auf die Nerven, weil er rhetorisch und fachlich einfach mehr auf der Pfanne hat, als die meisten anderen derjenigen, die seit Jahren die städtische Politik bestimmen. Doch wie es in den Reihen der Linken so ist, schützt lokal-, sozial-, und finanzpolitischer Sachverstand vor theoretischer Dummheit nicht und das größte Engagement für soziale Gerechtigkeit geht oft einher mit hartnäckigem Israelhass, Antizionismus und Antisemitismus und absoluter Beratungsresistenz in diesen Fragen, so auch bei diesem Herrn (im Bild ganz Rechts).

... nicht nur graphisch ein Würfelhusten

… nicht nur graphisch ein Würfelhusten

Dieser wirft in seinem “Rathausblog” dem Autor dieser Zeilen vor, eine Kasseler Politgang mit der SA gleichzusetzten. Das ist natürlich Blödsinn und Ausdruck theoretischen Infantilismus’. Der vom Autor mehrfach gewählten Begriff SA-Voran ist Ausdruck einer Polemik, der eine theoretische Auseinandersetzung zugrunde liegt, die von den Genossen Jochen Bruhn, Stephan Grigat u.a. auf besten Niveau seit Jahren geführt wird, so dass hier der Verweis auf diese beiden reichen soll. Die theoretische Auseinandersetzung und Kritik muss aber für den Kasseler Beobachter so fremd sein, wie dem katholischen Priester befriedigender Sex, handelt es sich doch bei ihm um einen eben solchen Vertreter, der auf der gleichen Grundlage agiert, wie es die bisher hier Beschimpften tun. Im Unterschied zu diesen aber, sowohl vom Anspruch als auch von der Praxis her, bleibt es bei ihm beim sozialdemokratischen und/oder reformerischen Politikansatz, was ihn auch in bürgerlichen Kreisen zu einen Mann macht auf den man hört, was die ganze Angelegenheit aber noch bedenklicher macht.

Die Abkürzung SAV ist keine Erfindung des hier schreibenden Polemikers, sondern sie heißt ausgeschrieben S(ozialistische) A(lternative) V(oran). Wo steht geschrieben, dass man alle Wörter ausschreiben muss? Wenn mit der Polemik noch eine intelligentere Truppe der Kasseler Politbanden getroffen wurde, so ist dieser Umstand aber nicht nur der Selbstbezeichnung dieser Truppe geschuldet, sondern fusst auf eben jene von Bruhn und Genossen ausgeführten grundsätzlichen Kritik einer staats- und parteipolitisch sowie praxisfixierten Politik, die sich scheinkritisch im Rahmen vom Verhältnis Arbeit-Kapital-Nation bewegt, sprich die mit dem Anspruch die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft aufzuheben hausieren geht, ohne deren Grundlagen zu begreifen. Die gleiche Grundlage macht die Politik des nationalen Sozialismus des deutschen Nazifaschismus aus, der notwendig den Antisemitismus gebiert, was aber nicht heißt, dass etwa eine SAV und die “Israelkritik” das Gleiche seien, wie die SA, die 1933 durch Kassels Strassen marschierte und es damals nicht nur bei der “Judenkritik” beließ. Inhaltlich trifft die Kritik noch viel besser auf MLPD, auf die REVO und auf andere Untote des deutsch-nationalen Sozialismus zu, die ebenfalls in Kassel ihr Unwesen treiben.

Nun zieht der gute Mann wie weiland Barack Obama eine rote Linie, nämlich die, dass es nicht durchgehen könne, den islamistischen Massenmördern und Halsabschneidern mit der Waffe in der Hand entgegen zu treten und denjenigen die das blutige Handwerk doch endlich in die Hand nehmen mögen, dabei viel Erfolg zu wünschen. Das – nicht etwa das Treiben derer, die zu erledigen sich nicht nur der Autor dieser Zeilen, sondern die Betroffenen ihrer Herrschaft so sehnlichst wünschen – ist für den Kasseler Beobachter menschenverachtend, hasserfüllt und eine Grundlage für Faschismus. Wer auch nur einen blassen Schimmer davon hat, welcher militärischen Strategie sich Truppen wie die IS(IS) bedienen und wie es um ihre Schlagkraft bestellt ist, der weiß, dass es nur die geballte Feuerkraft und die höchste Professionalität derjenigen ist, die die todbringenden Werkzeuge auch bedienen können, die dazu beitragen werden, diese mörderischen Banden zu stoppen. Die, die das sind, sind nicht die Pace-Fähnchen, oder die roten Fahnen der SAV oder der Linkspartei schwingenden Trottel, sondern das ist die IDF und das sind die US-amerikanischen Streitkräfte mit ihrem Equipment. Ihr Tun auf die gleiche Stufe zu stellen – indem nämlich unterschiedslos von Mord und Totschlag die Rede ist – zeugt entweder von der theoretischen Dummheit oder von der perfiden Bösartigkeit des Kasseler Beobachters. Das ist keine Polemik mehr, sondern ebenso, wie wenn der Kasseler Beobachter z.B. die terroristischen Aktivitäten des Irgun gegen die britische Mandatsmacht als Gründungsakt des israelischen Staates bezeichnet und diesen daher in die moralische Nähe der Hamas rückt, eine Delegitmierung, in diesem Fall Israels, was als Ausweis dafür gilt, dass Antizionismus/Israelkritik antisemitisch ist.

Mehrfach ist im Blog “Schwerer Sand” in historischer Reflektion und im Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen, die die Alliierten gegen Deutschland führen mussten und die Israel heute gegen diejenigen führen muss, die Israel von der Landkarte tilgen wollen, festgehalten worden, dass das Töten im Krieg keineswegs eine zu bagatellisierende oder gar zu verherrlichende Angelegenheit ist und dass bei militärischen Auseinandersetzungen immer auch Unbeteiligte ums Leben kommen, die in jedem Einzelfall zu bedauern sind. Es ist etwas anderes, denen viel Glück und Erfolg zu wünschen, die ihre Köpfe für den notwendigen Kampf hinhalten müssen und auch darauf hinzuweisen, dass die IDF oder die US-amerikanischen Streitkräfte auf einer verfassungsmäßigen Grundlage einer demokratischen Gesellschaft agieren, als einer unterschiedslosen Gewaltästhetik zu huldigen, die etwa von Freunden des Militarismus betrieben wird oder gar von jenen, die dann ihre sonst geheuchelte pazifistische Haltung ganz schnell über Bord werfen, wenn es um die Apologetik des Kampfes der “unterdrückter Völker” gegen den US-Imperialismus oder gegen den Zionismus geht. Die Parole der Friedensfreunde „Nie wieder Krieg und Faschismus“, die jetzt auch wieder zum 1. September bemüht werden wird, wenn es gegen solche Gangster, wie die IS(IS), wie die Hamas, wie die Hisbollah, die Boko Haram u.ä., die Millionen Menschen mit ihrer Terrorherrschaft überziehen, wenn es gegen diese eben mit militärischen Mitteln gehen soll, so ist es angesichts des von diesen Kräften vorgebrachten Vernichtungsfurors, ihres Irrationalismus, ihrer Todesapologie so abenteuerlich wie dumm, wenn nicht sogar Ausdruck einer vom Autor dieser Zeilen schon mehrfach angedeuteten tatsächlichen Bedeutung der Friedensparole, nämlich „Nie wieder Krieg gegen deutschen Faschismus.“ Eine logische Konsequenz aus einem falschen Faschismusbegriff, der sich u.a. darin ausdrückt, dass das deutsche Volk als erstes und letztes Opfer des als Faschismus bezeichneten Nationalsozialismus gilt. Daher werden bis in die Reihen der Friedensfreunde die alliierten Kriegshandlungen, die auch die deutsche Bevölkerung in Mitleidenschaft zogen, als überzogenes oder unangemessenes militärisches Mittel, als ungerechte Bestrafung oder gar als Terror angesehen, und mit gleicher Verve wird dieser moralische Furor bei gegebenem Anlass und auch sonst dann gerne gegen Israel resp. die USA gerichtet, wenn diese ihre Feinde bombardieren.*

Der Kasseler Lokalmatador wirft dem Autor dieser Zeilen vor, eine Leimrute für junge Menschen auszulegen, die dann fähnchenwedelnd eine jämmerliche Figur der antideutschen Szene abgeben würden. Um seine These zu stützen, bemüht er auch noch einen abgeschmackten wie abgehangenen Restpostenartikel aus dem Neuen Deutschland, der Zeitung der prodeutschen Sozialisten. (Über die Dürftigkeit der ewig gleichen Leier die gegen “die Antideutschen” in Stellung gebracht wird; ebenfalls in dankenswerter Schärfe und Klarheit Bruhn.) Die Denkfigur, dass politische Positionen, die einem selbst nicht gefällig oder nicht erklärbar sind, nur Ausdruck einer bösartigen und hinterhältigen Manipulation sind, ist eine gehobenere Form einer Verschwörungstheorie, die die, für sie als politischen Irrungen und Wirrungen sich darstellenden und erscheinenden Unübersichtlichkeiten der Moderne nur dadurch erklären können, dass außerirdische, Echsenmenschen, die Westküste, irgendein Mastermind, der Mossad oder eben der Jude heimlich die Fäden ziehen und die Gedanken der Einfältigen und noch nicht Gefestigten prägen bzw. manipulieren. Das möglicherweise ein politischer und theoretischer Prozess der Auseinandersetzung (die der Autor dieser Zeilen in jahrzehntelanger theorie- und geschichtswissenschaftlicher Arbeit ebenfalls durchlaufen hat) dazu führt, mit Gewissheiten gebrochen zu haben, dass auch junge Menschen eigenständig politisch denkende Wesen sind, auch sie zu einem Urteil fähig sind, das den Positionen der Vertreter ewiger Gewissheiten widerspricht, das erscheint ihnen ein Ding der Unmöglichkeit, der Fernsteuerung oder/und eine Zumutung für die heilige Einheit der Linken – auf die dann Leute wie unser Beobachter mit den immergleichen Sophistereien, intellektuellen Dürftigkeiten, Tatsachenverleugnungen usw., andere noch Unbedarftere mit Gewalt oder Gewaltandrohung reagieren können.

Und da sind wir beim eigentlichen Kern des Problems. Im Gegensatz zum BgA-Kassel, das sich mit harten Polemiken begnügt und dem sonst das Individuum, seine Freiheit und körperliche Unversehrtheit (auch die des politischen Gegners) heilig sind (was schlicht und ergreifend bestimmte Koalitionen und Bündnisse ausschließt), tummeln sich in den Reihen der verschiedenen Bündnisse, dem Bündnis gegen Rechts, dem lokalpolitischen Bündnis Kasseler Linke und in Gewerkschaftskreisen Personen, die dem einen oder anderen von unseren Mitstreitern und Mitstreiterinnen schon mit körperlicher Gewalt gedroht haben und was ebenfalls Ausdruck dieser Geisteshaltung ist, die immer wieder fähig zur Querfront mit türkischen Faschisten, Islamfaschisten, Hisbollah- oder Hamassympathisanten, Antisemiten verschiedenster Provenienz u.a. unerfreulicher Zeitgenossen sind. Von daher wäre es wünschenswert, wenn aufgrund des Wirkens des BgA-Kassel der Spaltpilz in die heilige Einheitsfront der Linken getragen wird.

* das nicht jedes militärisches Engagement der USA dem hehren Ziel der Freiheit diente, ist eine Binsenweisheit, auf die hier in diesem Rahmennicht näher eingegangen werden muss.

UN befürchten Massaker in Amerli August 24, 2014 | 10:26 am

In der nordirakischen Kleinstadt Amerli droht nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein Massaker der sunnitischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) an der überwiegend schiitischen Bevölkerung. Der UN-Sondergesandte für den Irak, Nickolai Mladenow, sagte am Samstag in Bagdad, die Dschihadisten belagerten die Stadt seit fast zwei Monaten und die Lieferwege für Wasser und Lebensmittel seien abgeschnitten. „Die Lage der Menschen in Amerli ist verzweifelt und erfordert ein sofortiges Eingreifen, um ein mögliches Massaker an den Einwohnern zu verhindern“, sagte er laut Pressemitteilung.

Die Stadt liegt rund 170 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad. Mladenow appellierte an die irakische Regierung, die Belagerung durch die Extremisten aufzubrechen und die Versorgung der „unsagbar leidenden“ Menschen zu ermöglichen. „Die irakischen Verbündeten und die internationale Gemeinschaft sollten mit den Behörden zusammenarbeiten, um eine humanitäre Tragödie zu verhüten“, sagte er.

Quelle

Geschichtsblinde Quixoterien der Windkraftgegner August 24, 2014 | 07:44 am

Wenn man Pseudoästhetik gegen Windmühlen in Anschlag bringt… Vor einiger Zeit bei starkem Nebel mit dem Auto im rheinhessischen Hügelland. Jede Erhebung sieht gleich aus, jeder Baum, all die Schatten ferner Dörfer. Ich hatte mich hoffnungslos verfahren. Dann reißt nach Stunden, mitten in der Nacht, ich studierte gerade in einer kleinen Nothaltebucht die Karte, der […]

60 Menschen bei Kundgebung gegen Antisemitismus August 23, 2014 | 08:20 pm

An der antifaschistischen Kundgebungen gegen Antisemitismus nahmen am Freitagnachmittag etwa 60 Menschen teil. In den verteilten Flugblättern und den Redebeiträgen solidarisierten wir uns mit den Jüdinnen_Juden und erteilten antisemitischer Gewalt eine Absage.
Wie schon im Aufruf wurde dabei vor allem auf die antisemitischen Ausschreitungen und Parolen während der Anti-Israel-Demonstrationen der letzten Wochen bezug genommen, gleichzeitig jedoch klargemacht, dass der Antisemitismus in Deutschland kein „importiertes Problem“ (Gauck) ist. Auch das Grußwort des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Pinneberg Wolfgang Seibert wurde verlesen.
Nach anderthalb Stunden wurde die Kundgebung beendet.