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beitrag von Reflexion

Rechtfertigungen.

Nach den Auftritten der Band „Die Bandbreite“ auf dem „Linken Liedersommer“ (11.-13.06.2010) und dem „Festival des politischen Liedes“ (18.-20.06.2010) berichtete unter anderem die „Junge Welt“, die die Band als eine Art neuen Stern am linken Liedermacher-Himmel darstellte. Dabei schreiben Kritiker_innen der Band, dass sich diese durch Sexismus, Homophobie und Verschwörunstheorien auszeichnen würde. Eine Tatsache, die nicht nur von den Veranstalter_innen schlicht geleugnet wird, die der Band ein ums andere Mal ein Podium bieten.

Darauf verweist auch ein Jubelbericht Jane Zahns in der Wochenzeitung „Unsere Zeit“, der Zeitung der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP). Dort halluziniert Zahn über eine angebliche „Mailkampagne“ gegen „Die Bandbreite“, die „einige Mitbürger“ angeblich „losgetreten“ hätten, um den Auftritt der Band auf den linken Festivals zu verhindern. Doch die Veranstalter_innen, unter ihnen die „Freidenker“ um Klaus Hartmann, seien „frei genug“ gewesen, „um ihre Entscheidung“ nicht rückgängig zu machen“. Schließlich würde die Band doch nur angebliche „Ungereimtheiten und Lügen zum 11. September“ aufdecken. Trotzdem bekämen es die jeweiligen Veranstalter_innen angeblich mit „einer Kampagne zu tun“, wenn sie die Band einladen würden. Die Frage, wer denn diese ominösen „Kampagnen“ organisiert, durchführt und finanziert wurde im Partei-Organ leider nicht beantwortet, obwohl die Band eine Theorie über ihre Kritiker_innen entwickelt hat. Dafür schreibt Zahn, in der Zeitung der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP), ein mehr als positives Urteil über die Band: „Die Jungs sind einfach zu gut“, sie seien „ernsthaft politisch, emanzipatorisch, revolutionär“. „Die Jungs“ sollten überall zu hören sein, „wo Bewegung ist“. Zukünftigen Auftritte auf Veranstaltungen der „Deutschen Kommunistischen Partei“ (DKP) dürfte also nichts mehr im Wege stehen.
Die „Bewegung“ veranstaltete mit den „Jungs“ zunächst aber eine Podiumsdiskussion, bei der sich die Band als Opfer einer „Kampagne der Diffamierer“ generieren durfte und einen unfreiwilligen Einblick über ihr Verständnis von den historischen Ereignissen des 11. September 2001 und anderen Geschehnissen in der Welt ermöglichte. Die Podiumsdiskussion auf dem „Linken Liedersommer“ (11. – 13.6.2010) war, nach kritischen Artikeln, in diesem Blog und an anderer Stelle, anberaumt worden, allerdings ohne die Kritik der Kritiker_innen genauer zu beleuchten. Stattdessen wurden die Worte „Kampagne“ und „Diffamierung“ wie ein Mantra gebraucht.

Es wurde also eine Podiumsdiskussion, in dem die Band ihre Positionen widerspruchslos darstellen konnte und es keine kritische Stellungnahmen gab. Diese Farce nutzte die Band natürlich aus, um sich vor etwa 30 Zuhörer_innen, selbst in ein denkbar gutes Licht zu rücken. Doch auch hier wurde offensichtlich, was einige der ideologischen Grundlagen der Band sind.
Da wäre zum Beispiel ein rigider Anti-Amerikanismus, der bis zur Rechtfertigung des verbrecherischen Anschlags vom 11. September 2001 reichte, mittlerweile aber zur Verschwörungsideologie geworden ist. Bereits vor dem 11. September 2001 hätte die Band über die „schweinische Außenpolitik der USA“ debatiert und sich die Frage gestellt, „wann denen einer Mal auf’s Maul haut. Und dann passierte das genau am 11. September“ resümierte „Bandbreite“-Frontmann Marcel „Wojna“ Wojnarowicz in der „Podiumsdiskussion“. Heute glauben er und sein Mitstreiter, der Betriebsrat und „DJ“ Torben Pape, allerdings, dass „diese Türme kontrolliert gesprengt worden“ sind.
Eine weitere ideologische Grundlage der „Bandbreite“ sind die Theorien der rechtskonservativen Anti-Feministin Eva Herman, die von dem „Bandbreite“-Frontmann „Wojna“ Wojnarowicz in der Debatte auf dem „Linken Liedersommer“ bemüht wurde. Er müsse sich Eva Herman anschließen, sagte er dort und beklagte mit dieser rechten Ikone eine „Gleichschaltung der Mainstreammedien“. Dagegen würde auch „Die Bandbreite“ stehen. Natürlich sei man dabei „auch populistisch“ sagte „Wojna“ Wojnarowicz während der Podiumsdiskussion und spielte dabei auf den „Weltmeister“-Song der Band an, mit dem die Band ihre Liebe zur deutschen Nation zum Ausdruck bringt. Seine Liebe zur deutsche Nation brachte „Wojna“ Wojnarowizc auch einge Wochen später zum Ausdruck, als er den Sieg der DFB-Elf mit einer großen Deutschland-Fahne zelebrierte, CD’s verteilte und sich der Feierei hingab.

Neben solchen Bekenntnissen zur rechten Ikone Eva Herman im Besonderen und zum deutschen Populismus im Allgemeinen, ging es bei der Podiumsdiskussion auch um die Kritiker_innen der Band, die allerdings nicht eingeladen worden waren. Ungefähr „50 Seiten im Internet“ und ein Comic hätten sich diese Kritik zur Aufgabe gemacht, behauptete „Wojna“ Wojnarwicz, um dann zu vermuten: „Irgendjemand bezahlt das doch, oder?“. Diese rhetorische Frage wusste sich „Wojna“ Wojnarowicz selbst zu beantworten:

„Man braucht sich eigentlich nur angucken, wer hat ’nen Nachteil davon, dass wir so ’nen Song über 11. September gestalten. Dann kann man sich ungefähr vorstellen, wo diese ganzen Diffamierungen herkommen und wer dafür bezahlt. Und ich bin mittlerweile sehr überzeugt davon, dass dafür bezahlt wird“

Letztendlich sind es für die Band mächtige Institutionen aus den USA, die linke Blogs und antifaschistische Proteste gegen die Band finanzieren, weil die Band den Song „Selbst gemacht“ herausgebracht hat. Ein „Zensurbüro“ würde darüber hinaus darüber wachen, dass keine positiven Artikel über die Band erscheinen würden. „Bandbreite“-Frontmann „Wojna“ Wojnarowicz hat sich also seine eigene kleine, paranoide Verschwörungstheorie geschaffen, bei der seine „kleine Band“ durch „Diffamierung“ bedroht ist, die durch die USA finanziert wird.

In der Debatte nach der Podiumsdiskussion meldeten sich einige überzeugte „Bandbreite“-Fans zu Wort. Zu diesen gehört nicht Jane Zahn, Autorin der Wochenzeitschrift „Unsere Zeit“, die nach diesem Auftritt einen Jubelbericht verfasste, aber das Mitglied des Parteivorstands der „Linkspartei“, Diether Dehm, der sich selbst als „glühender Verschwörungstheoretiker“ bezeichnete. In seinem verbalen Rundumschlag ging es vor allem um „die Antideutschen“, die er als „Neue SA“ diffamierte. Er könne nicht, wie „die Antideutschen“, von „strukturellen Antisemitismus“ reden. Dort gab es den ersten verbalen Widerspruch, dem Diether Dehm entgegnete, „man“ müsse sich „auch mit der Hamas solidarisieren können“. In seinem Beitrag wies der „Linkspartei“-Politiker Dehm auch noch darauf hin, dass er „eine Spende getätigt“ hätte, um den Auftritt der Band zu unterstützen und um „Ordner“ zu finanzieren, um die Band vor der „antideutschen SA“ zu schützen. Zumindest die Frage, wie die Band ihre andauernden Klagen gegen Kritiker_innen finanziert, dürfte auf diese Art und Weise fast geklärt sein.


O-Ton vom „Linken Liedersommer“: Hamas Solidarität a la Diether Dehm.

Allzu groß dürfte die „Spende“ des Diether Dehm allerdings nicht gewesen sein. Schließlich bettelt die Band, nach ihren Auftritten auf dem „Linken Liedersommer“ und dem „Festival des politischen Liedes“ über ihre Internetseite um Spenden, um „vor Gericht gegen diese falschen Vorwürfe und Verleumdungen“ vorgehen zu können. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form die Band gegen linke Autor_innen, Zeitschriften und sonstige Publikationen vorgehen wird, um sie zum Schweigen zu bringen.

Die Photos stammen von Auftritten der Band „Die Bandbreite“ auf dem „Linken Liedersommer“ und dem „Festival des politischen Liedes“

Einen ausführlichen Hintergrundbericht zur Band gibt es hier.