Schlamassel Muc

„Wandel durch Handel“: Bayerische Wirtschaft stützt weiter das iranische Regime

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zählt zu den mächtigsten Wirtschaftsverbänden in Deutschland. Trotz der aktuellen Proteste im Iran gegen das Mullah-Regime möchte die vbw die Handelsbeziehungen mit den iranischen Machthabern weiter ausbauen. Man hoffe jetzt vielmehr auf „politische Stabilität“, heißt es auf eine Anfrage von Schlamassel Muc.

Solidaritäts-Kundgebung heute (5. Januar 2018) in Regensburg

In den letzten Tagen fanden auch in Deutschland etwa ein Dutzend Solidaritätskundgebungen mit den Protestierenden im Iran statt. Unter dem Motto „Solidarität mit den Protestierenden im Iran – Gegen das Schweigen und die Kumpanei mit dem Regime!“, demonstrierten heute etwa 40 Menschen auch in Bayern – in Regensburg. „Die Protestierenden im Iran wehren sich gegen ein Regime, das seit beinahe 40 Jahren Oppositionelle foltert und hinrichtet, das die Gewerkschaften zerschlug, Homosexuelle verfolgt und ermordet, das Frauen und Mädchen unter den Schleier zwingt und sie ihrer Rechte beraubt“, sagte der Sprecher der Organisatoren, Stefan Dietl.

Anders sieht das die vbw. Gerade Kumpanei mit dem Regime erscheint dem bayerischen Wirtschaftsverband ein Erfolgsmodell zu sein. Auf eine Twitter-Anfrage von Schlamassel Muc, ob die vbw ihre Repräsentanz in Teheran wieder schließt, heißt es in der vbw-Stellungnahme, „Wandel durch Handel“ sei langfristig „der einzig zielführende Weg, totalitäre Regime in der Weltgemeinschaft einzubinden“. Trotz der aktuellen „Unsicherheiten“, sehe die vbw weiterhin „große Chancen für unsere Unternehmen im Iran“.

In den ersten zehn Monaten habe man mit Waren-Exporten bayerischer Unternehmen in den Iran im Wert von 283 Millionen Euro bereits im Oktober das Vorjahresergebnis (275 Mio.) übertroffen, heißt es weiter. „Dieser Trend wird sich nur fortsetzen, wenn politische Stabilität besteht. Darauf hoffen wir.“

Ein besonderer Tag, selbst für Bayern
Politische Stabilität im Iran bedeutet, das islamistische Regime kann seinen Tugend- und Hinrichtungsterror weiter ungehindert fortsetzen. Politische Stabilität im Iran bedeutet aber auch politische Instabilität im Nahen Osten. Denn die iranischen Machthaber zündeln vielerorts fleißig mit. Dass „Handel“ im Iran zum „Wandel“ führe, wurde bereits jahrzehntelang widerlegt. Vor den Wirtschafts-Sanktionen blühte der Handel mit dem Iran außerordentlich. Das Regime hat sich währenddessen verfestigt und immer größere Teile der iranischen Gesellschaft radikalisiert.

Der Iran ist aktuell die größte Bedrohung für den jüdischen Staat. Und wer dem iranischen Regime und Terrornetzwerk – teilweise sogar kriegswichtige – Hochtechnologie liefert, ist btw. vieles – aber mit Sicherheit kein Freund Israels. An diesem 5. Januar haben es die bayerischen Herrschaften schon dicke kommen lassen. Die vbw hält an ihrer Kumpanei mit dem Holocaust-Leugner-Regime im Iran fest, der FC Bayern trainiert im judenfeindlichen Katar und der Antisemit Orban ist zu Besuch auf der CSU-Klausur. Prost Mahlzeit.

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