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Dies sind nicht die Raum-Zeit-Tore, die Ihr sucht.

Wir haben ja vor kurzem über den Hauptschulaufsatz berichtet, den Herr Walach und sein Institut als Masterarbeit angenommen haben. Diverse Zeitungen haben das Thema auch aufgegriffen, was beim Institut nicht sehr gut ankam und auch zu Klagen führte. Der Präsident der Viadrina, Gunter Pleuger, erklärte, sich vor dem 8. Juni nicht äußern zu wollen, da an diesem Tag der Bericht der Strukturkommission erwartet wird und er diesem nicht vorgreifen wolle. Da der Bericht ja nun fällig ist, warten wir gespannt auf einen Kommentar des Herrn Pleuger zu der Kozyrev-Arbeit.

Man muss durchaus zugeben, Herr Walach verteidigt die Arbeit mit einer diffizilen Strategie, die an Obi-Wan Kenobi erinnert:

Walach/Schmidt in einem Offenen Brief:

“Die Tatsache, dass die Arbeit Kozyrev widerlegt ist von den aufbrausenden Kritikern offensichtlich übersehen worden.”

Die Masterarbeit:

“Die Wirksamkeit der Spiegel halte ich für erwiesen wegen: – der Ergebnisse der Vorexperimente – der Ergebnisse im Testarm 2 “offen” für den Spiegel”

Ganz klar. Widerlegt und erwiesen sind ja praktisch dasselbe.

In einer Unterlassungserklärung an die FAZ wird behauptet:

Die falsche Tatsachenbehauptung wird auch nicht dadurch richtig, dass seitens des Instituts unseres Mandanten eine Zusammenarbeit mit der DGEIM beabsichtigt war.

Dazu die DGEIM:

Ebenfalls in Kooperation mit der deutschen Fachgesellschaft DGEIM wird nun auch in Berlin ab Sommersemester 2010 zusätzlich zu den bisher bestehenden Wahlpflichtmodulen das neue Wahlpflichtmodul
energy medicine von der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt / Oder) angeboten.

(Quelle: DGEIM)

Ja, das ist ja ganz etwas anderes. Im einen Fall wird von Zusammenarbeit geredet, im anderen Fall von Kooperation.

Wir schlagen übrigens eine sofortige Abmahnung an die DGEIM vor. Wie kommen die dazu, so etwas zu behaupten?

In diesem Sinne kann man auch diese Äußerung von Herrn Walach sehen:

Dass sie nun öffentlich geworden ist, ist nicht in Ordnung und ist auch ohne unser Wissen und ohne Wissen und Billigung des Autors geschehen …

(Quelle: Blog von Harald Walach)

Messerscharf gefolgert, Dr. Walach! Dass die Arbeit öffentlich wurde, ist das eigentliche Problem. Hätte sie keiner online gestellt, wäre die Welt in Ordnung geblieben (Herr Walach sollte konsequenterweise die Fostac AG abmahnen).

Des Weiteren wird angemahnt, dass der Kurs in energy medicine nicht wie behauptet “erst nach erheblicher Kritik wieder abgesagt” wurde. Denn diese Behauptung stimmt wohl nicht:

Der ausschließliche Grund bestand in der zu geringen Teilnehmerzahl …

Der Kurs wurde also nicht abgesagt, weil er unwissenschaftlich und eine Schande ist – nein, wenn er mehr Leute interessiert hätte, wäre er wohl tatsächlich durchgeführt worden. Ja, das macht alles gleich viel besser.

In einem weiteren Text behauptet Herr Walach:

Wir haben mit einigen Autoren, die auf “scienceblogs” schreiben eine Diskussion zu diesem Thema geführt und sind in wesentlichen Punkten sogar zu einer Übereinstimmung gekommen.

Zumindest Joseph Kuhn, einer der Scienceblogger, die das Thema aufgegriffen haben, bestreitet diese Behauptung:

Mit mir ist in keinem der entscheidenden Punkte, die die Masterarbeit betreffen, eine Übereinstimmung erreicht worden. Ich wüsste auch nicht, wo hierfür eine Grundlage bestehen sollte.

(Quelle: Blog von Joseph Kuhn)

Obwohl wir keine Rücksprache mit Florian Freistetter gehalten haben, würden wir wetten, dass auch mit ihm keine Übereinstimmung erzielt wurde. Wir wetten sogar, dass er nicht einmal angeschrieben wurde.

Nun ist uns alles klar: “Dies sind nicht die Raum-Zeit-Tore, die wir suchen.”

Aber noch eine Nebelgranate zum Abschluss.
Sehr schön auch der Kommentar vom Pressesprecher(?) Andreas Giesen:

Sowohl das experimentelle als auch das konzeptuelle Vorgehen der Arbeit ist dabei strikt wissenschaftlich. “Esoterisch” ist an dieser Arbeit allenfalls die untersuchte Theorie.

Dieses Argument ist ernsthaft verblüffend. Hier ein paar Links, die erklären, warum die Arbeit NICHT strikt wissenschaftlich ist:
* Wissenschaftstheorie, Wissenschaftspraxis, Wissenschaftspolitik – die unendliche Geschichte esoterischer Betätigungen an der Viadrina
* Pseudowissenschaft an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt: Professor Harald Walach und der Kozyrev-Spiegel
* Ein Walach versteht die Welt nicht mehr…

Es ist Kennzeichen guter Wissenschaft auch vermeintliche “Tabuthemen” ergebnisoffen einer konzeptuellen und empirischen Prüfung zu unterziehen.

Sehen wir auch so, die Arbeit prüft ganz offensichtlich völlig neutral und ergebnisoffen:

Am ehesten umschreiben kann man es vielleicht mit: Aufladen, wie an einem Akku – schwerelos – zeitlos – wooohlfüüühlen.”

Die Macht ist stark in dir, Andreas!

Um uns den qualitativen Standards der Kozyrev-Arbeit anzunähern, wollen wir des Qualitätsstandards an dem Institut mit unserem Lieblingszitat aus Star Wars gedenken: “Er ist tot, Jim.”