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beitrag von Reflexion

Vorgetragenes zur ‘Occupy-Bewegung’.

Am 07. Januar 2012 habe ich in Dresden einen Vortrag zur „Occupy-Bewegung” gehalten, die nach den Demonstrationen am 15. Januar 2012 in der politischen Versenkung verschwunden ist. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Gemeinschaft gegen die angeblichen „1 Prozent”, die für alles Schlechte dieser Welt verantwortlich gemacht wird. Er umfasst eine Auseinandersetzung mit den regressiven Tendenzen dieser Bewegung, die durch eine verkürzte und oftmals verschwörungsideologisch angehauchte Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse auf sich aufmerksam machte. Außerdem gibt es zahlreiche Beispielen für die typischen Aktivist_innen der „Occupy-Bewegung”: Verschwörungsideologische Akteure, antisemitische Propagandist_innen, Holocaustleugner_innen, Querfrontler_innen und die Kader rechtspopulistischer Parteien und Kleinst-Gruppen waren von Anfang beteiligt. Strukturell antisemitische Plakate und nationalistische Parolen waren wohl auf jeder Aktion der „Occupy-Bewegung” zu lesen und zu hören. Außerdem steuerte die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite” mit ihrem Lied „Was ist los in diesem Land” den Soundtrack zum Camping bei. Die Band, der Antifaschist_innen „sexistische, antisemitische und NS-relativierende Songtexte” vorwerfen, durfte sowohl auf einer Demonstration in Frankfurt als auch auf einem Marsch in Berlin auftreten. Am Ende des Vortrages geht es — etwas theoretischer — um verkürzte Kapitalismuskritik und die Rolle der deutschen Linken, die die Bewegung vollkommen unkritisch begrüßte. Der etwa einstündige Vortrag wurde von den Veranstalter_innen, den Genoss_innen der „Freien Vereinbarung Dresden”, mitgeschnitten. Er kann nun an dieser Stelle angehört werden.