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beitrag von Reflexion

Gegen jeden Antisemitismus!

In Bremen hat sich ein Bündnis gebildet, das die unsäglichen Aktionen verschiedener linker Friedensgruppen, aus einer antifaschistischen Perspektive kritisiert. Das „Bremer Bündnis gegen den Antisemitismus“ verweist unter anderen auf die Aktionen des sogenannten „Bremer Friedensforums“, das nicht nur zum Boykott israelischer Waren aufruft, sondern auch an der Organisation antisemitischer Aufmärsche beteiligt war.

Auf einem dieser Aufmärsche, der im Juni 2010 anläßlich der Erstürmung der Gaza-Flotille in Bremen stattfand, wurden Parolen wie „Tod, Tod Israel“ oder „Kindermörder Israel“ gebrüllt. Hier wurde also an die antisemitische Ritualmordlegende angeknüpft und die Vernichtung des israelischen Staates eingefordert. Einige Demonstrant_innen trugen Israelfahnen, die anstatt des Davidsterns ein Hakenkreuz zeigten und die mit der Unterschrift „Greatest Devil“ versehen waren. Auf Transparenten waren antisemitische Stereotype zu sehen. Eines zeigte einen mit einem blutigen Messer bewaffneten Menschen, auf dessen Mütze ein Davidstern zu sehen war. Er zog einen hilflosen Fisch hinter sich her, den er augenscheinlich erlegt hatte. Auf anderen Transparenten machten Friedens-Aktivist_innen aus ihrer anti-israelischen Vernichtungsphantasie kein Geheimnis: „Israel ist das Problem – Palästina die Lösung“, war dort zu lesen.
Mit ihrer Rede hatten die Mitglieder des „Bremer Friedensforums“ die versammelte Masse angeheizt. Hier war von einem „Massaker auf einen Hilfskonvoi für Gaza“ die Rede und es wurde dazu aufgerufen, keine israelischen Waren zu erwerben. „Wir finden es außerdem an der Zeit, Waren aus Israel zu boykottieren“, sagte der Sprecher des Friedensforums. Die Politik des israelischen Staates wurde tatsächlich als „eine Gefahr für die Staatengemeinschaft und die ganze Welt“ bezeichnet und damit an eindeutige Tradionslinien angeknüpft. Im Gegenzug wurde der Aufmarsch, eine mehr als eindeutige Manifestation des Antisemitismus, als „großartige Kundgebung“ gefeiert.

Diese Demonstration ist nicht die einzige Aktion gewesen, an dem das „Bremer Friedensforum“ und sein Wurmfortsatz, das „Bremer Netzwerk für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“ beteiligt waren. So organisierten die angeblichen Friedensfreunde nicht nur am 16.07.2011 Aktionen, mit denen zum Boykott israelischer Waren aufgerufen wurde. Am 10.​03.​201 standen die vorgeblichen Friedensfreund_innen mit Sandwich-Plakaten vor einem Supermarkt, um gegen den Verkauf israelischer Waren zu protestieren. Selbst die an­geb­li­chen Frie­dens­freun­de fühl­ten sich, an­ge­sichts die­ser Boy­kott-​Ak­ti­on, an die an­ti­se­mi­ti­schen Ak­tio­nen der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten er­in­nert, die in den dreißiger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts, eben­falls mit Sand­wich-​Pla­ka­ten aus­ge­stat­tet, gegen jü­di­sche Ge­schäf­te auf­mar­schier­ten. „Boy­kott­ak­tio­nen gegen is­rae­li­sche Waren könn­ten leicht in den Ruch der ver­häng­nis­vol­len Auf­for­de­rung der Nazis ‚Kauft nicht bei Juden!‘ kom­men“, schrieb das „Bre­mer Frie­dens­fo­rum“ in einem Auf­ruf. Doch weil sich die Frie­dens­freun­de „der Ver­ant­wor­tung der Deut­schen ge­gen­über den Juden“ be­wusst sind, sie also den deut­schen Be­wäh­rungs­hel­fer für Jüdinnen und Juden geben woll­en, mo­bi­li­sier­en sie weiterhin zum gro­ßen ​Boy­kott jüdischer Waren und werden auch in Zukunft vor Geschäften aufmarschieren. „Kaufen Sie keine Früchte aus Israel und den besetzten Gebieten“, lautet die Forderung der Israel-Hasser, denen jüdische Waren nicht schmecken.
Bereits am 03.01.2009 hatte es einen antisemitischen Aufmarsch gegeben, auf dem israelische Fahnen verbrannt wurden, während die Menge „Scheiß Juden“ grölte. Arn Strohmeyer, ein Sprecher des „Friedensforums“ stellte sich in seiner Rede „voll und ganz“ hinter das „Volk von Palästina“, das von Israel „in die Steinzeit“ gebombt werden würde. Strohmeyer ist auch noch Miglied des „Bremer Netzwerk für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“, das „auch und vor allem Israel zur Einhaltung (…) des Humanitären Völkerrechts zwingen“ möchte.
Mit seinen Gesinnungsgenossen schwingt sich dieser Autor bevorzugt zu einer Art deutschem Nachhilfelehrer auf, der den israelischen Staat belehrt, wie er mit seinen Feinden, die ihn erklärtermaßen vernichten wollen, umzugehen habe. Er ist sich seiner „Verantwortung voll bewusst“ und fordert „Druck auf Israel auszuüben“. Die Hamas kommt in seinen Texte, die sich auf zahlreichen Internetseiten der „antizionistischen“ Szene finden lassen, nur am Rande vor. Strohmeyer betont, dass die antisemitische Organisation „mit überzeugender Mehrheit die Wahlen in Palästina gewonnen“ hätte und fordert dazu auf, diese antisemitische Mordbande politisch einzubinden.
Arn Strohmeyers Texte finden sich nicht nur auf den Internetseiten der angeblichen Friedensfreunde, sie finden sich ebenfalls auf den Internetseiten der Partei „Die Linke“. Dort darf Strohmeyer vor einer „Antisemitismus-Keule“ warnen, vor der sich Antisemit_innen jedweder Couleur bedroht fühlen. Seine Kompagnons sekundieren dieses Gerede durch Kommentare, die zumindest zeitweilig auf der Internetseite zu finden waren. „Ein Kapitän philosophiert über ‚gewisse jüdische Kreise‘“, berichtet „Mut gegen rechte Gewalt“.
Umso begrüßenwerter erscheint auch daher die Gründung des antifaschistischen Bündnisses, das die andauernde Zusammenarbeit verschiedener linker Gruppen und Institutionen mit dem „Bremer Friedensforum“ kritisiert. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, dem „Bremer Friedensforum und dem AK-Süd-Nord den Raum für ihre antisemitische Hetze zu nehmen“. Dies erscheint angesichts der antisemitischen Umtriebe allerdings auch mehr als notwendig.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Bündnisses.

Ein weiterer Artikel ist bei „Verbrochenes“ zu lesen.

Einen Artikel zum antisemitischen Aufmarsch im Juni 2010 gibt es hier.

Einen Artikel über eine Boykott-Aktion des „Bremer Friedensforums“ kann hier gelesen werden.