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beitrag von Reflexion

Der Hetzer.

Würde es einen Preis für die ekelhaftesten Verschwörungstheorie des Jahres 2011 geben, wäre er ein mehr als aussichtsreicher Kandidat. Er heißt Reinhard Lütkemeyer und betreibt den „explizit antisemitischen Weblog Blog ‚Scusi‘“. Dort hetzt Lütkemeyer, vor allem gegen „Itzhaks“ und „die global vernetzte US-Finanzmischpoke“. Die Revolten gegen das iranische Regime waren für ihn das „Ergebnis des schmutzigen Routinegeschäfts von Mossad, CIA und MI6″, für die Wirtschaftskrisen machte er „kriminelle jüdische Börsenhändler und Investmentbanker“ verantwortlich und für die mörderischen Terroranschläge vom 11. September 2001 „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die amerikanische Regierung.
Voller Inbrunst gibt er den antisemitischen und antiamerikanischen Kraekeler, der mit seinen Parolen auf jedem Kameradschaftsabend willkommen wäre. Aber Lütkemeyer hat auch ein Herz: Es schlägt für Papst Benedikt, den „Heiligen Vater“ und es schlägt ebenfalls für Oskar Lafontaine, „den Mann der klaren Worte“. Außerdem pocht sein Herz für die„unterdrückten Palästinenser“, die im „Gaza-Konzentrationslager“ leben. Während er auf der einen Seite mit antisemitischer Hetze auf sich aufmerksam macht, ruft er – auf der anderen Seite – regelmäßig dazu auf die Partei „Die Linke“ zu wählen: „Zumindest die Zweitstimme sollte an DIE LiNKE gehen“, forderte Lütkemeyer vor der letzten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. „Die Richtung stimmt“, konstatiert der antisemitische Hetzer anläßlich des letzten Parteitags der Linkspartei.
In seinem Blog setzt sich Lütkemeyer auch mit dem Nazi-Terror des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ auseinander. Sein Text zum Thema gehört zu den ekelhaftesten Verschwörungstheorien, die es im Internet zu diesem Thema zu lesen gibt. Lütkemeyer erfindet hier einen „langjährig perfekten Schutz durch proisraelische ‚MOSSAD‘-Schlapphüte“ für die Nazis des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. In diesem Zusammenhang macht er Beate Zschäpe zu einem „Mossad-Liebchen“ und schreibt von der von der „Mossad-Terroristin Beate Zschäpe“. In schlimmster Stürmer-Tradition setzt sich Reinhard Lütkemeyer mit den Nachnamen der Nazis auseinander und kommt zu dem wahnsinnigen Schluss, dass diese „nicht besonders deutsch“ klingen würden. Das „hört sich eher nach Mischpoke an“, fanatisiert Lütkemeyer und macht die Nazi-Morde zu einer „Geheimdienstintrige“ die mit „mossadmäßiger Brutalität“ durchgeführt worden wäre. Selbst für den Nazi-Terror macht dieser Hetzer also noch Jüdinnen und Juden verantwortlich.
Lütkemeyer gibt den modernen deutschen Volksverhetzer, er schreibt über die „Mischpoke“ und gegen „US-Rael“. Zusätzlich ruft er dazu auf, die deutsche Linkspartei zu wählen. Ihm und seinem „Scusi!“-Weblog wäre ein Preis sicher, wenn denn Preise für die ekelhaftesten antisemitischen Verschwörungstheorien verliehen würden. Doch Antisemiten wie Lütkemyer, die als geistige Brandstifter widerliche Weblogs betreiben, kriegen keine Preise verliehen: Dafür genießen sie in Deutschland aber mehr oder weniger Narrenfreiheit und können sich des Beifalls der Judenhasser jedweder Couleur gewiss sein.