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beitrag von Reflexion

„No Wurstwasser-Mann!“

Nach einem kritischen Artikel über die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“, sah sich die umtriebige Band, die sowohl auf linken Festivals als auch auf Aktionen des „Linksnationalisten“ Jürgen Elsässer oder Events der Verschwörungsideologen auftritt, mal wieder von Journalist_innen verfolgt.
Kurz nach dem Artikel wurde daher, von Seiten des Bandleaders Marcel „Wojna“ Wojnarowicz, eine Facebook-Gruppe gegründet, die sich „gegen diffamierende anti-deutsche Publizisten“ und „verleumderische Urwald-Zeitungen“ richtet. Einer der „diffamierenden anti-deutschen Publizisten“ soll unter anderem meine Wenigkeit sein. Bei den „Urwald-Zeitungen“ handelt es sich um die linke Wochenzeitschrift „Jungle World“.

Die „No Wurstwasser-Mann“-Gruppe ist eine Art geschlossene Anstalt: Ganze sieben Mitglieder, unter ihnen der Gruppengründer und Bandleader Wojnarowicz, haben sich in der Gruppe zusammengefunden: „Kein Fußbreit den Wurstwasser-Mann-Faschisten“, heißt es in der Gruppenbeschreibung. Dort findet sich auch eine possierliche Erklärung, wie kritische Texte über die Band entstehen würden. Die „diffamierende anti-deutsche Publizisten“ würden von „Kriegstreibern und anderen mafia-ähnlichen Organisationen“ bezahlt werden. Die Kritik an der Band würde aber auch entstehen, weil die „Väter“ der Kritiker_innen, „ihnen nicht genug Liebe geschenkt haben, als sie klein waren“. Daher würden sie „ungerechte Kriege und völkerrechtswidrige Greueltaten“ unterstützen.
In Wirklichkeit sind Menschen wie ich, so die Gruppenbeschreibung, „voller Hass“ und eigentlich auch gar keine „Kommunisten“, sondern „Faschisten“, die „ihren rechten Hass hinter einer linken Fassade“ verstecken würden: „Diese Publizisten haben keinen Funken Menschlichkeit in sich – sie sind blutleer und kaltherzig“, heißt es in der lustigen Gruppenbeschreibung.
Da wollte ich natürlich auch Mitglied werden. Leider wurde meine Mitgliedschaftsanfrage ignoriert. Statt dessen meldete sich „Wojna“, der Sänger der Band „Die Bandbreite“, und wollte meine Motivation überprüfen. Es entstand ein bizarrer Monolog: „Wenn wir eins aus dem Holocaust gelernt haben, dann doch wohl das, dass man einem Völkermord nicht einfach ignorant zusehen darf“, betrieb der Sänger eine osbkure Verurteilung Israels. Alle, die gegen „Antideutsche Nazis“ seien, wären in der Gruppe willkommen. Der Sänger schien Vertrauen gefasst zu haben: „Schalte dich gleich frei“, kündigte der Bandleader an.

Dazu ist es leider nicht gekommen. Daher kann ich leider keine weiteren Innenansichten aus der Gruppe gegen den „Wurstwasser-Mann“ und gegen „Dschungel-Zeitungen“ liefern, die von „mafia-ähnlichen Organisationen“ finanziert werden. Allerdings reicht ja auch schon die Gruppenbeschreibung aus, um zu erahnen, mit welchen haltlosen Behauptungen und wirren Unterstellungen gegen die Kritiker_innen vorgegangen wird.