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beitrag von Reflexion

Sternstunde der Kritik I.


fuer mich persoenlich ists irgendwie so, dass letztlich erstmal jede bewegung meine solidaritaet geniesst, die ich persoenlich fuer in irgendeinerweise emanzipatorisch halte. auch wenns zb ne antirassistische ist, die auch teilweise sexisitisch ist. oder ne antikapitalistische, die teilweise sexismen oder rassismen reproduziert.

Beim Rassismus und Sexismus drückt der „heterosexuelle Akademiker“ schon mal ein oder zwei Augen zu, solange die Bewegung dann irgendwie „ne antikapitalistische“ ist. Was sich nach einem gruseligen Text aus dunkelsten Zeiten des „linken“ Anti-Imperialismus anhört, stammt aus der aktuellen Ausgabe (S. 34) einer autonomen Szene-Zeitschrift, in der ansonsten keine Leser_innenbriefe veröffentlicht werden. Dort spricht sich ein Mensch, der sich selbst als „maennlicher sozialisierter, Weisser, heterosexueller akademiker“ bezeichnet, für die Zusammenarbeit mit allerlei Bewegungen aus, die durchaus sexistisch sein dürfen, solange sie sich antirassistisch artikulieren. Bei antikapitalistischen Bewegungen drückt er ebenfalls ein oder zwei Augen zu, wenn sie „teilweise sexismen oder rassismen reproduziert“. Vom Antisemitismus schweigt der „akadamiker“. Allen Menschen, die mit jedem Rassismus und Sexismus ein Problem haben, unterstellt er im Übrigen, dass sie „auf die perfekte bewegung warten“ wollen. Da hat er nicht ganz Unrecht, denn mit seinen Bewegungen möchte zumindest ich nichts zu tun haben.