je suis nico

nun hat sich nico sarkozy doch wieder in das spiel der französchen öffentlichkeit gebracht. anlass war der trauermarsch für die opfer des charlie hebdo attentats in paris. dort ging es ja um vieles: die pressefreiheit, die dokumentierte gegnerschaft der pariser strasse gegen das mordgesindel, für nationalen zusammenhalt, etc..

in den vip-block dieser manifestation der regierungschefs hat sich nico als abgehalfterter ex-präsi hineingemogelt wie fler an das rapmikrofon. was der royal-bunker für fler war, das ist twitter nun für sarkozy, mein lieblingsfoto aus den tweets habe ich hier mit abgelegt. sarko war also auch mit dem dude beim bowling. soso…..


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Charlie et la republique

Es ist schon ein krasser postmoderner Ritt von Charlie Brown und Charlie Hebdo hin zu zwei djihadistischen Mordmassakern in einer Zeitungsredaktion und einem jüdischen Supermarkt. So eine Räuberpistole können sich nur Illuminaten oder islamistische Mordbrenner ausdenken. Auf das unten stehende Foto bin ich auf einer britischen Zeitungsseite gekommen. Immerhin werden die konkreten Anschlagsopfergruppen im Foto einbezogen (upps, 3 Flics). In den Strassen von  Paris scheint sich ja heute doch eher der französische Staat als Opfer zu empfinden. Nun ja, der iss ja ooch ein Subjekt.

je suis juif,je suis charlie,paris 2015

je sui juif,je suis charlie

Nun haben die Mordbuben des radikalen Islamismus wieder in Europa zugeschlagen – London und Madrid sind noch in schmerzlicher Erinnerung. Karikuratisten und Kunden eines jüdischen Geschäfts wurden letzte Woche exemplarisch von drei Djihadisten in Paris hingerichtet und drei Sicherheitskräfte mussten auch dran glauben. Deren Agenda wird aktuell in Syrien und Irak mit hoher Publizität vom IS durchgeschlachtet. Kurden,Christen und Schiiten haben dort dafür schon mit hohem Blutzoll bezahlen müssen.

Ich bin beeindruckt von der grossen Anzahl der Demonstranten in Paris, die sich hinter die Angehörigen der Mordopfer und die Republik stellen. In eine gesellschaftliche Spaltung a la Marie LePen mag sich dort keiner einreihen wollen. Wie sich Holland oder Merkel dort staatspolitisch an der Demospitze präsentieren,scheint Ausdruck des zeitgenössischen europäischen Gedankens zu sein. Es treten Netanjahu und Abbas in einer EU-Demo auf, Netanjahu muss sich hinter die vom grassierenden Antisemitismus gebeutelten Juden Frankreichs stellen; Abbas muss seinen Schulterschluss mit Hamas noch besser an die EU-Elite verkaufen. Daneben laufen ja monarchistische  Magnifizenzen auf, denen der republikanische Gedanke eher fremd sein dürfte. Das europäische Haus hat ein sehr weites Herz. Staatspolitiker wie Holland und Merkel  haben ein Interesse an staatstragender Gemeinschaft, die Spaltungsideen der Rechten und Islamisten stören den inneren funktionierenden Betrieb. Wie weit die Muslime in Frankreich die liberale Republik stützen, wird die weitere Praxis zeigen, die Zeichen von der Demo in Paris geben blasse Hoffnungsgründe.

In Deutschland scheint das Hauptinteresse der Muslimverbände die Anerkennung und pekuniäre Gleichstellung mit z.B. den christlichen Kirchen  zu sein. Das bedeutet konkret: Steuerzuwendungen, Einrichtung von Lehrstühlen an den Hochschulen und Islamuntericht an öffentlichen Schulen. Kurzum, die Basislegung für einen europäischen Islam soll vom Staat mit betrieben werden. Ich vertrete einen Gegenstandpunkt: Religion soll Privatsache werden und die Kircheneprevilegien müssen endlich fallen. Ich glaube auch nicht,dass der Djihadismus nichts mit dem Islam zu tun hat – er ist ein Teil des Islam und die Muslime müssen das Thema klären. Und ich möchte auch nicht auf fruchtlose theologische Debatten warten, die djihadistischen Netzwerken die Zeit verschaffen,um sich hier auch mit Staatsknete festzusetzen und ihr idelogisches Gift vom Kalifatstaat mit langem Atem in die Gesellschaft zu injizieren.

Mein Beileid gehört den Opfern und Angehörigen dieser Mordbrenner. Es muss doch einen Weg geben,die Religionsfreiheit zu erhalten ohne den Staat und die Gesellschaft weiter mit Religion aufzuladen. Und diesen Spannungsidelogen von AfD, Pegida und Djihadfans gehört auch endlich das Wasser abgegraben.

Interressante aktuelle Texte zum Thema:

Freiheit kann man erschießen

“Das hat nichts/etwas mit dem Islam zu tun”  Teil II

Ich bin nur ganz kurz Charlie Hebdo – Spaltung ist Freiheit

Jede Menge falsche Freunde

Linksammlung SonntagsGesellschaft

Nichts mit dem Islam zu tun

Cosmoproletarian Solidarity

– Nico Sarcozy war in Paris ganz vorne mit dabei,wo noch?


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Herbstliches

Der Oktober geht in seine zweite Hälfte,gülden ist er hier in der Frontstadt nicht im Übergewicht ausgefallen,eher nass kalt und für Raucher eine wahre Verurteilung zur Schweinegrippe. Diese Vegetiererei vor Gebäuden ist unwürdig. Trotzdem versüsse ich Glaxo nicht die Bilanz oder gar die Propandenstatistik. Eine angemessene Bekleidung,ganz im Sinne Sarazins,tut es dann auch. Gibt es eigentlich Handschuhe für Selbstdreher?
13-06-08_0957 Die letzten beiden Jahre standen ja bei mir reisetechnisch unter dem Stern Zyperns. Die Vereinigung der beiden Inselteile schien letztes Frühjahr zum greifen nah,nebenbei konnte ich noch persönliche Angelegenheiten dort regeln. In diesem Jahr hat sich fast die gesamte Redaktion der linken Wochenzeitung jungle-world (die ehemals bessere Hälfte der FDJ-Postille  Junge-Welt) auf dieser Insel eingefunden und eine ganze Zypernausgabe von dort aus produziert. Diese Würdigung der mir insgesamt am angenehmsten erscheinenden Insel im Mittelmeer erfreut mich sehr. Inhaltlich bietet die Zeitung einen aktuellen Überblick der politischen und gesellschaftlichen Lage dieses wohlhabenden Eilandes, ein illustrer Haufen wurde von den Journalisten besucht,interviewt und die informationelle Ausbeute ist ansehnlich..

Das Witz-Wort des Jahres 2009 scheint mir der Querfrontbegriff zu werden. Hier werden ja soviele Inhalte in einen unpassenden Topf geworfen,im günstigsten Fall wird Volksfront mit Querfront verwechselt. In der Masse scheint es aber um die reine Desavouierung von missliebigen Individuen des politisch-publizistischen Raumes zu gehen – die mittelalterliche Hexenjagd ist wieder gross im Kommen. Und wenn ich so beschaue,was für Typen meinen,sich als “Experten ” aus der Linken heraus dazu äussern zu müssen,ist die Betrauerung des intellektuellen Niveaus noch meine mindeste Diagnose. Vor ein paar Jahren meinte ein Kollege aus dem APABIZ,der Begriff würde inflationär verwendet,am Schluss weiss niemand mehr,woher der historische Begriff rührt und was er beschreibt. Er sollte leider Recht damit behalten. Kein Wunder ist,dass heutzutage Menschen sogar aus einem Versehen heraus konservativ werden.

Lustig hingegen empfinde ich den Begriff des Nazi-Hartzlers,der aber noch inhaltlich zu füllen wäre. Bis heute teufelt leider nur eine quasi libertäre Figur “Freiheitsverherrlicher” durch diverse fragwürdige, meist rechtsextreme Internetplattformen. Mal sehen,wo das so enden wird.
Zur Wahl habe ich soweit alles gesagt,ich bin ein Freund des Lagerwahlkampfes,wenn die Veranstaltung sich wieder dahin bewegen sollte,gebe ich mir auch wieder mehr Mühe. Solange der “Neue Mitte Quark” gerührt wird,bin ich relativ desinteressiert. Bei meiner Bank interessiert mich auch weniger,wie die Funktionen dort so besetzt werden, solange meine Kröten dort fachlich gut betreut werden.

Der November naht und ich bin gespannt,welche Banden sich dieses Jahr wieder am Gedenkmarsch zum 09.11. in Moabit einfinden werden. Auf dem Rücken der deportierten und ermordeten Juden kühlen sich ja so einige fragwürdige Grüppchen ihr Mütchen. Für alle,die es noch nicht wissen sollten: Israel ist der einzige Zufluchtsort,wer diese Nationalfahne als Provo empfindet,sollte lieber bei anderen Kameraden Anschluss suchen.


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