Zinsen, Zocker, Zionisten

Zum reaktionären Weltbild des regressiven Antikapitalismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 12. Juli 18 Uhr, Landau in der Pfalz
Universität Koblenz-Landau, CIV 165 (Seminarraum)

Eine Veranstaltung des Instituts für angewandten Hedonismus

Geht es gegen “Banken und Finanzmärkte”, findet sich manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die
Verursacher der Krise. Wer das kapitalistische Prinzip in “produktives Kapital” und “Finanzkapital” aufspaltet, landet zwangsläufig bei der Dämonisierung von Zirkulationssphäre und Finanzsektor. Eine alte Krankheit der Linken. Schon Lenins Imperialismustheorie und Dimitroffs Faschismusdefinition waren davon infiziert. Während Marx, für den Proletarier kein Vaterland hatten, von der freien Assoziation der Individuen träumte, feiern in der Linken “Völker” fröhliche Auferstehung – als eingebildete revolutionäre Antipoden des Finanzkapitals. Als ob es Auschwitz nicht gegeben habe, lebten und leben Teile einer vermeintlich radikalen Linken weiterhin im ideologischen Korsett der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Blind dafür, was der Wahn vom “Kampf der ehrlich Arbeitenden” gegen die “Gierigen, die die Völker aussaugen” angerichtet hat, kämpfen sie gegen “Bankster und Spekulanten” und üben sich im Schulterschluss mit den reaktionärsten und menschenfeindlichsten Ideologien und Regimen der Welt.

Der Referent zeigt Grundzüge einer nicht-regressiven, reflektierten Kapitalismuskritik als Bedingung gelingender Emanzipation auf. Warum sind die Banken „systemrelevant“ und nicht die Menschen? Warum wird der Finanzsektor immer größer? Warum führt Produktivitätsfortschritt nicht zu einem besseren Leben für alle? Warum müssen wir dem Fetisch Wachstum dienen? Den Kapitalismus versteht nur, wer etwas von dem versteht, was ihm seinen Namen gibt – vom Kapital.

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und emafrie.de

 

Bye-bye Westen? Auf der Suche nach emanzipatorischen Konzepten gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Wochenzeitung Jungle World mit der Gruppe Emma und Fritz.

Samstag, 22. Juli – Sonntag, 23. Juli 2017

KOMMA Kultur Esslingen
Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen

Es ist beunruhigend, wenn es schon als beruhigend gilt, dass kaum mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler eines europäischen Landes für eine rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin stimmten. Sind bürgerliche Demokratie und kapitalistische Globalisierung Auslaufmodelle? Die Linke ist in der politischen Defensive. Wie können Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Islamismus bekämpft werden? Wir wollen über emanzipatorische Konzepte gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus diskutieren, die über die Verteidigung demokratischer Standards hinausgehen.

Beginn 18 Uhr – open end

18 Uhr Film „20 Jahre Jungle World“ (20min) – [anschließende Diskussion mit der Redaktion ]

19 Uhr Podiumsdiskussion mit Ivo Bozic (Jungle World), Stefanie Kron (Rosa-Luxenburg-Stiftung), Jörn Schulz. (Jungle World). Moderation: Lothar Galow-Bergemann (Emanzipation und Frieden)

21 Uhr Pause / Essensangebot

22 Uhr Party mit:

Jens Friebe (live)
Justus Köhncke (live)
Farce
Marc Erhardt
Jörg Freitag
Fabian Zeh

Party: 8 bis 12€ (Schüler*innen 5€)

Siehe auch auf Facebook

 

Audio: Die Renaissance des Nationalen – reaktionär, menschenfeindlich und kriegstreiberisch

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 8. Mai 2017 in Stuttgart

 

Innerhalb weniger Jahre traten weltweit menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zutage – in einem Ausmaß, das man lange nicht für möglich gehalten hätte. Millionen lassen sich von autoritären, rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Gefühlen leiten. Sie folgen autoritären FührerInnen und finden diese nicht zuletzt wegen ihres offenen und aggressiven Nationalismus attraktiv. Spätestens die so genannte „Flüchtlingskrise“ offenbarte, dass sich auch in Deutschland erschreckend viele nach nationaler Abschottung und geschlossenen Grenzen sehnen.

Nicht zufällig geschieht das alles vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Kapitalverwertung, die seit 2008 nicht endet. Weltweit greifen Perspektivlosigkeit für viele Menschen und Abstiegsängste um sich. Doch die Vorstellung, man könne die Krise mit Nationalismus überwinden, gleicht dem Glauben, ein Feuer ließe sich mit Öl löschen. Der weltweit anschwellende Nationalismus löst kein einziges Problem, ganz im Gegenteil. Er verstärkt die ökonomische Krise, befördert Hass und niedere Instinkte und untergräbt Humanität und Menschenrecht. Und er erhöht die Kriegsgefahr.

Leider schwimmen auch manche Linke und GewerkschafterInnen auf der nationalistischen Welle mit und feiern z.B. den Brexit als „Erfolg der kleinen Leute gegen die da oben“. Doch die „Rückbesinnung auf die Nation“ bleibt auch dann reaktionär, wenn Linke damit liebäugeln und glauben, „nationale Souveränität“ sei eine brauchbare Antwort auf die kapitalistische Krise. Die Krise der EU ist kein Grund zur Freude, sondern zur Besorgnis und ein Zurück hinter die Globalisierung wäre katastrophal.

Warum der notwendige Kampf gegen die Zumutungen der kapitalistischen Krise nur transnational sein kann. Warum das Diktum von Karl Marx, wonach Arbeiter kein Vaterland haben, aktueller denn je ist. Und warum jeder nationalen Borniertheit ein entschiedener Kosmopolitismus entgegen gesetzt werden muss.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum Stuttgart, schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und Emanzipation und Frieden

Schön, dass uns die Arbeit ausgeht

Ein Plädoyer für massive Arbeitszeitverkürzung

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 8. Juni 2017, 18 Uhr, Berlin                                                                  DGB-Haus Berlin, Keithstraße 1-3, Raum 40

Eine Veranstaltung der ver.di Jugend Berlin/Brandenburg im Rahmen der Reihe Ich will mein Leben zurück

Wenn ältere Leute davon erzählen, dass es einmal so etwas wie Vollbeschäftigung gab und die Aussicht, sich durch Arbeit lebenslang seinen Unterhalt zu sichern, so klingt das wie aus einer fernen, längst vergangenen Zeit. Opas Welt kehrt in der Tat nicht wieder. Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können.

Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit. Doch nur den wenigsten war es vergönnt, dem  Zwang zu lebenslanger Schufterei zu entfliehen. Das Schöne ist, dass das heute alle könnten. Denn Technologie und Wissenschaft ermöglichen uns, mit immer weniger Arbeit immer mehr Reichtum zu schaffen. Doch ausgerechnet jetzt sollen wir immer länger arbeiten. Gehören wir zu den nicht mehr ganz Jungen, bekommen wir – vielleicht – einmal mit 67 oder 70 eine Rente, die immer weniger ausreichen wird. Gehören wir zu den ganz Jungen, so ahnen wir, dass wir nie eine sehen werden.
Der einzige Grund, warum wir Angst haben müssen vor dem Verschwinden der Arbeit: Die Wirtschaft, von der wir abhängen, ist verrückt organisiert. Massive Arbeitszeitverkürzung für alle ist das Gebot der Stunde. Nach Jahrzehnten weitgehenden Stillstands kommt erfreulicherweise wieder etwas Bewegung in die gewerkschaftliche Arbeitszeitdebatte. Doch selbst die 30-Stundenwoche wäre keine adäquate Antwort auf die Herausforderungen. In scharfem Gegensatz zum herrschenden Diskurs muss der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in völlig neuer Dimension gedacht und in eine breite gesellschaftliche Bewegung transformiert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch der Ausbruch aus einem Gedankengefängnis: Das Hamsterrad des „Arbeiten-gehen-müssen-um-Geld-zu-verdienen-weil-wir-sonst-nicht-leben-können“ garantiert uns keine gute Zukunft.

Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat in zwei Großkliniken, heute schreibt er u.a. für Konkret, Jungle World und auf www.emafrie.de

Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen

Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Gesellschaft erreichen werden

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mitwoch, 7. Juni 2017, 18 Uhr, Osnabrück
Schloß Osnabrück, 11/213, Neuer Graben 29

Eine Veranstaltung des AStA der Universität Osnabrück

Alle sind für Umweltschutz, aber die Müllberge werden immer größer. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut nehmen zu. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Es mangelt nicht an gutem Willen, dieser verhängnisvollen Dynamik etwas entgegen zu setzen. Doch immer wieder stoßen entsprechende Initiativen an unüberwindlich scheinende Grenzen. Wunsch und Wirklichkeit in dieser Gesellschaft gehen oft so weit auseinander, dass sich die Frage aufdrängt, ob sie möglicherweise ganz grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Diese liegen in einem Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn es buchstäblich die ganze Welt seinen Zielen Wachstum, Arbeit und Profit unterwirft. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, das diesem -ismus den Namen gibt – vom Kapital? Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapitalismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf oberflächliche Formen eines nur vermeintlichen „Antikapitalismus“ sowie auf gut gemeinte „Alternativvorschläge“, die regelmäßig an der Funktionsweise „unserer Wirtschaft“ scheitern. Will man eine bessere Welt schaffen, muss man erst einmal verstehen, wie die jetzige tickt.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken
und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de

Heuschrecken, Gier und Weltverschwörung

Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 5. Juni 2017, 20.30 Uhr, Marburg                                                                     Cafe Am Grün, Am Grün 28

Eine gemeinsame Veranstaltung des OAT und der SJ – Die Falken Ortsverband Marburg. Eine Teilveranstaltung des No G20 Bündnis-Marburg.

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen. Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“, sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke, Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht, entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Ein ebenso verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“.

Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Die Aufspaltung des kapitalistischen Prinzips in „produktives Kapital“ auf der einen und „das Finanzkapital“ auf der anderen Seite leistet einer Dämonisierung des Finanzsektors Vorschub, die letztlich auf antisemitische Stereotype zurückgreift. Blind dafür, was der Wahn vom “Kampf der ehrlich Arbeitenden” gegen die “Gierigen, die die Völker aussaugen” schon einmal angerichtet hat, sehnen sich viele nach einfachen Antworten. Das macht sie anfällig für allerlei Demagogisches und Autoritäres – ein auffälliger Kontrast zum allgegenwärtigen deutschen Credo, man habe aus der Geschichte gelernt.

Der Vortrag beleuchtet oberflächlichen und personalisierenden Antikapitalismus und behandelt Grundzüge einer reflektierten Kapitalismuskritik, die der Referent für dringend notwendig hält.

Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat in zwei Großkliniken. Heute schreibt er u.a. in konkret, Jungle World und auf emafrie.de.

Die Renaissance des Nationalen – reaktionär, menschenfeindlich und kriegstreiberisch

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 8. Mai 2017, 19:00 Uhr, Stuttgart
Gewerkschaftshaus, Raum 3, Willi-Bleicher-Str. 20

Eine Veranstaltung von ver.di Bezirk Stuttgart

Innerhalb weniger Jahre traten weltweit menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zutage – in einem Ausmaß, das man lange nicht für möglich gehalten hätte. Millionen lassen sich von autoritären, rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Gefühlen leiten. Sie folgen autoritären FührerInnen und finden diese nicht zuletzt wegen ihres offenen und aggressiven Nationalismus attraktiv. Spätestens die so genannte „Flüchtlingskrise“ offenbarte, dass sich auch in Deutschland erschreckend viele nach nationaler Abschottung und geschlossenen Grenzen sehnen.

Nicht zufällig geschieht das alles vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Kapitalverwertung, die seit 2008 nicht endet. Weltweit greifen Perspektivlosigkeit für viele Menschen und Abstiegsängste um sich. Doch die Vorstellung, man könne die Krise mit Nationalismus überwinden, gleicht dem Glauben, ein Feuer ließe sich mit Öl löschen. Der weltweit anschwellende Nationalismus löst kein einziges Problem, ganz im Gegenteil. Er verstärkt die ökonomische Krise, befördert Hass und niedere Instinkte und untergräbt Humanität und Menschenrecht. Und er erhöht die Kriegsgefahr.

Leider schwimmen auch manche Linke und GewerkschafterInnen auf der nationalistischen Welle mit und feiern z.B. den Brexit als „Erfolg der kleinen Leute gegen die da oben“. Doch die „Rückbesinnung auf die Nation“ bleibt auch dann reaktionär, wenn Linke damit liebäugeln und glauben, „nationale Souveränität“ sei eine brauchbare Antwort auf die kapitalistische Krise. Die Krise der EU ist kein Grund zur Freude, sondern zur Besorgnis und ein Zurück hinter die Globalisierung wäre katastrophal.

Warum der notwendige Kampf gegen die Zumutungen der kapitalistischen Krise nur transnational sein kann. Warum das Diktum von Karl Marx, wonach Arbeiter kein Vaterland haben, aktueller denn je ist. Und warum jeder nationalen Borniertheit ein entschiedener Kosmopolitismus entgegen gesetzt werden muss.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum Stuttgart, schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und Emanzipation und Frieden

Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen?

oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 10. Mai 2017, 20 Uhr, Gießen                                                                          AK44/Infoladen, Alter Wetzlarer Weg 44

Eine Veranstaltung des AK44/Infoladen und der Antifa R4

Die Krise, die 2008 mit dem Zusammenbruch eines renommierten Bankhauses begann, will bis heute nicht enden. Internationale Krisengipfel sind zur Normalität geworden,  einen wirklichen Ausweg finden sie nicht. Die Politik vermag hin und wieder ein paar Löcher zu stopfen, doch regelmäßig reißen neue auf. Mit Perspektivlosigkeit und Zukunftsängsten vieler Menschen verbreiten sich einfache und gefährliche Erklärungsmuster. Wahlweise geben sie „unfähigen Politikern“, „gierigen Bankern“, „faulen Griechen“ oder gleich allen zusammen die Schuld an der Krise. Autoritäre, nationalistische und faschistoide Bewegungen werden nach oben gespült.

Doch auch die liberalen Verteidiger der westlichen Demokratie hängen der Illusion an, man müsse eben nur „die richtige Politik“ machen. Genauso wenig wie ihre autoritären Widersacher hinterfragen sie die Grundlagen der herrschenden Wirtschaftsweise. Die Krise gibt es aber nicht etwa deswegen, weil sich Banken, Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Politik falsch verhielten, sondern weil sie das tun, was kapitalistisch richtig ist. Es handelt sich um die Systemkrise des Kapitalismus.

Warum sind die Banken „systemrelevant“ und nicht die Menschen? Warum wird der Finanzsektor immer größer? Warum führt Produktivitätsfortschritt nicht zu einem besseren Leben für alle? Warum müssen wir dem Fetisch Wachstum dienen? Wer nur „die Politik“ kritisiert, wird darauf keine Antworten finden. Kritik der Ökonomie ist angesagt. Den Kapitalismus versteht nur, wer etwas von dem versteht, was ihm seinen Namen gibt – vom Kapital. Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapital-ismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf allerlei Oberflächliches und Reaktionäres, das sich für „kapitalismuskritisch“ hält.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf emafrie.de

Gefährliche Welterklärung: Personalisierender Antikapitalismus und seine Nähe zum Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 22. April 2017, 19.00 Uhr Mannheim                                                            Jugendkulturzentrum FORUM, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim

Ein Workshop im Rahmen der Anarchistischen Buchwoche Mannheim

(Beginn ist 19 Uhr und nicht 10 Uhr, wie es momentan noch im Programm der Buchwoche steht)

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen. Nicht nur unter Rechten, auch unter Linken, Gewerkschaftsmitgliedern und Leuten, die sich der „guten Mitte“ zurechnen. Die Empörung darüber, dass an Bildung, Gesundheit, Umwelt und Sozialem gespart wird, während gleichzeitig Billionen Euro in den Finanzmärkten zirkulieren, mischt sich oft mit der Vorstellung, „die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen“ seien an der Krise Schuld. Ein ebenso verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“. Die Sehnsucht nach einfachen Antworten macht anfällig für allerlei Demagogisches und Autoritäres. Ein auffälliger Kontrast zum allgegenwärtigen deutschen Credo, man habe aus der Geschichte gelernt. Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein.
Der Vortrag beleuchtet oberflächlichen und personalisierenden Antikapitalismus anhand von Beispielen aus linkem und gewerkschaftlichen Kontext. Er wirft einen Blick auf den Antikapitalismus alter und neuer Nazis und untersucht dessen Anschlussfähigkeit an den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs. Und er behandelt Grundzüge einer reflektierten Kapitalismuskritik, die der Referent für dringend notwendig hält und die sich wesentlich von oberflächlichem und personalisierendem Antikapitalismus unterscheidet.

Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat im Klinikum Mannheim und im Klinikum Stuttgart. Heute schreibt er u.a. für Konkret, Jungle World und auf www.emafrie.de

 

Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen

Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Gesellschaft erreichen werden

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 22. April 2017, 9.30 Uhr, Heidelberg
Freie Waldorfschule Heidelberg, Mittelgewannweg 16, 69123 Heidelberg

Ein Workshop im Rahmen des 48. Bundeskongresses der Grünen Jugend

Alle sind für Umweltschutz, aber die Müllberge werden immer größer. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut nehmen zu. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Es mangelt nicht an gutem Willen, dieser verhängnisvollen Dynamik etwas entgegen zu setzen. Doch immer wieder stoßen entsprechende Initiativen an unüberwindlich scheinende Grenzen. Wunsch und Wirklichkeit in dieser Gesellschaft gehen oft so weit auseinander, dass sich die Frage aufdrängt, ob sie möglicherweise ganz grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Diese liegen in einem Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn es buchstäblich die ganze Welt seinen Zielen Wachstum, Arbeit und Profit unterwirft. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, das diesem -ismus den Namen gibt – vom Kapital? Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapitalismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf oberflächliche Formen eines nur vermeintlichen „Antikapitalismus“ sowie auf gut gemeinte „Alternativvorschläge“, die regelmäßig an der Funktionsweise „unserer Wirtschaft“ scheitern. Will man eine bessere Welt schaffen, muss man erst einmal verstehen, wie die jetzige tickt.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken
und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de

Schön, dass uns die Arbeit ausgeht

Ein Plädoyer für massive Arbeitszeitverkürzung

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 21. April 2017, 19.00 Uhr, Heilbronn
Genusswerkstatt, Rauchstr. 3, 74076 Heilbronn

Eine Veranstaltung von DIE LINKE Kreisverband Heilbronn-Unterland

Wenn ältere Leute davon erzählen, dass es einmal so etwas wie Vollbeschäftigung gab und die Aussicht, sich durch Arbeit lebenslang seinen Unterhalt zu sichern, so klingt das wie aus einer fernen, längst vergangenen Zeit. Opas Welt kehrt in der Tat nicht wieder. Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können.

Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit. Doch nur den wenigsten war es vergönnt, dem  Zwang zu lebenslanger Schufterei zu entfliehen. Das Schöne ist, dass das heute alle könnten. Denn Technologie und Wissenschaft ermöglichen uns, mit immer weniger Arbeit immer mehr Reichtum zu schaffen. Doch ausgerechnet jetzt sollen wir immer länger arbeiten. Gehören wir zu den nicht mehr ganz Jungen, bekommen wir – vielleicht – einmal mit 67 oder 70 eine Rente, die immer weniger ausreichen wird. Gehören wir zu den ganz Jungen, so ahnen wir, dass wir nie eine sehen werden.
Der einzige Grund, warum wir Angst haben müssen vor dem Verschwinden der Arbeit: Die Wirtschaft, von der wir abhängen, ist verrückt organisiert. Massive Arbeitszeitverkürzung für alle ist das Gebot der Stunde. Das wäre machbar, ohne auf Lebensqualität zu verzichten. Wir müssen allerdings aus einem Gedankengefängnis herausfinden. Denn das ewige Weiterdrehen am Hamsterrad des „Arbeiten-gehen-müssen-um-Geld-zu-verdienen-weil-wir-sonst-nicht-leben-können“ garantiert uns keine gute Zukunft.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum Mannheim und im Klinikum Stuttgart, schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und „Emanzipation und Frieden“

Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen

Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Gesellschaft erreichen werden

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 6. April 2017, 19.00 Uhr, Bochum
Diekampstr. 37, 44787 Bochum

Eine Veranstaltung der Grünen Jugend Bochum

Anschließend Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann und Sebastian Pewny.

Alle sind für Umweltschutz, aber die Müllberge werden immer größer. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut nehmen zu. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Es mangelt nicht an gutem Willen, dieser verhängnisvollen Dynamik etwas entgegen zu setzen. Doch immer wieder stoßen entsprechende Initiativen an unüberwindlich scheinende Grenzen. Wunsch und Wirklichkeit in dieser Gesellschaft gehen oft so weit auseinander, dass sich die Frage aufdrängt, ob sie möglicherweise ganz grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Diese liegen in einem Wirtschaftssystem, das nur funktionieren kann, wenn es buchstäblich die ganze Welt seinen Zielen Wachstum, Arbeit und Profit unterwirft. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, das diesem -ismus den Namen gibt – vom Kapital? Der Referent beleuchtet grundlegende Funktionsweisen des Kapitalismus und wirft dabei auch einen kritischen Blick auf oberflächliche Formen eines nur vermeintlichen „Antikapitalismus“ sowie auf gut gemeinte „Alternativvorschläge“, die regelmäßig an der Funktionsweise „unserer Wirtschaft“ scheitern. Will man eine bessere Welt schaffen, muss man erst einmal verstehen, wie die jetzige tickt.

Lothar Galow-Bergemann war langjähriger Personalrat in zwei Großkliniken
und schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf www.emafrie.de