Getagged: Lyrik

SonntagsGesellschaft

Arno Schmidt, der Dichter

Mit Gutem Beispiel hernach. Anlässlich des bevorstehenden 70. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges und seines 100. Geburtstages gebe es einen doppelten Anlass,  Arno Schmidt zu lesen, befinden die Nachdenkseiten. Sind die Seiten auch sonst nicht gerade die erste Addresse für Literatur, enthält der Beitrag doch einige Interessante Betrachtungen, vor allem Reemtsmas. Ebenso ein älterer […]

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Lyrik ist keine Arbeit…

… genauer: Trotz aller Zwänge beißt sich die künstlerische Tätigkeit mit dem sie umarmenden Arbeitsbegriff. Was am Dichter T.S. Eliot umso mehr Aufmerksamkeit verdient ist die Kürze des Werkes, auf dem sein Ruhm gründet. Zwar ist Eliot vor allem für die langen Gedichte The Wasteland und Four Quartetts bekannt, doch alle von ihm je geschriebenen […]

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Joachim Ringelnatz vs. Heinz Erhardt…

… so eine Art Poetry Slam Wie kommt es eigentlich, dass Joachim Ringelnatz als großer Literat verehrt wird, während Literaturwissenschaft und Feullieton Heinz Erhardt eher als marginalen Blödler schmähen? An den Texten kann es nicht liegen (das ist, s.u., noch zu zeigen). Und auch nicht daran, dass sich Ringelnatz selbst als Künstler definiert hätte. Beide […]

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Stefan George und die “Weisse Schwärze”

„Freie rhythmen heisst so viel als weisse schwärze, wer sich nicht gut im rhythmus bewegen kann der schreite ungebunden.“ So schreibt Stefan George zum Schluss seiner kurzen ästhetisch-theoretischen Überlegungen. Was will er sagen? Dass Dichtung nur in strengen Reimen und rhythmischen Schemen funktionieren kann? Das sollte verwundern. Umso mehr, da George selbst zahlreiche Texte verfasst […]

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Materielles und Sakrales. Mal wieder ein Gedicht

Die Kathedrale In jenen kleinen Städten, wo herum die alten Häuser wie ein Jahrmarkt hocken, der sie bemerkt hat plötzlich und, erschrocken, die Buden zumacht und, ganz zu und stumm, die Schreier still, die Trommeln angehalten, zu ihr hinaufhorcht aufgeregten Ohrs -: dieweil sie ruhig immer in dem alten Faltenmantel ihrer Contreforts dasteht und von […]

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Noch einmal Julia Engelmann

„Eines Tages, Baby“ ist ja mal ein kreativer Titel… So, Poetry-Slam Wunder Julia Engelmann hat nun also gleich ein ganzes Buch auf den Markt gebracht. Die Frustration, dass offenkundig literarische Qualität einmal mehr kein leitendes Kriterium dafür war, eine junge Lyrikerin zu publizieren, ist schnell herunter geschluckt. Immerhin: wer macht sich heute noch Illusionen, und […]

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Poetry Slam, Schöpfungshöhe und Urheberrecht

Überlegungen zu einem Gedicht von Clara Nielsen und, ganz am Rande, zu Mario Barth. Mit dem Urheberrecht, das ich grundsätzlich für eine gute Sache halte, ist es ziemlich vertrackt. Gerade in der Literatur. Einerseits soll nur der Inhalt schützenswert sein, denn ein Schutz der Formen würde Schreiben über kurz oder lang unmöglich machen. Andererseits trennt […]

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Assonanzen und Dissonanzen

Zu hier mit Hinblick auf Literatur verwendeten Begrifflichkeiten Dem Leser wird vielleicht schon einmal aufgefallen sein, dass in der Sonntagsgesellschaft, insbesondere in der Lyrik, Worte die an andere Worte in relativ harmonischer Weise anklingen, wie im unten stehenden Auszug aus einem eigenen Gedicht „graben, warden und sarge“, als Assonanzen bezeichnet werden, im Unterschied zum reinen […]

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Gott und Rilke

Der Weg zum Dinggedicht und dessen Überwindung Du dunkelnder Grund Du dunkelnder Grund, geduldig erträgst du die Mauern. Und vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den Städten zu dauern und gewährst noch zwei Stunden den Kirchen und einsamen Klöstern und lässest fünf Stunden noch Mühsal allen Erlöstern und siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des […]

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Zum Literaturbetrieb, zum Poetry Slam, zu Julia Engelmann

Überlegungen anlässlich des andauernden Lyrik-Spams Januar 2014. Ein Poetry-Slam-Video wird so oft geteilt, dass man auch unter seinen handverlesenen Facebookfreunden nicht davon verschont bleibt. Es handelt sich weder um einen herausragenden Vortrag noch um einen, der zum Fremdschämen schlecht wäre. Julia Engelmanns one day/reckoning text ist ordentliche, auch thematisch typische Poetry-Slam-Handwerkskunst. What also ist he […]

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Der Dichter Arno Schmidt

Sören Brandes zur Lyrik Schmidts Arno Schmidt wäre gestern 100 geworden. Beim Lesen der zahlreichen, doch eher persönlich eingefärbten Feuilletonsnachrufe habe ich mich an eine kleine Werksausgabe erinnert, die ich mir mal zulegen wollte, weil auch Schmidts Gedichte darin vertreten sind. Ich bin dann vom Preis zurückgeschreckt und habe bis heute keines von Schmidts Gedichten […]

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Sorgsam veredelte Urgewächse

Die Lyrik Rudolf Borchardts An Rudolf Borchardt werden sich wohl immer die Geister scheiden. Sein aristokratischer Faschismus polterte lauter und vulgärer als der völkische Jüngers oder der mystisch- esoterische Georges. Allein Borchardts jüdische Herkunft bewahrte ihn vor großen Erfolgen im Dritten Reich. Sein Versuch die deutsche Sprache durch Formstrenge und eine eigenmächtige Interpretation der linguistischen […]

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Hymn to Proserpine von Algernon Charles Swinburne

Freitagsgedicht und Video Das heutige Freitagsgedicht ist vielleicht eines der sprachlich und klanglich dichtesten Kunstwerke der englischen Literatur. Hymn to Proserpine, von Algernon Charles Swinburne ist in thematischer Hinsicht The Journey of the Magi von T.S. Eliot nicht unähnlich. Auch hier wird der Untergang eines Zeitalters, einer Gesellschaft, eines Denk- und Glaubenssystems beklagt, auch hier […]