beitrag von Reflexion

Reflexion vs. Bandbreite:

Das neueste Machwerk der Verschwörungsband „Die Bandbreite“ hat einen ganz besonderen Namen: „Reflexion“ nennt sich das Album. „Reflexion“ , so lautet auch der Name dieser Internetseite, auf der seit mehreren Jahren über die Aktivitäten und Inhalte der Verschwörungscombo berichtet wird. Dies geschieht nicht aufgrund der miesen Schlagerbeats oder der sich nicht reimenden Reime, sondern weil […]


beitrag von classless Kulla

Richtige Stellung (5): Bahamas

[Sommer & auf Arbeit: Zeit für eine Postingreihe mit liegengebliebenen Korrekturen & Bemerkungen – “richtig” heißt: so seh ich’s wirklich, “Stellung” heißt: Stellung im Produktionsprozeß und in den Auseinandersetzungen statt Unterstellung] Vor knapp einem Monat versammelte die Bahamas unter der Überschrift “Mitmachen ist Ehrensache” sicher über 100 Leute, um ihnen ihr Leid, die jüngsten Veranstaltungsausladungen […]


beitrag von exsuperabilis

Wie beschissen finde ich Wien? Teil 2

Edit:
Ebenfalls anlässlich dieses Ereignisses sind kürzlich zwei “Protest”-Mails an den Veranstaltungsort, das EKH, eingegangen, welche es ebenfalls wert sind veröffentlicht zu werden:
(Rechtschreibfehler wie immer im Original!)

Mail 1:

“liebes ekh,
etwas fassungslos bin ich jetzt schon, nachdem ich gerade gesehen habe,
wer da im ekh auftritt:

– mal abgesehen davon, dass die “ironie” in den texten nicht aufgeht und
sie wohl nicht zufällig missverständlich gehalten sind, sondern das zum
konzept gehört, etwa wenn es um sexismus geht;
– kann in den meisten liedern von ironie eh nicht mehr gesprochen
werden, da sie nur noch zynisch und denunzierend sind. und da frag mich
dann schon, warum so etwas in einem linken politischen kontext auch noch
eine bühne gegeben wird; ganz so, als ob so eine haltung nicht eh im
alltag schon präsent genug wäre;
– und dann gibt es ja auch noch die ganz offensichtlichen entgleisungen,
wenn zb von “behinderten Idioten” (!!!) in bezug auf irgendwelche
polit-hiphop-hörerInnen die rede ist. //ironie on// super, dass sookee
demnächst ins ekh kommt, da werden sich die behinderten idiotInnen aber
freuen //ironoie off// gerade mit so einem anti-pc-gehabe hier wird dann
doch recht klar, dass nach dem (anti-)linken zynismus der weg nach
rechts schon recht eindeutig eingeschlagen wurde;
– last not least, die relativierung des ns durch wilde gleichsetzungen
und vergleiche, bleibt halt auch dann eine relativierung und
verharmlosung, wenn sie scheinbar “cool” und “abgeklärt” daherkommt. ein
unterschied ist für mich dann aber auch hier nochmal, ob zb die “bullen”
mit nazis gleichgesetzt werden – wie das zumindest heute noch im
englischsprachigen punk/hc (aber auch politszene) üblich ist, im
deutschsprachigen raum aber zumindest seit mitte der 90er jahre zu recht
problematisiert und vermieden wurde – oder ob zu innerlinken debatten
mit dem ns-vergleich stellung genommen wird. bisher dachte ich mir noch,
dass es gerade auch diesbezüglich im ekh mehr politisches bewusstsein
gibt. oder tritt als nächstes eh gleich MaKss Damage auf?

kurz und gut, ich erwarte mir eigentlich eine klare stellungnahme aber
auch reaktion dazu von euch,
******”

Mail 2:

“hej
am 11.3. spielt bei euch die antilopengang, die zwar alles so ur
ironisch meint aber ärgstens sexistische und grindige texte hat, so von
wegen spasten und behinderte verarschen, und sich hinter dem deckmantel
der ironie verstecken wenns kritik gibt.
ausserdem promoten sie kool savage und makss damage auf ihrer website,
zur erinnerung ein paar texte von ersterem:

::::::::::::::::::::ACHTUNG TRIGGER::::::::::::::::::

“… Kool Savas zerstueckelt schwule Rapper wie Shawama”,

“… ich zerficke Muschis im Akkord kein Ding Nigger mein Schwanz
befoerdert Nutten ins Exil, …”

” … Meine Crew beseitigt schwul positive Stimmung …”

” … Sowieso, Nutte du hast gar nich’viel zu sagen. (Oh) Ich muss weg,
und hab leider keine Zeit mehr dich zu schlagen.”

“… egal, ob Nutten sportlich sind, ich ficke sie zu Leichen!”

zweiterer: makss damage ist ein neonazi.
ich find das ekh sollt die band nicht auftreten lassen, wenn doch wird
es eventuell zu interventionen kommen. (!)

lg *****”


Die Namen der Absender sind den Blog-Betreibern nicht bekannt, die Mails wurden ihnen zugesendet.


beitrag von exsuperabilis

Wie beschissen finde ich Wien?

oder: Über den Provinzialismus und die spießige Kleingeisterei der Wiener Linken
04.03.2011

“Zorn und Verzweiflung sind meine einzigen Antriebe und ich habe das Glück in Österreich den idealen Ort dafür gefunden zu haben.” Thomas Bernhard

Dass es manchen Akteuren der oftmals autonomen, aber immer sich linksradikal verstehenden Wiener Szene nicht an Kreativität und Bereitschaft fehlt, sich selbst an bizarrsten Begrifflichkeiten aufzuhängen, gilt mittlerweile als bekannt.
Ebenso wie das begriffliche Erbsenzählen in diversen internen linksradikalen Internetforen, als auch blinder Aktionismus – welcher nichts als eine Verdrängung des Elends, der Ohnmacht und des Bewusstseins ist, dass man sich in einer Zeit der „verstellten Praxis befinde(t), in einer Zeit also, in der keine Veränderungen herbeigeführt werden können, die diesen Namen verdienen“ (1) – tritt immer mehr die Erkenntnis zutage, dass sich die Arbeitsgemeinschaften, Organisationsgruppen, Werkelteams und Kuschelkollektive nicht mehr um eine Abschaffung des „falschen Ganzen“ (Adorno) scheren, sondern viel mehr an einer Verdrängung und Verabschiedung vom ursprünglichen Ziel arbeiten. Folglich sind sie nicht mehr an einer Emanzipation von körperlicher Anstrengung, mühevollen Malochen oder nervtötenden Arbeitsaufgaben interessiert – sondern nur noch an einer Emanzipation von all jenen Dingen, die das Leben lebenswert machen:
Lust, Amusement, Witz, Humor, Spaß, Genuss und Müßiggang.
Die Kadergruppen der autonomen Szene sind einerseits längst Familienersatz und noch vielmehr zu einem sozialen Ort geworden, an dem sich die vom Leben Gequälten, von der Arbeit Geplagten und vom Glück verlassenen Subjekte treffen, um ihre Subjektivität endgültig zu verlieren. Dies tun sie zumeist um in einer kuscheligen, warmen Gemeinschaft aufzugehen wie ein Teig im Backrohr, in der man keine Angst haben muss für seinen gerade eben von sich gegebenen Unfug zur Rechenschaft gezogen zu werden. Es soll dies ein Ort sein, an dem man immer willkommen ist, um zusammen an Projekten zu arbeiten, die suggerieren sollen, dass es tatsächlich auf einen selbst ankomme, um dem, der anderswo ziemlich wahrscheinlich als „gescheiterte Existenz“ abgekanzelt würde, die Möglichkeit zu geben aus dem tristen Alltag zu entkommen. Ergo: der Realität zu entfliehen, um im antifaschistischen Therapiekreis eine neue Heimat zu finden.
Dass dabei in verklemmt – spießbürgerlicher Manier das Amusement den wie auch immer genannten politischen Dogmen untergeordnet wird, und damit der Witz, die Kunst den Ernst des Lebens lächelnd/schmunzelnd entgegenzuwirken und die Verhältnisse stets augenzwinkernd zu betrachten auf der Strecke bleibt, versteht sich nur von selbst. Ebenso, dass man – um es im Polit-Nestchen warm zu halten – oftmals näher zusammenrücken muss, um sich gegen tendenzielle Bedrohungen von außen vereint zur Wehr zu setzen und um den Gestank zu überdecken, der verursacht wurde – sollte sich ein Nestbeschmutzer die Dreistigkeit erlaubt haben, auf das gesellschaftliche Elend, in dem man haust, aufmerksam zu machen und im schlimmsten Falle sich gar polemisch und sarkastisch darüber geäußert zu haben und so die neue schutzbietende Heimat madig gemacht zu haben.
Eine ideale, all diese von Infantilität und Verdrängung geprägten Handlungen aufzeichnende Datenbank bietet hierbei das interne Sammelforum linker Aktivitäten n3twork. Da dieses nicht frei zugänglich ist, und man sich registrieren muss, um in den zweifelhaften Genuss der provinziellen Kleingeisterei zu kommen, wird scheinbar selbst virtuell durch das andauernde Verweisen auf den alles überwachenden Moderator ein Gefühl der Heimigkeit unterstellt, so dass man stets davon ausgehen könne, immer nur unter Gleichgesinnten zu sein.
Schauplatz des diesmaligen Schauspiels ist diesmal – das nicht nur innerhalb der Szene zu Ruhm gekommene – linksradikale Wiener Wohnheim EKH (benannt nach dem ermordeten Mitglied der Kommunistischen Österreichischen Partei Ernst Kirchweger), welches seit der Gründung sowohl ein Auffangbecken sämtlicher „antifaschistischer“ Kollektive aller Couleur inklusive zweier Konzerthallen plus Wohnräumen in den beiden obersten Stockwerken darstellt.
Die Wiener Version des antinationalen Popantifavereins „Ums Ganze“ veranstaltete am 11. März 2011 in den oben genannten Räumlichkeiten eine musikalische Veranstaltung mit der – als u.a. „antideutsch“ verschriehenen – Rapcrew „Antilopengang“, zu der u.a. der Rapper „Koljah“ und der Rapper „NMZS” zählen, welche in der Vergangenheit mit polemisch-kritischen Texten an der radikalen Linken für Furore gesorgt haben (2) und damit Ruhm und Spott gleichermaßen ernteten.
Die Vorfreude einiger im n3twork aktiver User wich nach einer detaillierteren Auseinandersetzung mit den im Laufe ihrer Musikkarriere entstandenen Werke sehr bald einer sehr verärgerten, missmutigen Pöbelstimmung, welche in ein virtuelles Kopfzerbrechen mündete.
Besonders das Lied „Fick die Uni!“ (3) machte einigen Autonomen schwer zu schaffen und es dauerte anscheinend nicht sehr lange bis die ersten Vermutungen aufgestellt wurden, wie denn dieses Lied zu interpretieren sei und man machte sich daran die Künstler mit wüsten Vorwürfen zu übersäen.
User Marelen (4) macht den Anfang: (Rechtschreibungs- und Grammatikfehler im Original)

“mal ganz unabhängig von restlichen inhalt: ich find formulierungen wie ‘fick die uni’ nicht gut, ich assozier das immer sofort mit sexualisierter gewalt.”

Woraufhin der User Lub von einer „aggressiv sexistischen Aufladung“ schwadroniert, die in diesem Lied durch das Verwenden des bösen F-Worts herrsche:

“Seh ich auch so. Mal abgesehen von der agressiv sexistischen Aufladung, die der Spruch für mich hat, gibt das Eindeutschen dem ganzen obendrein was Ösi-Provinzielles.”

Möglicherweise durch die beiden ihm vorausgegangen Kommentare ermutigt seiner Dummdreistigkeit freien Lauf zu lassen, packt auch der User mit dem besonders kreativen Namen nonkonform die Gelegenheit beim Schopf um seinen Missmut in Worte zu fassen:

“Möchte mir wer verraten, was an diesem Songtext bitteschön so toll sein soll?! Ich kann darin jedenfalls nichts Emanzipatives erkennen. Der strapaziert doch bloß antiintellektuelle Ressentiments. Dass Bildung in dieser Gesellschaft elitär organisiert ist, wird kurzerhand den aktuell Studierenden angelastet; und, als wäre das nicht schon genug Unsinn, wird das auch noch garniert mit dem Vorwurf: “1933 wären sie alle Nazis gewesen.”

Anscheinend komplett unwillens den ironischen Gehalt dieses Textes zu begreifen, schließen sich auch einige andere User an – so auch der User vip3r, der allen Ernstes in der Parole „Fuck the Police“ einen Aufruf zur Vergewaltigung von Polizisten und Polizistinnen sieht:

“ich glaub auch nicht dass “fuck the police” viel anderes (wenn auch nicht in der deutlichkeit) sagt wie “rape the police”…und letzteres stößt ja wohl auf breite ablehnung..”

Der User Tony Blair vermutet ironischerweise hinter der „Antilopengang“ einen typischen Vertreter der deutschen Ideologie:

“wie mensch sich als ANTI-faschist auf sowas wie dieses lied “fick die uni” von antilope positiv beziehen kann ist mir ein sehr großes rätsel: sie beziehen sich positiv auf die nachfolgeorganisation der wehrmacht, bezeichnen die bundeswehr als “friedenstiftend” und “menschenleben rettend”. “strassenpenner”, “spastiker” werden als schimpfwörter verwendet und damit die ausgrenzung von armen und kranken menschen normalisiert. sie glorifzieren in typisch deutschem arbeitswahn das arbeiten gehen an und für sich. in kleinbürgerlichster deutscher spießermanier hetzen sie gegen leute die dreadlocks haben, in wg´s wohnen und fahrrad fahren und sonstwie nicht der deutschen mehrheitsgesellschaft entsprechen. mit intellektuellenfeindlichkeit und verachtung vor theorie und dem lesen von texten und büchern im allgemeinen sind sie stolz auf ihre dummheit.
ein vorgeschmack auf deutschen rechts-hip-hop.”

Daraufhin nonkonform:

“Also so leicht sollte es sich eins hier auch nicht machen und die Bedenken einfach mit einem kurzen Verweis auf Zynismus oder Sarkasmus beiseite schieben. Selbst wenn der Text zynisch gemeint sein sollte, so ändert das in diesem Fall reichlich wenig am transportierten Inhalt. Denn was soll die Message, die Pointe des Songs sein? Dass in Wahrheit eh alles ganz anders ist? So ein Umkehrschluss funktioniert hier nicht. Wie aber dann das Lied entschlüsseln? Eins kann es drehen und wenden, wie eins will, die Rechnung geht nie wirklich auf. In meinen Augen und Ohren bleibt der Inhalt stets äußerst problematisch, die antiintellektuelle Stoßrichtung bestehen – weniger weil irgendwelche 0815-Klischees bedient werden, sondern wie dies hier getan wird.”

Tony Blair meldet sich daraufhin erneut zu Wort:

“was soll bitte an antilopes textzeilen wie “ich hau den brillenträgern aufs maul” zynisch sein??
das ist doch einfach bushido-macho attitude und da steht doch einfach nichts als spiesbürgerlichkeit und nazi-deutschtum dahinter, und da ist keine spur von ambivalenz und zweideutigem augenzwinckern zu hören.”

Einzig der User Motoki stellt sich gegen den pöbelnden autonomen Mob:

“fühlen sich hier einige leute von dem songtext vielleicht deswegen angepisst, weil sie so sehr in das klischee passen, das dort reproduziert wird? Wenn ja, wie wärs mal, drüber nachzudenken ob dieser Lifestyle nicht auch seine wenn und abers hat?”


Nun wären diese an Lächerlichkeit grenzenden Kommentare noch zu ignorieren, wenn dieses Forum nicht geradezu repräsentativ für den Zustand wäre, indem sich ein nicht zu übersehender Anteil der Wiener Linke dank einer niemals gebrochenen, provinziellen Kontinuität des Wahnsinns befindet.
Ebenso wäre es kaum der Rede wert, wenn es beim theoretischen Wirr-Warr und dem Große-Sprüche-Klopfen bleiben würde und es nicht eben doch einige Verrückte geben würde, die im Ernstfall auf diesem theoretischen Fundament ihr Häuschen bauen würden:
Der – zugegebenermaßen nicht gerade gelungene Scherz – dass Koljah tatsächlich (den früher linksnationalen Sozialisten, jetzt rechtsnationalen Sozialisten) Makks Damage zu seinen Lieblingsrappern zähle (wie er spaßhalber auf seiner Facebookseite behauptet), versetzt einige der n3twork-User dermaßen in Fassungslosigkeit, dass es nicht lange dauerte bis die ersten Drohungen ausgesprochen wurden:

“allein dass das so auf deren website steht, dass sie den makss damage gut finden ist genug grund die bühne beim konzert zu stürmen”

Man könnte meinen, dass es dem User paolo, dieser ist es, der diesen Kommentar verfasst und es im Ernstfall möglicherweise auch nicht bei dieser offenen Drohung belassen würde, geradezu um den Verstand bringt, dass “das so auf deren Website steht” – dass Koljah tatsächlich soetwas wie Humor besitzen könnte und ihn sogar öffentlich äußern würde, wobei doch bewusst sein sollte, dass über solche Themen nur ungern gespaßt werde.
Es gäbe noch unzählige Kuriositäten aufzuzählen, die sich tagtäglich ereignen, über die es wert wäre zu berichten:
Angefangen von Diskussionen über die Skulptur einer Meerjungfrau, die unbekleidet zur optischen Verschönerung eines Kreisverkehrs mitten im verbiederten Wien die missmutigen Blicke auf sich zog, welche die Skulptur selbstverständlich als nichts anderes als ein Abbild des heteronormativen Geschlechterverhältnisses zu interpretieren wussten (5) – bis hin zu Wortmeldungen über die diesjährigen Gegendemonstrationen anlässlich des jährlichen Wiener Korporationsringballs – ein Treffen deutschnationaler Burschenschaftler – in denen soweit gegangen wurde, von einer ideologischen “Fraternisierung” mit den “Burschis” zu sprechen, da man mit Transparenten auf die Straße ging, auf welchen nicht nur die Abschaffung des deutschen sondern auch die Abschaffung der Alpenrepublik gefordert wurde. (6)

Fest steht nach wie vor:

Um eine vernünftige Kritik an den Verhältnissen formulieren zu können, braucht es weder einen multikulturell-kulturrelativistischen, weder einen traditionalistischen auf das christliche Abendland pochenden, noch einen aufgeblasenen poststrukturalistischen Begriffsapparat und schon gar keine Linke, die von einer Affinität zum politischen Islam geprägt ist – sondern eine Kritik, die Denk- und Sprachschablonen rücksichtslos verwirft und nicht vergisst, dass die einzig sinnvolle praktische Arbeit in nicht-revolutionären Zeiten die Arbeit am Begriff ist, die das Abschaffende darstellen und bestimmen soll. (7)
Zu guter Letzt bleibt Koljah und dem Rest der Antilopengang nur noch zu wünschen, dass ihre körperliche Unversehrtheit während des Auftritts gewährt bleibt und dass es ihnen ermöglicht wird, ihre Nachtruhe außerhalb das linksradikalen Wohnprojekts in einer Räumlichkeit frei von infantilen Schwätzern, rachsüchtigen Autonomen und anderen Gemeinschaftspriestern anzutreten.

Vielen Dank an Anahita Tabrizi für wichtige Anmerkungen und Hilfeleistungen.

(1) AG Antifa im Stura der Uni Halle – Am Ende: Konformismus. Zum linken Antisexismus in Bonjour Tristesse 2/2007
(2) Genannt sei zum einen die Zeit, in der beide noch Mitglieder in der antifaschistischen Rapcrew Anti-Alles Aktion waren – und zum anderen Koljah’s Songs mit den antideutschen Electropunks Egotronic, als auch Koljah’s Soloprojekte.
(3) Dieses Lied glänzt nicht nur durch eine – für deutschen Hip-Hop äußerst unübliche –hervorragende (und zudem offensichtliche!) Selbstironie, welche das Elend der Studentinnenbewegung, des tagtäglichen akademischen Betriebs und den morgendlichen mühevollen Gang in die Universität darstellt und zudem mit den gängigen Vorurteilen gegenüber Studenten spielt, in dem diese überspitzt dargestellt werden und dem Zuhörer suggeriert wird, dass diese auch tatsächlich der Meinung des Autors entsprechen: http://www.magistrix.de/lyrics/Antilopen/Fick-Die-Uni-feat-Danger-Dan-1062556.html
(4) Zitate im Original nachzulesen unter: https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=97&t=27763 und https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=14&t=30981
(5) Der ursprüngliche Link zu dieser Diskussion: https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=10&t=28588&p=188871&hilit=kreisverkehr&sid=ed49b776f7308d01a583d4fe4b0e13b3 – vor Fertigstellung dieses Diskussionsbeitrags war der Thread leider schon wieder gelöscht.
(6) https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=14&t=30981&start=25 und: https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=14&t=30434
(7) vgl. Stephan Grigat (Hg.) Reeducation und Feindaufklärung S. 16 ff.


beitrag von exsuperabilis

Wie beschissen finde ich Wien?

oder: Über den Provinzialismus und die spießige Kleingeisterei der Wiener Linken

“Zorn und Verzweiflung sind meine einzigen Antriebe und ich habe das Glück in Österreich den idealen Ort dafür gefunden zu haben.” Thomas Bernhard



Dass es den Spießgesellen der autonomen, linksradikalen, anti-wasauchimmer und queerfeministisch-reaktionären Wiener Szene nicht an Kreativität und Bereitschaft fehlt selbst über die ausgefallensten Begrifflichkeiten und in nervtötendstem Duktus sich über „emanzipatorische Inhalte“ zu unterhalten, gilt mittlerweile als bekannt.

Ebenso wie das begriffliche Erbsenzählen in diversen internen linksradikalen Internetforen und auch der blinde Aktionismus – welcher nichts als eine Verdrängung des Elends, der Ohnmacht und des Bewusstseins ist, dass man sich in einer Zeit der „verstellten Praxis befinde(t), in einer Zeit also, in der keine Veränderungen herbeigeführt werden können, die diesen Namen verdienen“ (1) – tritt zum einen auch immer mehr die Erkenntnis zutage, dass sich die Arbeitsgemeinschaften, Organisationsgruppen, Werkelteams und Kuschelkollektive nicht mehr um eine Abschaffung des „falschen Ganzen“ (Adorno) scheren, sondern viel mehr an einer Verdrängung und  Verabschiedung vom ursprünglichen Ziel arbeiten und zum zweiten nicht mehr an einer Emanzipation von körperlicher Anstrengung, mühevollen Malochen oder nervtötenden Arbeitsaufgaben interessiert sind – sondern nur noch an einer Emanzipation von all jenen Dingen, die das Leben lebenswert machen: Lust, Amusement, Witz, Humor, Spaß, Genuss und Müßiggang.

Die linksradikalen Kadergruppen der autonomen Wiener Szene sind längst Familienersatz und vielmehr zu einem sozialen Ort geworden, an dem sich die vom Leben gequälten, von der Arbeit geplagten und vom Glück verlassenen Subjekte treffen um ihre Subjektivität endgültig zu verlieren und um in einer kuscheligen, warmen Gemeinschaft aufzugehen wie ein Teig im Backrohr, in der man keine Angst haben muss für seinen gerade eben von sich gegebenen Schwachsinn zur Rechenschaft gezogen zu werden (vgl. Jan Gerber – Vive la Difference!) und an dem man immer willkommen sei um zusammen an Projekten zu arbeiten, bei denen suggeriert werden soll, dass es tatsächlich auf einen selbst ankomme, um dem, der anderswo ziemlich wahrscheinlich als „gescheiterte Existenz“ abgekanzelt würde, die Möglichkeit zu geben aus dem tristen Alltag zu entkommen, der Realität zu entfliehen und um im antifaschistischen Therapiekreis eine neue Heimat zu finden.

Dass dabei in verklemmt – spießbürgerlicher Manier das Amusement den wie auch immer genannten politischen Dogmen untergeordnet wird, und damit der Witz, die Kunst den Ernst des Lebens lächelnd/schmunzelnd entgegenzuwirken und die Verhältnisse stets augenzwinkernd zu betrachten, und der gute Humor auf der Strecke bleibt, versteht sich nur von selbst. Ebenso, dass man – um es im Polit-Nestchen warm zu halten – oftmals näher zusammenrücken muss, um sich gegen tendenzielle Bedrohungen von außen vereint zur Wehr zu setzen und um den Gestank zu überdecken, der verursacht wurde, sollte sich ein „Nestbeschmutzer“ die Dreistigkeit erlaubt haben, auf das gesellschaftliche Elend, in dem man haust, aufmerksam zu machen und im schlimmsten Falle sich gar polemisch und sarkastisch darüber geäußert zu haben und so hauptberuflichen Transparentmalern und antirassistisch-antisexistischen Politvereinsmagnaten die neue schutzbietende Heimat madig gemacht zu haben.

Eine ideale, all diese von Infantilität und Verdrängung geprägten Handlungen aufzeichnende Datenbank bietet hierbei das interne Sammelforum linker Aktivitäten n3twork. Da dieses nicht frei zugänglich ist, und man sich registrieren muss, um in den zweifelhaften Genuss der provinziellen Kleingeisterei zu kommen, wird scheinbar selbst virtuell durch das andauernde Verweisen auf den alles überwachenden Moderator ein Gefühl der Heimigkeit unterstellt, so dass man stets davon ausgehen könne, immer nur unter Gleichgesinnten zu sein.

Schauplatz des diesmaligen Schauspiels ist diesmal –  das nicht nur innerhalb der Szene zu Ruhm gekommene – linksradikale Wiener Wohnheim EKH (benannt nach dem Mitglied der Kommunistischen Österreichischen Partei Ernst Kirchweger), welches seit der Gründung sowohl ein Auffangbecken sämtlicher „antifaschistischer“ Kollektive aller Couleur inklusive zweier Konzerthallen plus Wohnräumen in den beiden obersten Stockwerken darstellt.

Die Wiener Version des antinationalen Popantifavereins „Ums Ganze“, gemeint ist die Antifa Wien , veranstaltet am 11. März 2011 in den oben genannten Räumlichkeiten eine musikalische Veranstaltung mit der – als u.a. „antideutsch“ verschriehenen – Rapcrew „Antilopengang“, zu der u.a. der Rapper „Koljah“ und der Rapper „NMZS „zählen, welche in der Vergangenheit mit polemisch-kritischen Texten an der radikalen Linken und all deren Widerwärtigkeiten für Furore gesorgt haben (2) und damit Ruhm und Spott ernteten.

Die Vorfreude einiger im n3twork aktiver User wich nach einer detaillierteren Auseinandersetzung mit den im Laufe ihrer Musikkarriere entstandenen Werke sehr bald einer sehr verärgerten, missmutigen Pöbelstimmung, welche in ein virtuelles Kopfzerbrechen mündete, woraufhin man sich an die Arbeit machte die einzelnen Stücke zu interpretieren.

Besonders das Lied „Fick die Uni!“ (3) machte einigen Autonomen schwer zu schaffen und es dauerte anscheinend nicht sehr lange bis die ersten Vermutungen aufgestellt wurden, wie denn dieses Lied zu interpretieren sei und man machte sich daran – wie üblich in postmodernem, antisexistischem Habitus – die Künstler mit Vorwürfen zu übersäen.

User Marelen (4) macht den Anfang: (Rechtschreib- und Grammatikfehler im Original)
“mal ganz unabhängig von restlichen inhalt: ich find formulierungen wie ‘fick die uni’ nicht gut, ich assozier das immer sofort mit sexualisierter gewalt.”


Woraufhin der User Lub von einer „aggressiv sexistischen Aufladung“ schwadroniert, die in diesem Lied durch das Verwenden des bösen F-Worts herrsche:

“Seh ich auch so. Mal abgesehen von der agressiv sexistischen Aufladung, die der Spruch für mich hat, gibt das Eindeutschen dem ganzen obendrein was Ösi-Provinzielles.”


Möglicherweise durch die beiden ihm vorausgegangen Kommentare ermutigt seiner Dummdreistigkeit freien Lauf zu lassen packt auch der User mit dem besonders kreativen Namen nonkonform die Gelegenheit beim Schopf um seinen Missmut in Worte zu fassen:

“Möchte mir wer verraten, was an diesem Songtext bitteschön so toll sein soll?!  Ich kann darin jedenfalls nichts Emanzipatives erkennen. Der strapaziert doch bloß antiintellektuelle Ressentiments. Dass Bildung in dieser Gesellschaft elitär organisiert ist, wird kurzerhand den aktuell Studierenden angelastet; und, als wäre das nicht schon genug Unsinn, wird das auch noch garniert mit dem Vorwurf: “1933 wären sie alle Nazis gewesen.”


Anscheinend komplett unfähig den ironischen Gehalt dieses Textes zu begreifen und von einer infantilen Überheblichkeit getrieben schließen sich auch einige andere User des postmodernen Debattierclubs den schwachsinnigen Beiträgen an – so auch der User vip3r, der allen Ernstes in der Parole „Fuck the Police“ einen Aufruf zur Vergewaltigung von Polizisten und Polizistinnen sieht:

“ich glaub auch nicht dass “fuck the police” viel anderes (wenn auch nicht in der deutlichkeit) sagt wie “rape the police”…und letzteres stößt ja wohl auf breite ablehnung..”


Der User Tony Blair vermutet ironischerweise hinter der „Antilopengang“ einen typischen Vertreter der deutschen Ideologie:

wie mensch sich als ANTI-faschist auf sowas wie dieses lied “fick die uni” von antilope positiv beziehen kann ist mir ein sehr großes rätsel:

sie beziehen sich positiv auf die nachfolgeorganisation der wehrmacht, bezeichnen die bundeswehr als “friedenstiftend” und “menschenleben rettend”.

“strassenpenner”, “spastiker” werden als schimpfwörter verwendet und damit die ausgrenzung von armen und kranken menschen normalisiert.

sie glorifzieren in typisch deutschem arbeitswahn das arbeiten gehen an und für sich.

in kleinbürgerlichster deutscher spießermanier hetzen sie gegen leute die dreadlocks haben, in wg´s wohnen und fahrrad fahren und sonstwie nicht der deutschen mehrheitsgesellschaft entsprechen.

mit intellektuellenfeindlichkeit und verachtung vor theorie und dem lesen von texten und büchern im allgemeinen sind sie stolz auf ihre dummheit.

ein vorgeschmack auf deutschen rechts-hip-hop.”

Daraufhin nonkonform:

“Also so leicht sollte es sich eins hier auch nicht machen und die Bedenken einfach mit einem kurzen Verweis auf Zynismus oder Sarkasmus beiseite schieben.  Selbst wenn der Text zynisch gemeint sein sollte, so ändert das in diesem Fall reichlich wenig am transportierten Inhalt. Denn was soll die Message, die Pointe des Songs sein? Dass in Wahrheit eh alles ganz anders ist? So ein Umkehrschluss funktioniert hier nicht. Wie aber dann das Lied entschlüsseln? Eins kann es drehen und wenden, wie eins will, die Rechnung geht nie wirklich auf. In meinen Augen und Ohren bleibt der Inhalt stets äußerst problematisch, die antiintellektuelle Stoßrichtung bestehen – weniger weil irgendwelche 0815-Klischees bedient werden, sondern wie dies hier getan wird.”

Tony Blair meldet sich daraufhin erneut zu Wort:

“was soll bitte an antilopes textzeilen wie “ich hau den brillenträgern aufs maul” zynisch sein??

das ist doch einfach bushido-macho attitude und da steht doch einfach nichts als spiesbürgerlichkeit und nazi-deutschtum dahinter, und da ist keine spur von ambivalenz und zweideutigem augenzwinckern zu hören.”


Einzig der User Motoki stellt sich gegen den pöbelnden Mob dummdämlicher Autonomer:

“fühlen sich hier einige leute von dem songtext vielleicht deswegen angepisst, weil sie so sehr in das klischee passen, das dort reproduziert wird? Wenn ja, wie wärs mal, drüber nachzudenken ob dieser Lifestyle nicht auch seine wenn und abers hat?”

Nun wären diese an Lächerlichkeit grenzenden Kommentare noch zu igonorieren, wenn dieses Forum nicht geradezu repräsentativ für den Zustand wäre indem sich die Wiener Linke dank irrster Thematiken und einer Kontinuität des Wahnsinns befinden würde und wenn diese Show tatsächlich nicht ernst gemeint wäre.

Ebenso wäre es kaum der Rede wert, wenn es bei der theoretischen Heuchlerei und dem Große-Sprüche-Klopfen bleiben würde und es nicht eben doch einige Verrückte geben würde, die im Ernstfall auf diesem theoretischen Fundament ihr Häuschen bauen würden:

Der – zugegebenermaßen nicht gerade gelungene Scherz – dass Koljah tatsächlich ( den früher linksnationalen Sozialisten, jetzt rechtsnationalen Sozialisten) Makks Damage zu seinen Lieblingsrappern zähle (wie er spaßhalber auf seiner Facebookseite behauptet), versetzt einige der n3twork-User dermaßen in Fassungslosigkeit, dass es nicht lange dauerte bis die ersten Drohungen ausgesprochen wurden:


“allein dass das so auf deren website steht, dass sie den makss damage gut finden ist genug grund die bühne beim konzert zu stürmen”


Man könnte meinen, dass es dem User paolo, dieser ist es, der diesen Kommentar verfasst und es im Ernstfall möglicherweise auch nicht bei dieser offenen Drohung belassen würde, geradezu um den Verstand bringt, dass “das so auf deren Website steht” – dass Koljah tatsächlich soetwas wie Humor besitzen könnte und ihn sogar öffentlich äußern würde, wobei doch bewusst sein sollte, dass über solche Themen nur ungern gespaßt werde.


Es gäbe noch unzählige Kuriositäten aufzuzählen, die sich tagtäglich ereignen, über die es wert wäre zu berichten:

Angefangen von Diskussionen über die Skulptur einer Meerjungfrau, die unbekleidet zur optischen Verschönerung eines Kreisverkehrs mitten im verbiederten, unmodernen und hässlichen Wien die missmutigen Blicke mancher Beauvoir-Jünger auf sich zog, die selbstverständlich ein Abbild des “heteronormativen Geschlechterverhältnisses”; also des Sexismus sei (5) – bis hin zu Wortmeldungen über die diesjährigen Gegendemonstrationen anlässlich des jährlichen Wiener Korporationsringballs – ein Treffen deutschnationaler Burschenschaftler – in denen soweit gegangen wird von einer ideologischen “Fraternisierung” mit den “Burschis” zu sprechen, da man mit Transparenten auf die Straße ging, auf welchen nicht nur die Abschaffung des deutschen sondern auch die Abschaffung der Alpenrepublik gefordert wurde. (6)


Fest steht nach wie vor:

Um eine vernünftige Kritik an den Verhältnissen formulieren zu können, braucht es weder einen multikulturell-kulturrelativistischen, weder einen traditionalistischen auf das christliche Abendland pochenden, noch einen aufgeblasenen poststrukturalistischen Begriffsapparat und schon gar keine Linke, die von einer Affinität zum politischen Islam geprägt ist – sondern eine Kritik, die Denk- und Sprachschablonen rücksichtslos verwirft und nicht vergisst, dass die einzig sinnvolle praktische Arbeit in nicht-revolutionären Zeiten die Arbeit am Begriff ist, die das Abschaffende darstellen und bestimmen soll. (7)


Zu guter Letzt bleibt Koljah und dem Rest der Antilopengang nur noch zu wünschen, dass ihre körperliche Unversehrtheit während des Auftritts gewährt bleibt und dass es ihnen ermöglicht wird, ihre Nachtruhe außerhalb das linksradikalen Wohnprojekts in einer Räumlichkeit frei von infantilen Schwätzern, rachsüchtigen Antisexistinnen und anderen Gemeinschaftspriestern anzutreten.

Vielen Dank an Anahita Tabrizi für wichtige Anmerkungen und Hilfeleistungen.




(1)   AG Antifa im Stura der Uni Halle – Am Ende: Konformismus. Zum linken Antisexismus in Bonjour Tristesse 2/2007

(2)   Genannt sei zum einen die Zeit, in der beide noch Mitglieder in der antifaschistischen Rapcrew Anti-Alles Aktion waren – und zum anderen Koljah’s Songs mit den antideutschen Electropunks Egotronic, als auch Koljah’s Soloprojekte.

(3)   Dieses Lied glänzt nicht nur durch eine – für deutschen Hip-Hop äußerst unübliche –hervorragende (und zudem offensichtliche!) Selbstironie, welche das Elend der Studentinnenbewegung, des tagtäglichen akademischen Betriebs und den morgendlichen mühevollen Gang in die Universität darstellt und zudem mit den gängigen Vorurteilen gegenüber Studenten spielt, in dem diese überspitzt dargestellt werden und dem Zuhörer suggeriert wird, dass diese auch tatsächlich der Meinung des Autors entsprechen: http://www.magistrix.de/lyrics/Antilopen/Fick-Die-Uni-feat-Danger-Dan-1062556.html

(5)   Der ursprüngliche Link zu dieser Diskussion: https://www.n3tw0rk.org/viewtopic.php?f=10&t=28588&p=188871&hilit=kreisverkehr&sid=ed49b776f7308d01a583d4fe4b0e13b3 – zu Redaktionsschluss war der Thread leider schon wieder gelöscht.

(7)   vgl. Stephan Grigat (Hg.) Reeducation und Feindaufklärung S. 16 ff.


Edit:
Ebenfalls anlässlich dieses Ereignisses sind kürzlich zwei “Protest”-Mails an den Veranstaltungsort, das EKH, eingegangen, welche es ebenfalls wert sind, veröffentlicht zu werden:
Mail 1:

“liebes ekh,
etwas fassungslos bin ich jetzt schon, nachdem ich gerade gesehen habe,
wer da im ekh auftritt:

– mal abgesehen davon, dass die “ironie” in den texten nicht aufgeht und
sie wohl nicht zufällig missverständlich gehalten sind, sondern das zum
konzept gehört, etwa wenn es um sexismus geht;
– kann in den meisten liedern von ironie eh nicht mehr gesprochen
werden, da sie nur noch zynisch und denunzierend sind. und da frag mich
dann schon, warum so etwas in einem linken politischen kontext auch noch
eine bühne gegeben wird; ganz so, als ob so eine haltung nicht eh im
alltag schon präsent genug wäre;
– und dann gibt es ja auch noch die ganz offensichtlichen entgleisungen,
wenn zb von “behinderten Idioten” (!!!) in bezug auf irgendwelche
polit-hiphop-hörerInnen die rede ist. //ironie on// super, dass sookee
demnächst ins ekh kommt, da werden sich die behinderten idiotInnen aber
freuen //ironoie off// gerade mit so einem anti-pc-gehabe hier wird dann
doch recht klar, dass nach dem (anti-)linken zynismus der weg nach
rechts schon recht eindeutig eingeschlagen wurde;
– last not least, die relativierung des ns durch wilde gleichsetzungen
und vergleiche, bleibt halt auch dann eine relativierung und
verharmlosung, wenn sie scheinbar “cool” und “abgeklärt” daherkommt. ein
unterschied ist für mich dann aber auch hier nochmal, ob zb die “bullen”
mit nazis gleichgesetzt werden – wie das zumindest heute noch im
englischsprachigen punk/hc (aber auch politszene) üblich ist, im
deutschsprachigen raum aber zumindest seit mitte der 90er jahre zu recht
problematisiert und vermieden wurde – oder ob zu innerlinken debatten
mit dem ns-vergleich stellung genommen wird. bisher dachte ich mir noch,
dass es gerade auch diesbezüglich im ekh mehr politisches bewusstsein
gibt. oder tritt als nächstes eh gleich MaKss Damage auf?

kurz und gut, ich erwarte mir eigentlich eine klare stellungnahme aber
auch reaktion dazu von euch,
******”

Mail 2:

“hej
am 11.3. spielt bei euch die antilopengang, die zwar alles so ur
ironisch meint aber ärgstens sexistische und grindige texte hat, so von
wegen spasten und behinderte verarschen, und sich hinter dem deckmantel
der ironie verstecken wenns kritik gibt.
ausserdem promoten sie kool savage und makss damage auf ihrer website,
zur erinnerung ein paar texte von ersterem:

::::::::::::::::::::ACHTUNG TRIGGER::::::::::::::::::

“… Kool Savas zerstueckelt schwule Rapper wie Shawama”,

“… ich zerficke Muschis im Akkord kein Ding Nigger mein Schwanz
befoerdert Nutten ins Exil, …”

” … Meine Crew beseitigt schwul positive Stimmung …”

” … Sowieso, Nutte du hast gar nich’viel zu sagen. (Oh) Ich muss weg,
und hab leider keine Zeit mehr dich zu schlagen.”

“… egal, ob Nutten sportlich sind, ich ficke sie zu Leichen!”

zweiterer: makss damage ist ein neonazi.
ich find das ekh sollt die band nicht auftreten lassen, wenn doch wird
es eventuell zu interventionen kommen. (!)

lg *****”


Die Namen der Absender sind den Blog-Betreibern nicht bekannt, die Mails wurden ihnen zugesendet.


beitrag von Reflexion

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