Getagged: Feminismus

anti-capitalism revisited

Audio: Antisemitismus in feministischen Kontexten

Vortrag von Merle Stöver gehalten am 27. April 2017 in Stuttgart  Feminismus stellt eine gesellschaftliche Notwendigkeit dar und muss immer Teil von Gesellschaftsanalyse und -kritik sein. Doch mit Blick auf gesellschaftliche Missstände sehen wir das Fortleben antisemitischer Ideologie, die weder … Weiterlesen


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anti-capitalism revisited

Antisemitismus in feministischen Kontexten

Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver Donnerstag, 27. April 2017, 19.30 Uhr, Stuttgart                                             AWO-Ost, Ostendstraße 83, 70188 Stuttgart Feminismus stellt eine gesellschaftliche Notwendigkeit dar und muss immer Teil von Gesellschaftsanalyse und -kritik sein. Doch mit Blick auf gesellschaftliche Missstände … Weiterlesen


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Schlamassel Muc

Anita-Augspurg-Preis für BDS-Organisation?

Am gestrigen Mittwoch diskutierte der Münchner Stadtrat die Vergabe des Anita-Augspurg-Preises. Favorit ist die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF). Frappant: Die Frauenorganisation ruft zum Boykott israelischer Waren auf und sieht sich als Teil der BDS-Bewegung. Auch die Frauenrechtlerin Augspurg (1857) hatte eine kaum bekannte antisemitische Schlagseite.

Bürgerlicher Frauenstimmrechtskongress 1912 in München. Mittig in Weiß: […]


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Der Maulwurf und die Nelken

Krise & Revolution in Portugal
A toupeira e os cravos – Crise e Revolucão em Portugal – O rizoma … 1974 – 2014 / The mole and the carnations – crisis and revolution in Portugal – the rhizome … 1974 – 2014
This article includes one lecture in english language – please have a look at the […]


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Familienverhältnisse

1.) Liebe, Autonomie und Arbeitsteilung – Zur politischen Ökonomie der Paarbeziehung
Am 04. März 2015 hat Sarah Speck (u.a. Hg. von Kitchen Politics) in der Translib Leipzig einen Vortrag über geschlechtliche Arbeitsteilung in heterosexuellen Paarbeziehungen gehalten. Grundlage ihres Vortrags war eine Studie, die sie gemeinsam mit Cornelia Koppetsch und Alice Jockel an der TU Darmstadt durchgeführt […]


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Sex als Lohnarbeit

Kaum eine Debatte ist so moralisch aufgeladen wie die um Prostitution. Die Frage, ob Prostitution per se als Unterdrückung von Frauen verurteilt werden soll oder ob nicht vielmehr die Selbstorganisierung von SexarbeiterInnen ein sinnvoller Ansatz ist, zieht einen Graben auch durch feministische Zusammenhänge. Wir dokumentieren im Folgenden mehrere Beiträge, die für letztere Position argumentieren und […]


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Immer wieder immer noch

Im Sprechen über das Geschlechterverhältnis kommt es zum Schwanken zwischen der Beschwörung eines gesellschaftlichen Fortschritts, der das Patriarchat mindestens in Recht und Ökonomie längst überwunden habe, und der weitere Gleichstellungsbemühungen einfordernden Aufzählung von Missständen, von denen Frauen nach wie vor betroffen sind, sei es die Alltäglichkeit von sexualisierter Gewalt, die »gläserne Decke« oder die schlechtere […]


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bubi zitrone

„They think they are superior to me“ – Wenn Misogynie, Narzissmus und Aggression zusammentreffen.

In Gedenken an die Opfer vom 23. Mai 2014 in Isla Vista, Santa Barbara. Um diesem Gedenken gerecht zu werden, möchte ich ein paar Aspekte hervorheben, die sich nicht mit Diskussionen um den zivilen Zugang zu Waffen, die elterlichen Bemühungen oder Filmtätigkeiten des Täters beschäftigen.

Am 23. Mai 2014 ersticht ein 22jähriger Student drei seiner Mitbewohner in einem Wohnheim an der Universtität von Santa Barbara in Kalifornien, USA. Anschließend fährt er in seinem Auto in einen beliebten Boulevard der Stadt und erschießt im Fahren drei Menschen. Darunter zwei Studentinnen seines Campus, die einer Verbindung angehören. Diese beiden Opfer erschießt er gezielt. Wenigstens geht das aus einem 137 Seiten starken Dokument hervor, dass die „LA Times“ in den Tagen nach der Tat veröffentlicht hat. Dieses Dokument kann als Abschiedsbrief verstanden werden, da der Täter sich, nach dem er sechs Menschen ermordet hat, selbst erschießt. Er mailte die etlichen Absätze noch in der Nacht der Tat an einen Freund aus einem Body Building Forum, der Titel des Ganzen: „My twisted World: The Story of Elliot Rodger“. Wenn man die Kapitel liest wird hingegen deutlich, dass es eine Art „Manifest“ ist, das seine Tat als blutigen „Rachefeldzug“ am weiblichen Teil der Menschheit verstehen lässt.

Von den Rechten eines Mannes.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Täter Elliott Rodger verschiedene Videos gedreht und online gestellt, in denen er sich beschwert, dass er in seinem Alter noch ohne sexuelle Erfahrungen ist und dass dies die Schuld der Frauen sei.

„You girls have never been attracted to me. I don’t know why you girls aren’t attracted to me but I will punish you all for it. It’s an injustice, a crime because I don’t know what you don’t see in me, I’m the perfect guy and yet you throw yourselves at all these obnoxious men instead of me, the supreme gentleman. I will punish all of you for it.“

„You think I’m unworthy of you. That’s I crime I can never get over. If I can’t have you girls, I will destroy you. [laughs] You denied me a happy life and in turn I will deny all of you life, it’s only fair.“

(Transkript verschiedener Videos)

Sein Gejammer sowie seine barbarischen Fantasien sich zu „rächen“ werden noch detaillierter und graphischer.

Vor einigen Wochen erfährt seine Mutter von den Videos und ruft die Polizei. Sieben Mann stark klopft sie an die Tür des Täters, fragt ob er Gedanken an Selbstmord hege. Der Täter ist seit längerer Zeit in psychologischer Behandlung. Er erklärt, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Die Polizei hat den Eindruck, dass es dich bei dem 22jährigen Studenten um einen „höflichen, zuvorkommenden“ Mann handelt. Es findet keine Durchsuchung seines Zimmers statt – der Täter beschreibt in seinem “Manifest” wie erleichtert er darüber ist, da die Beamten sonst seine Waffen und Pläne entdeckt hätten.

Es ist nicht überraschend, dass der Täter in Foren der Männerrechtsbewegung aktiv war (von Business Insider flapsig als Forum für „sexuelle frustierte Männer“ bezeichnet) und diversen Youtube-Kanälen dieser Bewegung folgte (mehr dazu auf Daily Kos). In seinen Videos spricht der Täter von sich als „alpha male“, ein Ausdruck der sehr typisch für diese Männerrechtsbewegung ist (mehr zu der Szene in den USA gibt es hier). Mit diesem Wissen macht die gesamte Rhetorik der Frauenverachtung und der Sehnsucht nach Rache in seinen Videos Sinn und findet ihre logische Schlussfolgerung in seiner Selbstjustiz. Immer wieder tauchen die Begriffe „Ungerechtigkeit“ und „Verbrechen“ auf – in allen Beispielen, die er aus seinem Leben zitiert, ist er das Opfer, die Frauen (als abstraktes, über sexuelle Verfügbarkeit definiertes Objekt) die Übeltäter.

„My War on Women“.

Die Konsequenzen seiner misogynen Weltsicht formuliert er auf knapp 140 Seiten aus. Sein “Manifest” enthält also eine Art Transkription seiner Videos, seines Leidens und seines Verständnisses vom Wert von Frauen sowie seinem Sinn für Gerechtigkeit. Dieses Gemisch lässt einen schon zurück mit der Empfehlung den Mann zu einem Beratungsgespräch einzuladen. Hier mischen sich aber ganz offensichtlich Misogynie und Narzissmus: „They think they are superior to me“. Seine Äußerungen also ausschließlich seinen mentalen Zustand zurück zu führen, würde einen wichtigen Aspekt verkennen: die gesellschaftliche Einbettung. Der Täter wuchs in einer Gesellschaft auf in der es als normal gilt, dass Männer berechtigt sind die Aufmerksamkeit und den Sex von Frauen zu bekommen. Stichwort #rapeculture.

„The Second Phase will represent my War on Women. I will punish all females for the crime of depriving me of sex. They have starved me of sex for my entire youth, and gave that pleasure to other men. In doing so, they took many years of my life away.“

(Schreiben des Täters)

Ganz einsam ist die Misogynie als gesellschaftliche Komponente aber nicht, es kommt auch etwas Rassismus mit ins Spiel:

„How could an inferior, ugly black boy be able to get a white girl and not me? I am beautiful, and I am half white myself. I am descended from British aristocracy. He is descended from slaves. I deserve it more. (…) If this is actually true, if this ugly black filth was able to have sex with a blonde white girl at the age of thirteen while I’ve had to suffer virginity all my life, then this just proves how ridiculous the female gender is. They would give themselves to this filthy scum, but they reject ME? The injustice!“

(Schreiben des Täters)

Genau wegen solcher Äußerungen ist es unverantwortlich und gegenüber den Opfern auch dreist die Tatmotivation ausschließlich auf psychische Schwierigkeiten zu reduzieren. Um es noch einmal zu verdeutlichen: zu fragen, „warum habt ihr mich abgelehnt ich bin (Personenbeschreibung hier)“ ist eine Sache, hier würde es ausschließlich um ein Problem der Psyche gehen (#Narzismus). Aber zu sagen, „ihr Frauen habt mich abgelehnt (#Kränkung), obwohl ihr mir zusteht (weil ihr Frauen seid und ich ein gut aussehender Mann bin), dafür aber mit anderen Männern schlaft“ ist nichts anderes als ein Verständnis von Frauen als (sexuell verfügbares) Objekt, das weniger wert ist als ein Mann, das ist #Misogynie.

Dismissing violent misogynists as “crazy” is a neat way of saying that violent misogyny is an individual problem, not a cultural one.

— Melissa McEwan (@Shakestweetz)

May 24, 2014

Was sagen die Deutschen dazu?

In der deutschen Presselandschaft lässt sich bis gestern nichts zum Aspekt der Misogynie finden. Die „FAZ“ fokussiert sich auf die vermeintlichen Bemühungen der Eltern, die Tat zu verhindern sowie die Waffenauswahl des Täters, am Ende wird der maue Artikel mit einer Erinnerung an einen anderen Attentäter abgerundet, der ebenfalls Sohn eines bekannten Regiesseurs ist – wow, journalistische Glanzleistung. Das I-Tüpfelchen Gewaltbereitschaft unter Regie-Kindern zu vermuten bleibt leider aus. Der deutlich erkennbare Frauenhass wird nicht erwähnt. Die Mädchen wollten ihn halt nicht küssen, nunja. In der „Welt“ ist man ganz dreist und titelt „Sieben Opfer eines kranken Hirns“ – nicht nur, dass der Täter hier zum Opfer wird, nein, diese Gleichsetzung sowie die Ermordung von sechs Personen wird auch gleich mit mentaler Krankenheit legitimiert. Durchweg spricht „Die Welt“ (genauso wie der Täter) von Mädchen anstatt von Frauen. Dabei geht es um Personen Anfang Zwanzig. Einige Tage später erwähnt ein weiterer Artikel wenigstens diese Rhetorik. Auf „Stern.de“ beschäftigt man sich lieber damit, dass der Frauen hassende Täter, Sohn eines Hollywood-Regiesseurs ist. Noch niveauloser kommt FOCUS online daher und widmet sich dem „protzigen“ Leben des Täters bevor in einem weiteren Artikel ganz beiläufig und sorglos die Diagnose Autismus als Semi-Überschrift verwendet wird. Einzig die NZZ titelt als einziges deutschsprachiges Medium (was bei Google News auftaucht) „Aus Hass gegen Frauen sechs Menschen getötet“ geht im Artikel aber nicht weiter auf diesen Hass ein.

Nicht jeder Mann, aber jede Frau.

Einen Tag nach der Tat, einen Tag nach der weltweiten Berichterstattung, werden die Vorteile des social web einmal mehr deutlich. Auf Twitter entsteht ein neuer Hashtag, #YesAllWomen, der die Präsenz des Themas und vor allem die Frage danach aufzeigt, warum bisher das Thema Misogynie kaum in den Berichten auftaucht – insbesondere da sie im „twisted life“ des Täters den Plot beschreibt.

#notallmen practice violence against women but #YesAllWomen live with the threat of male violence. Every. Single. Day. All over the world.

— Soraya Chemaly (@schemaly)

24. Mai 2014

Nun berichten (oben erwähnte) Medien über den Hashtag, die vermeintliche Debatte auf Twitter und präsentieren beispielhaft einzelne Tweets (siehe oben). Es wäre ein sichere Wette zu sagen, dass das die einzige Widmung zum Thema bleibt. Und gleichzeitig wird auch hier der einzelne Tweet hervorgehoben anstatt zu fragen, ob es nicht etwas mit Werten zu tun hat, die (auch recht „kulturunabhängig“) weiterhin eine Ungleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern zu Ungunsten der Frauen propagiert.


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Kein Kavaliersdelikt

Die Ex-Magazin-Redaktion dokumentiert einen Vortrag der Gruppe Les Madeleines zur Kritik der Definitionsmacht, über die in Berlin wieder mal diskutiert wird – wahlweise herunterzuladen via Hightail oder via AArchiv. Material zur Kritik des Konzepts findet sich hier, Texte zur Begründung und Verteidigung der Definitionsmacht hier, hier und hier.
Tags: Definitionsmacht, Feminismus, Geschlechterverhältnisse, Lars Quadfasel, Les Madeleines, […]


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Gesellschaftliche Naturverhältnisse

Vom 26.-29. Oktober 2013 richtete die Gruppe »Exit!« ihr Jahresseminar unter dem etwas schlicht formulierten Thema »Gesellschaftliche Naturverhältnisse« aus. Im Folgenden werden alle vier Vorträge dokumentiert, die sich unter unterschiedlichen Gesichtspunkten (Ökonomie, Ökologie, Wissenschaft, Ideologie, Subjekt) mit einer Kritik der historischen wie gegenwärtigen Naturverhältnisse des warenproduzierenden Patriarchats befassten.
Die Mitschnitte sind, größtenteils auch in kleineren ogg-Versionen, […]


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Zündfunk Generator: “Stell dich nicht so an. Indizien für…

Zündfunk Generator: “Stell dich nicht so an. Indizien für eine Rape Culture”. Rape Culture – damit ist eine Gesellschaft gemeint, die sexuelle Gewalt duldet, verharmlost oder befördert und die Verantwortung auf die Opfer verschiebt. Leben auch wir in einer “Rape Culture”?

UPDATE: Der Player hat Probleme, auf der Zündfunk-Seite kann der weiterhin Beitrag angehört werden.


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Femen und der Feminismus

Keine feministische Gruppe war in jüngster Zeit so präsent in den Medien wie FEMEN. Ob die Aktionen von FEMEN eine gelungene und subversive Anwendung des weiblichen Körpers in feministischen Kämpfen sind oder ob sich die Öffentlichkeit bald an die spektakulären Oben-Ohne-Aktionen gewöhnt hat, ohne dass die Inhalte einer feministischen Gesellschaftskritik wirkmächtig verbreitet worden wären — […]


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Feministische Theorie im Frühling

Im Frühling dieses Jahres fand in Jena eine interessante Veranstaltungsreihe statt, die vom StuRa und dem Gleichstellungsreferat der Uni Jena (beide Gremien sind inzwischen neu besetzt) organisiert wurde. Es wurden in dieser Reihe verschiedene Ansätze feministischer Gesellschaftskritik vorgestellt, die derzeit in der radikalen Linken diskutiert werden.
Es geht um Materialismus, queer theory und Feminismus. Queer Theory […]


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Sie nennen es Liebe – Wir nennen es unbezahlte Arbeit

Care-Arbeit im Kapitalismus
Eine gute Sendung zur Notwendigkeit feministischer Gesellschafts- und Ökonomiekritik haben Julia Fritzsche und Sebastian Dörfler für die Reihe Zündfunk Generator (BR 2) gestaltet.
Frankfurt im Mai 2013. Bei den Blockupy-Protesten der Kapitalismuskritiker fliegen plötzlich nicht nur Farbbeutel, sondern auch Windeln. Daneben kippen Aktivistinnen Töpfe, Bügelbretter und Wäscheständer auf die Straße, bis sich dort […]


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