Hätte man 2011, als das Land noch nicht in Schutt und Asche lag, in Syrien interveniert, es wäre zu einer humanitären Katastrophe, ja einem Bürgerkrieg gekommen. Erinnert sich noch wer an das Mantra aus Washington, Berlin und Brüssel?
Ganz multilateral gemanagt hat sich Syrien inzwischen in den Worten eines UN Vertreters zu der schlimmsten humanitären Katastrophe der Nachkriegszeit entwickelt:
António Guterres, who has led the UNHCR through the worst of the refugee crises in Afghanistan and Iraq, said the Syrian civil war was more brutal and destructive than both and was already the worst humanitarian disaster since the end of the cold war.
Und wo ist die ARD-Gala zur Unterstürtzung syrischer Flüchtlinge, wo die Mavi Marmara Flotte , wo die großartigen Papiere deutscher Friedens- und Konfliktforschungsinstitute, wo der Ruf, die europäischen Grenzen für die Überlebenden des Gemetzels zu öffnen? …. Ach es ist Zynismus angesichts des Elends noch solche Fragen zu stellen. Syrien, das ist in jeder Hinsicht die Nemesis der sog. Internationalen Staatengemeinschaft, ein moralischer Totalbankrott, so groß wie die damalige Untätigkeit angesichts des Genozides in Ruanda.
Und was wenn das Assad Regime jetzt noch Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt? Hat es doch offensichtlich längst. Kümmert nur auch nur niemanden wirklich. So steht auch einem neuen Halabja nichts mehr im Wege, jedenfalls keine “Internationale Staatengemeinschaft”, wie sie das Ding in den 90ern nannten und kein “Nie-wieder-Irgendwas”.
“Bringt Decken” hieß es früher zynisch als Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit angesichts solcher Katastrophen.
Heute dagegen herrscht so eine allumfassende Gleichgültigkeit, dass selbst der Ruf nach Decken nicht mehr ertönt. Einzig die vielgepriesene UN, die einmal mehr völlig plan- und konzeptlos wirkt, richtet solche Appelle neuerdings an … ja, an wen eigentlich?