tag ‘die linke’
Vortrag mit Marius Mocker am 3. Juli in Berlin: „Antisemiten aller Länder…“ – der Hass auf Israel als Schnittpunkt von linkem und gesamtgesellschaftlichem Antisemitismus in Europa July 1, 2015 | 09:24 am

Am 10.07.2015 marschiert wie in jedem Jahr ein buntes Häufchen aus Islamisten, Verschwörungsideologen, der sog. „Israelkritik“ verpflichteten Marxisten-Leninisten und anderer Antisemiten in Berlin unter dem Banner des 1979 vom iranischen Ayatollah Khomeini ausgerufenen „Al Quds-Tags“ auf, um gemeinsam die „Befreiung“ von Al Quds (arab.: Jerusalem) zu fordern. Man kann die Aktivitäten um diese Demonstration getrost als einen jährlichen Treffpunkt des harten Kerns jener Querfront bezeichnen, die an der Organisation und Durchführung der antisemitischen Aufmärsche im Sommer letzten Jahres federführend beteiligt war. Mit der Mobilisierung gegen angebliche israelische Kriegsverbrechen erreichte die zumindest operative Zusammenarbeit zwischen linken und islamistischen Antisemiten hierzulande einen ihrer Höhepunkte in den letzten Jahren.

Vortrag mit Alex Feuerherdt am 3. Juli in Düsseldorf: Das unheilbar gute Gewissen – Vom Antisemitismus in der Linken July 1, 2015 | 09:09 am

Der »Antizionismus«, der in früheren Jahren vor allem »antiimperialistische« Gruppierungen kennzeichnete (und mit dem selbst Taten wie der versuchte Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Berlin 1969 oder die Selektion der jüdischen Passagiere von den nichtjüdischen im Rahmen einer Flugzeugentführung 1976 gerechtfertigt wurden) ist längst zum gesellschaftlichen Mainstream geworden – im Zuge jener »Vergangenheitsbewältigung«, mit der die Deutschen sich selbst bescheinigen, geläutert zu sein. Um die von den Nazis ermordeten Juden trauert man – gegenüber den lebenden jedoch, die Israel, das Refugium vor dem weltweiten Judenhass, in Wort und Tat verteidigen, empfindet man keine Empathie, ganz im Gegenteil. Woher aber kommt der linke Antisemitismus, historisch wie aktuell? Wie erklärt sich die Verve der linken »Israelkritik«? Und welche Bedürfnisse kommen in der traditionellen linken Packelei mit den übelsten Feinden des jüdischen Staates zum Ausdruck?

Mitschnitt der Veranstaltung mit Olaf Kistenmacher in Esslingen am Neckar: „Israel ist an allem schuld“ – Warum der Judenstaat so gehasst wird June 27, 2015 | 01:18 pm

Laut einer EU-Umfrage sahen 2010 65 Prozent der Deutschen in Israel eine »Gefahr für den Weltfrieden«. Zwei Jahre später schrieb Günter Grass in der Süddeutschen Zeitung, die »Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden«, und bekam dafür Beifall von ganz links bis rechtsextrem. Der Hass auf Israel wird gern mit der Politik der jeweiligen Regierung des jüdischen Staats erklärt. Doch warum richtet sich die Feindschaft aktuell nicht gegen das Nachbarland Syrien und gegen den „Islamischen Staat“ oder gegen die EU, an deren Außengrenzen so viele Menschen sterben? Der Vortrag wird die verschiedenen Wurzeln der Israel-Feindschaft in Deutschland ausloten: als Folge unbewusster Schuldgefühle wegen der Shoah und als Konsequenz von seit über hundert Jahren bestehenden judenfeindlichen Vorstellungen.

Kein Friede den Schlächtern! – eine Replik auf den jüngsten „Friedensappell“ June 17, 2015 | 09:57 am

Man möchte meinen, dass eine sich als progressiv verstehende Linke sich gegen ein Regime wie das von Assad wendet, das im Jahr 2011 zivile Proteste niederschießen ließ und so einen verheerenden Sturm aus Gewalt über Land und Region brachte. Man möchte meinen, dass es als inakzeptabel empfunden wird, wenn ein Regime seit Jahrzehnten mordet, foltert und perfide den Hass auf Minderheiten schürt, um sich so für diese unentbehrlich zu machen. Man möchte meinen, dass Unterdrückung und Diktatur von Linken verurteilt und bekämpft werden. Doch leider beweisen Linke weltweit Tag für Tag, dass dem so nicht ist.

Beschluss auf dem Bundeskongress der Linksjugend [‘solid]: Gegen jeden Antisemitismus April 19, 2015 | 04:13 pm

Es ist die historische Erfahrung aus Auschwitz, dass die dem Antisemitismus immanenten Vernichtungsfantasien real sind und im Zweifelsfall kein Staat den Schutz der Jüd_innen vor Antisemitismus zu garantieren bereit war. Israel ist die unerlässliche Konsequenz der Erfahrung der Shoa. Für eine Linke, die für gesellschaftliche Emanzipation eintritt, sollte die Verteidigung des unbedingten Existenzrechts Israels, als dem Staat zum Schutz der Jüd_innen, ein wichtiger Ausgangspunkt politischen Handelns sein. Eine Kritik des Antisemitismus in der linksjugend ['solid] muss neben der Aufklärung über Antisemitismus auch die Verhinderung der Verbreitung antisemitischer Standpunkte bedeuten.

Bericht vom Bundestreffen in Bremen: Gegen den deutschen Erinnerungsnationalismus April 15, 2015 | 09:30 am

Am Wochenende vom 27. bis 29. März fand das Verbandswochenende der Linksjugend ['solid] statt. Dort trafen sich die verschiedenen Arbeitskreise des Jugendverbands, so auch der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom. Für den BAK Shalom war es das 25. bundesweite Treffen seit 2007. Neben der internen Arbeitsorganisation stand die Vorbereitung des kommenden Bundeskongresses der Linksjugend auf dem Plan. Weitere Schwerpunkte des Treffens waren die Kritik am deutschen Erinnerungsnationalismus sowie Antisemitismus im Fußball.

Radio Corax: BAK Shalom der Linksjugend Solid – Wer ist das? April 5, 2015 | 12:51 pm

Der Bundesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend Solid bezeichnet sich selbst als Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus. Wir haben uns mit einem Sprecher des BAK unterhalten und wollten wissen, weshalb es anscheinend immernoch keine große Bereitschaft in der Linken (und auch Linksjugend) gibt, sich gegen zuvor benannte Ideologien zu engagieren. Außerdem stand Ende März das Verbandswochenende der Linksjugend im Haus - was dabei unter anderem Thema für den BAK Shalom war, hört ihr im folgenden Interview.

Neuer Landessprecher*innenrat gewählt March 25, 2015 | 06:24 pm

Bericht von der BAK Shalom AG Nordrhein-Westfalen von der Landesmitgliederversammlung der Linksjugend ['solid] NRW In NRW herrschen sowohl im Landesverband der Partei als auch im Jugendverband ein grundsätzlich anderes politisches Klima als in anderen Bundesländern, weshalb sich auch die Aufgaben einer BAK Shalom-AG etwas anders gestalten. Während es in anderen Landesverbänden möglich ist, sich in Kooperation mit Partei und Jugendverband auf Bildungsarbeit zu Themen wie Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressive Kapitalismuskritik zu konzentrieren, muss eine AG in NRW auch in besonderem Maße dem Antisemitismus in der Linken und der Linksjugend den Kampf ansagen.

In die Traufe. Erklärung des LAK Shalom Niedersachsen zum regressiven Rollback in der Partei DIE LINKE Niedersachsen March 2, 2015 | 07:52 pm

Westverbände der LINKEN sind im Allgemeinen nicht gerade für ihre erfolgreichen emanzipatorischen Politikansätze bekannt, sondern erreichten in letzter Zeit eher durch Aktionen wie die Veranstaltung und Unterstützung von antisemitischen Demonstrationen [1] oder ihrer Affinität zu den verschwörungsideologischen Veranstaltungen der „Mahnwachen“ und des „Friedenswinters“ [2] unrühmliche Bekanntheit. Der Landesverband Niedersachsen macht da keine Ausnahme: Mit dem Ergebnis [...]

Pressemitteilung des LAK Shalom Niedersachsen: Dem regressiven Rollback in Partei und Jugendverband entgegentreten March 2, 2015 | 07:40 pm

„Auf dem Landesparteitag hat sich eine gefährliche antiimperialistische Mehrheit um Diether Dehm manifestiert. Diese zeichnet sich durch ein Weltbild aus, in dem 'unterdrückte Völker' fremden, imperialistischen Eindringlingen entgegenstehen, kleine Machtzirkel wie Banker oder Politiker die gesamten sozialen Missstände und Zumutungen des Kapitalismus zu verantworten haben und in dem Israel, als "zionistischer Apartheidstaat" kein Existenz- oder und Selbstverteidigungsrecht hat. Dies steht im krassen Gegensatz zu unserem Verständnis einer progressiven, kritischen und emanzipatorischen Linken“

Mitschnitt des Vortrags von Stephan Grigat “Der Mufti & die Stalinisten. Zionistische und antizionistische Linke in Israel” vom 1.12. in Berlin December 19, 2014 | 11:42 am

Aus der Erfahrung, dass Israel-Feinde in Deutschland sich stets auf gewisse Fraktionen der israelischen Linken beziehen, soll die Frage gestellt werden, wie der linke Antizionismus vor dem Hintergrund der Grundintention des Zionismus charakterisiert werden kann. In welchem Verhältnis stehen zionistische und antizionistische Linke im jüdischen Staat? Wie beeinflusst die Geschichte der Israelischen Kommunistischen Partei oder der antizionistischen Matzpen aktuelle Positionierungen der Linken? Welche Rolle spielt die israelische Linke für die europäische Nahost-Debatte und welche Funktion haben die antizionistische Linke und eine linkszionistische Kritik für die israelische Gesellschaft?

Vortrag mit Stephan Grigat am 1.12. in Berlin: Der Mufti & die Stalinisten. Zionistische und antizionistische Linke in Israel November 23, 2014 | 08:42 pm

Aus der Erfahrung, dass Israel-Feinde in Deutschland sich stets auf gewisse Fraktionen der israelischen Linken beziehen, soll die Frage gestellt werden, wie der linke Antizionismus vor dem Hintergrund der Grundintention des Zionismus charakterisiert werden kann. In welchem Verhältnis stehen zionistische und antizionistische Linke im jüdischen Staat? Wie beeinflusst die Geschichte der Israelischen Kommunistischen Partei oder der antizionistischen Matzpen aktuelle Positionierungen der Linken? Welche Rolle spielt die israelische Linke für die europäische Nahost-Debatte und welche Funktion haben die antizionistische Linke und eine linkszionistische Kritik für die israelische Gesellschaft?

Ihr sprecht nicht für uns! Eine Stellungnahme von Mitgliedern der Partei DIE LINKE. November 15, 2014 | 10:39 am

Wir wollen es nicht länger akzeptieren, dass Inge Höger, Heike Hänsel und Annette Groth weiterhin im Namen der Fraktion und damit stellvertretend für die gesamte Partei sprechen oder Claudia Haydt für den Parteivorstand unsere Partei weiterhin international vertritt. Genossinnen, die einen aufgeladenen Mob zu anderen Genossen führen, die nicht einschreiten, wenn Genossen bedrängt und bedroht werden, vertreten nicht die Ideale und Werte, die für demokratische Sozialistinnen und Sozialisten konstitutiv sind.

Angriff auf Gregor Gysi: Grenzen des Zumutbaren sind längst überschritten November 14, 2014 | 03:09 pm

Für die Angriffe auf den Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi durch Max Blumenthal und David Sheen am 10. November 2014 tragen Inge Höger und Annette Groth in jeder Hinsicht die volle politische Verantwortung. Ihre Entschuldigung gegenüber Gregor Gysi ist vollkommen unglaubwürdig. Sie beinhaltet eine Distanzierung in der Form, etwa das aggressive Auftreten Blumenthals und Sheens gegenüber Gysi, [...]

Pressemitteilung | 15.07.2014 | Linksjugend Ruhr muss antiisraelische Kundgebung absagen July 15, 2014 | 03:28 pm

Zur am Freitag, den 18. Juli 2014, angemeldeten Kundgebung in Essen der Linksjugend Ruhr „Stoppt die Bombardierung Gazas – Für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten“ erklärt der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend Solid: „Die Linksjugend Ruhr kann bei möglichen 7000 Teilnehmern nicht garantieren, dass es auf ihrer Kundgebung nicht zu antisemitischen Parolen und Angriffen kommen wird. Die Linksjugend Ruhr ist aufgrund ihrer einseitigen Positionierung in der aktuellen Konfliktsituation gegen Israel verantwortlich dafür, dass sich auf ihrer Kundgebung linke, rechte und islamistische Antisemiten gegen den jüdischen Staat zusammenrotten.“

Auch in Kassel: Nichts begriffen und trotzdem Gedenken April 27, 2014 | 05:50 pm

Antisemitismus: Das Problem heißt “Die Linke” …

Die Partei „Die Linke“ lädt zur Veranstaltung „50 Jahre Auschwitzprozess“ in Kassel (und anderswo) ein. Als Redner werden der Kasseler Kämpe der VVN und mit der Kasseler Friedensbewegung in unverbrüchlicher Freundschaft verbundene Ulrich Schneider präsentiert, der Sozialwissenschaftler und Spezialist für Rechtspopulismus und Faschismus Phillip Becher, auch Autor des antizionistischen Hardcore-Blättchen „Junge Welt“ (und anderer einschlägiger Organe) und schließlich der Abgeordnete Wolfgang Gehrcke.

Gehrcke gehört, neben den noch schlimmeren Buchholz, Höger, Paech et al. zu den exponierten Vertretern des antizionistischen Flügels dieser Partei. Zum Versuch Gregor Gysis, in der Partei im Jahr 2008 das Bekenntnis zur Sicherheit Israels als Staatsräson zu verankern, meinte er sich neutral verhalten zu müssen um dann nachzuschieben, die (selbstredend von Israel ausgehende) Gewalt gegen die Palästinenser erinnere ihn an das Bild des im Ghetto Warschau vor den Gewehrläufen der SS stehenden jüdischen Jungen. Heute stünden “palästinensische Jungen vor anderen Gewehrläufen.”

 

Gehrcke: So ergeht es heute den Palästinensern

Gehrcke: So ergeht es heute den Palästinensern

In der Beteiligung der terroristischen und islamistischen Hamas an der Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde sieht Gehrcke ein “Plus für mehr Sicherheit für Israel.” Die Hamas tritt dafür ein, Israel zu vernichten.

(diese und die folgenden Aussagen Gehrckes findet man auf seiner Website unter dem Tag “Israel”)

Frau Merkel fordert er auf, Israel zu verklickern, dass endlich „Schluss mit der israelischen Siedlungspolitik“ sei. Diese (und nicht die standhafte Weigerung der Fatah und der arabischen Staaten, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen) sei „das Haupthindernis für vertragliche Vereinbarungen zwischen Israel und dem palästinensischen Präsidenten“.

Auf einer Konferenz zur Atomrüstung im Nahen Osten in Haifa plädierte Gehrcke für Sicherheit für den Iran und für Syrien und forderte von Israel – das (im Gegensatz zu Gehrckes schutzbefohlenen Staaten) keinem Staat mit der Vernichtung droht – den ersten Schritt zur atomaren Abrüstung.

Gehrcke fordert, die „israelische Besatzung Palästinas muss beendet werden. Europa darf die Besetzung Palästinas und auch syrischer Gebiete nicht anerkennen.“ Was konkret „israelische Besatzung“ bedeutet sagt er nicht. Eine Forderung zur Anerkennung Israels als jüdischen Staat findet man bei Gehrcke ebenfalls nicht, daher deckt sich diese Forderung problemlos mit denen, die mit dem „besetzten“ Palästina ganz Israel meinen.

 

Mit dem richtigen Outfit für die Befreiung von den Juden

Mit dem richtigen Outfit für die Befreiung Palästinas von den Juden

Mit der um den Hals gewickelten Kufiya und vor einer palästinensischen Fahne dozierte Gehrcke am 18. Mai 2013 über den palästinensischen Kampf um Gerechtigkeit. „Freiheit und Gerechtigkeit gehören zusammen“, sagt er an Israel gerichtet. Die Freiheit der Frauen und Homosexuellen in den Gebieten der PA und im Gaza, die Freiheit von Gewerkschaftsaktivisten und Demokraten im Gaza meint er nicht. Dass im Westjordanland Wahlen seit Jahren überfällig sind, im Gaza-Streifen eine theokratische Diktatur herrscht, darüber verliert Gehrcke kein Wort.

Am 22. März 2012 dankte der Volksvertreter dem senilen Günter Grass für dessen „Mut“ in einem Gedicht öffentlichkeitswirksam über Vernichtungsabsichten Israels gegen den Iran zu fabulieren.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzten.

… oder doch Nazis?

Mit der Veranstaltung über den Auschwitzprozess will die Partei auf das Fortwirken des (meist aber als Faschismus missverstandenen) Nationalsozialismus in der Bundesrepublik und auf die unvollkommene Aufarbeitung dieser Geschichte aufmerksam machen. Sicherlich, der Partei „Die Linke“ ist es zu verdanken, dass im Bundestag konsequent Nachfragen zur dubiosen Praxis der bundesdeutschen Exekutive gegen den Rechtsextremismus, sowie zum Rechtsextremismus überhaupt gestellt werden. Die Partei sieht sich durchaus zu Recht in der antifaschistischen Tradition der Kommunisten und anderer. Doch diese Tradition ist nicht ohne Widersprüche. Es ist nicht der Stalinismus, der dieser Partei immer wieder zu Unrecht zum Vorwurf gemacht wird, auch nicht ein vermeintlich kritikloses Bekenntnis zum offiziellen Antifaschismus der DDR, die dieses widersprüchliche Verhältnis heute erklären, es ist die einfache Logik der Antifaschisten auch von heute, die in den Nazis die terroristischen Exekutoren der Interessen einer bösen Minderheit gegen die an sich gute Mehrheit – das Volk – sehen, die also vom Nationalsozialismus keinen Begriff haben, weil sie den Antisemitismus nicht als dessen integrales Wesen begreifen, sondern einer Ideologie den Boden bereiten, auf dem der Antisemitismus aufsetzt. Einer Ideologie, die sich im problematischen Verständnis vom Kapitalismus fortsetzt, woraus deutlich wird, das wir es mit einem strukturellen ideologischen Problem in dieser Partei zu tun haben.

Antisemitismus ist für die Juden eine tödliche Gefahr

Die Linke stellt keine primäre Gefahr für Juden in Deutschland und auch nicht für Israel dar, auch dann nicht, wenn es zur offenen Kollaboration mit der Hamas kommt. Die Hisbollah, die Hamas und die El Fatah habe potentere Unterstützer und sind auf die Schützenhilfe dieser Partei nicht angewiesen und die Partei “Die Linke” stellt nicht den Außenminister Deutschlands. Trotzdem, mit ihrer vermeintlichen Integrität als Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit tragen sie mit ihrer antizionistischen Propaganda dazu bei, dass diese in der Gesellschaft den Platzhalter für den Antisemitismus einnimmt und der zunehmend als eine Haltung der “Anständigen und Engagierten” gilt, eine Haltung, die bis in die Reihen der SPD (Gabriel und Schultz) und in wichtigen Presseorganen (z.B. Süddeutsche Zeitung) vertreten wird.

Nazis sind hingegen eine Bedrohung für Juden, auch für Sinti und Roma, für Flüchtlinge, für Menschen mit anderer Hautfarbe, für Demokraten und viele andere. Doch die Position von Nazis ist in Deutschland, trotz finanzieller staatlicher Zuweisungen durch die Wahlkampferstattungen und durch Gelder des Verfassungsschutzes, marginal. Dazu trägt zum einen die i.d.R. von allen demokratischen Kräften getragene offizielle Abgrenzung und zum anderen auch die staatliche Verfolgungspraxis gegen diese bei (wenn sie sicherlich auch konsequenter sein könnte). Offener Antisemitismus ist in Deutschland nicht en vogue und wenn er doch vertreten wird, findet er i.d.R. engagierte Stimmen, die ihn verurteilen zu denen meistens auch Vertreter der Partei “Die Linke” gehören. Nationalsozialismus und Antisemitismus sind als Option aktuell in der deutschen Gesellschaft also nicht gefragt. Faschismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus als Option stellen in anderen Ländern (potentiell in Frankreich, Ungarn, Griechenland etc.), Islamismus und Antisemitismus faktisch in den arabischen Ländern des Nahen Ostens und anderswo aber durchaus eine dar. Und wer sich angesichts dieser Gefahr auf die Linke (genauso aber auch auf die EU) verlässt, dürfte verlassen sein, dies dürfte bei geänderten gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland nicht anders sein.

Wenn es eine Lehre aus Auschwitz zu ziehen gibt, dann ist das die, dass sich Juden in der Gefahr und Angesichts der Vernichtungsdrohung – nur auf sich selbst und ihren (bewaffneten) Widerstand oder auf die zeitige Flucht verlassen können. Die Macht, die die effektive Gegenwehr heute verkörpert und garantiert ist der bewaffnete jüdische Staat Israel, das einzige Land, indem die Flucht vor Antisemitismus bedingungslos anerkannt wird, ist der jüdische Staat Israel.

50 Jahr Auschwitzprozess kann daher nur bedeuten:

  • Solidarität mit dem jüdischen Staat
  • Wider den Boykott Israels
  • Stoppt das iranische Atomprogramm
  • Wider den Antizionismus
  • Gegen jeden Antisemitismus

Das Flugblatt: Freunde der Hamas

Unsere PM: Gehrcke_Die Linke_Auschwitzprozess

J.D.

Der Antisemitismus und die Linke – Antisemitism and the Left January 6, 2014 | 09:00 am

This post includes two presentations in english language – english descriptions you find further down (point 3 and 4). Please forgive, if there are some mistakes in the english descriptions. | Zu Antizionismus und sekundärem Antisemitismus vgl. auch diesen Beitrag.

1.) Die Antisemitismusdebatte in der linken Bewegung

Peter Nowak hat am 19.09.2013 in Erfurt einen Vortrag (organisiert vom BiKo und der Offenen Arbeit) über die Antisemitismusdebatte in der linken Bewegung im deutschsprachigen Raum gehalten, der auf seinem Buch „Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte in der in der deutschen Linken“ basierte, das kürzlich bei Edition Assemblage erschienen ist. Der Vortrag ist eher in einem chronologisch-erzählendem Stil gehalten, die theoretischen Diskussionen über die ideologische Struktur und den Stellenwert des Antisemitismus sind hingegen kaum entfaltet. Der Vortrag ist dennoch interessant – vor allem für solche, die sich zunächst einen Überblick über die Gemengelage verschaffen wollen. Stationen des Vortrags sind u.a. die Texte „Gerd Albartus ist tot“ und „Das Ende der Politik“ der Revolutionären Zellen / Rote Zora (interessant: die Textsammlung „Früchte des Zorns“), der Zerfall des Kommunistischen Bundes und die Spaltung des „Arbeiterkampfes“, die Diskussionen um eine Hamburger Wandbemalung, die Nie-Wieder-Deutschland-Kampagne und später die Diskussionen nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11.09.2001. Unverständlich bleibt mir, was ein „progressiver Antizionismus“ sein soll, den Nowak vom „regressiven Antizionismus“ unterschieden wissen will.

Über den Antisemitismus in der linken Bewegung ist in den letzten 20 Jahren viel geschrieben worden. Doch warum hat gerade dieses Thema eine solche Sprengkraft entwickelt, dass langjährige politische Zusammenhänge, alte politische Freundschaften und viele Wohngemeinschaften daran in die Brüche gegangen sind? Oft sind die politischen Zusammenhänge nicht mehr bekannt, die dafür sorgten, dass diese Debatte in Deutschland einen solchen Stellenwert bekommen hat. Der Journalist Peter Nowak hat in der edition assemblage die „Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte“ herausgegeben, in der an einige bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Anderem von Wolfgang Pohrt und Moishe Postone verfasste Grundlagentexte zur Antisemitismusdebatte erinnert wird, die erst nach 1989 in den Teilen einer Linken rezipiert wurde, die sich kritisch mit Staat und Nation auseinanderzusetzen begannen. Auf der Veranstaltung soll auch an konkreten Beispielen aufgezeigt werden, wie sich der Fokus der Antisemitismusdebatte von der Politik in Deutschland auf den Nahen Osten verlagerte und welche politischen Implikationen damit verbunden waren. Besonders die Auswirkungen, die die islamistischen Anschläge vom 11.09.2001 auf die Antisemitismusdebatte hatten, soll genauer dargestellt werden. Schließlich soll ein Vorschlag zur Versachlichung zur Diskussion gestellt werden, der an Diskussionen anknüpft, wie sie in der letzten Zeit in linken Zusammenhängen geführt wurde, die weder ein Interesse daran haben, dass sich die Antisemitismusdebatte ständig nur wiederholt, die aber auch nicht bereit sind, bestimmte in der Auseinandersetzung mit regressiven Antizionismus und verkürzter Kapitalismuskritik gewonnene Grundlagen aufzugeben.

Peter Nowak lebt in Berlin und arbeitet als Journalist unter Anderem für die Jungle World und das Onlinemagazin Telepolis.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Offenen Arbeit Erfurt mit dem Bildungskollektiv Biko und gefördert vom Lokalen Aktionsplan der Stadt Erfurt.
mehr: http://peter-nowak-journalist.de/ [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 63,7 MB; 1:09:34 h)

2.) Wie hältst du es mit Israel? Zündfunkgenerator über linken Antisemitismus

Mit dem Verhältnis der Linken zu Israel hat sich Anfang des vergangenen Jahres ein Feature der Sendereihe „Zündfunk-Generator“ auseinandergesetzt. Ausgangspunkt ist die kurzzeitige Aufregung, die Anfang des Jahres 2010 innerhalb und außerhalb der Partei „Die Linke“ entstand, nachdem bei einem Besuch des israelischen Staatspräsidenten im Bundestag Sarah Wagenknecht und drei weitere Linke-Abgeordnete demonstrativ sitzen geblieben waren. Zu Wort kommen u.a. Henryk M. Broder, Peter Ullrich, Stefanie Schüler-Springorum und Bodo Ramelow. Zu Beginn des Features gibt es einen kurzen Blick in die Geschichte des linken Antisemitismus von der Arbeiterbewegung bis zur Neuen Linken, später verliert sich das Feature m.E. (u.a. anhand der Augstein-Debatte) in der unvermeidlichen Frage, was man in der Debatte um Israel darf und was nicht, es geht um Fallstricke und Sicherheitskriterien. Das Feature ist um Ausgewogenheit und die Vermeidung von „extremen Positionen“ bemüht – was nicht selten zum Nachteil für Israel gerät, dem man freilich ein Existenzrecht zuspricht. In diesem Fall wird Jakob Augstein kurz vor Ende vom Antisemitismusverdacht freigesprochen.

    Download: via Rapidshare (mp3; 47,8 MB; 52:09 min)
    Hören: auf BR2

3.) Antisemitism and the Left: A German-U.S. Comparison

Am 29.11.2011 hat Zeena Arnold in New York für die Gruppe „The Platypus Affilated Society“ (eine Gruppierung, die Moishe Postone nahesteht) einen Vortrag über Antisemitismus und die Linke gehalten, der u.a. auf antisemitische Manifestationen in der us-amerikanischen Occupy-Bewegung (z.B. hier) reagiert. Skizzenartig stellt sie einige Grundmerkmale des Antisemitismus vor, wobei sie auch auf den sekundären und strukturellen Antisemitismus eingeht und darlegt inwiefern Antikapitalismus und Antisemitismus zusammengehen können. In ihrer kurzen historischen Darstellung geht sie auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den deutschen und amerikanischen Verhältnissen ein. In ihren Ausführungen bezieht sie sich u.a. auf Adorno und Horkheimer sowie auf Moishe Postone (Antisemitismus und Nationalsozialismus).

On 29.11.2011 Zeena Arnold held a lecture about Antisemitism and the Left at the university in New York, that was organised by the group „The Platypus Affilated Society“. In a way the lecture was a reaction on some antisemitic manifestations within the Occupy movement (one example). Roughly sketched she talked about general characteristics of antisemitism, as secondary and structural antisemitism and shew how anticapapitalism and antisemitism (not necessarily) can go together. In her historical portrayal she compared antisemitism in Germany/Europe and in the USA. In her explanations she quoted Adorno and Horkheimer („Dialectic of Enlightment“, specially the chapter „Elements of Antisemitism“), as Moishe Postone („History and Helplessness“, „Antisemitism and National Socialism“).

From accusations directed towards Occupy Wall Street to arson attacks in Brooklyn, antisemitism has reemerged as a concern of the left in recent months. This talk will look at the relationship between the left and antisemitism, giving an overview of different historical forms, analyzing divergent theoretical explanations, and comparing the U.S. and German cases. Special attention will be given to examining the particular relationship of antisemitism to political economy and critiques of capitalism, the political implications of viewing antisemitism as a form of prejudice versus an ideology, and left debates around antisemitism and Israel post-9/11. This event continues the transatlantic dialogue series initiated by the Platypus Affiliated Society which aims to rebuild an emancipatory internationalism. Zeena Arnold is an activist and scholar from Germany researching perspectives on antisemitism within the U.S. left. [via]

    Download: via Archive.org (mp3; 87,6 MB; 1:16:32 h) | via AArchiv: Lecture (40 MB; 43:39 min) / Discussion (30,1 MB; 32:52 min)

4.) Israel, the Left, and the Crisis of the Late 1960s

Unter diesem Titel liegt uns ein Vortrag von Moishe Postone vor, den er an der Universität Wisconsin-Madison gehalten hat. Wenn ich es richtig verstanden habe (die etwas verhallte Aufnahme macht es etwas schwierig, das Englisch zu verstehen), versucht er einen Zusammenhang zwischen dem linken Antisemitismus und Antizionismus und der Ende der 60′er, Anfang der 70′er Jahre nach einer Periode der Prosperität erstmals wieder einbrechenden Krise zu rekonstruieren. Dabei greift er auf Aspekte seiner Antisemitismus-Theorie zurück, die er in Antisemitismus und Nationalsozialismus entwickelt hat. [Falls jemand eine genauere Inhaltsangabe schreiben kann/will – her damit!]

We present a lecture, Moishe Postone held at the University of Wisconsin-Madison. If I unterstood correctly (the quality is not the best, what makes it difficult for me to understand the english language), he tries to reconstruct a dependence between the leftist antisemitism and antizionism and the crisis in the late 60’s / early 70’s, that hit after a period of prosperity. For this he quotes aspects of his theory of antisemitism, he has expounded in his text „Antisemitism and National Socialism“. [If somebody wants to give a more exactly summary – you‘re welcome!]

    Download: via AArchiv (45,5 MB; 49:41 min) | via Soundcloud

5.) Zeiten des Zorns – Zur Geschichte und Politik der Revolutionären Zellen

Back to Germany: Die letzten Statements der Revolutionären Zellen sind dahingehend mit der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken verbunden, als dass in ihnen — mehr als 10 Jahre nach der Entebbe-Entführung, bei denen Mitglieder der RZ Juden und Nicht-Juden voneinander selektiert hatten — erstmals aus der antiimperialistischen Bewegung heraus Zweifel am linken Antizionismus formuliert wurde, der fest in der Theorie und Praxis der bewaffneten Gruppen verankert war. In ihrer Bewertung der Geschichte der RZ spielen Antisemitismus und Antizionismus zwar keine Rolle (bzw. werden kurz als unwesentlich abgetan), der Vortrag von Klaus Viehmann (ehemals Bewegung 2. Juni) und Stefan Wisniewski (Ex-RAF-Mitglied), den beide am 22.03.2001 im Berliner SO36 gehalten haben, ist dennoch interessant, da er einen ausführlichen Überblick über die Aktivitäten, Aktionsformen und Debatten der RZ von ihren ersten Aktionen bis zu ihrer Auflösung gibt. Zwischendurch sind Ausschnitte aus einem Interview mit Enno Schwall (RZ) von 1986 einmontiert, das damals nicht veröffentlicht wurde. Schwall gibt darin Statements zu einer (damals) neuen Perspektive auf den bewaffneten Kampf, wie sie den RZ vorschwebte.

Durch eine Reihe von Verhaftungen wurden Revolutinäre Zellen und Rote Zora wieder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Aber hinter den Fragen der Solidarität mit den Angeklagten, der Prozessstraegie oder der Auswirkungen von Verrat ist die Politik dieser Gruppen aus der linken Diskussion fast verschwunden. In der Veranstaltung soll die langjährige Geschichte der RZ vorgestellt und diskutiert werden. Wieso entstanden die RZ Anfang der 70er Jahre? Mit welcher Konzeption traten sie an? Welche Sozialrevolutionären und antiimperialistischen Ansätze versuchten sie zu verwirklichen? Wie kam es zur Aktion gegen die OPEC- Konferenz 1995 und zur Entführen eines Verkehrsflugzeuges nach Entebbe 1976? Wie veränderten sich die RZ in den 80er Jahren? Warum wurde die „Flüchtlingskampagne“ gestartet? Und wieso haben die RZ ihre Aktionen seit einigen Jahren eingestellt? Ausschnitte aus dem Film der Veranstaltung am 22. März 2001 im SO 36 in Berlin u.a. mit Klaus Viehmann (Bewegung 2. Juni und zu 15 Jahre Haft verurteilt. Von 1978 bis 1993 im Knast) und Stefan Wisniewski (RAF und zu zweimal lebenslänglich verurteilt, 1978 – 1999 in Haft.)

    Download (Audio): via AArchiv (75,9 MB; 1:22:53 h)
    Video: youtube oder

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Shalom meets Haskala – Bericht vom 22. Bundestreffen des BAK Shalom in Saalfeld (bei Jena) December 23, 2013 | 11:28 am

Vom 13. bis 15. Dezember fand im Wahlkreisbüro Haskala der Landtagsabgeordneten Katharina König in Saalfeld (bei Jena) das 22. Bundestreffen des Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom statt. Teilgenommen haben 30 Shalomies und Gäste aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Den Auftakt des Wochenendes bildete eine Veranstaltung mit Olaf Kistenmacher unter dem Titel [...]

Schon wieder Duisburg!? Rosa-Luxemburg-Stiftung muss Zusammenarbeit mit Initiativ e. V. aufkündigen November 12, 2013 | 03:15 pm

Seien es antiisraelische Boykottaufrufe, antisemitische Flugblätter oder Propagandaveranstaltungen für das syrische Assad-Regime – der BAK Shalom musste in der Vergangenheit regelmäßig zum Zustand der Duisburger Linken Stellung beziehen, um die Vorkommnisse vor Ort nicht unwidersprochen zu lassen. Geändert hat sich nun allenfalls der zeitliche Abstand, in dem es zu israelfeindlichen Tiraden kommt. Zum 14. November [...]

Vortrag von Olaf Kistenmacher am 22. November in Berlin: Frühe Kritik des Antisemitismus von links. Über Alexandra und Franz Pfemfert, Emma Goldman und Alexander Berkman, Leo Trotzki October 31, 2013 | 06:34 pm

Dass es Judenfeindschaft innerhalb der politischen Linken gab und gibt, steht nicht erst seit 1945 in der Kritik. Bereits 1923 zitierte Franz Pfemfert in seiner Zeitschrift Die Aktion entsetzt, dass Ruth Fischer, Mitglied der KPD-Parteizentrale, völkische Studierende auf einer Versammlung ermuntert hatte, „Judenkapitalisten“ zu ermorden. Zur gleichen Zeit gab die US-amerikanische Anarchistin Emma Goldman in [...]