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Keine Zeit zum Denken June 4, 2017 | 07:38 pm

Die Produktion esoterischer Ratgeberliteratur beschreibt der „Lebenscoach“ Elias Fischer, mit deutlichen Worten. In seinem Werk „Mein Leben 2014“, in dem ansonsten über ein „Wechseln der Matrix“ und „inneren Frieden“ aufgeklärt wird, heißt es: „Ich habe dieses Buch in einem halben Jahr runter getippt. Es geht ziemlich flott, da ich keine Zeit mit Nachdenken und Korrigieren verbringe. Es flutscht einfach.“ Der Autor dieser Zeilen wurde beim Lesen dieses Machwerks nicht nur mit den Produktionsbedingungen der Esoterik konfrontiert, sondern stieß auf Vor-, Feind- und Rollenbilder, mit denen sich Fischer „im Namen der Liebe“ auseinandersetzt. Er nutzt das Mittel der Reproduktion, um uralte Mythen zu beleben – und ausführliche Anleitungen zu vermitteln, die seiner Vorstellung von „göttlichem Sex“ entsprechen.

Von Rudolf Steiner bis Forrest Gump

Warum sollte der selbsternannte „Lehrer für Selbstverwirklichung“ denken? Schließlich lassen sich doch Texte tippen, bis ein Tagebuch vorhanden ist, das im Eigenverlag erscheint. Dort beruft sich der Referent, der verzweifelten Menschen „Persönlichkeitsentwicklung, Heilung und Spiritualität“ verspricht, auf eine andere Größe der dauerhaften Denkverweigerung. Die Ideen Rudolf Steiners haben es dem jungen Coach angetan. Das Idol der Waldorfschulen habe „in seiner Lehre gute Ansätze gebracht, die mir auch gefallen“. Tatsächlich bezieht sich Fischer, der in Berlin lebt, in seinem Buch nicht nur auf den völkischen Pädagogen. Er berichtet außerdem von einem Vortrag, den er an einer anthroposophischen Institution in Stuttgart hielt, die sich ebenfalls auf Steiner beruft.

Tagebuch eines deutschen Esoterikers

Die Inhalte seiner Vorträge, die in Form eines Tagebuches vorliegen, dürfte anthroposophischen Gläubigen gefallen. So möchte Fischer „nicht ausschließen, dass es karmische Hintergründe für die Lebenssituation von armen Menschen gibt“. Ähnliche Vorstellungen, die Hunger, Leid und Tod zum kosmischen Plan bagatellisieren, existieren in anthroposophischen Milieus. Für Fischer scheinen konstruiert-karmische Zusammenhänge für das Elend der Menschen verantwortlich, was an Vorstellungen anthroposophischer Vordenker erinnert. Auf Facebook teilt der Vordenker passende Worte von Osho, Zitate von Goethe oder Aphorismen von Forrest Gump. Weiteres Vorbild scheint Rüdiger Dahlke, der vor „Chemtrails“ warnt und sich für die „Neue Germanische Medizin“ erwärmt. Der Coach begeistert sich derweil für die esoterische „Blume des Lebens“, die in der Fantasie vom „Tempelraum“ eine zentrale Rolle einnimmt. 

Erste Erfahrungen mit diesem Symbol sammelte Fischer auf einer der Esoterik-Messen, bei denen Scharlatane mit ihren Produkten hausieren gehen: „Ich setzte mich auf den Stuhl und die Frau hielt das Symbol aus Metall über mich. Ich spürte einen Strom an Energie, der durch meinen Scheitel floss. Das war für mich Beweis genug, dass das Ding funktioniert. Also habe ich mir gleich eines gekauft.“ Als „Medium für Informationen“, vertritt Fischer nun bezeichnende Positionen. Dieses „Wissen“ erlangt er aus Quellen wie „Webseiten, Blogs, Filmen, Tieren“. Bei einem „Lupinienkaffee“, „zwei Cappucinos“ oder einer „Maracuja-Schorle“ stellt Fischer jede Reflexion ein: Danach „komme ich gerade so richtig in Flow und höre auch auf zu denken„, freut sich der Autor in einer von zahlreichen Selbstbeschreibungen.

Ansprachen eines esoterischen „Alpha-Männchens“

Fischers Gesellschaftsvorstellungen gehen mit eindeutigen Klischees einher. Der „Außenseiter“ klagt nicht nur von „jungen Rowdies“, die des Nachts Alkohol konsumieren, sondern betreibt eine Selbstinszenierung als „Öko“, die durch Abgrenzung gegen Innovationen der kapitalistischen Moderne entsteht. Aus diesem Grund fürchtet der esoterische Autor Smartphones, die die „perfektesten Mechanismen“ zur Ablenkung der Menschen seien. Landschaft erscheint ihm derweil als „kraftvoll, göttlich, märchenhaft“. Die „Stadtmenschen“, bedauert Fischer, „entfernen sich von der Natur, vom Natürlichen, von ihrer Quelle (…) und dem großen Ganzen – Mutter Erde“.

Fischer überzeugen derweil meditierende Esoteriker, denen er zugute hält, dass sie „nicht so vollprogrammiert mit Gedanken“ seien, „die einen ständig vom Sein abhalten“. Er ängstigt sich dafür vor Kliniken, die ihn nicht überzeugen, weil Patienten „ein paar Pillen“ und eine Fixierung erhalten. Statt Pillen zu schmeißen, müssten Menschen „die spirituelle Ebene in unserem Leben zulassen“, fordert der esoterische Texter. Viele Phrasen, die mit konkreten Vorstellungen einhergehen. So konstruiert Fischer eine geschlechtliche Unterdrückung, von der mittlerweile Männer (!) betroffen seien. Frauen sollten daher zu ihrer „weiblichen Urkraft“ zurückfinden. Vorbild sind „Hexen, die eine wunderbare Anbindung an die Natur und das Heilwissen haben“, während andere Frauen den Zorn des Autors erregen.

Grundsätzlich scheint Fischer viele Personen zu fürchten, die weiblich sind. Er schreibt über Erlebnisse in WG-Küchen, die ihn belasten: „Ein weiterer Grund, warum ich aus der Küche raus wollte, ist das Feld der Frauen“, urteilt der Autor. „Ich bin der einzige Mann da drin und bekomme permanent die Energie von 5 Mädels ab“, klagt der Coach. Der Esoteriker befürchtet „weibliche Energie“ aufzunehmen, wenn er sich „zu lange“ unter Frauen aufhalten würde. Durch Gedichte offenbart Fischer unterdessen einen Blick auf Frauen, denen er „wankende Entscheidungen“, „weiblichen Mechanismen“ und „unbewussten Tests“ vorwirft. Warnungen vor dem angeblichen Wesen der Frauen sind wichtiger Teil der Inhalte, die der deutsche Esoteriker vertritt.

Angst vor Frauen, denen er bestimmte Eigenschaften andichtet, geht bei Fischer mit einem äußerst positiven Blick auf Männer einher, die er – wie ein ordinärer PickUp-Artist – als Eroberer inszeniert: „Das Männliche ist das Extrovertierte, was wir ja schon am Geschlecht erkennen können“, doziert der Coach in seinem Tagebuch: „Das Männliche will nach vorne stoßen, erobern und Ziele erreichen“. Es ist der angebliche „Alpha-Mann“, dem sich Fischer verpflichtet fühlt. Dieser sähe Frauen „nur als weitere, schöne Zutat“, lobt der Esoteriker. Elias Fischer verweist auf vermeintliche Fakten, durch die er seine Vorstellungen vom Geschlecht belegen will.

Tatsächlich behandelt der esoterische Texter typische Mythen, die in patriarchalen Gesellschaften kursieren: „Frauen haben einen ganz anderen Blick als Männer. Männer mussten früher jagen, somit ist ihr Auge darauf trainiert, ein Ziel in der Ferne zu erkennen. Frauen waren viel in der Höhle und haben Beeren gesammelt, deshalb haben sie einen Rundumblick.“ Archaische Vorstellungen über uralte Gesellschaften und über seine „männliche ‚Kriegerenergie'“ scheinen Grundlage, um eine gewisse Strategie zu verfolgen, die in der Gegenwart gültig ist. Für ihn sei es durchaus in Ordnung, schreibt Fischer, Frauen am Fahrradschloss anzusprechen, um den Moment der Ablenkung zu nutzen: „Während sie dann ewig an ihrem Fahrradschloss rumbasteln, ist das im Prinzip nur eine Einladung für dich, in Kontakt zu gehen. Auch wenn sie dich währenddessen nicht angucken.“

Weibliche Personen, die sich Wissen aneignen, sind für den Esoteriker lediglich Gegenstand von plumpen Einordnungen. In seinem Tagebuch berichtet Fischer nicht nur über seine Erlebnisse mit minderjährigen Mädchen, die er esoterische Turnübungen vollziehen lässt, sondern auch über eine Begegnung mit einer volljährigen Studentin, die mathematische Formeln lernt. Der überaus bezeichnende Kommentar des Esoterikers verdeutlicht, dass er die Aneignung von Wissen durch Frauen ablehnt. In Fischers Welt haben solche Menschen eine andere Aufgabe, die mit seinen Vorstellungen von „Weiblichkeit“ zusammenhängt: „Mensch, Mädel. schmeiß den Dreck weg und versau Dir nicht deine Weiblichkeit“, appelliert der esoterische „Alpha-Mann“.

Feind- und Vorbilder eines Esoterikers

Auf den mehr als 350 Seiten, die ein Tagebuch ergeben, outet sich Fischer nicht nur als esoterischer Guru, der gewisse Rollenbilder propagiert. Er konstruiert Feindbilder, die diesem Weltbild entsprechen. So sind es „Medien“ und „das ganze Zeug der Pharmaindustrie“, die der Schreiber des Tagebuches kritisiert. Diese seien für „Verstopfungen in Körper und Geist“ verantwortlich, behauptet Fischer. Er bezieht sich dabei auf den esoterischen Bestsellerautor Eckhart Tolle, der mit seinem „Leitfaden zum spirituellen Erwachen“ eine zeitgenössische Ausformung deutscher Esoterik produzierte, die überaus populär ist. Eine weitere Quelle ist der industrielle Antisemit Henry Ford, den Fischer ebenfalls zitiert.

Es ist die Moderne, die den Zorn des esoterischen Texters erregen: Medien und pharmazeutische Medizin der „Elite“ sorgen für „Verstopfungen“. Solche Einordnungen untermalt Fischer mit Beschreibungen, die einiges über dessen Einordnungen der Welt verraten. Die Erde sei lediglich ein „Versuchsplanet“ von „Dualitäten“. Die menschliche Existenz nur ein „Spiel“. Deutschland besäße wiederum sogenannte „Eier“, die die Vereinigten Staaten von Amerika vor einiger Zeit in Besitz nahmen. Die Entwicklung beschreibt Fischer mit allerlei anti-amerikanischen Bildnissen. Der Tagebuchautor hält fest:

„Dein Haus darf nicht rot gestrichen werden, weil das die Autofahrer zu sehr ablenkt, nur mit Sondergenehmigung der Bundeskanzlerin. Aber die muss dabei auch erst nach USA telefonieren und erfragen, ob sie das den deutschen Bürger gestatten darf. Ja, ja, die USA haben Deutschland so sehr an den Eiern, dass Deutschland eigentlich nur ein Lakai ist.“ 

Leser_innen mögen die deutsch-esoterischen Position erkennen, die die Vereinigten Staaten von Amerika zum Feind hat. Solche Inhalte ergänzt der Vordenker durch Rezepte für Rohkostburger, Gedanken über Mitfahrgelegenheiten sowie unkritische Verweise auf Praktiken der Psycho-Sekte Tamara. Auf diese „Lebensgemeinschaft“ bezog sich schon die esoterische Gestalt Otto Mühl, dessen Fans sich durch Latzhose und Kurzhaarschnitt uniformierten. Eine Uniform wird durch Fischer, dessen Einordnung von Frauen an den österreichischen Guru erinnert, zumindest in seinem Tagebuch nicht empfohlen.

Weltbilder der Esoterik

Statt Uniformen zu entwerfen, tippte der deutsche Blogger andere Sätze, die eine uralte Feindbildpflege fortführen. Er reproduzierte verschwörungsideologische Vorstellungen, die an Mythen des Antisemitismus erinnern. Fischer raunt über „Mächte, die scheinbar die Welt regieren und steuern“. Dem verschwörungsideologische Übel, das Fischer durch eine Chiffre benennt, setzt der esoterische Texter einen „Weltfrieden“ und „Liebe“ entgegen: „Auch ein Rothschild braucht Liebe“, schreibt der Esoteriker an seine Zielgruppe. Welche Person konkret gemeint ist, bleibt unklar. Eine Einordnung erfolgt durch einen weiteren Satz: „Liebe den ‚Teufel‘ und die Welt wird zum Paradies.“ 

Rothschild als Teufel: Vorstellungen eines deutschen Esoterikers

Die Rothschild-Chiffre findet sich in den vielen Mythen des Antisemitismus. An solche Vorstellungen scheint Fischer anzuknüpfen, wenn er auch andere Antworten findet: „Liebe“, „Weltfrieden“ und „göttlicher Sex“ sind Phrasen dieses deutschen Esoterikers, der eine gewisse Popularität besitzt. Die Vorstellungen des Texters erstrecken sich diesmal auf 355 Seiten: Reaktionäre Zuschreibungen und Ablehnung der Moderne kombiniert Fischer mit Rezepten für Rohkostburger und Tipps für sexuelle Rituale. Ergebnis ist eine Melange, die aus irrationalen Elementen deutscher Ideologie besteht. So entsteht dioe Unterfütterung für die Praxis, die der Texter ansonsten entfaltet.

Über den von Fischer betriebene „LebeBlog“ bietet der Autor den Lesern seine Dienste an. Zwischen 100 und 500 Euro kosten die Seminare, in denen „Praktiken aus Kommunikation, Körperarbeit und Spiritualität“ vermittelt werden. Dass sich sein Geschäft lohnt, scheinen Stellenanzeigen zu beweisen, die Fischer schaltet. Dort sucht der Autor unter anderem einen persönlichen Assistenten, um seine „company to the next level“ zu bringen. Fischer verspricht ein existenzsicherendes Gehalt. Vielleicht ist das Teil der „finanziellen Leichtigkeit“, die der Autor in anderen Machwerken empfiehlt. Von der Lektüre seines Tagebuches kann indes nur abgeraten werden. Wer einen Menschen quälen möchte, kann allerdings gut aus dem Buch vorlesen, das Fischer für 14 Euro im eigenen Onlineshop vertreibt. 

Alle Zitate stammen aus: Elias Fischer: Mein Leben 2014. Erschienen im Selbstverlag. Gedruckt in Ungarn (2015).

Moskau, Rothschild und Hartz 4 July 28, 2012 | 01:04 pm

Es ist ein kleiner Bestseller auf dem riesigen verschwörungsideologischen Markt: Oliver Janichs „Kapitalismuskomplott” gilt als eine Bibel der deutschen Libertären. Der ehemalige Focus-Money Redakteur hat nicht nur eine kleine Partei gegründet, sondern auch ein Buch geschrieben, in dem die theoretischen Grundlagen vorgestellt werden, die ihn und seine Kompagnons antreiben. Das Buch wird von Libertären und Verschwörungsfans als Erklärung beworben, mit der die Welt verändert werden könne. „Dieses Buch hat es geschafft mir viele linke Dogmen aus den Gehirnwindungen zu entfernen”, jubelt ein Anhänger des Parteivorsitzenden. Dieser behauptet, dass mit der Lektüre die „Vorstellungen über die Realität auf den Kopf ” gestellt werden würde. Er würde „Wege” aufzeigen, „wie wir zu einer friedlichen, freiheitlichen und gerechteren Welt gelangen” können.

Doch Janich verspricht vieles und hält nichts. Dafür kolportiert er wahnwitzige Verschwörungsmythen. Der Parteivorsitzende erfindet das ein oder andere Gespräch, fälscht den ein oder anderen Fakt und warnt vor dem ein oder anderem Politiker, den er zum Instrument einer angeblichen kommunistischen Weltverschwörung macht. Genug Stoff für einen „Triller”, denn mit einem Sachbuch oder gar mit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung hat das Buch vom „Kapitalismuskomplott” nicht das Geringste zu tun.

Putzen und Kapitalismus.

Schließlich hat der umtriebige Verschwörungsideologe nach eigenen Angaben noch nicht einmal Sachbuch verfasst, sondern ein Machwerk veröffentlicht, das er „Thriller” nennt. Daher verzichtet Janich auch auf den Gebrauch von Fußboten, „weil diese” angeblich „gerne übersehen werden”. Das macht es ihm einfach, sein wahnwitzige Theorien zu verbreiten, ohne sie in irgendeiner Form belegen zu müssen.

Janich definiert zum Beispiel den Kapitalismus als „Vertragsfreiheit”. Er leugnet die Totalität dieses gesellschaftlichen Systems, verneint die gesellschaftliche Ausbeutung, den Warenfetisch und die reaktionären Ideologie, die die kapitalistischen Gesellschaften Tag für Tag hervorbringen. Dafür gibt Janich sich reichlich Mühe, den Kapitalismus als naturwüchsige Gesellschaftsform darzustellen, der aus „Putzfrauen” reiche Menschen macht. Es handele sich um eine „natürliche Ordnung”, die „eigentlich nur Freiheit” bedeuten würde, wenn denn der bösartige Leviathan Staat nicht wäre, den Janich als Einschränkung der kapitalistischen Gesellschaft begreift:

„Ich werde später zeigen, wie eine ungelernte Putzfrau ohne Sprachkenntnisse komfortabel leben kann und im Alter sogar Millionärin wäre, würde der Staat nicht eingreifen”.

Nun werden Menschen die ihre Arbeitskraft verkaufen und putzen gehen, im Alter nicht reich, können sich dafür aber an einem kaputten Rücken und anderen Schmerzen erfreuen. Doch derartige Folgen der Lohnarbeit werden vom Vordenker der „Partei der Vernunft” (PdV) ignoriert. Es ist sein menschenverachtender Blick auf die deutsche Realität, der das Buch wie ein roter Faden durchzieht. Mit dem Blick auf Hartz4-Empfänger_innen behauptet Janich zum Beispiel:

„Sozialhilfe oder Hartz-IV-Empfänger haben ein geringes Interesse zu arbeiten, wenn sie auch ohne zu schuften Geld bekommen”.

Wer einmal in den zweifelhaften Genuss dieser rudimentären Sozialleistungen gekommen ist, die gerade einmal ausreichen, um ein Leben am Rande der Gesellschaft zu fristen, dürfte diese Behauptung empören. Schließlich bedeutet Harz4 ein Leben in Armut. Janicht stigmatitisiert die Empfänger_innen derartiger Sozialleistungen, auch wenn er — mit dem Blick eines deutschen Kleinbürgers — einschränkt, dass nicht „alle diese Gruppen faul” seien. Doch solche Relativierungen verblassen angesichts von Sätzen, in denen Janich die Erwerbslosen als gesellschaftliche Schädlinge bezeichnet:

„Der faule Arbeitslose schadet den fleißig Arbeitenden”.

Ähnliches weiß Janich über Migrant_innen zu berichten. Er hat kein Problem mit denjenigen, die seinem Ideal des deutschen Kapitalismus nützen, dafür aber mit Menschen, die nach Deutschland kommen und Sozialleistungen beziehen. Am deutschen Stammtisch des Oliver Janich klingt das dann etwa so:

„Die eigentliche Ursache liegt darin, dass Menschen in unsere Sozialsysteme einwandern können und sich so gar nicht integrieren müssen”.

Sein Ideal ist die kapitalistische Volksgemeinschaft, in Gewerkschaften und Konzerne miteinander harmonieren. Erstere dürfen „Rechtsberatung, eine genossenschaftliche Versicherung oder andere Interessenvertretungen” anbieten, die Konzerne dürfen ihr kapitalistisches Zuckerbäckerland schaffen, in dem weder Kündigungsschutz noch Mindestlöhne existieren, dafür aber Leih– und andere Formen der Lohnarbeit. Janich singt das hohe Lied der guten Konzerne, diese seien „von sich heraus sozial”.

Rothschild und Gorbatschow.

Der Parteivorsitzende hat keine Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft. Schließlich macht er letztendlich eineige einzelne Familien für die vermeintlichen Ungerechtigkeiten verantwortlich, die er zu erkennen glaubt. Er knüpft an anti-amerikanische und antisemitische Verschwörungsmythen an. Janich gibt unter anderem der amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED) die Schuld, dass die Menschen und auch der „ungelernte Arbeiter” noch nicht „im Schlaraffenland leben”. Schuld tragen „diejenigen Familien, die die amerikanische Notenbank durchgesetzt haben”. Mit diesem verschwörungsideologischen Mythos macht Janich einzelne Bankiers-Familien verantwortlich. Hier agrumentiert der Vorsitzende der „Partei der Vernunft” wie jeder ordinäre Verschwörungsideologe, der von „Familien” munkelt, aber oftmals die Rothschilds und Rockefellers meint.

Janich beruft sich dabei auf einen weiteren Bestseller der Verschwörungsszene. Er zitiert zustimmend aus G. Edward Griffins Buch „Die Kreatur von Jekyll Island”. In Deutschland ist dieses Machwerk im rechten und esoterischen „Kopp-Verlag” erschienen. Griffin ist seit Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Vordenker der antisemitischen John Birch Society. Er macht in seinem Buch ganze sechs Familien für alle Ungerechtigkeiten des Kapitalismus verantwortlich. Sein antisemitischer Kolportagen-Roman befasst sich über weite Strecken mit der Rothschild-Familie, die er zum führenden Teil einer gigantischen Verschwörung macht. „Sie” würden eine „verborgene Tagesordnung” umsetzen wollen. Ziel sei der „Welt-Sozialismus”. Griffin macht diese angebliche Verschwörung daher für kapitalistische Kriege und für staatskapitalistische Systeme wie die Sowjetunion verantwortlich. Außerdem hätten „sie”, mit Hilfe des „Erzkriminellen” Gorbatschow, die „Öko-Bewegung” geschaffen. Der Verschwörungsautor Janich scheint von diesem antisemitischen Verschwörungsbuch inspiriert worden zu sein, sein Buch liest sich über weite Strecken wie ein deutsches Plagiat des antisemitischen Machwerks.

JFK und Woody Harrelson.

„Ich werde in diesem Buch keine einzige Verschwörungstheorie verbreiten.”

Der Vordenker der deutschen Libertären will mit seinem Buch zwar „keine einzige Verschwörungstheorie” verbreiten, doch er tut es. Penetrant propagiert Janich Verschwörungsmythen, die in seinem Milieu so ungeheuer beliebt sind. So behauptet Janich, dass John F. Kennedy vom CIA ermordert wurde. Die Bush-Familie sei in das Attentat verwickelt. Menschen, die dieser vollkommen haltlosen Behauptung wiedersprechen, werden als CIA-Agenten bezeichnet. So zum Beispiel der NBC-Journalist Edward Epstein. Janich muss auch hier jeden Beweis schuldig bleiben, deswegen beruft er sich aber auf namenlose Gesellen: „Laut vielen Top-Kennedy-Forschern ist Epstein ein CIA-Agent”. Janich spart sich jeden Beweis. Seine obskure Begründung klingt amüsant:

„Die Hinweise sind so zahlreich, dass hierfür kein Platz ist, um sie abschließend behandeln zu können”.

Dafür greift er eine Rede auf, die in der Verschwörungsszene umgedeutet wird, um die Existenzt der angeblichen Verschwörung zu belegen. Es handelt sich um eine Rede, die Kennedy im Jahr 1961 vor versammelten Journalisten hielt. Hier warnte er vor einer „monolithischen und ruchlosen Verschwörung”, die mit „Unterwanderung” und mit „Guerillaangriffen” vorgehen würde. Kennedy knüpfte hier an antikommunistische Theorien an, die von einer großen kommunistischen Verschwörung ausgingen. Verschwörungsideologen benutzen diese antikommunistische Rede des John F. Kennedy, um die Behauptung aufzustellen, dass der damalige Präsident ganz allgemein vor einer Weltverschwörung gewarnt habe. Daher sei er ermordet worden. Für Janich handelt es sich um eine Verschwörung des amerikanischen Geheimdienstes. So reißt Janich die Rede des John F. Kennedy aus dem Zusammenhang. Seine weiteren Quellen sind Youtube-Videos und „Oliver Stones Film JFK”, der zur wahnwitzigen Beweisaufnahme herangeführt wird. Janichs letztes Indiz verweist auf den Wahn, dem der Autor verfallen ist:

„Stones Hauptdarsteller in Natural Born Killers von 1994 war Woody Harrelson. Er ist der Sohn von Charles Harrelson, einem verurteilten Auftragskiller. Er soll der Charles Harrelson sein, der als einer der drei ‘Landstreicher’ am Tag des Kennedy-Attentats verhaftet wurde. Die drei waren höchstwahrscheinlich Teil des Plots”.

Unfreiwillig amüsant ist auch Janichs Schilderung eines mega-geheimen Treffens, das in seinem Kopf enstanden ist. Er schildert ein geheimnisvolles Treffen von dreizehn „Illuminaten”, die den Klimawandel erfinden und nebenbei auf die Idee kommen, Flugzeuge in Wolkenkratzer fliegen zu lassen. „Wie wär’s, wenn wir den Leuten einfach erzählen, es liege an der Industrialisierung. Ihr wisst schon: Mensch bläst Schadstoffe in die Luft, gleichzeitig wird’s wärmer, also ist der Mensch schuld”, sagt der Eine. Der Andere zweifelt: „Das schlucken die nie. Genauso gut könnte ich ein Flugzeug in einen riesigen Wolkenkratzer fliegen lassen und den Leuten erzählen, dass er dadurch in sein eigenes Fundament fällt.” Hier offenbart der Autor den Wahn, dem er verfallen ist. Janich urteilt über sein Märchen, das er für das Buch erfunden hat:

„So könnte es gelaufen sein”.

Weltverschwörung und Google.

Es sind die USA, die den Hass des Autoren erregen. In einem anti-amerikanischen und geschichtsrevisionistischen Anfall setzt dieser dieser die Praxis des Nationalsozialismus mit dem Vorgehen der amerikanischen Institutionen gleich: „Wie man heute noch die Parallelen zwischen Reichstagsbrand und 11. September sowie Ermächtigungsgesetz und Patriot Act übersehen kann, ist nur mit einem völligen Versagen der Medien zu erklären, zumal wir im Zeitalter des Internets leben”. Doch die Medien seien von alten „Kommunisten” und „Linksintellektuellen durchsetzt”. Außerdem würden „Desinformanten” den armen Janich und seine ideologischen Kumpanen mit „Desinformationstaktiken” bedrohen. Selbstverständlich macht Janich, der ordinäre Verschwörungsagigator, auch geheimnisvolle Hintermänner aus, die hinter dem Vorhang die Fäden ziehen. Es seien „Globalisten”, „die eine Weltregierung anstreben” und für sämtliche Kriege verantwortlich seien. Janich konstruiert hier eine kleine, geheime Gruppe, die an einer „Neuen Weltordnung” arbeiten würden. Beweise muss Janich schuldig bleiben. Stattdessen empfiehlt er eine Suchmaschine:

„Wenn Sie ‘Neue Weltordung’ oder ‘New World Order (NWO)’ googeln, finden Sie unzählige Zeitungsberichte, in denen geschildert wird, wie Bush (Vater und Sohn), Obama, Merkel, Brown und viele andere an der Neuen Weltordnung arbeiten oder arbeiteten”.

Tatsächlich finden sich, wenn man Janichs Ratschlag befolgt, hunderte Internetseiten der Verschwörungsszene, auf denen ähnliche Märchen kolportiert werden. Wo die Internetseiten der Verschwörungsszene als Quelle dienen, sind Verfälschungen und Umdeutungen nicht weit. So behauptet Janich zum Beispiel: „Den exakten Terminus ‘Neue Weltordung’ haben meines Wissens (…) bisher nur George Bush sen. und Gordon Brown in den Mund genommen”. Würde der Verschwörungsideologe auch einmal andere Internetseiten besuchen, könnte er wissen, dass die Phrase von der „Neuen Weltordnung” bereits nach dem ersten Welkrieg populär wurde.

Darth Vader und die Grünen.

Die kleine Truppe, die anscheinend relativ erfolglos die „Neue Weltordnung” anstrebt, setzt sich nicht nur aus bekannten amerikanischen Politikern zusammen. Janich behauptet, dass diese geheime Gruppe von einem schwarzen Lord geführt werden würde: Der Bankier David Rockefeller sei „der ‘Darth Vader’ der Neuen Weltordnung”. Außerdem würden verschiedene Think-Tanks existieren, die alle an der großen Weltverschwörung beteiligt wären. Janich nennt etwa den amerikanischen „Council on Foreign Relations” (FER). Hier beruft sich der Verschwörungsideologe auf einen anderen Verschwörungsideologen: Die Propagandisten von Verschwörungsmythen berufen sich eben gerne auf andere Propagandisten, die ganz ähnliche Märchen propagieren. So werden Pseudo-Beweise geschaffen: Die eigene Ideologie wird mit den Groß-Konstruktionen anderer Verschwörungsideologen belegt. In diesem Fall beruft sich Janich auch auf den US-Nationalisten Alex Jones, der mit seiner verschwörungsideologischen Radiosendung und seinen Pseudo-Dokumentationen die Ideen der „Truther” und „Birther” propagiert. Zur riesigen Weltverschwörung gehören für Janich außerdem weitere Think-Tanks, Barack Obama, die „Bilderberg-Konferenz”, die deutschen Grünen und die Pharma-Industrie.

AIDS und „Illuminati” .

Vielleicht bewirbt Janich auch daher andere Machwerke der Verschwörungsszene. Er behauptet zum Beispiel, dass das „Wissen um alternative, natürliche Heilmittel – insbesondere für Krebs – (…) unterdrückt” werden würde, damit „Big Pharma” mehr Profite generieren könne. Außerdem versucht sich Janich als AIDS-Leugner: „Aids soll durch Hepatitis-B-Impfungen in Afrika und San Francisco in Umlauf gekommen sein”. Hier kolportiert Janich ein Märchen, das in der Verschwörungsszene durchaus beliebt ist. So hat die Band „Die Bandbreite” zum Beispiel einen Song produziert, in dem derartige Mythen kolportiert werden. Nichts anderes tut der Verschwörungsautor in seinem Machwerk vom „Kapitalismuskomplott”. Er beruft sich dabei auch auf Ted Gunderson, der von Janich als „ehemalige FBI Direktor von Los Angeles” eingeführt wird. Ted Gun­der­son, der an die­ser Stelle ein wich­ti­ger Pseudo-Kron­zeu­ge ist, glaubt im Üb­ri­gen an die „Ent­füh­rung von vie­len Tau­sen­den von ame­ri­ka­ni­schen Kin­dern zum Zweck der Pro­sti­tu­ti­on, der Por­no­gra­phie, für ex­pe­ri­men­tel­le High­tech­waf­fen, Ge­dan­ken­kon­troll­miss­brauch, Kin­der­skla­ven­ar­beit für un­ter­ir­di­sche Stütz­punk­te, weiße Kin­der­skla­ve­rei“ und sa­ta­ni­sche Ri­tu­al­mor­de. Als Täter hat Gun­der­son den ame­ri­ka­ni­schen Ge­heim­dienst CIA aus­ge­macht, die im Auf­trag von “ in­ter­na­tio­na­len Sa­ta­nis­ten – als das Il­lu­mi­na­ti be­kannt – han­deln“. Dies ist nur einer der Kronzeugen aus dem Verschwörungsmilieu, die Oliver Janich bemüht, um seine Wahn von der Weltverschwörung zu propagieren.

Carlos und Kissinger.

In seinem Buch macht Janich, mit Hilfe anderer Kronzeugen, außerdem noch weitere Hintermänner aus: Der Terrorist Ilich Ramírez Sánchez (Carlos, der Schakal) und Henry Kissinger seien ein Teil der Weltverschwörung. Janich spricht davon, dass beide Mitglieder des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen seien. Kissinger sei nicht nur ein altgedienter KGB-Mann, sondern auch noch „der Pate der Bilderberger und der Neuen Weltordnung”. Beweise muss Janich natürlich auch hier schuldig bleiben. Es bleibt bei Mythen und Märchen, mit denen die große Weltverschwörung konstruiert wird. Bilderberger, Rockefeller, Obama, Adorno und der KGB sowie die deutschen Grünen werden fröhlich zusammengemixt: Heraus kommt die kommunistische Weltverschwörung, an der auch ZDF-Anchorman Claus Kleber beteiligt sein soll. Nach langen Tiraden behauptet Janich:

„Wir werden später noch sehen, dass sie tatsächlich echte Kommunisten sind, nicht nur in der Theorie”.

Die kommunistische Weltverschwörung.

Um die angebliche kommunistische Mega-Verschwörung zu belegen, beruft sich Janich — mal wieder — auf einen anderen Verschwörungsautoren. Janich empfiehlt die antikommunistischen Machwerke des Torsten Mann, der „die beiden wichtigsten Bücher der letzten Jahre geschrieben” hätte. Es handelt sich um Bestseller der Verschwörungsliteratur, die ebenfalls im rechtsesoterischen „Kopp-Verlag” erschienen sind. Torsten Mann konstruiert ebenfalls die kommunistische Weltverschwörung. Er scheint durch eine Episode der Simpsons inspiriert, in dem der Fall der Mauer und der Untergang der Sowjetunion als perfider Plan der Kommunisten dargestellt wird. Was bei den Simpsons noch ein Gag war, ist bei Torsten Mann trauriger Verschwörungswahn, dem auch Janich verfallen ist:

„Der Fall der Mauer, die Auflösung des Warschauer Pakts und die scheinbare Demokratisierung des Ostens sind Teil einer Langfriststrategie, deren Ziel darin besteht, eine kommunistische Weltordnung zu errichten, was von jeher der Plan war”.

In seinem Wahn behauptet Janich, dass „alle im Bundestag vertretenen Parteien kommunistisch unterwandert” seien. Er lässt die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wiederaufleben und spricht „von einer direkten Steuerung aus Moskau”. Von dort habe man die „Achtundsechziger-Bewegung” gesteuert und dort sei auch die kritische Theorie erfunden worden: „Der Ansatz: Alles sollte kritisiert werden, ohne Lösungsansätze zu bieten. So sollte die Unzufriedenheit der Bevölkerung geschürt werden, die diese auf den Kapitalismus schieben sollte”. Später habe Moskau, hinter dem Janich ganz allgemein „die Globalisten” und konkret die Rothschilds verortet, „die Friedensbewegung und die Anti-Atomkraftbewegung aufgebaut” und dann sogar noch die „Perestroika” erfunden, um das „langfristige Ziel”, den Kommunismus, zu erreichen. Die „Globalisten des Westens und des Ostens” hätten sich zusammengeschlossen: Ihr Ziel sei die faktische Zerstörung Deutschlands. So reproduziert der Parteivorsitzende, dessen Partei mal mit den Piraten und mal mit der NPD marschiert, rechte Verschwörungsmythen über die angebliche Weltverschwörung:

„Heute wissen wir, dass der Student Benno Ohnesorg 1967 von einem Stasi-Mann ermordet wurde. Wichtige Leute aus der damaligen Bewegung haben heute Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft inne”.

IM-Merkel und IM-Brandt.

Ein weiterer Agent dieser konstruierten Weltverschwörung sei Willy Brandt gewesen. Der ehemalige Bundeskanzler hatte während des Nationalsozialismus unter falschem Namen leben müssen. Für Janich ist dies Anlaß genug, um zur Denunziation zu greifen: „Falsche Identitäten anzunehmen scheint ihm gelegen zu haben”, urteilt Janich über Brandt. Außerdem stellt Janich die verschwörungsideologische Theorie auf, dass Brandt in Wirklichkeit ein Agent des KGB gewesen sei. Beweise muss er natürlich auch hier schuldig bleiben, es bleibt bei der Behauptung, dass der Kanzler „offensichtlich im Interesse der Stasi” gehandelt habe. Die Parolen von Nationalsozialisten, die den „Volksverräter” und „Stasi-Spitzel” in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts am liebsten an die Wand gestellt hätten, erleben auf diese Weise eine verschwörungsideologische Wiederkehr.

Brandt ist nicht der einzige bürgerliche Politiker, dem Janich eine Agenten-Tätigkeit andichtet. Er behauptet auch, dass Hans Dietrich Genscher in Wirklichkeit ein Stasi-Mitarbeiter gewesen sei. Ähnliches kolportiert Janich mit dem Blick auf Gregor Gysi und auf Angela Merkel. Bei ersterem konstatiert Janich eine „Stasi-Verdacht”, bei letzterer möchte er „weitere Hinweise auf eine mögliche Stasi Tätigkeit” entdeckt haben. Schließlich kennt Janich die Internetseiten der Verschwörungsszene, mit denen derartige Märchen kolportiert werden. Janich konstatiert: „Im Internet wird auch spekuliert, dass sie ihre eigenen Stasi-Akten und die ihres Vaters aufbewahrt”. In jedem Fall würde die Kanzlerin aber „die Agenda der Globalisten” unterstützen, hinter der Janich alte kommunistische Partei-Kader und Bankiers ausgemacht hat, die aus Moskau gesteuert werden. Es ist der paranoide Wahn von der kommunistischen Weltverschwörung, die Janich antreibt.

Die Zentrale in Moskau.

Die Gründung der Grünen führt Janich ebenfalls auf dieses geheimnisvolle und mächtige Moskau zurück. Er verschweigt die Beteiligung von deutschnationalen Hippies und von ebenso deutschnationalen Alt-Nazis, die an der Gründung der Grünen beteiligt waren. Dafür behauptet er: „Aus Moskau erging seinerzeit Order an die kommunistischen Kader, in die Grüne Partei einzutreten”. Beweise oder gar eine Quellenangabe sucht man hier ebenfalls vergeblich, dafür schmeißt Janich — mal wieder — einige Namen in den Raum: „Die spätere grüne Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer engagierte sich in der KPD/AO-nahen ‘Liga gegen den Imperialismus’, der spätere Vorsitzende Reinhard Bütikofer hat eine Vergangenheit in den kommunistischen Hochschulgruppen und dem maoistischen KBW, Jürgen Trittin war Mitglied im Kommunistischen Bund”. Dabei verschweigt Janich, dass die von ihm benannten K-Gruppen rein gar nichts mit der Politik der Sowjetunion anzufangen wussten. Ganz im Gegenteil sprachen sie von „Sozialimperialismus” oder gar vom „Sozialfaschismus” der Sowjetunion.

Sie übernahmen oftmals die sogenannte Drei-Welten-Theorie der Maoist_innen. Diese Theorie, die 1974 von Deng Hsiao-ping formuliert wurde, geht davon aus, dass die Supermächte UdSSR und USA die erste Welt bilden, wobei die Sowjetunion als die aggressivere politische Macht eingeschätzt wurde, von der die Gefahr eines neuen Weltkriegs ausgehen würde. Diese Einschätzung ging mit einem aggressiven und positiven Deutschland-Bezug einher. In den 80er Jahren lösten sich einige K-Gruppen auf, sie waren am Rande der Handlungsunfähigkeit. Einzelne Partei-Kader suchten ihr Heil in der deutschnationalen Umweltbewegung, aus der die Grünen als Partei hervorgingen. Mit einer Verschwörung haben diese Ereignisse allerdings nichts zu tun. Oliver Janich verschweigt derartige Tatsachen und die Motivation der Partei-Kader. Stattdessen erfindet er einen Befehl der „Globalisten”, deren heimliche Haupstadt Moskau zu sein scheint.

Der Traum vom Reich.

Bei soviel Verschwörungswahn verwundert es dann auch nicht mehr, dass Janich an Theorien anknüpft, die durch die rechten „Reichsbürger” vertreten werden. Diese behaupten, unter anderem mit dem Blick auf den Personalausweis, dass die Bundesrepublik in Wirklichkeit kein Staat, sondern eine Firma der Alliierten darstellen würde. Sie sprechen von der „BRD-GmbH” und behaupten, dass das „deutsche Reich” noch existieren würde. Daher schaffen sich „Reichsbürger” fantasievolle Ersatzdokumente und Pseudo-Institutionen. Mehrere „Reichskanzler” konkurieren miteinander, es gibt verschiedene „Reichsregierungen”, die von einem Deutschland in den Grenzen von 1941 träumen. Janich kritisiert zwar die Praxis der Reichsbürger, begeistert sich aber für deren Theorien:

„Es spricht juristisch manches dafür, dass es sich bei der Bundesrepublik um eine Art Nichtregierungsorganisation (NGO) handelt, der Sie durch Beantragung eines Personalausweises (müsste eigentlich Personenausweis heißen) unwissentlich beigetreten sind. Bei der Gelegenheit: Schauen Sie sich Ihren Personalausweis einmal genauer an (…). Die Existenz der im Internet berühmten BRD GmbH ist ein weiteres Indiz”.

Verschwörungsschrott.

Janichs Machwerk ist ein verschwörungsideologisches Pamphlet, voller Verfälschungen und Umdeutungen, um die angebliche Mega-Verschwörung der Kommunisten aus Moskau zu belegen. Dabei nutzt er die Machwerke anderer Verschwörungsideologen oder empfiehlt die ein oder andere Internetseite des Verschwörungsmilieus. Fakten wird man in diesem Buch allerdings nicht finden. Der „Kapitalismuskomplott” ist ein wahnwitziges und antikommunistisches Pamphlet, das nur diejenigen ernst nehmen werden, die den Wahn von der Weltverschwörung teilen. Es handelt sich um Verschwörungsschrott in Buchform, von dem man nur abraten kann.

Oliver Janich appelliert am Ende seiner schriftstellerischen Tirade an seine geneigten Leser_innen: Sie sollen das Buch weitergeben und den neuen Kunden „an einen Stuhl” binden, „bis Sie es gelesen haben”. Anders ist das Machwerk des Verschwörungsideologen auch kaum zu ertragen.

Oliver Janich: „Das Kapitalismus-Komplott: Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden”. Erschienen im FinanzBuch Verlag.

Das Camp der Verschwörungsfans. July 11, 2012 | 10:19 am

Zum dritten Mal mobilisieren verschiedene Verschwörungsideologen in die deutsche Provinz. Am 17. August 2012 werden sie für das Wochenende nach Völpke reisen. Es handelt sich um eine beschauliche Gemeinde in Sachsen-Anhalt, dort kommen die Verschwörungsfans seit mittlerweile drei Jahren zusammen, um an einem „völlig entspannten Gedankenaustausch” teilzunehmen. Das Szenetreffen der Verschwörungsfans dient der internen Stabilisierung und der Vernetzung. Die selbsternannten „Truther” und „Infokrieger” zelten, schießen mit Pfeil und Bogen und musizieren am Lagerfeuer. Außerdem konsumieren sie Verschwörungsideologie, „Spanferkel (…), Lamm, Putenschnitzel sowie Würstchen in etlichen Ausführungen”. Vegetarier_innen dürfen sich ebenfalls an Verschwörungsmythen aber auch am Saltbuffet erfreuen, der Veranstalter verspricht, dass auch sie „auf Ihre Kosten kommen”. Das Zeltlager der Verschwörungsfans wurde auf den Namen „Truthcamp” getauft,

In den vergangenen Jahren wurde das Camp vor allem durch Jens Blecker organisiert, der auf den Spitznamen „Cheffe” hört. Er betreibt die Internetseite „IK-News”, mit der er zahlreiche Verschwörungsmythen kolportiert. Fast harmlos erscheint eine Umdeutung einer Kennedy-Rede, die in Verschwörungskreisen erstaunlich beliebt ist, obwohl es sich um eine offensichtliche Umdeutung handelt. Auf „IK-News” wird aber auch, in einem anti-amerikanischen Jargon, vor der angeblichen „amerikanischen Hegemonialkrankheit” gewarnt. Als Urheber macht man eine „kleine Hochfinanzkaste” aus. Es seien die „beiden Familienclans Rothschild und Rockefeller”, die „noch über die Erde” verfügen würden. Diese werden als „Brut” bezeichnet, die USA sei die „Brutstätte dieser negativen Kräfte”. Mit diesen antisemitischen Konstruktionen begeistert die Internetseite „Truther” und „Infokrieger”, die ebenfalls diesem Wahn erlegen sind.

Die Causa Günter Grass erfüllte den Unmut der „Infokrieger” von „IK-News”. In der Pseudo-Kritik vieler Medien, die die Form aber nicht den Inhalt des neuesten Pamphlet des greisen SS-Veterans kritisierten, wollten Blecker gar eine „Hetzkampagne” erkannt haben. Als einen Urheber machte „Cheffe” Henryk M. Broder und den Zentralrat der Juden aus. Der Autor würde „sein Gift (…) verspritzen”, gemeinsam würde man eine „gesellschaftlich vernichtende Keule” schwingen. Die Deutschen seien „mit der Schuld unserer Vor-Vorfahren überladen” worden. Es sind Inhalte, die in dieser Form auch auf zahlreichen nationalsozialistischen Internetseiten zu finden sind. Der Betreiber der Internetseite „IK-News” verharmlost allerdings auch die industrielle Vernichtung der Jüdinnen und Juden. Schließlich behauptet er, dass „sich etliche schwerer Verbrechen schuldig gemacht” hätten und verweist auf die „Verfolgung der Indianer”.

Kein Wunder, dass auch die Kommentator_innen dieser Internetseite zahlreiche antisemitische Äußerungen hinterlassen. Eine Zeitlang wurde im Forum zur Internetseite die „Protokolle der Weisen von Zion” beworben, es handelt sich um eines der schlimmsten antisemitischen Pamphlete, auf das sich NSDAP-Kader und andere Antisemiten bezogen. Jens „Cheffe” Blecker ist nicht nur für solche Inhalte, sondern auch für das „Truth-Camp” verantwortlich. Der Einzelhandelskaufmann aus dem niedersächsischen Helmstedt hat zum Beispiel die Internetseite zum verschwörungsideologischen Stelldichein angemeldet und bewirbt das Zeltlager der Verschwörungsfreaks auf „IK-News”.

In diesem Jahr hat sich Blecker allerdings ein wenig aus den Vorbereitungen zurückgezogen. Er plant die dauerhafte Ausreise nach Kanada und hat auch so „sehr viel um die Ohren”. Daher hat er einen Großteil der Planung in diesem Jahr einem verschwörungsideologischen Kameraden überlassen. Es handelt sich Christian Beckmann, der die Internetseite„Lotus-Online” betreibt und im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven lebt. Auf „Lotos-Online” finden sich ganz ähnliche Inhalte wie auf den Internetseiten des Jens „Cheffe” Blecker. Dort wird verschwörungsideologisch vor Handys und W-LAN-Netzen gewarnt, durch die Gehirntumore entstehen würden. Ansonsten selektiert Beckman gerne Jüdinnen und Juden. Es gibt zum Beispiel einen Artikel über „kritische Juden”, die Israel mit Verachtung begegnen. Natürlich möchte auch Beckmann kein Antisemit sein, schließlich konstruiert er eine „Machtelite”, „die eben nicht ausschließlich jüdisch geprägt ist”. Diese sei „eine Bedrohung für die freie Welt”. Selbstverständlich sind es auch hier die üblichen Verdächtigen, die von deutschen Verschwörungsideologen bevorzugt herangezogen werden. Beckmann empfiehlt zum Beispiel den antisemitischen Propaganda-Film „Endgame”, der vor „Elite-Banker-Familien wie den Rothschilds” warnt.

Beckmann und Blecker sind nicht nur Brüder im Geiste, sondern auch die Organisator_innen des diesjährigen „Truth-Camps”. Für etwas mehr als 30 Euro dürfen die geneigten Verschwörungsfans am Szene-Treffen teilnehmen. Dort gibt es dann nicht nur Vorträge verschiedener Verschwörungsideologen zu hören, sondern auch den Soundtrack zum Verschwörungswahn: „An den Musikacts ändert sich nichts. Es sind wieder Kilez More und Die Bandbreite eingeladen”, kündigt Beckmann im Internet-Forum zur Veranstaltung an. Während „Die Bandbreite” das Milieu mit vergleichweise seichten Reimen versorgt und zum Beispiel die Ereignisse des 11. September 2001 umdeutet,  hat „Kilez More” mehrere Lieder im Reportoire, die den Organisator_innen und Verschwörungsfans ganz besonders gut gefallen dürften.

Der Wiener inszeniert sich als „Infokrieger im Informationskrieg” und warnt vor einer angeblichen „Weltregierung”. Paranoiderweise glaubt dieser Deutschrapper, dass „sie” dafür „Internet verbieten” wollen und dass „wir” tagtäglich „vergiftet” werden. Außerdem fragt sich der reimende Verschwörungsideologe, was „die Spasten” denken, die angeblich an der „Spitze der Pyramide” stehen. Diese Frage beantwortet sich „More” mit einem Track, den er „Seitenwechsel” genannt hat. Dort schlüpft er in die Rolle eines angeblichen „Illuminaten”, der mit seine „Logenbrüdern” die Welt beherrschen würde: „Ich bin wieder mal Stolz auf den Krieg für mein Volk”, heißt es hier. Das Video zum Lied hat „More” mit einer Foto-Aneinanderreihung unterlegt. Dort wurde unter anderem ein Bild der nationalsozialistischen Organisation „Bund für echte Demokratie” (BfeD) verwendet. Andere Bilder zeigen einen hakennasigen „Illuminaten”, das Logo das israelischen Geheimdienstes Mossad oder den Teufel. Bei derartigen Inhalten sollte die Dauereinladung des Deutschrappers nicht verwundern. Er wird mit der „Bandbreite” für die musikalische Untermahlung der verschwörungsideologischen Zusammenkunft sorgen.

Zwischen dem 17. und dem 20. August 2012 wird ein Teil der Verschwörungsszene also in Völpke zusammenkommen, um dort für das Wochenende die Zelte aufzuschlagen. Dann wird man den Tiraden der ideologischen Vordenker lauschen. Gemeinsam wird man am Lagerfeuer musizieren und das ein oder andere Schwein vertilgen. Dort darf dann sicherlich auch über „die Rothschilds” und die angebliche „Weltregierung” debatiert werden.

Der Aktivist. April 16, 2012 | 11:13 am

Hauptberuflich erstellt Jürgen Lorenz Simon Programme, zum Beispiel für „Gerolsteiner” und für andere deutsche Konzerne. In seiner Freizeit ist der „webtecc”–Geschäftsführer in der „Occupy-Bewegung” in Bonn aktiv, nicht nur dort hofft er auf „Weltverbesserer” zu treffen, die seine Ideen teilen und „für Frieden, Liebe und echte Demokratie” marschieren. Der Geschäftsführer der kleinen Computer-Klitsche ist immer dabei, wenn die ebenso kleine „Occupy-Bewegung” in Bonn zusammenkommt. Er hat die offizielle Internetseite angemeldet, einen Livestream eingerichtet und Facebook-Seiten erstellt, mit denen die Occupy-Aktivist_innen Vernetzung betreiben. Der Aktivist ist Autor zahlreicher Artikel, Anmelder von Aktionen und Ansprechpartner für die regionalen Provinzblättchen, die sich gerne auf das „Occupy-Mitglied” berufen. „Der Kontrollmechanismus, der hier aufgebaut werden soll, schadet jeder Freiheitsbewegung”, zitierte ihn der „Bonner General-Anzeiger” nach einer Demonstration, gegen die vermeintlichen oder tatsächlichen Übel, die durch ACTA drohen.

Aktion der „Occupy-Bewegung” in Bonn.

Dabei gäbe es ganz andere Zitate, die deutlich machen, in wem Jürgen Lorenz Simon die ein Prozent erkennen möchte, die die „Occupy-Bewegung” für alle tatsächlichen oder vermeintlichen Übel der kapitalistischen Gesellschaft verantwortlich macht. Es sind wenige Menschen, die Jürgen Lorenz Simon zur konstruierten „Elite” zählt. Simon im O-Ton: „Das Problem ist, unsere Feinde sind zum grossen Teil jüdischer Abstammung”. So hetzte der Occupy-Aktivist am 07. April 2012 in einer öffentlichen Diskussionsgruppe der „Occupy-Bewegung”. Dafür gab es auch Zustimmung durch den deutschen Diskussionsmob. Simon erklärte in seinem Beitrag ebenfalls, wer ihn angeblich auf diese antisemitische Wahnidee, die an die nationalsozialistische Propaganda von der angeblichen jüdischen Weltverschwörung anknüpft, gebracht hätte.

Jürgen Lorenz Simon konstruierte hier seinen ganz persönlichen Alibi-Juden: „Wie mir ein Jude Samstag auf einer Occupy-Veranstaltung erklärte, befindet sich die Welt in der Hand des jüdischen Grosskapitals”, erläuterte der Occupy-Aktivist in seiner Tirade, die sich bis heute auf der Internetseite finden lässt. Der umtriebige Aktivist griff also auf die Chiffre zurück, die von antisemitischen Verschwörungsfans gerne benutzt wird und schrieb von „Rothschild”, „Rockefeller und Konsorten”. Für den Geschäftsführer Simon, der auch als eine Art Wortführer der „Occupy-Bewegung” in Bonn in Erscheinung tritt, stellt sich nun eine Frage: Wie „können wir die loswerden”. Er hat über ein Facebook-Frage-Spielchen direkt eine Antwort parat: „Jeden Tag einen Banker erledigen”.

Die meisten Occupy-Aktivist_innen aus Bonn scheinen mit der antisemitischen Hetze des Jürgen Lorenz Simon allerdings kein Problem zu haben. Zwar wurde am 10.04.2012 über die Thematik debattiert, doch es gibt bis heute weder eine Stellungnahme noch eine Abgrenzung vom „webtecc”–Geschäftsführer. Stattdessen beschimpft dieser seine Kritiker_innen als „Gesindel”, die „Hass und Zwietracht” sähen würden. In einem weiteren Diskussionsforum der Occupy-Gruppe aus Bonn, für die Simon als Administrator tätig ist, empfiehlt er die Darbietungen des Querfrontlers Jürgen Elsässer, der „Linke”, „Rechte” und „Religiöse” vereinen möchte.

Die „Occupy-Bewegung” aus Bonn empfiehlt in ihren Flugblättern derweil die Reden des Schauspielers und Rechtspopulisten Carlos A. Gebauer, der unter anderem für die Zeitschrift „Eigentümlich Frei” schreibt, die eng in das Netzwerk der publizistischen Rechten in Deutschland eingebunden ist und die in der Vergangenheit „gegen die Allmacht der Gewerkschaften” mobil machte. Die Aktivist_innen der „Occupy-Bewegung” kommen in Bonn nicht in der örtlichen Nazi-Kaschemme, sondern im DGB-Haus zusammen. Dort planen sie ihre nächsten Aktionen und fürchten sich gemeinsam vor einigen EU-Verordnungen, die sie als „Ermächtigungsgesetze” bezeichnen. Jürgen Lorenz Simon dürfte sich in dieser Gemeinschaft durchaus wohl fühlen, seine antisemitische Hetze gegen die angeblichen „Feinde”, die zum „grossen Teil jüdischer Abstammung” seien, dürfte dort nicht weiter stören.