Getagged: jürgen elsässer

матрёшка

Russland-Kongress der AfD – die Russland-Affäre

AfD und Linke im Zwielicht der russischen Agenda Ein Bericht von Jonas Mueller-Töwe für t-online Wie nah rückt der Kreml an deutsche Politiker und Abgeordnete?  Recherchen von t-online.de zeigen: Ein der Spionage Verdächtiger unterhält engste Verbindungen zu zwei pro-russischen Vereinen, die AfD und Linke nahestehen. Auch ein prominenter Top-Agent des ehemaligen DDR-Auslandsgeheimdienstes mischt mit. Deutschen Geheimdiensten sind die …


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матрёшка

Ein Blick auf die „linken“ Stasi-Lobbyorganisationen verbunden mit der pro-russischen Querfront & den alternativen Medien

Mit einem Vorwort & Auszügen zu Alant Jost, der uns hierzu erst anregte oder aber auch: eine erste, vorsichtige Analyse unsererseits zum Geschehen Er ist wieder da! Der DKP-Stalker und Stasi-Fanatiker! [1] [2] Jajaja, wir wissen es: Don’t Feed The Troll. Es hat aber Gründe, warum wir dennoch wieder anknüpfen wollen. Jost ist nämlich alles, …


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Lizas Welt

Ein Armutszeugnis für Arte

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Arte lehnt die Ausstrahlung einer Dokumentation über Antisemitismus in Europa entgegen seiner ursprünglichen Zusage ab. Er wirft den Autoren formale Verstöße vor, doch es spricht erheblich mehr dafür, dass die Entscheidung politisch motiviert ist. Dem Sender passt offenkundig die Aussage des Films nicht in den Kram. Als Mahmud Abbas im Juni des […]


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exsuperabilis

Hausverbot auf Russisch

Zu den Hintergründen des Überfalls auf das „Correctiv“- Büro in Berlin
inkl. Interview mit “Correctiv”-Mitarbeiter Marcus Bensmann


Graham W. Phillips beim Salutieren mit einer Waffe.
September 2015, Ostukraine
(Credits: stopfake.com)

In jüngster Vergangenheit finden im europäischen Raum vermehrt Versuche der Einschüchterung an russlandkritischen Autoren statt. Es sind hierbei stets ähnliche Muster und Verbindungen der involvierten Akteure, die einen genaueren Blick auf die Hintergründe unverzichtbar machen.
Boris Reitschuster, langjähriger Moskau-Korrespondent der Zeitschrift “Focus” und Autor des kürzlich erschienen Buches “Putins verdeckter Krieg”, geriet erst vor Kurzem in das Fadenkreuz des russischen Staatsfernsehens. Er widmet sich seit Jahren der Aufarbeitung russischer Destabilisierungsmechanismen und untersuchte u.a. russische Geldflüsse an rechtsextreme, europäische Organisationen. Während sein Buch in Deutschland nur beiläufig Anklang fand, scheint die Rezeption in Russland eine weitaus größere zu sein.

Erst kürzlich veröffentliche der russische Fernsehsender TWZ eine Hetzkampagne, die sich gegen Reitschuster richtete. Der Sender befindet sich zu 99% im Besitz der Moskauer Stadtregierung und wird vom Putin-Vertrauten Sergei Sobjanin geleitet. Die Sendung soll vor allem – so Reitschuster – aus Aufnahmen bestehen, die durch in Deutschland erfolgte Stalking-Angriffe entstanden sind.

Auch der WDR-Reporter Halo Seppelt, der mit seinen Recherchen über den russischen Sportminister Witalij Mutko maßgeblich zur Enthüllung des aktuellen russischen Doping-Skandals beigetragen hatte, wurde jüngst zur Zielscheibe russischer Einschüchterungsversuche. Dies geschah durch die Journalistin Olga Skabajewa, welche mit einem Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens verheiratet ist und in der Staatsmedienagentur Rossija Sewodna (Russland heute) angestellt ist. In kremltypischer Verdrehung offenkundiger Tatsachen diffamierte sie ihn als “russlandfeindlichen” Agenten und würdigte seine journalistischen Leistungen zu einer persönlichen Fehde herab. Reitschuster und Seppelt scheinen jedoch nicht die Einzigen zu sein, die sich momentan erhöhter Aufmerksamkeit Russlands erfreuen dürfen.

Erst vor wenigen Tagen versuchten zwei Männer sich Zugang zu den Räumlichkeiten des in Berlin ansässigen investigativ-journalistischen Projekts „Correctiv“ zu verschaffen, um einen Mitarbeiter zur Rede zu stellen. Der, den sie sprechen wollten, ist Marcus Bensmann. Dieser ist seit 2013 Redakteur und Mitarbeiter des Kollektivs und hat mit seinen Recherchen maßgeblich zur Enthüllung der Hintergründe des Absturzes der MH-17 beigetragen. 
Bei den beiden unerwünschten Besuchern handelt es sich keinesfalls um unbeschriebene Blätter.
Ganz im Gegenteil verfügen sowohl Graham W. Phillips, als auch sein partner in crime Billy Six, über intensive Verbindungen nach Russland.
Den ganzen Artikel über Phillipps und Six’ Verbindungen auf jungle-world.com lesen.
Der Journalist Marcus Bensmann bezeichnet „Correctiv“ als “die Idee, in Deutschland eine dritte Mediensäule zu erschaffen.” Es ginge darum, “gemeinnützigen Journalismus”, wie er etwa in den USA seit Jahren Gang und Gebe ist, nun auch in Europa zu etablieren. Mittels Spenden und Förderungen soll das Projekt auf größere Füße gestellt werden. Oberstes Prinzip sei es, geleistete Arbeit & Rechercheergebnisse der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Bensmann ist im Spätsommer 2014 – kurz nach der Gründung von „Correctiv“ – dazugestoßen und hat davor knapp zwanzig Jahre in u.a. Afghanistan und dem Irak als Reporter gearbeitet.

Marcus Bensmann selbst befand sich zur Zeit des Tathergangs zwar nicht in den Räumlichkeiten von Correctiv, konnte aber eine bemerkenswerte Aggressivität bei den Angreifern feststellen: Etwa wurde in das Redaktionsbüro hineingefilmt, was dazu hätte führen können, dass wichtige Quellen ins Blickfeld hätten geraten können. Für investigative, journalistische Arbeit sei der Redaktionsraum heilig, da er nicht nur Rückzugsort für die Mitarbeiter sei, sondern auch als Aufbewahrungsort für wichtige Informationen diene. Zudem wurden Bensmann und seine Kollegen von Phillips & Six als Vertreter der “Lügenpresse” und als “Prostituierte” diffamiert. Auch deshalb stellt Bensmann im Interview den Vorfall in einen größeren internationalen Zusammenhang.


Trotz allem mahnt Bensmann zur Vorsicht und warnt vor einer Überdramatisierung dieses Einzelfalls. Er sehe Phillips & Six weniger als unmittelbare Agenten Russlands, sondern als “prorussisches Unterholz”, welches sich in einer Atmosphäre der Angst, immer weiter ausbreiten könnte. In diesem Zusammenhang erwähnt er auch die jüngsten Angriffe auf den russland-kritischen Journalisten Boris Reitschuster. 

 
Auf die Kontakte von Philipp und Six zur rechtsextremen Szene angesprochen, zeigt sich Bensmann wenig verwundert und bestätigt, dass nicht nur in diesem Fall die enge Zusammenarbeit neurechter Organisationen mit Kreml-treuen Kreisen sich immer mehr verdichtet. Zudem sei dies eine gefährliche Entwicklung, die nicht nur in Deutschland zu beobachten sei. 

Die größte Gefahr, so Bensmann, die letztlich aus den Einschüchterungsmethoden resultiere, sei nicht nur der Gedanke von der Professionalität und den hohen Ansprüchen der eigenen journalistischen Arbeit Abstand zu nehmen, sondern auch sich in ein permanentes Rückzugsgefecht drängen zu lassen.



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Schlamassel Muc

Elsässer gegen Ditfurth: Münchner Richterin befreit Deutschland von der Mehrheit seiner Antisemiten

Gestern (8.10.2014) fand der erste Hauptverhandlungstag zwischen der Autorin Jutta Ditfurth und Jürgen Elsässer vor der Pressekammer des Münchner Landgerichts statt. Ditfurth hatte den Herausgeber des verschwörungstheoretischen Compact-Magazins am 16.4.2014 in einem Interview in „Kulturzeit“ (3sat) einen „glühenden Antisemiten“ genannt. Der klagte dagegen. Doch das Verfahren vor dem Münchner Landgericht geriet schnell zur Farce. Die […]


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Schlamassel Muc

Antisemiten-Prozess: Elsässers Verfügung gegen Ditfurth zerschellt vor Gericht

Jutta Ditfurth nannte den Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer (COMPACT) in einem Interview einen „glühenden Antisemiten“. Mit einer Einstweiligen Verfügung wollte Elsässer der Sozialwissenschaftlerin im Nachgang den Mund verbieten. Dagegen konnte sich Ditfurth nun erfolgreich wehren. Das Landgericht München I gab ihrem Widerspruch letzten Mittwoch Recht. Die Einstweilige Verfügung gegen sie ist unwirksam.

Das Verfahren am Landgericht […]


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bak-shalom.de

Für Frieden – für Deutschland

Antisemitismus, regressiver Antikapitalismus, Antiamerikanismus und Verschwörungsideologie der Montagsdemo-Bewegung
Der 11. September 2001 hat den Auftakt einer neuen Verbreitungswelle von Verschwörungsideologien gesetzt. Seitdem haben diese weltweit anhaltende Hochkonjunktur. Bisher aber blieben die Auswirkungen der verschwörungsideologischen „Truther“-Szene auf das Internet und einschlägige Buch-Verlage, wie Compact oder Kopp, beschränkt. Youtube-Videos, Blogs und „Enthüllungsbücher“ konnten kaum politische Wirkung entfalten.
Mit den […]


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Eiskaltland

Die Zusammenkunft

Am 24.11.2012 wird die nächste Konferenz des Jürgen Elsässer im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin stattfinden. Der Veranstalter ist Herausgeber des Compact Magazins, in dem verschiedene Verschwörungsideologen ihre Mythen und Märchen verbreiten. Hier werden etwa die Ereignisse des 11. Septembers 2001 und die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrundes” einer Umdeutung unterzogen. Der gemeinsame Nenner ist die verschwörungsideologische Deutung der Realität. […]


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Reflexion

Erdbebenwaffen, CIA-Aktionen und die Forstwagenverschwörung. Ein Jahresrückblick:

Es war ein gutes Jahr für das Milieu der „Truther“ und „Infokrieger“, die die Verfasstheit der Welt verschwörungsideologisch umdeuten. Schließlich gab es die ein oder andere Katastrophe, den ein oder anderen Terroranschlag und die große kapitalistische Krise, die die Verschwörungsszene in ihrem Sinne deuteten konnte. Zeit für einen Rückblick über die wahnhaftesten und wirrsten Verschwörungskonstrukte […]


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Reflexion

Der Querfrontler und der Occupy-Aktivst.

Nun hat sie also stattgefunden: Die Veranstaltung des Querfrontlers Jürgen Elsässer, der „Linke, Rechte“ und „Religiöse“ zu einer großen Gemeinschaft vereinen möchte, ging am 03.11.2011 im Viethaus in Berlin Mitte über die Bühne. Neben Jürgen Elsässer und seinem Kompagnon, dem Verschwörungsideologen Oliver Janich, saß auch ein Vertreter von „Occupy-Berlin“ auf dem Podium, um die „Bewegung […]


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Reflexion

Die Aktionen der Verschwörungsfans.

Bald jährt sich der zehnte Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001. In Deutschland wird es rund um den 11. September 2011 zu Aktionen von Verschwörungsfans kommen, die sich „Truther“ oder „Infokrieger“ nennen. Diese werden über Stammtische und Infonetzwerke organisiert, die die organisatorische Basis für deutsche Kleinbürger_innen darstellen, die die Ereignisse des 11. Septembers verklären. […]


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exsuperabilis

Wider den al-Quds-Tag!

 Ein Aufruf zur Solidarität mit den Revoltierenden im Iran 

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans am 18. September 2009, dem von Ruhollah Khomeini ausgerufenen al-Quds-Tag zur islamischen Befreiung Jerusalems. Omnibusse reihten sich aneinander, denn selbst aus der ärmlichen Peripherie der Städte wollten die Menschen an den Aufmärschen teilhaben. Mehdi Karroubi, Mir-Hossein Mousavi und Mohammad Khatami, die widerspenstigen Männer der Islamischen Republik, hatten versprochen, friedlich mit ihren Glaubensbrüdern zu marschieren. Nur Akbar Hashemi Rafsanjani, der systemimmanente Opponent Khameneis, der noch am al-Quds-Tag 2007 die Juden als einen „Schmerz im Nacken“ charakterisierte und die Shoah als eine Reaktion darauf (1), der noch am al-Quds-Tag 2001 kühl kalkulierte, dass eine einzige A-Bombe den „Kunststaat“ Israel gänzlich tilge, während der Schaden unter Muslimen berechenbar bliebe (2) wurde ausmanövriert und durfte, trotz alledem, nicht die Hauptpredigt in Teheran sprechen. (3) Dies tat nun Ahmad Khatami, ein frommer Herr ohne Partikularinteressen, der von Märtyrertum und dem seligen Vertrauen in den Klerus, von israelischer Leichenfledderei und dem Konzept der Islamischen Republik Palästina sprach. Vordem beschwor Mahmud Ahmadinejad in seiner Ansprache den al-Quds-Tag nicht nur als „den Tag der Einheit der iranischen Nation“, sondern überdies aller Nationen, nicht nur der muslimischen. Und: Die „Black Box des Holocaust“ müsse gelüftet werden. (4)
Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans, aber auch etwa in Isfahan, an diesem „Tag der Einheit der iranischen Nation“. Aus den Chassis dröhnte die Parole „Marg bar Israel“, „Tod Israel“, immer wieder, auf allen Straßen… 
Und aus der Masse an Menschen schlug es ihnen entgegen: „Tod den russischen und chinesischen Kollaborateuren des iranischen Regimes“, „Putin, Chávez, Nasrallah, ihr seid die wahren Feinde des Irans“ und „Weder Gaza (sprich: Hamas) noch der Libanon (Hezbollah), unser Leben für den Iran“. In der Masse auch Grüppchen von regimetreuen Männern und Frauen, letztere eingehüllt im Chador, deren schwächliches „Tod Israel“ dauernd gekontert wurde durch ein penetrantes „Marg bar Chin“ oder „Marg bar Russie“. Zugegeben, die Parolen muten nationalistisch an und sie verbürgen noch keinen materialistischen Begriff vom Antisemitismus und somit vom Staat gewordenen Selbstschutz der Juden: Israel. Doch dass die Abwehr der staatsorganisierten Projektion des Antisemitismus zum Inhalt einer Revolte wurde, ist ein historischer Bruch. Es spricht aus ihr zumindest die Ahnung der Malignität einer pathischen Projektion, die das eigene Leiden und Sterben im „unbefreiten“ al-Quds zu verewigen droht. Wo von Staats wegen die Frauen unter den Hijab gezwungen werden und bei außerehelicher Intimität der Tod droht, war unter den Revoltierenden für einen Moment die sexuelle Apartheid wie aufgehoben. Und wo Regimekritiker als „Mohareb“, das heißt als „Kriegsführende gegen Gott und seinen Propheten“, hingerichtet werden, rief man nach dem „Tod des Klerus“. Doch die Menschen, die revoltierten, um sich selbst wieder zu erwerben, zumindest nach den Kriterien eines bürgerlichen Subjekts, ohne im nächsten Moment die dem Kapitalverhältnis inhärente Krisenhaftigkeit der Subjektform antisemitisch auszusöhnen, blieben allein – so weit die Solidarität Vereinzelnder zu still blieb. 
Denn zugegen, selbst unter Freunden Israels, wurde dieses Begehren nach einem besseren Leben kaum gewürdigt. Man widmete sich höchstens den nächstmöglichen Herren des Irans, den Mousavis und Khatamis. Die Diskrepanz zwischen den Reformkhomeinisten und den Revoltierenden, die säkulare Parolen gegen die Islamische Republik riefen, wurde zumeist ignoriert. Dem al-Quds-Tag muss also nicht allein wegen seinem widerlichen Hass auf die Emanzipationsgewalt der Juden, den Staat Israel, entgegengetreten werden, sondern vor allem auch weil er von einem Regime organisiert wird, das noch zu Beginn des Jahres Menschen durch die Straße hetzte, die „Weder Gaza noch der Libanon, sondern Tunesien, Ägypten und der Iran“ riefen, die sich also um eine Assoziation antidespotischer Erhebungen bemühten und nicht um die der antizionistischen Rasereien. 
Während die Revoltierenden im Iran am 18. Sep. 2009 den staatsorganisierten Israelhass blamiert haben, ist den antiimperialistischen Ideologen die khomeinistische Kontrarevolution, also die faschistische Mobilisierung der Ausgebeuteten und Verächtlichten als Tugendterroristen und lebendiges Kriegsmaterial, noch stets der „Emanzipationsprozess der Volksklassen“(„jW“, 20.06.09) und so verteidigen sie bis heute das Regime gegen seine als „asozial“ denunzierten Feinde. Diese ideologische Flankierung der Islamischen Henkersrepublik ist Ausfluss einer ideologischen Spaltung von Herrschaft, die derselben fatalen Logik folgt – mit ähnlichen antisemitischen Konsequenzen – wie die Spaltung des Kapitalverhältnisses in Produktions- und Spekulationssphäre: die Herrschaft wird geteilt in eine wesensfremde vulgo imperialistische und in eine authentische, das heißt in die autochthone Herrschaft über die ‚Eigenen‘, die in dem Schwulst von der „nationalen Souveränität“ fetischisiert wird. So wird Ahmadinejad nach einer UN-Sitzung von 100 US-amerikanischen Antiimperialisten – unter ihnen der 66. Justizminister Ramsey Clark und die Kongressabgeordnete Cynthia McKinney – empfangen, um dem Regime zuzusprechen, authentischer Souverän des Irans zu sein, und so bemängelt die einstige Jugendzeitung des deutschen Staatskapitalismus, die „junge Welt“ aus Berlin, an Israel die Naturhaftigkeit und rühmt dagegen Ahmadinejad als „Führer der Habenichtse“. Während die als heiß und innig zelebrierte Bruderliebe des Hugo Chávez zu Ahmadinejad die politische wie militärisch-industrielle Komplizenschaft des bolivarischen Venezuelas mit der Islamischen Republik Iran camoufliert. 

Der Aufmarsch am al-Quds-Tag ist das einzige Ereignis in Europa, in dem die Islamische Republik Iran mit ihren hiesigen Repräsentanten die Diskretion ablegt, die sie bei Einladungen von Freunden aus Industrie und Politik bewahrt.Als Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, rufen wir auf zu Protest gegen den al-Quds-Tag in Berlin und anderswo.

Marg bar jomhuriye eslami! Marg bar asle velayat faqih!
Nieder mit der islamischen Republik! Tod der Herrschaft der Rechtsgelehrten!

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Wider den al-Quds-Tag!

 Ein Aufruf zur Solidarität mit den Revoltierenden im Iran 

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans am 18. September 2009, dem von Ruhollah Khomeini ausgerufenen al-Quds-Tag zur islamischen Befreiung Jerusalems. Omnibusse reihten sich aneinander, denn selbst aus der ärmlichen Peripherie der Städte wollten die Menschen an den Aufmärschen teilhaben. Mehdi Karroubi, Mir-Hossein Mousavi und Mohammad Khatami, die widerspenstigen Männer der Islamischen Republik, hatten versprochen, friedlich mit ihren Glaubensbrüdern zu marschieren. Nur Akbar Hashemi Rafsanjani, der systemimmanente Opponent Khameneis, der noch am al-Quds-Tag 2007 die Juden als einen „Schmerz im Nacken“ charakterisierte und die Shoah als eine Reaktion darauf (1), der noch am al-Quds-Tag 2001 kühl kalkulierte, dass eine einzige A-Bombe den „Kunststaat“ Israel gänzlich tilge, während der Schaden unter Muslimen berechenbar bliebe (2) wurde ausmanövriert und durfte, trotz alledem, nicht die Hauptpredigt in Teheran sprechen. (3) Dies tat nun Ahmad Khatami, ein frommer Herr ohne Partikularinteressen, der von Märtyrertum und dem seligen Vertrauen in den Klerus, von israelischer Leichenfledderei und dem Konzept der Islamischen Republik Palästina sprach. Vordem beschwor Mahmud Ahmadinejad in seiner Ansprache den al-Quds-Tag nicht nur als „den Tag der Einheit der iranischen Nation“, sondern überdies aller Nationen, nicht nur der muslimischen. Und: Die „Black Box des Holocaust“ müsse gelüftet werden. (4)

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans, aber auch etwa in Isfahan, an diesem „Tag der Einheit der iranischen Nation“. Aus den Chassis dröhnte die Parole „Marg bar Israel“, „Tod Israel“, immer wieder, auf allen Straßen…

Und aus der Masse an Menschen schlug es ihnen entgegen: „Tod den russischen und chinesischen Kollaborateuren des iranischen Regimes“, „Putin, Chávez, Nasrallah, ihr seid die wahren Feinde des Irans“ und „Weder Gaza (sprich: Hamas) noch der Libanon (Hezbollah), unser Leben für den Iran“. In der Masse auch Grüppchen von regimetreuen Männern und Frauen, letztere eingehüllt im Chador, deren schwächliches „Tod Israel“ dauernd gekontert wurde durch ein penetrantes „Marg bar Chin“ oder „Marg bar Russie“.  Zugegeben, die Parolen muten nationalistisch an und sie verbürgen noch keinen materialistischen Begriff vom Antisemitismus und somit vom Staat gewordenen Selbstschutz der Juden: Israel. Doch dass die Abwehr der staatsorganisierten Projektion des Antisemitismus zum Inhalt einer Revolte wurde, ist ein historischer Bruch. Es spricht aus ihr zumindest die Ahnung der Malignität einer pathischen Projektion, die das eigene Leiden und Sterben im „unbefreiten“ al-Quds zu verewigen droht. Wo von Staats wegen die Frauen unter den Hijab gezwungen werden und bei außerehelicher Intimität der Tod droht, war unter den Revoltierenden für einen Moment die sexuelle Apartheid wie aufgehoben. Und wo Regimekritiker als „Mohareb“, das heißt als „Kriegsführende gegen Gott und seinen Propheten“, hingerichtet werden, rief man nach dem „Tod des Klerus“. Doch die Menschen, die revoltierten, um sich selbst wieder zu erwerben, zumindest nach den Kriterien eines bürgerlichen Subjekts, ohne im nächsten Moment die dem Kapitalverhältnis inhärente Krisenhaftigkeit der Subjektform antisemitisch auszusöhnen, blieben allein – so weit die Solidarität Vereinzelnder zu still blieb.

Denn zugegen, selbst unter Freunden Israels, wurde dieses Begehren nach einem besseren Leben kaum gewürdigt. Man widmete sich höchstens den nächstmöglichen Herren des Irans, den Mousavis und Khatamis. Die Diskrepanz zwischen den Reformkhomeinisten und den Revoltierenden, die säkulare Parolen gegen die Islamische Republik riefen, wurde zumeist ignoriert. Dem al-Quds-Tag muss also nicht allein wegen seinem widerlichen Hass auf die Emanzipationsgewalt der Juden, den Staat Israel, entgegengetreten werden, sondern vor allem auch weil er von einem Regime organisiert wird, das noch zu Beginn des Jahres Menschen durch die Straße hetzte, die „Weder Gaza noch der Libanon, sondern Tunesien, Ägypten und der Iran“ riefen, die sich also um eine Assoziation antidespotischer Erhebungen bemühten und nicht um die der antizionistischen Rasereien.

Während die Revoltierenden im Iran am 18. Sep. 2009 den staatsorganisierten Israelhass blamiert haben, ist den antiimperialistischen Ideologen die khomeinistische Kontrarevolution, also die faschistische Mobilisierung der Ausgebeuteten und Verächtlichten als Tugendterroristen und lebendiges Kriegsmaterial, noch stets der „Emanzipationsprozess der Volksklassen“(„jW“, 20.06.09) und so verteidigen sie bis heute das Regime gegen seine als „asozial“ denunzierten Feinde. Diese ideologische Flankierung der Islamischen Henkersrepublik ist Ausfluss einer ideologischen Spaltung von Herrschaft, die derselben fatalen Logik folgt – mit ähnlichen antisemitischen Konsequenzen – wie die Spaltung des Kapitalverhältnisses in Produktions- und Spekulationssphäre: die Herrschaft wird geteilt in eine wesensfremde vulgo imperialistische und in eine authentische, das heißt in die autochthone Herrschaft über die ‚Eigenen‘, die in dem Schwulst von der „nationalen Souveränität“ fetischisiert wird. So wird Ahmadinejad nach einer UN-Sitzung von 100 US-amerikanischen Antiimperialisten – unter ihnen der 66. Justizminister Ramsey Clark und die Kongressabgeordnete Cynthia McKinney – empfangen, um dem Regime zuzusprechen, authentischer Souverän des Irans zu sein, und so bemängelt die einstige Jugendzeitung des deutschen Staatskapitalismus, die „junge Welt“ aus Berlin, an Israel die Naturhaftigkeit und rühmt dagegen Ahmadinejad als „Führer der Habenichtse“. Während die als heiß und innig zelebrierte Bruderliebe des Hugo Chávez zu Ahmadinejad die politische wie militärisch-industrielle Komplizenschaft des bolivarischen Venezuelas mit der Islamischen Republik Iran camoufliert.

Der Aufmarsch am al-Quds-Tag ist das einzige Ereignis in Europa, in dem die Islamische Republik Iran mit ihren hiesigen Repräsentanten die Diskretion ablegt, die sie bei Einladungen von Freunden aus Industrie und Politik bewahrt.Als Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, rufen wir auf zu Protest gegen den al-Quds-Tag in Berlin und anderswo. 

Marg bar jomhuriye eslami! Marg bar asle velayat faqih!
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