Getagged: Al Quds

Ferne Welten

Alternative für mürbe Mehrheiten

„Besser als ein Rock-Konzert”, behauptet die Partei im Nachhinein.  Beifall brandet auf, als der 1956 geborene Parteiführer Christoph R. Hörstel zum Abschluss des zweiten Bundesparteitags der Deutschen Mitte (DM) an sein Mikrofon tritt. Frenetischer Jubel… Mehr


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Fluchtgrund: Iran


PODIUMSDISKUSSION ZU IRAN & FLUCHT

  

Im Jahr 2015 hat der Iran über 700 Menschen hingerichtet, die zumeist wegen angeblicher Kooperation mit dem jüdischen Staat oder angeblichem Drogenschmuggel angeklagt wurdenAufgabe antirassistischer Praxis wäre es, sich mit den islamischen Herrschaftsmethoden auseinanderzusetzen, welche die Menschen zurichten. Oftmals würde es aber reichen, den Flüchtlingen zuzuhören: Eine Studie unter 3.000 befragten syrischen Flüchtlingen zeigt, dass 70 % vor dem Assad-Regime fliehen. 73 % der Befragten forderten ein Ende der Barrel-Bombs, 58 % die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien. 92% gaben an, dass Assad abtreten müsse. Irakische oder syrische Flüchtlinge fliehen also nicht bloß vor dem Islamischen Staat,
sondern auch vor dem Einfluss des iranischen Regimes
.



Fluchtgrund: Iran
Podiumsdiskussion
Moderation:   Ljiljana Radonic
Referat I:        David Kirsch
Referat II:       Florian Markl
Download: Vortragstext (PDF)


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Wider den Al-Quds-Tag in Wien!

“Derselbe Kampf” (1)

Im Jahr 1979 erklärte der politische und geistige Führer der Islamischen Revolution im Iran Ayatollah Khomeini den letzten Freitag im Monat Ramadan zum internationalen Kampftag zur „Befreiung“ von Al-Quds (arab. Jerusalem). An diesem „Al-Quds-Tag“ sollten fortan die Muslime weltweit gegen die Existenz des jüdischen Staates demonstrieren. Und so veranstaltet die iranische Staatsführung an diesem Tag jährlich eine zentrale Kundgebung in Teheran, die libanesische Terrororganisation Hizbollah eine Militärparade in Beirut und von Jalalalbad bis Jakarta und von Berlin bis Brüssel und von Kairo bis Quetta finden Demonstrationen statt, auf denen die Vernichtung Israels gefordert wird.

Seit einigen Jahren demonstrieren auch in der Wiener Innenstadt Unterstützer des iranischen Regimes sämtlicher Couleur, also muslimische Hisbollah-Sympathisanten, linke Antisemiten und vereinzelt auch Neonazis und bekunden ihre Solidarität mit dem antisemitischen Vernichtungswunsch des iranischen Regime.

Das Bündnis “Gegen den Al Quds Tag”, das sich vordererst formiert hat um praktische Kritik und Aufklärungsarbeit zu betreiben, besteht aus verschiedenen Gruppen, die allesamt einen antifaschistischen, israelsolidarischen Minimalkonsens tragen und diesen mit einer Solidarität mit den iranischen Revoltierenden zum Zwecke des Sturzes des islamfaschistischen Regimes verstanden wissen wollen. Gemeinsam werden wir am 2. August gegen die antisemitische Hetze des internationalen Al Quds Tags und gegen jegliche Geschäfte mit der Diktatur der bärtigen Männer demonstrieren, wissentlich, dass jeder Deal mit den Mullahs, nichts als eine Legimitation ihrer Macht bedeutet, eine Legitimation, die sie in weiten Teilen der Bevölkerung schon längst verloren hat.

Das bleibende Verdienst hunderttausender Iranerinnen und Iraner ist, dass sie das Regime seit Jahren offen herausfordern und ihre Wut über die jahrzehntelange Terrorisierung durch religiöse und staatliche Autoritäten offen aussprachen. In zahllosen Internetvideos konnte man Zeuge außerordentlichen Mutes werden und beobachten, wie Demonstranten unverblümt, unverschämt und unbeeindruckt von der möglichen Androhung körperlicher und psychischer Gewalt durch die Tugendwächter, ein Ende der religiösen Diktatur forderten, man konnte Zeuge werden, wie sich Frauen ohne den demütigenden Schleier auf die Straße trauten und Unbewaffnete sich teils effektiv gegen die Milizen des Regimes zur Wehr setzten.
Sollte wider Erwarten, die Opposition im Iran doch noch irgendwann das Regime stürzen können , würde dies aller Voraussicht nach das Ende der islamischen Republik bedeuten, einer frauenfeindlichen, antisemitischen und terroristischen Diktatur. Bisher beginnen immer mehr Iraner (zumindest schien es so bis zur aktuellen Wahl) zu begreifen, dass die islamische Republik nicht reformierbar ist und dass sie mit dem ganzen System aufräumen müssen, wenn sie besser leben wollen als bisher. Die kulturrelativistische Vorstellung, bloß weil jemand aus einem Land mit islamischer Bevölkerungsmehrheit komme, verdiene er oder sie nichts besseres als ein Leben unter der Fuchtel irgendwelcher religiösen Führer, ist durch die Ereignisse der letzten Woche für jeden sichtbar als blanke Lüge entlarvt worden.
Ein freudiges Ereignis wäre die Abschaffung der Mullah-Diktatur aber nicht nur für die Iraner selbst.
Aufatmen könnte auch Israel, weil im Falle eines Sturzes der Mullah-Diktatur die vom Iran ausgerüsteten Terrorarmeen Hamas und Hisbollah plötzlich auf sich allein gestellt wären und
zugleich der Weg zu einer Verhandlungslösung über das iranische Atomprogramm offen wäre, was mit dem jetzigen Regime ausgeschlossen ist.

Da die Islamische “Republik” ständig Israel als Drahtzieher hinter Revolten ausmacht, „eine Welt ohne Zionismus“ zu ihrem letzten Ziel erklärt, jeden Protest mit Israel identifiziert und – wie frühere Regierungen auch – Hezbollahis aus dem Libanon zur Aufstandsbekämpfung im Iran einsetzt, bedeutet das Festhalten an der Gegnerschaft zum Regime zwangsläufig, sich gegen die antizionistische Propaganda stellen zu müssen. Dass dies tatsächlich geschieht, und nicht nur vereinzelt, sondern massenhaft, zeigte sich am al-Quds-Tag 2009, als die Parole „Tod Israel“, die aus den Regierungslautsprechern schallte, nicht wiederholt, sondern demonstrativ zurückgewiesen wurde und eine ausdrückliche Entsolidarisierung von Hamas
und Hezbollah stattfand.

Der Antizionismus ist die offizielle Staatsideologie des Iran, alle Aggressionen – und zwar nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, beispielsweise die Verfolgung der Bahai-Minderheit, werden mit der Feindschaft zu Israel begründet. Wer sich dem Regime entgegen stellt oder sich nicht sittenkonform verhält, gilt als Agent des Zionismus und muss dementsprechend eliminiert werden. Man weiß nicht, wieviele iranischen Protestierenden darüber Bescheid wissen, dass die Feinde Israels auch die Feinde der Freiheit der Iraner sind. Fest steht jedoch: Erst wenn die Protestbewegung begreift, dass der antisemitische Antizionismus das Zentrum der iranischen Staatsideologie ist, kann der Kampf der iranischen Revoltierenden als auch der Kampf des Judenstaates, der “derselbe Kampf” ist, erfolgreich sein.

Gegen den Al-Quds-Tag in Wien! Keine Bühne dem iranischen Regime!
Margbar jomhurriye eslami! Nieder mit der islamischen Republik!
Margbar valayat-e-faqih! Nieder mit der Herrschaft des Klerus!
Hambastegi wa Israel! Solidarität mit Israel!

همبستگی با اسرائیل!
کردن با جمهوری اسلامی!


http://www.gegendenalqudstagwien.wordpress.com/

(1) http://www.gwg-koeln.org/texte/20090805.html


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Wider den Al-Quds-Tag in Wien!

“Derselbe Kampf” (1)

Im Jahr 1979 erklärte der politische und geistige Führer der Islamischen Revolution im Iran Ayatollah Khomeini den letzten Freitag im Monat Ramadan zum internationalen Kampftag zur „Befreiung“ von Al-Quds (arab. Jerusalem). An diesem „Al-Quds-Tag“ sollten fortan die Muslime weltweit gegen die Existenz des jüdischen Staates demonstrieren. Und so veranstaltet die iranische Staatsführung an diesem Tag jährlich eine zentrale Kundgebung in Teheran, die libanesische Terrororganisation Hizbollah eine Militärparade in Beirut und von Jalalalbad bis Jakarta und von Berlin bis Brüssel und von Kairo bis Quetta finden Demonstrationen statt, auf denen die Vernichtung Israels gefordert wird.

Seit einigen Jahren demonstrieren auch in der Wiener Innenstadt Unterstützer des iranischen Regimes sämtlicher Couleur, also muslimische Hisbollah-Sympathisanten, linke Antisemiten und vereinzelt auch Neonazis und bekunden ihre Solidarität mit dem antisemitischen Vernichtungswunsch des iranischen Regime.

Das Bündnis “Gegen den Al Quds Tag”, das sich vordererst formiert hat um praktische Kritik und Aufklärungsarbeit zu betreiben, besteht aus verschiedenen Gruppen, die allesamt einen antifaschistischen, israelsolidarischen Minimalkonsens tragen und diesen mit einer Solidarität mit den iranischen Revoltierenden zum Zwecke des Sturzes des islamfaschistischen Regimes verstanden wissen wollen. Gemeinsam werden wir am 2. August gegen die antisemitische Hetze des internationalen Al Quds Tags und gegen jegliche Geschäfte mit der Diktatur der bärtigen Männer demonstrieren, wissentlich, dass jeder Deal mit den Mullahs, nichts als eine Legimitation ihrer Macht bedeutet, eine Legitimation, die sie in weiten Teilen der Bevölkerung schon längst verloren hat.

Das bleibende Verdienst hunderttausender Iranerinnen und Iraner ist, dass sie das Regime seit Jahren offen herausfordern und ihre Wut über die jahrzehntelange Terrorisierung durch religiöse und staatliche Autoritäten offen aussprachen. In zahllosen Internetvideos konnte man Zeuge außerordentlichen Mutes werden und beobachten, wie Demonstranten unverblümt, unverschämt und unbeeindruckt von der möglichen Androhung körperlicher und psychischer Gewalt durch die Tugendwächter, ein Ende der religiösen Diktatur forderten, man konnte Zeuge werden, wie sich Frauen ohne den demütigenden Schleier auf die Straße trauten und Unbewaffnete sich teils effektiv gegen die Milizen des Regimes zur Wehr setzten.
Sollte wider Erwarten, die Opposition im Iran doch noch irgendwann das Regime stürzen können , würde dies aller Voraussicht nach das Ende der islamischen Republik bedeuten, einer frauenfeindlichen, antisemitischen und terroristischen Diktatur. Bisher beginnen immer mehr Iraner (zumindest schien es so bis zur aktuellen Wahl) zu begreifen, dass die islamische Republik nicht reformierbar ist und dass sie mit dem ganzen System aufräumen müssen, wenn sie besser leben wollen als bisher. Die kulturrelativistische Vorstellung, bloß weil jemand aus einem Land mit islamischer Bevölkerungsmehrheit komme, verdiene er oder sie nichts besseres als ein Leben unter der Fuchtel irgendwelcher religiösen Führer, ist durch die Ereignisse der letzten Woche für jeden sichtbar als blanke Lüge entlarvt worden.
Ein freudiges Ereignis wäre die Abschaffung der Mullah-Diktatur aber nicht nur für die Iraner selbst.
Aufatmen könnte auch Israel, weil im Falle eines Sturzes der Mullah-Diktatur die vom Iran ausgerüsteten Terrorarmeen Hamas und Hisbollah plötzlich auf sich allein gestellt wären und
zugleich der Weg zu einer Verhandlungslösung über das iranische Atomprogramm offen wäre, was mit dem jetzigen Regime ausgeschlossen ist.

Da die Islamische “Republik” ständig Israel als Drahtzieher hinter Revolten ausmacht, „eine Welt ohne Zionismus“ zu ihrem letzten Ziel erklärt, jeden Protest mit Israel identifiziert und – wie frühere Regierungen auch – Hezbollahis aus dem Libanon zur Aufstandsbekämpfung im Iran einsetzt, bedeutet das Festhalten an der Gegnerschaft zum Regime zwangsläufig, sich gegen die antizionistische Propaganda stellen zu müssen. Dass dies tatsächlich geschieht, und nicht nur vereinzelt, sondern massenhaft, zeigte sich am al-Quds-Tag 2009, als die Parole „Tod Israel“, die aus den Regierungslautsprechern schallte, nicht wiederholt, sondern demonstrativ zurückgewiesen wurde und eine ausdrückliche Entsolidarisierung von Hamas
und Hezbollah stattfand.

Der Antizionismus ist die offizielle Staatsideologie des Iran, alle Aggressionen – und zwar nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, beispielsweise die Verfolgung der Bahai-Minderheit, werden mit der Feindschaft zu Israel begründet. Wer sich dem Regime entgegen stellt oder sich nicht sittenkonform verhält, gilt als Agent des Zionismus und muss dementsprechend eliminiert werden. Man weiß nicht, wieviele iranischen Protestierenden darüber Bescheid wissen, dass die Feinde Israels auch die Feinde der Freiheit der Iraner sind. Fest steht jedoch: Erst wenn die Protestbewegung begreift, dass der antisemitische Antizionismus das Zentrum der iranischen Staatsideologie ist, kann der Kampf der iranischen Revoltierenden als auch der Kampf des Judenstaates, der “derselbe Kampf” ist, erfolgreich sein.

Gegen den Al-Quds-Tag in Wien! Keine Bühne dem iranischen Regime!
Margbar jomhurriye eslami! Nieder mit der islamischen Republik!
Margbar valayat-e-faqih! Nieder mit der Herrschaft des Klerus!
Hambastegi wa Israel! Solidarität mit Israel!

همبستگی با اسرائیل!
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(1) http://www.gwg-koeln.org/texte/20090805.html


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Audioarchiv

Arabischer Nationalismus …

…, Antisemitismus und die Auslandspropaganda der Nationalsozialisten
Etwas verspätet: Das Bündnis gegen den Al Quds-Tag in Berlin stellt einen sehr informativen Vortrag über die Beziehungen der Nationalsozialisten zu Kollaborateuren in arabischen Ländern zur Verfügung, der am 24.08.2011 im Rahmen der Mobilisierung gegen den Al Quds-Tag in Berlin gehalten wurde. Darin gibt Hannes Bode zunächst einen sehr […]


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Wider den al-Quds-Tag!

 Ein Aufruf zur Solidarität mit den Revoltierenden im Iran 

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans am 18. September 2009, dem von Ruhollah Khomeini ausgerufenen al-Quds-Tag zur islamischen Befreiung Jerusalems. Omnibusse reihten sich aneinander, denn selbst aus der ärmlichen Peripherie der Städte wollten die Menschen an den Aufmärschen teilhaben. Mehdi Karroubi, Mir-Hossein Mousavi und Mohammad Khatami, die widerspenstigen Männer der Islamischen Republik, hatten versprochen, friedlich mit ihren Glaubensbrüdern zu marschieren. Nur Akbar Hashemi Rafsanjani, der systemimmanente Opponent Khameneis, der noch am al-Quds-Tag 2007 die Juden als einen „Schmerz im Nacken“ charakterisierte und die Shoah als eine Reaktion darauf (1), der noch am al-Quds-Tag 2001 kühl kalkulierte, dass eine einzige A-Bombe den „Kunststaat“ Israel gänzlich tilge, während der Schaden unter Muslimen berechenbar bliebe (2) wurde ausmanövriert und durfte, trotz alledem, nicht die Hauptpredigt in Teheran sprechen. (3) Dies tat nun Ahmad Khatami, ein frommer Herr ohne Partikularinteressen, der von Märtyrertum und dem seligen Vertrauen in den Klerus, von israelischer Leichenfledderei und dem Konzept der Islamischen Republik Palästina sprach. Vordem beschwor Mahmud Ahmadinejad in seiner Ansprache den al-Quds-Tag nicht nur als „den Tag der Einheit der iranischen Nation“, sondern überdies aller Nationen, nicht nur der muslimischen. Und: Die „Black Box des Holocaust“ müsse gelüftet werden. (4)
Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans, aber auch etwa in Isfahan, an diesem „Tag der Einheit der iranischen Nation“. Aus den Chassis dröhnte die Parole „Marg bar Israel“, „Tod Israel“, immer wieder, auf allen Straßen… 
Und aus der Masse an Menschen schlug es ihnen entgegen: „Tod den russischen und chinesischen Kollaborateuren des iranischen Regimes“, „Putin, Chávez, Nasrallah, ihr seid die wahren Feinde des Irans“ und „Weder Gaza (sprich: Hamas) noch der Libanon (Hezbollah), unser Leben für den Iran“. In der Masse auch Grüppchen von regimetreuen Männern und Frauen, letztere eingehüllt im Chador, deren schwächliches „Tod Israel“ dauernd gekontert wurde durch ein penetrantes „Marg bar Chin“ oder „Marg bar Russie“. Zugegeben, die Parolen muten nationalistisch an und sie verbürgen noch keinen materialistischen Begriff vom Antisemitismus und somit vom Staat gewordenen Selbstschutz der Juden: Israel. Doch dass die Abwehr der staatsorganisierten Projektion des Antisemitismus zum Inhalt einer Revolte wurde, ist ein historischer Bruch. Es spricht aus ihr zumindest die Ahnung der Malignität einer pathischen Projektion, die das eigene Leiden und Sterben im „unbefreiten“ al-Quds zu verewigen droht. Wo von Staats wegen die Frauen unter den Hijab gezwungen werden und bei außerehelicher Intimität der Tod droht, war unter den Revoltierenden für einen Moment die sexuelle Apartheid wie aufgehoben. Und wo Regimekritiker als „Mohareb“, das heißt als „Kriegsführende gegen Gott und seinen Propheten“, hingerichtet werden, rief man nach dem „Tod des Klerus“. Doch die Menschen, die revoltierten, um sich selbst wieder zu erwerben, zumindest nach den Kriterien eines bürgerlichen Subjekts, ohne im nächsten Moment die dem Kapitalverhältnis inhärente Krisenhaftigkeit der Subjektform antisemitisch auszusöhnen, blieben allein – so weit die Solidarität Vereinzelnder zu still blieb. 
Denn zugegen, selbst unter Freunden Israels, wurde dieses Begehren nach einem besseren Leben kaum gewürdigt. Man widmete sich höchstens den nächstmöglichen Herren des Irans, den Mousavis und Khatamis. Die Diskrepanz zwischen den Reformkhomeinisten und den Revoltierenden, die säkulare Parolen gegen die Islamische Republik riefen, wurde zumeist ignoriert. Dem al-Quds-Tag muss also nicht allein wegen seinem widerlichen Hass auf die Emanzipationsgewalt der Juden, den Staat Israel, entgegengetreten werden, sondern vor allem auch weil er von einem Regime organisiert wird, das noch zu Beginn des Jahres Menschen durch die Straße hetzte, die „Weder Gaza noch der Libanon, sondern Tunesien, Ägypten und der Iran“ riefen, die sich also um eine Assoziation antidespotischer Erhebungen bemühten und nicht um die der antizionistischen Rasereien. 
Während die Revoltierenden im Iran am 18. Sep. 2009 den staatsorganisierten Israelhass blamiert haben, ist den antiimperialistischen Ideologen die khomeinistische Kontrarevolution, also die faschistische Mobilisierung der Ausgebeuteten und Verächtlichten als Tugendterroristen und lebendiges Kriegsmaterial, noch stets der „Emanzipationsprozess der Volksklassen“(„jW“, 20.06.09) und so verteidigen sie bis heute das Regime gegen seine als „asozial“ denunzierten Feinde. Diese ideologische Flankierung der Islamischen Henkersrepublik ist Ausfluss einer ideologischen Spaltung von Herrschaft, die derselben fatalen Logik folgt – mit ähnlichen antisemitischen Konsequenzen – wie die Spaltung des Kapitalverhältnisses in Produktions- und Spekulationssphäre: die Herrschaft wird geteilt in eine wesensfremde vulgo imperialistische und in eine authentische, das heißt in die autochthone Herrschaft über die ‚Eigenen‘, die in dem Schwulst von der „nationalen Souveränität“ fetischisiert wird. So wird Ahmadinejad nach einer UN-Sitzung von 100 US-amerikanischen Antiimperialisten – unter ihnen der 66. Justizminister Ramsey Clark und die Kongressabgeordnete Cynthia McKinney – empfangen, um dem Regime zuzusprechen, authentischer Souverän des Irans zu sein, und so bemängelt die einstige Jugendzeitung des deutschen Staatskapitalismus, die „junge Welt“ aus Berlin, an Israel die Naturhaftigkeit und rühmt dagegen Ahmadinejad als „Führer der Habenichtse“. Während die als heiß und innig zelebrierte Bruderliebe des Hugo Chávez zu Ahmadinejad die politische wie militärisch-industrielle Komplizenschaft des bolivarischen Venezuelas mit der Islamischen Republik Iran camoufliert. 

Der Aufmarsch am al-Quds-Tag ist das einzige Ereignis in Europa, in dem die Islamische Republik Iran mit ihren hiesigen Repräsentanten die Diskretion ablegt, die sie bei Einladungen von Freunden aus Industrie und Politik bewahrt.Als Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, rufen wir auf zu Protest gegen den al-Quds-Tag in Berlin und anderswo.

Marg bar jomhuriye eslami! Marg bar asle velayat faqih!
Nieder mit der islamischen Republik! Tod der Herrschaft der Rechtsgelehrten!

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Wider den al-Quds-Tag!

 Ein Aufruf zur Solidarität mit den Revoltierenden im Iran 

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans am 18. September 2009, dem von Ruhollah Khomeini ausgerufenen al-Quds-Tag zur islamischen Befreiung Jerusalems. Omnibusse reihten sich aneinander, denn selbst aus der ärmlichen Peripherie der Städte wollten die Menschen an den Aufmärschen teilhaben. Mehdi Karroubi, Mir-Hossein Mousavi und Mohammad Khatami, die widerspenstigen Männer der Islamischen Republik, hatten versprochen, friedlich mit ihren Glaubensbrüdern zu marschieren. Nur Akbar Hashemi Rafsanjani, der systemimmanente Opponent Khameneis, der noch am al-Quds-Tag 2007 die Juden als einen „Schmerz im Nacken“ charakterisierte und die Shoah als eine Reaktion darauf (1), der noch am al-Quds-Tag 2001 kühl kalkulierte, dass eine einzige A-Bombe den „Kunststaat“ Israel gänzlich tilge, während der Schaden unter Muslimen berechenbar bliebe (2) wurde ausmanövriert und durfte, trotz alledem, nicht die Hauptpredigt in Teheran sprechen. (3) Dies tat nun Ahmad Khatami, ein frommer Herr ohne Partikularinteressen, der von Märtyrertum und dem seligen Vertrauen in den Klerus, von israelischer Leichenfledderei und dem Konzept der Islamischen Republik Palästina sprach. Vordem beschwor Mahmud Ahmadinejad in seiner Ansprache den al-Quds-Tag nicht nur als „den Tag der Einheit der iranischen Nation“, sondern überdies aller Nationen, nicht nur der muslimischen. Und: Die „Black Box des Holocaust“ müsse gelüftet werden. (4)

Zu Hunderttausenden bewegten sie sich auf den Straßen Teherans, aber auch etwa in Isfahan, an diesem „Tag der Einheit der iranischen Nation“. Aus den Chassis dröhnte die Parole „Marg bar Israel“, „Tod Israel“, immer wieder, auf allen Straßen…

Und aus der Masse an Menschen schlug es ihnen entgegen: „Tod den russischen und chinesischen Kollaborateuren des iranischen Regimes“, „Putin, Chávez, Nasrallah, ihr seid die wahren Feinde des Irans“ und „Weder Gaza (sprich: Hamas) noch der Libanon (Hezbollah), unser Leben für den Iran“. In der Masse auch Grüppchen von regimetreuen Männern und Frauen, letztere eingehüllt im Chador, deren schwächliches „Tod Israel“ dauernd gekontert wurde durch ein penetrantes „Marg bar Chin“ oder „Marg bar Russie“.  Zugegeben, die Parolen muten nationalistisch an und sie verbürgen noch keinen materialistischen Begriff vom Antisemitismus und somit vom Staat gewordenen Selbstschutz der Juden: Israel. Doch dass die Abwehr der staatsorganisierten Projektion des Antisemitismus zum Inhalt einer Revolte wurde, ist ein historischer Bruch. Es spricht aus ihr zumindest die Ahnung der Malignität einer pathischen Projektion, die das eigene Leiden und Sterben im „unbefreiten“ al-Quds zu verewigen droht. Wo von Staats wegen die Frauen unter den Hijab gezwungen werden und bei außerehelicher Intimität der Tod droht, war unter den Revoltierenden für einen Moment die sexuelle Apartheid wie aufgehoben. Und wo Regimekritiker als „Mohareb“, das heißt als „Kriegsführende gegen Gott und seinen Propheten“, hingerichtet werden, rief man nach dem „Tod des Klerus“. Doch die Menschen, die revoltierten, um sich selbst wieder zu erwerben, zumindest nach den Kriterien eines bürgerlichen Subjekts, ohne im nächsten Moment die dem Kapitalverhältnis inhärente Krisenhaftigkeit der Subjektform antisemitisch auszusöhnen, blieben allein – so weit die Solidarität Vereinzelnder zu still blieb.

Denn zugegen, selbst unter Freunden Israels, wurde dieses Begehren nach einem besseren Leben kaum gewürdigt. Man widmete sich höchstens den nächstmöglichen Herren des Irans, den Mousavis und Khatamis. Die Diskrepanz zwischen den Reformkhomeinisten und den Revoltierenden, die säkulare Parolen gegen die Islamische Republik riefen, wurde zumeist ignoriert. Dem al-Quds-Tag muss also nicht allein wegen seinem widerlichen Hass auf die Emanzipationsgewalt der Juden, den Staat Israel, entgegengetreten werden, sondern vor allem auch weil er von einem Regime organisiert wird, das noch zu Beginn des Jahres Menschen durch die Straße hetzte, die „Weder Gaza noch der Libanon, sondern Tunesien, Ägypten und der Iran“ riefen, die sich also um eine Assoziation antidespotischer Erhebungen bemühten und nicht um die der antizionistischen Rasereien.

Während die Revoltierenden im Iran am 18. Sep. 2009 den staatsorganisierten Israelhass blamiert haben, ist den antiimperialistischen Ideologen die khomeinistische Kontrarevolution, also die faschistische Mobilisierung der Ausgebeuteten und Verächtlichten als Tugendterroristen und lebendiges Kriegsmaterial, noch stets der „Emanzipationsprozess der Volksklassen“(„jW“, 20.06.09) und so verteidigen sie bis heute das Regime gegen seine als „asozial“ denunzierten Feinde. Diese ideologische Flankierung der Islamischen Henkersrepublik ist Ausfluss einer ideologischen Spaltung von Herrschaft, die derselben fatalen Logik folgt – mit ähnlichen antisemitischen Konsequenzen – wie die Spaltung des Kapitalverhältnisses in Produktions- und Spekulationssphäre: die Herrschaft wird geteilt in eine wesensfremde vulgo imperialistische und in eine authentische, das heißt in die autochthone Herrschaft über die ‚Eigenen‘, die in dem Schwulst von der „nationalen Souveränität“ fetischisiert wird. So wird Ahmadinejad nach einer UN-Sitzung von 100 US-amerikanischen Antiimperialisten – unter ihnen der 66. Justizminister Ramsey Clark und die Kongressabgeordnete Cynthia McKinney – empfangen, um dem Regime zuzusprechen, authentischer Souverän des Irans zu sein, und so bemängelt die einstige Jugendzeitung des deutschen Staatskapitalismus, die „junge Welt“ aus Berlin, an Israel die Naturhaftigkeit und rühmt dagegen Ahmadinejad als „Führer der Habenichtse“. Während die als heiß und innig zelebrierte Bruderliebe des Hugo Chávez zu Ahmadinejad die politische wie militärisch-industrielle Komplizenschaft des bolivarischen Venezuelas mit der Islamischen Republik Iran camoufliert.

Der Aufmarsch am al-Quds-Tag ist das einzige Ereignis in Europa, in dem die Islamische Republik Iran mit ihren hiesigen Repräsentanten die Diskretion ablegt, die sie bei Einladungen von Freunden aus Industrie und Politik bewahrt.Als Geste der Solidarität mit den Revoltierenden im Iran und in der Hoffnung, dass die Friedhofsruhe aus Hinrichtungen, Folterungen und Tugendterrorismus ehest endet, rufen wir auf zu Protest gegen den al-Quds-Tag in Berlin und anderswo. 

Marg bar jomhuriye eslami! Marg bar asle velayat faqih!
Nieder mit der islamischen Republik! Tod der Herrschaft der Rechtsgelehrten!

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