Getagged: Moderne

SonntagsGesellschaft

Kurze Empfehlung: Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa

Weil nicht immer Zeit für eine detaillierte Auseinandersetzung ist und auf starke Texte, die durchaus für sich selbst sprechen, doch hingewiesen werden soll, werden in der Sonntagsgesellschaft in Zukunft immer mal wieder kurze Empfehlungen zu Romanen erscheinen, bei denen es zu einem Artikel (noch?) nicht ganz gereicht hat. Heute: Das grüne Haus von Mario Vargas […]

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Von Aufklärung und Barbarei in der Karibik

Alejo Carpentiers Explosion in der Kathedrale („El sieclo del Luz“) Über Explosion in der Kathedrale von Alejo Carpentier schreibt ein Amazonrezensent: „Der Text rechnet sehr scharf mit den utopischen Ideen des Sozialismus ab, eine Anspielung auf die Situation im Heimatland Kuba des Autors“. Das wäre an sich nicht weiter bemerkenswert, reihte es sich nicht in […]

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Wolkenatlas/Cloud Atlas – vom Quartett zum Film

Als ich mich nach längerem Ringen dann doch dazu entschloss, mir einmal David Mitchels Der Wolkenatlas zu Gemüte zu führen, befürchtete ich schon halb eine ähnliche Enttäuschung wie im Falle von David Foster Wallaces Unendlicher Spaß. Ein heftig gehyptes Werk mit dezidiert als postmodern angepriesener Erzählweise, dazu noch ein Film mit durchwachsenem Ruf, ein hastig […]

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Unendliche Langeweile. Der definitive David Foster Wallace – Verriss

„Er fieberträumte von dunklen gewunden Sturmwolken, die sich dunkel wanden…“ I – Die gebrochene Form Die Gründe dafür, dass Kompositionen in Wort, Bild und Ton seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zunehmend komplexer und formal gebrochener werden, dürften dem interessierten Laien bekannt sein: Eine nach Luhmann formal immer ausdifferenziertere Gesellschaft, eine zunehmend unüberschaubare Welt, die […]

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Kein Interesse an Religion – Eine Breitseite auf Neil Gaiman’s American Gods

So richtig warm bin ich mit dem hoch gelobten Schriftsteller Neil Gaiman noch nicht geworden. Sein The Graveyard Book wirkte auf mich arg konstruiert, als habe sich jemand überlegt, wie man die Parabel des Dschungelbuch bei jungen Leuten, die auf Zombies und Vampire stehen, vielleicht doch noch einmal fruchtbar machen könnte, wobei alles über Bord […]

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Sorry, Herr Grass

Die Currywurst, oder “Schlimmer geht immer”. Von allen Entschuldungspamphleten, die die deutschsprachige Vergangenheitsbewältigungsliteratur hervorgebracht hat, ist Uwe Timms Die Entdeckung der Currywurst womöglich das erbärmlichste. Der Text kommt literarisch wie geschichtsphilosophisch dermaßen unbedarft daher, dass man sich bemüßigt fühlt SS-Günni Grass, Keulenmartin Walser, Böll und all den anderen förmliche Entschuldigungen für früherer Kritiken zukommen zu […]

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Buchempfehlung: El Acoso von Alejo Carpentier

Mit El Acoso von Alejo Carpentier verbindet mich eine besondere Beziehung. Die kleine Novelle ergatterte ich auf einen Bücherflohmarkt in den Ramblas von Barcelona, wo ich vor vielen Jahren trampend hingelangte. Ich verschlang die Geschichte auf dem Rückweg, wobei sie sich mit all den Eindrücken der lebhaften Großstadt vermischte, und vergaß – das macht die […]

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Die Schlafwandler von Hermann Broch

Hörempfehlung zu Silvester/Neujahr Hermann Brochs mittlerweile beinahe vergessenen Roman, der die Zeit von der Jahrhundertwende bis Ende des Ersten Weltkriegs vielschichtig nachvollzieht, dabei ein gutes Gespür für jene Geisteshaltungen beweisend, die später den Nationalsozialismus möglich machen, gibt es passend zum Jahreswechsel zwischen den beiden großen „Gedenkjahren“ als kostenlose Hörspielbearbeitung im Pool des bayerischen Rundfunks. Der […]

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„Man muss“ – Peter Kurzeck und der stumme Zwang der Verhältnisse.

Zum ersten Todestag. Vor einem guten Jahr ist mit Peter Kurzeck einer der konsequentesten deutschsprachigen Nachkriegsschriftsteller verstorben. Einer, der sich nicht dem mitleidheischenden Gejammer der Trümmerliteraten anschloss, der keine Stunde Null beschwor, der stattdessen an die erzählerischen Leistungen der europäischen Moderne anknüpfte und Wege suchte die Welt des so genannten Wirtschaftswunders, ihre Schattenseiten, ihre Schattenwirtschaften, […]

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Der ewig-pubertäre Herr Nabokov

Sein Ringen um Deutungshoheit über das eigene Werk Wenig steht dem überaus möglichen Werk so sehr im Wege wie das Genie, das sich zu sehr als solches begreift. Das Paradebeispiel Nietzsche, so von sich eingenommen, dass er weder bereit ist, seine widersprüchlichen und empirisch oft mehr als fragwürdigem Thesen dem nachträglichen Ruf Georges zu unterwerfen, […]

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Kurze Empfehlung: Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa

Weil nicht immer Zeit für eine detaillierte Auseinandersetzung ist und auf starke Texte, die durchaus für sich selbst sprechen, doch hingewiesen werden soll, werden in der Sonntagsgesellschaft in Zukunft immer mal wieder kurze Empfehlungen zu Romanen erscheinen, bei denen es zu einem Artikel (noch?) nicht ganz gereicht hat. Heute: Das grüne Haus von Mario Vargas […]

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Moderner Mythos, Mythos der Moderne

Gedanken zu Kafkas Verwandlung Kafkas Verwandlung habe ich irgendwann in der Schule zum ersten und einzigen Mal gelesen. Nun nehme ich sie mir zum zweiten Mal vor und stelle fest: ich kenne noch jedes Handlungselement, viele zentrale Sätze, die gesamte Erzählung. Das kann nicht von der ersten Lektüre herrühren, vergleiche ichs mit anderen prägenden Leseerfahrungen, […]

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Hundert Jahre Einsamkeit

Und weiteres zum Tode von Gabriel García Márquez Jetzt ist also auch noch Gabriel García Márquez gestorben. Seine Hundert Jahre Einsamkeit waren vor etwa zehn Jahren einer der ersten Romane, die mich darauf gestoßen haben wie man auch schreiben kann. Dass es Ordnung in dem geben kann, was als Chaos erscheint, und dass Zurückhaltung, vordergründige […]

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Gespräch in der ‘Kathedrale’ von Mario Vargas Llosa

Der “Totale Roman”, und wie er Gesellschaft zu begreifen sucht Dass ein Romanschriftstellers es unternimmt in seinem Werk ein möglichst umfassendes Gemälde seiner Zeit und Gesellschaft zu zeichnen ist ziemlich aus der Mode gekommen. Kaum noch jemand käme auf die Idee zu versuchen in Romanen die gesamte Commedie Humaine zu begreifen wie Balzac oder später […]