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Citizenfour March 3, 2017 | 11:57 am

Ein nicht ganz aktueller doch trotzdem wichtiger Film, der zeigt in welchem Ausmaß staatliche Kontrolle, Überwachung, Speicherung unserer Kommunikation und Datenströme stattfindet ist Citizenfour.

citizenfour-german-subtitle-www_youtube_com_watch_v00cbm9m5ruiEs ist ein persönliches und spannendes Dokument (mit einigen Preisen versehen, siehe z.B. IMDB.com), welches die Aktivitäten des NSA und dessen vormaligen Mitarbeiter Edward Snowden beleuchtet – ohne dabei zu verschweigen, dass es diesem vor allem um den institutionellen Bruch der Gesetze und Menschenrechte ging. Der Film zeigt die ersten Kontakte von Snowden zu Journalisten und dessen Schilderungen des alltäglichen Geschäft als Mitarbeiter des NSA. Er ist die Antwort auf die Frage, was Snowden letztlich bewegte diesen Schritt zu gehen.

Einen möglichen Hype um seine Person sah Edward Snowden bereits vor Veröffentlichung der Dokumente als Bedrohung für die eigentliche Botschaft, welche er in die Welt gesendet wissen wollte: die totale Kontrolle und das Ende der Freiheit. Mehrmals ist aus dem Mund von Snowden zu vernehmen:

„Ich möchte mich selbst nicht zum Thema machen, bevor es sowieso passiert. Ich will nicht von den Storys ablenken.“

Die Storys sind der Umfang und die Größe der Datensammlungen der (nicht nur amerikanischer) Geheimdienste. Es ist die Bestätigung eines parlamentarisch unkontrollierten und verfassungswidrigem Verhalten. Es ist der Beleg über  sich in Verantwortung befindliche Politiker welche offen lügen. Es ist der Versuch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung anzustoßen, über Vorgänge die im Verborgenen längst etabliert sind.

(Citizenfour: Laura Poitras, 2014, 114 Min.; youtu.be/google)


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Netwars December 20, 2016 | 07:14 pm

netwars_cyberwar-blackhat_screenZuletzt immer öfter zu vernehmen gewesen – die digitale Kriegsführung wird relevanter. In den USA macht das Militär regelmäßig Werbung für Hacker – etwa auf einer Konferenz der Blackhat in den USA. Die Bundeswehr hat zuletzt auch über Frau von der Leyen verlautbaren lassen, an informatisch-geschulten Bewerbern interessiert zu sein welche körperlich nicht den bisherigen Ansprüchen genügen. Mit der Tastatur und dem Bildschirm lassen sich zunehmend erhebliche Schäden anrichten, wofür in der Vergangenheit andere Mittel nötig waren. Heute geht das quasi von zu Hause aus. netwars_screen_cyberterroristDie Doku „Netwars – Krieg im Netz“ von Marcel Kolvenbach zeigt neben einem praktischen Hackerangriff auf ein Wasserwerk auch eine Spezialeinheit des israelischen Militärs. Neben konkreten Auswirkungen der digitalen Welt auf unsere analoge Wirklichkeit gibt der Film auch einen kleinen Einblick in philosophische Sichtweisen auf das Thema. Etwa Daniel Statman, Professor für Philosophie in Haifa:

„Angenommen wir können mit einer Cyberattacke den Computer eines Passagierflugzeugs angreifen und es dann zum Absturz bringen – natürlich wäre das in einem Krieg ein Kriegsverbrechen. Nichts anderes als eine Rakete auf das Flugzeug zu schießen. Wenn wir aber mit einem solchen Angriff den zentralen Computer im Hauptquartier des Feindes ausschalten, dann wäre das ein legitimer Kriegsakt.“

Nicht ganz zufällig wird Israel als ein Land präsentiert, welches eine nationale Sicherheitsstrategie zum Thema Cybersicherheit entwickelt hat – das Land hat seit Jahren Erfahrungen und Strategien entwickelt um das Internet für Nutzer (Unternehmen und Privatleute) sicherer zu machen. Einige Aspekte welche seit Jahren in Israel bereits diskutiert werden sind hierzulande erst jetzt auf dem Tableau erschienen.

„Wer ist verantwortlich die Bürger gegen einen Cyber-Angriff zu schützen, der entweder von einem 16 jährigen Hacker, Kriminellen, Terroristen oder einem feindlichen Staat geführt wird? […] Wir hatten die Möglichkeit diesen digitalen Iron-Dome tatsächlich zu realisieren.“  Erez Kreiner, Ex-Direktor National Cyber Security Authority, Israelnetwars_cyberwar_israel_screen

Dass mit der Digitalisierung nicht alle Probleme gelöst sind – gerade in Bezug auf die Privatsphäre – bringt Gabi Siboni (Direktor der Sektion Cyberkrieg – Institut für Nationale Sicherheitsstudie) treffend auf den Punkt:

„Mit dem Voranschreiten des Internet wird alles private eliminiert. In unserer Welt ist nichts mehr privat. […] Ich kann davon ausgehen, dass alles was ich in meinen Computer schreibe, von jemand Anderem gelesen werden kann – von einem Menschen oder einer Maschine. Die Werbung die ich kriege bezieht sich auf den Inhalt meiner Mails. Meine Mail wird also von einer Maschine gelesen, die sicherstellt, dass wenn ich über Möbel schreibe mich Werbung über Möbeln erreicht. […]
Facebook verkauft unsere Privatsphäre an kommerzielle Unternehmen – und wir haben kein Problem damit. Bei Google ebenso. Aber wir haben plötzlich ein Problem damit, wenn die NSA versucht Terror zu verhindern. Da sagen wir: warum hört uns die NSA ab? Das ist sehr irrational.“

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Der Film spricht wichtige Aspekte an, welche heute bei vielen Internet-Teilnehmenden – Usern und Administratoren, Politikern und Unternehmen – unterbelichtet scheinen. Es wird davon gesprochen, dass die Tage des bisherigen Netzes gezählt sind. Das Plädoyer, der angebotene Ausweg am Ende der Doku: ein nationales Netz, völlig neu gedacht und gebaut, biete die notwendige Sicherheit. Die Rückkehr ins nationale ist jedoch meiner Meinung nach fraglich – vielmehr wird es eine systemische Antwort geben. Und neben digital gibts ja auch immernoch analog. Zufall, dass die Nerds ihren Weg zum zu hackenden süddeutschen Wasserwerk per Karte aus Papier suchen?

netwars_cyberwar_screen-analog_map52 Min; Netwars – Krieg im Netz (2014)


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the Shumway October 17, 2013 | 09:28 pm

Möglicherweise lohnend, zweifelsfrei unterstützenswert in seiner Zielsetzung scheint Shumway.

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Das Projekt ist jüngst gestartet… YT kann ich tatsächlich ohne Adobe Flash Player nutzen. Mehr zu Shumway hier oder hier.


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Kommunikationsexperten V June 13, 2012 | 09:41 am

Eine weitere schrottige, aber kostenlose NLP-Presseerklärung

Wer sich aus dem grauen Einerlei von kostenlosen Pressemitteilungen hervorheben will, muss auch bereit sein, in der Rechtschreibung neue Wege zu gehen. Die NLP-Trainer Isa-Bianka Meyer und Dr. Julian Mack – ihnen ist die bahnbrechende Erkenntnis zu verdanken, dass man “Kommunikation” “im Bereich Führung” nicht “wegdenken” kann – demonstrieren anschaulich, wie man durch den gezielten Einsatz zusätzlicher Kommata auch einfache Hauptsätze “präziser” strukturieren kann. Und es ist nur “Psycho-Logisch” – wenn man schon mal dabei ist – auch die Großschreibung zum selben Zwecke zu nutzen. Um heiklen Kommunikationssituationen die Schärfe zu nehmen, haben Meyer/Mack herausgefunden, empfiehlt es sich, zuweilen ein “ß” in ein “s” umzuwandeln – man ahnt, weis aber nicht genau, warum das vorher noch niemand versucht hat.

Sicher erfordert Veränderung – auch und gerade in der Rechtschreibung, wo man sich schon mal zum Gespött von morgens daheim herumlungernden Bloggern machen kann – einen gewissen Mut. Da hilft es, wenn man wie Dr. Mack ein “stets neue Erfahrungen suchender Freigeist” ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich ihm mit meiner Besprechung seiner kostenfreien Pressemitteilung eine solche vermitteln konnte!


Kommunikationsexperten IV September 13, 2011 | 10:27 pm

Freie PR = Beste PR :

Was Christl Lang wohl “getilgt” hat, als sie auf den Send-Button bei pr-inside.com gedrückt hat? War sie vielleicht gerade “frisch verliebt” und hat deshalb nur die “positiven Anteile” gesehen bei gleichzeitigem Negieren der “durchaus auch vorhandenen Schattenseiten”? Oder hatte sie gerade einen “Streit”, durch den ihr die “Wahrnehmung” etwas verrutscht ist?

Vernünftig jedenfalls, dass Lang auf “langfristigen Erfolg” setzt, denn ihr kurzfristiger Profit dürfte durch obige Pressemeldung nicht entscheidend befördert werden.

Frau ist Visionär:

Seit vielen Jahren frage ich mich, wie unser aller Alltag aussähe, wenn die Methoden, die ich Menschen im Businesskontext seit 20 Jahren in Seminaren und Workshops vermittle, bereits in den Schulen angeboten würden, sagt Lang, Inhaberin des Münchner Weiterbildung Instituts On Course & Partner.

Würden Langs Methoden “seit 20 Jahren” in der Schule angeboten, die Zeichenkodierung des Alltags wäre sicher eine andere.


Iran sperrt das Internet aus August 11, 2011 | 07:35 pm

Kontrolle übernehmen über jeden Atemzug, den die Perser machen: Das ist das Credo der Islamischen Republik und weil die rückständigenMullahs Angst vor dem Fortschritt haben, verbieten sie das Internet.


Kommunikationsexperten III November 26, 2010 | 08:54 pm

Man wird gelesen – in einer neuen Version der gleichen Pressemeldung, diesmal auf dem – wie pressebox.de -  kostenlosen und passend benannten pressbot.net, haben die NLP’ler Kay Bröder und Sandra Stürmer die von mir hier benannten sprachlichen Fehler korrigiert. Geblieben ist der inhaltsleere Sprachmüll: Welcher „Coach“ bezieht keine „menschlichen Faktoren“ ein? Wer behauptet nicht, „aktiv“ mit seinen Kunden zusammenzuarbeiten? Wer wirbt ernsthaft damit, nicht „praxisorientiert“ zu sein? Behauptet nicht jeder, sich nach den „individuellen Bedürfnissen“ seiner Kunden zu richten?

Man kann kaum fassen, dass jemand mit so etwas Geld verdienen kann, und doch ist es nicht völlig auszuschließen.


Kommunikationsexperten II November 16, 2010 | 09:29 pm

Danke oh pressebox.de, wo jeder seine Pressemeldungen kostenlos einstellen darf:

…Kay Bröder verfügt über ein Studium in Betriebswirtschaft und langjährige Erfahrung im Management und Unternehmensführung. Seit 2008 ist er als selbständiger Company und Personal Coach tätig. Aus dieser Erfahrung heraus befasste sich Bröder intensiv mit den Methoden von Neurolinguistischen Programmierung kurz NLP.

Von vornherein war er so fähig, dass er seine Ausbildung gleich selbst besorgt hat:

Er bildete sich über mehrere Jahre zum zertifizierten Coach nach Dr. Richard Bandler aus.

Ebenso die Kollegin:

Sandra Stürmer bringt ihre internationale Erfahrung als Diplom Kommunikationsfachwirtin auf verschiedensten Position sowohl auf Agentur- als auch Kundenseite ein. Stürmer bildete sich ebenfalls über mehrere Jahre zum zertifizierten Coach nach Dr. Richard Bandler aus.

Ich würde ja die NLP-Rechtschreibtherapie empfehlen, vielleicht ist aber diese Pressemeldung schon das Ergebnis einer solchen. Die beiden sollten in ihrem eigenen Interesse gegen den Zuzug ausländischer Fachkräfte sein, denn jeder beliebige Kommunikationsinder würde sie locker aus dem Geschäft drängen.

 

 


links (11. november 2010) November 11, 2010 | 10:12 pm

Sehr gerne nehme ich mir Zeit, die ich eigentlich nicht “habe” und “verschwende” sie anschließend. Z.B. mit Lesezeichen ausmisten. Ergebnis siehen unten; zuvor: Bemerkenswertes aktuelleren Datums.

Anhören:

Veranstaltung:

planet dissi reloaded January 11, 2010 | 02:38 am