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Und das im Luther-Jahr: Evangelische Akademie sagt Anti-Israel-Konferenz ab April 24, 2017 | 04:32 pm

Das hätte dem geistigen Führer des Protestantismus sicher nicht geschmecket. Der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing sagte eine groß angelegte Fachtagung zu Lasten des Jüdischen Staates wieder ab. Wie eine 500-jährige antijüdische Tradition weitere Risse bekommt.


Wahlplakat der evangelischen „Deutschen Christen“(Bildquelle)

Die 500-jährige Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland ist auch eine 500-jährige Geschichte des Antisemitismus. Ein herausragender Feind des Judentums war bekanntlich bereits Martin Luther. Der geistige Gründer rief dazu auf, Synagogen niederzubrennen, die Häuser von Jüdinnen und Juden zu zerstören und sie zur körperlichen Arbeit zu zwingen. Über Jahrhunderte hinweg etablierte sich die evangelische Kirche als zuverlässige Partnerin der sogenannten Landschaften, wenn es in Deutschland darum ging, antijudaistische Hetze zu verbreiten.

Die allergrößten Teile der evangelischen Kirche-Funktionäre begrüßten die nationalsozialistische Bewegung – insbesondere die antisemitische Ausrichtung der völkischen Erhebung. Schon vor der Machtübergabe an die NSDAP konnten die nationalsozialistischen „Deutschen Christen“ – die sich auch die „SA Jesu Christi“ nannten – gemeinsam mit ähnlich ausgerichteten Organisationen in evangelischen Landesverbänden Mehrheiten erziehlen.

Ein Münchner Beispiel: Als der jüdische Rechtsanwalt Michael Siegel im März 1933 von der SA mit einem Schild um den Hals durch die Straßen getrieben wurde, weil er sich bei der Polizei beschwert hatte, forderte das „Evangelische Gemeindeblatt“ die Gemeindemitglieder dazu auf, ausländischen Freunden zu schreiben, dass es in Deutschland keine Judenpogrome gebe.

Modernisierte Kontinutitäten

Nach 1945 erstarkte allmählich ergänzend zum alten und modernen ein neuer Antisemitismus. Während Jüdinnen und Juden zuvor als Feinde der guten Religion (Antijudaismus) und später als Feinde des guten Volkes (moderner Antisemitismus) halluziniert wurden, trat neben Religion und Volkseinheit nach 1945 ein weiterer Wert, der gegen Jüdinnen und Juden in Stellung gebracht wurde: die Menschrechte. Es entstand sozusagen ein Antisemitismus mit menschlichem Antlitz; am jüdischen Staat möchten Antisemiten heute beweisen, dass der größte Feind der Menschenrechte ein jüdisches Kollektiv ist, nämlich der Jüdische Staat (antizionistischer Antisemitismus).

Die evangelische Kirche ist auch in dieser neuen Spielart des antizionistischen Antisemitismus vorne mit dabei, weshalb von einer gebrochenen Tradition nicht gesprochen werden kann – allenfalls von einer angepassten. Während sich die katholische Kirche das Sonderdekanat „Pax Christi“ für die Verächtlichmachung des jüdischen Staates leistet, besorgen das in der evangelischen Kirche zahlreiche Verwaltungseinheiten höch(s)t selbst.

In München fühlt sich offenbar die Leiterin der evangelischen Stadtakademie, Jutta Höcht-Stöhr, dazu berufen, der Münchner über Israel und seine Lügen aufzuklären. In den letzten drei Jahren veranstaltete Höcht-Stöhr Dutzend Abende, die Israel in einem ungünstigen bis dämonisierenden Licht erscheinen ließen, mit bezeichnenden Titeln wie „Frieden braucht Menschenrechte“ oder „Teil des Problems, Teil der Lösung“. Dabei arbeitete die engagierte Israelkritikerin Jesu Christi immer wieder mit den in München berüchtigten Bernsteins zusammen. Die „Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe“ um Judith Bernstein und Fuad Hamdan steht aufgrund ihrer Israelboykott-Propaganda unter Beobachtung des Simon-Wiesenthal-Zentrums und schaffte es 2015 sogar mit einer Veranstaltung in desseh alljährlichen Index-Bericht der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“.

Die Veranstaltung: Nahost-Politik im Spannungsdreieck

Auch bei der nun abgesagten Veranstaltung „Nahost-Politik im Spannungsdreieck: Israelisch-palästinensische Friedensgruppen als Lernorte für deutsche Politik?“ in der Evangelischen Akademie Tutzing zählten neben Höcht-Stöhr und Pax Christi die Bernsteins zum Planungsstab. Geplant war ein dreitägiges Vortrags-Martyrium quer durch die Ideologie der israelischen Friedensbewegung, ergänzt mit einer Minderheit israelfreundlicher Referenten auf den Podien, wie Volker Beck oder Amit Kravitz, akademischer Leiter des israelischen Generalkonsulats. Die Alibi-Referenten hatten allerdings zwischenzeitlich teilweise wieder abgesagt, als ihnen das gesamte Programm bekannt wurde.

Die Veranstaltenden wollten hervorheben, dass jüdische und arabische Menschen in Friedensgruppen friedlich zusammenarbeiten. Dass dieser Gruppenfriede aber billig zu haben ist, wenn die jüdische Seite die Parolen der palästinensischen Autonomiebehörde von der „Apartheid-Mauer“ und „End Occupation“ nachplappert, liegt auf der Hand. Wie das Nachplappern dieser Parolen dann ein „Lernort für deutsche Politik“ sein soll, möchte man sich gar nicht erst vorstellen. Wer Beispiele sucht, wo jüdische und arabische Menschen tatsächlich friedlich zusammenleben – und ihre unterschiedlichen Meinungen wirklich austauschen – kann sich das in Israel im alltäglichen Leben ansehen, in den Nachbarschaftshilfen, Gewerkschaftseinrichtungen, Fanvereinigungen, in zahlreichen Stadträten oder an Schulen.

Akademie-Direktor Udo Hahn sagte diese Veranstaltung nun für Mai mit der Begründung ab, da „es uns nicht gelungen ist, alle für das Thema maßgeblichen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in angemessener Zahl zu gewinnen“. Das ist ein mutiger Schritt! Einmal tanzt Hahn damit einer 500-jährigen antijüdischen Tradition aus der Reihe, womit im evangelischen Kirchen-Apparat mit Sicherheit nicht nur Applaus zu ernten ist. Zum anderen sieht sich der Direktor heute einem erwartbaren Shitstorm ausgesetzt, der von Israel aus und von der deutschen antizionistischen Szene befeuert wird.

Ein Wort zu den jüdischen Kronzeugen

Personen wie Judith Bernstein oder auch Abi Melzer vertreten die Ansicht, dass die israelische Politik Antisemitismus befördert. Durch ihre scharfe Verurteilung der israelischen Politik glauben sie, den durch Israel angeblich erzeugten Antisemitismus von Jüdinnen und Juden abwenden zu können. Frei nach dem Motto: Seht her, es gibt doch auch Jüdinnen und Juden, die Israel kritisieren oder gar ablehnen – also nichts gegen Juden im Allgemeinen.
Ein Blick in die lange Geschichte des Antisemitismus zeigt allerdings, dass diese Haltung leider nicht tragfähig ist. So haben die jüdischen Kronzeugen, die im Mittelalter zum Beleg der antijüdischen Ritualmord-Legende hinzugezogen wurden, sicher kein Pogrom verhindert. Auch ein Pfefferkorn diente einem Treitschke später nur als Argumentationshilfe seiner Parole „Die Juden sind unser Unglück“. Und wer sich mit der Geschichte des „Reichbundes jüdischer Frontsoldaten“ befasst, dessen Mitglieder teilweise bis zur Vergasung betonten, Deutschland über alles in der Welt zu lieben, könnte es eigentlich wissen: Gegen Antisemitismus kann man nicht vorgehen, indem man in den Chor der Gegnerschaft jüdischer Interessen einstimmt.

Allerdings sind die paar jüdischen Kronzeugen antizionistischer Interessen keinesfalls das Problem. Das Problem ist die Gesellschaft (und hier die deutsche) mit ihrer langen antisemitischen Tradition. Sie ist es, die sich die jüdischen Kronzeugen einverleibt und von einem Podium aufs nächste hieft, sie gilt es zu kritisieren. Ihr hat sich der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing nun entgegengestellt. Und das ausgerechnet im Luther-Jahr. Der wird sich im Grabe umdrehen.

Weiterführendes:
Ausgewogen oder antisemitisch? Tagung zum Nahost-Konflikt abgesagt“ (SZ)

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Die Atheistische Kirche von London February 17, 2013 | 01:10 pm

Es mag merkwürdig klingen, aber London hat mittlerweile tatsächlich eine atheistische Kirche. The Sunday Assembly (Die Sonntags-Versammlung) wurde von den Schauspielern und Komödianten Sanderson Jones und Pippa Evans gegründet und hat sich am Sonntag, den 6. Jänner 2013, zum ersten Mal getroffen.

Die Idee dahinter war laut den Initiatoren, die guten Dinge der Religionsausübung zu genießen, wie zum Beispiel das Gefühl der Gemeinschaft. Der Mensch ist ein soziales Wesen und hat das Bedürfnis, sich mit anderen Menschen zu treffen und gemeinsam etwas zu unternehmen.

Im Prinzip ist dazu zwar (unserer Meinung nach) nicht mehr als ein Kegelklub nötig, aber nicht jeder kegelt gerne und warum sollte das gemeinsame Band nicht die atheistische Grundeinstellung sein?

Als Atheist kann man sich zwar heftige Gefechte mit Agnostikern liefern und mag sich auch darüber streiten ob die große Nudel oder das unsichtbare rosafarbene Einhorn größerer Verehrung würdig ist, aber den Schädel schlägt man sich gegenseitig wegen solch kleiner theologischer Gegensätzlichkeiten nicht ein. Man ermordet höchstens während der Diskussion ein paar Brezeln.

Man muss übrigens erwähnen, dass das keine “ganz neue” Idee ist. So gibt es z.B. die North Texas Church of Freethought bereits seit 1994 und wenn man sucht, wird man vermutlich noch ältere Beispiele finden.

Jedenfalls kündigten die beiden einen atheistischen Gottesdienst in der Lokalzeitung für den 6. Jänner an und hofften, dass vielleicht 50 Leute kommen würden. Tatsächlich erschienen 200, was offenbar das Gebäude zum Bersten füllte.

Der erste Gottesdienst wird von einem Reporter interessant beschrieben. Der Komödiant Jones riss Witze und versicherte, dass er trotz seines vollen Bartes nicht mehrere Frauen habe. Auch versicherte er, dass bei der Veranstaltung niemand seine “Aura massiert” bekomme.

Vom zweiten Gottesdienst, der inzwischen am 3. Februar abgehalten wurde, gab es schon mehr und detailliertere Berichte, unter anderem von der BBC, die das Gefühl hatte, bei einer “stand-up comedy show” zu sein.

Gesungen wurden Lieder von Stevie Wonder und Queen und der Teilchenphysiker Dr. Harry Cliff sprach über die Ursprünge der Teilchenphysik. Das Thema des Tage war aber “wonder”, also das Gefühl für das Wunderbare, ein Gefühl, das laut Kritikern Atheisten angeblich nicht bekannt ist. Als Gegenbeweis fällt ein fantastisches Video ein, das zeigt, was für ein gewaltiges und großartiges Universum ein Atheist wahrnimmt.

I see the invisible bursts of gamma radiation from giant stars converting into pure energy by their own mass. The flashes that flashed from the far side of the universe long before Earth had even formed. I can see the invisible microwave glow of the background radiation leftover from the Big Bang. I see stars drifting aimlessly at hundreds of kilometers per second, and the space-time curving around them. I can even see millions of years into the future.

That blue twinkle will blow up one day, sterilizing any nearby solar systems in an apocalypse that makes the wrath of human gods seem pitiful by comparison—yet it was from such destruction that I was formed. Stars must die so that I can live.

I stepped out of a supernova… And so did you.

Das Universum ist inspirierend, großartig und Ehrfurcht gebietend, es regt zu Höhenflügen an, die durch erbärmlich kleingeistige Gedanken wie “Gott will es” zu einem jähen Ende gebracht werden.

Die Existenz oder Nichtexistenz von Gott ist dabei eigentlich belanglos, aber die Kirchen dieser Welt haben sich traditionell als wissenschaftsfeindlich erwiesen. Wissenschaft versucht, die dunklen Ecken der Welt auszuleuchten und die Wunder, die im Dunkeln liegen, zu finden; Religionen versuchen dagegen, die dunklen Ecken dunkler zu machen, um über die Wunder, die dort liegen könnten, zu sprechen.

Es bleibt zu hoffen, dass eine atheistische Kirche es schafft, diesen Weg nicht zu beschreiten. Kritiker befürchten nämlich, dass der Atheismus damit auf dem Weg zur organisierten Religion ist, mit allen bekannten Problemen. Das Risiko besteht natürlich, aber es scheint wahrscheinlicher, dass sich das ganze eher zu einem Club oder Verein entwickelt als zu einer Ideologie.

Wenn man in Bezug auf die Zukunft und die Philosophie einer “atheistischen Kirche” skeptisch sein muss, dann eher weil man sich nach zwei Veranstaltungen fragen muss, ob die Idee auch langfristig Erfolg haben wird.

Mit Sicherheit sind viele Besucher nur gekommen, um sich nach den Zeitungsberichten das Ganze anzusehen. Der Reiz des Neuen. Wie viele davon bleiben werden bzw. wie sich das entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen.

In jedem Fall ist es etwas, das man sich ansehen sollte, wenn man zufällig in London ist. Es scheint, als lieferten die Gründer eine gute Show mit interessanten Inhalten, und man hat dort mit Sicherheit die Möglichkeit, viele interessante Leute zu treffen:

Italien hebt Steuerbefreiung für Kirchenimmobilien auf February 27, 2012 | 12:32 am

Seit einiger Zeit hat Italien einen katholischen, konservativen Ministerpräsidenten, der offenbar wenig Spaß versteht. Vor allem dann nicht, wenn es ums Geld geht. Die Regierung Monti hat jetzt – wie schon länger angedeutet – beschlossen, die kommerziell genutzten Immobilien der katholischen Kirche (in Italien) zu besteuern.

Bisher war es so, dass es eine Steuerausnahme für Gebäude der katholischen Kirche gab. Man braucht eine Herberge in Rom? Kein Problem. Man kann Angebote für “Pilgerfahrten” diverser darauf spezialisierter Reiseveranstalter buchen und wird dann in Herbergen mit beschaulichen Namen untergebracht, die zu irgendwelchen Klöstern gehören und besonders günstig sind. Nur für Pilger versteht sich.

Auf Luxus muss man aber natürlich verzichten; als Pilger kann man sich höchstens ein spartanisches Zimmer im 4-Sterne-Hotel Ponte Sisto in Rom (Doppelzimmer ab 150€ pro Nacht) nehmen und am Abend im französischen Restaurant L’ Eau vive das karge Menü des Heiligen Silvester (45€) verzehren.

Über 115.000 Immobilien (davon ca. 30% kommerziell), 9.000 Schulen, 4.000 Krankenhäuser bzw. medizinische Einrichtungen – allein die der Kirche in Rom gehörenden Unterkünfte haben ein Volumen von 10.000 Betten – sehr zum Ärger der normalen Hoteliers, die mit den steuerbegünstigten Preisen nicht gut mithalten können.

Zusammengefasst: 20 Prozent des gesamten italienischen Immobilienvermögens gehören der Kirche. Natürlich alles steuerfrei.

Italien selbst ist zwar ein tief katholisches Land, aber die Zeiten sind hart, der Sparstift droht. Als im Dezember eine Online-Petition gestartet wurde mit der Idee, diese Privilegien abzuschaffen, haben sich innerhalb von 2 Tagen mehr als 130.000 Unterzeichner eingefunden. Die Italiener sehen nicht ein, warum sie Steuern zahlen müssen und die Kirche nicht.

Die Vorlage wird diese Woche dem Senat und dann dem Unterhaus des Parlaments vorgelegt und nach der erwarteten Unterzeichnung wird in Zukunft streng unterschieden, ob ein Gebäude kommerziell genutzt wird oder nicht. Ist z.B. in einem Hotel eine Kapelle vorhanden, wird die Kapelle “herausgerechnet”, der Rest normal besteuert.

Je nachdem wer schätzt, wird diese Maßnahme zwischen 50 Millionen (Vatikan-Bank) und 3 Milliarden zusätzliche Einnahmen bringen. Die Vereinigung der italienischen Gemeinden geht von etwa 600 Millionen aus.

Von der Kirche gibt es noch keine offizielle Reaktion.

Österreich: Kirchensteuer für alle! January 6, 2012 | 05:55 pm

Ein Landesobmann Hiegelsberger des österreichischen Bauernbundes (eine Organisation, die “Die Zeit” als den starken Muskel der Volkspartei bezeichnet), hatte dieser Tage eine gute Idee. Eine wirklich gute Idee.

Warum kassieren wir nicht bei den „Kirchensteuer-Flüchtlingen“ ab? Man muss hier als erstes zu der eleganten Wortwahl gratulieren, klarerweise sind alle nur wegen der Kirchensteuer aus der Kirche ausgetreten. Andere Gründe gibt es seiner Meinung nach wohl nicht! (In einem Interview findet der Sprecher der österreichischen Konfessionsfreien Niko Alm klare Worte dazu)

Die Überlegung war, mit den Geldern, die man da einnimmt, das Budget für den Denkmalschutz zu entlasten. Oder wahlweise das der katholischen Kirche. Hiegelsberger meint, dass das Aufkommen zur Erhaltung alter, denkmalgeschützter Gebäude ungerecht verteilt ist. Nur jene, die aufgrund ihres Religionsbekenntnisses einen Beitrag zahlen, bekennen sich dazu.

Ein interessanter Standpunkt, da der Topf, der für den Denkmalschutz zur Verfügung steht, bereits aus Steuergeldern befüllt wird. Wie kommt er darauf, dass Leute, die aus der Kirche austreten, sich hier ihrer Verantwortung entziehen? Diese Leute zahlen noch immer ganz normal Steuern und aus diesen Steuern werden dann Denkmäler erhalten.

Offensichtlich ist die Logik folgende: Da durch Kirchenaustritte weniger Kirchensteuer hereinkommt, gibt wohl die Kirche weniger für Denkmalpflege aus. Der Staat soll da einspringen und das Budget erhöhen. Grundsatzfrage dazu: Warum eigentlich?

Warum soll der Staat da extra zahlen? Es ist natürlich auch im Sinne des Staates, Kulturgüter zu erhalten, aber in erster Linie ist der Erhalt eines Gebäudes das Problem des Besitzers. Zuschüsse und Unterstützungen? Kein Problem. Aber gleiches Recht für alle!

Nach Recherchen von kirchen-privilegien.at werden 52% der Denkmalschutzgelder für sakrale Bauten(also Kirchenbesitz) ausgegeben. Aber nur 8% der unter Denkmalschutz stehenden Bauten sind sakral. 52% der Gelder für 8% der Bauten. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sakrale Bauten irgendwie größer, prominenter usw. sind, ist doch die Verteilung bereits jetzt frappant einseitig.

Herr Hiegelsberger meint, dass das Aufkommen zur Erhaltung alter, denkmalgeschützter Gebäude ungerecht verteilt ist. Ja, das sehen wir auch so!

Mehr Informationen zum Thema findet man beim Standard, in einem Interview mit Professor Oberhummer, beim Humanistischen Pressedienst und natürlich auf der Seite zum österreichischen Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien. Das man wohl noch immer unterschreiben kann …

Pastoren versprechen HIV/Aids-Heilungen: Mindestens 6 Todesopfer November 25, 2011 | 03:31 pm

Evangelikale Kirchen in London, Manchester, Birmingham und Glasgow behaupten wohl seit einiger Zeit HIV mit der Hilfe Gottes heilen zu können.

Wie der englische Nachrichtensender Sky News berichtet, haben sie Reporter “undercover” zu der “Synagogue Church of All Nations (SCOAN)” geschickt. Diese haben sich dort als HIV-positiv ausgegeben und ihnen wurde dann dort von Pastoren Heilung versprochen, angeblich mit 100% Erfolgsrate. Eine der Reporterinnen, die tatsächlich mit HIV infiziert ist, berichtet im Detail.

Auf der Webseite der Kirche findet man diverse Heilungsvideos, wo sie natürlich nicht nur HIV sondern auch Krebs “heilen”. Der Teufel wird ausgetrieben, Weihwasser verspritzt, Halleluja!

Da die Opfer ja dann geheilt sind, wird ihnen dazu geraten ihre Medikamente abzusetzen, sie wegzuwerfen und sorgenfrei mit ihrer Familie zu leben … Bis zum frühen Tod.

Sky hat auch ein Opfer, das vor einem Jahr die Medikamente auf Anraten eines Pastors abgesetzt hat, dazu befragt:

“(The pastor) told me I’d been healed – ‘You’ve got to stop taking the medicine now. I’ll keep praying for you. Once God forgives you then the disease will definitely go.’”

Der Mann vermutet auch, dass er seinen Freund mit HIV angesteckt hat:

“Yeah, I think I’ve passed it on. He got ill. Physically, he’s lost some bit of weight. He’s very small. I think he’s worried… Yeah, I feel guilty, if I’m the one who passed it onto him I’m feeling guilty. Yeah, very much guilty.”

Insgesamt sechs Patienten sind bereits verstorben, nachdem sie von diversen Kirchen aufgefordert wurden, ihre Medikamente abzusetzen. Mitte Oktober waren der BBC erst 3 Todesopfer bekannt gewesen…

Der Papst empfiehlt: Unterschreiben Sie das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien September 28, 2011 | 02:53 pm

Wie vielleicht manche schon wissen, läuft in Österreich seit 15. März ein Volksbegehren zur Abschaffung der Kirchenprivilegien. Es endet am 15. Oktober und ist damit sozusagen im Endspurt.

Das Volksbegehren ist eine gemeinsame Initiative von “Betroffene kirchlicher Gewalt”, dem Freidenkerbund Österreich und der Giordano-Bruno-Stiftung. Um den Grundsatz des Volksbegehrens zu zitieren:

Unser Grundsatz: Ein Recht für Alle.
Religion ist Privatsache. Wir haben nichts gegen Religionen oder andere Weltanschauungen. Jeder/Jede darf glauben was er/sie will. Religionen sollen aber privat und nicht staatlich überlagert sein. Das Volksbegehren richtet sich nicht gegen Kirchen oder Religionen. -Es richtet sich an den Staat. Es ist gegen Diskriminierung und Bevorzugung – aber für Gleichberechtigung. Kurz: Es will “Ein Recht für Alle”.

 

Selbst der Papst fordert ja eine Entweltlichung der Kirche mit den Worten:

“Die von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein”

Diese Aussage kann man unserer Meinung nach als Zustimmung, ja sogar als Aufforderung zum Unterschreiben des Volksbegehrens verstehen, die Kirche von der schrecklichen materiellen und politischen Last unter der sie leidet, zu befreien! Jeder gute Katholik, die ja auch die Masse der Gläubigen in Österreich ausmachen, sollte Gehorsam leisten und unterschreiben!

http://www.kirchen-privilegien.at

Santa Claus vs. Nikolaus December 6, 2010 | 11:26 am

Große Aufregung gibt es im tief katholischen Passau. Die dortige Brauerei „Hacklberg“ hatte den falschen Weihnachtsmann in einer Werbung verwendet. Statt des „traditionellen europäischen Nikolaus“ hatte die Brauerei, die der Diözese Passau gehört, einen amerikanischen Santa Claus in einer Werbung genutzt.
Dabei „protestiert“ die Diözese Passau „seit Jahren dagegen“, „dass der US-Weihnachtsmann immer mehr den traditionellen europäischen Nikolaus verdrängt“. Eigentlich sind die Katholiken aus Passau nämlich dem deutschen, „traditionellen Nikolaus“ verpflichtet und tun alles, um dem amerikanischen Santa Claus, dem „rotbemantelte Gesellen mit dem gemütlichen Wackelbauch und den Pustebäckchen“, den Kampf anzusagen: „Stoppt den Weihnachtsmann“, lautet der Name ihrer merkwürdigen Kampagne, die sich gegen „Werbeträger einer dunkelbraunen Zuckerbrause“ richtet.
Der Anti-Amerikanismus macht auch vor Weihnachten nicht halt. Daher verzichtet die kirchliche Brauerei nun auf Santa Claus: „Brauereichef Stephan Marold kündigte im Bayerischen Rundfunk an, dass die Brauerei nun auf die Werbung mit dem US-Weihnachtsmann verzichten werde“. So kann wieder Ruhe in der deutschen Diö­zo­se einkehren, die im amerikanischen Santa Claus eine echte Bedrohung erkennt.

Katholischer Buchtipp September 28, 2010 | 01:12 pm

»Im Blick durch Jakobs Kinderaugen ist die Welt wieder eine verzauberte, in der Melancholie und infantiler Kitsch nicht nur den Ton sondern auch den Sinn angeben. Und da die Erzählung all ihren Akteuren gewissermaßen Recht gibt, bleibt am Ende nur eine einzelne verbindliche Aufforderung: Um jeden Preis bis zum bitteren Ende durchzuhalten und im Angesicht des falschen Ganzen zu funktionieren.«

.. habe ich neulich über den Comic Jakob geschrieben. Als ob sie das gelesen hätten, hat der katholische Borromäusverein den Band nun in seinen Bücherdienst übernommen, der seinen »kompetenten Überblick über die Neuerscheinungen des Marktes« am »christlichen Menschenbild« orientiert. Sind wir uns also doch noch einig geworden.

Quelle: Cross Cult auf Facebook

ich glotz’ tv (2) February 25, 2010 | 05:32 pm