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Keine Zeit zum Denken June 4, 2017 | 07:38 pm

Die Produktion esoterischer Ratgeberliteratur beschreibt der „Lebenscoach“ Elias Fischer, mit deutlichen Worten. In seinem Werk „Mein Leben 2014“, in dem ansonsten über ein „Wechseln der Matrix“ und „inneren Frieden“ aufgeklärt wird, heißt es: „Ich habe dieses Buch in einem halben Jahr runter getippt. Es geht ziemlich flott, da ich keine Zeit mit Nachdenken und Korrigieren verbringe. Es flutscht einfach.“ Der Autor dieser Zeilen wurde beim Lesen dieses Machwerks nicht nur mit den Produktionsbedingungen der Esoterik konfrontiert, sondern stieß auf Vor-, Feind- und Rollenbilder, mit denen sich Fischer „im Namen der Liebe“ auseinandersetzt. Er nutzt das Mittel der Reproduktion, um uralte Mythen zu beleben – und ausführliche Anleitungen zu vermitteln, die seiner Vorstellung von „göttlichem Sex“ entsprechen.

Von Rudolf Steiner bis Forrest Gump

Warum sollte der selbsternannte „Lehrer für Selbstverwirklichung“ denken? Schließlich lassen sich doch Texte tippen, bis ein Tagebuch vorhanden ist, das im Eigenverlag erscheint. Dort beruft sich der Referent, der verzweifelten Menschen „Persönlichkeitsentwicklung, Heilung und Spiritualität“ verspricht, auf eine andere Größe der dauerhaften Denkverweigerung. Die Ideen Rudolf Steiners haben es dem jungen Coach angetan. Das Idol der Waldorfschulen habe „in seiner Lehre gute Ansätze gebracht, die mir auch gefallen“. Tatsächlich bezieht sich Fischer, der in Berlin lebt, in seinem Buch nicht nur auf den völkischen Pädagogen. Er berichtet außerdem von einem Vortrag, den er an einer anthroposophischen Institution in Stuttgart hielt, die sich ebenfalls auf Steiner beruft.

Tagebuch eines deutschen Esoterikers

Die Inhalte seiner Vorträge, die in Form eines Tagebuches vorliegen, dürfte anthroposophischen Gläubigen gefallen. So möchte Fischer „nicht ausschließen, dass es karmische Hintergründe für die Lebenssituation von armen Menschen gibt“. Ähnliche Vorstellungen, die Hunger, Leid und Tod zum kosmischen Plan bagatellisieren, existieren in anthroposophischen Milieus. Für Fischer scheinen konstruiert-karmische Zusammenhänge für das Elend der Menschen verantwortlich, was an Vorstellungen anthroposophischer Vordenker erinnert. Auf Facebook teilt der Vordenker passende Worte von Osho, Zitate von Goethe oder Aphorismen von Forrest Gump. Weiteres Vorbild scheint Rüdiger Dahlke, der vor „Chemtrails“ warnt und sich für die „Neue Germanische Medizin“ erwärmt. Der Coach begeistert sich derweil für die esoterische „Blume des Lebens“, die in der Fantasie vom „Tempelraum“ eine zentrale Rolle einnimmt. 

Erste Erfahrungen mit diesem Symbol sammelte Fischer auf einer der Esoterik-Messen, bei denen Scharlatane mit ihren Produkten hausieren gehen: „Ich setzte mich auf den Stuhl und die Frau hielt das Symbol aus Metall über mich. Ich spürte einen Strom an Energie, der durch meinen Scheitel floss. Das war für mich Beweis genug, dass das Ding funktioniert. Also habe ich mir gleich eines gekauft.“ Als „Medium für Informationen“, vertritt Fischer nun bezeichnende Positionen. Dieses „Wissen“ erlangt er aus Quellen wie „Webseiten, Blogs, Filmen, Tieren“. Bei einem „Lupinienkaffee“, „zwei Cappucinos“ oder einer „Maracuja-Schorle“ stellt Fischer jede Reflexion ein: Danach „komme ich gerade so richtig in Flow und höre auch auf zu denken„, freut sich der Autor in einer von zahlreichen Selbstbeschreibungen.

Ansprachen eines esoterischen „Alpha-Männchens“

Fischers Gesellschaftsvorstellungen gehen mit eindeutigen Klischees einher. Der „Außenseiter“ klagt nicht nur von „jungen Rowdies“, die des Nachts Alkohol konsumieren, sondern betreibt eine Selbstinszenierung als „Öko“, die durch Abgrenzung gegen Innovationen der kapitalistischen Moderne entsteht. Aus diesem Grund fürchtet der esoterische Autor Smartphones, die die „perfektesten Mechanismen“ zur Ablenkung der Menschen seien. Landschaft erscheint ihm derweil als „kraftvoll, göttlich, märchenhaft“. Die „Stadtmenschen“, bedauert Fischer, „entfernen sich von der Natur, vom Natürlichen, von ihrer Quelle (…) und dem großen Ganzen – Mutter Erde“.

Fischer überzeugen derweil meditierende Esoteriker, denen er zugute hält, dass sie „nicht so vollprogrammiert mit Gedanken“ seien, „die einen ständig vom Sein abhalten“. Er ängstigt sich dafür vor Kliniken, die ihn nicht überzeugen, weil Patienten „ein paar Pillen“ und eine Fixierung erhalten. Statt Pillen zu schmeißen, müssten Menschen „die spirituelle Ebene in unserem Leben zulassen“, fordert der esoterische Texter. Viele Phrasen, die mit konkreten Vorstellungen einhergehen. So konstruiert Fischer eine geschlechtliche Unterdrückung, von der mittlerweile Männer (!) betroffen seien. Frauen sollten daher zu ihrer „weiblichen Urkraft“ zurückfinden. Vorbild sind „Hexen, die eine wunderbare Anbindung an die Natur und das Heilwissen haben“, während andere Frauen den Zorn des Autors erregen.

Grundsätzlich scheint Fischer viele Personen zu fürchten, die weiblich sind. Er schreibt über Erlebnisse in WG-Küchen, die ihn belasten: „Ein weiterer Grund, warum ich aus der Küche raus wollte, ist das Feld der Frauen“, urteilt der Autor. „Ich bin der einzige Mann da drin und bekomme permanent die Energie von 5 Mädels ab“, klagt der Coach. Der Esoteriker befürchtet „weibliche Energie“ aufzunehmen, wenn er sich „zu lange“ unter Frauen aufhalten würde. Durch Gedichte offenbart Fischer unterdessen einen Blick auf Frauen, denen er „wankende Entscheidungen“, „weiblichen Mechanismen“ und „unbewussten Tests“ vorwirft. Warnungen vor dem angeblichen Wesen der Frauen sind wichtiger Teil der Inhalte, die der deutsche Esoteriker vertritt.

Angst vor Frauen, denen er bestimmte Eigenschaften andichtet, geht bei Fischer mit einem äußerst positiven Blick auf Männer einher, die er – wie ein ordinärer PickUp-Artist – als Eroberer inszeniert: „Das Männliche ist das Extrovertierte, was wir ja schon am Geschlecht erkennen können“, doziert der Coach in seinem Tagebuch: „Das Männliche will nach vorne stoßen, erobern und Ziele erreichen“. Es ist der angebliche „Alpha-Mann“, dem sich Fischer verpflichtet fühlt. Dieser sähe Frauen „nur als weitere, schöne Zutat“, lobt der Esoteriker. Elias Fischer verweist auf vermeintliche Fakten, durch die er seine Vorstellungen vom Geschlecht belegen will.

Tatsächlich behandelt der esoterische Texter typische Mythen, die in patriarchalen Gesellschaften kursieren: „Frauen haben einen ganz anderen Blick als Männer. Männer mussten früher jagen, somit ist ihr Auge darauf trainiert, ein Ziel in der Ferne zu erkennen. Frauen waren viel in der Höhle und haben Beeren gesammelt, deshalb haben sie einen Rundumblick.“ Archaische Vorstellungen über uralte Gesellschaften und über seine „männliche ‚Kriegerenergie'“ scheinen Grundlage, um eine gewisse Strategie zu verfolgen, die in der Gegenwart gültig ist. Für ihn sei es durchaus in Ordnung, schreibt Fischer, Frauen am Fahrradschloss anzusprechen, um den Moment der Ablenkung zu nutzen: „Während sie dann ewig an ihrem Fahrradschloss rumbasteln, ist das im Prinzip nur eine Einladung für dich, in Kontakt zu gehen. Auch wenn sie dich währenddessen nicht angucken.“

Weibliche Personen, die sich Wissen aneignen, sind für den Esoteriker lediglich Gegenstand von plumpen Einordnungen. In seinem Tagebuch berichtet Fischer nicht nur über seine Erlebnisse mit minderjährigen Mädchen, die er esoterische Turnübungen vollziehen lässt, sondern auch über eine Begegnung mit einer volljährigen Studentin, die mathematische Formeln lernt. Der überaus bezeichnende Kommentar des Esoterikers verdeutlicht, dass er die Aneignung von Wissen durch Frauen ablehnt. In Fischers Welt haben solche Menschen eine andere Aufgabe, die mit seinen Vorstellungen von „Weiblichkeit“ zusammenhängt: „Mensch, Mädel. schmeiß den Dreck weg und versau Dir nicht deine Weiblichkeit“, appelliert der esoterische „Alpha-Mann“.

Feind- und Vorbilder eines Esoterikers

Auf den mehr als 350 Seiten, die ein Tagebuch ergeben, outet sich Fischer nicht nur als esoterischer Guru, der gewisse Rollenbilder propagiert. Er konstruiert Feindbilder, die diesem Weltbild entsprechen. So sind es „Medien“ und „das ganze Zeug der Pharmaindustrie“, die der Schreiber des Tagebuches kritisiert. Diese seien für „Verstopfungen in Körper und Geist“ verantwortlich, behauptet Fischer. Er bezieht sich dabei auf den esoterischen Bestsellerautor Eckhart Tolle, der mit seinem „Leitfaden zum spirituellen Erwachen“ eine zeitgenössische Ausformung deutscher Esoterik produzierte, die überaus populär ist. Eine weitere Quelle ist der industrielle Antisemit Henry Ford, den Fischer ebenfalls zitiert.

Es ist die Moderne, die den Zorn des esoterischen Texters erregen: Medien und pharmazeutische Medizin der „Elite“ sorgen für „Verstopfungen“. Solche Einordnungen untermalt Fischer mit Beschreibungen, die einiges über dessen Einordnungen der Welt verraten. Die Erde sei lediglich ein „Versuchsplanet“ von „Dualitäten“. Die menschliche Existenz nur ein „Spiel“. Deutschland besäße wiederum sogenannte „Eier“, die die Vereinigten Staaten von Amerika vor einiger Zeit in Besitz nahmen. Die Entwicklung beschreibt Fischer mit allerlei anti-amerikanischen Bildnissen. Der Tagebuchautor hält fest:

„Dein Haus darf nicht rot gestrichen werden, weil das die Autofahrer zu sehr ablenkt, nur mit Sondergenehmigung der Bundeskanzlerin. Aber die muss dabei auch erst nach USA telefonieren und erfragen, ob sie das den deutschen Bürger gestatten darf. Ja, ja, die USA haben Deutschland so sehr an den Eiern, dass Deutschland eigentlich nur ein Lakai ist.“ 

Leser_innen mögen die deutsch-esoterischen Position erkennen, die die Vereinigten Staaten von Amerika zum Feind hat. Solche Inhalte ergänzt der Vordenker durch Rezepte für Rohkostburger, Gedanken über Mitfahrgelegenheiten sowie unkritische Verweise auf Praktiken der Psycho-Sekte Tamara. Auf diese „Lebensgemeinschaft“ bezog sich schon die esoterische Gestalt Otto Mühl, dessen Fans sich durch Latzhose und Kurzhaarschnitt uniformierten. Eine Uniform wird durch Fischer, dessen Einordnung von Frauen an den österreichischen Guru erinnert, zumindest in seinem Tagebuch nicht empfohlen.

Weltbilder der Esoterik

Statt Uniformen zu entwerfen, tippte der deutsche Blogger andere Sätze, die eine uralte Feindbildpflege fortführen. Er reproduzierte verschwörungsideologische Vorstellungen, die an Mythen des Antisemitismus erinnern. Fischer raunt über „Mächte, die scheinbar die Welt regieren und steuern“. Dem verschwörungsideologische Übel, das Fischer durch eine Chiffre benennt, setzt der esoterische Texter einen „Weltfrieden“ und „Liebe“ entgegen: „Auch ein Rothschild braucht Liebe“, schreibt der Esoteriker an seine Zielgruppe. Welche Person konkret gemeint ist, bleibt unklar. Eine Einordnung erfolgt durch einen weiteren Satz: „Liebe den ‚Teufel‘ und die Welt wird zum Paradies.“ 

Rothschild als Teufel: Vorstellungen eines deutschen Esoterikers

Die Rothschild-Chiffre findet sich in den vielen Mythen des Antisemitismus. An solche Vorstellungen scheint Fischer anzuknüpfen, wenn er auch andere Antworten findet: „Liebe“, „Weltfrieden“ und „göttlicher Sex“ sind Phrasen dieses deutschen Esoterikers, der eine gewisse Popularität besitzt. Die Vorstellungen des Texters erstrecken sich diesmal auf 355 Seiten: Reaktionäre Zuschreibungen und Ablehnung der Moderne kombiniert Fischer mit Rezepten für Rohkostburger und Tipps für sexuelle Rituale. Ergebnis ist eine Melange, die aus irrationalen Elementen deutscher Ideologie besteht. So entsteht dioe Unterfütterung für die Praxis, die der Texter ansonsten entfaltet.

Über den von Fischer betriebene „LebeBlog“ bietet der Autor den Lesern seine Dienste an. Zwischen 100 und 500 Euro kosten die Seminare, in denen „Praktiken aus Kommunikation, Körperarbeit und Spiritualität“ vermittelt werden. Dass sich sein Geschäft lohnt, scheinen Stellenanzeigen zu beweisen, die Fischer schaltet. Dort sucht der Autor unter anderem einen persönlichen Assistenten, um seine „company to the next level“ zu bringen. Fischer verspricht ein existenzsicherendes Gehalt. Vielleicht ist das Teil der „finanziellen Leichtigkeit“, die der Autor in anderen Machwerken empfiehlt. Von der Lektüre seines Tagebuches kann indes nur abgeraten werden. Wer einen Menschen quälen möchte, kann allerdings gut aus dem Buch vorlesen, das Fischer für 14 Euro im eigenen Onlineshop vertreibt. 

Alle Zitate stammen aus: Elias Fischer: Mein Leben 2014. Erschienen im Selbstverlag. Gedruckt in Ungarn (2015).

Wenn Stuttgart über Juden und Aliens spricht January 15, 2017 | 07:20 pm

[Nachtrag, 17.01.2017: Die Carl Benz Arena hat auf die Proteste im Nachgang unseres Artikel reagiert und nach eigener Auskunft die Veranstaltung mit David Icke gestrichen.]

In Kürze wird die Stuttgarter Carl Benz Arena dem prominenten Verschwörungsideologen David Icke ihre Räumlichkeiten überlassen. Dort darf er vor 1.600 Leuten seine antisemitischen Welterklärungen verbreiten.

von Laura-Luise Hammel und Bastian Witte

Das Carl Benz Center im Stuttgarter Neckarpark ist unmittelbar neben dem Stadion des VfB Stuttgart gelegen und bietet Platz für die unterschiedlichsten Dinge: die Jugendakademie des VfB ist hier untergebracht, sowie ein Biergarten, der VfB-Fanshop und ein Vier-Sterne Hotel. Auch die Carl Benz Arena gibt es hier, ein top modernes Kongress- und Tagungszentrum in dem regelmäßig Jobmessen, Firmen-Events und kulturelle Veranstaltungen statt finden. Die Firma Porsche feierte hier unlängst ihre Wintergala und international renommierte Kardiologen treffen sich einmal jährlich zum Branchenkongress.[1]

Für April 2017 allerdings ist auf der Website der Carl Benz Arena eine Veranstaltung angekündigt, die nicht so recht zum üblichen Programm der Location passen mag: am Samstag, den 8. April gastiert hier David Icke mit seiner Welttournee, der „World Wide Wake Up Tour“. Schon das Plakat zur Veranstaltung liest sich wie ein Bullshit-Bingo aus aktuellen Trends im Bereich des Verschwörungsglaubens. Icke will an diesem Tag aufklären: über einen angeblich bevorstehenden Dritten Weltkrieg, die „Desinformationspolitik“ der Medien, die „Hintermänner“ des globalen Terrorismus, die „Neue Weltordnung“ (NWO) und Reptiloide.[2]

Die Eventhalle wird für die Show so bestuhlt sein, dass 1.600 Personen den kruden Thesen Ickes lauschen können. Tickets für die etwa zwölfstündige Veranstaltung sind ab 60 Euro zu haben.

Auf die Frage, warum Icke für den Deutschlandstop seiner Welttournee gerade das beschauliche Stuttgart ausgewählt hat und nicht etwa eine Weltstadt wie Berlin, München oder Frankfurt, liefert der Meister selbst die Antwort: Alle bisher angefragten Locations hatten ihm durchweg Absagen erteilt, bis schließlich die Carl Benz Arena (seine 10. Wahl) zusagte.[3]

Vom Fußballtalent zum Verschwörungsideologen

Icke war als Jugendlicher auf dem besten Weg Profifußballer zu werden, musste seine Karriere aufgrund gesundheitlicher Probleme aber schon mit 21 Jahren wieder an den Nagel hängen. Er wurde stattdessen Sportreporter der britischen BBC und prägte in den 1970ern und 1980ern wie kaum ein anderer die Sportberichterstattung in Großbritannien. Dies sollte sich 1991 schlagartig ändern: Icke war in der Prime Time Talkshow von Terry Wogan zu Gast, in der er seine esoterischen und verschwörungsideologischen Thesen erstmals vor einem Millionenpublikum äußern konnte. Es ging ihm um nichts Geringeres, als zu verkünden, dass die Welt seit 12.000 Jahren von satanischen Mächten beherrscht sei und zum Ende des Jahrtausends durch zahlreiche Naturkatastrophen untergehen werde. Zudem sei er der Sohn Gottes auf Erden.[4]

Juden, Illuminati und Reptiloide als heimliche Herrscher der Welt

Mit Ickes Karriere im Fernsehmainstream war es nach diesem Auftritt nun schlagartig vorbei. Er wurde zum Gespött der Massen. Icke tauchte einige Zeit unter und widmet sich seither dem Schreiben zahlreicher Bücher, in denen seine verschwörungsideologischen Thesen Gestalt annehmen.[5] Im Zentrum von David Ickes Verschwörungsideologie steht die Vorstellung von einer im Aufbau befindlichen „Neuen Weltordnung“ (NWO), die das Ziel habe die globale Menschheit in einem autoritären Superstaat zu versklaven. Hinter der „Neuen Weltordnung“ stehen nach Icke die politischen und wirtschaftlichen Eliten, gelenkt von Geheimgesellschaften wie den Illuminati oder den „Weisen von Zion“, an deren Spitze eine gestaltenwandlerische Alienrasse, die „Reptiloiden“ stehe. Die Vorstellung von der „Neuen Weltordnung“, die heute als eine der am weitesten verbreiteten Verschwörungsphantasien gilt, ist erst durch die Bücher Ickes einem Massenpublikum bekannt geworden.

In seiner Theorie von der „Neuen Weltordnung“ greift Icke neben klassisch esoterischen Themen oder dem UFO-Glauben auch immer wieder offen antisemitische Vorurteile und Stereotype auf. So sind die Drahtzieher, die Icke hinter der Weltverschwörung sieht, Zionisten, jüdische Banker und Geschäftsleute, imaginierte Geheimgesellschaften, wie die „Weisen von Zion“ oder der israelische Premierminister Binyamin Nethanyahu.

Icke kann als weltweit prominentester Verschwörungsideologe mit rechtsesoterischer Ausrichtung gesehen werden. Auf Twitter folgen ihm 160.000 Menschen, auf Facebook sind es gar 750.000 Fans. Seine Anhänger_innen empfangen ihn bei den regelmäßigen Welttourneen mit Standing Ovations und frenetischem Jubel.[6]

Dank der Carl Benz Arena kann sich nun auch das deutsche Publikum auf Ickes Besuch freuen.

 

[1] Website der Carl Benz Arena: http://carl-benz-arena.com/news/ (zuletzt aufgerufen am 16.12.2016).

[2] Ankündigungsplakat zu David Ickes „World Wide Wake Up Tour“ auf der Website der Carl Benz Arena http://carl-benz-arena.com/news/ (zuletzt aufgerufen am 16.12.2016) und bei https://www.facebook.com/davidicke/photos/gm.160232714446628/10154260735453842/ (zuletzt aufgerufen am 16.12.2016).

[3] So Icke unter: https://www.theworldwidewakeup.com/event/germany (zuletzt aufgerufen am 17.12.2016)

[4] Das Interview in voller Länge unter: https://www.youtube.com/watch?v=NapHiWsoFXI (zuletzt aufgerufen am 17.12.2016).

[5] Die deutschen Übersetzungen seiner Bücher erscheinen mehrheitlich im verschwörungstheoretischen Mosquito-Verlag: https://www.mosquito-verlag.de/David-Icke-__-4.html (zuletzt aufgerufen am 17.12.2016).

[6] Mobi-Video für die „World Wide Wake Up Tour: https://www.youtube.com/watch?v=oA17Gcy9lOk (zuletzt aufgerufen am 17.12.2016); Vice-Doku zu David Icke: https://www.youtube.com/watch?v=1w2dMekIJLw&t=189s, https://www.youtube.com/watch?v=qjbTBpc8-dU (zuletzt aufgerufen am 17.12.2016)

 

Audio: Rechte, linke und andere Verschwörungsphantasien und ihre antisemitischen Implikationen November 1, 2016 | 04:19 pm

Was macht sie für viele Menschen so attraktiv?

Leicht gekürzter Vortrag von Samuel Salzborn

gehalten am 24. Oktober 2016 in Stuttgart

 

Es gehört mittlerweile fast zur Normalität politischer Ereignisse, dass Verschwörungsmythen fast so schnell produziert werden, wie die Ereignisse stattfinden – was mit der Logik der Verschwörung zu tun hat: Sie bedarf keiner Fakten, keiner Realität, keiner Wirklichkeit außer ihrer selbst, um zu funktionieren. Es bedarf
stets nur eines Anlasses, nicht einer Ursache, damit Verschwörungsphantasien formuliert werden –- denn ihre jeweils eigene hermetische Wahnwelt funktioniert in
ihrer Struktur ganz unabhängig von der Wirklichkeit, da sie in keiner Weise an empirische oder historische Fakten gebunden ist, sondern lediglich mit einem Phantasieweltbild korrespondiert, das jederzeit reformulierbar, jederzeit reproduzierbar und damit auch jederzeit in Variationen abrufbar ist. Die Verschwörungsphantasie ist damit nicht nur eine mythische Konstruktion, sondern in ihrer Verdinglichung auch
Ausdruck der Ambivalenz moderner Vergesellschaftung, die zunehmend Zuspruch in unterschiedlichen politischen Spektren findet. Die unterschiedlichen Varianten von Verschwörungsphantasien und ihre antisemitischen Implikationen werden Thema der Veranstaltung sein.

Prof. Dr. Samuel Salzborn ist Professor für Grundlagen der Sozialwissenschaften an der Uni Göttingen, zuletzt erschienen von ihm die Bücher „Kampf der Ideen. Die Geschichte politischer Theorien im Kontext“ und „Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und Erklärungsansätze“.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Stuttgart und Mittlerer Neckar in Kooperation mit dem Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung für Internationale Beziehungen und Europäische Integration, Prof. Dr. Cathleen Kantner, Universität Stuttgart.

– mit freundlicher Genehmigung des Autors bei Emanzipation und Frieden veröffentlicht –

Audio: Free Tibet? Kritische Betrachtung eines deutschen Konsenses October 23, 2016 | 02:05 pm

Vortrag von Alexander Will, gehalten am 20. Oktober 2016 in Stuttgart

Wenn sich nahezu die gesamte Bundesrepublik in einem einig ist, dann in der Sympathie für die Sache des tibetischen Kampfes um staatliche Autonomie. Kaum jemand ist nicht der Meinung, dass mit der Forderung „free Tibet!“ das Gute, Wahre und Schöne unterstützt wird. Hier sind sich sogar sowohl (Neo)Nazis als auch der Teil der radikalen Linken, der nach dem Ausbleiben der proletarischen Weltrevolution verzweifelt ein neues revolutionäres Subjekt sucht, einig.
Diese Eintracht über alle politischen oder wie auch immer gearteten Lager hinweg hatt vor allem zwei Gründe:
Zum einen gibt es kaum kritische Stimmen zu Tibet, die ein größeres Publikum erreichen. Die wenigen – wie der in diesem Kontext ausdrücklich empfohlene Colin Goldner –, die sich kritisch zur tibetischen „Befreiungsbewegung“ äußern, werden bestenfalls als „unwissenschaftlich“ geschmäht und gelten schlimmstenfalls als bezahlte Agenten des chinesischen Regimes.
Zum anderen gelingt es der Gallionsfigur jener Bewegung, dem 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso, sich selbst und seine Religion permanent und äußerst erfolgreich als radikal friedlich, gewaltlos und reich an mystischer Weisheit darzustellen. Und bekanntlich sind radikaler Pazifismus bis in den eigenen Tod – zumindest bei anderen – und Esoterik Dinge, die die Deutschen seit jeher faszinieren und bei ihnen als besonders schützenswert gelten.
Ziel der Veranstaltung soll es daher sein, die tibetische „Freiheitsbewegung“ radikal zu kritisieren und dabei insbesondere dem Bild des vermeintlich friedlichen und menschenfreundlichen tibetischen Buddhismus eine Aufklärung über die tatsächlichen Inhalte jener Religion entgegenzusetzen.

Alexander Will, Hamburg, ist Historiker und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte des Antisemitismus und mit Genozid- und Gewaltgeschichte.

Eine Veranstaltung von Contain’t, Emanzipation und Frieden, for your interest – fyi und Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

 

Free Tibet? Kritische Betrachtung eines deutschen Konsenses September 23, 2016 | 11:50 am

Vortrag und Diskussion mit Alexander Will

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                       Basis, Hauptstätter Str. 41

Wenn sich nahezu die gesamte Bundesrepublik in einem einig ist, dann in der Sympathie für die Sache des tibetischen Kampfes um staatliche Autonomie. Kaum jemand ist nicht der Meinung, dass mit der Forderung „free Tibet!“ das Gute, Wahre und Schöne unterstützt wird. Hier sind sich sogar sowohl (Neo)Nazis als auch der Teil der radikalen Linken, der nach dem Ausbleiben der proletarischen Weltrevolution verzweifelt ein neues revolutionäres Subjekt sucht, einig.
Diese Eintracht über alle politischen oder wie auch immer gearteten Lager hinweg hatt vor allem zwei Gründe:
Zum einen gibt es kaum kritische Stimmen zu Tibet, die ein größeres Publikum erreichen. Die wenigen – wie der in diesem Kontext ausdrücklich empfohlene Colin Goldner –, die sich kritisch zur tibetischen „Befreiungsbewegung“ äußern, werden bestenfalls als „unwissenschaftlich“ geschmäht und gelten schlimmstenfalls als bezahlte Agenten des chinesischen Regimes.
Zum anderen gelingt es der Gallionsfigur jener Bewegung, dem 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso, sich selbst und seine Religion permanent und äußerst erfolgreich als radikal friedlich, gewaltlos und reich an mystischer Weisheit darzustellen. Und bekanntlich sind radikaler Pazifismus bis in den eigenen Tod – zumindest bei anderen – und Esoterik Dinge, die die Deutschen seit jeher faszinieren und bei ihnen als besonders schützenswert gelten.
Ziel der Veranstaltung soll es daher sein, die tibetische „Freiheitsbewegung“ radikal zu kritisieren und dabei insbesondere dem Bild des vermeintlich friedlichen und menschenfreundlichen tibetischen Buddhismus eine Aufklärung über die tatsächlichen Inhalte jener Religion entgegenzusetzen.

Alexander Will, Hamburg, ist Historiker und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte des Antisemitismus und mit Genozid- und Gewaltgeschichte.

Eine Veranstaltung von Contain’t, Emanzipation und Frieden, for your interest – fyi und Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung March 22, 2016 | 07:45 pm

Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 4. April 2016, 20 Uhr, Bielefeld                                                                          Extra Blues Bar
Veranstaltet von ag freie bildung im Rahmen des Roten Montag

Was verbindet so unterschiedliche Leute wie die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die treue Kirchgängerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den Hirtenworte verkündenden Bischof und die einer Verdünnung von 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 vertrauende grüne Stadtverordnete, die sich für eine kritische Verbraucherin hält?

Es ist der Glaube, ihr Wohl und Wehe hinge vom Walten höherer Mächte ab. Die einen verehren sie, die anderen fürchten sie. Die einen werfen sich ihnen wacker entgegen, die andern unterwerfen sich ihnen lustvoll. Die einen sind sanftmütig, die andern kochen vor Wut. Die einen sind religiös, die anderen atheistisch, die einen unpolitisch, die anderen hochpolitisch, die einen rechts, die anderen links. Und doch verbindet sie mehr als sie trennt: Der Hang zu einfachen Antworten auf komplizierte Fragen, das wohlige Gefühl, zur Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören und eine ausgeprägte Kritikresistenz.

Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, sind gute Zeiten für einfache Botschaften. Wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glauben-wollen statt Wissen-wollen durchsetzen, herrschen Denkfaulheit, Regression und Irrationalität. Doch nicht genug: Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist immer auch die nach starken Führern, die heutzutage gerne auch mal Führerinnen sein dürfen, wenn sie nur Halt und Orientierung versprechen.

Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de

 

Audio: Höhere Mächte sind auch keine Erlösung March 8, 2016 | 11:31 am

Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Vortrag von  Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 29. Februar 2016 in Hamburg

Was verbindet so unterschiedliche Leute wie die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die treue Kirchgängerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den Hirtenworte verkündenden Bischof und die einer Verdünnung von 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 vertrauende grüne Stadtverordnete, die sich für eine kritische Verbraucherin hält?

Es ist der Glaube, ihr Wohl und Wehe hinge vom Walten höherer Mächte ab. Die einen verehren sie, die anderen fürchten sie. Die einen werfen sich ihnen wacker entgegen, die andern unterwerfen sich ihnen lustvoll. Die einen sind sanftmütig, die andern kochen vor Wut. Die einen sind religiös, die anderen atheistisch, die einen unpolitisch, die anderen hochpolitisch, die einen rechts, die anderen links. Und doch verbindet sie mehr als sie trennt: Der Hang zu einfachen Antworten auf komplizierte Fragen, das wohlige Gefühl, zur Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören und eine ausgeprägte Kritikresistenz.

Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, sind gute Zeiten für einfache Botschaften. Wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glauben-wollen statt Wissen-wollen durchsetzen, herrschen Denkfaulheit, Regression und Irrationalität. Doch nicht genug: Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist immer auch die nach starken Führern, die heutzutage gerne auch mal Führerinnen sein dürfen, wenn sie nur Halt und Orientierung versprechen.

Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de

Audio: Zu Geschichte, Inhalten und Entwicklungen der Mahnwachenbewegung November 16, 2015 | 07:11 pm

Laura-Luise Hammel
im Gespräch mit Radio Corax Halle
Produktionsdatum 12.11. 2015

 

Unter dem Titel „Das Volk will Frieden!“ – Zur Kritik der Mahnwachen-Bewegung hat Laura-Luise Hammel eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, deren Inhalt sie frei im Internet verfügbar gemacht hat und auch bei Vorträgen präsentiert. Sie hat Anfang 2014 die neu aufkommenden Mahnwachen beobachtet und dort antisemitische und antiamerikanische Tendenzen ausmachen können. Zu finden ist beispielsweise ein Audiomitschnitt oder ihre Gedanken in Textform.
Jetzt, Ende 2015, beobachtet Sie diese sogenannten Mahnwachen immer noch. Radio Corax Halle sprach mit ihr über die Geschichte der Bewegung, ihre Inhalte und Entwicklungen und welche Rolle Halle und seine Mahnwache bundesweit in diesem Kontext spielt.

Die Sendung im Freien-Radio-Netz

 

Antisemitische und antiamerikanische Verschwörungstheorien October 17, 2015 | 07:26 pm

Eine Diskursanalyse im Umfeld der „Mahnwachen für den Frieden“ im Frühjahr 2014

von Laura-Luise Hammel

[Ein Vortrag der Autorin zum Thema ist HIER zu hören]

Im Frühjahr 2014 ist mit den „Mahnwachen für den Frieden“ eine neue Protestbewegung entstanden, auf denen Menschen in zahlreichen Städten für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit demonstrierten. Schwerpunktthemen der Bewegung waren eine angeblich drohende „Kriegsgefahr in der Ukraine“, eine „Kritik“ am derzeitigen Finanzsystem, der Wunsch nach „mehr Demokratie“ und einer „freien Presse“.

Anders als viele weitere Protestphänomene und Soziale Bewegungen des letzten Jahrzehntes, wurde die Friedensbewegung 2014 in der öffentlichen Berichterstattung und auch innerhalb der politischen Landschaft mehrheitlich negativ wahrgenommen. Die Kritik, die an der Bewegung geübt wurde, bezog sich einerseits auf die Führungspersonen der neuen Protestbewegung,  andererseits wurde ihr vorgeworfen, sie sei offen für rechtsextreme Gruppierungen und greife in ihrer Deutung des Weltgeschehens auf Verschwörungstheorien mit antisemitischen und antiamerikanischen Inhalten zurück.

Die vorliegende Magisterarbeit ordnet die Friedensbewegung als Soziale Bewegung in der Bundesrepublik politikwissenschaftlich ein, setzt sich mit den o.g. Schwerpunktthemen auseinander, analysiert kritisch was sich die Akteure darunter vorstellen und wie entsprechende Forderungen artikuliert werden. Das zentrale Anliegen der Arbeit ist es, am Beispiel der neuen Protestbewegung der „Mahnwachen für den Frieden“ das aktuelle verschwörungstheoretische Sagbarkeitsfeld zum Thema „Einfluss der Federal Reserve Bank auf das Weltgeschehen“, das nach Ansicht der Verfasserin das Kernthema der Bewegung darstellt, im Rahmen einer Diskursanalyse zu analysieren und vertieft auf Anknüpfungspunkte zu gesellschaftlich verankerten antisemitischen Stereotypen einzugehen. Die Magisterarbeit bedient sich zu diesem Zweck der Methodik der Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger.

Die Arbeit ist HIER komplett zu lesen Bitte anklicken und runterscrollen

 

 

Audio: „Das Volk will Frieden!“ Zur Kritik der Mahnwachen-Bewegung September 26, 2015 | 11:14 am

Vortrag von Laura-Luise Hammel

gehalten am 24. September 2015 in Stuttgart

[Eine umfassende Arbeit der Autorin ist HIER zu lesen]

Anfang 2014 sorgte auf deutschen Marktplätzen und Online-Plattformen eine neue Soziale Bewegung für Aufsehen. Mit dem Leitthema der Forderung nach „Frieden“ befasste sie sich mit politischen und wirtschaftlichen Krisen, der Rolle der Medien aber auch mit allerlei esoterischen Themen. Kritiker werfen der Mahnwachen-Bewegung Verschwörungsmythologie, Antisemitismus und die Bildung einer neurechten Querfront vor.

Wie entstand die Bewegung? Wer sind ihre Protagonisten, was treibt die Anhänger an und was ist dran an den Vorwürfen?

Die Referentin hat Politikwissenschaft, Geschichte und Kulturanthropologie in Mainz studiert. In ihrer Magisterarbeit untersuchte sie das Sagbarkeitsfeld der Bewegung der Mahnwachen auf verschwörungsmythologische Muster und Anknüpfungspunkte zu bekannten antisemitischen und antiamerikanischen Ressentiments.

Eine Veranstaltung von Contain’t und Emanzipation und Frieden

 

Audio: Kopf ausschalten als Alternative? August 25, 2015 | 07:03 pm

Religion, Esoterik und die Sehnsucht der Marktwirtschaftsinsassen nach der Höheren Macht.

Lothar Galow-Bergemann im Gespräch mit Radio Corax

Dass sich Massen von Menschen nach „Heilung“ sehnen verweist darauf, dass sie sich verletzt fühlen. Sie haben Grund dazu. Doch die Zumutungen, unter denen sie leiden, sind Folge eben derjenigen instrumentellen Vernunft der Marktwirtschaft, die sie alle teilen und nach der sich alle richten müssen. Je krisenhafter das System der Kapitalverwertung, desto attraktiver erscheinen vielen seiner Insassen Esoterik und Religion. Die vermeintliche Alternative aber schüttet das Kind mit dem Bade aus: sie schreibt die Vernunft schlechthin ab. Diese aber muss gegen die anschwellende Regression verteidigt werden.

(gesendet am 24.08.2015 von Radio Corax unter dem Titel „Irrationalität und Kapitalismus“)

„Das Volk will Frieden!“ Zur Kritik der Mahnwachen-Bewegung August 1, 2015 | 12:58 pm

Vortrag und Diskussion mit Laura-Luise Hammel

Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, Stuttgart

Contain’t-Gelände, Güterstr.10, Stuttgart-Bad Cannstatt

Anfang 2014 sorgte auf deutschen Marktplätzen und Online-Plattformen eine neue Soziale Bewegung für Aufsehen. Mit dem Leitthema der Forderung nach „Frieden“ befasste sie sich mit politischen und wirtschaftlichen Krisen, der Rolle der Medien aber auch mit allerlei esoterischen Themen. Kritiker werfen der Mahnwachen-Bewegung Verschwörungsmythologie, Antisemitismus und die Bildung einer neurechten Querfront vor.

Wie entstand die Bewegung? Wer sind ihre Protagonisten, was treibt die Anhänger an und was ist dran an den Vorwürfen?

Die Referentin hat Politikwissenschaft, Geschichte und Kulturanthropologie in Mainz studiert. In ihrer Magisterarbeit untersuchte sie das Sagbarkeitsfeld der Bewegung der Mahnwachen auf verschwörungsmythologische Muster und Anknüpfungspunkte zu bekannten antisemitischen und antiamerikanischen Ressentiments.

Eine Veranstaltung von Contain’t und Emanzipation und Frieden

Audio: Fracking – Was kommt da alles hoch? Die politische Ökologie steht auf irrationalem Grund June 23, 2015 | 11:29 am

Mitschnitt eines Vortrags von Jörg Huber

gehalten am 15. Juni 2015 in Stuttgart

Von apokalyptischen ökologischen Warnungen geht eine stetige Anziehungskraft aus. Sie klingen prophetisch, stützen sich jedoch zugleich immer auf wissenschaftlich begründete Befunde oder Prognosen. Breite ökologische Diskussionen sind nicht ohne angedrehte Aufregung aber eben auch nicht ohne detailreiches Expertenwissen  vorstellbar. Diese Mischung aus teils archaischen, teils hochmodernen Konzepten zeigt sich aktuell in der Diskussion über die Methode Fracking. Davor ließ sie sich beim Tauziehen um den Ausstieg aus der Kernenergie verfolgen, der Klimawandel ist schon ein Dauerthema. Die politische Ökologie gewinnt seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts an Bedeutung. Erinnert sei an die hanebüchenen Prognosen des „Club of Rome“ vor weltweiter Hungersnot und Rohstoffknappheit infolge einer  „Bevölkerungsexplosion“ und die aus dem Ruder gelaufenen Ängste vor einer in den achtziger Jahren zunehmenden Umweltverschmutzung – Stichwort „Waldsterben“.
Da in allen diesen Debatten tatsächliche Probleme eine Rolle spielen, lassen sie sich nicht als einfach nur hysterisch abtun, wie das gerade von marktliberaler Seite gern geschieht. Der Marktliberalismus will aus Prinzip von möglichen Grenzen des  Wachstums überhaupt nichts wissen, mehr als das Material für das Kapital war Natur für ihn noch nie.
Die wissenschaftliche Fundierung ökologischer Argumente wiederum erweist sich so oft als unsauber, dass erst einmal nichts anderes übrig bleibt, als bei jedem Thema zwischen verzerrter realitätsgerechter Einsicht und wissenschaftlich verpacktem Aberglauben zu unterscheiden.
Das ökologische Denken lernt offensichtlich selbst nichts aus seinen Fehlern. Daher stellt sich die Frage, was ihm immer wieder aufs Neue die Weltuntergangsvisionen eingibt. Schon am demagogischen Duktus ökologischer Mahner und Warner entzündet sich dabei der Verdacht, dass ihre Sorge weniger dem Wohl der Natur und der von ihr abhängigen Menschheit als vielmehr einer verlogenen politischen Mobilisierung gilt.

Der aktuell verstärkt propagierte Traum einer nachhaltigen Produktion, die unter Einsatz sparsamer kybernetischer Methoden einen harmonischen Einklang mit der Natur anvisiert, ist aber nicht mehr als das kitschige Idealbild des aktuellen gesellschaftlichen Zustandes, der mit einem scheinbaren Rekurs auf die Natur verteidigt wird. Ökologisches Problembewusstsein speist sich aus verschobener Krisen- und Abstiegsangst. Der Sehnsucht nach einem organischen Einklang mit der Natur entspricht daher eine Theorieentwicklung, die gegen alle Vernunft davon ausgeht, dass der Kapitalismus sich in ein ökologisch und sozial kontrollierbares Kreislaufsystem verwandeln ließe. Das ist nicht nur logisch unmöglich, allein schon die Intention ist erschreckend.
Jörg Huber ist Physiker, schreibt für die Zeitschrift Bahamas und hat eine Webseite: http://joerghuber.net

 

 

Fracking: Was kommt da alles hoch? May 21, 2015 | 01:35 pm

Die politische Ökologie steht auf irrationalem Grund

Vortrag und Diskussion mit Jörg Huber

Montag, 15. Juni 2015, 19.30 Uhr, Stuttgart
Stadteiltreff Veielbrunnen, Morlockstr.18, Stuttgart-Bad Cannstatt

Von apokalyptischen ökologischen Warnungen geht eine stetige Anziehungskraft aus. Sie klingen prophetisch, stützen sich jedoch zugleich immer auf wissenschaftlich begründete Befunde oder Prognosen. Breite ökologische Diskussionen sind nicht ohne angedrehte Aufregung aber eben auch nicht ohne detailreiches Expertenwissen  vorstellbar. Diese Mischung aus teils archaischen, teils hochmodernen Konzepten zeigt
sich aktuell in der Diskussion über die Methode Fracking. Davor ließ sie sich beim Tauziehen um den Ausstieg aus der Kernenergie verfolgen, der Klimawandel ist schon ein Dauerthema. Die politische Ökologie gewinnt seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts an Bedeutung. Erinnert sei an die hanebüchenen Prognosen des „Club of Rome“ vor weltweiter Hungersnot und Rohstoffknappheit infolge einer „Bevölkerungsexplosion“ und die aus dem Ruder gelaufenen Ängste vor einer in den achtziger Jahren zunehmenden Umweltverschmutzung – Stichwort „Waldsterben“.

Da in allen diesen Debatten tatsächliche Probleme eine Rolle spielen, lassen sie sich nicht als einfach nur hysterisch abtun, wie das gerade von marktliberaler Seite gern geschieht. Der Marktliberalismus will aus Prinzip von möglichen Grenzen des  Wachstums überhaupt nichts wissen, mehr als das Material für das Kapital war Natur für ihn noch nie.

Die wissenschaftliche Fundierung ökologischer Argumente wiederum erweist sich so oft als unsauber, dass erst einmal nichts anderes übrig bleibt, als bei jedem Thema zwischen verzerrter realitätsgerechter Einsicht und wissenschaftlich verpacktem Aberglauben zu unterscheiden.

Das ökologische Denken lernt offensichtlich selbst nichts aus seinen Fehlern. Daher stellt sich die Frage, was ihm immer wieder aufs Neue die Weltuntergangsvisionen eingibt. Schon am demagogischen Duktus ökologischer Mahner und Warner entzündet sich dabei der Verdacht, dass ihre Sorge weniger dem Wohl der Natur und der von ihr abhängigen Menschheit als vielmehr einer verlogenen politischen Mobilisierung gilt.
Der aktuell verstärkt propagierte Traum einer nachhaltigen Produktion, die unter Einsatz sparsamer kybernetischer Methoden einen harmonischen Einklang mit der Natur anvisiert, ist aber nicht mehr als das kitschige Idealbild des aktuellen gesellschaftlichen Zustandes, der mit einem scheinbaren Rekurs auf die Natur verteidigt wird. Ökologisches Problembewusstsein speist sich aus verschobener Krisen- und
Abstiegsangst. Der Sehnsucht nach einem organischen Einklang mit der Natur entspricht daher eine Theorieentwicklung, die gegen alle Vernunft davon ausgeht, dass der Kapitalismus sich in ein ökologisch und sozial kontrollierbares Kreislaufsystem verwandeln ließe. Das ist nicht nur logisch unmöglich, allein schon die Intention ist erschreckend.

Jörg Huber ist Physiker, schreibt für die Zeitschrift Bahamas und hat eine Webseite: http://joerghuber.net

Eine Veranstaltung von Contain’t  und Emanzipation und Frieden

 

Psiram-Sommerrätsel 2013: Teil 5 August 12, 2013 | 06:00 pm

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Liebe Rätselfreunde,

so langsam wird es ernst, das Psiram-Sommerrätsel 2013 nähert sich seinem Ende. Und damit kommen jetzt nach und nach auch die entscheidenden Koordinaten ins Spiel. Wer nun tatsächlich eine zündende Idee hat, was die Gesamtlösung sein könnte (und sich vorher auch mit den Regeln sowie den Teilen 1, 2, 3 und 4 vertraut gemacht hat), ist hiermit herzlich eingeladen, seine Gesamtlösung (bestehend aus drei Teilen) an sommerraetsel(ätt)psiram.com zu senden.

Für alle anderen, die immer noch im Dunkeln tappen, gibt es hier den fünften Teil des Rätsels:

 

Wer meine Rätsel kennt, der weiss, dass es im vorletzten Rätselteil stets um das Thema „Chemie“ geht. Und so suchen wir auch diesmal ein chemisches Element.

Ausgangspunkt ist eine der vielen am Eso-Markt bekannten Pseudotherapien. Bei dieser wird vor allem der Farbe Purpur so manche mysteriöse Kraft zugeordnet:

So soll eine “Bestrahlung” mit dieser Farbe Schmerzen lindern, den Schlaf fördern, den Blutdruck senken und gewisse „Frauenbeschwerden“ mindern. Mit der Farbe Purpur soll auch ein bestimmtes chemisches Element verbunden sein – nur welches?

Die Ordnungszahl dieses Elements ist jedenfalls die Koordinate „bb“ unseres Rätsels.

 

Nun alles klar? Falls nicht – Teil 6 folgt in 72 Stunden. Und spätestens dann sollte die Lösung eigentlich auf der Hand liegen.

Sommerliche Grüsse,

Euer

?Riddler?

 

P.S.: Bislang ist noch keine korrekte Lösung eingegangen – für Euch also immer noch gute Chancen, einen der Preise abzugreifen.

Psiram-Sommerrätsel 2013: Teil 4 August 9, 2013 | 06:00 pm

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Hallo liebe Rätselfreunde,

seid Ihr bereit, heute das Psiram-Sommerrätsel 2013 zu lösen? Die Chancen stehen nicht schlecht, denn heute gilt es zum ersten Mal, eine der wirklich grossen (und damit auch besonders hilfreichen) Koordinaten des Rätsels zu ermitteln. Somit wäre ich auch nicht weiter erstaunt, in den nächsten Stunden die erste korrekte Lösung im eMail-Briefkasten unter sommerraetsel(ätt)psiram.com vorzufinden.

Für alle, die immer noch keinen Plan haben, wovon der ?Riddler? eigentlich faselt: schaut in die Regeln, in Teil 1, Teil 2, und Teil 3 des Rätsels – danach sollten dann alle Unklarheiten beseitigt sein.

Und hier nun Teil 4 des Rätsels:

 

Ein kleiner Test für alle Leser – wie durchgeknallt bin ich eigentlich?

Du redest mit Deinen Haustieren und bist überzeugt, sie verstehen Dich? – Langweilig!

Du redest mit Deinen Pflanzen und glaubst, sie würden dadurch besser wachsen? – Öööööde!

Wie wäre es einmal damit, wenn Du Dich mit Deinem Morgenkaffee unterhältst? Wenn Du dann auch noch der Meinung bist, diese Massnahme würde die Wirksamkeit Deines Morgentrunkes erhöhen, bist Du unser Opfer Mann.

Um Euch zu beruhigen: noch ist kein Vertreter der Pseudowissenschaften auf diese Idee gekommen. Aber wenn, gibt es nur einen, dessen Hirn solcher Unsinn entsprungen sein könnte.

Gesucht ist heute die Jahreszahl, in der der Gesuchte seinen Doktortitel gekauft hat, genauer gesagt, die letzten 2 Stellen der Jahreszahl. Sie ergeben mit „aa“ die erste wirklich grosse Koordinate unserer Rätsellösung.

 

Naaa? Hat schon jemand von Euch eine Erleuchtung? (Bitte denkt daran: die korrekte Lösung umfasst drei Teile: den Namen der gesuchten “Institution”, das, was dort “gelehrt” wird, und den Namen des “Erfinders” der gesuchten “Methode”. Und ganz wichtig: jeder Teilnehmer kann nur eine Lösung einreichen.)

Falls nicht – Teil 5 folgt (wie immer) in drei Tagen. Euch allen bis dahin weiterhin schöne Ferien bzw. schweissfreie Arbeitstage!

Gruss,

?Riddler?

 

Psiram-Sommerrätsel 2013: Teil 3 August 6, 2013 | 06:00 pm

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Liebe Rätselfreunde,

wieder sind drei Tage ins Land gegangen, Zeit für den nächsten Teil des Psiram-Sommerrätsels 2013. Für alle, die jetzt so gar nicht wissen, worum es hierbei geht: schaut einfach mal in die Regeln sowie in Teil 1 und Teil 2 des Rätsels, dann wird so Manches klarer.

Für diejenigen von Euch, die es jetzt gar nicht mehr erwarten können – hier ist der 3. Rätselteil:

 

Unser heutiger Rätselteil führt uns zu einem richtig „grossen Fisch“ im Teich der Esoterik. Er versuchte sich mal kurz als Erfinder, dann als Soldat. Später kommunizierte er telepathisch mit Tomaten. In seiner Lehre spielen adlige Stirnhöhlen eine gewisse Rolle. Und bestimmte Flugobjekte mag er so gar nicht.

Gesucht ist das Geburtsjahr dieses „Gurus“ – genauer gesagt die letzten zwei Stellen der Jahreszahl. Sie ergeben die Koordinate „yy“ unseres Rätsels.

 

Wer schon heute einen Tip abgeben möchte: immer her damit. Die Gesamtlösung (bestehend aus drei Teilen) schickt Ihr dann bitte an sommerraetsel(ätt)psiram.com. Aber immer daran denken: jeder kann nur einen Lösungsvorschlag einreichen!

Für diejenigen, die zwar schon die eine oder andere Teillösung parat haben, hinsichtlich der Gesamtlösung immer noch im Dunkeln tappen (was mich nicht wundern würde), gibt es ja in 3 Tagen schon den nächsten Hinweis.

Bis dahin – und geniesst den Sommer!

Euer

?Riddler?

 

Psiram-Sommerrätsel 2013: Teil 2 August 3, 2013 | 06:00 pm

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Liebe Rätselfreunde,

schon wieder 3 Tage um – der ?Riddler? ist wieder da. Ich hoffe sehr, dass Euch Teil 1 des diesjährigen Sommerrätsels noch nicht allzu viele Schwierigkeiten bereitet hat. Falls doch, so mag es Euch trösten, dass die Gesamtlösung (zumindest theoretisch) auch ohne die Teillösung 1 gefunden werden kann.

Und für alle diejenigen, die beim ersten Teil nur müde lächeln konnten, folgt hier auch sofort Teil 2:

 

Heute geht es um einen Hellseher. Aber einen ganz speziellen dieser „Zunft“. Eine deutsche Zeitung verglich ihn einstmals sogar mit dem Vater aller Hellseher, dessen Verse bis heute die Eso-Szene faszinieren.

Schon die Nazis wussten seine „Dienste“ zu schätzen – das Ergebnis ist jedoch nicht überliefert. Er soll angeblich so manchen Kriminalfall aufgeklärt haben, auch nach dem Krieg. Diese „Erfolge“ stimulieren bis heute Schweizer TV-Minisender und Deutsche Eso-Zeitschriften.

Der Betreffende wurde jedenfalls wiederholt vor Gericht gestellt, wobei er jedoch stets mit der Angabe mehrerer Zeugen davonkam, seine „Prophezeiungen“ seien “so irre gewesen, dass man sie sowieso nicht geglaubt habe”.

Tja, dumm gelaufen. Quasi die Höchststrafe für einen Wahrsager. Immerhin rief er in Folge der Gerichtsurteile gegen ihn schliesslich in der o.g. Tageszeitung dazu auf, an ihn keine weiteren Anfragen für Vorhersagen zu schicken.

Gesucht ist heute das Todesdatum des Betreffenden, und zwar nicht Todesjahr oder -monat, sondern das Tagesdatum (also: cc.**.****). Diese Zahl ergibt die Koordinate „cc“ im Rätsel.

 

Das sollte heute schon ein wenig schwerer sein als noch am Mittwoch (hoffe ich zumindest). Wer tatsächlich schon so desperat ist, heute bereits eine Lösung einreichen zu wollen, der schicke diese bitte an sommerraetsel(ätt)psiram.com. Viel Glück!

Ansonsten löse ich hiermit mein Versprechen ein, heute bekanntzugeben, was es denn überhaupt zu gewinnen gibt. Ganz einfach: es gibt 3 DVDs (bzw. DVD-Sets) abzugreifen. Derjenige, der als erstes die korrekte Lösung einsendet, darf sich als erstes seinen Preis aussuchen, der zweite korrekte Löser wählt dann als zweites, für den dritten korrekten Löser bleibt dann übrig, was die ersten beiden Gewinner nicht genommen haben.

Folgende DVDs stehen zur Wahl:

– “Götter wie wir” (eine herrliche Parodie auf das Alte und Neue Testament, für Atheisten wie für Gläubige, steht bei der katholischen Kirche in Deutschland allerdings auf der “schwarzen Liste”)

– “Ijon Tichy – Raumpilot” (die erste Staffel der preisgekrönten ZDF-Serie, frei nach den “Sterntagebüchern” von Stanislaw Lem)

– “Terry Pratchett Gesamtbox” (nun ja, nicht wirklich alle Scheibenwelt-Verfilmungen, aber immerhin “MacBest”, “Rollende Steine” und “Ab die Post” in einer DVD-Box, dazu die Bonus DVD von T.P. “Mein Leben mit Alzheimer”)

So, und wenn es sich für Euch jetzt immer noch nicht lohnt mitzurätseln, dann weiss ich auch nicht mehr. Der nächste Teil kommt jedenfalls turnusgemäss am Dienstagabend. Bis dahin,

Euer ?Riddler?

Der Hildegard Orgonakkumulator von Jentschura – ein Screenshot May 23, 2013 | 10:37 am

Manchmal genügt schon ein Bild, ohne dass man weitere Worte finden muss.

Hildegard Orgonakkumulator bei Amazon und Vorschläge

Hildegard Orgonakkumulator bei Amazon und Vorschläge

Sehr amüsant auch die Produktbewertungen bei Amazon, es könnte allerdings der leise Verdacht aufkommen, dass Orgon-Akkumulatoren nicht ganz ernst genommen werden.

Wort + Geist May 16, 2013 | 11:02 am

Bei Psiram wird uns ja oft – und vielleicht ja auch zu Recht – vorgeworfen, zu negativ zu sein. Wir wollen heute daher mal jemanden vorstellen, der ein echter Heiler und Heiliger ist, bescheiden und zurückhaltend – Helmut Bauer von Wort und Geist.

Schon von Anfang an zeigte sich die segensreiche Wirkung des Heiligen Geistes, als er in bestehende Gemeinden eindrang, verkrustete Strukturen aufbrach und viele Seelen aus ihren nur scheinbar gläubigen Familien herausreißen und retten konnte. Retten in einem sehr realen Sinne, denn wie gesagt ist er ein großer Heiler, der viele Menschen zum Absetzen ihrer Medikamente bewegen konnte. Natürlich gibt es da einige, die nicht fest genug im Glauben sind und daher doch nicht geheilt werden. Andere, die wie Ingrid Z. dem Heilungsdienst angehörten, ziehen einer Heilung (in ihrem Fall Krebs der Bauchspeicheldrüse) dann doch die ewige Glückseligkeit vor. Alle aber können sich trösten, dass der Obolus, den sie dafür gespendet haben (man redet von 8.000-12.000 € pro Heilgottesdienst, die dem Völkerapostel und fleischgewordenen Christus Bauer cash im Umschlag zugesteckt werden), sicher einem guten Zweck zugute kommt. Die Finanzen von Wort und Geist sind zwar nicht besonders transparent (Geschätzte Einnahmen der Bibelschule allein, also ohne Spenden laut NDR: 3,6 Mio € / Jahr), aber an dem großen Audi A8 (geht bei 75.000 € los), den Bauer fährt, sieht man doch, dass das Geld gut in den Aufschwung angelegt wird.

Natürlich wird ein solcher Streiter Gottes viel verleumdet, aber die absolute Selbstlosigkeit seines Handelns zeigt sich unwiderlegbar daran, dass er seine von Gott höchstpersönlich gegebenen Heilfähigkeiten ausschließlich seinen spendenden Anhängern zur Verfügung stellt, selbst aber ein Jahr lang tapfer an einer Borreliose leidet.

Auch zeichnet ihn große Zurückhaltung aus, und anstelle von Inquisition und Scheiterhaufen begnügt er sich damit, gottlose Kritiker wegen des Satzes “Bei uns hat sich Wort und Geist benommen, wie eine Terrororganisation” von seinen Anwälten auf 250.000 € verklagen zu lassen. Damit aber nicht genug, hat er in seiner demütigen Bescheidenheit doch alle Predigten seiner Anhänger aus dem Netz entfernen lassen. Wir bei Psiram haben aber noch Kopien dieser MP3s gefunden und wollen sie hiermit selbstlos der Netzöffentlichkeit zur Verfügung stellen, damit man sich mit den Worten seiner Anhänger ein Bild der Lehren des Völkerapostels und fleischgewordenen Christus Helmut Bauer machen kann. Viel Vergnügen und ein paar erbauliche Stunden den Lesern. Vielleicht wird der eine oder andere gottlose Leser dieses Blogs doch noch hellhörig und gerettet. Er bedenke dann, dass ein Audi A8 auch sehr viel Benzin verbraucht, das man teuer bezahlen muss. Wir verstehen uns.

 

Amen.

Für Genießer:

Alex ThomsenDer Apostel

Helmut Bauer – Die Sohnschaft ist sichtbar

NN – Folgt dem Apostel nach