tag ‘Kindesmisshandlung’
Impfgegner und Autisten November 22, 2012 | 08:02 am

“Impfgegner und Autismus” ist ein leidiges Thema, das in unserem Blog schon detailliert besprochen wurde. Dass ein möglicher Zusammenhang intensivst untersucht wurde, interessiert die Vertreter dieser Behauptung wenig.

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht nur ignoriert: sie sind auch völlig unerwünscht, da sie dem zentralen Dogma des eigenen Glaubens widersprechen. Und was nicht sein darf, das kann nicht sein. Ob an dieser Stelle der Grundstein für eine grundsätzliche Wissenschafts-/Medizinfeindlichkeit gelegt wird oder diese schon vorher bestand (z.B. beim Übergang vom Homöopathen zum Impfgegner), ist dabei egal. Man misstraut der Wissenschaft und vertraut implizit jedem, der sich gegen sie äußert.

Einen großen Beitrag zu diesem Misstrauen hat Andrew Wakefield geliefert, der einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus postulierte, worauf die Impfrate in England massiv zurückging. Man hat ihn zwar der Fälschung überführt, aber Kinder sind unnötig gestorben und das Gerücht ist seither nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Wakefield wird, obwohl er erwiesenermaßen Geld genommen hat, weiterhin zitiert. Er wird als einzelner Held einfach unterdrückt und dem Rest der Forschung wird im Gegenzug angedichtet, dass alle von der Pharmamafia bestochen seien.

Mit der Behauptung, dass Impfungen Autismus verursachen, hört es aber auch nicht auf. Wird ein Kind als autistisch diagnostiziert (hier wird oft das breite Spektrum autistischer Krankheiten gemeint), wird nicht nur sofort geschrien: “Impfschaden, Impfschaden”, nein, es wird auch oft gleich Heilung oder Linderung angeboten.

Entsprechende Gruppen wenden sich dabei “hilfsbereit” an Eltern von autistischen Kindern, um ihnen beliebige Quacksalbereien anzudrehen. Man gibt den Eltern des Kindes einen Grund (Die Impfungen sind schuld), spendet ihnen Trost und bekommt im Gegenzug vielleicht Spenden und treue Kunden.

Oh, wir wollen nicht behaupten, dass diese Organisationen bzw. die Mitglieder nur kommerziell motiviert agieren; sicherlich sind einige vom festen Glauben beseelt, den Menschen zu helfen. Aber der monetäre Aspekt schwimmt doch immer irgendwo rum. Man muss ja irgendwie sein Geld verdienen.

Generation Rescue, eine gemeingefährliche “gemeinnützige” Organisation, die vor allem durch ihre Frontfrau Jenny McCarthy bekannt wurde, ist zum Beispiel gerade eine Partnerschaft mit der Firma “Health Partner Sauna” eingegangen. Man macht dabei – bestimmt ganz uneigennützig – Werbung für die Produkte des Saunaherstellers.

Generell kann man ja nichts gegen die Sauna sagen, ist eine wunderbare Sache mit gesundheitlichen Vorteilen (aber auch Gefahren!), aber bei Autismus gibt es keinerlei Evidenz. Eine Autorin des Forbes Magazine hat recherchiert und die Werbeaussagen der Firma ziemlich verrissen.

“Health Partner Sauna” wirbt auch mit Entschlackung (Detox) und hält es zum Beispiel auch für notwendig darauf hinzuweisen, dass ihre Kabinen kaum elektromagnetische Strahlung aussenden.

Natürlich ist das nichts Neues, Generation Rescue wirbt schon seit Jahren für diverse pseudomedizinische Verfahren wie die Chelattherapie oder Behandlung mit Lupron. Lupron ist ein starkes Medikament, das die Östrogen/Testosteron-Produktion unterbricht. Bei Kindern angewendet, kann das Medikament unter anderem den permanenten Verlust der sexuellen Funktionalität verursachen.

Oder ebenfalls sehr ekelhaft: bei der letzten “Autismus One/Generation Rescue” Konferenz wurde – wie wir schon berichteten – eine Kerri Rivera als Sprecherin eingeladen, die mit großem Vergnügen erklärt, wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert (MMS ist ein industrielles Bleichmittel).

Man könnte noch diverse Beispiele wie die CEASE-Therapie anführen, bei der Impfgegner mit autistischen Kindern Geld verdienen, aber es genügt wohl. Es ist und bleibt ein schmutziges Gewerbe. Mag eine Sauna ja noch recht harmlos sein – MMS-Einläufe und chemische Kastration sind es sicher nicht.

Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert May 28, 2012 | 09:28 am

Wir sind lange im Geschäft, wir haben viel gesehen. Aber da schaut man nichtsahnend am Wochenende bei Orac von den amerikanischen Scienceblogs vorbei und bei dem Artikel dort vergeht einem dann der Appetit.

Bei seinen Recherchen zum Impfgegner-Treffen Autismus One (er nennt es “Quackfest”) ist er auf eine neue Grauslichkeit gestoßen: Autistische Kinder mit MMS-Einläufen “heilen”. Wer bei Kindesmisshandlung Mordgelüste bekommt, sollte sich den Artikel vielleicht schenken.

MMS enthält kurz gesagt als Wirkstoff Chlordioxid, welches als industrielles Bleichmittel und zur Desinfektion eingesetzt wird. Es wurde bis 1957 auch zum Bleichen von Mehl verwendet, aber dann wegen im Tierversuch nachgewiesener Nierenschäden verboten. In sehr kleinen Mengen kann zwar kein negativer Effekt nachgewiesen werden, es ist aber kein erlaubter Nahrungsmittelzusatzstoff.

Der Erfinder der Methode, “Bischof Humble”, hat in den USA eine eigene Kirche gegründet, um sich vor dem Behördenzugriff zu schützen. Er bewirbt es als Wundermittel gegen jede beliebige Krankheit, angefangen von Malaria über Krebs bis AIDS.

Gesundheitsbehörden weltweit warnen vor der Einnahme, was Humble und seine “Kirche” aber nicht davon abhält, es zu vermarkten. In Deutschland ist der Vertrieb von MMS verboten.

Die Frau im folgenden Video, Kerri Rivera, hat offenbar eine Klinik in Puerto Vallarta, Mexiko, in der sie angeblich schon 2.000 Familien behandelt und nach eigener Aussage auch 38 Kinder mittels MMS geheilt hat.

Sie selbst hat einen inzwischen 11-jährigen Sohn, der im Alter von 2 Jahren mit Autismus diagnostiziert wurde. Als Mutter habe sie sich daraufhin mit der Krankheit auseinandergesetzt und sei inzwischen “Expertin”.

Autismus wird ihrer Meinung nach durch Viren, Bakterien, Schwermetalle (die logischerweise vor allem in Impfungen enthalten sind), Parasiten, Pilzen, Entzündungen und Nahrungsmittelallergien verursacht. MMS kann natürlich all diese üblen Stoffe neutralisieren. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden wie üblich völlig ignoriert und genetische Ursachen völlig ausgeschlossen.

In dem Video erklärt Rivera Eltern, wie man Kindern am besten MMS-Tropfen gibt. Das ist ja nicht so einfach. Einnahme ist grundsätzlich achtmal oder öfter am Tag. Man gibt dem Kind dabei jeweils 1 Tropfen pro 25 Pfund Körpergewicht. Aber was ist mit Kindern, die z.B. 70 Pfund wiegen? Nun, in dem Fall startet man bei 16 Tropfen pro Tag und geht in Dreitagesschritten langsam höher, bis es dem Kind dreckig geht. Wenn es dem Kind mit 19 Tropfen noch gut geht, erhöht man auf 20 Tropfen.

Wie erkennt man nun, dass man die Dosis nicht mehr erhöhen sollte? An den Reaktionen des Kindes.

Es kann Symptome wie z.B. stärkeres “stimming” zeigen. Stimming ist ein Begriff, der im wesentlichen zwanghaftes Verhalten bezeichnet, das sich in anhaltenden, sinnlosen Bewegungen manifestiert. Wie z.B. Klatschen, sich im Kreis drehen, Kopfschütteln, etc.

Auch Durchfall gehört zu den Symptomen, die auftreten können, wobei man zwischen gutem, reinigendem “Detox”-Durchfall und bösem, schlimmem Durchfall unterscheiden muss. Der gute Durchfall führt ganz einfach zu einer Darmreinigung, bei der der Körper von Würmern, Schwermetallen und bösen Bakterien gereinigt wird. Das man üblicherweise keine Würmer im Darm nachweisen kann liegt einfach daran, dass die Tests viel zu schlecht sind, wie in einem anderen Video erklärt wird.

Außerdem kann etwas, dass sie als Jarisch-Herxheimer-Reaktion “diagnostiziert” auftreten, was ganz einfach heißt, dass das Kind aufgrund der Vergiftung Fieber mit Schüttelfrost und Kopfschmerzen bekommt.

Fieber ist dabei auch etwas Gutes; man darf es nicht unterdrücken, man muss es fördern, damit es den Körper aufheizt – es ist eine großartige Gelegenheit, um bei den Giftstoffen im Körper richtig Schaden anzurichten.

Im Sinne einer Fiebertherapie kann man MMS auch gezielt nutzen, um das Kind in einen Fieberzustand zu versetzen und damit das Immunsystem aufzuwecken.

Dazu wird dem Kind einfach jede Stunde eine Dosis MMS verabreicht (nicht nur achtmal am Tag). Wenn sich das Kind erbricht, setzt man die Dosis für eine Weile ab, dann geht es mit niedriger Dosis weiter. Man kann natürlich auch Einläufe mit MMS zwischendurch verabreichen. Am Morgen einen Einlauf, am Abend ein Bad in MMS, zum Beispiel. Man kann zwischendurch auch die Dosis erhöhen, um das Fieber zu “kontrollieren”.

Sie erklärt zwischendurch dann am Beispiel eines Kleinkindes mit 25 Pfund (11,4 kg), was das 72-2-Protokoll ist: dabei gibt man dem Kind im Zweistundentakt 72 Stunden lang mit einem Babyfläschchen MMS. Nach dieser 72-Stunden-Tortur bemerkt man nach ihren Angaben normalerweise, dass sich die Kinder danach viel besser benehmen. Selbstverständlich macht man die 72-2-Prozedur erst, wenn das Kind mindestens 1 Woche lang Einläufe bekommen hat.

Dass sie im Video zwischendurch erzählt, dass ihre Zähne sauberer sind als je zuvor, seit sie sich mit hochkonzentrierter Lösung die Zähne putzt (um Fluorid in der Zahnpasta zu vermeiden), hat angesichts der Tatsache, dass Chlordioxid als Bleichmittel eingesetzt wird, fast etwas absurd Komisches.

Kerri Rivera liebt Einläufe, weil man damit in den Darm kommt. Man kommt angeblich direkt an die Quelle der Krankheit heran. MMS wird im Darm viel schneller absorbiert und tötet damit die Pathogene im Blut viel schneller. Sie wünscht sich in einem Nebensatz die gute alte Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als Einläufe noch eine angesehene Prozedur waren.

Sie erklärt im Detail, wie man Einläufe bei Kindern anwendet. Ihr Sohn bekommt regelmäßig welche. Die Beschreibung möchten wir dem Leser ersparen. Es gibt aber ja auch Kinder, die das nicht so “mögen”; daher erklärt sie auch kurz, wie man die Kinder am besten festhält.

Ihrem Sohn gibt sie seit 17. August 2010 MMS, dabei gelegentlich bis zu 5-6 Tropfen MMS-Lösung achtmal am Tag, was er nach ihren Angaben relativ gut verkraftet. In der ersten Woche habe er praktisch nur gekotzt, aber sie hatte ganz phänomenalen Augenkontakt mit ihm. Seit Mitte 2011 etwa bekommt er auch regelmäßig Einläufe. Aber seine Fortschritte sind nach ihren Angaben nicht groß, was sie dazu animiert, immer neue Behandlungen für ihn zu finden.

Das jüngste Kind, das sie je behandelt hat, war nach ihren Angaben 2 Monate alt. Das jüngste Kind, das die volle Tortur durchmachen musste, war etwa 1,5 Jahre alt.

Wie man ein Kinderleben ruinieren kann June 8, 2011 | 08:40 am

Wieder einmal wurde ein Kind Opfer des Irrsinns seiner Eltern:

Mels. Der lebensbedrohliche Zustand des Kindes war durch die verhängnisvolle Kombination einer langjährigen Fehlernährung mit einer Diphtherie eingetreten. Dies, weil die Eltern selbst keine Medikamente nehmen und folglich auch das Kind nicht geimpft hatten und weil sie als Veganer leben und damit eine entsprechende Mangelernährung beim Kind in Kauf nahmen.

Der damals 7jährige Knabe war daher über Wochen hinweg immer kränklicher geworden und hatte zuletzt nur noch auf dem Rücken gelegen, ohne sich selbst wenden zu können. Selbst als er schliesslich die Nahrung verweigerte, hätten bei den Eltern noch keine Alarmglocken geschrillt, hielt die Anklage fest. Erst nachdem die Atmung aussetzte, hätten sie dann endlich einen Notruf getätigt.

«In akuter Lebensgefahr»
Die Ambulanz fand das Kind bewusstlos mit akutem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems vor. Gutachten hielten später fest, dass es ohne sofortige Hilfe gestorben wäre. Die Mangelernährung habe zudem zu Ausfallerscheinungen des Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskeln und Knochen geführt.

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