tag ‘Hauptartikel’
Mitschnitt des Vortrags “Moderner Antisemitismus – Woher kommt er? Wohin geht er?” vom 27. Januar in Reutlingen February 1, 2016 | 10:44 am

In diesem Vortrag soll ein grundlegendes Verständnis für Antisemitismus geschaffen werden. Begriffsdefinitionen und die Wirkungsmuster des Antisemitismus wollen wir gemeinsam besprechen und anschließend an den Vortrag in einer Diskussionsrunde vertiefen.

Buchrezension: Arbeiterbewegung – Nation – Globalisierung: Bestandsaufnahmen einer alten Debatte December 28, 2015 | 02:29 pm

Wie hältst du es mit der Nation? In einer Zeit der Umbrüche ist es kaum verwunderlich, dass diese Frage unter Linken intensiver diskutiert wird. Europaweit kommt es zur Rückbesinnung auf die eigene Nation, zur Abschottung gegenüber dem Fremden. Diese Tendenz ist keinesfalls auf Pegida oder EU-feindliche Parteien beschränkt. Sie lässt sich selbst in Teilen der Linken beobachten, etwa in den Querfrontbemühungen um die Montagsmahnwachen für den Frieden. Auf diesen wurde immer wieder eine fehlende Souveränität Deutschlands beklagt.

Xavier Naidoo & die konformistische Revolte December 11, 2015 | 03:43 pm

Weil sich Musiker wie Xavier Naidoo erfolgreich als vermeintliche Tabubrecher vermarkten können, gesellt sich zum popkulturellen und gesellschaftlichen Mainstream, dessen sinnhafte Entsprechung sich allzweijährig anlässlich großer Fußballturniere in schwarz-rot-goldenen Massenritualen manifestiert, allerdings dann noch eine ganz besondere Form von „Rebellion“, die sich getrost als konformistische Revolte bezeichnen lässt. Ihre Besonderheit liegt in ihrer antimodernen Rückwärtsgewandtheit. Der inszenierte Tabubruch trifft dabei auf mehrheitsfähige Positionen und entfaltet deshalb eine beträchtliche gesellschaftliche Resonanz, wie das Gejammer über Naidoos Ausladung auf ein Weiteres offenbart.

Vortrag mit Stephan Grigat in Wuppertal am 10. Dezember: Kritik des Antisemitismus. Eine Einführung. December 6, 2015 | 01:09 pm

Der Antisemitismus gilt häufig als ein Phänomen, welches sich im Wesentlichen auf die extreme Rechte beschränkt. Tatsächlich lässt er sich aber, in unterschiedlichen Ausprägungen, in jedem politischen Lager und in jeder gesellschaftlichen Schicht nachweisen. Ziel dieser einführenden Veranstaltung ist es, zu zeigen, dass es sich bei dem Antisemitismus nicht um ein bloßes Vorurteil gegenüber dem Judentum handelt und eine Erklärung als „Rassismus gegen Juden“ ebenfalls zu kurz greift. Stattdessen soll der antijüdische Hass in Beziehung zur grundsätzlichen Verfasstheit dieser Gesellschaft gesetzt werden. Darüber hinaus wird thematisiert, inwiefern der Hass auf Israel als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus zu verstehen ist und in welchem Verhältnis der europäische Judenhass zum Antisemitismus in den diversen Spielarten des Islamismus steht.

Aktionstage gegen Antisemitismus am 05. Dezember in Wurzen (Sachsen) November 30, 2015 | 06:32 pm

Am 05.12.2015 veranstaltet der AK Shalom Westsachsen zusammen mit der Linksjugend ['solid] Westsachsen einen Aktionstag gegen Antisemitismus. Dieser findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu-Antonio-Stiftung statt.

Bericht & Mitschnitt des Vortrags “Türkischer Antisemitismus & Nationalismus” mit Ismail Küpeli November 11, 2015 | 04:56 pm

In vielerlei Hinsicht bleiben die gegenwärtigen fundamentalen Veränderungen in der Türkei unverstanden, wodurch es oftmals zu einer Verharmlosung des von der AKP propagierten Islamismus und des damit einhergehenden Antisemitismus mitsamt seinen Auswirkungen auf die Verhältnisse in Deutschland kommt. Um die Verbindungen und Übergänge des türkischen Nationalismus zum Antisemitismus zu skizzieren, hat der Landesarbeitskreis (LAK) Shalom Berlin am 19. Oktober den Politikwissenschaftler und Journalisten Ismail Küpeli zu einem Vortrag in die Schankwirtschaft Laidak eingeladen. Er kritisiert, dass die ideologischen Auswüchse des türkischen politischen Islam viel zu wenig Beachtung finden. Oftmals fehlt in der gegenwärtigen Einordnung der Entwicklungen in der Türkei der Blick auf das große Ganze - wie etwa die Geschichte des türkischen Nationalismus und die Position der Türkei zwischen Europa und dem arabischen Raum. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alexander Nabert.

Von deutscher Affirmation und internationaler Verharmlosung des iranischen Regimes October 26, 2015 | 09:53 am

Inmitten des staatlichen und gesellschaftlichen Zerfalls des Nahen Ostens, driftet die gesamte Region in einen möglichen Aufrüstungswettbewerb zwischen den zwei regressiven Regimen Irans und Saudi-Arabiens. Letztendlich braucht die gesamte Region eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse, anstatt weitere Unterstützung für autoritäre Regime durch den Westen. Insbesondere die regressiven gesellschaftlichen Verhältnisse im Iran und die Bedrohung Israels durch ein atomar-bewaffnetes antisemitisches Regime können nur durch eben dessen endgültige Beseitigung gebannt werden. Wir fordern den Erlass von Sanktionen auf EU- und UN-Ebene, die das Atomprogramm unterbinden und das iranische Regime umfassend schwächen, sowie die Unterstützung aller freiheitsliebenden Kräfte im Iran und Exil, die für Menschenrechte, individuelle Freiheit, Geschlechtergleichheit und eine säkulare Demokratie eintreten!

Aufruf zur Kundgebung am 20.10.: Terror und Hass entgegentreten – Berlin für Israel October 20, 2015 | 10:37 am

Seit Wochen leben die Menschen in Israel in Angst und Schrecken durch den palästinensischen Terror. Jeden Tag werden gezielt Jüdinnen und Juden mit Äxten, Messern, Pistolen oder durch Autos attackiert mit dem Ziel sie zu töten. Egal ob alt oder jung, religiös oder nicht, Männer oder Frauen, in Tel Aviv, Jerusalem oder auf dem Land; auf öffentlichen Plätzen, in Bussen, auf Märkten oder bei Synagogen: der Terror soll alle jüdischen Israelis treffen.

Vortrag mit Ismail Küpeli am 19. Oktober in Berlin: Türkischer Antisemitismus & Nationalismus October 2, 2015 | 12:16 pm

Keine Antisemiten, nirgends. Auf diese Kurzformel lässt sich die politische und juristische Aufarbeitung der judenfeindlichen Vorfälle in Deutschland zusammenfassen, wonach Antisemitismus in Deutschland 1933 begonnen und 1945 geendet habe. Insbesondere dann, wenn die Täter nicht dem Klischeebild eines Neonazis entsprechen und nicht Symbole und Sprache der traditionellen Nazis benutzen, wird die Judenfeindschaft nicht als solche erkannt. Der Antisemitismus schöpft sich jedoch aus vielen Quellen und funktioniert gewissermaßen transnational. Eine solche Quelle ist der türkische Nationalismus, der jedoch in Deutschland zu wenig beachtet wird. Das wollen wir hier ändern.

Mit Rechtspopulisten gegen Europa? September 19, 2015 | 03:53 pm

Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine kann man mit Fug und Recht vorwerfen, der rechtspopulistischen SVP mittels ihrer Teilnahme an der Veranstaltung eine Art Legitimation für ihre politischen Positionen zu verleihen, da diese sich durch die Ankündigung einer kontroversen Diskussion mit „Andersdenkenden“ einen offenen und demokratischen Anschein geben kann. Es stellt sich darüber hinaus die Frage: wie rechtfertigt sich die Quasi-Wahlkampfunterstützung bei einer faktischen SVP-Veranstaltung für Linke in einer Zeit, in der Rassismus europaweit zunimmt, immer offener über die Schließung von Grenzen für Geflüchtete diskutiert wird, rechtspopulistische Tiraden verstärkt Einzug in den Diskurs halten? Wäre es nicht Aufgabe von Linken, solchen Entwicklungen entschiedene Kritik entgegen zu setzen, statt der schweizerischen Entsprechung der deutschen AfD mit der Teilnahme an hier thematisierter Veranstaltung zu öffentlichkeitswirksamer Propaganda zu verhelfen?

Der antisemitische Mythos vom israelischen Apartheidsregime July 22, 2015 | 11:26 am

Auf dem Bundeskongress der Linksjugend ['solid] vom 17. bis 19. April 2015 in Erfurt wurde ein Antrag gegen Antisemitismus beschlossen, in dem der Apartheidsvorwurf gegen Israel als ein Beispiel für Antisemitismus bewertet wird. Die Debatte zum Antrag veranlasste einige Delegierte auf dem Kongress dazu, wutentbrannt eben jenen Mythos aufzuwärmen und Israel ausdrücklich auf diese Weise zu dämonisieren. In einer Stellungnahme der Linksjugend Ruhr wird der Beschluss gegen Antisemitismus skandalisiert und zugleich der Apartheidsvorwurf verwendet. Diese Ausfälle nehmen wir zum Anlass, um den Apartheidsvorwurf zu widerlegen. Mit ihm wird nicht nur das südafrikanische Buren-Regime verharmlost, sondern ein antisemitischer Diskurs gegen Israel bedient.

Kein Al Quds-Marsch 2015! Gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands! July 10, 2015 | 09:26 am

Wenn über tausend Antisemit*innen gemeinsam auf die Straße gehen, um gegen die Existenz des jüdischen Staates zu demonstrieren, dann sollte das eigentlich Grund genug sein, eine breite Gegenöffentlichkeit zu schaffen und ihnen nicht das Feld zu überlassen. Obwohl der jährliche Al Quds-Marsch die größte regelmäßig stattfindende antisemitische Veranstaltung in Berlin ist, ruft dies lediglich bei wenigen eine Bereitschaft zum Protest hervor. Was ist das für ein Tag, an dem auch in Berlin zur Vernichtung Israels aufgerufen wird?

Podiumsdiskussion am 09. Juli in Berlin: Der Quds-Komplex – Antisemitismus, Terror und Appeasement July 9, 2015 | 08:52 am

Unsere Veranstaltung will klären, welche Auswirkungen die iranische Politik auf den Nahen Osten hat, welche Funktion dem al Quds-Tag dabei zukommt und warum Politik und Medien über diesen von radikal islamischen, rechten und linken Antiimperialisten unterstützten Aufruf zur Vernichtung Israels hinweg sehen. Es gilt zu diskutieren, was getan werden kann, um den Widerstand gegen die zerstörerische Politik der Islamischen Republik Iran zu organisieren.

Vortrag mit Alex Feuerherdt am 3. Juli in Düsseldorf: Das unheilbar gute Gewissen – Vom Antisemitismus in der Linken July 1, 2015 | 09:09 am

Der »Antizionismus«, der in früheren Jahren vor allem »antiimperialistische« Gruppierungen kennzeichnete (und mit dem selbst Taten wie der versuchte Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Berlin 1969 oder die Selektion der jüdischen Passagiere von den nichtjüdischen im Rahmen einer Flugzeugentführung 1976 gerechtfertigt wurden) ist längst zum gesellschaftlichen Mainstream geworden – im Zuge jener »Vergangenheitsbewältigung«, mit der die Deutschen sich selbst bescheinigen, geläutert zu sein. Um die von den Nazis ermordeten Juden trauert man – gegenüber den lebenden jedoch, die Israel, das Refugium vor dem weltweiten Judenhass, in Wort und Tat verteidigen, empfindet man keine Empathie, ganz im Gegenteil. Woher aber kommt der linke Antisemitismus, historisch wie aktuell? Wie erklärt sich die Verve der linken »Israelkritik«? Und welche Bedürfnisse kommen in der traditionellen linken Packelei mit den übelsten Feinden des jüdischen Staates zum Ausdruck?

Nationalsozialismus und Stalinismus: Zur Kritik europäischer Opfermythen June 24, 2015 | 01:20 pm

Eine Erinnerungsideologie, in der das eigene Volk als unschuldiges Opfer verstanden wird, um die Beteiligung der eigenen Bevölkerung in das sowjetische oder nationalsozialistische Herrschaftssystem zu externalisieren, gehört grundsätzlich überall und jederzeit kritisiert. Statt der EU-weiten Erzählung von Opfermythen braucht es vielmehr eine juristische, politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung über die eigene Beteiligung. Das gilt universell – und so auch für die politische Linke. So sehr eine Kritik der verbreiteten Opfermythen notwendig ist, so wenig sollte sie mit der Relativierung des Stalinismus einhergehen. Schließlich war das Ende des kommunistischen Emanzipationsversprechens allerspätestens mit dem am 23. August 1939 erfolgten „Nichtangriffspakt“ mit Deutschland besiegelt.

Kein Friede den Schlächtern! – eine Replik auf den jüngsten „Friedensappell“ June 17, 2015 | 09:57 am

Man möchte meinen, dass eine sich als progressiv verstehende Linke sich gegen ein Regime wie das von Assad wendet, das im Jahr 2011 zivile Proteste niederschießen ließ und so einen verheerenden Sturm aus Gewalt über Land und Region brachte. Man möchte meinen, dass es als inakzeptabel empfunden wird, wenn ein Regime seit Jahrzehnten mordet, foltert und perfide den Hass auf Minderheiten schürt, um sich so für diese unentbehrlich zu machen. Man möchte meinen, dass Unterdrückung und Diktatur von Linken verurteilt und bekämpft werden. Doch leider beweisen Linke weltweit Tag für Tag, dass dem so nicht ist.

Vortrag von Olaf Kistenmacher am 23. Juni in Esslingen am Neckar: “Israel ist an allem Schuld” – Warum der Judenstaat so gehasst wird June 7, 2015 | 08:42 pm

Laut einer EU-Umfrage sahen 2010 65 Prozent der Deutschen in Israel eine »Gefahr für den Weltfrieden«. Zwei Jahre später schrieb Günter Grass in der Süddeutschen Zeitung, die »Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden«, und bekam dafür Beifall von ganz links bis rechtsextrem. Der Hass auf Israel wird gern mit der Politik der jeweiligen Regierung des jüdischen Staats erklärt. Doch warum richtet sich die Feindschaft aktuell nicht gegen das Nachbarland Syrien und gegen den »Islamischen Staat« oder gegen die EU, an deren Außengrenzen so viele Menschen sterben? Der Vortrag wird die verschiedenen Wurzeln der Israel-Feindschaft in Deutschland ausloten: als Folge unbewusster Schuldgefühle wegen der Shoah und als Konsequenz von seit über hundert Jahren bestehenden judenfeindlichen Vorstellungen. Im Zentrum des Vortrags steht die Israel-Feindschaft in der politischen Linken, in der man Antisemitismus eigentlich nicht erwarten sollte.

70 Years from now the allies triumphed over Germany. Artikelserie anlässlich des 70 Jahrestages der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands May 4, 2015 | 07:17 am

Während die einzige konsequente und radikale Forderung „Kein Vergeben, kein Vergessen“ zu einer Phrase verkommt, werden in Deutschland die Verbrechen als allgemeines Leid, unter dem alle während des Zweiten Weltkrieges in irgendeiner Form zu leiden hatten, umgedeutet. Wo die deutschen Verbrechen aufgrund ihres Ausmaßes nicht geleugnet und vergessen werden können, schwingen sich die heutigen Repräsentanten des Rechtsnachfolgers des Dritten Reichs zu moralischen Aposteln auf, die sich aufgrund der Verbrechen der eigenen Nation besonders prädestiniert fühlen, andere in der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit zu belehren. Damit wird der Holocaust zum Gründungsmythos der heutigen deutschen Nation umgewandelt.

Der Hauptfeind ist das eigene Land! Antideutsche Demonstration in Torgau am 25. April April 24, 2015 | 07:27 pm

Opposition in solchen Zeiten gleicht der Arbeit von Sysiphus. Die Lage ist verzweifelt, beinahe ausweglos. Allein die Erinnerung daran, dass Nazi-Deutschland letztendlich dennoch militärisch besiegt wurde, ist heute noch im deutschen Kollektivbewußtsein eine unvergessene Schmach. In diese Wunde wollen wir etwas Salz streuen. Also raus auf die Straße. Auf nach Torgau! Feiern wir am Elbe-Day, an dem Tag als die sowjetischen und amerikanischen Soldaten das erste Mal aufeinandertrafen, die Besetzung von Deutschland.

Beschluss auf dem Bundeskongress der Linksjugend [‘solid]: Gegen jeden Antisemitismus April 19, 2015 | 04:13 pm

Es ist die historische Erfahrung aus Auschwitz, dass die dem Antisemitismus immanenten Vernichtungsfantasien real sind und im Zweifelsfall kein Staat den Schutz der Jüd_innen vor Antisemitismus zu garantieren bereit war. Israel ist die unerlässliche Konsequenz der Erfahrung der Shoa. Für eine Linke, die für gesellschaftliche Emanzipation eintritt, sollte die Verteidigung des unbedingten Existenzrechts Israels, als dem Staat zum Schutz der Jüd_innen, ein wichtiger Ausgangspunkt politischen Handelns sein. Eine Kritik des Antisemitismus in der linksjugend ['solid] muss neben der Aufklärung über Antisemitismus auch die Verhinderung der Verbreitung antisemitischer Standpunkte bedeuten.