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A report on the current situation of the Yazidi refugees in Iraqi Kurdistan December 8, 2014 | 09:28 pm

This report was written upon request of the Women Committee of the Parliament of the Kurdish Autonomous Region (KRG) in October 2010 by Falah Murad Khan Shakarm, Project Coordinator of Wadi in Iraq.

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Unwillkommene Befreier December 7, 2014 | 03:03 pm

Aus einem Artikel von Thomas v. der Osten-Sacken:

Die Einnahme Jalawlas zeigt zugleich, dass dieser Krieg nicht mit Waffen alleine gewonnen werden kann. Schließlich liegt Jalawla außerhalb der kurdischen Selbstverwaltungsgebiete, die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sind arabische Sunniten. Laut einer Volkszählung, die allerdings noch aus Saddam Husseins Zeiten stammt, machen Kurdinnen und Kurden nur 20 Prozent der Bevölkerung aus, in Saida sind es noch weniger. Der mehrheitlich sunnitisch-arabischen Bevölkerung aber sind schiitische Milizen und kurdische Peshmerga als Befreier nicht willkommen, mögen viele zuvor auch unter dem Terrorregime des IS gelitten haben. Vor allem schiitische Milizionäre, darauf verwies kürzlich wieder ein Bericht von Amnesty International (Jungle World 44/2014), führen sich in von ihnen eroberten Gebieten kaum besser auf als der IS. So enthaupteten sie vor laufender Kamera gefangene sunnitische Jihadisten, regelmäßig kommt es zu Folter und Verschleppungen unter ihrer Kontrolle. Inzwischen mehren sich Hinweise, dass auch kurdische Kämpfer wenig zimperlich mit Arabern umgehen, die im Verdacht stehen, mit dem IS kollaboriert zu haben.

Iran is in control December 5, 2014 | 06:31 pm

As the US provides air cover for Iranian-backed militias fighting ISIS (aka the Islamic State, ISIL, and/or Daesh) in Iraq, the longest continuously serving American official in the country has strong opinions about who is in control.

Ali Khedery, who served as a special assistant to five US ambassadors and a senior adviser to three heads of US Central Command between 2003 and 2009, told The New York Times: “For the Iranians, really, the gloves are off.”

He highlighted the role of Qassem Suleimani, the head of the Qods Force, the foreign arm of Iran’s Revolutionary Guards Corps. Qods is directing sectarian militias in both Iraq and Syria. At the same time, Suleimani is nurturing the guerilla proxy Hezbollah in Lebanon and the Houthis rebel group in Yemen — in other words, he is controlling powerful Shia proxies all across the Middle East.

“Suleimani is the leader of Lebanon, Syria, Iraq and Yemen,” Khedery said. “Iraq is not sovereign. It is led by Suleimani, and his boss, [Iranian Supreme Leader] Grand Ayatollah Ali Khamenei.”

For the Americans, any campaign against ISIS means US planes and combat advisors working in parallel with Iranian planes and Shia militias who have US blood on their hands.

“In Iraq, a degree of coordination between the American military and Iran’s is imperative but also awkward,” The Times notes, “making it appear that the United States is working in tandem with its adversary.” (…)

“So what will happen is that the spiral of sectarian warfare will increase more and more, radicalizing the Sunni populations more and more and eventually spilling over into countries across the region almost all of which have mixed Shia-Sunni populations,” the former adviser said.

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Missbraucht und verkauft November 27, 2014 | 09:19 pm

Es sind Geschichten, wie sie die Mobilen Teams, die Wadi in Kooperation mit der lokalen Organisation Alind in Dohuk einsetzt, fast jeden Tag zu hören bekommen. Die Mitarbeiterinnen der Team besuchen die verschiedenen Flüchtlingslagern und Unterkünften, in die im August hunderttausende von Yeziden vor dem Terror des Islamischen Staates geflohen. Sie betreuen dabei auch Mädchen und Frauen, die den Jihadisten in die Hände gefallen sind, als Sexsklavinnen verkauft und missbraucht wurden und es irgendwie geschafft haben, dem Milizionären des Islamischen Staat zu entkommen.

Da ist etwa die Geschichte von A. D., einer sechzehnjährigen Yezidin. Sie wurde im August, weil es ihr wie tausenden anderen auch nicht mehr gelang, vor den anrückenden Islamisten zu fliehen, zusammen mit einigen ihrer Schwestern und ihrer Mutter gefangen genommen.

Nachdem sie neun Tage im Irak, gemeinsam mit über fünfzig anderen festgehalten, geschlagen und als Ungläubige beschimpft und beleidigt wurde, selektierten der IS die nach ihrer Meinung gutaussehenden Mädchen von den anderen und verschleppten sie nach Syrien. A. D. Wurde mit sechs anderen Mädchen in eine syrische Kleinstadt gebracht, wo man sie Nacht für Nacht vergewaltigte. Eines der Mädchen war erst neun Jahre alt, auch sie wurde missbraucht und musste sich anhören, dass ja der Prophet Mohammad auch das erste Mal Sex mit seiner seine Lieblingsfrau Aisha, als diese neun gewesen sei. Man folge nur dem Vorbild des Propheten.

A.D. Versuchte mehrmals zu fliehen und wurde jedes mal wieder eingefangen und danach geschlagen und missbraucht. Ein Mädchen, das mit ihr zu entkommen versucht hatte, wurde von einem IS-Kämpfer so heftig geschlagen, dass es kurz danach starb.

Dann verkaufte man sie für 900 USD an einen Syrer als Sexsklavin. Sie konnte erneut fliehen und diesmal gelang es ihr bis in die nächstgelegene Stadt zu entkommen, wo sie an eine Haustür klopften und um Hilfe baten. Ein Mann nahm sie auf uns erklärte, er würde sie für 3 700 Dollar an ihre Familie verkaufen, würde die nicht zahlen, werde er sie dem Islamischen Staat zurückgeben.

Solcher Menschen- und Mädchenhandel ist inzwischen gang und gäbe, auch arabische Zwischenhändler verdienen ein Vermögen, wissen sie doch, dass die Familien alles tun, um ihre Töchter und Frauen wieder zu bekommen und auch die kurdische Regionalregierung bereit ist, zu zahlen.

A. D. Wurde freigekauft, aber tausende von Yezidinnen befinden sich noch immer in den Händen des Islamischen Staates und werden, da man sie als Ungläubige betrachtet, systematisch missbraucht. Offiziell ist die Sklaverei im Territorium des IS eingeführt.

Die islamische Praxis der Genitalverstümmelung November 26, 2014 | 10:23 am

Vortrag und Diskussion mit Arvid Vormann (Wadi e.V.)

Freitag, 28. November 2014 ab 18:30 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin, Hörsaal 2002
[Unter den Linden 6, 10099 Berlin]

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist auch außerhalb Afrikas weit verbreitet, namentlich im Mittleren und Fernen Osten. Diese Tatsache ist noch immer wenig bekannt und wird noch weniger diskutiert, was auch daran liegen mag, dass hier kaum Anknüpfungspunkte für kulturalistische Narrative auszumachen sind. Auch lässt sich das Thema nicht sinnvoll behandeln, ohne die Rolle des Islam ausgiebig zu beleuchten – ein im Orient wie im Westen gern vermiedenes Unterfangen.
Im Kampf gegen FGM nimmt Irakisch-Kurdistan eine Leuchtturmfunktion ein. Über das einstige Tabu wird heute in den Medien offen gestritten, das Regionalparlament hat ein sehr weit gehendes Gesetz gegen häusliche Gewalt, einschließlich FGM, verabschiedet, dessen Umsetzung allerdings in weiten Teilen auf sich warten lässt, und glücklicherweise nimmt die Genitalverstümmelungsrate derweil kontinuierlich ab.

Arvid Vormann von der Organisation Wadi, die seit 20 Jahren vor Ort tätig ist, wird nachzeichnen, wie es zu dieser Entwicklung kam und wie sich die Situation heute, auch angesichts der Bedrohung durch ISIS, darstellt. Zudem wird er auf die von Wadi, neuerdings im Verbund mit UNICEF, angewandte Strategie im Kampf gegen FGM eingehen. Einleitend werden wir den halbstündigen Dokumentarfilm »Eine Handvoll Asche« zeigen.

http://www.hummel-antifa.de.vu/

Radikale Eskalation November 17, 2014 | 11:21 am

Aus einem Essay von Luis Liendo Espinoza zur Lage im Nahen Osten:

Die naive Idee mancher Experten, das ein schiitischer-sunnitischer regionaler Krieg im Interesse des Westens und Israels sei, weil deren schlimmsten Feinde sich gegenseitig umbringen würden, ist nur ein weiteres Beispiel des von Arendt konstatierten Verlustes der Urteilsfähigkeit der nicht-totalitären Gesellschaften am Vorabend Totaler Herrschaft. Gesellschaftliche Prozesse sind kein Summen-Spiel, schon gar nicht im Zustand totalitärer Eskalation. Das paradoxe Resultat dieses brutalen Krieges, der vollständigen Preisgabe der Region, war nämlich nicht die Schwächung der rivalisierenden totalitären Bewegungen, sondern allein deren Aufrüstung, Mobilisierung und Radikalisierung. Heute ist die Region fest im Griff mächtiger antizionistischer Regime und Bewegungen, welche sich in ihren Kriegen derart verfahren haben, dass jeder unbedachte Schritt eine weitere radikale Eskalation (mehr als 200.000 Tote, Krieg und Aufruhr in 4 Staaten) zur Folge haben kann. Mit dem ISIS und Assad hat diese Hydra das Stadium systematischen Massenmordes erreicht, womit ein weiterer Rubikon überschritten wurde, ohne, dass wir eine Ahnung hätten, wie diese Entwicklung zu stoppen sei.

Sieben mal mehr Kämpfer November 16, 2014 | 08:07 pm

The West may have severely underestimated the strength of the Islamic State (IS) Sunni radical organisation, which may have raised an army of at least 200,000 fighters, a Kurdish leader has claimed.

This number is seven to eight times more than Western intelligence estimates of up to 31,500 fighters, said Fuad Hussein, the chief of staff of Kurdistan President Massoud Barzani, in an exclusive interview to The Independent on Sunday.

Hussein speculates that the CIA and US intelligence agencies may only have been speaking about “core” fighters in estimating the jihadis’ numbers.

He said that the ability of the IS to attack on many widely separated fronts in Iraq and Syria at the same time is proof of its swelling numbers.

“They are fighting in Kobani,” said Hussein. “In Kurdistan last month, they conducted assaults in seven different places as well as in Ramadi (the capital of the Anbar province, west of Baghdad) and Jalawla (an Arab-Kurdish town close to the Iranian border). It is impossible to talk of 20,000 men or so.”

Wadi Newsletter Autumn 2014 November 14, 2014 | 02:33 pm

An Update of current activities and projects from Wadi in Iraqi-Kurdistan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kurdish War Crimes? November 3, 2014 | 10:41 am

For the first time, the image of the Western-supported Iraqi Kurds has been damaged after a Dutch TV report accused them of war crimes in their battle against the militant group the Islamic State (IS).

Dutch national TV programme Nieuwsuur reported on 24 October that Kurds have executed prisoners of war and destroyed Arab houses out of revenge for Arab support for IS.

In the past, accusations of human rights violations have mostly been leveled against Iraqi government forces and the Islamic State. Last Thursday, Human Rights Watch said gunmen from IS executed 600 male prisoners in the province of Mosul this summer.

The mixed Arab-Kurdish areas previously taken over by IS and now recaptured by the Kurdish Peshmerga are posing serious dilemmas for the Kurdistan Regional Government (KRG) in Iraq, with an already large Arab community living in the Kurdistan region of Iraq.

Quelle

“Pflicht gegenüber Gott” October 16, 2014 | 08:39 am

Über Versklavung und sexuellen Missbrauch von Yezidinnen ein Artikel von Thomas von der Osten-Sacken in der Jungle World:

Manchmal lassen die Jihadisten, anders als im Falle Alis und seiner Schwester, die weiblichen Familienangehörigen ans Telefon, ermuntern sie sogar, detailliert zu beschreiben, was ihnen angetan wurde. Der IS verheimlicht nämlich keineswegs, was mit den Mädchen und Frauen von Ungläubigen geschieht, die ihm in die Hände fallen, genauso wie er auch Massenexekutionen, Kreuzigungen und Enthauptungen filmen und über das Internet verbreiten lässt. Das unterscheidet ihn von anderen Diktaturen und Autokratien in der Region, ob in Syrien unter Bashar al-Assad, früher in Saddam Husseins Irak oder im Iran, wo sexueller Missbrauch und Vergewaltigungen in Gefängnissen zwar an der Tagesordnung waren und sind, in der Regel aber heimlich stattfinden und offiziell geleugnet werden.

Der Islamische Staat dagegen verübt seine ­Verbrechen ganz öffentlich – auch weil es sich nach den Gesetzen und Regeln seines Kalifats gar nicht um Verbrechen handelt, sondern um die wortgetreue Befolgung von Gottes Wort. Nichts dort geschieht, ohne dass es zuvor ein religiöser Rat abgesegnet hätte. Und nichtmuslimische Frauen, die im Jihad gefangen genommen werden, sind nach dieser Lesart schlicht Beute. In der jüngsten Ausgabe seines Hochglanzmagazins Dabiq gibt der IS bekannt, dass im Ka­lifat die Versklavung von »polytheistischen« und »heidnischen« Frauen praktiziert werde und rechtens sei. (…)

Die verschleppten und versklavten Yezidinnen sind dabei keineswegs die ersten Opfer derart legitimierter sexueller Gewalt. Im Krieg gegen die bengalische Unabhängigkeitsbewegung im späteren Bangladesch etwa wurden über 250?000 Frauen Opfer von Massenvergewaltigungen durch pakistanische Soldaten. Augenzeugenberichten zufolge sollen damals Offiziere der pakistanischen Armee mit Verweis auf entsprechende Koransuren ihren Soldaten sogar die entsprechende Befehle geben haben. Ob sudanesische Janjawid-Milizen, die in Darfur systematisch vergewaltigten, oder Jihadisten der Boko Haram in Nigeria, die medienwirksam christliche Mädchen entführen, sie taten und tun dies ausdrücklich im Namen ihrer Religion. Deshalb auch stellte der bangladeschische Journalist Afsan Chowdhury, der sich jahrelang mit den pakistanischen Verbrechen aus dem Jahre 1971 befasste, fest, es gebe zwar kaum einen Krieg ohne sexuellen Missbrauch von Frauen, allerdings fänden die Übergriffe in anderen Fällen nicht als »Pflicht gegenüber Gott« statt.

Kein Geld für Flüchtlinge October 15, 2014 | 11:30 pm

Der Winter steht vor der Tür, die Hilfe wird zusammengestrichen, weil nicht genügend Geld vorhanden ist:

Die Vereinten Nationen haben damit begonnen, ihre Lebensmittelhilfe für die notleidende Bevölkerung in Syrien zu reduzieren. Als Begründung für diesen Schritt nannten die UN Geldmangel. Die Hilfsleistungen würden diesen Monat um 40 Prozent gesenkt, sagte die Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Elisabeth Rasmusson.

Demnach wird die UN-Organisation zwar wie bisher Lebensmittel an 4,3 Millionen Menschen in Syrien verteilen, doch werde sie die individuelle Menge stark reduzieren. Auch die Bürgerkriegsflüchtlinge außerhalb des Landes seien von November an von den Kürzungen betroffen.

Laut Rasmusson wird auch im Libanon die Hilfe für die Flüchtlinge gesenkt und zwar um 20 bis 30 Prozent. In der Türkei werde das Welternährungsprogramm sogar gar keine Hilfen mehr verteilen.

Protest letter concerning the treatment of a female Journalist in Suleymaniah October 15, 2014 | 11:22 am

To: Mr Nikolai Miladinov, UN Special Representative for Iraq and Head of the UNAMI
Five major political parties of Kurdistan – PUK, KDP, Gorran, KIU, Komal

It is unacceptable that female NRT journalist Shaima Jaf was prevented from entering the meeting of the UN Special Representative for Iraq and Head of UNAMI Mr. Nikolai Miladinov with the five major political parties of Kurdistan which took place at the headquarters of the Kurdistan Islamic Union (KIU) in Erbil on 13 October 2014. In addition to showing blatant disrespect for the concept of free press, it is especially outrageous in light of the fact that one major item on the agenda for the meeting was the nomination of a candidate for Minister of Women’s Affairs in the new Iraqi cabinet, which was to take place without the participation of a single female representative from any of the major political parties.

The UNSCR 1325 stresses the participation of women in the public affairs, and especially in the dialogue processes. In the Kurdistan Region and Iraq, this topic has often been addressed and various strategic plans have formulated, though sincere efforts to implement this resolution remain lacking. Indeed, preventing women and female journalists from taking part in this process under any pretenses is a blatant violation of the resolution.

Finally, the silence of the UN Special Representative and the political parties towards this incident raises serious questions. If a sincere effort is not made to address this incident and an explanation is not issued, it will affect the reputation of all the participants in the meeting, particularly the KIU who hosted the gathering.

Here is the link to the NRT TV statement regarding this incident:

Organizations and individuals who endorse the above statement in Iraq and internationally include:
WADI Iraq, Women Org. for Legal Assistance – WOLA, PDO, DHRD, ASUDA, Metro Center, WARVEN, House of Successes for Development, YADIK, Halabja Organization, Human Organization for Defending Human, OVK, OUA, Kurdish and Middle Eastern Women Organisation, Kurdistan Form, CSI, Radio Dang, Radio Dange New, Zhyan Group, Aliand Organization,KIE , Zhyan Institution for Human Rights,Institution of Human right ,support the freedom of Jornalist and 33 activist writers, workers and civilian.

Kurdistan region of Iraq, 15-10-2014

Über das kleinere Übel October 15, 2014 | 10:08 am

Ines Kappert in der TAZ:

Die US-Luftangriffe dürften bereits jetzt nahezu eine Milliarde Dollar gekostet haben.“ So titelte die Washington Post am 29. September. Die Quelle: das unabhängige „Zentrum für Bewertung von Strategie- und Budgetfragen“ in Washington.

Dieses schätzt, die Kosten werden weitersteigen – auf monatlich 350 bis 570 Millionen US-Dollar. Bislang fallen die militärischen Erfolge gegen den IS noch sehr dürftig aus.

Zwei Wochen später geben die UN bekannt, dass sie ihre Lebensmittelhilfe für Syrien um 40 Prozent kürzen werden. Denn die auf den Geberkonferenzen in Kuwait 2013 und 2014 zugesagten Gelder wurden nur in Teilen bezahlt.

Obwohl der Winter vor der Tür steht, will auch die deutsche Regierung die Hilfe für Syrien minimieren – es sind ja neue Krisenherde hinzugekommen wie der Nordirak oder die Ebola-Epidemie.

Gleichzeitig wird im Bundestag und am Küchentisch munter weiter über die neue deutsche Weltverantwortung gestritten, die die meisten im Verbund mit Waffen sehen. Keine Kosten werden gescheut. Waffen sind die Investionen offenbar wert.

Syrien steht längst nicht mehr nur für ein von Russland und Iran gestütztes faschistisches Regime, das der Westen zwar nicht mag, aber stur für das kleinere Übel hält. Es steht für ein Versagen der zivilisierten Welt und ihrer Institutionen und Werteordnung. Die von Anfang an barbarische Idee, für Stabilität in der Region und ein verbessertes Verhältnis zum Iran Syrien und damit 22 Millionen Menschen einem Diktator auszuliefern, sie wird sich rächen. Ja, sie rächt sich bereits.

Denn die Überlebenden fliehen zu Millionen – und die teils hochprofessionellen Gotteskrieger sind nicht faul und fassen in dem sich leerenden und komplett chaotisierten Land dauerhaft Fuß. Von Stabilität kann keine Rede sein.

Die nächsten Hunderdtausend Flüchtlinge October 13, 2014 | 11:23 pm

Fighting in Iraq’s western Anbar province has forced up to 180,000 people to flee since Islamic State (IS) fighters took over the city of Hit earlier this month, the United Nations said.

The IS militants extended their advance to an abandoned Iraqi army base eight kilometres west of Hit on Monday, members of a government-backed Sunni militia said.

In recent weeks, IS fighters have been on the offensive in the desert province of Anbar which borders Syria.

They took the town of Hit on October 2 and nearby Kubaisa two days later.

The advance in Anbar has raised concerns in the West because the area is close to the Iraqi capital Baghdad and it demonstrates the group’s reach.

IS fighters are also on the verge of taking the strategic town of Kobane, hundreds of kilometres away in northern Syria, on the border with Turkey.

Quelle

Im Kalifat des Islamischen Staates ist Versklavung von Frauen legal October 13, 2014 | 11:19 am

Nun ist es offiziell: Die Versklavung von “ungläubigen” Frauen und Mädchen ist unter dem Islamischen Staat legal:

IS has just released the fourth installment of Dabiq, an official publication that they began to produce in July. This issue, called “The Failed Crusade,” contains an article entitled “The Revival of Slavery Before the Hour,” which details how IS fighters kidnapped and distributed Yazidi women as slave concubines. The article also provides their rationale for reviving slavery, which they root in their interpretation of the practice of the earliest Islamic communities. The Islamic State has now officially disclosed that it engages in the sexual enslavement of women from communities determined to be of “pagan” or “polytheistic” origin.

 

Simply Stolen October 12, 2014 | 10:52 pm

More than $1bn earmarked for the reconstruction of Iraq was stolen and spirited to a bunker in Lebanon as the American and Iraqi governments ignored appeals to recover the money, it has been claimed.

Stuart Bowen, a former special inspector general who investigated corruption and waste in Iraq, said the stash accounted for a significant chunk of the huge sums which vanished during the chaotic months following the 2003 US-led invasion.

Bowen’s team discovered that $1.2bn to $1.6bn was moved to a bunker in rural Lebanon for safe keeping – and then pleaded in vain for Baghdad and Washington to act, according to James Risen.

Quelle

Nicht ausreichend October 12, 2014 | 09:21 am

Aus der B.Z.:

Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir (48) nimmt die Welt­ge­mein­schaft in die Pflicht: “Die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft hat sich dem Prin­zip der Schutz­ver­ant­wor­tung ver­pflich­tet, al­so da­zu, Men­schen vor Völ­ker­mord und schwe­ren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu schüt­zen“, sag­te er der B.Z. Luft­schlä­ge al­lei­ne könn­ten „ISIS“ nicht stop­pen. „Die USA sind zu ei­ner Bo­den­of­fen­si­ve nicht wil­lig und die Eu­ro­pä­er und Deutsch­land of­fen­sicht­lich nicht fä­hig.“ Ein­zi­ge Op­ti­on blie­be die Auf­rüs­tung der von „ISIS“ be­droh­ten Min­der­hei­ten.?

Das al­lein rei­che je­doch nicht aus, kri­ti­siert Tho­mas von der Os­ten-Sa­cken, Ge­schäfts­füh­rer der im Irak und Sy­ri­en tä­ti­gen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Wa­di e.V.: „Es fehlt der Oba­ma-Re­gie­rung an ei­ner kla­ren po­li­ti­schen Vi­si­on für die Zu­kunft des Na­hen Os­tens eben­so wie ei­ner mi­li­tä­ri­schen Stra­te­gie. Sie re­agiert stän­dig nur auf die wei­ter es­ka­lie­ren­de Si­tua­ti­on.“

Auch wenn die jüngs­ten Luft­ein­sät­ze kur­di­schen Kämp­fern et­was Er­leich­te­rung ver­schafft hät­ten, rei­chen sie nicht aus. „So­lan­ge sich die­ser Ein­satz nicht auch ge­gen das mör­de­ri­sche As­sad-Re­gime rich­tet, wird er we­nig Er­folg ha­ben, denn die sy­ri­sche Op­po­si­ti­on fürch­tet ja jetzt, dass Oba­ma As­sad gar nicht mehr stür­zen will“, er­klärt von der Os­ten-Sa­cken. „Oh­ne brei­te Un­ter­stüt­zung aus der sy­ri­schen Be­völ­ke­rung kann ,ISIS‘ nicht be­siegt wer­den.“

Der Kampf um Kobane October 1, 2014 | 02:40 pm

Gespräch zur Situation nicht nur in Irak und Syrien

Die Weltereignisse überschlagen sich täglich, wie derzeit etwa in der umkämpften syrisch-kurdischen Grenzstadt Kobane – demgegenüber ist das Audioarchiv, gerade in seinem Anspruch, Tondokumente über eine länger Zeit hinweg verfügbar zu machen, ein recht langsam funktionierendes Medium. Dennoch hoffen wir, dass es für möglichst viele Leute nützlich ist, wenn wir folgendes hörenswertes Radiogespräch zur Verfügung stellen:

In einer Gemeinschaftssendung von Shalom Libertad und Quergelesen am 23.09.2014 haben sich Stefan Negator und Wolfgang Seibert mit Danyal (Cosmoproletarian Solidarity) und Ramin über die derzeitige Situation im Nahen Osten unterhalten. Ausgehend von der derzeitigen Offensive des Islamischen Staats auf Kobane entwirren die vier die Kräftekonstellationen, Konfliktlinien und Machtverhältnisse dieses Schauplatzes des syrischen Bürgerkriegs. Insbesondere geht es auch um die Aufstellung und Zusammensetzung der kurdischen Gebiete, die machtpolitischen Grundlagen des IS, sowie die Interessen der Türkei, des Irans und anderer arabischer Staaten. Zuletzt haben sie darüber gesprochen, welche Bedeutung die Entwicklung des syrischen Bürgerkriegs für Israel hat und über die Interessen Deutschlands sowie die Reaktionen der deutschen Linken.

    Download: via AArchiv (mp3; MB; 1:43:26 h) | via Mediafire (zip; ~2 h)

Siehe auch: Syrien zwischen Bürgerkrieg, Glaubenskrieg des ISIS und kurdischer Autonomiebestrebung

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Nothilfe für jesidische Flüchtlinge, Nordirak September 30, 2014 | 01:38 pm

Das Video vermittelt einen Eindruck davon, unter welch widrigen Umständen diese Überlebenden des IS-Terrors nun gezwungen sind, den Winter zu verbringen. Was danach einmal wird, ist völlig ungewiss.

Bitte spenden Sie, Stichwort Nothilfe Sinjar! Herzlichen Dank!

Weitere Nothilfe für Flüchtlinge aus dem Sinjar September 27, 2014 | 10:01 pm

In Zusammenarbeit mit Alind und CPT versorgt Wadi  mit Hilfe Ihrer Spenden 88 jesidische Familien (ca. 600 Personen) mit dem Nötigsten. Die Familien sind vor den mordenden Banden des Islamischen Staates nach Norden in die Region um Dohuk geflohen und haben in einigen Rohbauten Zuflucht gefunden. Viele haben unterwegs Angehörige verloren und mussten Schreckliches mit ansehen und erleben. Nun naht auch noch der Winter und noch immer fehlt es an fast allem.

Vergangene Woche konnten wir den Menschen erneut weitere Hilfe bringen: Decken, Babybettchen, Kinderkleidung, kleine Zelte und Überlebens-Packs mit 11 verschiedenen Sorten Lebensmitteln wie Reis, Bohnen, Öl, Zucker, sowie 7 Hygiene-Artikeln, darunter Waschpulver, Shampoo, Seife.

Dies war möglich, weil wir auf unseren gemeinsamenen Spedenaufruf innerhalb von nur einer Woche fast 3000 Euro auf unser Konto eingegangen sind.

Die Menschen bitten dringend um mehr Decken – noch immer haben nicht alle eine, und die Nächte werden inzwischen kühl. Warme Kleidung wird auch benötigt … und vieles vieles mehr.

Daher unsere dringende BitteSpenden Sie bitte auch weiter, Stichwort Nothilfe Sinjar!

Eingehendes Geld wird umgehend vor Ort in dringend benötigte Hilfsgüter investiert und den Menschen gebracht.

Hunderttausende neue Flüchtlinge September 21, 2014 | 11:12 pm

Und ganz ungehindert produziert der Islamische Staat jeden Tag neue Flüchtlinge:

Meanwhile, the UN refugee agency said it was expecting hundreds of thousands more to arrive in Turkey.

The UNHCR said in a statement late Saturday that an estimated 70,000 Syrians crossed into Turkey within 24 hours on Friday and Saturday, and hundreds of thousands more are expected to arrive over the coming days.

“Turkish government authorities and UNHCR are preparing for the possibility of hundreds of thousands more refugees arriving over the coming days, as the battle for the northern Syrian city of Kobane (Ayn al-Arab in Arabic) forces more people to flee,” the statement said.

Quelle

Dringender Hilfsaufruf: Soforthilfe für Flüchtlinge aus dem Sinjar September 18, 2014 | 09:56 am

 

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Mobile Teams zur Unterstützung von Flüchlingen im Nordirak September 15, 2014 | 09:24 pm

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) hat einen Antrag von wadi bewilligt, um in der Region Dohuk und Zakho Flüchtlingsfrauen und Kinder mit geschultem lokalen Personal und mobilen Teams zu betreuen. Besonders werden die Mitarbeiterinnen von Wadi gemeinsam mit lokalen Partnern sich um jene yezidischen Mädchen und Frauen kümmern, die sexuellen Übergriffen und systematischem Missbrauch durch Milizionäre des Islamischen Staates ausgesetzt waren.

Gemeinsam mit der Organisation Alind leistet Wadi seit Ausbruch de Flüchtlingskatastrophe Nothilfe in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften und unterstützt verschiedene lokale Organisationen mit Beratung und Wissenstransfer.

Gewalt gegen Jezidinnen – 5000 Frauen verschleppt und misshandelt September 11, 2014 | 01:15 pm

Ein Interview mit Radio Dreyeckland:

Thomas von der Osten-Sacken von der Hilfsorganisation Wadi berichtet aus dem kurdischen Nordirak über ein Land unter dem Schock der Gräuel des sogenannten “Islamischen Staates” (IS). Tausende von Jezidinnen wurden entführt – und viele Männer ermordet. Bei Anrufen lassen die Täter die Angehörigen erfahren, wie sie die Frauen misshandeln. Irakisch Kurdistan ist von Flüchtlingen überfüllt. 400 000 kamen alleine in einer Woche. Sie schlafen unter jeder Brücke, auf jeder Baustelle. 5 Personen müssen sich sich eine Decke teilen, 60 000 Flüchtlinge 10 Toiletten. Immerhin haben die Luftschläge der Amerikaner dazu geführt, dass der IS etwas an Boden verloren hat. Die Kurden werden ihren Teil des irak wohl zurückerobern. Den Rest müssten andere machen, insbesondere auch sunnitische Truppen.

Anhoeren

 

Majority in Iraqi Kurdistan oppose female genital mutilation September 10, 2014 | 08:17 am

The Guardian about a recent study conducted in Iraqi-Kurdistan showing the success of the campaign against FGM in Kurdistan :

 The majority of people in Iraqi Kurdistan think female genital mutilation (FGM) should be eradicated and blame traditional beliefs for its continued practice.

In the first survey to investigate attitudes towards FGM in Iraqi Kurdistan, conducted by a coalition of UN agencies and the Kurdish regional government, 68% of people, including religious leaders, said the practice should be eliminated, and almost the same number said it should be banned as a tradition.