tag ‘Allgemein’
Farbanschlag auf Sozialwohnungen May 23, 2015 | 03:05 pm

Vom 12. Mai auf den 13. Mai wurden erneut Sozialwohnungen im Westend Ziel eines koordinierten Farbanschlages der Stadt München.

Die Täter beschmierten die Vorderfront zur Westendenstraße Ecke Bergmannstraße großflächig mit Strumstreichhölzern und lodernden Flammen. Zuerst sei noch ein Keltenkreuz und „Sturm“ in großen Lettern zu sehen gewesen, berichtet ein Nachbarn gegenüber Schlamassel Muc. „Wir dachten anfangs, da machen sich Neonazis ans Werk“, sagt er. Tatsächlich wurden die Täter vom Verein „Positive Propaganda“ engagiert. Den ausgegrenzten Menschen mit ihrem „oftmals unterschätzten Potential und Feuer“ widme sich dieses „Mural“, heißt es auf der Website des Vereins leidlich schuldbewusst.

Tatsächlich findet dort an der Wand des Sozialbaus eine Markierung statt, die ohnehin Ausgegrenzte noch weiter ausgrenzt und von der Mehrheitsgesellschaft abhebt. Das Haus – in dem hauptsächlich Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund leben – als brennend zu inszenieren, ist eine weitere Geschmacklosigkeit.

Eine Sanierung im Inneren des Gebäudes wäre schon lange nötig, außerdem bräuchte die Außenfassade einen Anstrich. Aber anstatt das zu leisten, verwendet die Stadt zehntausende Euro für dummdreistes Stadtmarketing auf Kosten der Ausgegrenzten – und das neue Bürgertum im Westend hat auf seinem Weg in den KPMG-Krawattenbunker was zum Gucken. Das ist trauriger Höhepunkt einer bereits länger andauernden Anschlagserie, die auf eine Initiative der Grünen im Stadtrat zurück geht.

Mit klerikal-dadaistischem Ritterscheiß wurde bereits letztes Jahr die Front zur Bergmannstraße des Sozialbaues zugeknallt. Häufig bleiben Passantinnen und Passanten stehen und fotographieren – was die Privatsphäre der Menschen im Hause deutlich beeinträchtigt. An der tiefschwarzen Fassade staut sich im Sommer die Hitze und drückt zu den Fenstern rein. Wer von drinnen raussieht, darf sich auf diesem Präsentierteller wie ein Idiot gerahmt fühlen.

Die Anschlagserie dürfte noch andauern. Laut einer Sitzungsvorlage des Stadtrates sind weitere Markierungen und Übergriffe in Planung.

, ,

SCHALL May 22, 2015 | 02:31 pm

Zum gegebenen Anlass laden wir euch ein, solidarisch mit uns zu feiern. Wer sich am 20. Juni im Chéz Heinz einfindet, wird in froher Erwartung auf eine durchgezappelte Nacht im Nimbus der dargebotenen Technobeats von

Si.Kurd (Klinsh | Braunschweig)
Tarek Soltani (Klinsh | Braunschweig)
Nescher (Halb Mensch Halb Techno | Hannover)

nicht enttäuscht werden. Wir offerieren Getränke zu angemessenen Preisen sowie eine unbefangene Feieratmosphäre. Wer sich sexistisch, antisemitisch oder rassistisch verhält, fliegt ohne Diskussion raus.

Bei Chéz Heinz (Salon) | 20. Juni 2015 | 23 Uhr

Schall & Wahn – Gegen den Kampftag der antisemitischen Internationale! May 19, 2015 | 11:18 pm

Am 10. Juli werden wie im letzten Jahr auch diesmal tausende Antisemiten beim al-Quds-Tag in Berlin aufmarschieren. Ihr Ziel ist die Auslöschung Israels. Doch dieses Event ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Islamismus ist nicht nur im Nahen und Mittleren Osten eine bestimmende Ideologie, sondern breitet sich auch immer stärker in Europa aus. Das Attentat von Paris und der systematische Terror des Islamischen Staates sind die brutalsten, medial am meisten Aufmerksamkeit erregenden Ereignisse, doch auch die Gaza-Demonstrationen im letzten Sommer sind Resultat von Antisemitismus und Islamismus. Leider geschah dies unter großer Ignoranz der radikalen Linken. Wir wollen das ändern.

Wie im letzten Jahr nehmen wir den 10. Juli zum Anlass, um gegen Islamismus und Antisemitismus zu mobilisieren. Zum al-Quds-Tag wird es dann eine gemeinsame Anreise nach Berlin geben. Wir freuen uns auf euch!

Hier der Überblick:

Persepolis – Filmvorführung
Mittwoch, 17. Juni | 20 Uhr | UJZ Korn
https://www.facebook.com/events/364257123768063/364257127101396/

Zerrspiegel des Ressentiments: Kulturrelativismus im Licht der aktuellen Situation im Mittleren Osten – Vortrag & Diskussion mit Andreas Benl
Freitag, 19. Juni | 19 Uhr | Uni Hannover
https://www.facebook.com/events/1574894292777209/

Schall – Party
Samstag, 20. Juni | 23 Uhr | Béi Chéz Heinz (Salon)
https://www.facebook.com/events/1436351983336078/

Gegen den Kampftag der antisemitischen Internationale! – Mobilisierungsveranstaltung
Mittwoch, 1. Juli | 20 Uhr | UJZ Korn
https://www.facebook.com/events/906594862724534/

Tagesseminar islamistischer Antisemitismus
Samstag, 4. Juli | 11 – 18 Uhr | Uni Hannover
https://www.facebook.com/events/366980730175075/

Die Arabellion und ihre Folgen – Vortrag & Diskussion mit Thomas von der Osten-Sacken
Montag, 6. Juli | 19 Uhr | Uni Hannover
https://www.facebook.com/events/1600994446838708/

Zum Elend der antifaschistischen Stadtpolitik May 16, 2015 | 12:06 pm

Eine Randbemerkung.

Münchens neue antifaschistische Touristenattraktion: das NS-Dokumentationszentrum(Foto: CC)

Die hässlichsten unter den Antisemiten sind zumeist die, die vorgeben, aus der deutschen Geschichte gelernt zu haben. In der Regel ist das Erlernte nur eines: Gestern waren die Juden die Juden, heute sind die Juden die Nazis. Zu den Lehrmeistern dieser Erkenntnis gehört der Chef des Münchner „Palästina Komitees“, Fuad Hamdan. „Herrenmenschenvolk … hatten wir schon einmal“, schrieb der Mitgründer des Kulturzentrums Eine-Welt-Haus diesen Mai auf seinem öffentlichen Facebook-Profil mit Verweis auf Soldaten des jüdischen Staates. Kein Einzelfall: „Ein Herrenmenschenvolk braucht Lebensraum im Osten – Israels Großmachtpolitik im Nahen Osten“, lautete schon 2001 ein Veranstaltungstitel im Eine-Welt-Haus – mit Hamdan als Referenten.

Dass diese Form des NS-Vergleiches Ausdruck einer antisemitischen Gesinnung ist, steht außer Frage. Schäbig ist, dass die Stadt München diesen Leuten nicht nur nicht entgegentritt, sondern sie nachgerade fördert. Im städtisch finanzierten Eine-Welt-Haus bekleidet Hamdan zwar kein offizielles Amt mehr, gilt aber weiterhin als graue Eminenz der Einrichtung. Er veranstaltet in wenigen Wochen die alljährlichen sowie durchweg antizionistischen „Palästina Tage“ – mit freundlicher Unterstützung der Münchner Stadtbibliothek und des Münchner Kulturreferats.

So sieht der Münchner Antifaschismus 2015 nämlich aus. Sich gegenseitig bei der Eröffnung des neuen Nazi-Museums stolz auf die Schulter klopfen, während man Antisemiten die Gelder zusteckt, Treitschke einen guten Mann sein lässt und voraussichtlich die unwürdigen Stolpersteine entgegen der Kritik der Israelitische Kultusgemeinde im Stadtrat durchdrücken wird. Es ist und bleibt ein Elend.

, , , ,

„Als die Braunen kamen“ – Zeitzeugengespräch mit Peter Neuhof May 12, 2015 | 05:45 pm

16.05.2015 15.00 Uhr, ORi, Friedelstraße 8, U-Bhf. Hermannplatz

Peter Neuhof war acht Jahre alt, als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen. Seine Eltern, beide Mitglieder in der KPD, engagierten sich von Anfang an gegen die Nazis und halfen u.a. gesuchten Genoss_innen beim Untertauchen. Auch Peter war aktiv gegen die Nazis. Er liest aus seinem Buch „Als die Braunen kamen. Eine Berliner jüdische Familie im Widerstand.“ und erzählt uns von seiner Geschichte als Kind einer jüdischen, kommunistischen Familie.
Bitte meldet euch für diese Veranstaltung unter befreiung-neukoelln [at] riseup.net an.

Veranstaltungshinweis: Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft May 12, 2015 | 12:19 pm

Die neonazistische Partei Jobbik – hier ihre Garde in Ungarn – gibt es jetzt auch in München

Weltweit erstarken derzeit Bewegungen, die sich mit Gewalt gegen die Moderne und freiheitliche Werte wenden. Wie der „Islamische Staat“ (IS), aber auch Beispiele wie Anders Breivik und der sogenannte „NSU“ zeigen, endet diese Ideologie auch heute noch tödlich. Allein in Deutschland wurden seit 1990 über 200 Menschen aus rassistischen Gründen ermordet.

Das Problem ist in München virulent. Neben deutschen Faschisten organisieren sich darüber hinaus zunehmend Neonazi-Kader mit anderen nationalen Bezügen. Erst in diesem Jahr gründete sich ein Ableger der neonazistischen ungarischen Jobbik-Partei in München, zuvor eine Vertretung der ukrainischen Neonazi-Partei Swoboda. Zentrale Merkmale dieser Gruppen sind stets auch Antisemitismus und Rassismus.

Wie akut ist die Bedrohung in München und Bayern? Wo treiben sich diese Gruppen herum und wie erkennt man sie? Und was tut die Stadt dagegen? Diese und ähnliche Fragen beantworten die fachkundigen Gäste der Europäischen Janusz Korczak Akademie:

Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle gegen Rechtsextremismus des Oberbürgermeisters
Robert Andreasch, Fachjournalist zum Thema Rechtsextremismus und Mitarbeiter der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München
Alia Sembol, Politikwissenschaftlerin und Expertin für türkischen Ultranationalismus

Mittwoch, 20. Mai, 18:30 Uhr
Ort: wird nach Anmeldung bekanntgegeben
Die vorherige Anmeldung ist zwingend notwendig.
Anmeldung unter anmeldung [ät] ejka.org

, ,

Thank you again! April 29, 2015 | 09:14 am

Heute vor genau 70 Jahren befreite die Dritte Infanterie-Division der US-​Ar­mee, an­ge­führt von Co­lo­nel Felix Sparks, die Über­le­ben­den aus dem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau. Ihm und sei­nen Leu­ten gilt unser be­son­de­rer Dank. Ein Beispiel ist Henry Landman. Er wurde 1938 selbst in Lederhose in das KZ-Dachau eingeliefert und kehrte nach seiner Flucht 1945 mit der Dritten Infanterie-Division nach Bayern zurück: in US-Uniform und mit Maschinengewehr.

Tag des Einmarsches in Augsburg: Landman macht ein Foto vor dem Eingang seiner früheren Wohnung mit einem Soldatenkollegen

In Lodentracht kamen nachts die Täter, die Henry Landman während der Novemberpogrome 1938 von zuhause abholten. Selbst noch in Lederhosen steckend, wurde der Augsburger in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Nach einigen Wochen der Angst entließen sie Landman wieder aus dem KZ, was der prominenten Stelle seines Vaters in der „Privaten Tennisgesellschaft Augsburg“ geschuldet war. Zum Glück konnte daraufhin ein Teil der Familie – so auch Henry – in die USA fliehen.

Am 27. Januar 1942 trat Landman in die Dritte US-Infanterie-Division ein und war nach seinem Marsch quer durch Europa der erste Augsburger, der seine frühere Heimatstadt am 28. April 1945 als Befreier wiederbetrat. Zwar konnte sich Landman nicht überwinden, das KZ-Dachau noch einmal zu betreten. Aber er erkannte auf der Dachauer Hauptstraße einen ehemaligen Funktionär des Konzentrationslagers und nahm ihn persönlich fest.

17 Angehörige der Familie Landman wurden Opfer der antisemitischen Vernichtung. Die Dritte Infanterie-Division kämpfte sich bis zum Konzentrationslager Dachau durch und befreite die überlebenen Insassen – vor genau 70 Jahren. Thank you!

Landman (zweiter von rechts) trifft auf die „Palästinensischen Brigaden“ in Italien.

Mehr über Landman

, , , , ,

Stolperstein-Gegnern gelingt die Trendwende April 28, 2015 | 12:37 pm

Der Stadtrats-Koalition ist gestern ein großer Coup gelungen. Überraschend hat sie zwei Anträge eingebracht, die den Stolperstein-Antrag der Grünen abräumen sollen. Die Stolperstein-Fans schäumen.

…nicht

Viele Wochen sah alles danach aus, als ob die umstrittenen Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig künftig auch in München verlegt werden könnten. Der Stadtrat signalisierte einstimmig Bereitschaft, das Anliegen neu zu diskutieren. Der Ältestenrat behandelte bereits ein „Kompromiss“-Papier. Mit einer vorbildlichen Kampagnenarbeit erzeugte die Stolperstein-Initiative großen Druck auf die Stadträte. Unter anderem warfen sie zwei Petitionen mit zehntausenden Unterschriften in die Waagschale. Ein Mega-Banner mit den Namen aller Petitionsteilnehmer soll demnächst ausgerollt werden.

Nun kam es unmittelbar anders. Überraschend brachte die Koalition aus SPD und CSU mit Hilfe der Bürgerlichen Mitte gestern zwei Anträge ein, die eine Alternative zu Demnigs Stolpersteinen beschreiben. Eine „Münchner Lösung“ nennt der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) den Vorschlag. Demnach solle es einen sogenannten „Ehrentempel“ nahe des „NS-Dokumentationszentrums“ geben mit allen Namen der in der NS-Zeit ermordeten Münchnerinnen und Münchnern. Zudem sollen Gedenkplatten an den ehemaligen Wohnhäusern der Ermordeten an sie erinnern. Wenn sich die Hauseigentümer weigern, werden alternativ Stelen vor dem Haus auf öffentlichem Grund angebracht. Noch ist nichts entschieden, aber eine Mehrheit gilt als wahrscheinlich.

Charlotte Knobloch als Hauptfeind markiert
Ein „großer Tag der Enttäuschung“ kommentiert Stadtrat Florian Roth (Grüne) die faktische Ablehnung der Stolpersteine zivilisiert. In der Facebook-Gruppe „Stolpersteine für München“ geht es indes schon deutlich anders zu. „Ich vermute es ist der Geist der F.Knobloch, der das verpfuscht“, schäumt es aus einem. „Eine Petition von ca. 70.000 Befürwortern spielt vor dieser Lobby wohl keine Rolle?“ Ein anderer orakelte bereits vor einigen Tagen: „In Bezug auf Fr. Knobloch drängt sich mir immer wieder der Begriff Ego-zentrisch auf … und per definitionem ist sie keine Jüdin; ihre Mutter war keine Jüdin!!“

Gegen Stolpersteine gibt es viele gute Argumente. Diese haben zahlreiche Kritikerinnen und Kritiker der Stolpersteine in den letzten Wochen dargelegt – unter anderem Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern. In vielen Städten werden Stolpersteine trotz der Kritik aus jüdischen Gemeinden durchgesetzt. So wie es aussieht, bleibt München das erspart. Die Ablehnung der Stolpersteine ist die beste Entscheidung, die der Stadtrat in Sachen Gedenkpolitik je getroffen hat – wenn er sie dann auch so trifft. Die Wirkung auf andere Städte – die aktuell noch streiten – wäre nicht zu unterschätzen. Damit macht München klar, dass Stolpersteine eben nicht die Endlösung der Gedenkfrage sind. Die voraussichtliche Entscheidung nährt überregional Zweifel. Und das ist gut.

Allerdings bleiben auch bei der „Münchner Lösung“ noch viele Fragen offen. Zum Beispiel, wer dieses Projekt organisieren soll. Auch, wie man die Angehörigen mit einzubeziehen gedenkt.

, ,

Dorfgemeinschaft stören. April 28, 2015 | 10:48 am

Am 1. Mai wird das beschauliche Dorf Tröglitz durch eine Demonstration daran erinnert werden, dass nicht jede Sauerei unbeachtet bleibt und rassistische Käffer sich nicht zur weltoffenen ländlichen Region umlügen lassen. Weitere Infos gibt es auf dem Blog zur Demo.

Elbe Day Torgau April 27, 2015 | 11:43 pm

25. April 2015 // Antideutsche Demonstration

torgau1

torgau2

torgau3

torgau4

torgau5

Feier zum Tag der Befreiung Neuköllns und Fotoausstellung April 27, 2015 | 05:04 pm

28.04.2015 17.00 Uhr ORi, Friedelstraße 8 (U-Bhf. Hermannplatz)

Der 28. April 2015 ist der 70. Jahrestag der Befreiung Neuköllns vom Nationalsozialismus durch die Rote Armee. Wir nehmen dies zum Anlass, um mit einem antifaschistischen Fest und einer Fotoausstellung an die deutschen Verbrechen zu erinnern und zum Kampf gegen Deutschland und seine Nazis aufzurufen. Unser Dank gilt den alliierten Streitkräften, den Partisan_innen und allen anderen Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens für die Zerschlagung Deutschlands kämpften.
Nie wieder Deutschland! Unser Dank heißt Krieg den deutschen Zuständen!

Veranstaltungen am 25. und 26. April April 23, 2015 | 03:17 pm

Führung „Das ver­ges­se­ne KZ Co­lum­bia-​Haus“
25.04.2015 14.00 Uhr Mahnmal Golßener Straße/Columbiadamm (U-Bhf. Platz der Luftbrücke)

Der kal­ku­lier­te und plan­mä­ßi­ge Ein­satz von Ge­walt dien­te dem NS-​Re­gime zwi­schen März 1933 und Som­mer 1934 zur Fes­ti­gung der po­li­ti­schen Macht. Ab Mitte 1934 ent­stand mit dem Sys­tem der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger eine neue Form, die ein Syn­onym ist für die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schaft in Deutsch­land darstellen. Doch be­reits ab März 1933 ent­stan­den Haft­stät­ten unter der Lei­tung von SA und SS, die zu­tref­fend als „frühe Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ be­zeich­net wer­den. Hier herrsch­ten von Be­ginn an Zu­stän­de eines Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers. Spä­tes­tens ab Juli 1933 nutz­te die Ge­sta­po das ehe­ma­li­ge Mi­li­tär­ge­fäng­nis Co­lum­bia-​Haus auf dem Tem­pel­ho­fer Feld als Haft­an­stalt für po­li­ti­sche Ge­fan­ge­ne.

Re­fe­ren­t_in: För­der­ver­ein für ein Ge­den­ken an die Na­zi­ver­bre­chen in und um das Tem­pel­ho­fer Feld e. V.

Die Führung wird 14.00 Uhr am Mahnmal Golßener Straße/Columbiadamm beginnen. Bitte meldet euch unter befreiung-neukoelln [at] riseup.net an. Wir empfehlen euch, Fahrräder mitzubringen, da das Gelände sehr weitläufig ist.

Fahrradfahrt zu Stätten nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Neukölln
26.04.2015 16.00 Uhr Infopunkt Tempelhofer Feld, Eingang Columbiadamm

Neukölln ist ein Ort wie viele andere. Auch hier, im Süden der Stadt Berlin, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus tausende Zwangsarbeiter_innen aus der Sowjetunion, Polen, Frankreich und den Niederlanden ausgebeutet. Dies geschah in Industriebetrieben, in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in Kirchengemeinden und in Privathaushalten. In Deutschland mochte man sich nach Kriegsende mit dem Verschwinden der Opfer häufig an diese nicht mehr erinnern. Für die ehemaligen Zwangsarbeiter_innen blieben die Erfahrung der Verschleppung nach Deutschland, das Erleben von Gewalt sowie die gesundheitlichen Folgen der Zwangsarbeit lebenslang prägend. Mit einer Radfahrt wollen wir an das Verbrechen der NS- Zwangsarbeit sowie an dessen Opfer, an die Täter und die Zeugen erinnern. Wir werden Orte besuchen, an denen Zwangsarbeiter_innen lebten und arbeiteten und über Zwangsarbeit im Allgemeinen und Zwangsarbeit in Neukölln im Besonderen sprechen. Aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre bitten wir um Anmeldung.

Anmeldung: befreiung-neukoelln [at] riseup.net
Dauer: 1,5 – 2h.
Referent_innen: Naturfreunde Berlin (FG Politik)

Die Hamas ist nicht genug – über die Kooperation zwischen den Organisatoren der Arena-Tagung mit Hamas, Hisbollah und dem iranischen Regime April 22, 2015 | 11:55 pm

Nachweislich unterstützen Organisatoren der Pro-Hamas-Konferenz in der Berliner Arena den antisemitischen Al Quds-Tag des iranischen Regimes, an dem alljährlich weltweit zur ‚Befreiung’ Jerusalems (arabisch: Al Quds) durch die Vernichtung Israels aufgerufen wird.

Die engen Verbindungen zwischen den Organisatoren der “13. Konferenz der Palästinenser in Europa” und der islamistischen Terrororganisation Hamas waren in den letzten Tagen bereits Gegenstand verschiedender Artikel. Daher wollen wir nun einmal den Fokus auf die Beziehungen zwischen dem Palestinian Return Center (PRC), der libanesischen Hisbollah und dem iranischen Regime legen. Zur Erinnerung: Das in London ansässige PRC ist Mitorganisator der Konferenz und unterhält laut verschiedenen deutschen Stellen und Verfassungsschutzämtern Verbindungen zur Hamas, die sich wiederum auf der EU-Terrorliste befindet. Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland, hat sich nun diese unheimliche Allianz ein wenig näher angeschaut und veröffentlichte seine aufschlussreichen Ergebnisse kürzlich in einem Gastbeitrag auf dem Blog “Von Tunis nach Teheran” der Berliner Wochenzeitung “Jungle World”.


Aufruf „Berlin gegen Hamas. Für ein weltoffenes, friedliches Miteinander“ April 22, 2015 | 12:59 pm

Am 25.04.2015 soll in Berlin die „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“ mit bis zu 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden. Die Konferenz gilt als die „wichtigste Aktivität von Hamas-Anhängern“ (Berliner Verfassungsschutz 2010). Wir rufen Sie dazu auf, gegen diese Konferenz Gesicht zu zeigen, für ein weltoffenes Berlin. Die Hamas und ihre Anhängerinnen und Anhänger treten in Europa und Deutschland im Regelfall nicht offen auf. Sie nutzen stattdessen u.a. das „Palestinian Return Centre“ (PRC) mit Sitz in London als Plattform.

Das PRC ist eine Organisation, die im Dezember 2010 in Israel wegen ihrer Verbindungen zur Hamas zur ungesetzlichen Organisation erklärt wurde. Eine weitere Hauptorganisatorin der Konferenz ist die „Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (PGD) mit Sitz in Berlin, welche laut Informationen des Berliner Innensenats von September 2014 als eine „Organisation von Hamas-Anhängerinnen und Hamas-Anhängern“ gilt. Im Weiteren schrieb der Innensenat, dass zu deren wichtigsten Aktivitäten neben „Kulturabenden, Gedenkveranstaltungen, Seminaren und Feierlichkeiten […] insbesondere der jährlich stattfindende Kongress des ‚Palestinian Return Center‘ (PRC)“ zählt. Wir rufen alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, unseren Protest für ein friedliches Miteinander zu unterstützen.

Die gesamte Problematik der „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“ verdeutlicht bereits deren Logo. Die geografischen Umrisse des Staates Israel sind komplett mit einer palästinensischen Nationalflagge versehen. Mit anderen Worten soll ein künftiger Staat Palästina nicht mit einem israelischen Nachbarstaat friedlich koexistieren können, sondern diesen ersetzen.

Diese Konferenz dient weder dem Frieden im Nahen Osten, noch den legitimen Interessen nach Frieden und Sicherheit von Palästinenserinnen und Palästinensern oder Israelis. Ganz im Gegenteil: Hier sollen Vorurteile geschürt und schlimmsten Falls Terror und Gewalt der Hamas legitimiert oder gar verherrlicht werden. Insbesondere nach den israelfeindlichen Protesten des letzten Sommers ist es unsere Pflicht, jeder Form von Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zu widersprechen.

Im Sinne eines friedlichen Miteinanders und auf dem Weg zu einem gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam für einen demokratischen und friedlichen Nahen Osten und gegen Hass, Terror, Antisemitismus und Antizionismus zu demonstrieren.

Berlin ist weltoffen. Für ein friedliches Miteinander.


InitiatorInnen von „Berlin gegen Hamas“:

Amadeu Antonio Stiftung
American Jewish Committee (AJC) Berlin
Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen

Vorläufige UnterstützerInnen:
Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten

Rabbiner Daniel Alter, Beauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus, Jüdische Gemeinde zu Berlin

Aziz Bozkurt, Vorsitzender, Landesarbeitsgemeinschaft für Migration und Vielfalt, SPD Berlin

Martin Delius, MdA, stellvertretend für die gesamte Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Michaela Engelmeier, MdB, SPD

Fritz Felgentreu, MdB, SPD

Alexander Freier, Vorsitzender SPD Alt-Treptow/Plänterwald

Danny Freymark, MdA, CDU

Frank Henkel, MdA, Senator des Innern, CDU

Honestly Concerned e.V.

ILI – I like Israel e.V.

Clara Herrmann, MdA, Bündnis 90/Die Grünen

Oliver Höffinghoff, MdA, Piratenfraktion

Florian Graf, MdA, stellvertretend für die gesamte Fraktion der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus

Kerstin Griese MdB, SPD, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales und stv. Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)

Junges Forum DIG – Deutsch Israelische Gesellschaft

Dr. Jan-Marco Luczak, MdB, CDU/CSU

Erol Özkaraca, MdA, SPD

Junge Union Berlin

Jusos Berlin

Sven-Christian Kindler, MdB, Bündnis 90/Die Grünen

Renate Künast, MdB; Bündnis 90/Die Grünen

Klaus Lederer, Landesvorsitzender Die Linke Berlin

Klaus Mindrup, MdB, SPD

Mideast Freedom Forum Berlin

Tom Schreiber, MdA, SPD

Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter a.D., Vorsitzender der Deutsch Israelischen Gesellschaft

Tom Schreiber, MdA, SPD

Matthias Schmidt, MdB, SPD

Jan Stöß, Landesvorsitzender SPD Berlin

Daniel Wesener, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Christian Zimmermann, Kurdische Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

FDP Hackescher Markt/Berlin


Elbe Day 1945 April 21, 2015 | 04:57 pm

„’Das ist er, Junge, DER TAG von Newburyport bis nach Wladiwostock’, so dröhnte die jubelnden Stimme eines amerikanischen GI am Abend des 8. Mai 1945 über die Station von CBS. Es war DER TAG – Victory Day in Europe … Doch die ersten Siegesfeiern fanden nicht in Washington, Moskau, London oder Paris statt. Sie waren nicht von Präsidenten, Premierministern oder Generälen bevölkert. Sie brachen von selbst los, im späten April in kleinen abgelegenen Gemeinden an dem deutschen Fluß Elbe. Die Feiernden – ganz gewöhnliche Leute – waren amerikanische GIs und Soldaten der Roten Armee…“ beschreibt Mark Scott, der amerikanische Herausgeber des Buches „Yanks treffen Rote“ die Situation vor 70 Jahren rund um die Stadt Torgau.

„Um den 22. April 1945 näherten sich zwei Armeen der Elbe. Vom Osten die sowjetische 5. Gardearmee. Vom Westen die amerikanische 1. Armee. An vereinbarten Grenzlinien kamen die Armadas zum Stehen, um in ihrem Angriffsschwung nicht aufeinanderzuprallen. Am 27. April sollten sich auf Wunsch von Stalin und Truman die beiden Armeeoberbefehlshaber an der Elbe die Hand zur offiziellen historischen Begegnung reichen.

Aufklärungspatrouillen hatten den Befehl, den Verbündeten zu suchen und nach ‘oben’ zu melden. Keine Eigenmächtigkeiten! Kein Überschreiten der Grenzlinie! Keine Verbrüderungen!

Die Patrouillen bestanden ausschließlich aus jungen Männern. Ihre Führer nicht viel älter als 23 Jahre. Als sie vergeblich nach dem Verbündeten spähten, vergaßen sie alle Befehle. Sie waren einzig von dem Wunsch beherrscht, auf die ‘Roten’ oder die ‘Yanks’ zu stoßen. Sie gingen auf Pirsch – weit über die Grenzlinie hinaus.

So kam es bereits am 25. April an den verschiedensten Orten auf abenteuerliche Weise zu ergreifenden Begegnungen zwischen einfachen Kämpfern beider Armeen. Herzlich waren die Umarmungen, und echt war der Schwur: ‘Nie wieder!’

‘Das war DER TAG’“, so Mark Scott, „an dem unmögliche Träume wahr wurden, an dem der Frieden stärker war als der Krieg, das Leben stärker als der Tod, die Liebe stärker als der Haß.“

Seitdem wird am 25. April der so genannte Elbe Day gefeiert.

Der Sieges-Twostep. Russische und amerikanische Soldaten tanzen miteinander, als sich ihre Einheiten in einer deutschen Stadt treffen.

Der Sieges-Twostep. Russische und amerikanische Soldaten tanzen miteinander, als sich ihre Einheiten in einer deutschen Stadt treffen.

Die Teilnehmer der 13. Konferenz der Palästinenser in Europa April 20, 2015 | 12:27 am

Es dauerte ein wenig, aber nun veröffentlichte die in Berlin-Neukölln ansässige Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (Mitausrichter der Pro-Hamas-Tagung) eine Erklärung und präsentiert der geneigten Öffentlichkeit ihre diesjährigen Rednerinnen und Redner. “Berlin gegen Hamas” nimmt dies zum Anlass, ein wenig Licht in die Runde der “Verfechter des Völkerrechts und der Humanität” zu bringen und wird hier in den kommenden Tagen einige Hintergrundinformationen zu den selbsternannten Freunden Palästinas veröffentlichen.

Den heutigen Anfang macht Pater Manuel Musallem aus Gaza, ein wahrer Mann des Friedens, aber seht selbst:

PS: Richtig gesehen. Es handelt sich dabei um einen Youtube Kanal der islamistischen Terrororganisation Hamas.


Berlin: Protest gegen die Pro-Hamas-Tagung April 17, 2015 | 12:18 am

Nun ist es offiziell: Tausende Sympathisanten und Aktivisten der islamistischen Terrororganisation Hamas werden am 25.04. in der Arena im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick zusammenkommen und gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten hetzen: Israel. Organisiert wird die Großveranstaltung unter anderem vom Verein »Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland« und dem britischen »Palestinian Return Centre«. Die Nähe beider Organisationen zur islamistischen, antisemitischen und in Deutschland als Terrororganisation verbotenen Hamas ist wohlbelegt. Hamas hat nach dem vollständigen israelischen Rückzug aus dem Gaza-Streifen ein islamistisches Terrorregime errichtet, schon Kinder werden systematisch islamistisch und antisemitisch verhetzt, Frauen unterdrückt, Homosexuelle verfolgt, unliebsame Medien geschlossen, Proteste zerschlagen. Zudem wurden tausende Raketen auf Israel abgefeuert.

Das von den Konferenz-Organisatoren als „unverhandelbar“ bezeichnete Recht auf „Rückkehr“ palästinensischer „Flüchtlinge“ ist nicht mehr als eine menschenrechtlich verbrämte Kampfparole gegen jede friedliche israelisch-palästinensische Verhandlungslösung. Die angeblichen Flüchtlinge sind heute Millionen von Palästinensern, die nach der Staatsgründung Israels geboren wurden, und denen von arabischer Seite in jordanischen und libanesischen Flüchtlingslagern grundlegende Rechte vorenthalten werden. Ihre „Rückkehr“ soll ein Ende des jüdischen Staates Israel bringen, ein Ziel, das den Organisatoren wichtiger ist als ein demokratischer palästinensischer Staat. Diese Haltung stellt auch in den palästinensischen Gebieten eine tödliche Bedrohung für alle kompromissbereiten Kräfte dar, die von palästinensischen Nationalisten und Islamisten als „Verräter“ verfolgt und ermordet werden.

Demnach ist das Beharren auf ein für Israel inakzeptables „Recht auf Rückkehr“ ein Programm zur Verewigung nicht nur des Konflikts sondern auch der oft elenden Situation der staatenlosen Palästinenser. Jede pragmatische Lösung, beispielsweise die Integration von Menschen palästinensischer Abstammung in den arabischen und auch europäischen Ländern, in denen sie oft schon in der dritten Generation leben, wird als „Gefahr“ bekämpft. Das Programm dieser„13. Konferenz der Palästinenser in Europa“ richtet sich damit zugleich gegen Israel als auch gegen alle kompromissbereiten palästinensischen Kräfte.

Daher laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam für einen demokratischen und friedlichen Nahen Osten gegen Hass, Terror, Antisemitismus und Antizionismus zu demonstrieren.

Siehe auch: Kundgebung gegen die Pro-Hamas-Tagung


Der Hauptfeind ist das eigene Land! April 16, 2015 | 06:07 pm

Antideutsche Demonstration in Torgau am 25. April

Es ist unfassbar: 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Deutschland eine Weltmacht. Die versäumte Umsetzung des Morgenthau-Plans konfrontiert die internationale Weltgemeinschaft in den letzten beiden Jahrzehnten mit einem wiedererstarkten Deutschland, dass aus seinen historischen »Fehlern« gelernt hat. Die militärische Option wurde weitestgehend ad acta gelegt. Stattdessen setzten die deutschen Eliten, im Windschatten des militärischen Schutzes durch die westlichen Alliierten, langfristig auf das »deutsche Wirtschaftswunder«. Das Resultat ist, dass das eigentlich besiegte Land ökonomisch gesehen – ganz im Gegensatz zu Großbritannien oder Frankreich – erstarkt aus der militärischen Niederlage hervorgegangen ist.

Dieses Vorgehensweise, leicht modifiziert, funktioniert noch bis heute. Die neuste deutsche Militärtechnologie findet man eher in den Händen von mexikanischen Sicherheitsbehörden oder arabischen Armeen, als im Depot der deutschen Bundeswehr. Wenn es in der Welt brennt, winkt Berlin gelangweilt ab und schaut erwartungsvoll über den Atlantik, zumindest gen Westen. Ob in Syrien, Irak, Jemen oder Nigeria, gegen die islamistische Barbarei sollen sich bitte andere aktiv engagieren. »Niemals wieder« bedeutet hierzulande trotz und wegen Auschwitz keinen Finger für das verfolgte Individuum krumm zu machen. Selbst dann nicht, wenn es die Tortur in seinem Heimatland sowie die anstrengende Flucht überlebt und bis vor die Haustür der Deutschen geschafft hat.

Der Wiederaufbau und die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile, dass so genannte »Nation Building«, sind dagegen Deutschlands absolutes Steckenpferd. Deswegen reüssiert das Land auf der Weltbühne. Im internationalen Kampf um Rohstoffe, Marktanteile und Handelswege will die deutsche Wirtschaft langfristig vorne mitspielen. Das Image als Friedensmacht ist dabei für die Geschäfte nicht unerheblich. In knallharter Konkurrenz zu den USA, verkauften deutschen Firmen Komponenten zur Herstellung von Giftgas an jegliche »Schurkenstaaten«. Etwas Werbung in eigener Sache kann da nicht schaden. So tanzt der sozialdemokratische Wirtschaftsminister bereitwillig nach der Pfeife arabischer Emire und nicht nur in China fällt die Frage nach den grundlegendsten Menschenrechte unter den Verhandlungstisch. Im Kampf um den Exportweltmeistertitel ist dem Subjekt Staatskapital fast jedes Mittel Recht. Auch ein fauler Kompromiss im »Atom-Streit« mit dem Iran.

#stickthefingertogermany

Weder die Reeducation, noch der verordnete Antifaschismus haben nachhaltig etwas in diesem Land bewirkt. Wie rudimentär das Demokratieverständnis der deutschen Bevölkerung ist, offenbart sich immer dann am deutlichsten, wenn in einem anderen Land eine Partei die demokratischen Wahlen gewinnt, dessen politisches Programm den nationalen Interessen, beziehungsweise deutschen Befindlichkeiten, widerstrebt. Das trifft derzeit auf die neue Regierung in Athen zu, ebenso wie jene in Jerusalem. Während im deutschen Blätterwald dann reklamiert, protestiert und randaliert wird, bekunden auf dem diplomatischen Parkett die Deutschen ihre große Besorgnis über die zukünftige Entwicklung. An klugen Ratschlägen und harten Bandagen mangelt es dabei nicht. Nichts desto trotz, sondern gerade weil man zwei Weltkriege angezettelt hat. Vom Holocaust ganz zu Schweigen.

Der Vergangenheitsbewältigungsweltmeister ist derart dreist, dass berechtigte Forderungen nach Entschädigungen und Reparationszahlungen jahrzehntelang negiert und zum Teil bis heute noch nicht geleistet wurden. Die derzeitige Bundesregierung behauptet allen Ernstes, weil bisher noch kein Friedensvertrag unterzeichnet sei, müsse man z.B. die finanziellen Verpflichtungen gegenüber Griechenland nicht leisten. Währenddessen ist Adolf Hitler ein weltweiter Exportschlager, als Marke mindestens genauso bekannt wie Coca-Cola, das Holocaust-Mahnmal in Berlin eine beliebte touristische Vergnügungsstätte und bald eines der beliebtesten Bücher dieses Landes, nein der Welt, wieder legal im Handel erhältlich: »Mein Kampf«.

Das ökonomische Erfolgsmodell Deutschland beruht auf einem autoritären Korporatismus, der u.a. für die notwendige Flexibilität der hierzulande angestellten Arbeitskraftbehälter sorgt. Nullrunden als gemeinschaftlicher Akt zur Rettung von Arbeitsplätzen, dank Überidentifizierung mit der eigenen Firma oder »freiwillige«, unentgeltliche Überstunden, wenn es mal nicht so gut im Betrieb läuft, sind für den deutschen Arbeiter selbstverständlich. Kleinere Gewerkschaften müssen hierzulande um ihre Existenz bangen, weil sie es gewagt hatten, ihr verbrieftes Recht auf einen legalen Arbeitskampf in Anspruch zu nehmen und den deutschen Volkszorn zu oft hervorriefen. Nicht zu vergessen, der rundum erneuerte Reichsarbeitsdienst, besser bekannt unter dem Namen »Ein-Euro-Job«.

Angela Merkel gefällt das.

Die neue Sehnsucht der deutschen Volksgemeinschaft nach den guten alten Zeiten findet ebenfalls in der modernen Form der nationalsozialistischen Familienpolitik, wonach Frauen an Heim und Herd gehören, sowie unzählige Kinder für die Volksgemeinschaft gebären sollen, wie dem »Müttergeld«, seinen Ausdruck. In Berlin-Mitte ist dieser »Backlash« daran zu erkennen, dass längst als ausgestorben geltende Vornamen auf einmal wieder in Mode kommen. Der dazugehörige Kinderwagen von Oma ist ein »must-have«, weil ohne Plastik, nicht aus Amerika und immer noch gut in Schuss. Gefüttert wird das Balg natürlich mit Lebensmittel ohne Gentechnik. Ein arischer Bub, braucht keine amerikanischen Bohnen. Die Ablehnung des Freihandelsabkommens TTIP bekommt man nicht nur in solchen Kiezen mit der Muttermilch indoktriniert.

Im Fernsehen bedauert die ganzen Nation die Opfer des zweiten Weltkrieges, wozu für sie zweifelsohne beinahe alle Deutschen gehören. Die Tatsache, dass eine rechtsterroristische Vereinigung, ungestört, zehn Jahre lang im Land morden konnte, ist den meisten Mitgliedern dieses erbarmungslosen Rackets dagegen völlig egal. Nationalsozialisten sind bzw. waren immer die Anderen. Grauenvolle Schmonzetten wie »Unsere Väter, unsere Mütter«, in denen „die keuschen, opferbereiten Arier, der Leutnant und die Krankenschwester, die Helden der Geschichte“ (New York Times – Chefkritiker B.O. Scott) sind, erreichen selbstverständlich hohe Einschaltquoten. Quacksalber wie Guido Knopp, gelten nicht nur im wissenschaftlichen Betrieb als ernstzunehmende Historiker. Und der Umstand, dass der ehemalige Wehrmachtssoldat Helmut Schmidt oder das ehemalige SS-Mitglied Günther Grass als große Intellektuelle dieses Landes gelten, erregt ebenso keinen öffentlichen Widerspruch.

Opposition in solchen Zeiten gleicht der Arbeit von Sysiphus. Die Lage ist verzweifelt, beinahe ausweglos. Allein die Erinnerung daran, dass Nazi-Deutschland letztendlich dennoch militärisch besiegt wurde, ist heute noch im deutschen Kollektivbewußtsein eine unvergessene Schmach. In diese Wunde wollen wir etwas Salz streuen. Also raus auf die Straße. Auf nach Torgau! Feiern wir am Elbe-Day, an dem Tag als die sowjetischen und amerikanischen Soldaten das erste Mal aufeinandertrafen, die Besetzung von Deutschland.

Im Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus.
Deutschland in den Rücken fallen!

/////////// Achtet auf weitere Ankündigungen. ///////////

/// 70years.blogsport.eu /// twitter.com/ADAktionBerlin ///

Zur Demonstration rufen auf:

Antideutsche Aktion Berlin [ADAB]
Antifa Task Force [ATF] Jena
association [belle vie] Hannover
Association Progrés Eichsfeld
BAK Shalom der Linksjugend [’solid]
Contre la tristesse Rostock
Freundeskreis der Dialektik Rostock
Gesellschaftskritische Odyssee Halle
Linksjugend [’solid] Osnabrück

Israelfahne in KZ-Gedenkstätte Dachau unerwünscht April 16, 2015 | 10:19 am

Mitglieder eines zionistischen Jugendverbands wollten zum Chanukka-Fest Gedenkkerzen im ehemaligen Konzentrationslager Dachau anzünden. Doch eine musste draußen bleiben: die Israelfahne. Dafür sorgt eine neue Verordnung.

US-Fahne: 1945 von Insassen noch gerne gesehen – seit 2014 im KZ-Dachau ebenfalls verboten.

In der KZ-Gedenkstätte Dachau wimmelt es zeitweise von Nationalfahnen. Bei jeder größeren Kranzniederlegung sind Deutschlandfahnen am Start. Die Stadt München wirbt auf ihrer Website für einen Besuch in der Gedenkstätte Dachau mit einem ganzen Fahnenfächer. Längst sind die ehemaligen Konzentrationslager zu Erweckungs-Promenaden des Vergangenheitsbewältigungs-Weltmeisters geworden. Aber die Israelfahne soll dort nichts mehr verloren haben. So hieß es gegenüber einem zionistischen Jugendverband, der im Rahmen der jüdischen Chanukka-Feierlichkeiten in Dachau 2014 Gedenkkerzen anzünden wollte.

„Den Opfern eine Ehre erweisen“
Fahnen könnten die Gefühle anderer Besucher verletzen, erklärte das Personal angeblich den Verbandsvertretern. Auch eine längere Debatte habe nichts geholfen, beklagt das Verbandsmitglied Ruben Pflug*. „Die Person mit Israelfahne ist dem Gelände dann aus Protest ferngeblieben“, sagt er. Dabei handelt sich um den 25-jährigen Alexey Weissman*. Seit Jahren kommt er nach Dachau, um zu gedenken – seit Jahren trägt er dabei die Israelfahne. „Die Israelfahne ist weit mehr als nur ein Staatssymbol. Sie bringt auf den Punkt, dass unsere jüdische Identität die nazionalsozialistische Verfolgung und Vernichtung überlebt hat“, erklärt der langjährige Jugendleiter der zionistischen Organisation gegenüber Schlamassel Muc. „Ich möchte damit den Opfern eine Ehre erweisen, die aus dieser Hölle auf Erden nicht entkommen konnten.“ Der jüdische Staat sei mitunter auf der Grundlage der schrecklichen Begebenheiten der NS-Zeit errichtet worden, sagt er. „Es ist unfassbar, dass diese Fahne im ehemaligen KZ-Dachau jetzt verboten ist. Ich möchte mich in Deutschland nie wieder für meine Fahne entschuldigen oder schämen. “

Fahnenverbot sofort aufheben
Seit etwa September 2014 ist offenbar eine neue Verordnung in Kraft, die das Mitführen von Fahnen in der KZ-Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher nicht gestattet. „Das Verbot steht auf den selben Merkblättern wie das Verbot von Hunden und Tieren in der Gedenkstätte. So fühlte ich mich auch. Wie ein Hund, der leider draußen bleiben muss“, sagt Weissman. Er fordert eine sofortige Aufhebung des Verbots der Israelfahne. „Die Gedenkstättenleitung sollte sich zumindest einer Debatte darüber stellen.“

Bei den Gedenkfeierlichkeiten am 30. April 2015 zur 70-jährigen Befreiung des KZ-Dachau durch die US-Armee werden mit Sicherheit wieder zahlreiche Fahnen zu sehen sein. Die Gedenkstättenleitung hebt das Verbot häufig temporär auf. Sich beim Besuch eines zionistischen Jugendverbands nicht spontan verständnisvoll zu zeigen, ist borniertem Bürokratismus und der traurigen Absenz von Mündigkeit geschuldet. Wird das Erinnerungspersonal der KZ-Gedenkstätte in Zukunft mit der US-Fahne ebenso verfahren? Die Fahne der Befreier – die 1945 über dem Lager wehte – ausgesperrt? Da möchte man es fast auf einen Versuch ankommen lassen. Das Verbot muss insbesondere hinsichtlich der Israelfahne sowie der Fahnen der Befreier dringend überdacht werden.

*Name von der Redaktion geändert.

Nachtrag:
Laut Aussagen der Pressestelle heute sollte es für Besucher in Zukunft kein Problem mehr sein, eine Israelfahne mitzuführen. Die Regelung werde inzwischen anders praktiziert, heißt es. Laut der Besucherordnung auf der Website ist das Mitführen von Fahnen allerdings bislang noch generell untersagt. Nach wie vor wird es leider kritisch gesehen, wenn eine zionistische Gruppierung auf dem ehemaligen KZ-Gelände unangemeldet gedenken möchte.

, , ,

Die Besetzung der großen Städte April 12, 2015 | 09:40 am

Nach der Befreiung der Konzentrationslager richteten sich die Angriffe der vorrückenden Züge der US Army vorrangig auf die großen Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera. Für den 3. und 4. April 1945 hatte die Royal Air Force ein Flächenbombardement für Erfurt

unter Einsatz von 2.740 Tonnen Bombenlast vorgesehen. Der Angriff wurde dann wegen des raschen Vormarsches der US-Bodentruppen abgesagt. Am 12. April 1945 besetzten Einheiten der 3. US-Armee unter Befehl von General George S. Patton Erfurt, nach Kämpfen in der Stadt und ihrer Umgebung.

430px-JohannesstraßeUSA

Panzereinheiten der US-Army nach der Besetzung Erfurts in der Johannesstraße.

 Am Abend des 11. April 1945 wurde ein von Oberst Costello unterzeichnetes Ultimatum in englischer Sprache an den Stadtkommandanten von Weimar in Auftrag gegeben. Sein Wortlaut: “Die Amerikanische Armee befindet sich weiter in siegreichem Vormarsch. Ihre Stadt ist umstellt und unhaltbar. Übergeben Sie die Stadt, so werden Sie nach den Bestimmungen der Genfer Konvention behandelt.”- Falls die Übergabe nicht bis 9 Uhr am 12. April erfolge, werde die Zerstörung der Stadt durch schweres Luftbombardement und Artilleriebeschuss angedroht. 
Am Donnerstag, den 12. April 1945 erreicht der Überbringer des Ultimatums morgens um 7 Uhr die Stadt Weimar auf dem Fahrrad. Weimars Oberbürgermeister Otto Koch, der die Stadt nach der Flucht der Gauleitung vertrat, kam der amerikanischen Forderung sofort nach. 
In den Mittagsstunden rollten die ersten amerikanischen Jeeps und Panzer der 3. US-Army – 26 Tage vor Kriegsende – kampflos in die Stadt Weimar ein. Am 15. April inspizierte Patton das befreite Konzentrationslager Buchenwald. Noch am  gleichen Abend befahl er, mindestens 1000 Einwohner Weimars zur Besichtigung auf den Ettersberg zu schicken, was am 16. April geschah.
Am 13. April 1945 rückten die amerikanischen Truppen in Jena ein, ohne dass es zu Kämpfen gekommen war. Sie demontierten viele Laboranlagen der großen Betriebe und schafften sie zusammen mit wichtigen Dokumenten und Patenten in ihre Besatzungszone oder in die USA. Direkten Widerstand gegen das NS-Regime hat es in Jena nicht gegeben. Die Universität, die noch heute den Namen aus der NS-Zeit trägt, galt als Vorzeige-Universität im Dritten Reich. Der NS-Studentenbund genoss schon vor der Machtübergabe große Unterstützung und gewann bei den Studentenschaftswahlen im Januar 1933 49,3% der Stimmen, was reichsweit das zweitbeste Ergebnis darstellt.  Unter dem Rektor Karl Astel wurde unter anderem ein Institut für menschliche Erbforschung und Rassenpolitik eingerichtet. Unter seinem Rektorat wurde Jena eine „nationalsozialistische Musteruniversität“. Neben der Erbforschung und Rassenkunde lag ein Forschungsschwerpunkt in den „Wehrwissenschaften“. 1941 resümierte Astel, dass die Universität unter seinem Rektorat zur „ersten rasse- und lebensgesetzlich ausgerichteten Hochschule Großdeutschlands“ geworden sei.
jena_truemmer_1a
Am 14. April wurde Gera von den Amerikanern besetzt, nachdem es am Vortag noch zu einem militärischen Gefecht an der westlichen Stadtgrenze gekommen war.
Am 16. April hatte die US-Army ganz Thüringen besetzt und rückte nun weiter richtung Passau vor.
Nachdem die Lager befreit und die Städte besetzt waren, kamen Einheiten der Psychological Warfare Divison nach Thüringen. Unter ihnen auch Saul K. Padover, der feststellen sollte, wie die psychische Situation in den noch von Deutschland beherrschten Gebieten war, und wie sich die Bevölkerung gegenüber den Alliierten verhalten würde. Seine ersten Eindrücke vom Konzentrationslager Buchenwald beschrieb er in seinem, erst 1999 ins deutsche übersetzte, Werk “Experiment in Germany” wie folgt:
Während ich die Karteikarten durchging, war mir, als berühre ich den Tod. Ich las die Namen von Männern und Frauen aller Nationen […]. Ihr einziges Verbrechen hatte darin bestanden, daß sie keine Deutschen waren. Die karten befanden sich in einer so tadellosen Ordnung, daß mir ei dem Gedanken an diese teuflische, kaltblütige Mordmaschinerie ein Schauder über den Rücke lief. Die deutschen Mörder waren solche Ordnungsfanatiker, daß sie diese Unterlagen nicht vernichteten, bevor sie die Flucht ergriffen. Deutsche denken sich nichts dabei, Menschen umzubringen, aber mit Dokumenten werden sie stets sorgsam und korrkt umgehen.