Der Faktencheck im Faktencheck

Ja, die Doku „Auserwählt und Ausgerenzt“ hatte handwerkliche Mängel. Aber was der WDR als „Faktencheck“ präsentiert ist keineswegs besser. Stefan Winterbauer meint bei Meedia:

Wann gab es das schon einmal, dass ein Sender eine Dokumentation mit derartig vielen Warnhinweisen und Richtigstellungen versieht? Die Ausstrahlung begann mit einer Art Warntafel vor dem Film. Während der Doku gab es immer wieder Einblendungen, dass Betroffene hier nicht gefragt worden seien. Erst der WDR habe den Beschuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Und – so eine Überraschung – die nachträglich Befragten gaben alle sinngemäß zu Protokoll, dass sie ja gar nix gegen Juden haben. Entschuldigung für den Sarkasmus im vorangegangenen Satz, aber bei dieser Sache fällt es schwer, nicht sarkastisch zu werden.

[…] der nachträglich zusammengeschusterte Faktencheck [erweckt] nun selbst den Eindruck starker Voreingenommenheit. Er geht über das Korrigieren von Fakten weit hinaus. Das Ziel, den Film komplett zu diskreditieren, wird überdeutlich.“

Sechs Beispiele:

1. Der WDR behauptet dass es nicht antisemitisch gewesen sei als Abbas behauptete Rabbiner würden dazu aufrufen das Wasser der Palästinenser zu vergiften. Abbas vor dem Europaparlament:

„Darüber hinaus möchte ich noch sagen, dass vor nur einer Woche einige Rabbiner in Israel ihre Regierung aufgefordert haben, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine klare Anstiftung zum Massenmord am palästinensischen Volk?“

Der Film brachte die mit der antisemitischen Legende von den Brunnenvergiftern in Verbindung. Auch z.B. auf Wikipedia wird die Aussage von Abbas als modernes Beispiel dieser Legende aufgeführt. Laut WDR muss man jedoch zwischen Wasservergiftung und Brunnenvergiftung unterschieden werden (ernsthaft!):

„Der Kommentartext fügt dem Zitat von Abbas weitere Inhalte hinzu: ‚Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften.‘
Von ‚Brunnen‘ spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von ‚Plänen‘ der Rabbiner, das Wasser zu vergiften.“

2. Laut WDR gebe es keinerlei Belege die Anschläge auf das Bataclan hätten ein antisemitisches Motiv gehabt. Auf Wikipedia werden einige der antisemitischen Drohungen aufgelistet, die dem Anschlag vorausgingen.

http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/doku-faktencheck/doku-faktencheck-148.html

Welch bittere Ironie, dass in der Doku auch gefragt wurde, warum es so schwer falle antisemitische Anschläge als antisemitisch zu bezeichnen.

3. Der WDR moniert:

„Die eingeblendeten Schlagzeilen vermitteln das Bild, dass die deutsche Medienlandschaft hauptsächlich israelkritisch berichte.
Tatsächlich wird dieses Bild durch die Forschung nicht bestätigt: ‚Vergleichende Untersuchungen zeigen, dass sich beispielsweise die Berichterstattung zur Zweiten Intifada und den Gaza-Kriegen 2009 und 2012 in Qualitätszeitungen, aber auch dem deutschen Fernsehen kaum substantiell voneinander unterschieden hat und vorrangig versucht wurde, ausgewogen über die Konfliktparteien zu berichten.'“

„Die Forschung?“. Andere Forscher kamen zu anderen Ergebnissen, so z.B. die Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel​:

„Wir haben die Berichterstattung über den Nahen Osten mit Artikeln über die Lage der Menschenrechte und Konflikte in anderen Ländern verglichen, wie Russland, China, Saudi-Arabien und Nordkorea. Kaum eines der Länder schnitt so schlecht ab. In den Artikeln finden sich ungewöhnlich viele NS-Vergleiche, es gibt ein sehr negatives Bild des Landes.

[…] In der Schlagzeile ist Israel fast immer Aggressor, im Text selbst steht dann, dass Israel nur reagiert hat. Ein Beispiel: Vor einer Woche einigten sich die Parteien im Gaza-Krieg auf eine Feuerpause, die Hamas schoss nach einigen Stunden trotzdem Raketen ab. 80 Prozent der Schlagzeilen auf Nachrichtenseiten lauteten aber: Israel bricht Waffenruhe.“

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch der Linguist Anatol Stefanowitsch​, der 2014 die sprachliche Struktur von 170 Schlagzeilen untersuchte.

4. In Bezug auf das Interview mit Monika Schwarz-Friesel behauptet der WDR, dass die Aussagen der Expertin in einen falschen Kontext gebracht wurden sein. Auf der Übersichtsseite zum Faktencheck heißt es:

„Der Film stellt damit Statements von Interviewpartnern in einen antisemitischen Kontext.“

Im entsprechenden Abschnitt wird dann angeblich klargestellt:

„Die Linguistin Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel wird zu ihrer Studie zur ‚Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert‘ interviewt. Diese Studie hat sie gemeinsam mit Jehuda Reinharz 2012 publiziert.

Darin untersuchten die Wissenschaftler über 14.000 Zuschriften an den Zentralrat der Juden in Deutschland und an die Israelische Botschaft in Deutschland. Die Studie befasste sich folglich mit dezidiert antisemitischen Schriftstücken.“

Nein, lieber WDR. Dass das Geschwurbel z.B. „von Bankern von der Ostküste“ oder von einer übermächtigen „Israel-Lobby“ ist nicht nur dann antisemitisch wenn es in Texten steht, die selbst WDR-Faktenchecker als „dezidiert antisemitische Schriftstücke“ erkennen können. In einem bei der bpb veröffentlichten Text, in dem Schwarz-Friesel fast wortgleich schrieb was sie in dem Interview sagte, schrieb sie auch:

„Es zeigt sich, dass trotz aller Aufklärungsarbeit nach dem Holocaust immer noch seit Jahrhunderten tradierte judeophobe Sprach- und Argumentationsmuster reproduziert werden – und zwar gesamtgesellschaftlich in allen sozialen Schichten und politischen Gruppierungen der Bevölkerung.“

Auch in einer Vorlesung machte Schwarz-Friesel deutlich:

„Keineswegs ist Judenfeindschaft vergangen oder nur ein Randphänomen von einigen Extremisten, sondern ein höchst aktuelles Problem in der Mitte unserer Gesellschaft. Der moderne Antisemitismus, heute primär artikuliert als Anti-Zionismus und Anti-Israelismus, fußt ungebrochen auf der klassischen Judenfeindschaft, die stets und von Anfang an von den Gebildeten kam.[…] Als Verbal-Antisemitismus gelten alle sprachlichen Äußerungen, mittels derer Juden als Juden entwertet und diskriminiert werden, intentional oder nicht-intentional, explizit oder implizit.“

Übrigens: Während der WDR so tut als müsste er die Aussagen Schwarz-Friesel vor den Produzenten des Films schützen, meint die Antisemitismusexpertin über den Film:

„Aus Sicht der empirischen Antisemitismusforschung spiegeln die in diesem Film präsentierten Fakten zur aktuellen Judenfeindschaft sehr genau die Lage wider.“

Die Übersichtsseite des WDR-Faktencheck unter http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/doku-faktencheck/index.html

 

5. Mercedes Nabert​ bei den ruhrbaronen:

„In einer Liste von NGOs, denen der Film nicht die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gab, erwähnt der WDR World Vision, mit dem Kommentar, dass sie seit 2016 nicht mehr in Gaza aktiv sei. Verschwiegen wird dabei der Hintergrund. Nach längeren Ermittlungen und der Verhaftungen eines Mitarbeiters durch Israel, aufgrund der Weitergabe größerer Summen an die Hamas, haben Regierungen wie die deutsche und die australische die Unterstützung von World Vision Gaza komplett eingestellt. Unter diesen Umständen weiter zu arbeiten — oder was auch immer die NGO dort getan hat – dürfte kein leichtes sein.“

6. Die FAZ kommentiert den Faktencheck so:

„Bei den Unruhen im Pariser Vorort Sarcelles zum Beispiel, bei denen Synagogen angegriffen wurden, wird vom WDR behauptet, es hätten nicht dreitausend Jugendliche randaliert, wie es im Film heißt, sondern nur wenige hundert. Und es sei in französischen Presseberichten auch erwähnt worden, dass die verbotene Gruppierung ‚Jewish Defence League‘ eine Rolle gespielt habe. Hier ist es schwer, sich aufgrund der Quellenlage ein Bild zu machen. Das trägt zu einem Gesamtergebnis bei, bei dem man nur in einem hundertprozentig sicher sein kann: Der WDR hat alles getan, um zu zeigen, warum der Film so nicht gezeigt werden sollte.“

 

Leipzig goes No Al-Quds: Infoveranstaltung und Busanreise

Save the date!

Infoveranstaltung »Leipzig goes No Al-Quds«: 14.06.2017 | 19 Uhr | Conne Island

Busanreise »Leipzig goes No Al-Quds«: 23.06.2017 | 10 Uhr | Selneckerstraße / Connewitz

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Am Freitag, den 23. Juni 2017 wollen im 21. Jahr in Folge hunderte Antisemit*innen am Al Quds-Tag in Berlin für die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels aufmarschieren. Wir werden dies auch in diesem Jahr nicht unwidersprochen hinnehmen und unsere Kritik an religiösen Fundamentalist*innen und Antisemit*innen aller Couleur am 23. Juni auf die Straße tragen. 

Aus Leipzig wird es dazu eine gemeinsame Busanreise geben. Tickets gibt es für 10-15 Euro in der B12 und auf unserer Infoveranstaltung »Leipzig goes No Al-Quds« am 14.06.2017 im Conne Island. Bei der werden wir nicht nur Organisatorisches für die gemeinsame Anreise zu den Protesten gegen den Al-Quds-Marsch klären, sondern auch nochmals der Frage nachgehen: Was ist der Al-Quds-Marsch und welche Rolle spielt der Iran diesbezüglich?

Kommt mit uns nach Berlin! Nieder mit dem antisemitischen Al-Quds Tag!

Für eine progressive Perspektive!


„Der Antisemitismus des Iran und die Organisationsstrukturen der Al-Quds-Märsche in Berlin“ – Beitrag von Dr. Kazem Moussavi

Im folgenden veröffentlichen wir einen Text von Dr. Kazem Moussavi, Herausgeber des IRAN APPEASEMENT MONITOR und Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland: Der Antisemitismus des Iran und die Organisationsstrukturen der Al-Quds-Märsche in Berlin Alljährlich organisiert der Iran weltweit die Al-Quds-Märsche zur Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels. Außerdem veranstaltet er Holocaust-Karikatur-Festivals, um die Shoah zu [...]

Vortragsreihe „Reaktionäre Ideologien im fortschrittlichen Gewand“

Gemeinsam mit dem Referat für Antidiskriminierung und offene Gesellschaft des ASTA der Uni Kassel und dem AK Raccoons und  laden wir alle Interessierten zu unserer Vortragsreihe ein. Und darum soll es gehen:

In dem Aufruf zur Demonstration „MuslimBanAustria – Mein Körper, mein Recht auf Selbstbestimmung“ am 04.02.17 in Wien gegen das geplante Integrationspaket, das ein Verbot der Vollverschleierung und das Kopftuchverbot bei uniformierten Exekutivbeamten, Richtern und Staatsanwälten vorsieht, heißt es: „Viel mehr als nur ein ‚Kopftuchverbot‘! Bei dieser Demonstration geht es nicht nur um das Kopftuchverbot, sondern um Menschen- und Minderheitenrechte, um Antidiskriminierung, um Gleichberechtigung und vor allem um das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Es handelt sich hierbei de facto um Berufsverbote ausschließlich für Frauen, die einer religiösen Minderheit angehören. Wieder einmal wollen Männer über Frauen und ihre Körper bestimmen. Das weisen wir entschieden zurück!“

Doch was ist eigentlich mit Minderheitenrechten, Antidiskriminierung, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung in diesem Kontext gemeint? Gemeint ist nicht die individuelle Freiheit, die man mit den drei letztgenannten Begriffen in Verbindung bringen könnte. Stattdessen werden „kulturelle Freiheit“, die „Freiheit“ kollektiver Ordnung, Regelungen und Gewohnheiten verlangt. Nicht universelle Menschenrechte, sondern islamische Kulturrechte werden gegen das Kopftuchverbot gefordert. Dabei wäre ein Kopftuchverbot eben nicht ein „Berufsverbot ausschließlich für Frauen, die einer religiösen Minderheit angehören“, sondern ein reines Verbot des Tragens eines unterdrückenden religiösen Symbols, das nicht, wie oftmals gerne verklärt wird, ein einfaches, frei gewähltes Accessoire darstellt. „Nicht immer verbirgt sich ein drohender Vater, Bruder oder Ehemann hinter der Entscheidung für die Verhüllung. Aber immer ein strafender, patriarchaler Gott.“ (Ahmad Mansour) Die Frau wird, indem sie sich durch Verhüllung vor dem Begehren der Männer und die Männer vor der „Sünde der Versuchung“ schützen soll, auf ein Sexualobjekt reduziert und gleichzeitig desexualisiert.

Das wirklich diskriminierende, eine Gleichberechtigung ausschließende und die Selbstbestimmung der Frau verwehrende in diesem Kontext ist also das Kopftuch selbst. Doch anstatt die Worte „Mein Körper, mein Recht auf Selbstbestimmung“, „Wieder einmal wollen Männer über Frauen und ihre Körper bestimmen“ sowie Plakate mit der Aufschrift: „Ich will meine Freiheit“ gegen das islamische Patriarchat zu richten, sind die Adressaten leider die, die zumindest eine Ausdrucksform von eben jenem, die Vollverschleierung, aufheben wollen. Die Forderung nach Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Menschenrechten erscheint somit als Farce und das Einzige, das bleibt, ist die Forderung nach islamischen Kulturrechten, womit sie sich, konträr zum universalistischen Anspruch der Moderne, als reaktionäre Ideologie entlarvt.

An dieser Stelle wäre von westlichen Feministinnen, welche in Ländern leben, in denen die erkämpfte Stellung der Frau in der Gesellschaft im Vergleich zu anderen, nicht-westlichen, Ländern deutlich besser ist, zu erwarten, dass sie Frauen, die sich von einem islamischen Patriarchat zu befreien versuchen, unterstützen und fortschrittliche Forderungen und einen Kampf um Unabhängigkeit mit eben jenen Frauen zusammen führen. Dass sie Frauen in ihre Kämpfe einbeziehen und mit ihnen gemeinsam gegen die islamische Ideologie, dem mittlerweile auch Frauen, Juden, Homo- und Transsexuelle in westlichen Großstädten ausgesetzt sind, vorgehen. Doch das ist innerhalb weiter Teile der Linken, in der sich die o.g. Feministen bewegen, leider nicht der Fall. Stattdessen werden Frauen, so wie in Wien geschehen, in ihren Forderungen, in eben jenen unterdrückenden Verhältnissen bleiben zu können, begleitet und gefördert, während emanzipierten Frauen muslimischen Hintergrundes, die sich gegen das islamische Patriarchat stellen, wiederum oftmals vorgeworfen wird, sie würden sich der westlichen Kultur „unterwerfen“.

Wenn in diesen, die linke Szene dominierenden, „antisexistischen“ und „antirassistischen“ Strömungen Toleranz, Freiheit und Rechte gefordert werden, sind damit leider (meistens) nicht universale Menschenrechte gemeint, die für alle Individuen gelten sollten, sondern die bedingungslose Akzeptanz kultureller Praktiken und Lebensweisen, sofern sie nicht westlicher Provenienz sind, obgleich diese konträr zur ihrem eigenen emanzipatorischen Anspruch stehen, individuelle Freiheiten einschränken oder gar Menschen diskriminieren. Universale Rechte werden dabei als eurozentristisch abgetan und an Stelle dessen ein Partikularismus und Multikulturalismus gefordert, die es ermöglichen sollen, kulturelle Rechte und Einschränkungen unter Artenschutz zu stellen. Frauen, denen man andere Kulturen zuschreibt, bleiben somit die Fortschritte, welche in westlichen Gefilden gemacht werden konnten, verwehrt. Während diese „Linken“ versuchen, gegen die Neue Rechte zu kämpfen, fördern sie jedoch gerade
durch diese Zuschreibungen die ethnopluralistischen Vorstellungen eben jener. Denn wie auch beim Ethnopluralismus werden in diesen Kreisen Menschen nicht als Individuen erfasst, sondern Individuen auf naturalisierende und kollektivistische Weise unter Kulturen subsumiert. So wird suggeriert, dass Individuen sich nicht von ihren Kollektiven lösen könnten, und verlangt, dass sie auch in diesen verbleiben. Auf diese Weise werden Individuen entwertet und nur als Teile einer Kultur erfasst, womit das Differenzieren zwischen Kollektiven und Individuen nicht mehr stattfindet, weshalb jede Kritik an ersteren als rassistisch wahrgenommen wird. Eine Behauptung, die nur innerhalb der eigenen kollektivistischen und damit letztlich selbst rassistischen Denkweise aufrecht erhalten werden kann.

Die Erwähnung von Gleichberechtigung, Respekt und Toleranz in diesen antirassistischen und antisexistischen Kreisen der linken Szene findet nur noch in Bezug auf die Erhaltung, dem Individuum übergeordneter, kollektiv-artiger Kulturen statt. Die Zwänge dieser Kulturen werden dabei unsichtbar und die Freiheit und Emanzipation aller Individuen weltweit unmöglich gemacht. Um jedoch gerade dieser antiemanzipatorischen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, müssen eben jene Ideologien im fortschrittlichen Gewand dechiffriert werden.

Dies soll Ziel der Veranstaltungsreihe sein. Themen wie Antisemitismus, Multikulturalismus und Kulturrelativismus, Antirassismus, Critical Whiteness, Religionsfreiheit, Alltagsislam und Islamismus, Frauen im und feministische Kritik am Islam und türkischer Nationalismus sollen in ihren aktuellen Zuständen dargestellt, analysiert und diskutiert werden.

Aktuelle Infos zu den Veranstaltungen auf den Facebookseiten der beteiligten Gruppen!

Die Veranstaltungen auf einem Blick

1. Veranstaltung: Patsy l’Amour laLove
11.05.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel, Arnold-Bode-Str. 8, Raum: 0113/0114

„Beissreflexe – Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten und Sprechverboten“ – Vortrag und Buchvorstellung

2. Veranstaltung: Sama Maani
01.06.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel | Arnold-Bode-Str. 2, Raum 0404

„Warum wir über den Islam nicht reden können“ – Vortrag und Diskussion

3. Veranstaltung: Sigrid Herrmann-Marschall
08.06.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel |Holländischer Platz | [RAUM FOLGT]

Lokale islamistische Szene. Ideologie, Strukturen,Verflechtungen

4. Veranstaltung: Nina Scholz
15.06.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel |Holländischer Platz [RAUM FOLGT]
Symbole der Ungleichstellung – Kopftuch und Islamismus

5. Veranstaltung: Sören Pünjer
20.06.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel| Holländischer Platz [RAUM FOLGT]

Fifty shades of black and white – Der politisch korrekte Rassismus der Critical Whiteness

6. Veranstaltung: Naida Pintul und Lena
23.06.17 | 20:00 Uhr | Universität Kassel| Holländischer Platz [RAUM FOLGT]
Zur feministischen Kritik an Queerfeminismus und Islam

7. Veranstaltung: Orhan Sat
27.06.17 | 18:00 Uhr | Universität Kassel | Holländischer Platz [RAUM FOLGT]
Wie heulen Graue Wölfe?

 


Schon wieder: Parolen auf den Plakaten der Partei „Die Linke“

Am 24.04.2017 versahen mutmaßlich rechtsextreme Täter Plakate der Partei „Die Linke“ in Kassel mit antisemitischen Parolen. Wir hatten dies dokumentiert. Nun betreiben die Parteigänger dieser Truppe das Geschäft selbst. Das notorische Café Buchoase hat einen Passagier des Frauendecks der Mavi-Mamara geladen.

Doch nicht nur dort hat sich die Dame einen Namen gemacht. Ihre Mitverantwortung für die sogenannte Toilettengate brachte sie auf den vierten Platz der Top Ten Worst Global Antisemitic / Anti-Israel Incidents Liste des Simon Wiesenthal-Centrums. Offiziell schimpft sich diese Frühstücksverleumdnerin „Menschenrechtsbeauftragte der Linken“. Was sich auf den ersten Blick ehrenhaft anhört, ist bekanntlich eine übel beleumundete Auszeichnung. In der UNO befleißigt sich ein Rat derselben damit, das rechtsstaatlich und demokratisch verfasste Israel regelmäßig zu verurteilen (vgl. z.B. Alex Feuerherdt, UN-Menschenrechtsrat. Blanker Antisemitismus im alten Stil). Die Dame vom Frauendeck ist also durchaus eine vom Fach und einen kompetenten Moderator hat diese Veranstaltung auch noch zu bieten.

(jd)


+++ UPDATE II: ERNEUTE DATUMSÄNDERUNG – QUDS-MARSCH AM 23. JUNI +++

Organisierende des Al Quds-Tags-Aufmarsches fürchten Gegenproteste. Die Veranstaltenden des antisemitischen Al Quds-Tags-Aufmarsches, rund um den Hauptorganisator Jürgen Grassmann, haben ihre Aufzüge für den 17. und 24. Juni auf dem Berliner Kurfürstendamm abgemeldet und ihren Aufmarsch auf der gleichen Strecke nun für Freitag, den 23. Juni angemeldet. Mit dieser Taktik verfolgen sie das Ziel, dass es keinen [...]

ANTIFASCHISTISCHE HOCHSCHULTAGE 2017

Diesen Sommer finden wieder die antifaschistischen Hochschultage statt. Das Programm-Heft gibt es hier als PDF. Weitere Informationen unter: antifa.uni-halle.de sowie facebook.com/agantifaschismus Popanz Neue Rechte – Die Sehnsucht nach dem Führer 1. Juni 2017, 19:00 Uhr Melanchthonianum am Universitätsplatz Seitdem die … Weiterlesen

Broschüre: The aftermath of the allied triumph over Germany

Gerne weisen wir auf die neu erschienene Broschüre der Kampagne 70 Years – The Allied Triumph Over Germany hin. Bestellungen via 70years.blogsport.eu The aftermath of the allied triumph. Dritte Broschüre der antifaschistischen Kampagne „70 Years – The Allied Triumph Over … Weiterlesen

+++ UPDATE: Quds-Marsch am 24. Juni +++

Die Organisierenden des antisemitischen Al Quds-Tags-Aufmarsches haben ihren Aufzug für den 17. und 24. Juni auf dem Berliner Kurfürstendamm angemeldet. Mit der Bewerbung des 17. Juni wollen sie die antifaschistischen Proteste gegen den „Identitären“-Aufmarsch in Mitte spalten (Bericht). Doch über dieses Stöckchen werden wir nicht springen. Wir werden in jedem Fall gegen den Al Quds-Tags-Aufmarsch [...]

Patsy l’Amour laLove: Beißreflexe

Buchpräsentation und Diskussion mit Patsy l’Amour laLove am 11. Mai 2017.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem AK Raccoons und dem ASTA der Uni Kassel

Es wird das Buch der Autorin „Beissreflexe – Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten und Sprechverboten“ vorgestellt.

Foto: Dragan Simicevic Visual Arts

Queer steht für eine selbstbewusst perverse Entgegnung auf den heterosexuellen Wahnsinn und die Feindseligkeit gegen das Anderssein. Im queeren Aktivismus aber hat eine Verschiebung der Perspektive sattgefunden. Er operiert häufig mit Konzepten wie „Critical Whiteness“, „Homonormativität“ und „kulturelle Aneignung“. Ein Kampfbegriff lautet „Privilegien“ und wittert hinter jedem gesellschaftlichen Fortschritt den Verrat emanzipatorischer Ideale. Oft erweckt dieser Aktivismus den Anschein einer dogmatischen Polit-Sekte. Das Ziel ist nicht selten die Zerstörung des sozialen Lebens der Angegriffenen. In dem Sammelband widmen sich 27 Autor_innen dieser Form von queerem Aktivismus und ihren theoretischen Hintergründen aus einer Perspektive, die an die teilweise vergessene oder abgewehrte selbstbewusste Entgegnung von Queer anschließt.

Der Vortrag findet statt im Rahmen einer Reihe zum Thema: Reaktionäre Ideologien im fortschrittlichen Gewand.

Patsy l’Amour laLove, Geschlechterforscherin und Polit-Tunte aus Berlin,promoviert zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre und arbeit als
Kuratorin sowie im Archiv Schwulen Museum* Berlin.

Veranstaltungsort: Uni Kassel, Raumangabe folgt

Beginn 18.00 Uhr