tag ‘Erinnerungspolitik’
Naidoo und die Eier in der Hose May 6, 2017 | 12:26 pm

Die Stadthalle Kassel, so heißt es auf der Homepage derselben, sei einzigartig, zukunftsweisend und in der Mitte. Am 14.05.2017 tritt dort Xavier Naidoo mit seinen Söhnen Mannheims auf. Xavier Naidoo hat viele Fans unter anderem auch in der NPD, die meint, Naidoo sei der einzige Promi Deutschlands, der noch Eier in der Hose hat. Heute mokiert sich Maja Yüce in einem launigen Artikel in der HNA darüber, dass die Stadt Mannheim rumeiere und dass sich Künstlerkollegen wie Sarah Connor, Gregor Meyle, Sasha Moses Pelham und BossHoss über Naidoos musikalische Qualitäten überschwänglich lobend äußerten, zu seinen fragwürdigen Texten aber schweigen würden. Zu diesen Leuten gehört auch die Kasseler Sängerin Katja Friedenberg, die es eine Schande fand, dass man 2015 Naidoo aus dem Sängerwettbewerb warf.

Zurück zu den Eiern in der Hose, die hat auch die Stadt Kassel nicht. Die HNA stellt in einem anderen Beitrag zu dem Lied „Marionetten“ der Söhne Mannheims am 05.05.2017 völlig richtig fest: „Wer sind die Marionetten, wer die Steigbügelhalter? Indirekt könnte diese harmlos wirkenden Passage jedoch ein altes antijüdisches Vorurteil enthalten – darauf weist unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung hin. Das Bild des jüdischen „Puppenspielers“, der die Fäden im Hintergrund zieht, ist schließlich ein bekanntes Element des Antisemitismus. Die Bundeszentrale für politische Bildung warnt, dass „Verschwörungstheorien, die Juden Macht und Einfluss in der Finanz- oder Medienwelt“ zuschreiben, häufig nur unterschwellig und teilweise auch unbewusst transportiert würden.“

Die Stadt Kassel vermarktet und bewirtschaftet die Stadthalle. Die Initiative zum Bau der Stadthalle Kassel geht auf den jüdischen Textilunternehmer und Gründer des Vorderen Westens Sigmund Aschrott zurück. Er stellte seiner Heimatstadt den Bauplatz kostenlos zur Verfügung, mit der Auflage, dort für die Bürger Kassels ein kulturelles Zentrum zu schaffen. Zur Kultur im Verständnis der Stadt Kassel gehören offensichtlich solche Bänkelsänger und Wahnmichel wie Naidoo, denn die Stadt hat offensichtlich keine Probleme damit, diesem Propagandisten des völkischen Wahns „das passende Ambiente“ zu bieten, denn egal ob „groß, glamourös und repräsentativ oder klein, gemütlich und geradlinig – wir kreieren die passende Atmosphäre für Ihren Anlass!“ und sei es der, dem Volk die Augen zu öffnen, dem wütenden Bauer die Forke in die Hand zu drücken und die Strippenzieher in Fetzen zu zerreißen.

(jd)


Nationalsozialismus und Stalinismus: Zur Kritik europäischer Opfermythen June 24, 2015 | 01:20 pm

Eine Erinnerungsideologie, in der das eigene Volk als unschuldiges Opfer verstanden wird, um die Beteiligung der eigenen Bevölkerung in das sowjetische oder nationalsozialistische Herrschaftssystem zu externalisieren, gehört grundsätzlich überall und jederzeit kritisiert. Statt der EU-weiten Erzählung von Opfermythen braucht es vielmehr eine juristische, politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung über die eigene Beteiligung. Das gilt universell – und so auch für die politische Linke. So sehr eine Kritik der verbreiteten Opfermythen notwendig ist, so wenig sollte sie mit der Relativierung des Stalinismus einhergehen. Schließlich war das Ende des kommunistischen Emanzipationsversprechens allerspätestens mit dem am 23. August 1939 erfolgten „Nichtangriffspakt“ mit Deutschland besiegelt.

Mitschnitt der Veranstaltung “Waren wir nicht alle irgendwie Opfer?” mit Clemens Heni in Osnabrück May 29, 2015 | 10:41 am

Seit vielen Jahren greift eine »Selbstversöhnungsrhetorik« in Deutschland um sich. Viele Deutsche sehen sich als Opfer, sowohl der Nazis wie der Alliierten oder »der Moderne«, die an Auschwitz Schuld sei. Diese »Heideggerisierung« setzte schon unmittelbar nach 1945 ein. Doch ein Blick in die aktuelle internationale Forschung zeigt noch viel mehr: Wie wird heute an die Shoah erinnert und in welcher Beziehung steht eine Universalisierung des Holocaust, durch die es nur noch Opfer geben soll, zum Antisemitismus?

70 Years from now the allies triumphed over Germany. Artikelserie anlässlich des 70 Jahrestages der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands May 4, 2015 | 07:17 am

Während die einzige konsequente und radikale Forderung „Kein Vergeben, kein Vergessen“ zu einer Phrase verkommt, werden in Deutschland die Verbrechen als allgemeines Leid, unter dem alle während des Zweiten Weltkrieges in irgendeiner Form zu leiden hatten, umgedeutet. Wo die deutschen Verbrechen aufgrund ihres Ausmaßes nicht geleugnet und vergessen werden können, schwingen sich die heutigen Repräsentanten des Rechtsnachfolgers des Dritten Reichs zu moralischen Aposteln auf, die sich aufgrund der Verbrechen der eigenen Nation besonders prädestiniert fühlen, andere in der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit zu belehren. Damit wird der Holocaust zum Gründungsmythos der heutigen deutschen Nation umgewandelt.

Bericht vom Bundestreffen in Bremen: Gegen den deutschen Erinnerungsnationalismus April 15, 2015 | 09:30 am

Am Wochenende vom 27. bis 29. März fand das Verbandswochenende der Linksjugend ['solid] statt. Dort trafen sich die verschiedenen Arbeitskreise des Jugendverbands, so auch der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom. Für den BAK Shalom war es das 25. bundesweite Treffen seit 2007. Neben der internen Arbeitsorganisation stand die Vorbereitung des kommenden Bundeskongresses der Linksjugend auf dem Plan. Weitere Schwerpunkte des Treffens waren die Kritik am deutschen Erinnerungsnationalismus sowie Antisemitismus im Fußball.

Vortrag mit Nina Rabuza am 21.04. in Berlin: „Ein Bruch eingewebt in die Textur unserer nationalen Identität“ – die deutsche Vereinnahmung der Erinnerung an Auschwitz April 14, 2015 | 10:44 am

70 Jahre nach dem militärischen Sieg über den Nationalsozialismus sind sich die Deutschen vom Bundespräsidenten zum Kreisvorsitzenden der LINKEN, vom CSU-Generalsekretär zum linksradikalen Politikaktivist, vom Polizeigruppenführer zum friedensbewegten Landpfarrer einig: man müsse alles tun, dass Auschwitz nie wieder geschehe. „Nie wieder“, die Forderung der Überlebenden der Konzentrationslager, die wie keine andere ihr Recht hat, wurde zu einer gedenkpolitischen Floskel.

Vortrag mit Clemens Heni am 20.04. in Osnabrück: “Waren wir nicht alle irgendwie Opfer?” March 31, 2015 | 12:15 pm

Am 8. Mai 2015 jährt sich zum 70. Mal die bedingungslose Kapitulation des Nationalsozialismus. Seit vielen Jahren greift eine »Selbstversöhnungsrhetorik« in Deutschland um sich. Viele Deutsche sehen sich als Opfer, sowohl der Nazis wie der Alliierten oder »der Moderne«, die an Auschwitz Schuld sei. Diese »Heideggerisierung« setzte schon unmittelbar nach 1945 ein.

Dresden calling? February 12, 2014 | 06:46 pm

Die Nazis hatten bereits 1945 damit begonnen von der “Sinnlosigkeit und der Unmenschlichkeit” der Bombardierung zu sprechen, zu DDR-Zeiten galt es – die anti-imperialistische Keule schwingend – Dresden zu einem Mythos zu stilisieren (wie auch Ulrike Meinhof es tat). Die SED inszenierte das Gedenken feierlich am Ort der Zerstörung (click4pic), noch heute beherrscht die gedenkenden Bürgerinnen und Bürgern der wieder-aufgebauten-Stadt einhellig die Überzeugung von der Sinnlosigkeit der Zerstörung.

“Nie wieder Ami-Bomben auf unsere Städte” fordert das unten befindliche Plakat aus der DDR. Eine Forderung ähnlich klingend jener pazifistisch gekleideten Absage an den Krieg gegen Deutsche. Dabei formulierte ugly-dresden schon vor einer Weile treffend:

Die Katastrophe war für sie nicht die Ermordung ihrer jüdischen NachbarInnen, die sie durchführten, sondern die Umsiedlung der Deutschen („Vertreibung“); der Zivilisationsbruch nicht die rauchenden Schornsteine von Auschwitz, sondern die Bombardierung von Dresden. (src)

Gewiss, das unten befindliche Plakat aus DDR-Zeiten ist ein Produkt seiner Zeit. Doch nicht nur der Kalte Krieg hat eine Portion Antiamerikanismus beigetragen. Der Friedensgruß mit dem ausgestreckten rechten Arm hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Gruß der Vergangenheit, könnte man meinen.

dresden_ruft_ikl959.comDresden ruft – All unsere Kraft FÜR DIE ERHALTUNG DES FRIEDENS FÜR VEREINIGUNG UND AUFBAU unserer Heimat!

Nicht nur in seiner Bildsprache findet sich eine Analogie zum blonden NS-Deutschen, auch der Bezug auf die Heimat, die mit voller Kraft einem neuen Zeitalter entgegen geführt werden soll, klingt vertraut. Ebenso die Erwähnung von Frieden und Vereinigung gab es wenige Jahre zuvor (noch nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde Hitler als Friedenskanzler gefeiert, der alle Deutschen sammele). Neu ist das Wort Aufbau, welches der scheinbar blindwütigen Zerstörung der Amerikaner und Engländer folgen muss (geschwiegen wird bis heute von den Bombardements durch sowjetische Flugzeuge).

Dabei ist der Krieg 1945 ein totaler geworden – ganz im Sinn der Deutschen. Jeder als Arier rassifizierte war Teil des deutschen Volkskörpers; & eben jenen galt es gegen die angeblichen “Untermenschen aus dem Osten” und die “verkommene amerikanische Kultur” zu schützen. Nach der Naziideologie schien die Vernichtung besser als alles sonst. Ein Beleg dieser militarisierten großdeutschen Gesellschaft ist der Volkssturm oder etwa die Hitlerjungend, die noch 1945 singend und bewaffnet den anrückenden amerikanischen und russischen Truppen entgegen marschierten.

Indes ließ keine blinde Zerstörungswut die Alliierten die Angriffe gegen deutsche Städte fliegen (fast die Hälfte der britischen Flugzeugbesatzung kam nicht mehr lebend zurück) sondern die ihnen entgegengebrachte Absage einer Kapitulation.

The cost of the US tactical and strategic air war against Germany was 18,400 aircraft lost in combat, 51,000 dead, 30,000 POWs, and 13,000 wounded. (src)

Etwa 160.000 Mann alliierte Flugzeugbesatzung verloren während des Zweiten Weltkrieg ihr Leben (src). Die Unfähigkeit der fallenden Bombe wem auf den Kopf zu fallen und wen zu töten konnte im Gedenken niemals zu einer Läuterung führen – es ist das Erinnern an eine Zerstörung welches nur Opfer kennt. Ist eine Selektion, wonach verlangt wird? Alte, Kinder und Frauen vom Sterben aussparen? Das was die Bomben nicht zu leisten im Stande waren wurde in den Vernichtungslagern zuvor bewusst zum Instrument – Alte, Frauen und Kinder gehörten zu den ersten Opfern auf den Listen und in den Massengräbern.

Das heutige offizielle wie auch das Nazi-Gedenken in Dresden an die Bombardierung NS-Dresdens war und ist stets eines was an die deutschen Opfer erinnert – von deutschen Tätern oder gar alliierten Opfern wird geschwiegen. Dabei wird die Stadt personifiziert und ebenfalls zum Opfer gemacht – das Kollektiv auch nach 1945 zur Rettung vor persönlicher Verantwortung.

Nachdem der Endsieg nicht mehr erreicht werden konnte, verlangte die Nazi-Führung kämpfend und mit erhobenem Haupt in den Untergang zu marschieren – so kam es. Die Sinnlosigkeit liegt nicht in der Bombardierung Dresdens und anderer deutscher Städte sondern dem (gegen alle Umstände zum Trotz) Festhalten an der Nazi-Ideologie.

Dresden im Erinnerungtaumel 2014 – inklusive NeoNazis, Überlebenden Bürgern und Antifaticker.


Einsortiert unter:über-denken, das leben in der stadt, dates, leitmedien, normal vs. strange Tagged: bombardierung, dresden, erinnerungspolitik, gedenken 2014, naziaufmarsch, zweiter weltkrieg

Hinweis auf eine Gedenkveranstaltung am 14.03. um 17.30 Uhr für die Ermordeten des KZ Adlerwerke (Gallus) March 13, 2013 | 03:05 pm

14. März 2013
17:30

Zur freundlichen Beachtung:

Mitten in Frankfurt. Mitten im Gallus.

Am 14.3.1945, wenige Tage vor Kriegsende, flohen der 19jährige Adam Golub und der 21jährige Georgij Lebedenko aus dem KZ Adlerwerke. Sie versuchten, sich im Gallusviertel zu verstecken. Die SS-Wachmannschaften begannen sofort mit der Suche, an der sich die halbe Nachbarschaft beteiligte. Beide wurden von der SS auf offener Straße vor den Häusern an der Ecke Lahnstraße /Kriegkstraße erschossen.

Im KZ Adlerwerke mussten bis zu 1600 Menschen Zwangsarbeit verrichten. Viele von ihnen waren Überlebende des Warschauer Aufstandes. Die Todesrate im KZ Adlerwerke übertraf die aller hessischen KZ-Außenlager.

Durch Forderungen der LAGG (Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim) und der IGV (Initiative gegen das Vergessen) konnte am 14. März 1998 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung ein bis dahin namenloser Platz im Gallusviertel in Golub-Lebedenko-Platz umbenannt werden.

Am 14.3.2013, dem 68. Jahrestag der Ermordung von Adam Golub und Georgij Lebedenko, möchten wir in einer öffentlichen Gedenkveranstaltung allen im KZ Adlerwerke Ermordeten gedenken.

Der jahrelange Betriebsratsvorsitzende bei Triumph-Adler, Lothar Reininger, der die Auseinandersetzungen um die Aufarbeitung der Verbrechen der Adler-Werke und für die Entschädigung der Überlebenden maßgeblich vorangetrieben hat, wird in einer Rede in die Geschichte des KZ Adlerwerke einführen und die wesentlichen Etappen der Auseinandersetzung beschreiben.

Ort: Golub-Lebedenko-Platz (nähe Galluswarte)

PM der Veranstalter_innen

Schlussstriche February 10, 2011 | 12:04 am

Eine der hartnäckigsten Mittel der linken Selbsttäuschung ist die verschobene Warnung vor kommendem Übel. Gemessen etwa an der Zahl der in den letzten Jahrzehnten verlorenen Kämpfe gegen geplante Überwachungs‑ und sonstige Repressionsmaßnahmen, die nach linksliberaler Einschätzung jeweils die endgültige Entstehung des »gläsernen Bürgers« zu Folge haben werden, müsste eben jener Bürger inzwischen mindestens unsichtbar sein. Die ewige Wiederkehr der immer wieder gleichen Vorhersagen erklärt sich freilich schnell damit, dass die Szenarien, vor deren Eintreten gewarnt wird, Zerrbilder der Realität sind, die entstehen, weil ihre linksliberalen Produzenten gerne den Anteil des tatsächlich weitgehend durchsichtigen Rechtsstaats am zuverlässigen Funktionieren der bestehenden Herrschaft zugunsten ihres eigenen Ideals von ihm – dem Gegenteil des »Überwachungsstaates« – verschweigen.

Die antifaschistische Variante hiervon ist die Warnung vor dem »Schlussstrich unter die Geschichte«. Dieser soll jeder neuen Welle ungezwungenem Nationalbewusstsein inhärent sein, weil so die »Aufarbeitung der Vergangenheit« und das »Lernen aus der Geschichte« unter den Tisch fielen. Auch gegen die Re-Nationalisierung des öffentlichen Bewusstseins, von Wiederbewaffnung bis »Du bist Deutschland«, konnte regelmäßig wenig bis nichts entgegen gesetzt werden. Die Geschichte müsste inzwischen also schlussgestrichen sein wie nichts. Was freilich auch wiederum niemand behauptet.

Im Gegensatz zu den Debatten um den Überwachungsstaat ergeben sich hier aber nicht immer wieder die gleichen Konstellationen. Zwar hatte die Formulierung vom drohenden Schlussstrich schon immer die seltsame Eigenart, dass sie eine Praxis begleitete, die den nicht erfolgten Bruch mit dem nationalsozialistischen Deutschland kritisierte. Gleichzeitig sind aber so viele Versatzstücke der alten Kritik in das nationale Selbstverständnis der Deutschen übernommen worden, dass der Eindruck entstehen kann, die antifaschistische Linke hätte auf ganzer Linie gesiegt.

Dass dies nicht der Fall ist, ist die Erfahrung all jener, die mit der »Aufarbeitung der Vergangenheit« nicht bloß Anerkennung des historischen Wissens über die NS-Vergangenheit, sondern auch politische Konsequenzen aus diesem Wissen fordern. Es dürfte ungefähr diese Erfahrung sein, die antifaschistische MitarbeiterInnen der Gedenkstätten Uckermark, Moringen und Neuengamme dazu motiviert hat, zu einer Veranstaltung »KZ-Gedenkorte im Wandel. Rückblick und aktuelle Entwicklungen« einzuladen. Auf dieser wollen sie sich mit den »aktuellen und vergangenen Entwicklungen der drei Gedenkorte im Rahmen dieser Veranstaltung kritisch auseinandersetzen und zu anderen Konzepten für (offenes) Gedenken und antifaschistische Arbeit in KZ-Gedenkstätten finden«. Es können keine Erfolge gewesen sein, die dafür gesorgt haben, dass es an der Zeit ist, das in KZ-Gedenkstätten endlich mal wieder antifaschistische Arbeit geleistet wird. Ähnlich eigenartig defensiv formuliert sind die Fragen, die zur Diskussion gestellt werden: »Welche Funktion haben KZ-Gedenkstätten?« lautet etwa eine von ihnen. Ganz so also, als ob es um die Gründung eines Arbeitskreises »Kritische Polizisten« ginge, um Zusammenhänge also, die innerhalb einer anerkanntermaßen feindlichen Institution agieren möchten oder müssen und sich deswegen darüber verständigen, was von diesen zu erwarten ist.

Dabei ist es nicht so, dass die gestellten Fragen keine Antwort verdienten. »Was haben Erinnerungskultur und deutsche Identitätsbildung miteinander zu tun?« lautet eine weitere von ihnen, und wer hierzu noch nicht genügend Material hat, ist beispielsweise mit der Frankfurter Rundschau vom 13.1.2011 bestens bedient. Eine geradezu mustergültige Aufarbeitung ihrer zutiefst deutschen Familiengeschichte hat darin Katharina Wagner geleistet, ihres Zeichens Urenkelin von Richard, Enkelin von Winifred Wagner und heutige Leiterin der Bayreuther Festspiele. Nur zur gleichnamigen Fertigpizza steht sie in keinerlei Beziehung. Missachtung historischen Wissens kann nicht diagnostizieren wer nachliest, warum sie in einem Interview die Frage verneint, ob sie denn mal »so richtig gegen ihre Familie rebelliert habe«. Nein, sagt sie, einen Grund dafür habe es nicht gegeben, sie habe bereits »im Alter von elf oder zwölf […] begonnen, die Zusammenhänge zu erfassen«, über die ihr Vater »sicher früh« begonnen habe, mit ihr zu reden. Vor allem über das »dunkle Kapitel in ihrer Familiengeschichte« habe dieser »immer offen und kritisch« geredet. Mal ganz davon abgesehen, dass es in der Familiengeschichte der Wagners vermutlich nie ein helles Kapitel gegeben hat: Sie hat also von allem gewusst, und nicht nur trotzdem, sondern gerade aufgrund dessen keinen Anlass gesehen, Konsequenzen zu ziehen. Ein interessanter Gedankengang. Zu rebellieren hätte sie also gehabt, wenn sie von allem nichts gewusst hätte. Damit, dass Oma Winifred mit Hitler persönlich befreundet war, habe sie sich »natürlich intensiv auseinandergesetzt«, und auch wenn »zahlreiche Fragen nach dem Warum offen« geblieben seien, hat sie doch ein paar Antworten gefunden: »Meine Oma war vielleicht fasziniert davon, wie dieser Mann privat gewesen ist«. Was sie freilich nicht gutheißen kann, denn wer »ausblendet und verdrängt [was Hitler als Politiker verbrochen hat], ist entsetzlich dumm, aber das war sie eben wiederum andererseits nicht«.

Auch über des Urgroßvaters Schrift »Das Judentum in der Musik« hat sie sich eine Meinung ergrübelt und ist zu einem nicht minder kritischen Urteil gekommen: »zweifellos fürchterlich, verquer und rassistisch«. Eben wiederum andererseits gäbe es auch hier Geistesgröße zu beachten. Wagner hätte »vielleicht manches nicht geschrieben, wenn er gewusst hätte, welchen Bekanntheitsgrad seine Schriften einmal erreichen würden«. Logisch, denn bekanntermaßen ist der Antisemit als solcher ja ein scheues Reh, der sein Gerücht über die Juden am liebsten für sich behält. Weshalb Richard Wagner wohl seine eigene Ansicht nicht gekannt haben dürfte, als er in eben jener Schrift bemerkte: »Noch jetzt belügen wir uns in dieser Beziehung nur absichtlich, wenn wir es für verpönt und unsittlich halten zu müssen glauben, unsren natürlichen Widerwillen gegen jüdisches Wesen öffentlich kundzugeben.«

All dies wäre nicht weiter bemerkenswert, käme die altbekannte Mixtur aus Schönfärberei und Entschuldigung nicht wie früher üblich verdruckst und gezwungen daher, sondern selbstbewusst in der Sprache der »Aufarbeitung der Vergangenheit« und des »Lernens aus der Geschichte«. Keine Spur von einem Schlussstrich. Erinnerung an vergangene eigene Taten oder die anderer Personen, die als nahestehend betrachtet werden, sind vermittels dieser Sprache nicht mehr zu vermeidende Störelemente individueller und nationaler Identität, sondern in der Form historischen Faktenwissens Motor der Abwehr, deren Vollzug dann »intensive Auseinandersetzung« genannt werden kann.

Zweifelsohne kann jede Abwehrleistung als »intensive Auseinandersetzung« bezeichnet werden, nur ist damit noch lange nichts erreicht. Vielmehr verweist die Verwendbarkeit der vergangenheitspolitischen Rhetorik darauf, dass es sich bei den Formulierungen entweder schon immer um inhaltsleere Floskeln handelte, oder aber es hat sich im Laufe der Zeit ein Bedeutungswandel ergeben, der zu untersuchen ist. Letzteres ist der Fall. Der vorherige antifaschistische Gebrauch der Formulierung adelt die aktuellen Bemühungen um die Einheit der nationalen Familie – die der Erinnerung nach zerrissen sein müsste – und verleiht ihr damit den Nimbus ethisch-moralischer Größe, die die TrägerInnen deutscher Ideologie an ihrem eigenen Herrschaftsanspruch schon immer am meisten schätzten. Die Sprache, die sich hier gegen ihren eigenen Inhalt verselbständigt, benimmt sich so, als ob das Wissen von der gesellschaftlichen Organisation der Massenvernichtung schon alles sei und als habe dieses Wissen nicht – nur eben als Verdrängtes – schon von der ersten Deportation an bestanden. Eine der Eigenarten der nationalsozialistischen Gewalt war, dass die einzelnen Taten massenpsychologisch vermittelt waren und dem nationalen Bewusstsein der Deutschen seither inhärent sind. Die weltweit einmalige Leistung, die die Landsleute mit der Verarbeitung ihrer Vergangenheit vollbracht haben wollen, ist nichts als die Wiederkehr der Intensität der Verdrängung des nationalen Bewusstseins durch ihre Eltern und Großeltern, denn diese war der Grund dafür, dass bezüglich des NS allein die Erinnerung an simple historische Fakten so viel Unruhe hervorrufen konnte.

Weil sie von der Verdrängung »sicher früh« schon befreit war – es kann gar nicht anders gewesen sein – ist es nur allzu verständlich, dass Katharina Wagner sich statt des Protests ganz derjenigen Kunst widmen konnte, die der »Kulturnation« schon immer Ausdruck ihres geistigen Wesens war. Der dabei von ihr entwickelte »Musikgeschmack ist eine skurrile Mischung aus Klassik, Rammstein und Schlager. Abends, zum Weggehen sind Schlager einfach wunderbar, da brauche ich keine Oper, bei der ich permanent im Denkfluss bin, ich brauche auch kein Rammstein. Rammstein mag ich, weil die Texte so intelligent sind und die sozialen Schwachpunkte in unserer Gesellschaft aufzeigen, das trifft auf eine sehr ironische Art den Nerv unserer Gesellschaft, das ist aber keine Musik, bei der man sich entspannen kann, das höre ich eher, wenn ich inszeniere. Die Texte regen mich an, Gedanken weiterzuspinnen. Und an Schlagern ist einfach wunderbar, dass ein Satz beginnt und man schon weiß, wie er endet.«

Die Mischung aus Sentimentalität und konformistisch revoltierender Brutalität, aus Dummheit auf Beschluss und elitärer Denkerinnenpose, die hier empfohlen wird, ist eine durchaus aufschlussreiche Form von »Erinnerungskultur«. Denn wer darlegt, dass »Ein Weg, Ein Ziel/Ein Motiv/(RAMMSTEIN)/Eine Richtung, Ein Gefühl/Aus Fleisch und Blut ein Kollektiv« (Rammlied, aktuelle CD, ja, so etwas kommt in Deutschland auf Platz 1 der Charts) hilfreich ist beim Inszenieren der Aufführungen DES nationalen Kulturereignisses, dürfte zumindest keine Probleme dabei haben, den Vorwurf von sich zu weisen, das Vokabular der »Aufarbeitung der Vergangenheit« instrumentell oder demagogisch eingesetzt und angeeignet zu haben. Wüsste Katharina Wagner, worauf antifaschistische Kritik zielt, und wollte sie sich ihr bloß entziehen, um Konsequenzen zu vermeiden, würde sie kaum so unbefangen daher reden und bekennen. Gedenkkultur entsteht, wenn beides nicht mehr nötig scheint. Weder will Wagner verstehen, worauf antifaschistische Kritik zielt, noch muss sie Konsequenzen fürchten, wenn sie ganz sozialdarwinistisch nahelegt, dass das Aufzeigen der »sozialen Schwachpunkte in (!) unserer Gesellschaft« vielleicht doch den Fingerzeig auf diejenigen meint, die die Gesellschaft schwach machen. »Manche führen, manche folgen/Böse Miene gutes Spiel./Fressen und gefressen werden/Wir nehmen wenig, geben viel.« (ebd.)

Nicht minder aussagekräftig ist der Werdegang der 1931 gegründeten Hamburger Alfred-Töpfer Stiftung. Diese bereichert die Gedenkkultur momentan mit einer Ausstellung zur Weißen Rose Hamburg. Die Stiftung hat sich ebenfalls mit ihrer Geschichte beschäftigt und einiges von dem herausgefunden, von dem sie zuvor nichts wissen wollte. Die Website der Stiftung nennt hier unter anderem: Des Stifters »Sympathie und seine aktive Unterstützung für die ’Volkstumspolitik’ des ’Dritten Reichs’«, dessen »intensives Bemühen um Kontakte zu einzelnen führenden Repräsentanten des Nazi-Regimes« und »wirtschaftlichen Bemühungen [um] kriegswichtige Mittel für Deutschland zu mobilisieren«. Auch die Geschäftsbeziehungen von Töpfers Firmen zur Ghettoverwaltung von Łódź bleiben nicht unerwähnt. Geliefert wurde zum Beispiel Löschkalk »für die Abdeckung von Massengräbern«.

Nicht mehr ganz so explizit formuliert, aber zwischen den Zeilen problemlos herauslesbar ist, dass Töpfer sein Engagement für die NS-Volkstumspolitik nach 1945 nicht aufgab, sondern mit einem »auf der Vorstellung von ’Kulturräumen’ basierenden Preisprogramm« fortführte. Das hat sich erst seit ein paar Jahren geändert. Heute gehen die Preise an solche, die »hartnäckigen, couragierten, ideenreichen und fachlich herausragenden Umgang mit Geschichte, den Fragen der Toleranz und Verständigung sowie der kulturellen Vielfalt« pflegen.

Die Verpflichtung auf die kulturelle Vielfalt dürften die Verantwortlichen dadurch gewahrt sehen, dass sie, wie in der aktuellen Ausgabe (1/2011) ihrer Broschüre »Netzwerkmagazin«, französische KünstlerInnen im Interview als erstes fragen, ob diese einen Unterschied zwischen deutschen und französischen Künstlern sehen. Vermutlich aus Motiven, die von der Vorstellung von Kulturräumen ausgesprochen frei sind. Den Preis für den ideenreichen und fachlich herausragenden Umgang mit Geschichte sollten sie sich am besten direkt selbst zuerkennen, denn ihr Beitrag über die eigene Geschichte endet so: »Die nach dem Tod von der Familie gewünschte Aufnahme des Namens des Stifters in die Bezeichnung der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. wird heute weniger als eine undifferenzierte Respektsbezeugung, denn als Akt der Transparenz zur Herkunft des Stiftungsvermögens verstanden und kommuniziert.« Die Botschaft ist angekommen: Seht her, wir haben Nazivermögen bis ins Jahr 2011 weiter verwaltet, wir wissen alles, und wir sehen es wie seit eh und je als den selbstverständlichen Lauf der Dinge an, dass uns das Erbe zufällt. Der heutige Vorstandsvorsitzende der Stiftung macht hierzu den naiven Michel: »Wie ratlos steht man manchmal vor der Tatsache, dass Geschichte nie ‘vorbei‘ ist, ganz gleich, wie sehr man sich anstrengt, Verantwortung zu übernehmen und Verantwortung zu tragen.« (Netzwerkmagazin 1/2011) Das ist der Stoff, aus dem die Ewigkeit des nationalen Mythos ist, der nun endlich keine Erinnerungslücke mehr hinnehmen muss. Problemlos kann die Stiftung sich auf ein öffentliches Bewusstsein verlassen, dem der nationale Reichtum Schicksal ist, der nur mit »Verantwortung« besessen werden kann, weil sich gegen Schicksal nichts machen lässt. Deutsche Ideologie läuft dann zu Höchstform auf, wenn es gilt, die simple gesellschaftskritische Einsicht, dass das Kapital mit Notwendigkeit entweder akkumulliert oder krisenhaft in sich zusammenfällt, zum Verschwinden zu bringen mit der Anmaßung, dass dies genauso naturgesetzlich unter eigenem Kommando und mit deutschen Eigentumstiteln geschehen muss. Diejenigen aussergesetzlichen Taten, die die Erzwingung des vermeintlich konkret natürlichen Zustandes zum Ziel hatten, sind daher so lange zu verdrängen, solange es sich um im juristischen Sinne anfechtbare Rechtstitel handelt. Hierunter fielen zuvorderst Raub und Zwangsarbeit sowie die »Arisierung« der Vermögen und die Vernichtung der Jüdinnen und Juden, die für AntisemitInnen das Kapital personalisieren. Denn begleitet war all dies von der Ansicht, dass so bürgerlicher Reichtum erhalten werden kann. Heute fallen darunter im wesentlichen die Anstrengungen der postfaschistischen Politik zur Vermeidung von Entschädigungen und Reparationszahlungen, mit denen bis heute paradoxer Weise die Legalität der ausserrechtlichen nationalsozialistischen Mittel zur Aneignung der Welt verteidigt wird. Die besitzbaren Resultate der Aneignung sollten möglichst in vollem Umfang über das Ende des »Unrechtsstaats« hinaus erhalten bleiben, können demnach also nicht zum »Unrecht« gehört haben. Der Erfolg dieser Anstrengungen hat die Rechtstitel auf das nationale Vermögen weitgehend unanfechtbar gemacht, weshalb sie in Museen und Gedenkstätten ihres gesellschaftlichen Charakters entkleidet zu Gedenkkulturgut werden konnten. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass ein Stiftungsvorsitzender, der von Amts wegen vergessen musste was seine VorgängerInnen so alles tun mussten, damit er ein Stiftungsvermögen zu verwalten hat, ratlos ist angesichts der Frage, warum die Geschichte noch immer nicht vorbei ist. Ein Schelm, wer gegen diese scheinbar naturwüchsige Dreistigkeit endlich einmal einen Schlussstrich unter die Geschichte fordert und sich wünscht, die eine oder andere Reparationszahlung oder Enteignung hätte die Ratlosen ihrer Verantwortung beraubt.

Wagner und Töpfer sind zwei relativ beliebige Beispiele, die zur Kenntnis nehmen sollte wer aufruft zur Diskussion darüber, wie »zu anderen Konzepten für (offenes) Gedenken und antifaschistische Arbeit in KZ-Gedenkstätten« gefunden werden kann. Wer es nicht tut wird fast zwangsläufig wesentliche Fragen übergehen. Wie konnte es dazu kommen, dass innerhalb der Gedenkstätten für antifaschistische Arbeit gekämpft werden muss? Solange die Schwerkraft der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht benannt wird, wird keine Museumspädagogik und keine Geschichtsdidaktik, keine Diskursstrategie und keine gewissenhaftere Auswahl der Quellen ausgleichen können, was diese bewirkt. Was immer auch »offenes Gedenken« sein soll. Wenn die simplen Fakten nicht für sich dafür sprechen, dass die Fortsetzung der bestehenden Ordnung nicht nur aus allgemein herrschaftskritischen Gründen abzulehnen, sondern auch aus immanent bürgerlichen Gründen illegitim ist, sind sie nicht anders zu präsentieren, sondern es sind dann die Umstände zu kritisieren, die die Fakten zu Bausteinen der deutschen Nationalgeschichte machen.

Wenn, wie im Fall der Stiftung »Erinnerung Verantwortung Zukunft« (EVZ), die Sprache, die einmal den überlebenden Opfern des NS die Möglichkeit geben sollte, ihre Erfahrungen zu artikulieren, und die Forderungen, die einmal in der Hoffnung erhoben wurden, dass sich der Fortgang der Geschichte doch noch einmal gegen die TäterInnen richte, zum Mittel geworden sind, letzteren nicht nur die Macht des Faktischen, sondern international Rechtssicherheit zu verschaffen, kann es nicht mehr vornehmlich um die bloße Vermittlung historischen Wissens gehen. Von der EVZ ist nach der Auszahlung der minimalen Summen an die ZwangsarbeiterInnen eine Institution übrig geblieben, die bis in alle Ewigkeit Gedenkpolitik betreiben, d.h. sich selbst als Großtat überlegener Moral präsentieren wird. Dies sagt über den nationalsozialistischen Herrschaftsanspruch genauso viel wie über den aktuellen. Kaum verklausuliert wird zum Beispiel in einer Presserklärung, die die Finanzierung der »Menschenrechtsbildung« der thüringischen Polizei durch die Stiftung ankündigt, der Bereichsleiter der EVZ so zitiert: »Gerade junge, angehende Staatsbeamte sollten verstehen, dass die Menschenrechte eine wesentliche Lehre aus der Geschichte des Nationalsozialismus sind und niemals pragmatischen oder politischen Erfordernissen geopfert werden dürfen.«

Gedenkpolitik und Menschenrechtsbildung sind das gute Gewissen bei der gewaltförmigen Fortsetzung einer Herrschaft, in der jeder Bereichsleiter von Zeit zu Zeit auf die Idee kommt, zur Organisation ihrer Fortsetzung »pragmatische oder politische Erfordernisse« zu begehen. Was der benachbarte Bereichsleiter weiß, denn er hat ja aus der Geschichte gelernt. Wer nicht nur der normale, waren‑ und rechtsförmige Vollzug der Herrschaft, sondern auch die begleitenden Gräueltaten für »Erfordernisse« hält, weshalb nicht die Abschaffung ihrer vermeintlichen Notwendigkeit, sondern nur der Verzicht auf sie denkbar ist, wird die eigene Moral immer zum Vorwand nehmen, nur in weiser Voraussicht zurück geschossen zu haben. Dass das Leitungspersonal in der Gedenkstätte Neuengamme, in der gerne auch mal Wagner aufgeführt wird, zu diesem Zweck mit der Bundeswehr zusammenarbeitet, sich ebenfalls in der Menschenrechtsbildung der Polizei verdient macht und der Gedenkstellenleiter für die Alfred Töpfer Stiftung über Stipendien entscheidet, sind Fußnoten einer Entwicklung, die den kritischen Gehalt des bürgerlichen Antifaschismus in Elemente deutscher Ideologie verwandelt hat. Für einen Schlussstrich unter die Ewigkeit des nationalen Kapitals.

flattr this!