tag ‘Griechenland’
Bericht vom Treffen des BAK Shalom: Ein Wochenende im Zeichen gegen Antisemitismus und Homophobie – Theorie, Praxis, Party! June 26, 2013 | 12:32 pm

Im Rahmen des Verbandswochenendes der Linksjugend ['solid] traf sich der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom vom 21. bis 23. Juni 2013 in Berlin. Auf der Tagesordnung standen neben der gemeinsamen Reflexion des vergangenen Bundeskongresses des Jugendverbandes und des Bundesparteitages der LINKEN unter anderem die Planung der diesjährigen Beteiligung an den Aktionswochen gegen Antisemitismus 2013 und an den [...]

links (25. November 2012) November 25, 2012 | 09:26 am

Die vergangene Nacht (bis vor einer halben Stunde) widmete der RBB Rosa von Praunheim. In einer Folge von “Rosas Welt” äußerte sich der Bildhauer Karsten Klingbeil über seinen “persönlichen Holocaust”, den er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft erlebt habe. Es sei “genauso” gewesen. Hier geht’s zur Mediathek.

  • Neues von der beliebten Vollflachzange Xavier Naidoo: “Ich schneid’ euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ihr tötet Kinder und Föten. Ihr hab einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?” Und keine gute Verschwörung kommt ohne einen Link zu alteingessenen aus: “Okkulte Rituale besiegeln den Pakt mit der Macht, Teil einer Loge getarnt unter Anzug und Robe. Sie schreiben ihre eigenen Gebote.” Diese Zeilen sind in einem ‘hidden track’ auf einem gemeinsam mit einer nicht minder dümmlichen Person namens Kool Savas aufgenommenen Album zu hören. Abhaten gegenüber der Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch; eine wirre Neuverschwörung in der Schwule Föten töten würden und das Ignorieren von Lesben - die sind doch bestimmt auch ganz widerlich und schlecht für den deutschen Volkskörper oder? Ach, vielleicht finden sie die ganz dufte, weil “Möse” und vermeintlich keine Penetrationsmacht? Mittels “Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?” ist das ja indirekt geklärt. Und an anderer Stelle noch ein kleiner Verschwörungsnachschlag inkl. autoritärer Sehnsucht: ”Wo sind unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?” um etwas gegen “furchtbare Ritualmorde an Kindern, die tatsächlich ganz viel in Europa passieren” zu tun. unfuckingbelieveable (via queer.de).
  • Alle Bildungsarbeit der Welt ist Perlen vor die Säue, wenn personifiziertes Bescheidwissen weiterhin Unsinn erzählen darf. So wie bspw. neulich in Bopfingen. Irgendwo im Schwäbischen. Dort meinte Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld die These zu verkaufen, dass der Antisemitismus weitgehend auf “schlichte[r] Habgier” basiere. Die lokale Journaille “Schwäbische Zeitung” zieht sprachlich weiterhin vom deutschen Leder und verwendet in seiner Berichterstattung gerne und ohne Anführungszeichen Ausdrücke wie “Reichskristallnacht” oder die “in Palästina ausgetragenen Kämpfe”. Einzig der Hinweis darauf, dass der Ausdruck “christlich-jüdische Tradition im Abendland” blanker Hohn ist, sollte positiv angerechnet werden. Auch wenn das einem Mindestmaß gleichkommt. In der “Jüdischen Allgemeinen” erschien anlässlich des 9. November ein lesenswerter Artikel zu Begrifflichkeiten (und ihrem Wandel) rundum die Novemberprogrome 1938 und ein weiterer dazu wie sie bzw. aktueller Antisemitismus gegenwärtig (de)thematisiert werden.
  • Deutschland am 9. November 2012: nachdem die Stimmung im mecklenburgischen Kaff Wolgast schon gefroren ist - ein Asylbewerberheim wird eingerichtet, das Fernsehen berichtet ganz, ganz fies über die doch gar nicht so rassistischen Äußerungen und Handlungen (Landser et. al. für den ganzen Wohnblock unfreiwillig hörbar) der ortsansässigen Deutschen, die daraufhin rumheulen - sollte nun die NPD also ausgerechnet am 9. November mit einem genehmigten Fackelzug durch das Drecksnest bis vor die örtliche Gemeinschaftsunterkunft ziehen (beim Kombinat Fortschritt gibt es auch einen Überblick zur aktuellen Situation vor Ort). In Greifswald war man unterdessen subtiler und entfernte Stolpersteine. “Polizei vermutet politisches Motiv” - diese Füchse…
  • Eigentlich sollte es nach einigen Äußerungen seitens Sigmar Gabriel und der Geschichte des Antisemitismus in Arbeiterorganisationen nicht verwundern, aber dass die SPD ganz unverhohlen mit der Fatah “flirtet” sorgt wenigstens bei mir doch noch für erschrockenes Stirnrunzeln.
  • Die aktuelle Situation im Nahen Osten ist (wenigstens für mich) noch nie so mürbend wie heute. In vielerlei Hinsicht. Auf einer Mailing-Liste “linker Akademiker_innen” wird Ken Jebsen promotet und Israel direkt mit dem NS verglichen. Stark. Dennoch eine kleine Auswahl lesenwerter Beiträge: zunächst “An all die Mahner, Kopfschüttler, Abwiegler” von Lila (“letters from rungholt”). Des weiteren ist Felix Riedel auf “nichtidentisches” wieder einmal zu empfehlen: “Das Ende der Propaganda”. Beim Telegraph findet sich eine Medienanalyse mit dem Titel “Pallywood and the pornography of death: the Western media suckered again”. Klassiker: Stephan Grigat - “Befreit Gaza - von der Hamas”. Roland Benedikter über die strategischen Züge und Bedeutung auf internationaler Ebene: “Gaza - warum gerade jetzt?”. In dem etwas betagten Text “Der Krieg gegen die Juden” von Robert Kurz finden sich interessante Gedanken. Und falls mal wieder die Lust am Argumentieren oder Pöbeln fehlt, lässt sich ggf. auf dieses Video über “Israel in den deutschen Nachrichten” zurückgreifen.
  • Unterdessen in Uganda: das Parlament hat sich als “Weihnachtsgeschenk” für seine Bevölkerung überlegt, einen zweiten Versuch zu starten und einen neuen Gesetzentwurf einzubringen, der diese vor der “ernsthaften Bedrohung”, die von homosexuellen Menschen ausgehe, schützen soll. Diesem Entwurf zufolge soll die Todesstrafe nicht mehr bei “schweren Fällen von Homosexualität” sondern “nur noch” bei “Pädophilen” angewendet werden. Die bisher bereits verankerten, lebenslangen Haftstrafen, die Schwulen und Lesben (anderweitige Schubladen sexueller oder geschlechtlicher Identität wurden bisher nirgends erwähnt, ist bei diesem rigorosen Hass aber ohnehin vollkommen obsolet) bei öffentlicher Auslebung ihrer Sexualität jetzt bereits drohen, bleiben freilich bestehen. Mit dem neuen Gesetz soll dann auch “Werbung” für Homosexualität (???) und das Vermieten von Wohnungen an homosexuelle Menschen mit bis zu fünf Jahren Knast bestraft werden. Hmm - Fuck you.
  • In Frankreich wird unterdessen munter gegen die Möglichkeit einer Ehe für homosexuelle Paare demostriert.
  • Das italienische Klima scheint derweil nicht nur ungemein sexistisch (vgl. Berlusconi) sondern auch homophob zu sein: ein elfjähriger Schüler hat sich, nachdem er wiederholt ob seines Erscheinungsbilds sowie seiner sexuellen Orientierung von dessen Mitschüler_innen gemobbt wurde, selbst umgebracht. So viel zu “it get’s better”.
  • Das soziale Klima in Griechenland ist unterdessen auch gruselig: Neonazis machen sich bereit das Land zu bestimmen. Selbstjustiz, Gewalt auf den Straßen, Rassismus, Antisemitismus - auch im Parlament. Mehr von Federica Matteoni in der jungle World.
  • “Am 6. November berichtete die Frankfurter Rundschau, dass ein 41jähriger Deutscher äthiopischer Herkunft Strafanzeige gestellt hat, nachdem er von Beamten des Polizeireviers im Frankfurter Stadtteil Bornheim (Hessen) misshandelt und bewusstlos geschlagen worden sei. Im Gespräch mit der Zeitung gab der Mann an, am Abend des 17. Oktober sei zunächst seine Verlobte bei einer Fahrkartenkontrolle von Kontrolleuren in der U-Bahn festgehalten und in rassistischer Weise beleidigt worden, obwohl sie einen gültigen Fahrausweis habe vorzeigen können. Die hinzugerufenen Polizisten hätten anschließend seinen Personalausweis sehen wollen, den er nicht dabei gehabt habe. Daraufhin sei er auf dem Weg zu seiner Wohnung, in der sich der Ausweis befand, auf offener Straße geschlagen worden, zudem sei er in rassistischer Weise beleidigt worden.” (via “Deutsches Haus” 46/12)

Anhören:

Termine:

Jörg Fauser und die Spree-Athener October 30, 2012 | 01:58 pm

“Früher war der Faustregel, in Krisenzeiten werden die Röcke länger.”


Jörg Fauser: Der Strand der Städte – Gesegnete Wirklichkeit

In Deutschland und anderswo… December 5, 2011 | 05:00 pm

Allein schon Deutschland Part 2, diesmal mit der Gruppe Café Morgenland: via AArchiv (mp3; 19 MB; 33:13 min) — Vortrag zum nachlesen hier. Vor der Veranstaltung waren die Referenten beim FSK und haben dort über die Situation in Griechenland und Deutschland im Rahmen der Eurokrise gesprochen: hier und hier [via]. Das Café Morgenland ist nun außerdem mit einer monatlichen Kollumne auf FSK zu hören – die erste Kolumne zur Debatte über den »Rechtsterrorismus« (inkl. Diskussion) gibt es hier. Zum selben Thema war auf dem Freien Radio für Stuttgart ein Artikel vom Gegenstandpunkt zu hören – zum Nachhören: hier. Apropos »Rechtsterrorismus« – in Ungarn ist nach wie vor die Zeit zurückgedreht; Radio Corax berichtet hier.

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Griechenland? November 7, 2011 | 12:16 pm

Vor zwei Wochen: Die parteikommunistische Gewerkschaft stellt sich schützend vors Parlament und greift die Demonstrierenden an, unter denen die Partei “anarchofaschistische Gruppierungen” ausgemacht hat.

Im Parlament sitzt aber nicht nur die kommunistische KKE, sondern auch LAOS, mit denen Papandreou über eine Regierungsbeteiligung verhandelt und deren Vorsitzender Georgios Karatzaferis nicht nur Auschwitz und Dachau für Märchen hält, sondern seine Partei gleich so definiert hat: “Wir sind die einzig wahren Griechen. Wir sind keine dieser Juden, Homosexuellen oder Kommunisten”.

(Besonders bizarr wird’s im soeben von einem griechischen Wassermann-Theoretiker per Mail u.a. an Antideutsche verbreiteten antideutschen und antisemitischen Text mit dem Titel “Deutschland” …das “Hayvan” Europas, in dem es einerseits heißt In ein paar Jahren werden Begriffe wie “Deutschland” oder “Deutsche” aus Europa verschwunden sein, andererseits aber auch lange über die Rolle der Juden als Infiltratoren und Verschwörer nachgedacht wird.)

Unterdessen greift die Militanz weiter aus und eine Frau, die vielleicht schon 1974 dabei war, wirft mit:

Neues Buch: Der griechische Aufstand von innen October 5, 2010 | 10:20 am

An dieser Innenansicht, Erläuterung und Verherrlichung des griechischen Aufstands vom Dezember 2008 habe ich mit übersetzt, u.a. die einleitenden Zitate, die in der Buchankündigung auftauchen:

>>Die Straße hat ihre eigene Geschichte. Sie braucht keine Historiker, keine Intellektuellen oder Soziologen, die in ihrem Namen sprechen. Niemand kann die Geschichte des Dezember 2008 schreiben und wir versichern dir, dass ein derartiges Projekt jenseits unserer Möglichkeiten und Absichten liegt.<<

Und:

>>Genau wie wir über keine offizielle Geschichte der Pariser Kommune oder der Spanischen Revolution verfügen, ist dies hier nicht die Geschichte des griechischen Aufstands. Durch Fragmente, Gerüchte, Mythen und Erzählungen findet diese soziale Revolte ihren direkten Weg in die Herzen und Köpfe der Menschen der Zukunft.<<

Darin stecken auch schon wesentliche Probleme dieses Bandes. So unschätzbar sein Wert als Materialsammlung ist, den Pathos und Authentizitätsfetisch fand ich stellenweise kaum zu ertragen. Wirklich gut sind hingegen vor allem die Passagen, in denen es um konkrete Aktionen und Organisationsformen geht, auf die ich ja bereits hier und da zu sprechen kam.

Ebenfalls könnte die Lektüre zur Positionsbildung bezüglich der ermordeten Bankangestellten aus dem Mai beitragen. Es wird sichtbar, was hier für ein Bruch stattgefunden hat, wie wichtig es für die anarchistische Bewegung stets war, keinen Unbeteiligten zu schaden und niemanden zu ermorden. Eine Abbildung der Diskussion zum Mai stünde allerdings dringend an; zu viele krude Rechtfertigungen waren zu vernehmen, zu unklar bleibt meines Erachtens, wie dieser Bruch nun bewertet wird.

Aber wie gesagt, hier gibt es erst einmal einen großen Teil der zu wenig bekannten Vorgeschichte von innen:

Wir sind ein Bild der Zukunft – auf der Straße schreiben wir Geschichte (Laika/Edition Provo)

Der griechische Aufstand von innen October 5, 2010 | 10:09 am

An dieser Innenansicht, Erläuterung und Verherrlichung des griechischen Aufstands vom Dezember 2008 habe ich mit übersetzt, u.a. die einleitenden Zitate, die in der Buchankündigung auftauchen:

>>Die Straße hat ihre eigene Geschichte. Sie braucht keine Historiker, keine Intellektuellen oder Soziologen, die in ihrem Namen sprechen. Niemand kann die Geschichte des Dezember 2008 schreiben und wir versichern dir, dass ein derartiges Projekt jenseits unserer Möglichkeiten und Absichten liegt.<<

Und:

>>Genau wie wir über keine offizielle Geschichte der Pariser Kommune oder der Spanischen Revolution verfügen, ist dies hier nicht die Geschichte des griechischen Aufstands. Durch Fragmente, Gerüchte, Mythen und Erzählungen findet diese soziale Revolte ihren direkten Weg in die Herzen und Köpfe der Menschen der Zukunft.<<

Darin stecken auch schon wesentliche Probleme dieses Bandes. So unschätzbar sein Wert als Materialsammlung ist, den Pathos und Authentizitätsfetisch fand ich stellenweise kaum zu ertragen. Wirklich gut sind hingegen vor allem die Passagen, in denen es um konkrete Aktionen und Organisationsformen geht, auf die ich ja bereits hier und da zu sprechen kam.

Ebenfalls könnte die Lektüre zur Positionsbildung bezüglich der ermordeten Bankangestellten aus dem Mai beitragen. Es wird sichtbar, was hier für ein Bruch stattgefunden hat, wie wichtig es für die anarchistische Bewegung stets war, keinen Unbeteiligten zu schaden und niemanden zu ermorden. Eine Abbildung der Diskussion zum Mai stünde allerdings dringend an; zu viele krude Rechtfertigungen waren zu vernehmen, zu unklar bleibt meines Erachtens, wie dieser Bruch nun bewertet wird.

Aber wie gesagt, hier gibt es erst einmal einen großen Teil der zu wenig bekannten Vorgeschichte von innen:

Wir sind ein Bild der Zukunft – auf der Straße schreiben wir Geschichte (Laika/Edition Provo)