tag ‘Protest’
Still not ♥ing leerstand. raven mit dem blauen block September 5, 2014 | 01:38 pm

27. September 2014
21:00

#ivibleibt #blauerblock

still not ♥ing leer­stand. raven mit dem blau­en block.

27.​9.​2014, 21 Uhr, Quä­ker­wie­se (Fran­ken­al­lee, Ecke Schwal­ba­cher­stra­ße)
mu­si­cal sup­port by ivi re­si­dents and fri­ends

Frank­furt ist eine krea­ti­ve Stadt; dann, wenn es darum geht selbst­or­ga­ni­sier­te Räume zu ver­hin­dern und be­setz­te Häu­ser zu räu­men. Von der Be­la­ge­rung eines be­set­zen Hau­ses über den Zi­visch­lä­ger­trupp bis zur klas­si­schen Haus­räu­mung war in den letz­ten Jah­ren alles dabei. Al­lein in die­sem Jahr gab es den­noch drei neue Haus­be­set­zun­gen. IvI, Leer­stel­le, Büro für un­lös­ba­re Auf­ga­ben und Blau­er Block sind nur ei­ni­ge Schlag­wor­te, die be­wei­sen, dass das Be­dürf­nis nach selbst­or­ga­ni­sier­ten Räu­men in Frank­furt am Main wei­ter­hin be­steht. Die Haus­be­set­zungs­be­we­gung lässt sich of­fen­sicht­lich nicht ein­schüch­tern.

Auch aus an­de­ren po­li­ti­schen Kon­tex­ten und ver­schie­de­nen Mo­ti­va­tio­nen regt sich Wi­der­stand. In immer mehr Vier­teln gibt es Men­schen, die sich gegen Ver­drän­gung und Mie­ter­hö­hun­gen or­ga­ni­sie­ren und zur Wehr set­zen. Es ist an der Zeit diese Kämp­fe zu ver­net­zen.

Das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen des Pro­jekts Phi­lo­so­phi­cum zeigt uns dabei, dass auch Be­reit­schaft zur Ko­ope­ra­ti­on in Frank­furt am Ende keine grö­ße­ren Spiel­räu­me er­öff­net. Den Be­set­zer_in­nen der Leer­stel­le droht ein ju­ris­ti­sches Nach­spiel. Hier­mit for­dern wir alle auf, die Demo der Leer­stel­le am 4.9. zu un­ter­stüt­zen und die an­ste­hen­den Ge­richts­pro­zes­se ein­falls­reich zu be­glei­ten. Die Ei­gen­tü­me­rin bei­der Häu­ser ist üb­ri­gens die städ­ti­sche Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft ABG Hol­ding. Doch von dem trot­zi­gen En­ga­ge­ment von Staats­an­walt­schaft und ABG las­sen wir uns nicht klein­krie­gen.

Wenn wir eines vom IvI ge­lernt haben, dann dass theo­rie*pra­xis*party zu­sam­men­ge­hö­ren, um es in die­ser Stadt aus­zu­hal­ten. In so­li­da­ri­scher Um­wid­mung eines Zi­tats aus der Grund­satz­er­klä­rung des So­zia­len Zen­trum Avan­ti in Dort­mund fin­den wir: Frei­heit ent­steht als tan­zen­de Be­we­gung – nicht nur, aber si­cher­lich auch.

Des­halb:
still not ♥ing leer­stand. raven mit dem blau­en block.
27.​9.​2014, 21 Uhr, Quä­ker­wie­se (Fran­ken­al­lee, Ecke Schwal­ba­cher­stra­ße)
mu­si­cal sup­port by ivi re­si­dents and fri­ends

Facebook-Veranstaltung

Der Rave wird vor­bei­füh­ren an ehe­ma­li­gen be­setz­ten Häu­sern im Gal­lus, dem Wes­tend und Bo­cken­heim, die oft nur für we­ni­ge Stun­den be­spielt wer­den konn­ten: Krif­te­ler Stra­ße 84/86, Schwal­ba­cher­stra­ße 45, Weil­bur­ger­stra­ße 17, Ho­hen­stau­fen­stra­ße 19-25, Schu­mann­stra­ße 2, Schu­mann­stra­ße 60, Klei­ne Wie­senau 1, My­li­us­stra­ße 20, Ket­ten­hof­weg 130, Ge­org-​Voigt-​Stra­ße 10 und Phi­lo­so­phi­cum. In der Krif­te­ler Stra­ße be­fin­det sich – nicht zu­letzt auf­grund der Be­set­zung – mitt­ler­wei­le eine Un­ter­kunft für un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge. Die meis­ten Ge­bäu­de ste­hen al­ler­dings bis heute leer.

Weil wohl alle ahnen, dass wir wie­der kom­men, lässt man si­cher­heits­hal­ber Ab­sperr­git­ter an der Weil­bur­ger-​ und die Bar­ri­ka­den im Ge­bäu­de in der Schwal­ba­cher­stra­ße ste­hen und reißt die Häu­ser in der Ho­hen­stau­fen­stra­ße ab.
Wir ant­wor­ten dar­auf: still ♥ing squats. ready, steady, go.

So­li­da­ri­sche Grüße gehen raus an das So­zia­le Zen­trum Avan­ti in Dort­mund, die Squat­ting Days in Ham­burg und die (T)Raum­kli­nik aus Mar­burg.

Wir for­dern die Rück­nah­me aller Straf­an­zei­gen gegen die Be­set­zer_in­nen der Leer­stel­le, von IvI Re­sur­rec­tion und dem Büro für un­lös­ba­re Auf­ga­ben!
Fin­ger weg vom So­zia­len Zen­trum Avan­ti in Dort­mund!
Für mehr selbst­or­ga­ni­sier­te Räume in Frank­furt und an­dern­orts!

[04.09.] Demo-Aufruf: Raum Statt Repression! September 1, 2014 | 01:25 pm

4. September 2014
18:30

#ivibleibt #blauerblock #leerstelle

Demo Raum Statt Repression! 04.09. um 18.30Uhr, Bockenheimer Warte, Frankfurt


Über 2.000.000m² Leerstand, ständig anwachsende Bodenpreise, repräsentative und unnötige Neubauten, lasche oder gar nicht erst vorhandene Regulierungen der Mietsteigerung: Das sind Anzeichen der derzeitigen Umstrukturierungspolitik in der Stadt Frankfurt. Sie ist von der Verdrängung vielfältiger Lebensformen geprägt und treibt so eine Parzellierung des Stadtbilds nach Interessen des Marktes voran: auf der Zeil soll geshoppt werden, in Sachsenhausen wird von einer Bar in die nächste gestolpert, in Bockenheim/Westend gehen „Ruhestörung“ und „Hausfriedensbruch“ vor kulturelle Selbstverwaltung. Um dem verwalteten (Über)Leben zu entgehen und sich eine Pause vor dem alltäglichen Zwang zu gönnen, brauchen wir Räume, in denen wir uns frei entfalten und über uns selbst bestimmen können!

Doch jegliche Bemühungen der Bürger_innen und der Protest gegen Marginalisierung und Verdrängung werden erschwert, ignoriert oder gar kriminalisiert. Der Versuch, alternative Kultur- und Wohnprojekte auf offiziellen Wegen umzusetzen, wird verunmöglicht. Auf dem Geländes des zukünftigen Kultur-Campus Bockenheim verdichtet sich dieser Prozess. Der Verein Offenes Haus der Kulturen soll der Saalbau GmbH, einer Tochtergesellschaft der ABG Holding, weichen und das von vielen Bürger_innen gemeinschaftlich geplante Philosophicum aufgrund „fehlender Mittel“ gar nicht erst realisiert werden. Selbst den offiziellen Planungswerkstätten wird die Legitimität nachträglich abgesprochen.

Diese Stadtpolitik wollen wir nicht mehr ohnmächtig ertragen! Die Hausbesetzungen der letzten Jahre verweisen allesamt auf den Widerspruch zwischen Brauchen und Haben und sind angesichts solcher Umstände eine legitime Protestform. Diese Protestform ermöglicht nicht nur den nötigen physikalischen Raum sich anzueignen, sondern schafft viel mehr noch einen sozialen Raum der Selbstermächtigung für mitmenschliche Praxis und Träume. Sie produziert einen utopischen Überschuss, der über das Bestehende hinaus verweist.

Am 15.03.2014 wurde die Georg-Voigt-Straße 10 für wenige Stunden unter dem Namen L__rSt*ll* besetzt, um für andere Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens zu demonstrieren. Gemeinsam wollte man am Kultur-Campus aus eigener Initiative partizipieren und ein milieu- und generationsübergreifendes Café mit offenen Plenum gründen. Für den Anfang war bereits ein Workshopprogramm zu Kunstproduktion in Planung. Das Projekt wurde lieder ohne jegliche Verhandlungen am selben Tag aus dem Haus geräumt.

Nun geht die Staatsanwaltschaft auf Antrag der städtischen ABG Holding gegen die 27 Aktivist_innen vor. Die Besetzer_innen der Villa sollen jetzt wegen Hausfriedensbruch vor Gericht gestellt werden, für manche wurde die Strafe von 600 Euro bereits verhängt. Derartige Repression soll jedes soziale Engagement einschüchtern, Widerstand unmöglich machen und der aktuellen Stadtpolitik freies Spiel gewähren.

Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen! Kommt am 04.09. um 18.30Uhr zur Bockenheimer Warte! Demonstriert gegen die repressive Stadtpolitik – für unser gemeinsames Recht auf Stadt!

Es gibt auch eine entsprechende Facebook-Veranstaltung. Weitere Informationen, kommende Termine und Soli-Aktionen findet ihr auf diesem Blog: http://raumstattrepression.blogsport.eu/

Studentische Vollversammlung, Montag 19.5., IG-Farben-Campus May 18, 2014 | 01:57 pm

19. Mai 2014
14:00

vv19514
ZK:

Liebe Kommiliton*innen,

Der Auftakt war ein voller Erfolg. Nun geht es weiter, um die nächsten konkreten Schritte zum weiteren Vorgehen gegen die Unterfinanzierung der Hochschule, zu volle Seminare und gegen die Mensapreiserhöhungen zu planen.

Ihr seid herzlich zur Vollversammlung am Montag 19. Mai um 14.00 Uhr auf dem Campusplatz vor dem HZ eingeladen, um gemeinsam die Aktionen auszuarbeien und eine inhaltlichen Debatte zur Hochschulpolitik zu führen. Die Vollversammlung ist auch der Auftakst zur Protestwoche vom 19. - 24. Mai, die im Rahmen des bundesweiten “Bildungsstreik 2014″ stattfindet.

Kommt vorbei, diskutiert mit, werdet aktiv und bringt Schilder und Transpis mit, um unseren Protest sichtbar zu machen!

Ganz wichtig, weil es viele Nachfragen und Unklarheiten beim letzten Mal gab: Ihr seid von den Uni-Veranstaltungen freiegestellt. Macht euch keine Sorgen!

https://www.facebook.com/events/1431917210394653
http://ffmdieunibrennt.wordpress.com/

Femen und der Feminismus November 4, 2013 | 02:11 pm

Keine feministische Gruppe war in jüngster Zeit so präsent in den Medien wie FEMEN. Ob die Aktionen von FEMEN eine gelungene und subversive Anwendung des weiblichen Körpers in feministischen Kämpfen sind oder ob sich die Öffentlichkeit bald an die spektakulären Oben-Ohne-Aktionen gewöhnt hat, ohne dass die Inhalte einer feministischen Gesellschaftskritik wirkmächtig verbreitet worden wären — darüber wird auch in feministischen Zusammenhängen gestritten. Einige Positionen von und zu FEMEN dokumentieren wir an dieser Stelle.

Die ARD-Mediathek stellt ein Audio-Feature zur Verfügung, in dem FEMEN portraitiert wird. Es wird über die Entstehung von FEMEN und einige ihrer Aktionen so wie die Reaktionen darauf berichtet. Es kommen mehrere FEMEN-Mitglieder zu Wort, die ihre favourisierte Protestform und einzelne Aktionen begründen.

    Download: via RS (8,4 MB; 18:05 min)

Auch der Zündfunk hat ein kurzes Feature über FEMEN produziert, in dem insbesondere Mitglieder von FEMEN Deutschland zu Wort kommen.

Femen beim Training — Was würdest du gerne schreien? Seit 2008 gehen nun schon die Bilder junger ukrainischer Frauen um die Welt, die mit Parolen auf ihren nackten Brüsten protestieren – gegen die Diktatur von Wiktor Janukowytsch genauso wie gegen Sextourismus in der Ukraine oder das Patriarchat im allgemeinen. Der Zündfunk hat in Hamburg eine Gruppe von Femen Germany beim Training getroffen und nach ihren Zielen und Motiven gefragt.

    Hören & Lesen: bei BR2

Eine scharfe Kritik an FEMEN hat die feministische Gruppe e*vibes aus Dresden formuliert. Nachdem die Gruppe – insbesondere in Reaktion auf die FEMEN-Aktion in der Hamburger Herbertstraße – in einem offenen Brief an FEMEN einige ihrer Kritikpunkte veröffentlicht hatte, gab es im März dieses Jahres in Leipzig eine Podiums-Diskussion, an der zwei Mitglieder von FEMEN Deutschland, zwei Mitglieder von e*vibes und Dorothée Marth (SPD-Frauen) teilgenommen haben. Die Diskussion verläuft mitunter sehr turbulent — etwas mehr Sachlichkeit und etwas weniger Moralisierung hätte der Veranstaltung sicherlich gut getan. Das angekündigte Thema – eine Reflexion der Veränderung feministischer Protestformen in den letzten 20 Jahren und verschiedener gegenwärtiger Protestkulturen – wird nur am Anfang in einem Einführungsreferat angerissen. Der Rest der Diskussion konzentriert sich dann auf die beiden FEMEN-Mitglieder, die über ihre Organisierung befragt werden und sich für Kritik an einzelnen Aktionen sowie am FEMEN-Gesamtkonzept rechtfertigen. Im Nachgang der Diskussion hat e*vibes eine Auswertung mit dem Titel „Nein, nein, das ist nicht der Feminismus!“ veröffentlicht.

Mit Brüs­ten und Strumpf­mas­ken für die Gleich­be­rech­ti­gung. Fe­mi­nis­ti­sche Pro­test­kul­tur heute

Der öf­fent­li­che Pro­test bil­de­te von Be­ginn an eine wich­ti­ge Kon­stan­te der Frau­en­be­we­gung. Be­reits die Ak­teur_in­nen der ers­ten Frau­en­be­we­gung um 1900 und die Fe­mi­nis­t_in­nen der 1970er Jahre wuss­ten sich und ihre Pro­test­ak­tio­nen me­di­en­wirk­sam zu in­sze­nie­ren. Auf diese Weise konn­ten wich­ti­ge ge­sell­schaft­li­che De­bat­ten an­ge­sto­ßen und eine brei­te Öf­fent­lich­keit sen­si­bil­siert, wenn nicht gar mo­bi­li­siert wer­den.

Die Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung möch­te den Blick auf die Ge­gen­wart rich­ten und die fe­mi­nis­ti­sche Pro­test­kul­tur der letz­ten 20 Jahre re­sü­mie­ren. Das Haupt­au­gen­merk rich­tet sich u.a. auf die Slut­walk-​Be­we­gung, die Femen und Pussy Riot. Neben den Ak­teur_in­nen und deren Netz­wer­ke soll vor allem über die The­men und die vi­su­el­len In­sze­nie­run­gen des ge­gen­wär­ti­gen fe­mi­nis­ti­schen Pro­tests dis­ku­tiert wer­den. Die Rolle der Me­di­en gilt es eben­so kri­tisch zu re­flek­tie­ren wie die Ziele und For­de­run­gen der fe­mi­nis­ti­schen Ak­ti­vis­t_in­nen.

Bei der Ver­an­stal­tung han­delt es sich um eine reine Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung! Pro­test­kund­ge­bun­gen oder -​ver­an­stal­tun­gen jeg­li­cher Art (an- oder aus­ge­zo­gen) und das zei­gen von Pro­test­me­di­en (Pla­ka­te, Kör­per, usw.) sind un­ter­sagt. Auch das Nut­zen oder Zei­gen fa­schis­ti­scher und ver­fas­sungs­feind­li­cher Sym­bo­le ist nicht ge­stat­tet. Per­so­nen, die die­sen Be­stim­mun­gen zu­wi­der­han­deln, wer­den des Rau­mes ver­wie­sen. [via]

    Download: via AArchiv (mp3; 147,2 MB; 2:40:45 h) | via FRN: Teil 1 (mp3; 56,6 MB; 1:01:47 h); Teil 2 (mp3; 52,7 MB; 57:35 min) | Hören: bei Mixcloud

Maria-Elisabeth Neuhauss hat in einem Vortrag Anfang Oktober 2013 im Rahmen des Jour Fixe der Falken Erfurt einen Vortrag gehalten, in dem sie zum einen die Geschichte von FEMEN skizziert und zum anderen einige Reaktionen auf deren Aktionen kritisch unter die Lupe genommen hat. Am Ende des Vortrags hat sie einige Thesen zur Diskussion gestellt. Zentral ist hierbei m.E. die Kontextualisierung der Aktionsform – was in der Ukraine, wo eine rigide Sexualmoral unter christlich-orthodoxem Vorzeichen gesellschaftlich wirkmächtig ist, eine subversive Methode ist, die einen wunden Punkt trifft, droht in westeuropäischen Ländern, wo Nacktheit und Sexualität alltäglich präsent sind, zu verpuffen. Einen ähnliche Einschätzung vertritt Hannah Wettig in einem Artikel in der Jungle World, auch wenn sie in anderen Punkten zu anderen Urteilen kommt. Die zur Diskussion gestellten Thesen (die im Mitschnitt leider etwas verrauscht sind) findet ihr untenstehend.

Jour Fixe – Femen: Entlang mehrerer Thesen wollen wir folgende Fragen diskutieren: Wie entstand Femen? Was sind und waren ihre Ziele? Was sind die unterschiedlichen Protestformen, die sie im Laufe der Zeit praktizierten? Was kann uns diese Gruppe, ihr Wandel und ihre Rezeption über die Bedeutung des weiblichen Körpers in Europa sagen? Es sollen auch davon ausgehend Überlegungen zu feministischer Praxis allgemein angestellt werden. [via]

Abschließend sei eine kurze Vice-Reportage über eine Femen-Aktion in Paris empfohlen: Ansehen.


Thesen zum Femen-Vortrag von Maria-Elisabeth Neuhauss

1. Femens Protestform war dem Umfeld der Ukraine angemessen: der nackte weibliche Körper ist in Osteuropa stärker als hier mit den Regeln der Sittlichkeit belegt (was sich umgekehrt auch in der Illegalität der Prostitution in der Ukraine widerspiegelt). Sich öffentlich auszuziehen und sich möglichst kämpferisch zu zeigen, bedeutet damit einen (allerdings natürlich nicht den einzigen) Bruch mit den herrschenden Vorstellungen davon, wie sich eine Frau zu benehmen hat. Der Protest kann gleichzeitig verstanden werden als der Ruf einer jungen Generation von Frauen, die selbst über ihre Sexualität bestimmen wollen.

2. Mit Verlagerung der Proteste nach Westeuropa verändert sich die Rezeption der Femen-Frauen. Nun bestätigen sie eher das Geschlechterbild, als dass sie es in Frage stellen: der Nacktprotest wird nun z.T. sogar gewertet als „eine maximale Unterordnung und perfekte Anpassung an das patriarchale System.“ Hier ist es weniger die Sittlichkeit, als die beständige Sexualisierung, die nervt und der man sich aber selbst „freiwillig“ unterwirft. Gerade jene jungen, gebildeten Frauen, die hierzulande die Kritikerinnen von Femen sind, wollen häufig nicht mehr über ihren Körper identifiziert werden, sondern über ihre geistigen Fähigkeiten, ihren Intellekt usw. (Seinen Körper zum Instrument für etwas zu machen wird eher mit der Unterschicht assoziiert). Femen bestätigen in deren Augen daher eher ein Frauenbild, mit dem man selber nichts zu tun haben will.

3. Der Protest gegen den Einfluss des Christentums in der Ukraine findet seine Parallele in dem gegen den Islam. Der Frauenkörper wird in beiden Fällen mit Sittlichkeit belegt, der Protest von Aliaa Magda Elmahdy und Amina Sboui trifft daher einen wunden Punkt in der ägyptischen und der tunesischen Gesellschaft. Doch die Erfahrungen von Rassismus und Kolonialismus, aber auch bspw. die restriktive Gesetzgebung in Frankreich gegen Frauen, die Kopftuch tragen möchten, haben gelehrt, dass Frauen manchmal gewaltige Graben trennen, über die Femen einfach rücksichtslos hinwegspringt, indem sie beanspruchen, die Vorläufer einer weltweiten feministischen Bewegung zu sein. Nacktprotest wird so in den Augen einiger Muslimas zu kulturellem Imperialismus, Femen zu einer kolonialen/rassistischen Vereinigung.

4. Auch wenn der Fall nicht so einfach sein mag, stellt sich dennoch die Frage, woher der Schwerpunkt von deutschen und französischen Femen kommt, in erster Linie die Unterdrückung anderer Frauen zum Thema zu machen (Islam, Prostitution). Möglicherweise ist man sich selbst nicht klar, worin das Patriarchat in den westeurop. Ländern (außer vielleicht noch im Abtreibungsrecht) eigentlich noch besteht.

5. Doch Femen verunsichern. Sie legen gerade auch wegen ihres Erfolges effektiv den Finger auf den wunden Punkt des postmodernen Feminismus, der häufig mit der Metapher eines „gefährlichen Seiltanzaktes“ beschrieben wurde: dass einerseits kein Kollektivsubjekt Frau mehr gelten darf und andererseits Frauen überall auf der Welt unter ihrem Frausein zu leiden haben, der Kampf also nicht überflüssig geworden ist.

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In der Warteschleife August 21, 2013 | 06:37 pm

Momentaufnahmen vom Protestcamp Berlin-Oranienplatz

Immer wieder machen Flüchtlinge, Asylbewerber und Asylanten auf ihre oft sehr belastende Lebenslage in Deutschland aufmerksam. Das Feature dokumentiert ein Protestcamp am Oranienplatz in Berlin.

Viele Asylanten aus ganz Deutschland kampieren seit Monaten auf dem Berliner Oranienplatz, um gegen Arbeitsverbot und Residenzpflicht zu protestieren.

Angefangen hatte es 2012 in Würzburg, ein iranischer Flüchtling hatte sich in einem Wohnheim umgebracht. Flüchtlinge dort protestierten mit einem Zeltlager in der Stadt, darauf folgte ein „Marsch der Würde“ nach Berlin.

Es ist nicht witzig für uns, nach Deutschland zu kommen und so zu leben. Ich habe ja ein Problem: Ich komme von einer Krise in die andere. Und nochmal: Wenn die mich zurückschicken wollen, das geht nicht. Wenn ich zurück gehe, dann bringen die mich um. Einfach so.“ — Napoli, Flüchtling aus dem Sudan

Ihr Protestcamp hat die Unterstützung des Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain/Kreuzberg und vieler Anwohner am Oranienplatz.

Die Flüchtlinge wollen so lange bleiben, bis ihre Hauptforderungen erfüllt sind: Bewegungsfreiheit in Deutschland und das Recht auf Arbeit.

Hören:

Download via MDR mp3 (0:28 h, 25 MB) | mp4 (13 MB) | mp3 via RS.com

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Nachttanzdemo in #Mainz “Träumen Tanzen Kämpfen” August 5, 2013 | 10:24 am

9. August 2013
19:00

Kommt mal hin!

Aufruf zur Nachttanzdemonstration am 09.08.2013 in Mainz 19 Uhr HBF

Träumen Tanzen Kämpfen

In den vergangenen Jahren wurden von verschiedenen regionalen Gruppen und Initiativen unkommerzielle Freiräume und Wohnmöglichkeiten gefordert! Heute müssen wir jedoch feststellen, dass diese Forderungen keineswegs erfüllt wurden!

Deshalb tragen wir am 9. August 2013 unsere Anliegen erneut auf die Mainzer Straßen und kämpfen für unser Recht auf Leben abseits des kapitalistischen Normalzustandes, frei von jeglichen menschenverachtenden Ideologien. Dieses Jahr werden wir uns nehmen was wir brauchen!

Obwohl mit den Nachttanzdemonstrationen 2010, 2012 und der Besetzung der Oberen Austraße 7, die Stadt und ihre Bevölkerung bereits auf die Thematik aufmerksam gemacht wurden, hat sich in Mainz wenig verändert. So ist die Problematik noch immer akut. Deshalb kritisieren wir, dass die Stadtregierung zwar sehr gut mit Abrissbirnen und profitorientierten Großprojekten umgehen kann, jedoch außer leeren Versprechungen nur vorgespieltes Interesse am Beheben der Missstände zeigt. Hervorzuheben ist hierbei die von der Stadt instrumentalisierte Zwischennutzungsagentur “Schnittstelle5″, welche nur als ein weiterer Beleg für die Ignoranz der Stadt gegenüber unseren Forderungen zu werten ist. Denn die Politik ermöglicht gesellschaftlichen Raum nur innerhalb ihrer Strukturen und macht uns damit von ihr abhängig. Dies steht in direktem Widerspruch zu unseren Vorstellungen einer emanzipierten Gesellschaft.

Während die Stadt Prestigeprojekte wie die Bauvorhaben an Winterhafen, Zollhafen und Ludwigstraße fördert, werden Bemühungen emanzipatorische, selbstverwaltete Projekte zu schaffen und zu erhalten unterbunden. Die hieran festzumachende gesellschaftlich tolerierte Ausbreitung der Wachstums- und Profitorientierung führt zu einem immer stärkeren Bedürfnis nach diskriminierungsfreien und vom Konsumzwang losgelösten Schutzräumen.

Nicht nur der öffentliche, sondern auch der private Raum wird von diesen Entwicklungen beeinflusst. Steigende Mieten verschlechtern die Wohnsituation, indem sie zu Verdrängung, Prekarisierung und Zwangsräumungen führen. Parallel entstehen an genannten Orten städtisch tolerierte und geförderte Objekte, die sich nur die in der Gesellschaft Bessergestellten leisten können. Dies steht in einem krassen Missverhältnis zu den tatsächlich benötigten Wohnungen.

Wir setzen uns für eine Abkehr von der profitorientierten Stadtplanung ein. Nur so ist es möglich, den städtischen Raum nicht zu einem exklusiven Gut verkommen zu lassen und allen Menschen ein Leben im innerstädtischen Raum zu ermöglichen. Denn Stadtentwicklung muss vielfältigen und offenen Raum für alle ermöglichen.

Diese Prozesse sind bei Weitem kein Mainzer Problem: Ausnahmslos alle Städte, seien es Berlin oder Hamburg, Köln oder Freiburg, Frankfurt oder Wiesbaden, sind von der fortschreitenden Gentrifizierung akut betroffen. Die kommerzielle Aufwertung des Wiesbadener Westends und die Räumung des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) in Frankfurt sind nur zwei Beispiele hierfür. Wir stellen uns entschieden gegen das Zerschlagen und Kriminalisieren der gesellschaftlichen Kämpfe, gegen Gentrifizierung und solidarisieren uns mit den emanzipatorischen Bewegungen für eine lebenswerte Stadt.

Deshalb rufen wir dazu auf, am 9. August 2013 zusammen zu demonstrieren und unser aller Anliegen auf die Straßen, Plätze und in die Köpfe der Stadt zu tanzen!

Wir lassen uns nicht einschüchtern!

Wir fordern unkommerziellen Wohnraum, autonome Freiräume und ein Recht auf Stadt für alle!

http://traeumentanzenkaempfen.noblogs.org/

ivi soli konzert heute mit guaia guaia June 21, 2013 | 11:20 am

21. Juni 2013
19:00

wo: auf der senckenberganlage vor dem ivi
wann: 19h

im anschluss gehts ins siks zu häppchen und einem vortrag zu lenin oder
ins klapperfeld zum minifest

http://www.guaiaguaia.de/

Uniweite studentische Vollversammlung (VV) April 9, 2013 | 10:12 am

24. April 2013
14:00

Hier ein Veranstaltungshinweis:

Am 24. April um 14 Uhr sind alle Studierenden und Mitarbeiter*innen der Goethe-Universität dazu ein­geladen, sich an einer uniweiten studentischen Vollversammlung zu beteiligen. Mit diesem Aufruf möchten wir zunächst die universitätsinternen Probleme erläutern, die eine gemeinsame Diskus­sion der aktuellen Studienbedingungen und ein Nachdenken über Handlungsmöglichkeiten not­wendig erscheinen lassen. In einem zweiten Schritt sollen die Ausführungen zum konkreten Stu­dienalltag auf die Bildungsreformen der vergangenen Jahre und gesamtgesellschaftliche Tenden­zen zurückbezogen werden. In einem abschließenden Ausblick möchten wir umreißen, welchen Anspruch wir uns mit der VV gesetzt haben.

Teil I: Problemdiagnose: Kritik der Studienbedingungen an der Goethe-Universität

Die Rahmenbedingungen für Studium, Forschung und Lehre verschlechtern sich zusehends. So sehen sich die meisten Studierenden und Mitarbeiter*innen der Goethe-Universität seit geraumer Zeit mit einer unzumutbaren Raumsituation konfrontiert: Besonders auf dem I.G.-Farben-Cam­pus (dem Prestigeobjekt der Universitätsleitung) fehlen Lehrräume in ausreichender Anzahl, überfüllte Seminare und Vorlesungen gehören allerdings auf allen Campus längst zum Studienall­tag. Zudem werden immer mehr Büroräume von studentischen und wissenschaftlichen Mitarbei­ter*innen zusammengestrichen, wodurch die Forschung und Lehre an den Fachbereichen massiv beeinträchtigt wird; die Raumnutzungsberechnungen des Kanzlers, die mit einer weiteren Strei­chung von Räumen einhergingen, hat diese Situation zusätzlich verschärft. Nicht überraschend daher, dass auch die angemessene Unterbringung der über 12.000 Studierenden und Lehrenden, die mit dem Umzug der Fachbereiche 03, 04, 05 und 11 auf den I.G.-Farben-Campus kommen, mitnichten gewährleistet ist, was eine Kritik dieser Missstände umso notwendiger erscheinen lässt. So wurde die Planung des Baus eines zusätzlichen Seminargebäudes viel zu spät begonnen, als bereits längst abzusehen war, dass die vorhandenen Räumlichkeiten auf dem I.G.-Farben-Campus den zusätzlichen Bedarf der hinzukommenden Fachbereiche nicht bewältigen können würden. Doch scheint die Universitätsleitung offensichtlich mehr Wert auf prestigeträchtige Ge­bäude zu legen, als auf eine angemessene Bereitstellung von Räumen für die Forschung und Lehre in Frankfurt. Letztere müssen zunehmend den Werbestrategien des Präsidiums weichen, das alle verfügbaren Mittel für seine Imagekampagnen einsetzt, um Investoren anzuwerben und ein gutes Abschneiden in internationalen Hochschulrankings zu forcieren. Anstatt den I.G.-Far­ben-Campus als «schönsten Campus Europas» zu glorifizieren, täte eine kritische Besinnung auf die Geschichte der I.G. Farben not, verbunden mit einer allgemeinen Kritik an der Herrschafts­architektur des Campus. So wären, angesichts der augenscheinlichen Diskrepanz zwischen dem lebendigen studentischen Miteinander und der hochschulpolitischen Tätigkeit in Bockenheim gegenüber dergleichen Aktivitäten auf dem I.G.-Farben-Campus, Studien anzusetzen, um zu erforschen, welche Auswirkungen die sterilen Gebäude des neuen Campus auf das zwischen­menschliche Miteinander haben.

Die prekäre Raumsituation ist indes keineswegs das einzige Problem. Schon in den vergangenen Semestern konnte keine zureichende Versorgung der Studierenden und Mitarbeiter*innen durch das vorhandene Mensaangebot gewährleistet werden. Insbesondere zu den Stoßzeiten ist mit langen Wartezeiten bei der Essensvergabe zu rechen, auch lassen sich in den Mensen auf dem I.G.-Farben-Campus oft kaum Sitzmöglichkeiten finden. Die Kapazitäten der somit bereits vor dem Umzug überfüllten Mensen und Cafeterien werden durch die mehr als 12.000 hinzukom­menden Universitätsangehörigen massiv mehrbelastet. Das Café «Dasein» im Erdgeschoss des neuen PEG-Gebäudes als ausreichende Kompensation für den zu erwartenden Mehrbedarf an Verpflegung zu bezeichnen erscheint angesichts der verschwindend geringen Kapazitäten dieses Etablissements mehr als zynisch.

Gravierend sind außerdem die negativen Konsequenzen des Umzugs für studentische Initiati­ven und autonom verwaltete Räume. Dabei ist zu betonen, dass studentische Angebote und selbstverwaltete Räume wie die Fachschaftencafés ein unverzichtbarer Bestandteil des studenti­schen Lebens sind und hierfür auch in den neuen Gebäuden angemessene Räumlichkeiten bereitgestellt werden müssen. In diesem Zusammenhang ist auch der verzögerte Bau des Studie­rendenhauses zu kritisieren, das einen zentralen Platz auf dem neuen Campus erhalten müsste, der ihm jedoch aller Erwartung nach nicht eingeräumt wird.

Ein akutes Problem ist außerdem die chronische Unterfinanzierung der Fachbereiche. Nicht nur mangelt es in allen Fächern an genügend Lehrpersonal gemessen an den Studierendenzahlen, sondern es herrschen verbreitet prekäre Beschäftigungsverhältnisse gerade im Bereich der studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen. Die Probleme unangemessener Vergütung und befristeter Einstellungen greifen dabei zunehmend auch auf die Professuren über. In diesem Zusammenhang ist mit aller Schärfe gegen den neuesten Einfall des Präsidiums anzugehen, der unter dem Titel  «Globalhaushalt» eingeführt wurden und bereits erste Einsparungspolitiken nach sich zieht. Unter dem Deckmantel der Autonomie, wird den Fachbereichen eine «Verwaltung des Elends» aufgezwungen; diese sollen unter der Maßgabe einer Defizitausgleichung, die verordneten Einsparungen «gerecht» verwalten, was indes notwendig mit Stellenstreichungen verbunden ist. Wir sehen im «Globalhaushalt» ein perfides Mittel des Präsidiums, die im Hochschulpakt vereinbarten Kürzungen den einzelnen Fachbereichen aufzubürden, um den Unmut, der durch einen von der Unileitung angeordneten Stellenabbau ausgelöst würde, gar nicht erst aufkommen zu lassen, indem die Streitigkeiten um die durch die Universitätsleitung erzwungenen Stellenstreichungen auf Fachbereichsebene verlagert werden. Wir fordern daher Solidarität unter den Fachbereichen, um gemeinsam Widerstand gegen die von der Unileitung oktroyierten Einsparungen zu leisten. Derzeit sind insbesondere die Erziehungswissenschaften von den verordneten Kürzungen betroffen. Obwohl die pädagogische Ausbildung zentraler Bestandteil nicht nur für die explizit pädagogischen Studiengänge, sondern auch für das Lehramtsstudium ist, wird diese herausragende Bedeutung keineswegs durch eine angemessene finanzielle Versorgung des Fachbereichs 04 honoriert. Ganz im Gegenteil fehlen ihm im aktuellen Haushaltsplan etwa 700.000 Euro fürs Personalbudget, was einer Streichung von 5 Professor*innenstellen  gleichkäme und damit die Existenz des Fachbereichs gefährdet, von der dadurch bedingten Verunmöglichung eines angemessenen Lehrangebots ganz zu schweigen.

Nicht zuletzt sind die verschiedenen repressiven Maßnahmen der Unileitung zu kritisieren: Die trotz anhaltender Kritik unveränderte Umzäunung des I.G.-Farben-Campus sowie die Video­überwachung auf dem gesamten Unigelände widersprechen dem Leitbild einer offenen und demokratischen Hochschule. Das gleiche gilt für Kamerainstallationen in Seminar- und Vorle­sungsräumen, die auf Studierende gerichtet sind und eindeutig nicht dem Zweck der Aufzeich­nung von Vorlesungen dienen, sowie für die festgeschraubten Tische und Stühle in den Semi­narräumen des neuen PEG-Gebäudes. Insgesamt ist die Propagandamaschinerie der Unileitung fragwürdig. So setzt das Präsidium lieber auf eine euphemistische Darstellung des Umzugs, als über konkrete Missstände und Fehlplanungen zu informieren und gemeinsam über mögliche Lösungswege nachzudenken. Exemplarisch hierfür sind die peinlich gestellten Hochglanzvideos auf dem unieigenen Youtube-Kanal sowie der «UniReport Spezial Umzug», die mitnichten infor­mierenden Charakter haben, sondern rein propagandistischen Zwecken dienen. In diesem Zusammenhang stehen außerdem die jüngsten Maßnahmen der Universitätsleitung, die sich gegen studentische Cafés wenden: Jeder freie Raum, in dem sich mithin Kritik und Widerstand gegen die verhärteten Verhältnisse regen könnte, wird von der Universitätsleitung geahndet und präventiv bekämpft.

Zu den skizzierten Missständen an der Goethe-Universität liegen seit mehreren Monaten die studentischen Forderungen der Turm-Vollversammlung auf dem Tisch, die bündig Kritik an der bisherigen Gestaltung des Umzugs formulieren und gleichzeitig konkrete Handlungsperspektiven darbieten. Bislang waren jedoch weder Universitätsleitung noch die betroffenen Fachbereiche dazu bereit, auf die studentischen Forderungen ernsthaft einzugehen und einen Diskurs um mög­liche Korrekturen an der Gestaltung des Umzugs einzuleiten. Auch der anlässlich der Senats­besetzung eingerichtete «Jour fixe» erwies sich einmal mehr als ein Scheingremium zur Legitima­tion der durch das Präsidium oktroyierten Entscheidungen. Solche Entscheidungen dürfen an einer demokratischen Hochschule jedoch nicht hinter dem Rücken der Studierenden getroffenen werden. Zu fordern wäre daher eine paritätische Besetzung der universitären Gremien, um ein wirkliches Mitsprachrecht alle Statusgruppen zu gewährleisten.

Teil II: Bildungspolitische und gesellschaftliche Implikationen

Die skizzierten Missstände an der Frankfurter Goethe-Universität sind dabei keineswegs eine zufällige Erscheinung. Vielmehr stehen sie im Kontext einer allgemeinen bildungspolitischen Entwicklung hin zu einer Anpassung der universitären Bildung an die Imperative einer zweck­rationalen Verwertungslogik. Durch die Übertragung von ökonomischen Imperativen wie Effizi­enz und Rentabilität auf den Bereich der Hochschule wird indes der Verfall des Bildungsbegriffs selbst eingeleitet.

Diese Tendenz wurde wesentlich von den Bildungsreformen der letzten Jahre mitbestimmt. So stehen die sogenannten «Bologna-Reformen», die Einführung von Bachelor- und Masterstudien­gängen, für eine Vereinheitlichung und Effizienzsteigerung der universitären Bildung, die mit einer zunehmenden Verschulung des Studiums und, auf subjektiver Seite, mit einer Infantilisie­rung der Studierenden einhergeht. Die Studienanfänger*innen kommen von der Schule an die Universität und werden hier mit einer Fortsetzung des schulischen Lernens für Leistungen kon­frontiert, in der kaum Raum für ein selbstbestimmtes Studieren sowie für das Entwickeln indi­vidueller Interessenschwerpunkte innerhalb des eigenen Studienfachs bleibt und erst recht keine Aussicht auf eine emanzipative Entwicklung der Studierenden besteht. Den Studierenden wird in zunehmendem Maße vermittelt, im Rahmen ihres Studiums ginge es um nichts anderes als um das Abarbeiten des Workload, das Absolvieren von Pflichtmodulen sowie das Sammeln von Cre­ditpoints. Die Studierenden werden dadurch dazu angehalten, nur noch für gute Noten auswen­dig zu lernen und auf den zu erreichenden Abschluss hinzustudieren. All dies steht jedoch in einem eklatanten Widerspruch zu einem selbstbestimmten, intrinsisch motivierten und mit einem genuinen Interesse an den fachlichen Inhalten verbundenen Studium. Dabei herrscht auch noch die Illusion einer Vergleichbarkeit von intellektuellen Leistungen und der Irrglaube, dass durch forcierten Anstieg von zu absolvierenden Prüfungsleistungen tatsächlich mehr gelernt würde.

Als Symptombekämpfung für das zunehmende Desinteresse der Studierenden und die Überlas­tung durch Prüfungsleistungen kommen immer häufiger repressive Instrumente zum Einsatz. So ist das Führen von Anwesenheitslisten mittlerweile gängige Praxis in Seminaren. Anstatt den Stu­dierenden die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt darüber zu entscheiden, welche Lehrver­anstaltungen sie besuchen und an welchen sie mithin auch ohne Zwang teilzunehmen bereit wä­ren, nötigt man sie im Rahmen der modularisierten Studiengänge zur Teilnahme an festgelegten Modulen und verspricht sich durch Kontrolle von außen die fortwährende Präsenz zu gewähr­leisten. Solcher Zwang ist indes kein Ersatz für genuines Interesse am Studienfach: Ziel des Stu­diums wäre es, dass die Studierenden sich den Inhalten aus Neigung widmen, nicht aus Angst vor Sanktionen. In dieselbe Richtung weisen die strikten Anmelde- und Abgabefristen, welche die zunehmende Belastung der Studierenden durch hohe Prüfungsbelastung zusätzlich verschärft.

Damit ist jedoch keineswegs genug der Repressalien, dem Einfallsreichtum der Unileitung sind auf diesem Gebiet offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Die autoritäre Verordnung von Zulas­sungsbeschränkungen zu Studiengängen seitens des Präsidiums ist längst gängige Praxis und wird seit einigen Semestern nun auch (als vermeintliche Lösung für Probleme wie Raumknappheit und die Unterausstattung der Fachbereiche durch Lehrpersonal) durch eine Neuregelung zur Vergabe von Seminarplätzen über das LSF ergänzt, die von einigen Fachbereichen bereits fügsam imple­mentiert wurde. Statt dieser restriktiven Beschränkung der Teilnehmer*innenzahl, fordern wir ein Aufstocken des Seminarangebots gerichtet am vorhandenen Lehrbedarf, so dass keine Stu­dierende von einer Lehrveranstaltung ausgeschlossen wird. Auch möchten wir die Fachbereichen zu einem vereinten Widerstand gegen solche restriktive Maßnahmen aufrufen, um zu verhindern, dass einzelne Institute im vorauseilenden Gehorsam den Vorgaben des Präsidiums Folge leisten.

Auf politischer Ebene sind die beschriebenen Missstände wesentlich durch politische Entschei­dungen des Präsidiums sowie durch die seit Jahren steigenden Einsparungen der Hessischen Lan­desregierung im Bildungsbereich bedingt (wovon indes keineswegs allein die Hochschulen, son­dern auch Kinderbetreuung und Schulbildung betroffen sind). So wurde im Jahre 2009 durch eine Verfassungsänderung die sogenannte Schuldenbremse im Grundgesetz festgeschrieben, die den Ländern einen (der Bundesregierung zufolge «alternativlosen») Konsolidierungszwang vor­schreibt: diese dürfen ab dem Jahre 2020 keine neuen Schulden zur Ausgabenfinanzierung ma­chen. Als die Entscheidung zur Verankerung der Schuldenbremse in der Hessischen Verfassung 2011 erfolgte, versicherte Ministerpräsident Bouffier, dass dies keinen Bildungsabbau bedeuten würde. Dies erscheint angesichts der darauffolgenden massiven Kürzungen im Bildungsbereich wie blanker Hohn. Auch war bereits zum damaligen Zeitpunkt ersichtlich, dass mit der beschlos­senen Konsolidierung des Landeshaushalts gegenüber den Bildungsinstitutionen die Forderung eines ausgeglichenen Haushalts verbunden sein würde, die diese mittelfristig nur mit Stellen­streichungen bewältigt könnten. Die drastischen Konsequenzen dieser politischen Reform für die Studienbedingungen an den Hessischen Hochschulen kommen gegenwärtig immer deutlicher zum Vorschein.

Rühmt sich die Goethe-Universität einerseits mit der Frankfurter Tradition der kritischen Theo­rie, so sind in der Praxis die Entscheidungen der Universitätsleitung jedoch immer mehr allein durch ökonomische Gesichtspunkte geleitet. Da die Mittelzuweisung an die Universitäten über die Anzahl der Studierenden läuft, hat die Universitätsleitung ein unmittelbares Interesse an stei­genden Studierendenzahlen. Gleichzeitig forciert das Präsidium eine beständige Kürzung von Ausgaben, insbesondere in solchen Fachbereichen, die auf dem Drittmittelmarkt allein unter der Bedingung bestehen können, dass sie ihre Inhalte in ökonomisch verwertbare Form pressen, was sich zumeist nur unter schwersten Einbußen dieser Inhalte selbst bewerkstelligen lässt (davon betroffen sind insbesondere die Gesellschafts-, Geistes- und Erziehungswissenschaften). In die­sem Zusammenhang kritisieren wir die Entscheidung des Präsidiums, die Verteilung der Gelder aus dem Landeshaushalt zwischen den Fachbereichen nicht mehr gemäß der Anzahl der Stu­dierenden zu regeln, sondern mit steigender Prozentzahl nach dem Anteil an eingeworbenen Drittmitteln. Die dadurch verursachte chronische Unterfinanzierung führt zusammen mit stei­genden Studierendenzahlen zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Studienbedingungen; demgegenüber erscheinen die neuerlichen Bezuschussungen der einzelnen Fachbereiche als Aus­gleich für den «Studierendenzuschwung» mehr als lächerlich.

Zudem ließe sich die Verwertbarkeitsperspektive auch immanent kritisieren. Die Ausrichtung der Förderung von Forschungsprojekten nach dem Mainstream (soll heißen dem Drittmittel­potential derselben) ist gerade innovationsfeindlich. So verbaut sich die Universität das Potential neuer Erkenntnisse von solchen Forschungsbereichen, die nicht nur das je schon wissenschaft­lich Approbierte reproduzieren, sondern neue Perspektiven auf den akademischen status quo gewährten.

In den skizzierten Entwicklungen lassen sich zwei gesamtgesellschaftliche Tendenzen erkennen. Zum einen verweist die zunehmende Infantilisierung der Studierenden auf die auch im gesell­schaftlichen Bereich grassierende Heteronomie der Menschen, die kaum noch selbstbestimmt darüber entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten wollen, wozu wesentlich auch eine poli­tische Mitgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse gehörte. Zum anderen korres­pondiert der Verkehrung von Mittel und Zweck auf der universitären Ebene eine gesamtgesell­schaftliche. Wie die Bildung an den Hochschulen immer mehr zur bloßen Berufsqualifikation, dem Erwerb von Bildungszertifikaten abstumpft, werden die Ziele einer vernünftigen Gesell­schaft zusehends dem Funktionieren des ökonomischen Systems untergeordnet. Anstatt den realen Reichtum dafür zu gebrauchen, die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und jedem Subjekt die allseitige Entfaltung ihrer Fähigkeiten zu gewähren, unterwirft sich die Politik dem Diktat der Märkte und perpetuiert damit die selbstverschuldete Unmündigkeit, aus der Bildung ihrem Sinn nach die Menschen befreien sollte.

Teil III: Anspruch der VV

Angesichts der beschriebenen Missstände an der Goethe-Universität, der Gefahr einer steten Verschlechterung der Studienbedingungen sowie der durch den Umzug zu erwartenden zusätzli­chen Verschärfung der ohnehin schon prekären Raumsituation auf dem I.G.-Farben-Campus, möchten wir euch am 24. April zu einer uniweiten Vollversammlung einladen. Dabei möchten wir uns sowohl an die Studierendenschaft, wie auch an die Mitarbeiter*innen der Universität sowie zukünftige Studierende und alle Interessierten richten.

Für die beiden Tagen im Anschluss an die VV ist ein umfangreiches und vielseitiges Bildungs­programm geplant, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Die Workshops und Dis­kussionsveranstaltungen sollen die Gelegenheit bieten, gemeinsam über die aktuellen Probleme und mögliche Handlungsperspektiven nachzudenken und gemeinsam zu erproben.

Das Anliegen der VV ist es außerdem, auf den fehlenden Raum für studentische Aktivitäten und autonome, selbstverwaltete Räume an der Goethe-Universität aufmerksam zu machen. Durch die VV soll veranschaulicht werden, was dem studentischen Leben verloren geht, wenn es kein Studierendenhaus und keine studentischen Cafés auf dem Campus gibt. Deshalb werden wir für die VV einige studentische Initiativen auf den I.G.-Farben-Campus bringen und ein möglichst vielfältiges kulturelles Programm anbieten. Neben einem umfangreichen Angebot an Workshops, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen, wird die Pupille abends ein Filmprogramm zusam­menstellen. Im Anschluss daran gibt es die Gelegenheit für ein heiteres Zusammensein bei einem Barabend mit Musik. Darüber hinaus werden verschiedene studentische Cafés und Initiativen für eine vielseitige und schmackhafte Verpflegung während der VV sorgen. Damit soll auch ein poli­tischer Anspruch verbunden sein, da unsere Kritik am Umzug nicht zuletzt darin besteht, dass keine ausreichende Versorgung durch Mensaangebot auf dem I.G.-Farben-Campus gewährleistet ist. Wir möchten deshalb aufzeigen, dass studentisch verwaltete Cafés und andere autonome Initiativen eine attraktive Alternative darstellen.

Dabei verstehen wir die VV keineswegs nur als Medium zur Verbesserung der konkreten Stu­dienbedingungen, um uns in den bestehenden universitären Rahmenbedingungen besser einrich­ten zu können. Sondern mit dem Bildungs- und Alternativprogramm rund um die VV soll viel­mehr der notwendige Raum für Diskussionen und praktische Interventionen geschaffen werden, um gemeinsam Perspektiven zu erschließen, die über das Bestehende hinausweisen.

Kommt zahlreich, nehmt eure Freund*innen mit und bringt euch ein!

Denn es geht um unsere Studienbedingungen! Wir freuen uns auf euer Kommen!

Aufruf des  Aktionsbündnis für eine studentische Vollversammlung am 24.4

Unterstützt vom Protestplenum, AStA und der Fachschaftekonferenz (FSK)

Facebook-Veranstaltung unter: https://www.facebook.com/events/294161024045474/?fref=ts

Semesterstart-Rave am 19.04.13, Start: Studihaus April 3, 2013 | 02:01 pm

19. April 2013
21:00

Zur freundlichen Beachtung:

Das Protestplenum empfiehlt:

Wenn die Uni auf den neuen Campus umzieht, sich umstrukturiert und dabei die grundlegendsten Forderungen der Studierenden ignoriert werden; wenn Kameraüberwachung
alltäglich ist und die Uni einen hauseigenen Sicherheitsdienst beschäftigt; wenn wir behandelt werden wie Kundschaft…
Wenn die Stadtpolitik nichts mit den Bedürfnissen der Menschen zu tun hat, wenn Menschen von ihren „Freunden und Helfern“ aus ihren Wohnungen vertrieben werden…
… und Kritik nicht gehört wird:
Dann müssen wir zeigen, dass es unsere Uni ist; dass es unsere Stadt ist. Lasst uns tanzen auf den Straßen, dass die ganze Welt es mitbekommt!
Kommt zahlreich, seid bunt, seid laut! Gude Laune…!

19.04.2013; 21:00 Uhr Rave; Start: Studierendenhaus, Campus Bockenheim.
24.04.2013; 14:00 Uhr Vollversammlung auf dem IG-Farben Campus.

http://ffmdieunibrennt.wordpress.com/

Pressemitteilung der Gruppe Recess vom 23.02.2013 February 24, 2013 | 12:19 am

Zur freundlichen Beachtung:

Pressemitteilung der Gruppe Recess vom 23.02.2013 zur Räumung des Großen Hirschgraben 17-19

Nach etwas mehr als 24 Stunden wurde heute die Besetzung der Gruppe Recess im Großen Hirschgraben 17- 19 polizeilich geräumt. Zum Zeitpunkt der Räumung fand im Freitagnachmittag von Schüler_innen besetzten, ehemaligen Gebäude des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ein Lesekreis zum Verhältnis von Kunst und Utopie bei Theodor W. Adorno statt. Die Besetzer_innen verließen missmutig nach der ersten polizeilichen Aufforderung das Gebäude, da im Angesicht hunderter BFE-Beamter Widerstand zwecklos schien.

Gestern noch hatten die Besetzer_Innen mit einem offenen Brief auf das Gesprächsangebot des Vorsitzenden der ABG-Holding Junker reagiert. Dieser erklärte sich nur unter der Voraussetzung der Nennung einer haftbaren Rechtsperson zu Gesprächen bereit. Darauf wollten die zum Teil noch minderjährigen Besetzer_Innen nicht eingehen. In dem offenen Brief forderten sie allerdings „die Gesamtheit der politischen Akteure in Frankfurt auf, Leerstände aktiv nutzbar zu machen.“

Die ABG Holding ist gemeinsam mit der Stadt Frankfurt Eigentümerin des Gebäudes im Großen Hirschgraben.

Am 19. Februar lies Alfred Gangel in der Frankfurter Rundschau verlautbaren, dass er sich auf die Suche nach einem Ersatzobjekt für das IVI begeben würde, wenn er den politischen Auftrag dafür bekäme. Heute fuhr er mit Hundertschaften vor dem besetzten Haus im Grossen Hirschgraben vor. Er verweigerte sich einem Gespräch mit den Besetzer_Innen und koordinierte statt dessen mit den Polizeikräften die Räumungsaktion. Zu einem Gespräch ist er erst am Montag bereit. Das nun gesprengte Plenum berät sich über das weitere Vorgehen.

„Ich bin wütend darüber, dass dieses leerstehende Gebäude nicht genutzt werden darf und verstehe die dahinter stehende Politik des künstlich erzeugten Mangels nicht,“ ärgert sich Shoshanna C.

Jenseits der bürgerlichen Monokultur, mit ihren normierten Reservaten fürs Wohnen, Feiern, Lernen und Arbeiten, scheint in der aufgewerteten Frankfurter Innenstadt keine Form selbstbestimmter Lebensäußerung vorgesehen zu sein. „Dass die Stadt weiterhin Gelder im sozialen Sektor kürzt und die Mietpreise weiter steigen, macht es notwendig, Projekte wie dieses eigenständig zu organisieren und zu bespielen.“ sagt Karsten Pier. „Das fingierte Verständnis für das Anliegen, leerstehende Räume vielfältig und selbstbestimmt zu nutzen, verpufft in dem Moment, in dem auf dem restriktiven rechtlichen Rahmen, der eine Verbindung von Wohnraum, Arbeits- und Veranstaltungsräumen nicht vorsieht, beharrt wird. Wo der politische Wille fehlt, müssen wir die sozialen Notwendigkeiten sichtbar machen!“

Durch die Besetzung wurde erneut auf den immensen Leerstand in Frankfurt, und auf das Bestreben diesen zu nutzen, hingewiesen. Die Besetzer_Innen solidarisierten sich mit dem Institut für vergleichende Irrelevanz und der Aktivist_Innen der drei Besetzungen des letzten Wochenendes. Den verantwortlichen der Stadt Frankfurt entgegnet Shoshanna C.: „Ihr könnt weiterhin euer sauberes Frankfurt planen, doch dabei müsst ihr mit denen rechnen, die ihr nicht einkalkuliert!“ Noch für heute Abend wurden von Sich-Solidarisierenden Aktionen angekündigt. Für Donnerstag Abend ist unter dem Motto „Verdrängung erkennen – Leerstand nutzen“ eine Demonstration um 18Uhr am Uhrtürmchen in Bornheim angekündigt. Ein Aktivist vor dem geräumten Gebäude spricht aus, was viele denken: „Wenn sie es darauf anliegen, können sich Frankfurt und Franconofurt auf eine anstrengende IVI-Räumung gefasst machen.“

Myliusstraße 20, Sigmund-Freud-institut, in Ffm besetzt February 16, 2013 | 09:28 pm

Am Samstag den 16. Februar 2013 wurde im Frankfurt am Main das Sigmund-Freud_institut (SFI) in der Myliusstraße 20 im Westend besetzt.

Vorweg eine Info der Besetzer_innen von deren Homepage:
“Solidarität mit SFI und Jüdischen Psychotherapeutischen Beratungszentrum FFM.
Wir streben eine Zwischennutzung an und sehen das Sigmund Freud Institut und Jüdische Psychotherapeutische Beratungsstelle als unsere Freunde.
Bitte geht mit Räumlichkeiten sorgsam um und macht nichts im Haus kaputt!”

Anbei die PM zur Besetzung:

Eine Reminiszenz an Mitscherlichs „Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden“

Am 16.02.2013 haben Aktivist_innen ein leerstehendes Gebaude in der Myliusstraße besetzt.
In dem Haus befand sich bis 2010 das Sigmund-Freud-Institut, das auf Grunde einer Renovierung umziehen musste. Das Institut wurde 1960 maßgeblich von Alexander Mitscherlich gegründet, 1964 eröffnete es in der Myliusstrasse 20. Wie der Frankfurter Rundschau vom 15. Februar 2013 zu entnehmen war, soll im Juni endlich mit dem Umbau des Gebäudes begonnen werden. Ein prächtiger Glasbau wird neben dem seit 2012 denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden.
„Die Freudsche Psychoanalyse ist, genauso wie die Kritische Theorie, in der gesellschaftlichen Irrelevanz verschwunden und dient der Universität Frankfurt lediglich als schickes Aushängeschild“, erläutert Aktivistin Margarete Rothschild. „An diese Tradition anknüpfend soll das Institut zwischengenutzt werden.“ In den nächsten Tagen werden hierzu mehre Veranstaltungen stattfinden. Fokus wird auf die Psychoanalyse und ihre gesellschaftskritische Relevanz gelegt werden. Ergänzend ist eine Kritik der psychiatrischen Praxis zu leisten.
„Es scheint normal zu sein sich gegen nichts zu wehren, selbst wenn es die eigenen Umstände betrifft. Höchstens kommt es zu einer kurzen Empörung“, merkt Aktivist Moshe Anhan an und erklart weiter: „Nach dem gestern das Ende des IVI ein Schritt näher gerückt ist, haben wir beschlossen nicht noch weiter untätig in unseren Wohnungen zu sitzen.“
Gestern erwirkte die Frankonofurt AG beim Landgericht den Räumungstitel gegen das IVI. Abends kam es bereits zu zwei Besetzungen, die aber innerhalb kürzester Zeit wieder geräumt wurden. Zeitgleich wurde mit einem großen Rave der Umzug des Bockenheimer Campus und die Bedrohung des IVI thematisiert. Gut 400 Menschen zogen bei lauter Musik durch die Frankfurter Innenstadt und wiesen auf ihre Anliegen hin.
„In den letzten zwei Jahren gab es in Frankfurt viele Versuche Häuser zu besetzten und sich urbanen Raum anzueignen. Wir sind diesem Beispiel gefolgt, “ schließt Moshe Anhan. „Wir rufen dazu auf dies auch zu tun! Denn all diese Bemühungen müssen zum Erfolg führen. Auch vermeintliche Misserfolge der Vergangenheit sind Mosaiksteine hin zu einem anderen, selbstbestimmten Stadtbild.“

Aktion 15.02.

Aktuelle Informationen bekommt ihr über unsern Twitter Account:
https://twitter.com/aktion152

RAVEN GEGEN UMZUG – Solidarität mit dem IVI – JETZT February 15, 2013 | 07:09 pm

15. Februar 2013
21:00

Zur freundlichen Beachtung: ein Hinweis des Protestplenums

Treffpunkt Neue Mensa, Campus Bockenheim

FlyerVorneFinal

Auf Grund des heutigen Gerichtsurteils gegen das IVI, dass die sofortige Räumung des selbstverwalteten Zentrums ermöglicht, wird der heutige Rave zur Solidarität mit dem IVI veranstaltet!

Feiräume verteidigen! Für ein, zwei, viele autonome Räume!

Der Turm fällt – IG-Farben Campus kommt!

Im Rahmen des Umzugs wurde schon so manches unternommen, nur nicht dagegen getanzt. Hierfür bieten wir eine entspannte Lösung in Form eines äußerst bemerkenswert exorbitant spektakulären Raves durchs nächtliche Frankfurt. Alle Umzügler*innen, Abdancer*innen, Nachtaktiven und Raver*innen der Stadt, des Planeten und des restlichen Universums sind schmerz-und herzlich dazu eingeladen.

MIT PAUKEN UND TROMPETENSCHLAG VERABSCHIEDEN WIR UNS VOM TURM!

Am 15.02.

um 21 Uhr

Treffpunkt Neue Mensa, Campus Bockenheim

*Denkt an einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und anderen Substanzen*

Besichtigungstermin – wir schauen schon mal vorbei! December 19, 2012 | 04:15 pm

19. Dezember 2012
16:00

Zur freundlichen Beachtung:

EA-Nummer: 069 79828095

Der Umzug naht!
Aufgrund drängender Probleme (Raumnot, Wegfallen von selbstverwalteten Räumen, …)
wollen wir auf die Lage aufmerksam machen und euch zu einem Spaziergang über den  IG- Farbencampus mit anschließendem geselligen Glühweinschlürfen einladen.
Eisige Temperaturen zwingen uns dazu, uns anschließend den nötigen Raum zu nehmen!
In diesem werden wir uns austauschen, informieren und uns kritisch mit der für uns alle eurer Situation auseinandersetzen.

Treffpunkt:
am Mittwoch, den 19.12.2012
um 16 Uhr
Trinkhalle am IG-Farben Campus

Seid um 16:00 Uhr an der Trinkhalle! (Bus 75 Haltestelle “Bremer Straße”). Alle weiteren Informationen gibt es dort.

http://ffmdieunibrennt.wordpress.com/

Wir nehmen uns was wir brauchen – Frankfurt/Main action day December 8, 2012 | 09:30 am

8. Dezember 2012

Wir nehmen uns was wir brauchen - Frankfurt/Main action day

EA-Nummer: 069 79828095

aktionstage_plakata2Aufgrund der akuten aber auch latenten (Räumungs-)Bedrohung selbstverwalteter Zentren hat sich das „Wir nehmen uns was wir brauchen“ Bündnis gegründet. Ziel des Bündnisses ist die Vernetzung von verschiedenen Räumen und Initiativen voranzutreiben, um entschieden den momentanen Entwicklungen entgegen zu treten. Bereits seit einigen Monaten haben wir, Aktivist_innen aus autonomen Zentren, Wagenplätzen, linken Kollektiven und besetzten Häusern im Rhein Main-Gebiet und Baden-Württemberg, uns dafür eingesetzt eine Öffentlichkeit gegen die diversen Bedrohungen zu schaffen. Angesichts der unerträglichen gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse geht es uns einmal mehr darum, Gegenentwürfe zu diesen zu schaffen und zu erhalten. Als Bündnis wollen wir die Notwendigkeit unserer Projekte vermitteln. Mit dem Ziel, unsere Räume zu verteidigen und auszubauen, sind wir mit Infoveranstaltungen, Kunstaktionen und Demonstrationen in verschiedenen Städten und Dörfern aktiv.

Die jüngste Vergangenheit hat gerade auch hier im Rhein-Main Gebiet gezeigt, dass es um selbstorganisierte Räume schlecht bestellt ist. Das selbstverwaltete Kommunikationszentrum Haus Mainusch in Mainz hat zum 9. Dezember die Kündigung des Mietvertrages ausgesprochen bekommen. Das besetzte Institut für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt/Main ist akut von Räumung bedroht und läuft Gefahr, ersatzlos dem Erdboden gleich gemacht zu werden – wie die Obere Austraße 7 in Mainz, die im Sommer geräumt wurde. Die „Wir nehmen uns was wir brauchen“-Demonstration vom 13. Oktober in Frankfurt war erst der Startschuss. Wir rufen zu einem stadtweiten Action Day auf, um sich den aktuellen Entwicklungen im städtischen Raum entgegenzustellen und für die Schaffung und Erhaltung selbstorganisierter Räume zu kämpfen.

Deshalb werden wir uns am 8. Dezember die Frankfurter und am 15. Dezember die Freiburger City aneignen. Mit verschiedenen Aktionen werden wir im öffentlichen Raum ein deutlich sichtbares Zeichen für unsere Projekte und Vorstellungen setzen. Wir werden unseren Widerstand gegen die mutwillige Zerstörung unserer Räume ins Herz der Stadt tragen. Kommt alle am 8. Dezember nach Frankfurt! Wir freuen uns über jegliche solidarische Aktionen, die ihr so vielfältig gestalten könnt wie ihr es für sinnvoll erachtet!

Programm

1) 12:00 Stadtspaziergang “Wir schaffen 1,2, 100 autonome Zentren”
Klapperfeld (Klapperfeldstr.5)

2) 12:00-16:00 Infostand
Hauptwache/Roßmarkt

3) 13:30 “Küche für alle” am Infostand
Hauptwache/Roßmarkt

4) 14:00 Vortrag “Einführung in die Kapitalismuskritik”
Ort wird am Infostand bekannt gegeben

5) 15:00 Jonglage und Artistik am Infostand
Hauptwache/Roßmarkt

6) 15:30 Politisches Puppentheater am Infostand, dazu heißer Kaffee und Tee von der TuCa-Crew
Hauptwache/Roßmarkt

7) 16:05 Special surprise
“Das IVI geht - der Schwarze Block kommt!”
Ort wird am Infostand bekannt gegeben

8) 16:30 Reclaim Public Space
“Umsonst und Draußen”-Punkrockshow und Küche für Alle
Ort wird am Infostand bekannt gegeben

9) im Anschluss:
U-Bahn Keyosk: Umtrunk und feiern auf Rädern -featured by the VGF

http://waswirbrauchen.blogsport.de/

Pressespiegel von Waste’nd/Besetzung Schumannstr. 2 am 30.11.2012 November 30, 2012 | 11:26 pm

Zur freundlichen Beachtung:

Ein vorläufiger Pressespiegel

Vorab: Zusammenfassung der Spontandemo von Waste’nd

Pressemitteilungen von Waste’nd:
Pressemitteilung der Gruppe Waste’nd 30.11.2012
Pressemitteilung zur Räumung
Bilder vom Haus
PM: Besetzung der Schumannstraße Nr. 2 wird aufgelöst. Polizeigewalt eskaliert in der B-Ebene der Hauptwache

Pressemitteilung des Ivi:
Soldarität mit den Besetzer_innen der Schumannstrasse. IvI verurteilt Polizeigewalt bei der Räumung

Pressemitteilung des AK Recht:
PM: Mehrere Verletzte durch gewaltsamen Polizeieinsatz bei Hausräumung und Spontandemonstration

Welt:
Linker Protest damals und heute

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
Nach Hausbesetzung Kritik an Polizei
Protest nach Hausbesetzung. Aktion gegen “Gentrifizierung”

Frankfurter Rundschau:
Hausbesetzer gehen freiwillig
Fotostrecke: Hausbesetzung in der Schumannstraße 2
Nach missglückter Hausbesetzung zieht Demo durch Frankfurt

Frankfurter Neue Presse:
Besetztes Haus freiwillig geräumt

hr-online:
Hausbesetzung aufgelöst

Indymedia:
.de: [FFM] Hausbesetzung in der Schumannstraße 2
.linksunten: Schumannstr 2 in FFM besetzt!

youtube:

Wastend - Prügelei an der Hauptwache nach Auflösung der Spontandemo

Westend, du Standort – gib’ Villa! November 30, 2012 | 03:58 pm

Zur freundlichen Beachtung:

Soeben wurde die Schumannstraße 2 im Frankfurter Westend besetzt :) Alle infos:  http://wastend.wordpress.com/

EA-Nummer: 0152 – 143 660 85

http://akrechtunifrankfurt.wordpress.com/

Pressekontakt: 0152-160 754 22

Selbstverwaltete Räume, die auf nicht kommerzieller Basis für politische Arbeit, Veranstaltungen und Partys genutzt werden können, gibt es viel zu wenige. Früher oder später, wenn der Städtebau einmal mehr veranschaulicht, dass der “Standort” weit über den Bedürfnissen der dort lebenden Menschen steht, werden sie von Verdrängungsprozessen eingeholt. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben kostet nicht nur immer mehr Geld, sondern auch die Bereitschaft, die in der Mehrheitsgesellschaft üblichen sexistischen, rassistischen und homophoben Spielregeln zu befolgen. Wer feiern will, ohne Formen von Diskriminierung zu erfahren und die kritische Auseinandersetzung damit sucht, kann eigentlich gleich zu Hause bleiben. Auch wer nicht versteht, warum Essen, Leben, Feiern, Wohnen usw. in einer Welt, deren technische Möglichkeiten längst zur selbstverständlichen Befriedigung dieser Bedürfnisse für alle Menschen auf diesem Planeten genügen würden, stets an einen Tauschakt gebunden ist, stößt auf Unverständnis.

Ohne ein Bewusstsein dafür zu haben, weiß spätestens nach dem Pisa-Leistungsterror und der G8-Reform schon jedes Kind, dass relevant in dieser Welt nur ist, wer durch die Verausgabung seiner Arbeitskraft Wert produziert, der sich im Tausch mit anderen Waren realisieren lässt. Lässt sich bei der Herstellung herkömmlicher Güter im Zuge der Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch maschinelle Produktion nicht mehr genug Mehrwert abschöpfen, werden auch immaterielle Güter wie Bildung oder Gesundheit zunehmend in Warengestalt gepresst und tauschbar gemacht. Wer nicht, nicht unter anerkannten Bedingungen oder nicht “ausreichend” gegen Lohn arbeitet und auch nicht über privates Eigentum an Produktionsmitteln wie Boden, Immobilien oder Maschinen verfügt, büßt seine Möglichkeit zur Mitgestaltung dieser Welt faktisch ein.

Im institut für vergleichende irrelevanz – kurz ivi – wird versucht, dieser bewusstlosen Praxis eine andere – theoriepraxisparty – entgegenzusetzen. Gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur und gegen die Universalisierung der instrumentellen Logik des Warentauschs soll dort praktiziert werden, was seit dem Wegfall der zu autoritären Denkfabriken umfunktionierten neoliberalen Hochschulen als Bildungs- und Politisierungsinstanz anderswo kaum mehr möglich ist: Denken um seiner selbst willen.

Aus Selbsterhaltungsinteresse lässt die herrschende Idiotie dagegen lieber Fakten als Argumente sprechen: Mit dem Verkauf des alten Kramerbaus, in dem das ivi untergebracht ist, gab die Goethe-Universität ihre Toleranz für die Reste nicht-musealer kritischer Theorie in Frankfurt endgültig auf, um ein Haushaltsloch von einer Million Euro zu stopfen. Die dortigen Veranstaltungen werden vom neuen Eigentümer Franconofurt, der seine Interessen auch sonst mit äußerster Aggressivität vertritt, durch die Konstruktion einer nicht-existenten “ivi – Gesellschaft bürgerlichen Rechts” unter Hilfe der willfährigen Justiz und der Polizei verboten. Zukünftig soll geräumt werden, ohne dass die Stadt, die Universität, oder diejenigen Bürger_Innen, deren Irrelevanz noch nicht ausgemachte Sache ist, etwas dagegen unternähmen. Beispielhafter könnte man das Zusammenspiel von Staat, Kapital und pseudofreier Wissenschaft nicht entwerfen.

Aber das ivi ist nicht verkäuflich und es gehört auch niemandem. Es ist Ausdruck der Idee einer lebenswerten Einrichtung der Welt für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Sexualität, Einkommen oder Staatsangehörigkeit. In der Architektur Ferdinand Kramers hat diese Idee eine Wahlverwandtschaft gefunden und sich dort niedergelassen. Ihre Notwendigkeit besteht gerade darin, dass die tatsächliche Welt ihr kaum weniger gleichen könnte:

Wo entgegen der technischen Möglichkeiten im 21. Jahrhundert noch Menschen hungern müssen, weil die Lebensmittelproduktion in ihren Ländern mit der exportsubventionierten Landwirtschaft der kapitalistischen Zentren nicht mithalten kann;

wo der Wohlstand und soziale Frieden in Europa durch die Tode von Flüchtlingen an den abgeschotteten EU-Außengrenzen erkauft wird;

wo im vereinten postnazistischen Deutschland selbst nach der faktischen Abschaffung des Asylrechts 1992 weiter gegen Asylbewerber_innen gehetzt wird und Nazi-Mörder_Innen wie der NSU staatlich subventioniert werden, ohne dass mit der bürgerlichen Grundsätzlichkeit dagegen aufbegehrt wird, mit der Lappalien wie Stuttgart21 kritisiert wurden;

wo deutsche “Linke” noch heute argwöhnisch auf das sich verteidigende Israel blicken und das Treiben der antisemitischen Hamas ignorieren, die in ihrem wahnhaften Bestreben, Israel zu vernichten, auch die palästinensiche Zivilbevölkerung solange terrorisieren wird, bis das letzte Quentchen Vernunft durch Ignoranz oder Identifikation mit den Agressoren zu Wahnsinn geronnen ist;

wo mensch Haushaltsdefizite in Krisenzeiten anklagt, ohne die Kontinuität rassistischer Übergriffe und das sichtbare Erstarken faschistoider Kräfte – nicht nur im griechischen oder ungarischen Parlament, sondern durch weitläufige antidemokratische Tendenzen bis in die Mehrheitsgesellschaften und Institutionen aller europäischen Staaten hinein – eines Wortes zu würdigen;

kurz: wo sich erneut eine autoritäre Zuspitzung der Verhältnisse abzeichnet, reicht ein ivi nicht aus, um mit dem Denken dieser falschen Welt hinterherzukommen.

Ein ivi ist nicht genug. Also öffnen wir heute ein weiteres..

http://wastend.wordpress.com/

EA jetzt während der Turm-VV November 21, 2012 | 12:03 pm

069-79 82 80 95

Alle Infos:
http://akrechtunifrankfurt.wordpress.com/2012/11/20/ea-wahrend-der-turm-vv-am-21-11-2012/

Turm-VV November 19, 2012 | 12:14 pm

21. November 2012
12:00

Vollversammlung der Turm-Fachbereiche

Mi. 21.11. 12:00 Uhr, Turm Foyer, Robert-Mayer-Straße 5

Der AStA ruft in Kooperation mit den Studierenden des AfE-Turms in Kooperation mit den Fachschaften 03 und 04, dem L-Netz, der GEW-Hochschulgruppe und dem TuCa zur Turm-Vollversammlung auf.

Wie alle schon ahnen: im Februar 2013 wird der Umzug an den IG-Farben-Campus stattfinden. Begleitet ist das ganze mit vielen Unklarheiten zur Raumsituation, Infrastruktur und dem Verbleib studentischer, selbstverwalteter Freiräume.
Aktuelle Informationen zeichnen kein gutes Bild von “Europas schönstem Campus”; ein Mangel an Seminarräumen und Fehlkalkulationen bei der Größe der Räumlichkeiten, Containerburgen als Übergangslösung und nach wie vor die problematische Gelderverteilung an unserer Universität.

Zur Klärung vieler offener Fragen und Darstellung der zukünftigen Situation möchten wir euch dazu einladen, an der Turm-Vollversammlung teilzunehmen.

Themen sind: der kommende Umzug der Fachbereiche, die zukünftige Raumsituation und Infrastruktur im neuen Seminargebäude, Container als Seminarraumersatz, die Unterfinanzierung unserer Fachbereiche, Wegfall selbstverwalteter Räume, wie beispielsweise dem TuCa und die Einschränkung des Studiums durch das LSF an den Fachbereichen.

Im Anschluss gibt es Workshops, in denen diese und andere Themen vertieft werden und Handlungsmöglichkeiten ausgearbeitete werden sollen.

[Weitere Informationen folgen...]

Und eine Gruppe auf Facebook: https://www.facebook.com/events/372989549450072/

http://www.fachschaft04.de/?p=521
http://asta-frankfurt.de/termine/vollversammlung-turm-fachbereiche

Veranstaltung: Staatsverschuldung und die Krise im Euroraum October 22, 2012 | 03:30 pm

23. Oktober 2012
19:00

Wir laden euch herzlich ein zu der Veranstaltung „Staatsverschuldung und die Krise im Euroraum“ im Rahmen unserer Reihe: Ökonomiekritik in der Krise.
Sie findet statt am 23.10.12, um 19 Uhr im Insitut für vergleichende Irrelevanz (IvI, Kettenhofweg 130, FfM).

Hier die Ankündigung:

Immer mehr Länder im Euroraum bekommen Probleme, ihre Staatsverschuldung in gewohnter Weise abzuwickeln. Um Vertrauen bei den Finanzmärkten zu schaffen werden staatliche Verarmungsprogramme aufgelegt, die ihresgleichen suchen. Zugleich werden von den potenten Ländern noch mehr Schulden gemacht und die große Frage ist nun, wann sich das Misstrauen auch gegen diese Länder richtet. Politiker wie Bürger wünschen sich überwiegend nur eins: „Es“ soll wieder so funktionieren, wie vor der Krise. Damit das klappt, sorgen die Regierungen für Lohn-, Renten-, und Sozialstaatskürzungen auf breiter Front. Aber was ist dieses „Es“? Im ersten Teil des Vortrags soll dieser Frage nachgegangen werden, indem grundlegende Prinzipien der Staatsverschuldung erklärt werden, wie sie vor der Krise üblich waren. Woher kommt die immense Freiheit des Staates beim Schuldenmachen? Welche politische und ökonomische Logik folgt dann aus dem angesammelten Schuldenberg? Zeigt sich nicht bereits daran, die Feindlichkeit gegenüber der Bedürfnisbefriedigung? Das Thema Staatsverschuldung soll Schritt für Schritt erklärt werden, um überhaupt mal einen theoretischen Fuß in die Tür zu kriegen. Das Problem des Normalsterblichen ist ja, dass man sich mit der Sache erfahrungsgemäß kaum auskennt und einem bei haushaltspolitischen Grundsätzen wie „Schuldentilgung am Kreditmarkt durch Kredite vom Kreditmarkt” einfach schwindelig wird.

Im zweiten Teil soll dann der Krisenverlauf behandelt werden. Was ist los, wenn die Finanzmärkte das Vertrauen in einen Staat verlieren? Was hat das mit dem Euro zu tun? Wofür werden die Massen in Europa durch die Politik verarmt? Für Zwischenfragen und Diskussion wird es genügend Raum geben.

Literaturtipp:
http://junge-linke.org/staatsverschuldung-und-die-krise-im-euroraum-alle-teile

Alle Infos: http://campusantifa.blogsport.de/

EA-Nummer und Route für heute October 13, 2012 | 10:30 am

EA-Nummer für den 13. oktober 2012 : 069 – 79 82 80 95

Alle Infos: http://akrechtunifrankfurt.wordpress.com/2012/10/08/ermittlungsausschuss-am-13-oktober-2012/

Ticker:
http://twitter.com/ivi_frankfurt
Route:
Kaisersack - Kaiserstraße - Gaöllusanlage - Willy-Brand-Platz - Weißfrauengasse - Münzgasse - Limpurg-Gasse - Römerberg - Neue Kräme - Berliner Straße - Katharinenpforte - Roßmarkt - Große Bockenheimer Straße - Opernplatz - Taunusanlage - Mainzer Landstraße - Friedrich-Ebert-Anlage - Senckenberganlage - Bockenheimer Landstraße - Bockenheimer Depot - Campus

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Aufruf des Haus Mainusch, des Ivi und der Oberen Austraße 7
Aufruf des AStA der Uni Frankfurt

Zwei weitere Jingles für die Demo am Samstag October 11, 2012 | 01:56 am

jingle #2

Jingle #3

Jingle für die Demo am 13. Oktober 2012 October 6, 2012 | 12:24 am

Jingle für die Demo am 13. Oktober 2012

Jingle für die Demo am 13. Oktober 2012

Mieten? Ja, wat denn?? .2 October 1, 2012 | 09:53 am

8. Oktober 2012bis14. Oktober 2012

Mieten? Ja, wat denn?
AStA-Indoor-Camp vom 8.-14. Oktober 2012

mjdw-ausenDie Uni geht los und Du hast immer noch keine Bleibe in Frankfurt gefunden? Jetzt musst Du jeden Tag von außerhalb in die Stadt pendeln? Ätzend, besonders in der Woche vor Semesterstart, wenn man sich orientieren will und ohnehin schon alle Hände voll zu tun hat. Wenigstens in dieser Woche wollen wir, der AStA, Dich auch in diesem Jahr aus der Misere befreien, eine Übernachtungsmöglichkeit bieten und damit auch auf die unerträgliche Wohnungspolitik in Frankfurt aufmerksam machen.

Deshalb laden wir Dich ein, die Orientierungswoche mit uns im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim zu verbringen. Von hier aus erreichst Du Deine Einführungsveranstaltungen schneller, kannst auf Wohnungssuche gehen, hier gibt es eine WG-Börse, Frühstück und Abendessen. Außerdem werden Filme gezeigt, Workshops und Barabende veranstaltet. Auch wenn Du schon ein Dach über dem Kopf hast, lohnt es sich also, vorbeizuschauen!
Wo: Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim, Mertonstraße 26, Frankfurt

Wann: Anreise am 08.10. ab 10:00 Uhr – Abreise am 14.10. gegen 10:00 Uhr

Mitbringen: Schlafsack, Isomatte, kein (!!!) Zelt

P.S.: Bevor ihr kommt, möchten wir euch noch auf eine Sache hinweisen: wir möchten, dass es für alle Teilnehmenden ein schöne Woche wird. Deshalb haben wir Platz für alle Menschen mit und ohne Wohnraum, aber KEINEN Platz für jede Form von Rassismus, Sexismus, Homophobie oder anderen Diskriminierungen.

Damit wir die Übersicht behalten und entsprechend planen könne, wäre es schön, wenn du uns per Mail kurz Bescheid sagen könntest, dass du kommst:

mietenjawatdenn@asta.uni-frankfurt.de

http://mietenjawatdenn.wordpress.com/

Wir sind auch auf Facebook unter: www.facebook.com/events/152431504894822/

Programmflyer (*.pdf)

Eine Veranstaltung des AStA der Uni Frankfurt

Unterstützt durch:
Café KoZ
campusantifa
Initiative Zukunft Bockenheim
Institut für vergleichende Irrelevanz (Ivi)
Offenes Haus der Kulturen e.V.

Mobilisierungsmaterial für den 13. Oktober September 28, 2012 | 02:23 pm

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Für die Mobilisierung zur Demo am 13. Oktober haben sich mehrere Aktivist_innen zusammen gefunden um in einer nächtlichen Spaßguerillia-Aktion ein zeichen für Ivi, Mainusch und Obere Austrasse 7 zu setzen!

Verbreitet die Bilder gerne weiter!

Den gemeinsamen Aufruf des Haus Mainusch, der Oberen Austraße 7 und des Ivi findet ihr hier

Flyer und Plakate gibt es in echt dann nächste Woche <3

Widerstand und „Widerstand“ in Griechenland heute September 9, 2012 | 08:58 am

12. September 2012
20:00

preview_1Deutschland demonstriert zurzeit mit Post-Wiedervereinigungsstärke, wer in Europa das Sagen hat und wie die klimatische Selektion in gute und böse Länder vonstatten zu gehen hat (faule Südländer, fleißige Nordländer). Dies mit tatkräftiger Unterstützung geschlossener Reihen der Population samt ihrer politischen Formationen. Das ist der traditionelle völkische Vorgang mit erprobtem rassistischen Praxisbezug. Selbstverständlich sollte es sein, dass man/frau persönliche unmittelbare Gegnerschaft bzw. Widerstand dagegen leistet, verbal und praktisch. Was aber nicht eine automatische Selbstverständlichkeit ist, ist, dass jede der Form nach widerständige Aktion der Massen in den betroffenen Ländern zu heroischem Aufstand verklärt und sich mit denen solidarisiert wird. Es sei denn, die reale gesellschaftliche Situation wird im Bewusstsein ausgeblendet, um die brennenden Barrikaden als Projektion der eigenen Ohnmächtigkeiten politisch und sozial nutzbar zu machen. Solidarität kann nur aus Inhalten entstehen und aus nichts anderem. Anderenfalls führt diese Solidarität zur Stärkung der vor Ort explodierenden rassistischen, antisemitischen und chauvinistischen Exzesse, wie sie seit einiger Zeit in Griechenland stattfinden.

Der Syntagma Platz als Ort und Kristallisationspunkt der Contra Rebellion oder die Volkssynthese
Die Realität in Griechenland spricht genau diese Sprache: Täglich finden Angriffe gegen MigrantInnen und Flüchtlinge statt. Die erdrückende Mehrheit der griechischen Gesellschaft und die griechische Polizei machen das Leben der dort lebenden „Nicht-Griechen“ zur Hölle. Es ist absolut kein Widerspruch, sondern eine Einheit, gegen das „Spardiktat“ der EU und der Troika und gegen die „Fremdkörper“ mit der gleichen Militanz vorzugehen. Linksradikale säubern ihre Stadtteile von Junkies und Dealern, Rechtsradikale von MigrantInnen.
Allein innerhalb von 17 Tagen im Juni fanden über 300 Angriffe mit Schwerverletzten und traumatisierten MigrantInnen statt. Der Monat August war sehr heiß, besonders für die Roma. Hunderte Bürger, unterstützt von der Polizei und den Neonazis des „Goldener Morgen“, überfielen Roma-Siedlungen in Aitoliko. Eine ganze Nacht dauerten die Straßenschlachten. Drei Tage später hat der Mob in Rio die dort campierenden Roma angegriffen, um sie zu vertreiben. Innerhalb von drei Tagen in der ersten Augustwoche verhaftete die Polizei in militärisch organisierten Razzien über 6000 MigrantInnen und Flüchtlinge. Das Volk atmete auf.
Gewiss, die ökonomischen Zustände haben zu einer Instabilität des finanziellen Gefälles gegenüber den MigrantInnen geführt; auch wenn dies bei weitem nicht so der Fall ist, wie es von MigrantInnen gewünscht wäre, da sie froh wären, wenn sie den Stand der nun Deklassierten erreichen könnten. Umso deutlicher aber stabilisiert sich der rassistische Alltag. 86% waren vor der sogenannten Krise in GR gegen „Ausländer“, während der Krise auch. Mit dem qualitativen Unterschied, dass dieser Volkswille bei den letzten Parlamentswahlen mit 20 %-igem Stimmenanteil der Neonazis (Goldener Morgen) und anderer Faschisten (Unabhängige Griechen, LAOS usw.), auf der legislativen Ebene verfestigt wurde – bei gleichzeitigen Höhepunkten der rassistischen Angriffe. Von dem antisemitisch veranlagten Hoffnungsträger (auch der hiesigen Linken), dem Linksbündnis SYRIZA, ganz zu schweigen. Von der Lüftung dieser und anderer Geheimnisse handelt die Veranstaltung mit der Gruppe „Antifa Casa del Campo“, einer Athener Antifa-Gruppe aus griechischen und migrantischen AntifaschistInnen. Ihr Motto: „Der Feind ist das eigene Land“.

Frankfurt: IVI (Institut für vergleichende Irrelevanz), Kettenhofweg 130 - Uni Campus Bockenheim, 60325 Frankfurt am Main
Hamburg: Rote Flora. Achidi-John-Platz 1 - Ex-Schulterblatt 71, 20357 Hamburg
Bremen: Infoladen, St. Pauli Str. 10-12 (Ostertor), 28203 Bremen
Moderation: Café Morgenland

Zum Lesen:
http://www.cafemorgenland.net/archiv/2004/2004.10.03_Jagdsaison_de.htm
http://www.cafemorgenland.net/archiv/2005/2005.12.16_Der%20versteckte%20Charme.htm

Zum Hören:
http://www.freie-radios.net/49074