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How war look like April 29, 2017 | 12:10 am

Was meint der Krieg gegen die IS (in Irak)?

Die Bilder zeigen eine Welt der Zerstörung, des Krieges, des Leids. Und es sind (wieder einmal) kurdische Einheiten, deren Aktivität gezeigt wird. Zu sehen ist wenig oder gar nichts neues, gewiss. Vielleicht ist es nur eine Aktualisierung der Erinnerung an die in solchen Umständen lebenden Menschen – Kinder und Alte – und deren Gesichter und Lebenswirklichkeiten.

Zu sehen sind sowohl die Bilder welche wir vermutlich alle erwarten – Leichen, Tunnel und Trümmer. Daneben gibt es aber auch anderes zu entdecken – eine wild und laut schreiende Schar von Schulkindern etwa oder den (über seiner Uniform) eine Lederjacke tragenden Kommandeur. Ein leicht fühlbare Heroisierung der Waffe tragenden Kämpfern und Kämpferinnen (welche wir in Aktion sehen) erlebt am Ende eine scheinbare Kehrtwendung um eine Distanz zu schaffen, die so zuvor nur bedingt existierte. Die Wendung bleibt jedoch wörtwörtlich hintangesetzt. Nichts desto trotz – sehenswert! Oder: How war can look like. Länge: 55 Minuten, Anfang 2017, deutsche Tonspur (online bei yt).

Es dauerte vom 17. Oktober 2016, dem ersten Tag der Schlacht um Mossul, bis Mitte Januar 2017, bis der Osten der Stadt endlich aus den Fängen Terrorregimes des IS befreit war. Zwischen diesen beiden Ereignissen kehrten Bernard-Henri Lévy und sein Team immer wieder an die Front zurück, zu den kurdischen Soldaten und auch zu den irakischen Spezial-Einheiten. (src)


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Im Zweifel dagegen March 15, 2017 | 12:57 am

Vor einiger Zeit wurden „No Tears for Krauts“ Halle auf dem in Leipzig weltbekannten „Sprachlos-Blog“ (sprachlos-blog.de/no-ears-for-krauts) angegriffen. Der Grund: Wir hatten uns mit dem Conne Island solidarisiert, dem wegen seiner Stellungnahme zu sexuellen Übergriffen durch Migranten in linken Kreisen Rassismus … Weiterlesen

Wer schweigt, stimmt zu! February 10, 2017 | 07:26 pm

In der aktuellen Ausgabe des CEE IEH #238 verteidigt die AG »No Tears for Krauts« das Conne Island gegen seine Freunde. Im Folgenden ist der Artikel dokumentiert: Wer schweigt, stimmt zu! Eine Verteidigung des Conne Island gegen seine Freunde Es … Weiterlesen

Audio: Tabuisierte Selbstverständlichkeit January 28, 2017 | 02:37 pm

Tabuisierte Selbstverständlichkeit Wie Alltagsislam und Islamismus zusammenhängen und warum Antifaschismus ohne Islamkritik zur Lüge wird. Vortrag von Uli Krug am 28. Juni in Berlin (via redaktion-bahamas.org/audio-archiv) Die Situation ist ebenso bedrohlich wie grotesk: Denn an sich sollte überhaupt nicht zur … Weiterlesen

Protest vor dem Max-Planck-Institut Halle: Israelhass ist keine Diskussionsgrundlage. Kein Forum für Finkelstein! January 24, 2017 | 12:42 pm

Nachdem bereits in der vergangenen Woche gegen die Protektion des Antisemiten Finkelstein durch das Max-Planck-Institut Halle protestiert wurde, haben am 23.01.2017 erneut ca. 50 Personen vor dem MPI demonstriert. Die Teilnehmer der Protest-Kundgebung unter dem Motto „Gegen Antisemitismus und Israelhass“ … Weiterlesen

Max-Planck-Institut protegiert Leugnung des antisemitischen Terrors der Hamas January 18, 2017 | 02:21 pm

Norman Finkelstein wurde vom Ethnologischen Max-Planck-Institut Halle eingeladen um mehrere Veranstaltungen abzuhalten. Gegen den Gastbesuch versammelten sich ca. 50 Demonstranten. Das Leipziger Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus verteilte Flugblätter an die Teilnehmer des ersten Vortrags und forderte wie auch das … Weiterlesen

Im Diskurs sind alle Katzen grau October 26, 2016 | 02:15 pm

Folgender Text wurde gestern im Conne Island in Leipzig verteilt. Anlass war ein Vortrag eines hallischen Nahostexperten. Der Grund für das Flugblatt ist allerdings das Conne Island selber: [ Flugblatt als PDF ] Liebe Nahostexperten, selbstverständlich wollt ihr nicht verpassen, … Weiterlesen

Aufbau Mittelost June 16, 2016 | 03:30 pm

Das Bündnis gegen Antisemitismus Halle veranstaltete am 16.06.2016 eine Kundgebung gegen den Empfang des iranischen Botschafters durch die CDU-Mittelständler in Halle. Im Folgenden dokumentieren wir das Flugblatt der AG No Tears for Krauts, das auf der Kundgebung verteilt wurde. Flugblatt … Weiterlesen

Bonjour Tristesse #20 May 17, 2016 | 03:04 pm

Die Frühjahrsausgabe der Bonjour Tristesse ist draußen und online. An den bekannten Orten in Halle, Leipzig und Dessau liegt die aktuelle Ausgabe #20 gedruckt aus. Hier geht es zur Online-Ausgabe: bonjourtristesse.wordpress.com Download [PDF]

Raus aus der Scheiße: Ende der Antifademo durch das Drecksnest Bornhagen | 5. Mai 2016 May 9, 2016 | 02:54 pm

Weil es so schön war, der dörflichen Idiotie zu entsagen, hier nochmal ein Video vom Ende der Demo durch das Drecksnest Bornhagen. Es spielten die Bands: NTFK, ADAB, GEKO „Straight to hell! Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der … Weiterlesen

Redebeiträge zur Demonstration „Straight to hell!“ in Bornhagen May 6, 2016 | 12:36 pm

Die Redebeiträge zur Demonstration „Straight to hell!“ im thüringischen Eichsfeld können hier nachgelesen werden. Redebeitrag AG NTFK Halle [PDF] Redebeitrag GEKO Halle [PDF] Redebeitrag ASSOCIATION PROGRÈS [EXT] Wer vom Islam nicht reden will, sollte auch von der AfD schweigen Redebeitrag von … Weiterlesen

In Halle werden die Dummen nicht alle! April 2, 2016 | 01:01 pm

Nachdem gestern der hallische Außenminister Hans Dietrich Genscher verstarb, begann prompt der obligatorische Chor der ergriffenen Laudatoren von der Größe des Staatsmannes etc. zu schwärmen. Dem schließen wir uns selbstverständlich nicht an. Wir bleiben bei dem, was wir schon 2012 … Weiterlesen

Trutzburg Würzburg March 16, 2016 | 08:00 pm

Die Vergangenheitsbewältigung trägt in Würzburg derart anachronistische Züge, dass man zumindest in dem Punkt das Gefühl bekommt, die Berliner Republik sei an der Stadt spurlos vorbeigezogen. Kernstück des Würzburger Opfermythos ist die zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer der Bombardierung der … Weiterlesen

Flugblatt: Faszination Klerikalfaschismus February 18, 2016 | 08:00 pm

Das Flugblatt wurde bei der Veranstaltung unter dem Titel »Unterwegs auf der ‚Achse des Bösen‘ – Gesichter des Iran«, zu der das Gemeindehaus St. Norbert in Halle geladen hatte, verteilt. Laut Ankündigungstext wollten die Vortragenden „versuchen einen eigenen, persönlichen Blick … Weiterlesen

Der Fall Mollath January 27, 2016 | 04:57 pm

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Titelbild der Titanic mit Kanzlerin Merkel als Gustl Mollath. (screenshot)

Viel wurde geschrieben zum Fall Mollath.

Und diskutiert.

Zu sehen gab es auch einiges.

Ende des Jahres 2015 lief im Bayerischen Fernsehen ein behutsamer und von den Bildern her beeindruckender Film zur Person und den Ereignissen welche einige Jahre immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Es ist ein persönliches Schlaglicht auf einen Menschen der Zwangstherapiemaßnahmen am eigenen Leib erfahren hat. Die ARD hat sich in der Reihe Radiofeature auch schon mal damit beschäftigt – ein klein wenig kritisch wirkt der Beitrag „Dunkelkammer Psychatrie“ (download, ca 55 Min.)

mollath_doku_nachthimmel_ikl959Nachthimmel im Zeitraffer (screenshot)

Zurück zum Film: Es ist beeindruckend den Schilderungen der Erlebnisse hinter den geschlossenen Mauern zu lauschen (wie etwa der Arzt in der Nachbarzelle für Ruhe sorgt). Dabei nimmt dies in der Dokumentation von Annika Blendl und Leonie Stade nicht nur zeitlich untergeordnete Rolle ein – was konkret in solchen Einrichtungen passierte und passiert. Um so absurder wirkt die Welt jenseits dieser Mauern. Der Versuch Mollaths in die „Normalität“ zurückzukehren – die es vorher nicht gab und auch danach nicht gibt – wird hingegen sehr konkret. Mit dem Leben in Gefangenschaft wurde er entmündigt, Dinge verschwanden (wie das Grab seiner Familie auf dem Friedhof in Nürnberg). Wiedergutmachen kann man das nicht. Diese Welt ist es nicht.

Die Kritik Gustl Mollaths an den alltäglichen Mechanismen findet sich gleich zu Beginn des Film – etwa wenn er sich in einer Einkaufspassage wundert wieso eine Hose weniger als 10€ kosten kann während woanders Millionen unter dem Tisch verschwinden. Es sind die kleinen Dinge welche seine Aufmerksamkeit bekommen. Mit viel Verstand und ein wenig Witz erlebt der Zuschauer einen Menschen der um sein Recht kämpft und das erfahrene Unrecht als Räderwerk durchlebte ohne dabei apathisch geworden zu sein.

Sehr einprägsam das Beispiel zu den psychatrischen Gutachten, welche nach Aussage eines Gutachters bis zu 60% Falschdiagnosen darstellen. 50% Falschdiagnose sei kein Fortschritt meint Gustl Mollath zu Recht und belegt dies mit einer fallenden und verschwindenden Münze vorm Dom…

Beeindruckend die exakten Formulierungen des Protagonisten und deutlich fühlbar dessen wachsendes Misstrauen gegenüber seinem Verteidiger, den er nur als weiteren Funktionsträger identifiziert. Dass in dem Film verschiedene Seiten und Ansichten (etwa von Journalisten) zu Wort kommen bereichert dieses Dokument. Recommended to watch!

yt_Mollath_Doku_watch_v=PC6EgHlhf9I_(Blendl/Stade; D 2015; 87 Min.; Link zur Doku auf yt. )

Zu finden auf yt auch noch ein Gespräch mit den Autorinnen der Dokumentation „Mollath – Und plötzlich bist du verrückt“ Annika Blendl und Leonie Stade bei MünchenTV.


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saucers_flying April 14, 2014 | 02:45 pm

Fliegen ist einer der menschlichen Träume welcher auch zukünftig vital bleiben wird. Im 21. Jahrhundert wird die Menschheit was das Fliegen anbelangt eine neue Qualität entwickeln – sowohl die Effizienz als auch Technik betreffend. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nach alternativen Flugmodellen gesucht, heute schweben tatsächlich Menschen in fliegenden Untertassen über unseren Köpfen. UFO_test-flight_earth_ikl959.comEine sehenswerte Dokumentation (in englisch) über den aufgeladenen Mythos und die praktische Realität fliegender Untertassen (etwa auch beim Militär).

UFO_yt=rZ8GjzwSpQo_ikl959.comwatch: National Geographic – The Truth Behind UFOs (lang. engl.),45 Min 2011 on yt


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TPB AFK January 19, 2014 | 10:35 am

The Pirate Bay away from keyboard” ist der Titel einer sehenswerten Doku, welche die Aktivisten rund um die in Skandinavien befindlichen Trackerserver von Pirate Bay zu Wort kommen lässt. Und deren Leben dokumentiert. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Films auf der juristischen Auseinandersetzung, welcher sich brokep, Tiamo und Anakata ausgesetzt sahen.tpb_afk-yt_ikl959.comEtwa vier Jahre wurde an der Dokumentation gearbeitet, bis der Film schließlich Anfang 2013 veröffentlicht wurde. Wo die Protagonisten recht haben ist die Realität, welche sie dem Internet zu schreiben. Mehr zum Film bei wkpdia. watch it on yt (2013, Simon Klose, S, N, DK, 83 Min)


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VW-Komplex May 12, 2013 | 08:50 pm

Ein sehenswerter, da in seiner Form und Umsetzung überaus ästhetisch und (manchmal alles andere als) kleinteilig, kritischer und fast zeitloser Film (der unausweichlich ein Abbild seiner Entstehungszeit ist, der jedoch die industriellen Prozesse und Entwicklungen markant heraus präpariert welche noch heute wirken) ist eine Dokumentation von Hartmut Bitomsky: Der VW-Komplex (1989). vw_komplex-das_volkswagen_werk_und_die_deutsche_arbeitsfrontEin Blick in die Vergangenheit und Anfänge der Autofabrik ist ebenso enthalten wie ein Blick in die Zukunft. In der Dokumentation von Bitomsky geht es um einen VW-Komplex – so wird auch die Architektur und Stadtplanung der (als wenig lebenswert dargestellten) Autostadt Wolfsburg gezeigt. In Analogie zu den ersten Filmaufnahmen der Cinematographie (Arbeiter verlassen die Fabrik, der Gebrüder Lumiere) werden Arbeiter beim Verlassen der VW-Fabrik Ende des 20. Jahrhundert gezeigt. Es scheint sich zunächst nichts geändert zu haben. Der Arbeiter wird gezeichnet im Spannungsverhältnis zwischen seinem Dasein als Individuum und der gesichtslosen arbeitenden Masse. Die Frage nach der Erwerbsarbeit und dem Verhältnis zu den Menschen entwickelt sich zu einer immer wieder zu findenden Fragestellung. Immer wieder wird auch das Spannungsverhältnis der stetigen Technisierung und Enthumanisierung der Industrie offenbart – der Mensch in Konkurrenz zur Maschine (oder umgekehrt?).

Die Werkstätigen sind VWs stärkste Kundenschicht. Ein Zehntel der Produktion geht an sie. Mit jedem Arbeitsplatz der irgendwo abgebaut wird geht ein potentieller Autokäufer verloren. [...] Ein Verkehr lässt sich vorstellen, der Autofahrer nicht mehr benötigt, ebenso die Autofabrik, den Arbeiter. Es gibt den Zusammenhang von Autofahren und Industriearbeit.

Es verschwinden nicht nur die Arbeitsplätze, es verschwindet die Arbeit selbst. Was damit verloren geht ist noch gar nicht auszudenken. (src: VW-Komplex)

vw_komplex-kaefer_und_arbeiter_Gewiss ist die Diskussion um Erwerbsarbeit und Industrialisierung kein neues Themenfeld. Mit dem von heute aus gesehen Zeitsprung um über zwanzig Jahre zurück wird der offensichtliche Grad menschlicher Abhängigkeit (richtiger: der Industrieproduktion) von der Robotik um einiges eindrücklicher. In der Dokumentation werden die Besonderheit (die Nazis finanzierten sich über Anlagen von privaten Einzahlern ihre Kübelwagen für die Front; zunächst waren Zwangsarbeiter eine billige auszubeutende Arbeitskraft) und der spätere und anhaltende Erfolg des deutschen Projekts Volkswagen nach gezeichnet, hinterfragt, angedeutet. Film (D 1989, 90 Min.) derzeit noch hier zu finden.


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Nicht dazugehören July 30, 2012 | 08:05 pm

Der Todestag von Peter Weiss jährt sich zum dreißigsten Mal. Ein auf Youtube verfügbarer Dokumentarfilm beleuchtet sein »Leben in Gegensätzen«.

Von seinem bildnerischen Werk – das wohl zum Großteil immer noch verschollen ist – über seine filmischen Arbeiten – verdienstvoll, dass der Suhrkamp Verlag zumindest eine Auswahl der Filme wieder zugänglich gemacht hat – bis zu den schriftstellerischen und Theaterarbeiten hat Peter Weiss seine künstlerischen Arbeiten stets als solche »auf Widerruf« verstanden wissen wollen und somit ein umfassendes wie unabgeschlossenes Oeuvre hinterlassen, das, durch allen Formwechsel, Phasen des Experiments, der Sprachfindung, der Politisierung hindurch, kontinuierlich der Frage nachgeht, wie angesichts auswegloser Hoffnungslosigkeit doch noch Hoffnung sein könne.

Die Dokumentation »Der Unzugehörige. Peter Weiss – Leben in Gegensätzen« von Ullrich Kasten aus dem Jahr 2003 ist auf Youtube in voller Länge abrufbar. Der Film portraitiert den politischen Künstler Weiss und zeichnet dessen Biographie, die gesellschaftlich vermittelten individuellen Erfahrungen nach, von der Erfahrung des Exils bis zu derjenigen der Nichtidentität sei’s in West‑ oder Ostdeutschland, sei’s im Literaturbetrieb oder in politischen Zusammenhängen. Weiss blieb ein Isolierter, eben ein Unzugehöriger und wurde zwischen kleinen und großen Blöcken beinahe zerrieben, ausgestoßen mal von der einen, mal von der andern Seite und andererseits hier wie dort zerstörerisch umarmt.

Der Titel der Reihe freilich, in welcher der Film gezeigt wurde und der den Lebenslauf von Weiss post mortem zu einem deutschen erklärt, hat etwas von jener anmaßenden Schamlosigkeit, die den Entronnenen und Exilanten im Nachhinein zu einem macht, der dazugehörte. Stattdessen hat wahrscheinlich gerade die Entfremdung Weiss‘ sein auf die Einlösung vergangener Hoffnung zielendes Urteil über die Gegenwart beflügelt.

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Massenselbstmord. January 15, 2012 | 08:07 am

In „Jo­nes­town“, einer 1974 von Jim Jones (s. Foto), dem Füh­rer des „Peop­les Temp­le“, ge­grün­de­ten Sied­lung im Nord­wes­ten Gu­ya­nas, kam es am 18. No­vem­ber 1978 zum Mas­sen­mord be­zie­hungs­wei­se Selbst­mord von 909 Mit­glie­dern Einwohner_innen, die alle der chrstlichen Sekte angehörten. Der von Jim Jones ge­grün­de­te „Peop­les Temp­le“ gab sich nicht nur eine christ­li­che, son­dern auch eine so­zia­lis­ti­sche Pro­gram­ma­tik und be­rief sich unter an­de­rem auf Karl Marx und Fidel Cas­tro. Jim Jones sah sich selbst als christ­li­chen So­zia­lis­ten. Ende 1978 rief er zum „re­vo­lu­tio­nä­ren Selbst­mord“ auf.

Im No­vem­ber 1978 be­such­te der US-​Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te Leo J. Ryan mit einer Grup­pe von Journalisten „Jo­nes­town“, um den Ge­rüch­ten über Ver­bre­chen in „Jo­nes­town“ nach­zu­ge­hen. Jones und viele sei­ner An­hän­ger_in­nen ver­such­ten alles, um die Be­su­cher zu be­hin­dern und den Ein­druck zu er­we­cken, es sei alles in Ord­nung. Dies miss­lang.

Sechs­zehn Ge­mein­de­mit­glie­der baten Ryan beim Ab­schied, sie mit­zu­neh­men. Fa­na­ti­sche Jo­nes-​An­hän­ger_in­nen grif­fen dar­auf­hin das start­be­rei­te Flug­zeug an, tö­te­ten Ryan, drei Jour­na­lis­t_in­nen, einen Ka­me­ra­mann und drei Ab­trün­ni­ge. Wei­te­re 11 Men­schen wur­den zum Teil schwer ver­letzt. Nach die­sen Er­eig­nis­sen rief Jones seine Mit­glie­der zu­sam­men:

„Wenn man uns nicht in Frie­den leben lässt, so wol­len wir je­den­falls in Frie­den ster­ben. Der Tod ist nur der Über­gang auf eine an­de­re Ebene“.

Ins­ge­samt kamen 913 der 1110 Mit­glie­der, dar­un­ter 276 Kin­der, die er­mor­det wur­den, ums Leben.

Gegen die his­to­ri­schen Fak­ten agru­men­tie­ren im üb­ri­gen ei­ni­ge Ver­schwö­rungs­ideologen, die die Ereignisse benutzen um merkwürdige Verschwörungstheorien zu propagieren. Sie be­haup­ten, dass Jim Jones als Agent des CIA agier­te oder des­sen Opfer war. Die Toten seien das Er­geb­nis an­geb­li­cher „Mind Con­troll“ Ex­pe­ri­men­te durch die CIA.

Die rea­len Er­eig­nis­se, die in Deutschland kaum bekannt sind, zeigt die se­hens­wer­te Do­ku­men­ta­ti­on „Jo­nes­town“. Diese kann man sich hier an­schau­en: