Nachlese April 23, 2014 | 02:59 pm

Die Friedenskooperative hat 53 Ostermarschreden veröffentlicht die am Friedenswochenende in ganz Deutschland gehalten wurden:

- in 38 Reden wird Syrien gar nicht erwähnt
- in 12 Reden wird Syrien nur im Zusammenhang mit Geopolitik benannt. – in 3 Reden wird auf die syrische Flüchtlingssituation eingegangen
- und 2 Reden adressieren die humanitäre Situation im Land (die selben Reden die auch die Flüchtlinge erwähnen).

Fahrradfahrt zu Stätten nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Neukölln April 23, 2014 | 12:45 pm

Sonntag 27.04.2014 16h Infopunkt Tempelhofer Feld, Eingang Columbiadamm

Neukölln ist ein Ort wie viele andere. Auch hier, im Süden der Stadt Berlin, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus tausende Zwangsarbeiter_innen aus der Sowjetunion, Polen, Frankreich und den Niederlanden ausgebeutet. Dies geschah in Industriebetrieben, in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in Kirchengemeinden und in Privathaushalten. In Deutschland mochte man sich nach Kriegsende mit dem Verschwinden der Opfer häufig an diese nicht mehr erinnern. Für die ehemaligen Zwangsarbeiter_innen blieben die Erfahrung der Verschleppung nach Deutschland, das Erleben von Gewalt sowie die gesundheitlichen Folgen der Zwangsarbeit lebenslang prägend. Mit einer Radfahrt wollen wir an das Verbrechen der NS- Zwangsarbeit sowie an dessen Opfer, an die Täter und die Zeugen erinnern. Wir werden Orte besuchen, an denen Zwangsarbeiter_innen lebten und arbeiteten und über Zwangsarbeit im Allgemeinen und Zwangsarbeit in Neukölln im Besonderen sprechen. Aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre bitten wir um Anmeldung.

Wer auf Grund von z.B. Bewegungseinschränkungen oder Behinderungen nicht Fahrrad fahren kann, kann dies bei der Anmeldung angeben. Wir versuchen eine individuelle Lösung zu finden.

Anmeldung: befreiung-neukoelln@riseup.net
Dauer: 1,5 – 2h.
Referent_innen: Naturfreunde Berlin (FG Politik)

Daily reports of chlorine gas April 23, 2014 | 11:33 am

In recent days, the Syrian military continues its attempts to break the spirits of the rebels near Damascus and the northern part of the country via non-stop bombings.  In the last 20 days, explosive barrels were dropped on top of homes across Damascus.  The situation in Aleppo is more difficult, as whole streets have been eliminated due to the bombings.

“These poor people and children have been killed by the planes,” a boy stated around collapsed residential buildings following the non-stop bombings. “They lost consciousness and didn’t wake up anymore.”

In addition, almost daily, the rebels report about the use of chlorine gas by Assad’s forces. In the suburbs of Idlib, the rebels documented a barrel that contained poisonous materials and also, the citizens receiving medical treatment after being harmed by it. Their injuries included involuntary movements, headaches, and suffocation.

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Technik und Komposition April 23, 2014 | 07:49 am

Der Notenwender. Seit ich aus beruflichen Gründen öfter kammermusikalische Konzerte besuche und somit die Möglichkeit habe Musikern bei Stücken, die ich vorher nur in Aufzeichnung gehört habe, auf die Finger zu sehen, stellt sich für mich verstärkt die Frage nach der Bedeutung der Technik für die Komposition. Dabei denke ich jetzt gar nicht an solche […]

drummer April 22, 2014 | 10:56 pm

puppets_streetart_halle_ikl959.com(sad huge and angry small drummers; seen in Halle/Saale)


Einsortiert unter:das leben in der stadt, Foto/Bild, ist das kunst?, normal vs. strange, pic of the day Tagged: graffito, halle/Saale, streetart

Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin April 22, 2014 | 08:04 am

Isch resch mich jetz nett uff....

Jahrzehntelang hat die „neue Frauenbewegung“ ein positives Bild von „der Frau“ im NS gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufseherinnen, Fürsorgerinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgrenzung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden begeistert mitwirkten, werden sie in feministischen Schriften oft auch als auf die Mutterrolle reduzierte „Gebärmaschinen“ dargestellt – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr. Handelt es sich um einen spezifisch feministischen Antisemitismus, wenn Matriarchatsforscherinnen dem Judentum und seinem historischen „Ausmordungsprogramm“ die Schuld an der Zerstörung des Matriarchats geben und es als besonders patriarchale Religion imaginieren? Der Bogen reicht bis Judith Butler, die nicht mehr vom „alten Israel“ spricht, sondern alles Schlechte im heutigen, rassistischen, vom Siedlerkolonialismus und Reinheitsvorstellungen geprägten, auf Vertreibung basierenden, illegitimen Staat Israel verortet, der aufgrund anhaltender „Deportationen“ und des „konzentrierenden Kolonialismus“ ebenfalls selbst Schuld an der ihm drohenden Zerstörung sei.
Ljiljana Radonic ist Lehrbeauftragte am Wiener Institut für Politikwissenschaft und forscht über den Zweiten Weltkrieg in post-sozialistischen Gedenkmuseen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Relevante Publikationen: Die friedfertige Antisemitin? Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus, Frankfurt/Wien 2004; Sexualität und Mutterschaft. Geschlechterverhältnisse im Nationalsozialismus, in: Jungle World 21/2006; Gebärmaschinen und Mitläuferinnen? – Zum Umgang der „Neuen Frauenbewegung“ mit Nationalsozialismus und Antisemitismus, in: Fleissner, Peter/Wanek, Natascha (Hg.): BruchStücke. Kritische Ansätze zu Politik und Ökonomie, Berlin 2009.“

Die Veranstaltung findet am 13.5. in den Räumen der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Der Eintritt ist wie immer frei, wir bitten aber um Spenden zur Deckung unserer Unkosten.
Beginn ist 19:30, um einen Audiomitschnitt und seine zeitnahe Veröffentlichung bemühen wir uns.

21-04-2014Detlev Claussen über Medienkritik, die ins Leere… April 22, 2014 | 08:00 am



21-04-2014
Detlev Claussen über Medienkritik, die ins Leere läuft, wenn sie nicht die gesamte Gesellschaft im Blick hat/ Christian Jakob weist auf die (durchaus verbesserte, aber weiterhin desaströse) Situation von Flüchtlingen in Deutschland hin

Montagsdemo daheim im Reich April 21, 2014 | 08:44 pm

Die sogenannte „Truther“-Bewegung macht mit ihrer „Montagsdemonstration“ auch in München mobil.


Ostermontag bei der „Montagsdemonstration“ in Berlin

Letzte Woche las Thomas Ebermann in München sein Stück „Firmen-Hymnen“. Zum Abschluss warnte der schneidige Gesellschaftskritiker das Publikum: „Vorsicht vor den Eventmanagern, das sind die Schlimmsten“. Das dürfte für den Eventmanager Lars Mährholz in besonderem Maße gelten. Er ist der Initiator einer antisemitischen Phalanx, die unter dem Label „Montagsdemonstration“ vor einigen Wochen auf Facebook einmarschiert ist und seitdem jeden Montag die Köpfe auf öffentlichen Plätzen zusammensteckt. Ostermontag sprachen die einschlägig bekannten Verschwörungstheoretiker Andreas Popp, Ken Jebsen und Jürgen Elsässer in Berlin – der Berliner NPD-Landeschef Schmidtke mittendrin.

Während sich in Berlin inzwischen Tausende auf diesen Veranstaltungen treffen, kommen die Demonstrationen in München nur schleppend in Gang. Auf der ersten Veranstaltung mit dem Titel „München für Frieden! Montagsdemos sind zurück! Wir sind das Volk“ fand sich ein Dutzend ein, vorletzten Montag trafen sich höchstens 150 am Münchner Stachus. Am gestrigen Ostermontag waren es wieder weniger.

Wildgewordene Kleinbürger
Der Großteil der Versammelten in München ist der „Zinskritiker“- und „Truther“-Szene zuzuordnen. „Truther“ halten alles, was sie in landläufigen Medien sehen und hören für gelogen. Hingegen glauben sie jedem tollpatschig geschnittenen Youtube-Video, wenn es nur die Existenz von Verschwörungen, gefährlichen Kondensstreifen und ähnlichem, meist antiamerikanisch gelagerten Müll, vermeintlich beweist. So widersprüchlich sich diese Verschwörungstheorien oft zueinander verhalten, so sind sie in einem Punkt konsistent: Es gibt keine einzige Verschwörungstheorie, die zum Vorteil Israels und der jüdischen Selbstbestimmung erfunden wurde, aber Tausende zur vermeintlichen Belastung.

Die Nach- und Vorbeter kommen in München sehr häufig aus dem kleinbürgerlichen Milieu. 2012 bis 2013 versuchte Wolfgang Eggert, ehemaliger Angestellter einer TV-Produktionsfirma, die „Truther“-Bewegung in München mit dem Magazin „Dorian Grey“ anzusprechen. Der Münchner Gründer der marktradikalen „Partei der Vernunft“, Oliver Janich, fischte lange Zeit im selben Teich. Der gelernte Betriebswirt vergleicht Jutta Ditfurth aktuell mit Hitler und Goebbels, nachdem die Sozialwissenschaftlerin massive Kritik an der sogenannten „Truther“-Szene geübt hatte.

Links, Rechts und die Idiotie der Mitte
Auf den Münchner „Montagsdemos“ stach von Anfang an ein ehemaliger Personalvermittler namens Patrick Wedemeyer ins Auge, offenbar ein theosophischer Eiferer, der lehren möchte, „sich selbst bedingungslos zu lieben“. Er und seine Jünger trugen in München bei den letzten „Montagsdemos“ das Schild: „Für Liebe, für Freiheit, für Einheit, weltweit“. Ostermontag hielt er eine einschläfernde Rede. Außerdem verteilte die Eso-Sekte „WirKarte“ ihre Flyer. Ein Organisator der Veranstaltung, der mit dem Namen „Jan“ vorstellig wurde, betonte in seiner kurzen Ansprache vorletzten Montag, man sei weder links noch rechts. Dazu passt jedoch nicht ohne Reibungsverluste, dass Initiator Lars Mährholz auf seiner Website vor Kurzem noch den Münchner Stadtrat Karl Richter (NPD) lobte, als anscheinend den einzigen Politiker, der sage, „was Phase ist“.

Darüber hinaus nahmen an der „Montagsdemo“ in München auch Mitglieder des rechtslastigen Verschwörungs-Stammtisches „Alles Schall und Rauch“ teil, vor deren Augen Christoph Hörstel 2010 einen „Marsch aufs Kanzleramt“ angekündigt hat sowie die sich als links verstehende „Antiimperialistische Aktion“ um den Dachauer Antizionisten Chris Sedlmair. Wer behauptet, dass es sich bei den Münchner „Montagsdemonstrationen“ um eine Zusammenkunft von Durchgeknallten und in der Hauptsache antisemitischen Spinnern handelt, liegt vermutlich goldrichtig. Wer behauptet, dass hier der Wahnsinn von Links, Mitte und Rechts zusammenfindet, ist der Wahrheit auch sehr nahe.

Querfront und Arbeitsteilung
Kaum abzugrenzen ist von diesem Haufen die traditionelle Münchner Friedensbewegung. Sie setzt ebenfalls auf Antiamerikanismus und Israelhass, weshalb die Initiatoren der „Montagsdemonstrationen“ ohne bedeutende inhaltliche Bedenken für den diesjährigen Ostermarsch in München mobilisieren konnten. Die traditionelle Friedensbewegung greift ihrerseits in München häufiger auf die Stars der „Truther“-Szene zurück. Vor wenigen Wochen teilte der Münchner Friedensfunk „Radio Lora“ auf Facebook eine Statusmeldung von Ken Jebsen, der derzeit zum Marktschreier der „Montagsdemos“ in Berlin hochgejazzt wird. Ebenso wurden auf „Radio Lora“ immer wieder Christoph Hörstel und Evelyn Hecht-Galinski interviewt. Letztere fühlt sich regelmäßig dann aufgerufen, wenn es darum geht, für Antisemiten einzutreten. So macht sich Hecht-Galinski aktuell für die sogenannten „Montagsdemos“ stark.

Auf lange Sicht werden die neuen „Montagsdemos“ sowie die Ostermärsche der Friedensbewegung allerdings keine Massenevents werden bzw. bleiben. Dazu sind sie zu dirty. Der Antisemitismus der Massen wird ohnehin wesentlich eleganter von hintersinnigen Karikaturen der Süddeutschen Zeitung, den Gedichten von Günter Grass oder dem Raffinement eins Jakob Augsteins bedient.

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Bilder aus der Hohenstaufenstraße… April 21, 2014 | 02:46 am

gibts hier

The Southern Front April 20, 2014 | 11:46 pm

A statement from the Southern Front in Syria:

“We are the farmers, the teachers, and the workers that you see every day. Many of us were among the soldiers who defected from a corrupt regime that had turned its weapons around to fight its own countrymen. We represent many classes but our goal is one: to topple the Assad regime and give Syria a chance at a better future. There is no room for sectarianism and extremism in our society, and they will find no room in Syria’s future. The Syrian people deserve the freedom to express their opinions and to work toward a better future. We are striving to create in Syria a government that represents the people and works for their interest. We are the Southern Front.”

Mitschnitt: Von Bagdad nach Damaskus. April 20, 2014 | 05:32 pm

Mit­schnitt der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungVon Bagdad nach Damaskus. Be­frei­ung oder fai­led sta­tes?“ mit Thomas von der Osten-Sacken am 2. April 2014 in der Schank­wirt­schaft Lai­dak.

Büro für unlösbare Aufgaben eröffnet April 20, 2014 | 04:17 pm

Pressemitteilung via: https://unloesbareaufgaben.wordpress.com/

In der Weilburger Straße im Frankfurter Gallusviertel hat ein Büroteam heute, den 20.4., das Büro für unlösbare Aufgaben eröffnet. Die Besetzung des Gebäudes soll an die Tradition des Büros für unlösbare Aufgaben anknüpfen, dessen Konzept jahrelang im Institut für vergleichende Irrelevanz von mehreren wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen ausgearbeitet wurde.

Das Büroteam wird seinen Schwerpunkt auf unlösbare Aufgaben legen. Dazu zählen z. B. die Lösung der Wohnungsfrage, Abschaffung von Armut, Arbeit, Obdachlosigkeit, die Verhinderung der Prekarisierung von breiten Bevölkerungsschichten und Beendigung der rassistischen Flüchtlingspolitik. Im stadtpolitischen Diskurs wird noch darüber diskutiert, ob diese Probleme politisch gelöst werden können. Mit diesen Fragen wollen sich die Mitarbeiter_innen des Büros jetzt nicht mehr auseinandersetzen, sondern diese endlich mit professionellem bürokratischen Know-How verwalten. Ziel wird es sein, diese Aufgaben damit von dem Zwang zu befreien, gelöst werden zu müssen. „Damit wollen wir demonstrieren, dass es überflüssig ist, unlösbare Aufgaben lösen zu wollen. Diese Energie kann besser genutzt werden“, sagt der Angestellte Ansgar Fleischbauer. „Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, etwas an dieser Politik zu ändern. Sie ist und bleibt alternativlos“, bekräftigt Leyla Polat.

Um all diese unlösbaren Aufgaben verwalten zu können, brauchen wir Zeit und Raum. Mit unserem neuen Bürogebäude in der Weilburger Straße haben wir einen ersten Raum gefunden, der es unseren erfahrenen und kompetenten Mitarbeiter_innen ermöglicht, sich mit der Verwaltung der oben beschriebenen Fragen zu beschäftigen. Das Büro gibt sich offen. Die Mitarbeiterin erklärt: „In unserem Großraumbüro kann jeder und jede zu jeder Zeit unlösbare Aufgaben vorstellen und daran mitwirken, dass sie nicht mehr gelöst werden müssen – solange die Mitarbeiter_innen nicht bei der Arbeit gestört werden.“

Da dieses Gebäude nun schon seit mehreren Jahren leer steht, geht das Büroteam davon aus, dass keine andere Nutzung dafür vorgesehen ist. „Da wir es begrüßen, wenn Schulden kollektiviert werden, begrüßen wir auch die Kollektivierung von Leerstand“, bemerkt Fleischbauer.

Pressekontakt: 0152 – 10 65 98 84

Email: buerofuerunloesbareaufgaben@gmail.com
Blog: unloesbareaufgaben.wordpress.com

Kritisches Denken braucht und nimmt sich Zeit und Raum! Ein Jahr ohne IvI ist genug! April 20, 2014 | 04:06 pm

Fast ein Jahr nachdem das Institut im Kettenhofweg von der Polizei geräumt wurde, wurden heute, am 20. April 2014, mehrere neue Institute für vergleichende Irrelevanz eröffnet.

Im ganzen Frankfurter Stadtgebiet stehen unzählige Gebäude leer, die meisten seit Jahren. Aus diesem Grund konnten im letzten Jahr bereits mehrere Besetzungen stattfinden und auch jetzt konnten gleich mehrere IvIs zeitgleich eröffnet werden. Mit den Besetzungen soll nicht nur auf die Problematik der Leerstände hingewiesen werden, auch das Fehlen unkommerzieller Orte und die Stadtentwicklung Frankfurts im Allgemeinen werden von den Besetzer*innen angegriffen.

Vom Dezember 2003 bis April 2013 hatte das Institut für vergleichende Irrelevanz seinen Sitz in dem ehemaligen Institut für Anglistik der Goethe-Universität im Kettenhofweg. In den 9 Jahren seines Bestehens konnte das Institut zahlreiche politische Bildungsveranstaltungen, Kongresse, Konzerte, Ausstellungen und Parties veranstalten. Dabei war den Aktivist*innen stets wichtig, einen Ort zu erschaffen, der es möglich macht sich den Zwängen des Alltags zu entziehen und über Utopien nachzudenken. Unter dem Motto Theorie*Praxis*Party haben unterschiedlichste Aktivist*innen im IvI gemeinsam gearbeitet und experimentiert.

Obwohl die Besetzer*innen im letzten Jahr keinen gemeinsamen Ort mehr hatten, war das IvI immer noch präsent z.B. mit der Gegenuni, die an verschiedenen Orten der Stadt stattfand, mit einem Aktionstag mit Vorträgen und einem Rave durch die Innenstadt im letzten Sommer, Partys im öffentlichen Raum, der Kundgebungsreihe gegen rassistische Ausgrenzung in der Stadt u.v.m.

Um die Notwendigkeit eines offenen, selbstverwalteten Hauses, indem Theorie, Praxis und Party ihren gemeinsamen Raum finden, zu verdeutlichen haben die Aktivist*innen zum Jahresjubiläum der Räumung gleich mehrere neue Institute eröffnet.

„Wir haben versucht mit der Stadt über ein neues Objekt zu verhandeln und sind immer nur hingehalten worden“ teilt IvI Aktivistin Sarah Schneider mit. „Die Zeit der Verhandlungen ist für uns jetzt beendet. Wir nehmen uns die Räume, die wir brauchen. Das Jahr ohne IvI hat uns allen verdeutlicht, wie sehr wir einen Raum benötigen, der uns ermöglicht gemeinsam kritische Gesellschaftstheorie zu bearbeiten, politische Praxis zu entwickeln und verschiedenste kulturelle Veranstaltungen anzubieten, die keiner kommerziellen Logik folgen müssen.“

Es geht den Aktivist*innen nicht nur um die Schaffung eines einzelnen Raums, sie wollen auch einen praktischen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Stadtentwicklung Frankfurts leisten.

Sie kritisieren, dass die Frankfurter Kommunalpolitik Stadtentwicklung hauptsächlich Mechanismen des kapitalistischen Marktes überlässt. Trotz des stetigen Anstiegs des Bedarfs an sozial gefördertem und günstigem Wohnraum, steht bei neuen großen Bauprojekten im Innenstadtbereich, bei denen Wohnungen gebaut werden, die Schaffung von hochpreisigen Miet- und vor allem Eigentumswohnungen im Vordergrund. Wer sich eine Eigentumswohnung oder Kaltmieten ab 12,50 Euro pro qm nicht leisten kann, wird nach und nach aus der Stadt verdrängt.

Eine Beteiligung von Bürger*innen ist bei großen Neubauprojekten und Stadtenwicklungsfragen nicht erwünscht bzw. dient als Feigenblatt. Dies zeigt sich z.B. an der Planung des sog. „Kultur-Campus“, bei der Teile des Areals bereits vorab an den meistbietenden Investor verkauft wurden, trotz Planungswerkstätten mit den Bockenheimer Bürger*innen, die andere Ideen für das Gelände hatten. Der Erhalt des Philosphicums ist somit auch nicht das Ergebnis einer gestaltenden und sozial nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik der Römer-Koalition, sondern Ergebnis des Engagements der Projektgruppe, die das denkmalgeschützte Gebäude für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum jenseits von Marktlogik und Profitinteresse erhalten und revitalisieren wollen.

Neben den Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt wird auch die Kulturpolitik der Stadt angegriffen. Für subkulturelle Nischenprojekte ist in Frankfurt immer weniger Platz. Viele Clubs haben in Frankfurt in den letzten Jahren bereits dicht machen müssen, Räume in denen ohne bürokratische und/oder finanzielle Hürden Veranstaltungen organisiert werden können sind sehr rar.

Effizienz macht hässlich – IvI macht selbst das Europaviertel schön April 20, 2014 | 03:51 pm

Gruppe besetzt leerstehendes Haus in der Hohenstaufenstraße und plant eine Zwischennutzung für Theorie – Praxis – Party.

FRANKFURT. Willkommen im Europaviertel – kaum eine Ecke Frankfurts ist so öde wie diese. Damit ist ab heute glücklicherweise Schluss: Eine Gruppe hat an diesem Ostersonntag ein leer stehendes Gebäude an der Hohenstaufenstraße besetzt, um zwischen Tower 185 und Skyline-Plaza, also inmitten des Unfugs, den die hiesigen „Stümper des Städtebaus“ (F.A.Z.) anrichten, einen Ort zu erschaffen, der so etwas wie die Antithese zur videoüberwachten, durchkontrollierten und monotonen Umgebung ist: Theorie – Praxis – Party nämlich.

Ein Jahr ist es her, dass das Institut für Vergleichende Irrelevanz (IvI) geräumt wurde. Ein Jahr, in dem die Frankfurter_innen auf ein unkommerzielles, hübsch verkopftes gleichsam aufregendes Kulturleben verzichten mussten, das in dem selbstverwalteten Projekt am Kettenhofweg jahrelang Programm war. Ein Jahr lang: sich nachmittags vor dem Fernseher oder im mainstreamigen Städel langweilen und nachts in irgendeinem Club zu sexistischer Popmusik und Bier für vier Euro gutgelaunt tun. Ein Jahr des kulturellen & politischen Totalausfalls: schließlich werden die Orte, an denen in der Stadt eine unkontrollierte Alltagspraxis möglich ist, in Frankfurt immer weniger. Die Besetzer_innen finden: Es reicht.

In dem Gebäude an der Hohenstaufenstraße soll ein Kontrapunkt zum neuen Europaviertel entstehen, das den so genannten „Einkommensstarken“ ein neues Zuhause hinter neobiederen Fassaden bietet – und alle anderen auf die Monotonie der Einkaufboulevards oder in die wenigen Stadtviertel verweist, in denen die Mieten noch nicht ab 12 Euro je Quadratmeter kosten.

„Das besetzte Haus wird vielen Frankfurter_innen für kurze Zeit zurückgeben, was sie unabhängig ihres Kontostands verdienen“, sagt eine Sprecherin der Gruppe. Geplant sei ein Ort für kritische Debatten und Vorträge, für Konzerte, die aus der Reihe fallen, für Parties ohne ätzende Türsteher_innen und das sonst so übliche Gegrapsche auf der Tanzfläche. Ein Ort ohne Hierarchien und starre Geschlechterordnungen. Ein Raum, um über Alternativen sowie Taktiken und Praktiken gegen gesellschaftliche Zumutungen nachzudenken. Kritisches Denken braucht und nimmt sich Zeit und Raum: Ein Space zum Tanzen und Träumen – wo sich niemand um seine Verwertbarkeit Gedanken machen muss. „Effizienz macht hässlich. Ivi macht selbst das Europaviertel schön.“

Die Gruppe zeigt sich zuversichtlich, dass der Eigentümer des Gebäudes, die Ca Immo, für produktive Verhandlungen zur Verfügung stehen werde: Das Gebäude soll ohnehin bald abgerissen werden, da wäre die Ermöglichung einer Zwischennutzung eine soziale Geste, die nichts kostet. Außerdem könnte die CA Immo den Bürger_innen etwas zurückgeben – schließlich speist sich der Immobilienbestand der Gesellschaft mitunter aus dem Bundeseisenbahnvermögen.

Zugleich habe die Gruppe keine Lust mehr gehabt, dem Stadtparlament weiter dabei zuzusehen, wie es in Untätigkeit verharrt. Nach der Räumung des IvI hatte man den Besetzer_innen noch zugesichert, in Verhandlungen über ein Ersatzobjekt zu treten. Statt auf die Einlösung falscher Versprechen zu warten, wollen die Besetzer_innen nun mit dem Gebäude in der Hohenstaufenstraße Fakten schaffen.

Dass sie das Gebäude wegen des geplanten Abrisses nicht dauerhaft nutzen können, sei schade, doch die Besetzer_innen wollen sich deshalb nicht grämen. Ein Sprecher betont: „Eine Zwischennutzung durch das IvI ist deutlich besser als alles, was das Europaviertel sonst so zu bieten hat.“

21-04-2014Detlev Claussen über Medienkritik, die ins Leere… April 20, 2014 | 09:02 am



21-04-2014
Detlev Claussen über Medienkritik, die ins Leere läuft, wenn sie nicht die gesamte Gesellschaft im Blick hat/ Christian Jakob weist auf die (durchaus verbesserte, aber weiterhin desaströse) Situation von Flüchtlingen in Deutschland hin.
Gewidmet: Gabriel Garcia Márque

Assonanzen und Dissonanzen April 20, 2014 | 08:51 am

Zu hier mit Hinblick auf Literatur verwendeten Begrifflichkeiten Dem Leser wird vielleicht schon einmal aufgefallen sein, dass in der Sonntagsgesellschaft, insbesondere in der Lyrik, Worte die an andere Worte in relativ harmonischer Weise anklingen, wie im unten stehenden Auszug aus einem eigenen Gedicht „graben, warden und sarge“, als Assonanzen bezeichnet werden, im Unterschied zum reinen […]

have some faith April 20, 2014 | 01:01 am


Ostermarsch und Montagsdemo – Brüder im Geiste? April 19, 2014 | 11:32 am

Seit einigen Wochen tummeln sich in einigen großen Städten Deutschlands „einfache Bürger“, so einer der Initiatoren der “Friedensbewegung 2014″, um montags für den Frieden zu demonstrieren. Ihr Motiv jetzt auf die Straße zu gehen, ist wohl der Konflikt in der Ukraine und mit Russland. Die in einigen Medien zu beobachtende Stimmungsmache gegen Russland, der eine oder andere Hitlervergleich u.ä.m. erinnern vermeintlich an die Situation im Sommer 1914, als es der deutschen Regierung gelang, die Sozialdemokratie auf den Krieg einzuschwören, indem das Schreckensbild vom despotischen Zarismus bemüht wurde. Wahrheitswidrig wird allerdings von Vielen behauptet, dass dies das allgemeine Stimmungsbild in der Gesellschaft und Politik, sowie der Grundtenor in den Medien sei.

Die Montagsdemonstranten sehen die Ursachen des Konflikts in der Ukraine nicht im ökonomischen Desaster in diesem Land, in der Ausweglosigkeit der ukrainischen Bürger, in der Rolle der nationalsozialistischen und faschistischen Banden in der Ukraine, im Nationalismus, Autoritarismus und in den chauvinistischen Begehrlichkeiten der russischen Regierung, sondern die Ursache allen Übels sieht einer der Initiatoren im Wirken der FED. Schnell gesellten sich ob dieser obskurantistischen Krisenerklärung diejenigen zu den „einfachen Bürgern“, für die die Welt sowieso ein Panoptikum von Verschwörungsszenarien darstellt. Reichsbürger, Chem-Trail-Paranoiker, Infokrieger, Esotherik-Nazis etc.

Auch in Kassel kreuzt jeden Montag einer dieser Reichsbürger auf und schreit seine obskuren Behauptungen den Passanten ins Gesicht. Bestenfalls eine handvoll Personen vermag dieser Schreihals in Kassel jedoch nur um sich zu scharen. Auch bundesweit hält sich der Zuspruch der Montagsdemo für den Frieden in überschaubarer Größenordnung. Der Shitstorm, der sich über die ergießt, die sich kritisch mit dieser Erscheinung befassen, täuscht aber über die tatsächliche gesellschaftliche Bedeutung hinweg.

Die Friedensbewegung genießt – auch wenn sie immer wieder jahrelang nur Wenige zu ihren Märschen mobilisieren kann – eine bedeutendere gesellschaftliche Reputation. Ihren Anhängern haftet nicht das Stigma des Verrücktseins an und ihre Redner sind in der Lage, strukturierte Reden zu halten. Wenn sie wie jedes Jahr an Ostern marschiert, findet sie die Unterstützung aus wichtigen Teilen des gesellschaftlichen Mainstreams. Zu den Unterstützern gehören die Partei “Die Linke”, je nach Stadt und Region die Kirchen, lokale Organisationseinheiten der SPD, der Gewerkschaften und mehr oder weniger bedeutenden Einzelpersonen aus allen Parteien, gesellschaftlichen Verbänden und dem Kulturbetrieb – das lässt sich von den Montagsdemonstranten nicht behaupten. Die Ostermarschierer distanzieren sich jedoch von dem Treiben ihrer Konkurrenten. Warum eigentlich? Ist es nötig, sich von jemand zu distanzieren, der wie Ken Jebsen an Logorrhoe leidet, von einem Querfrontaktivisten wie Jürgen Elsässer, von einem der in der FED die Wurzel allen Übels sieht, von Chemtrailparanoikern und verrückten Esoterik-Nazis, nur weil sie das Wort Frieden in den Mund nehmen?

Offensichtlich schon. Es ist die strukturelle Ähnlichkeit der Argumentation und Denkweise dieser beiden Gruppen, die sie einander näher stehen lässt, als es ihnen lieb ist. Die Ähnlichkeit erschließt sich, wenn man darüber nachdenkt, wie es möglich sein kann, dass ein Jürgen Elsässer heute das vertritt, was er vertritt, man bei einem Ken Jebsen näher hinhört (auch wenn’s weh tut). Ersetzt man FED mit “die Banken” oder “das (Finanz-)Kapital”, dann sind die Differenzen zwischen den Ostermarschierern und den Montagshansel so groß nicht. Freilich die Ostermarschierer können Dank ihres Thinktanks mit z.T. seriöseren gelegentlich auch zutreffenden Erklärungen zu den Konflikten in der Welt aufwarten. Das Argumentationsschema ist bei aller wissenschaftlichen Reputation und Differenziertheit aber von ähnlich dichotomer Struktur. Es sind die NATO, die USA, Israel und gelegentlich auch die EU, die aggressiv sind, die Russland bedrohen, die Länder überfallen und bedrohen, die Konflikte schüren, die andere Nationen ausbeuten und die Interessen haben, die sie durchzusetzen versuchen. Der Kapitalismus ist in diesem Erklärungsmodell nicht eine Gesellschaftsformation, die durch die ihr innewohnenden Totalität alle gesellschaftlichen Subjekte zu Objekten der Kapitallogik macht, sondern der Kapitalismus wird als Herrschaftsformation verstanden, in der Wenige aus eigennützigen Gründen über Viele herrschen, die das Gute verkörpern. Ein Welterklärungsmodell dessen Dichotomie sich dadurch erweist, dass wahlweise die Begriffe Finanzkapital, Geld, Profit, Weltmarkt oder Globalisierung zur Matrix alles Bösen auserkoren werden und dem daher auch immer, weil die Begriffe austauschbar und letztendlich ersetzbar sind, eine Affinität zum Antisemitismus innewohnt, auch wenn, der Aufruf zum Ostermarsch brav den Antisemitismus verurteilt. Bis zum Zeitpunkt des Auftauchens der Montagsdemonstranten sind deren Protagonisten einfach bei den Ostermarschierern mitgelaufen. Deutschtümelei, Esoterik, Israel- und USA-Hass, der Hass auf den Westen und seine Werte, Antisemitismus und Islamophilie diese wesentlichen Inhalte der Ideologie der deutschen Friedensbewegung waren und sind auch für die kompatibel, die sich jetzt um Ken Jebsen und dessen Mitstreiter scharen.

Mit Anne Rieger haben die Kasseler Ostermarschierer mal wieder eine klassische Vertreterin der o.g. simplifizierenden linken Welterklärungslogik gefunden. Die Hauptrednerin des diesjährigen Friedensmarsches in Kassel argumentiert sicher filigraner, systematischer und hinsichtlich der Beschreibung der gesellschaftlichen Verwerfungen auch fundierter als Ken Jebsen und Konsorten, doch im Schematismus der Deutung der Ursachen gesellschaftlicher Widersprüche und Konflikte, da liegen sie nicht sehr weit auseinander. Und als hätte es eines Beweises bedurft: Dem zuletzt auch schon in Kassel unangenehm aufgefallenen Antisemitismusleugner und Linksausleger der Partei “Die Linke”, Dieter Dehm, gelang mit seinen kruden Thesen über geheimdienstgesteuerte Medien, der inhaltliche Brückenschlag zu den Montagsdemonstranten.

Vielleicht bekommt der Montagsschreihals aus Kassel bald mehr Zulauf, die Identitären haben mit verschiedenen Schmierereien in Kassel gezeigt, dass es einige von ihnen hier gibt. Blättert man im in Kassel in großer Auflage verteilten Szeneblättchen Ginko, so wird deutlich, dass es in Kassel eine gut aufgestellte Esoterikszene gibt – Ihr Mobilisierungstag ist bisher nicht die Montagsdemo, sondern der alljährliche „Tag der Erde“ in dem die Querfront von Wohlmeinenden, Esoterikern, Friedens- und Naturfreunden und Gerechtigkeitsapostel schon lange existiert. Ach ja, in Kassel gibt es auch noch eine andere Montagsdemo, die ist aber in Kassel durch ihre Initiatorin, die MLPD, beim Ostermarsch mittenmang dabei.

J.D.

UNHilfe April 19, 2014 | 10:45 am

Die UN hilft  bedürftigen Menschen in Syrien, vorausgesetzt sie leben in Gebieten, die vom Regime kontrolliert werden, denn das ist der Partner der UN. Wer unter Hungerblockade des Regimes leidet, hat eben Pech gehabt. Statt Nahrung gibt’s dann Giftgas, barrel bombs und täglichen Attilleriebeschuss. Und das mit voller Duldung, ja Unterstützung der sogenannten “Friends of Syria”-Gruppe, der auch die BRD und die USA angehören:

The UN continues to give the Assad regime complete control of all aid distribution, fully aware that, except for token quantities delivered to some areas in calculated regime PR exercises, none of the aid is going to people being deliberately starved to death by the regime.
The Western ‘Friends of Syria’ governments – three of which (the US, Britain and France) are permeanent UNSC members – who are fully cognisant and supportive of this UN policy, continue to give it their tacit approval, issuing no condemnation of the Assad regime’s ongoing deliberate mass starvation of much of the Syrian population.

With the silent complicity of the rest of the ‘international community,’ Assad, Iran and Russia continue to withhold food, medicine, fuel and all forms of humanitarian aid to areas outside the regime’s control – most of Syria – as well as cutting off supplies of water, electricity and all utilities.

These areas are also subjected to daily relentless aerial and ground carpet bombing, with Assad’s forces regularly regularly using ballistic, air-to-surface and surface-to-surface missiles, poison gas, white phosphorous and cluster bombs, again with no complaint from the international community and hardly any coverage by the world’s media.

This policy of collective punishment of a civilian population, which is strictly illegal under international law, is being implemented with full international support, with the victim being lambasted as “terrorists.”

For These Moroccan Muslims, Mimouna Isn’t Just a Jewish Thing—It’s Their Heritage, Too April 18, 2014 | 11:42 pm

These Mimouna youth are no longer alone in the Arab world. On the Jewish side, more American Jewish youth are also building alliances with groups like Mimouna Club, slowly changing the course of conversation about the Arab-Israeli conflict while learning more about the daily struggles, lives, and aspirations of Palestinian and Arab youth. And Palestinian students have also begun to engage in reciprocal actions. In fact, a group of Palestinian students recently made a visit to Auschwitz, led by Mohamed Dajani from al-Quds University. Many called for Dajani’s firing from the university, but Dajani is not new to these controversies. As founder of the Wasatia Mouvement, he has built academic relations with many in Israel and has advocated the teaching of the Holocaust and other cases of genocide in Palestinian schools, even as Palestinians fight for their rights with Israel and the recognition of the Nakba.

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democracy April 18, 2014 | 03:46 pm

Ziemlich bunt wird es vermutlich im Europaparlament nach der Wahl 2014 zugehen, denn

In Deutschland wurde für die Wahlen zum Europäischen Parlament zunächst eine Drei-Prozent-Sperrklausel eingeführt, die eine verlässliche Mehrheitsbildung im Europäischen Parlament und das reibungslose Funktionieren der EU-Exekutive gewährleisten sollte. Dies beschloss der Bundestag am 13. Juni 2013 [...]

Am 18. Dezember 2013 verhandelte das Bundesverfassungsgericht mündlich über die Klagen. Am 26. Februar 2014, drei Monate vor der bevorstehenden Wahl (25. Mai), erklärte das Bundesverfassungsgericht die Drei-Prozent-Hürde für verfassungswidrig und nichtig. (src)

what_democracy_feels_like-ikl959.com“Mach Dein Kreuz nicht mehr beim kleineren Übel. Auch Husten nervt! NEIN!” (seen in Leipzig)


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Hundert Jahre Einsamkeit April 18, 2014 | 02:34 pm

Und weiteres zum Tode von Gabriel García Márquez Jetzt ist also auch noch Gabriel García Márquez gestorben. Seine Hundert Jahre Einsamkeit waren vor etwa zehn Jahren einer der ersten Romane, die mich darauf gestoßen haben wie man auch schreiben kann. Dass es Ordnung in dem geben kann, was als Chaos erscheint, und dass Zurückhaltung, vordergründige […]

Audio April 18, 2014 | 02:42 am



ZEUGS: Nackte Deutsche, fehlende Fragezeichen und geheime Eichhörnchen April 17, 2014 | 10:13 pm

Es hat sich in den vergangenen zwei Wochen einiges angesammelt, daher ein extra-langes Zeugs mit einer extra-kurzen Einleitung.

  • Zur Demokratie in den USA: Der interessierte Leser wird es an anderer Stelle – Slashdot zum Beispiel — vermutlich schon gesehen haben, aber der Vollständigkeit halber verweisen wir auf eine Studie [PDF] mit dem Titel Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens die im Herbst in “Perspectives on Politics” erscheinen soll und im Netz jetzt schon für Aufregung sorgt.

    Multivariate analysis indicates that economic elites and organized groups representing business interests have substantial independent impacts on U.S. government policy, while average citizens and mass-based interest groups have little or no independent influence.

    Oder, wie es sonst zusammengefasst wird: Die USA sind demnach keine Demokratie, sondern eine Oligarchie. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass frühere Studien das Gegenteil gezeigt haben.

  • Zu Einkommensunterschieden in den USA, wenn wir schon bei
    düsteren Bildern sind: Die sind so Extrem wie seit den 20er Jahren nicht mehr, berichtet der New Yorker mit vielen anschaulichen Grafiken. Mehr noch, die Kluft habe historische Dimensionen:

    Even in terms of income generated by work, Piketty notes, the level of inequality in the United States is “probably higher than in any other society at any time in the past, anywhere in the world.”

    Damit habe sich die Situation verglichen mit Europa umgekehrt — die Neue Welt drohe zur Old Europe des 21. Jahrhundert zu werden.

  • Zu prüden Amerikanern, diesmal aus der umgekehrten Sicht: Der interessierte Leser JS weist auf den Bericht eines Amerikaners hin, der mit den deutschen Konventionen für Nacktheit kämpft:

    Somehow we misunderstood the simple Deutsch dictate, whereby it’s completely acceptable to swim naked outside, and saunas must only be visited nude, but when swimming at an indoor pool in a naked sauna, a bathing suit must always be worn.

    In den Kommentaren finden wir diesen Erklärungsansatz: Germans don’t equate nudity with sexuality.

  • Zur Entwicklung der englischen Sprache: Bei Slate wird darüber diskutiert, ob das Fragezeichen bei rhetorischen Fragen ausstirbt — eine Art im Internet deutlich zu machen, dass man nicht wirklich fragt, was Außerirdische von der Sommerzeit halten. Zum Beispiel.
  • Zu Militärabkürzungen: Quasi als Ergänzung zu unserem Eintrag hat Business Insider eine Liste von Militärslang zusammengestellt, das nur Eingeweihte verstehen. Dieser Autor findet secret squirrel am besten.
  • Zu nicht mehr so religiösen Amerikanern: Eine Studie hat den (Mit-)Schuldigen für die Abkehr der US-Bürger vom Glauben ausgemacht: das Internet, das den Menschen den Kontakt mit anderen Religionen ermöglicht.

    For people living in homogeneous communities, the Internet provides opportunities to find information about people of other religions (and none), and to interact with them personally

    Der Text geht ausführlich auf die Frage ein, ob Korrelation in diesem Fall wirklich Kausalität bedeutet.

  • Zu Baseball, ein Eintrag für den interessierten Leser NMK:
    Sports Illustrated — ja, die Leute mit der berühmten Februar-Ausgabe – untersucht die Unterschiede zwischen den USA und Japan bei der Sportart.

    American coaches generally discourage using the splitter out of fear that it increases torque on the elbow; some teams even take it away from young pitchers. (…) In Japan, says Valentine, “everyone throws the splitter. The star high school kid throws the splitter.”

    Da dieser Autor ehrlich gesagt nur die Hälfte des Artikels verstanden hat, führen wir eine neue Regel ein: Keine Nachfragen über Baseball.


Wie hätte es eigentlich noch schlimmer kommen können? April 17, 2014 | 10:19 am

Oliver M. Piecha über das vierte Kriegsjahr in Syrien:

Substantielle Hilfe für die syrische Opposition – wie gerade wieder bei dem Staatsbesuch Obamas in Saudi-Arabien nebulös versprochen – ist bisher nie angekommen. Dagegen zerbröselt Obamas Scheinerfolg mit der Giftgasvernichtung dieser Tage endgültig. Nach ersten Meldungen in den vergangen Wochen über angebliche kleinere Giftgaseinsätze haben jetzt sowohl Aufständische wie das Assad-Regime einen Giftgasangriff in der Provinz Hama bestätigt – und beschuldigen sich gegenseitig. Die Übergabe der Giftgasbestände des Regimes an die UN hat sich sowieso längst verlangsamt, Fristen wurden nicht eingehalten.

Die Uno hat angesichts des Desasters in Syrien sogar das – ohnehin folgenlose – Zählen der Toten eingestellt. Anfang des Jahres verkündete das Menschenrechtsbüro der UN, man werde die Zählung der Kriegsopfer in Syrien wegen der unübersichtlichen Lage nicht weiter fortsetzen. Da war es längst bei 100?000 Toten angelangt, die konservative Schätzung des Syrian Observatory for Human Rights spricht von 150?000 Toten, vermutet aber die tatsächliche Zahl bei über 220?000. Das wäre rund ein Prozent der geschätzten Einwohnerzahl Syriens von etwas über 20 Millionen.