#571 – Lesetipps 012

boingboing ¦ Amazing Aliens Rap, and other „Amazing“ movie-themed rap homages Beware ,There’s A Crosseyed Cyclops In My Basement!!! ¦ Comic: Fantastic Four Cartoons of 1939 technabob ¦ famous landmarks turned into lego landmarks In yet another LEGO-related post… I found a bunch of different landmarks that were copied using LEGOs. Some of them are merely passable, while [...]

Amnesty for Taliban

To be appearing on platforms with Britain’s most famous supporter of the Taliban, whom we treat as a human rights defender, is a gross error of judgment.”

Interessant mit wem Amnesty so zusammen Kampagnen durchfuehrt. Aber die Angst vor der Islamophobie geht eben um:

A SENIOR official at Amnesty International has accused the charity of putting the human rights of Al-Qaeda terror suspects above those of their victims

In an email sent to Amnesty’s top bosses, she suggests the charity has mistakenly allied itself with Begg and his “jihadi” group, Cageprisoners, out of fear of being branded racist and Islamophobic.

Da arbeitet man  eben schon mal  mit Leuten wie Moazzam Begg zusammen, der die Taliban als “better than anything Afghanistan has had in 20 years” loben.

Und die guten alten linken Netzwerke duerfen natuerlich auch nicht fehlen:

When Begg appeared at Downing Street last month as part of a group delivering a letter to Gordon Brown calling for the release of the last British resident held at Guantanamo, he was accompanied by Kate Allen, head of Amnesty’s UK section since 2000. Allen is a leftwinger who was the girlfriend of Ken Livingstone, the former mayor of London, for almost 20 years.

Ken Livingstonbe wiederum ist guter Freund von Sheikh Qaradawi und anderen Islamisten.

#570 – My Playground

(Vimeo: KASPARWORKS) The film explores the way Parkour and Freerunning is changing the perception of urban space and how the space is changing the traceurs and freerunners. Mainly set in Copenhagen the film follows the making of the first dedicated parkour park in the world. Designed by the danish team, Team JiYo. The film also travels around the [...]

#569 – Stream: Lightspeed Champion

Diesen Freitag erscheint das neue Album von Devonté Hynes, besser bekannt als Lightspeed Champion. Die Zeiten der Test Icicles sind wirklich beendet, nichts anderes könnte man nach den erstem Durchlauf von Life Is Sweet!Nice to Meet You denken. Diese Popsongs sind einfach zu ungewohnt und erfordern volle Aufmerksamkeit. Die klassischen Akzente geben dem Ganzen einen [...]

Eine Brücke und ein Währungsraum zu weit


Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman wettert in seinem Blog weiter gegen den Euro. Dabei ist der letzte Halbsatz des Eintrags vielleicht nicht für alle Leser verständlich (Hervorhebung hinzugefügt):

[W]hat’s happening to Spain reflects the inherent problems with the euro, which now more than ever looks like a monetary union too far.

Wer jetzt mit dem too far nichts anfangen kann, guckt nicht genug Kriegsfilme: A Bridge Too Far (1977) handelt von der Operation Market Garden im Zweiten Weltkrieg, als alliierte Luftlandetruppen Brücken in den Niederlanden einnehmen sollten. Der Film mit Sean Connery, Anthony Hopkins, Hardy Krüger, Laurence Olivier, Robert Redford und Maximilian Schell basiert auf einen Roman von Cornelius Ryan.

Der Plan war etwas überambitioniert, daher der Titel, der als Bild in die Alltagssprache übergegangen ist. Das klappte in Deutschland nicht, denn die Synchro leistete wieder ganze Arbeit: Hier lautet der Titel Die Brücke von Arnheim.

Zeig mir Deine Freunde…


Ein guter Mann hat uns vor einigen Jahren das Arafat-Prinzip erklärt: Erst läuft man mit dem Kopf gegen die Wand. Dann stellt man fest, dass man so nichts erreicht und sich eine blutige Nase holt. Also läuft man noch einmal gegen dieselbe Wand. Und stellt wieder fest: Es bringt nichts und tut weh. Folglich rennt man anschließend nochmal gegen die Wand, usw. usf..

Arabische Kreislaufstörung: Karikatur von Dosh (aus: Ephraim Kishon, Pardon, wir haben gewonnen, dtv, 1971).

Getreu diesem Prinzip unterstützen die palästinensische Führung und ein Großteil der palästinensischen Bevölkerung traditionell, grundsätzlich und bis zum bitteren Ende jeweils den durchgeknalltesten Erzextremisten, den es in der Region zu finden gibt. Auch auf die Gefahr hin, sich damit selbst unter seinen Brudervölkern zu isolieren. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die Entscheidung der PLO, sich nach der Besetzung Kuwaits im Jahre 1990 unverbrüchlich an die Seite des irakischen Diktators Saddam Hussein zu stellen. Und das, obwohl die gesamte Weltgemeinschaft sich gegen den Despoten wandte, sogar Syrien Truppen für die Operation “Desert Shield” abstellte und der amerikanische “Wüstensturm” sich längst zusammenbraute. Tausende verdutzte Palästinenser, die im Januar 1991 in Kuwait City den Beschuss israelischer Städte mit Scud-Raketen bejubelt hatten, wurden wenig später jäh aus der Party gerissen und von den befreiten Kuwaitern deportiert.

Angesichts dieser Tradition kann es kaum wundern, dass die Palästinenser sich auch heute wieder die falschen Freunde suchen: Laut einer jetzt vorgestellten Umfrage des Pew Research Centers ist zwar in großen Teilen der muslimischen Welt die Beliebtheit radikaler Islamisten im Schwinden begriffen. Doch mit ihrem untrüglichen Gespür für falsche Entscheidungen jubelt ein Großteil der Palästinenser der iranisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah zu: 61 Prozent der Palästinenser haben ein positives Hisbollah-Bild. Und sogar 65 Prozent der Palästinenser finden deren Führer Hassan Nasrallah richtig knorke. (Die Hamas ist dagegen auf dem absteigenden Ast, ganz offensichtlich ist man schwer enttäuscht von deren totalen Versagen auf dem Schlachtfeld von Gaza während Operation Cast Lead im vergangenen Jahr.)

Selbst für palästinensische Verhältnisse überraschend ist jedoch eine andere Zahl: Die absolute Mehrheit der Palästinenser vertraut Osama – wait for it – bin Laden. Womit wir wieder beim Thema “durchgeknalltester Erzextremist” wären. Und bei einer weiteren sprichwörtlichen Erkenntnis über die Palästinenser: Sie versäumen nie eine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu versäumen.

Trailer: Metal IL

Metal IL ist eine Dokumentation über die israelische Metalszene. [via Blabbermouth]


Cartoon des Tages



Aus Ha’aretz

Der Verschwörungstheoretiker der VHS.

Die „Volkshochschule“ (VHS), in der miefigen Provinzstadt Oldenburg, betreibt eigentlich ein Programm, wie es an vielen „Volkshochschulen“ zu finden sein wird. Doch neben den Sprach-, Rechtschreib- und Trommelkursen gibt es einen weiteren Kurs, der aus dem Programm heraussticht. Der wird vom ehemaligen „Greenpeace“-Mitglied Werner Altnickel (s. Foto) geleitet. Dort dürfen sich ganze 25 Teilnehmer_innen über sogenannte „Chemtrails“ informieren. „Chemtrails stehen für ganz bestimmte Kondensstreifen von Flugzeugen. Verschwörungstheoretiker_innen wie Altnickel behaupten, dass Wettermanipulationen durch die „Chemtrails“ ermöglicht werden. Der allseitsbekannte Wetterfrosch Jörg Kachelmann nennt das nicht zu Unrecht eine der „most gaga Verschwörungstheorien“. Für Altnickel steht unter dessen fest, dass die USA „die Herrschaft über die globalen Wetterverhältnisse erringen und das Erdklima mittels Versprühung chemischer Substanzen in der Atmosphäre manipulieren“ würden. Die „normalen Schleierwolken“ seien in Wirklichkeit gar das Ergebnis der „Chemtrails“.

Werner Altnickel ist einer der Apologeten der „Chemtrail“-Verschwörungstheorien. Er glaubt aber auch daran, dass von der sich in Alaska befindlichen Forschungsanlage HAARP Gefahren ausgingen und spricht von „Gedankenkontrolle“ und Beeinflussung. Außerdem behauptet Altnickel, dass der Reaktor-Unfall in Tschernobyl, kein normaler Reaktorunfall gewesen sei. Wenn mensch Altnickel glaubt sind es die USA gewesen, die ein Erdbeben im eigenen Land verhindern wollten: „Am Tag der Katastrophe von Tschernobyl wollte Russland ein Riesen-Erdbeben auslösen. Gemeinsam mit einem befreundeten Staat wusste Amerika dies zu verhindern. Die ausgesendeten Frequenzen wurden abgeblockt und kamen zurück zum Ursprungsort Tschernobyl“, was den GAU ausgelöst habe. Solche Ereignisse, von denen die normale Bevölkerung nichts erfahren würde, seien in Wahrheit „Wetterkriege“, die bereits „seit langem“ stattfinden würden. Altnickel glaubt unter anderem in analysierten Proben der „Chemtrails“ „getrocknete genmanipulierte menschliche Zellen, synthetisches Material, Proteine – einige davon mit Jet Fuel vermischt-, mysteriöse, bisher unbekannte Pilze und Bakterien“ gefunden zu haben.

Des Weiteren ist Altnickel ein Anhänger der antisemitischen Verschwörungstheorie, die besagt, dass die „Zionisten“ den Anschlag auf das World Trade Center „durchgeführt“ hätten. Der Solartechniker beruft sich auf den italienischen Senator auf Lebenszeit, Cossiga, der „wissen“ will, „dass die desaströsen Anschläge von der CIA und dem Mossad mit der Hilfe der Zionisten geplant und durchgeführt worden“ wären.
Während des Irak-Kriegs unterstützte Altnickel eine Aktion, bei der Kriegsgegner_innen als menschliche Schutzschilde für den damaligen Diktator Saddam Hussein in Bagdad fungieren sollten. „Es gibt erste Interessierte aus Oldenburg und anderen Orten“ heißt es auf einem Flugblatt: „Lasst uns ein großes Friedensfest in Bagdad feiern! Am liebsten mit bekannten Bands und dem Papst als Hauptredner.“ Trotz alledem sorgte sich Altnickel um die eigene Gesundheit, was das Mitglied der „Grünen“ in die Bürgersprechstunde des Rats der Stadt trieb: Dort stellte er dem Bürgermeister eine Frage über das „Thema Katastrophenschutz in Oldenburg vor dem Hintergrund des drohenden Irak-Krieges.“
Ein anderer Krieg, bei dem unter anderem Israel auch „Strahlenwaffen“ einsetzen würde, ist für Altnickel allerdings noch nicht vorbei. Er spricht vom II. Weltkrieg, der noch immer von den USA geführt werden würde und beruft sich dabei auf ein angebliches Donald Rumsfeld Zitat, dass sich im rechten Spektrum, bei den Fans von „Reichsflugscheiben“, großer Beliebtheit erfreut. Als Urheber des Zitats nennen die Fälscher_innen wahlweise Donald Rumsfeld oder Colin Powell.

Um seine Thesen zu belegen beruft sich Altnickel auf angebliche Wissenschaftler_inen und Doktor_innen. Als Kronzeuge dient ihm Jim Phelps (s. Foto), der angeblich „jahrelang als maßgebender Experte an der Ozonlochforschung“ gearbeitet hat, aber unter anderem auch einen Zusammenhang zwischen den Kondensstreifen von Flugzeugen und Aids (!) sowie BSE entdeckt haben will: „Ob es gefällt oder nicht, die globale Erwärmung ist direkt mit dem AIDS-Problem verbunden, da diese Fluoride und Metalle in die Ökosysteme und in die Körper der Menschen hineingelangen.“ Für die „Chemtrails“ sind, so behauptet es Phelps, „geheime (Logen)querverbindungen“ verantwortlich. Neben Phelbs dient ein anthroposophischer Doktor, aus Altnickels Heimatstadt, als Kronzeuge. Doch reale Belege bleibt Altnickel natürlich schuldig.
Statt dessen arbeitet Altnickel, wie viele Verschwörungstheoretiker_innen mit gefälschten Zitaten. In seinen Vorträgen zitiert Altnickel einen gewissen John Swinton, um eine angebliche „Zensur“ seiner Theorien durch die Medien zu belegen. „Eine freie Presse gibt es nicht. Sie, liebe Freunde wissen das, und ich weiß es gleichfalls“, beginnt es. John Swinton, der von Altnickel als weiterer Kronzeuge benannt wird, soll ein ehemaliger Herausgeber der „New York Times“ (NYT) gewesen sein, „der diesen kleinen Vortrag während seines Abschiedsbanketts gehalten haben soll. Ein Blick in die Archive der NYT zeigt: Es hat niemals einen Herausgeber namens Swinton gegeben“.


Altnickel beim antisemitischen Internetangebot von „Secret.TV“.

Wegen der angeblichen „Zensur“ der Theorien Altnickels gibt dieser dort Interviews, wo die verschwörungstheoretischen Thesen gut ankommen. Der Internetsender „Secret.tv“, der bisher vom Antisemiten und Verschwörungstheoretiker Jan Udo Holey (Alias „Jan von Helsing“) betrieben wurde, bietet beispielsweise gleich mehrere Vorträge und Interviews mit Altnickel, der sich diesem „TV-Sender im Internet“ zugehörig fühlt. Ein Auftritt im „Offenen Kanal Bremen“ vom 28.02.2005 findet sich auf anderen Plattformen. Im „Haus des Sport“ in Bremen referierte Altnickel mit dem selbst ernannten „Unruheständler“ Peter Platte, der sich wie Werner Altnickel gefälschter Fotos bedient, um seine Thesen zu beweisen. Altnickel tut eben alles „um die Botschaft unter die Leute zu bringen“. Daher ist er auch im Internet vertreten. Altnickel ist der Verantwortliche der Seite „Chemtrail.de“, auf der er seine Theorien verbreitet und für seine Tätigkeit als Referent der „Volkshochschule“ wirbt.
Außerdem trat Altnickel am 23.02.2008 auf Tagung der so genannten „Anti Zensur Koalitionauf. Dort hielt „Deutschlands bekanntester Aufklärer über Chemtrails und Haarp“ einen langen Vortrag. In der „AZK-Zeitung“ zur Konferenz finden sich die Behauptungen des wegen Volksverhetzung und anderer Vergehen verurteilten Hochstaplers und Holocaustleugners Iwan Götz. Die „Anti Zensur Koalition“ des Sektenführers Ivo Sassek ist ein Treffpunkt für verschiedene rechte Verschwörungstheoretiker_innen, Sektenmitglieder und Nazis, wie zum Beispiel den Anthroposophen und Holocaustleugner Bernhard Schaub. Der „grüne“ Verschwörungstheoretiker Altnickel kam dort mit seiner antisemitischen These vom „komischen sozialen Demokraten“ Gerhard Schröder gut an. Altnickel verwies darauf, dass Gerhard Schröder „nebenbei noch ’ne Beratungsfunktion bei der Rothschild-Bank hat und das ist als Sozialdemokrat ja ein bischen merkwürdig“.


Altnickel auf einer Tagung der „Anti-Zensur-Koalition“ (AZK).

Wenn Altnickel gerade keine Interviews mit antisemitischen Internetangeboten führt oder auf Konferenzen auftritt, findet mensch ihn in Oldenburg. Dort baut er nicht nur Solaranlagen, sondern hält, wie schon erwähnt, Vorträge an der „Volkshochschule“. Altnickel war aber auch schon als Referent an der dortigen Universität oder lud nach eigenen Angaben, über die „Katholische Hochschschulgemeinde“ (KHG) der Stadt, den ehemaligen SPD-Politiker Andreas von Bülow ein, der zuvor durch ähnliche Ansichten zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf sich aufmerksam gemacht hatte und der auch im rechten „Kai-Homilius-Verlag“ publiziert. Außerdem ist Altnickel ein fleissiger Hobbyfotograf , der bereits mehr als 11.000 Fotos vom Himmel gemacht hat, um seine Thesen zu untermauern. Es gibt wohl kaum eine andere Person, die so fleißig „richtig fetzige Bilder“ von Kondensstreifen und Wolken produziert.


Faksimile der Veranstaltungswerbung Altnickels bei der VHS.

Das „Kursprogramm“ der „Volkshochschule“ aus Oldenburg, die als „anerkannter Bildungsträger“ vom „Land Niedersachsen und von der Stadt Oldenburg gefördert“ wird, benennt Werner Altnickel als einen ihrer Referent_innen, der dort über die „Macht über das Wetter“ und „Wettermanipulationen“ berichtet. Auf der Internetseite der „Volkshochschule“ wird die „Meinung des Referenten“ nicht als Verschwörungstheorie abgetan. Stattdessen ließt mensch dort von „gesundheits- und lebensgefährliche Wettermanipulationen“, wie dem „künstlichem Erzeugen von Erdbeben und Tsunamis, dem gezielten Öffnen von Ozonlöchern, der Steuerung von Stürmen sowie der elektrischen Veränderung der Ionosphäre“. Dieses Programm erregt natürlich keine Kritik, obwohl sich auf Altnickels Seite sogar ein Text mit dem Namen die „Rassenbombe“ finden lässt (Screenshot), herausgeben durch den Verlag „VAWS“ („Verlag und Agentur Werner Symanek“), der unter anderem das Nazi-Blatt „Unabhängige Nachrichten“ druckt und vertreibt. Im miefigen Oldenburg kann solch eine Person, ohne dass es in irgendeiner Form Kritik gibt, als Referent der „Volkshochschule“ auftreten. Der zweimalige Gewinner des „Oldenburger Umweltschutzpreises“ lebt ungestört in der Provinz.

#568 – Schachnovelle

Das vergangene Wochenende war mein bisheriges Kulturhighlight. Am Samstag war ich ich beim Theaterball und bin ganz begeistert. Hätte nie gedacht, dass sowas tatsächlich Spaß macht. Dachte erst, dass wäre eine reine Schickimickiangelegenheit. Nur aufgemotzte Leute, hochnäsig, usw. Aber es war nicht so schlimm wie erwartet. War mit ein paar Mädels dort, haben lecker Wein [...]

Video: Infamous Mobb – Capital Q


Auf der Hoehe der Zeit II

Stop the Bomb hat sich der Muehe unterzogen eine lange Liste all jener deutscher Firmen zu erstellen, die mit und im Iran Geschaefte betreiben. In der Tat ein beeindruckendes Who is Who der deutschen Wirtschaft. Das muss sich auch die Vorsitzende von IPPNW gedacht haben, deren Job es ja ist, die Welt vor einem Atomkrieg zu bewahren. Denn just an dem Tag, als Stop the Bomb mit dieser Liste an die Oeffentlichkeit trat, vermeldete die SZ auch noch, der Iran habe einen Atomsprengkopf entwickelt.

So liess sie keine Zeit verstreichen, sondern meldete sich couragiert zu Wort:

Die internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) rufen angesichts der Meldung der Süddeutschen Zeitung, der Iran habe den Bauplan für einen Atomsprengkopf entwickelt, zur Besonnenheit auf. „Die Sicherheits- und Verteidigungsexperten in München müssen auf ihrem heutigen Treffen den Konflikt mit dem Land deeskalieren“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.

Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, sich für eine „atomwaffenfreie Zone Nahen und Mittleren Osten” und eine Nichtangriffsgarantie für den Iran einzusetzen. Als deutliches Zeichen müsste die deutsche Regierung alle Waffenlieferungen nach Nahost stoppen. Das betrifft besonders die Lieferung zweier U-Boote an Israel, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können.

Der Iran baut an der Bombe, deutsche Firmen verdienen wie irre? Da hilft nur: Nichtlieferung an Israel, weg mit den israelischen Atomwaffen und Nichtangriffsgarantie an den Iran. Auf jeden Fall: Deeskalation! Nichts tun, was das Regime Regime oder Siemens veraegern koennte.

Auf der Hoehe der Zeit

We don’t accept anti-Semitism or Zionism. They [referring to both anti-Semites and Zionists] are extremists who want to set themselves over other groups and believe those others are worth less.”

Das sind die Worte des Buergermeisters von Malmö, einer Stadt, die vielen  noch aus den Krimis von Henning Mankell bekannt sein duerfte, der diese Saetze ganz sicher auch genau so unterschreiben wuerde.

Und erste Erfolge sind zu vermelden. Eine Gruppe von Extremisten beginnt die Stadt zu verlassen:

“Threats against Jews have increased steadily in Malmö in recent years and many young Jewish families are choosing to leave the city,” Fredrik Sieradzki of the Jewish Community of Malmö (Judiska Församlingen i Malmö) told The Local.

Ja es besteht die Hoffnung, dass der Ort bald zionistenfrei sein wird:

Sieradzki admitted he is currently “pessimistic” about the future of the Jewish community in Malmö, saying that there needs to be a “complete change in attitude” among the city’s politicians if the situation is going to improve.

Fortschritte im Irak IX

Es sind diese kleinen alltäglichen Dinge, die einem in Erinnerung rufen, welche Fortschritte es seit zwei Jahren im Irak gegeben hat. Fährt man dieser Tage nach Kirkuk, winkt einen der Soldat am Checkpoint einfach durch, vor einem Jahr noch standen dort, hinter Sandsäcken verschanzt, schwer bewaffnete Einheiten und fast jedes Auto wurde durchsucht.

Auch wenn die Lage noch immer angespannt ist, haben heute, selbst noch abends, die Geschäfte offen, Menschen flanieren auf den Straßen und man glaubt kaum, dass dies die Stadt ist, die früher einer belagerten Festung glich.

Straight Outta Motherhood

Es gibt zwei Dinge, die ein Mensch selbst erlebt haben muss, bevor er davon berichten kann: Töten und ein Kind bekommen. Ich habe schon vielen Menschen einen langsamen, schmerzhaften Tod gewünscht, aber aufgrund pazifistischer Grundhaltung eben auch nur gewünscht. Aber ich habe vor ziemlich genau einem Jahr ein Kind bekommen. Und das war das schrägste, was mir bis jetzt passiert ist. Und zwar nicht in diesem herkömmlichen Sinne, wie es in Büchern steht, z.B.: „Der schönste Moment in meinem Leben: Ich kann dich, Jara, zum ersten Mal im Arm auf meiner Brust halten.“ Ich für meine Person kann mich an diesen Moment kaum noch erinnern, weil ich vollgepumpt mit Medikamenten war, völlig im Arsch von 12 Stunden Wehen und dann doch Kaiserschnitt, und einen Namen hatte der Sohn auch noch keinen.
Mein Sohn. Ein fremdes Wesen, das ich auf Knopfdruck lieb haben sollte, weil das bei Müttern eben so ist. Aber ich wünsche mir doch auch nicht 10 Monate einen Freund und dann lasse ich einen wildfremden Typen bei mir einziehen und liebe ihn, obwohl er sich aufführt wie ein Pflegefall.
Ich brauchte eine Eingewöhnung. Die ersten zehn Wochen habe ich mein Kind nicht verstanden. Ich bin nicht vor Glück zerflossen, ich habe lediglich funktioniert. Ich hatte Angst. Dass sich das Kind zwischen den Mann und mich drängt. Dass ich keine Zeit mehr für mich habe. Und ich kam mit meiner neuen Rolle als Hausfrau und Mutter nicht zurecht. Ich habe mich so schrecklich einsam gefühlt. Alle machten mit ihrem normalen Leben weiter, nur ich war Leibeigene eines Neugeborenen geworden, und statt mich zu loben, brüllte es mich hauptsächlich an. Ich schob das schreiende Kind im Kinderwagen Runde um Runde durch den Schanzenpark. Damit ich das Geschrei nicht mehr ertragen musste, habe ich Musik gehört.

Und wer in dieser Zeit mein Herz berührt, mir aus der Seele gesprochen und mich mit Pathos und Mut aufgepustet hat, war Jenny Wilson. Ihr zweites Album „Hardships“ handelt nämlich von den Strapazen der Mutterschaft und ist dabei musikalisch ganz großartig und fantastisch. Sie wirft RnB mit Elektro, Streichern und allem anderen in einen Topf und macht sogar aus dem Umrührgeräusch noch einen Beat. Aber anstelle damit zu verstören oder zu nerven wie Björk inzwischen, ergeben alle diese avantgardistischen Elemente ein überwältigendes Ganzes. Jeder Song ist ein melodisches Geschenk. Wer eine volle Rezension lesen will, der/dem sei der Text von Silke Janovsky ans Herz gelegt. Wer das Album kaufen will, kann das ab Mitte März nun endlich auch in Deutschland tun. Und wenn ihr seht, dass Jenny Wilson in eurer Nähe ein Konzert gibt, solltet ihr hingehen. Ich habe sie vor vier Jahren gesehen, und es war der blanke Wahnsinn, wie sie ihre Musik vom Album auf die Bühne gebracht hat. Und wer sie noch nicht kennt, kann sich hier blitzverlieben. Falls es ein bisschen länger dauert, macht das nichts. War bei mir und meinem Kind auch so.

Das nächste Stück ist von ihrem ersten Album, das übrigens auch jeder Plattenschrank mit Kusshand nimmt.

Du magst Missy und möchtest das Heft per Mini-Spende unterstützen? Dann lad uns auf einen virtuellen Kaffee ein. Vielen Dank!

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens

Im Orkus der Psychose

Mehr als 22.000 Einträge enthält eine Liste der Feinde Deutschlands , die im Internet kursiert. Die rechtsextreme Fleißarbeit offenbart vor allem einen Einblick in die geistige Verfassung der Urheber.

Propaganda-Treffen.

Ein Propaganda-Treffen der ganz besonderen Art soll am 11. Februar 2010 in Hamburg statt finden. Der Geschäftsführer der „Orient Okzident Gesellschaft“, Bahman Berenjian, lädt am Jahrestag der „iranischen Revolution“ in Zusammenarbeit mit dem Verschwörungstheoretiker Christoph M. Hörstel zu „authentischen Meinungen und Analysen“ aus dem Iran in’s „Hotel Atlantic-Kempinski“. Neben Hörstel, der schon als „Lobbyist der Taliban” (FAZ) bezeichnet wurde, werden verschiedene Referenten erwartet, die deutlich machen welche Thesen auf der Konferenz vertreten werden.
Da wäre unter a anderem der iranische Botschafter und Massenmörder Ali Reza Scheikh Attar sowie der Hamas-Propagandist Udo Steinbach. Da wäre des Weiteren Jürgen Elsässer, der protestierende Demonstrant_innen im Iran bereits als „Dis­co­mie­zen“, „Te­he­ra­ner Dro­gen­jun­kies“ und als „Strich­jun­gen des Fi­nanz­ka­pi­tals“ bezeichnete und bevorzugt Aufmärsche gegen Israel organisiert oder auf den Treffen des rechten verschwörungstheoretischen Spektrums auftritt. Da wäre aber auch Thomas Steinberg, der eine Internetseite betreibt, auf der die Hetze gegen Israel und seine Verteidiger_innen zum Programm erhoben wird. „Die För­de­rer“ des An­ti­se­mi­tis­mus „sind be­kannt“ ora­kel­te Stein­berg in einem Text von 2008, der auch auf ein­schlä­gi­gen Na­zi-​Sei­ten ver­brei­tet wird: „Sie sit­zen im Zen­tral­rat der Juden, auf der Achse des Guten und sogar in der Par­tei Die Linke. Sie geben vor, den Ju­den­haß zu be­kämp­fen, und schü­ren ihn“. Stein­berg be­dien­te an die­ser Stel­le ein altes an­ti­se­mi­ti­sches Kli­schee, bei dem Jü­din­nen und Juden oder deren an­geb­li­che Un­ter­stüt­zer_in­nen für den Hass, den An­ti­se­mit_in­nen ihnen ge­gen­über emp­fin­den, ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den.
Auf dieser Konferenz wird also die Creme de la Creme der Apologeten des iranischen Regimes auftreten, um ihre Propaganda zu betreiben. Im „legendären Luxushotel an der Außenalster“ wollen sich die Propagandist_innen des iranischen Regimes versammeln. Es ist absehbar, um was es bei diesem Treffen gehen wird: Neben der Verteidigung des iranischen Regimes geht es unter anderem um antisemitische Hetze, vor einer „hochwertigen Kulisse“. Das „Hotel Atlantic-Kempinski“ spricht in jedem Fall davon, Veranstaltungen zu ermöglichen, die „bald so legendär“ sein würden, „wie das Hotel Atlantic selbst“. Es bleibt zu hoffen, dass es sich Menschen nicht nehmen lassen werden, gegen diese Propaganda-Veranstaltung vor „hochwertiger Kulisse“ zu protestieren.

Für den 11. Februar rufen u.a. die „Worker-communist Party of Iran“, die Solidaritätsinitiative „Peyvand“ und „Stop the Bomb“ ab 17:00 Uhr vor dem Hotel (An der Alster 72-79) zu Protesten auf.

Wieder ein Griff ins…

Was für eine Aufregung. Ahmedinejad sagt Atom, Atom, Verhandlung, Mottaki taucht in München auf, die Junge Welt darf titeln: Irans Schritt zum Frieden, und die Süddeutsche macht ein so braves Hofberichterstattungsinterview, daß dagegen das Interview mit Mottaki in den Tagesthemen schon fast als kritisch zu bezeichnen ist.  Natürlich haucht bei all dem der iranische Außenminister nur heisse Luft aus, schließlich geht es ja auch bloß darum irgendein Tamtam zu machen, um die Weltöffentlichkeit vom Zerfall des Regimes abzulenken. Der Jahrestag der Revolution mit den absehbaren Demonstrationen am 11. Februar macht dabei mit Skeletthand permanent Hasenohren hinter dem iranischen Außenminister.

Und der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, ja der  sagt in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz:Der Iran hat das vertraglich verbriefte Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Gruppe der E3+3 hat sogar weitreichende Unterstützung angeboten, um Iran dabei zu helfen, wenn dieser im Gegenzug den Nachweis des ausschließlich friedlichen Charakters seines Nuklearprogramms erbringt. Unsere Hand bleibt ausgestreckt, aber bisher greift sie ins Leere. Und auch nach dem gestrigen Tag kann ich bedauerlicherweise zu keiner anderen Einschätzung kommen. Wenn es wirklich einen neuen Ansatz zur Zusammenarbeit geben sollte, dann müssen den Worten aus dem Iran konkrete Taten folgen. Eine Einigung mit der Wiener Atomenergiebehörde über den Teheraner Forschungsreaktor wäre ein vertrauensbildender Schritt. Er wäre aber kein Ersatz für Verhandlungen, um den zivilen Charakter des Iranischen Nuklearprogramms sicher zu stellen. Eine atomare Bewaffnung Irans ist für uns nicht akzeptabel. Sie würde zu einer Destabilisierung der ganzen Region und zu einer womöglich fatalen Schwächung des Nichtverbreitungsregimes führen.

Wann folgen denn nun endlich einmal Konsequenzen?

Pure Rhetorik natürlich.  Schalten Sie so in drei Wochen wieder ein, wenn es wieder einmal heißt: Atom, Atom, Verhandlung. Oder schalten Sie halt erst wieder ein, wenn das Regime weg ist.

Radikaler Franke soll's richten

Berlin. Der Berliner NPD-Landesverband hat einen neuen Landesvorstand gewählt. Der bisherige Landesvorsitzende Jörg Hähnel wird von Uwe Meenen aus Würzburg abgelöst, der innerhalb der NPD als radikaler Nationalsozialist gilt und eng mit Horst Mahler verbunden war.

terry poison in berlin

terry poison

wer hat lust auf eine tolle show mit guter musik? alles weitere ist hier.

Überraschung bei der Sicherheitskonferenz


Völlig überraschend und entgegen aller Erwartungen nach den bisherigen Erfahrungen verlief der erste Tag der diesjährigen Münchener Sicherheitskonferenz. Der Außenminister der Islamischen Republik Iran, Manutschehr Mottaki, redete viel aber sagte wenig. Nur so viel wurde klar: zu Zugeständnissen ist das Mullah-Regime nicht bereit.

Doch wieso sollte es dies auch sein? Eine Ankündigung zur Verhandlungsbereitschaft, die nur wenige Stunden später widerrufen wird, genügt den europäischen Politikerinnen und Politikern, um öffentlich zu beteuern man müsse weiterhin den Dialog suchen. Das ganze Elend der Appeasement-Politik brachte dann auch der deutsche Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) treffend auf den Punkt: “Aber dass wir über ein Drehen der Sanktionsschraube nachdenken, ist ja nicht neu.”

Und solange es weiterhin beim Nachdenken bleibt, können die Mullahs in aller Ruhe ihr Atomprogramm fortsetzen und gelegentlich mit ehrlichen Statements die Öffentlichkeit schockieren, die doch lieber an eine friedensbewegte iranische Regierung glaubt. Und so werden auch bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit wieder alle betonen, dass man nun diesmal aber wirklich und tatsächlich und unausweichlich darüber nachdenken müsse, darüber zu reden, ob man darüber sprechen dürfe, Überlegungen zu Sanktionen anzustellen ohne das friedliche Klima in der Staatengemeinschaft zu zerstören.

Quellen: Jerusalem Post, Spiegel Online

Der Respekt-Ehre-Komplex

Julia Encke zu Bernd Eichingers Bushido-Biographie Zeiten ändern Dich:

Man hat Bernd Eichinger, im „Untergang“ und im „Baader Meinhof Komplex“, vorgeworfen, dass er „von allem keine Meinung“ habe; dass er den Zuschauern die Haltung überlasse, die er selbst nicht hat oder höchstens vortäuscht. Hier hat er eine: Es ist die der totalen Affirmation. Er hat sich Bushido zum Männerfreund gemacht und ist sein Fan. Vielleicht hätte er deshalb einfach einen Konzert- und Musikfilm machen und einem dafür die ganzen Macho-Quatsch-Lektionen ersparen sollen, die der Film so furchtbar ernst nimmt; dieses ganze Gelaber von „Respekt“ und „Ehre“, das längst zum Genre geworden ist, einem hier allen Ernstes aber als Off-Stimmen-Aufstiegsweisheit verkauft werden soll: Sei krass, fleißig, frauenfeindlich, dann kannst auch du ein deutscher Spießer werden.

Erneuter Überfall von B5-Aktivisten auf Antisemitismusgegner


In der Nacht zum Sonntag, den 31. Januar 2010, überfielen Aktivisten des »Internationalen Zentrums B5« zwei israelsolidarische Antifaschisten. Die beiden Antifaschisten, die unter anderem im »Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten« gegen Antisemitismus aktiv sind, wurden nach dem Verlassen einer Diskothek von drei
Schlägern empfangen. Die Angreifer brüllten antiisraelische Parolen, gingen mit Faustschlägen auf ihre Opfer los und traten, als diese am Boden lagen, weiter auf sie ein. Erst als es den Angegriffenen gelang, die Polizei zu rufen, flohen die Angreifer.

Bereits am Abend hatte eine Gruppe von fünf Personen, darunter die späteren Angreifer, eines der Opfer auf der Straße erkannt, woraufhin sie es bepöbelten und körperlich bedrängten. Dabei wurde der junge Mann, weil er einen Israel-Button trug, als Faschist beschimpft, welcher den Genozid an den Palästinensern propagiere. Einige Stunden später trafen die B5-Anhänger in der Diskothek ein, in welcher sich die beiden Antifaschisten befanden, und setzten die antiisraelischen Pöbeleien fort. Als die Angreifer mehrmals handgreiflich wurden, darunter mit gezielten Schlägen ins Gesicht, wurden sie schließlich der Diskothek verwiesen. Daraufhin lauerten sie ihren Opfern auf deren Nachhauseweg auf. Die beiden Angegriffenen erlitten mehrere Prellungen und Schürfwunden. Gegen die namentlich bekannten Angreifer wurde Anzeige erstattet.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums B5« sind in der Vergangenheit immer wieder durch körperliche Angriffe auf antisemitimuskritische Personen und Veranstaltungen aufgefallen. Im Oktober 2009 verhinderten sie mit Gewalt eine Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel« im Hamburger Programmkino b-movie. Dieser Vorfall, bei dem Kinogäste geschlagen und unter anderem als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft wurden, hatte im In- und Ausland für Empörung gesorgt. In Reaktion darauf hatte sich auch das »Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten« gegründet, das am 13.12., anlässlich der Neuansetzung des Lanzmann-Films im b-movie, gegen linken Antisemitismus demonstrierte.

Bereits in den vergangenen Monaten waren Mitglieder des Bündnisses von Aktivisten der B5 mehrfach bedroht und auch körperlich angegriffen worden. Angesichts des jüngsten Überfalls auf Antisemitismusgegner unterstrich das Bündnis seine Forderung, das Internationale Zentrum politisch zu isolieren und die von ihm ausgehende antisemitische Hetze endlich zu unterbinden. Wer den Antisemitismus und die Gewalt der B5 verharmlose, gar mit den dort organisierten Gruppen politisch weiter zusammenarbeite, ermuntere die Schläger zu weiteren Angriffen.

verwalten, vergessen, verdrängen. veranstaltungsreihe zu architektur und geschichte im rahmen der dialektik-offensive 2010

22. Januar 2010 00:00bis11. Februar 2010 00:00

verwalten, vergessen, verdrängen.
veranstaltungsreihe zu architektur und geschichte im rahmen der dialektik-offensive 2010

fr, 22.01., 12h, studihaus: zur herrschaft der weißen wand. ex-ex-unipräsident meißner begründete seine initiative zur umbenennung des ig-farben hauses in „poelzig-ensemble“ explizit mit der „Reinwaschung von nationalsozialistischen Bezügen“. referat und diskussion über den zusammenhang von sauberkeit und herrschaft am neuen campus.

fr. 22.01., 20h, ivi: ferdinand kramer – demokratische architektur und sozialer gebrauchswert. referat und diskussion zu den kramerbauten in frankfurt.

do, 28.01., 18h, ig-farben haus [treffpunkt foyer]: präsidiale propaganda. zur kritik der universitären Medien- und Identitätspolitik. wenn dialogoffensiven angekündigt werden, ist vorsicht geboten. in der veranstaltung werden die reaktionären implikationen der präsidialen politik einer kritischen analyse unterzogen.

di, 02.02., 18h, ig-farben haus [treffpunkt foyer]: sitzen bleiben, das wäre schön – alltag am ig-farben. mit stiftungsrat, modularisierung, ba/ma und anderem wird die uni umgebaut und die goethe-uni darf sich dazu auch noch neue gebäude bauen. wie dabei der bologna-prozess in bänken form gewinnt und sich leuchttürme in mülltonen wiederfinden lassen, versuchen wir in detaillierter betrachtung zu erörtern.

mi, 03.02., 20h, ivi: ferdi gegen frankfurt (dokumentarfilm, hr 1983, regie: digne meller marcovicz). kramer berichtet aus seinem leben. auf spaziergängen über den bockenheimer campus kommentiert er die architektur – und was daraus geworden ist.

mi, 10.02., 20h, ivi: das haus der 1000 zimmer (dokumentarfilm, hr 2001, regie: yvonne menne). der film erzählt die geschichte des ig-farben hauses: von der tragenden rolle der ig-farben im nationalsozialismus über den einzug der amerikanischen armee bis zur universitären nutzung.

do, 11.02., 18h, ig-farben haus[treffpunkt foyer]: studieren nach auschwitz. unkonstruktive bemerkungen zum schönsten campus deutschlands aus erinnerungspolitischer sicht

veranstalter_innen:

institut für vergleichende irrelevanz [ivi], kettenhofweg 130, ffm

http://ivi.copyriot.com

initiative studierender am ig farben campus

http://initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com/

weitere veranstaltungen:

fr, 22.01., studihaus: workshoptag zum thema ‚campus-kultur und gesellschaft’

mi, 27.01., 10 - 15h, ig-farben haus [foyer]: lesung der opfernamen anlässlich des befreiungstags des vernichtungslagers auschwitz-birkenau durch die rote armee

mi, 27.01., 19.30h, ig-farben campus [hz 11]: film: die befreiung von auschwitz (regie: irmgard von zur mühlen)

sa, 30.01., 14h, campus bockenheim: die uni gehört allen. bundesweite demo

fr, 05.2. + fr, 12.2., studihaus: workshoptag zum thema ‚materialistische analyse von bildung und wissenschaft’

fr, 25.02., 19.30h, jügelhaus (mertonstrasse, raum hh): podiumsdiskussion zur zukunft des campus bockenheim. veranstalterin: bürgerinitiative ‚ratschlag campus bockenheim’

download programm (*.pdf)

verantaltungsorte:
ivi, uni campus bockenheim, kettenhofweg 130,  frankfurt a/main
studihaus, uni campus bockenheim, mertonstr. 26, frankfurt a/main
ig farben haus, uni campus ig farben, norbert-wollheim-platz 1, frankfurt a/main

Worte der Woche (43)


“Ich freue mich über die Möglichkeit, im deutschen Fernsehen zu sprechen.”

Der iranische Außenminister Mottaki im Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Süddeutschen Zeitung hat Mottaki ebenfalls ein Interview gegeben und im Bayrischen Hof darf Mottaki vor einer internationalen Zuhörerschaft den Holocaust anzweifeln,  das brutale Vorgehen der Islamischen Republik gegen Demonstranten rechtfertigen und über die wahrhafte Demokratie im Iran dozieren. In gemütlicher Runde und entspannter Atmosphäre, wie man sieht:

Empfangen wurde Mottaki ja bereits bei seiner Ankunft standesgemäß:

Crossposted auf FREE IRAN NOW!

12.02.10 DD/MM/YYYY + RAILCARS

12. Februar 2010
22:00

12.12.10 // 22h // IVI //

DD/MM/YYYY

Nach schweisstreibenden Auftritten im letzten Herbst, die meistens in einer ausgelassener Dancy-Party geendet haben, kommt die Band mit dem sonderbaren Namen mit neuer Platte auf Deleted Art wieder nach Europa. Kann die überhaupt jemand aufhalten?

&

RAILCARS

Aufgedrehtes Schimmern, Leuchten, Rauschen, Scheinen. Selten passten
Plattencover derart gut zum musikalischen Inhalt. Bunte Städte,
verdrehte Gebäude, merkwürdige Gestalten in glitzernden U-Booten, ein
pittoresk überfrachtetes Gebastel aus Surrealismus, Jugendstil und
sozialistischen Wandmosaiken. Und dahinter: zwei Typen von der
Westküste hinter einem Salat aus Kabeln, Geräten, Tasten, Wirbeln,
Schaltern und virtuellem Konfetti. Melodien balgen sich um den besten
Platz in der ersten Reihe vor und hinter sagenhaft verzerrtem
Beatgeknirsche, das die Destination zwischen straight geradeaus und
verdreht über die eigenen Füße stolpernd immer mal wieder ändert.
Übergeordnete Idee: Autorenn-Überholspur. Mit viel Kopfnicken. Und
immer wieder schieben sich ebenso überaus verzerrte Gesangsmomente
durch das flimmernd nebelartige Lärmen. Man stelle sich sowas vor wie
eine hochkoffeinierte Variante von Casiotone For The Painfully Alone mit
Megaphon und Kurzbesuchen von Animal Collective vor. Dann bitte Augen
weit aufreißen. Lohnt sich.

railcars – there is ice / castles @ BOTH from megan riley on Vimeo.

http://nichtsfuerungut.blogsport.de/

Verwaltungsgericht läßt Nazis durch Dresden marschieren

>>Das Gericht schrieb zur Begründung, der Staat sei gehalten, angemeldete Versammlungen vor Störungen Dritter zu schützen. Gegen die angemeldete Veranstaltung selbst dürfe nur im Falle des »polizeilichen Notstandes« vorgegangen werden – den sah das Gericht nicht als gegeben.<< (Neues Deutschland)

Die Sächsische Zeitung gibt die Position des Verwaltungsgerichts so wieder:

>>Nach dem, was vorgelegt wurde, könne nicht angenommen werden, dass die Polizei personell oder organisatorisch nicht in der Lage sein werde, die Gefahrenlage zu beherrschen und insbesondere die JLO-Versammlung vor Störungen durch Gegendemonstranten zu sichern. Es bleibe daher bei der angemeldeten Strecke für den Aufzug.<<

Bild berichtet von 46 Einsatzhundertschaften der Polizei und 15000 erwarteten Nazis.

Auch das Ordnungsamt trat diese Woche auf den Plan:

>>Am 30. Januar, dem Tag der so genannten Machtergreifung fungierte Julia Bonk (MdL, Die Linke) als Anmelderin für ein Probesitzen. Nach einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen hatte sie das Recht zugesprochen bekommen, sich zusammen mit anderen auf den Platz vor der Synagoge zu setzen. Die Polizei fand nichts zu beanstanden. Nun tritt jedoch das Ordnungsamt nach. Bonk sei unzuverlässig, das haben die Erfahrung mit der Veranstaltung gezeigt, da dort doch Blockaden eingeübt worden wären, meldet die DNN (Dresdner Neueste Nachrichten) in ihrer heutigen Ausgabe. Daher soll ihr verboten werden, als Anmelderin während des 13. Februars bei Protesten aufzutreten. Angemeldet ist von ihr eine Kundgebung am Hauptbahnhof.<<

Am Sonntagabend findet in der K9 eine Diskussionsveranstaltung zu Dresden mit Avanti – Projekt undogmatische Linke (No Pasarán!), ¡Venceremos! Antifa Dresden (Keine Versöhnung mit Deutschland) und TOP B3rlin statt.



Mobilisierung zum größten Naziaufmarsch in Europa - in Gestalt der NPD-Parteizeitschrift direkt im Zeitungsständer der Bahnhofsbuchhandlung in Weinheim

1.o3.2010, 21.oo: KARL BLAU & ELFENBEINTURM

1. März 2010
21:00

pupu

KARL BLAU

ELFENBEINTURM

http://nichtsfuerungut.blogsport.de


#567 – Gotta Groove Records

(Vimeo: Nick Cavalier) Vor kurzem habe ich den kleinen Dokumentarfilm „United Record Pressing“ vorgestellt. Dank Honki bin ich auf eine weitere Doku über ein Presswerk für Schallplatten aufmerksam geworden. Die Leute von Gotta Groove Records zeigen hier ihre Arbeit, für die man sie echt beneiden kann. ___ via: misterhonk

Reichssender Teheran

In dieser vernetzten Welt der globalen Kommunikation gibt es vergessene Winkel – altfränkisch möchte man sie wahrhaft nennen -, in denen die Zeit stillsteht. Der Duft eines vergangenen Jahrhunderts entströmt ihnen authentisch, konserviert wie in einem Einmachglas. Wäre man Kulturanthropologe oder gar Ethnologe und auf der Suche nach einem Magisterthema, man könnte wohl jauchzen vor Glück. Unverfälschtes Brauchtum, von Jahrzehnten der Zivilisierung verschont, Autochthone, die noch ganz bei sich selber sind. Hier können sie sich ganz ungezwungen äußern, hier gewähren sie Einblicke in tiefste unberührte Schichten. Hier, beim Hörerstammtisch der Deutschen Welle des Iranischen Staatsrundfunks:

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim

Am heutigen Hörerstammtisch wird es keinem langweilig werden. [...]

Die Ablichtung eines Artikels über das Für und Wider der Strafbarkeit revisionistischer Äußerungen im Zusammenhang mit dem Phänomen „Holocaust“, der in dem vom Deutschen Rechtsschutzkreis herausgegebenen Mitteilungsblatt „Recht und Justiz“ Nr. 1/2009 erschienen ist, legt Dieter Nagel aus Kiel seinem Brief an Radio Teheran bei. [...]

„Dresden im Schnee“ – so heißt eine Gemäldereproduktion von der Dresdener Morgenpost, die sich Peter Leder für seinen Gruß an Radio Teheran ausgesucht hat.

„Liebe Freunde“, steht darauf,

ich möchte all Euren Menschen in Zukunft alles Gute wünschen. Haltet durch gegen die Anfeindungen der westlichen Welt und die, die keinen Frieden wollen, gegen Lügen und Diskriminierungen!

Wir sind dafür, daß Euer stolzes Volk in Glück und Gesundheit leben kann.

Euer Peter,

ein Freund derer, die überwacht und diskriminiert werden,

ein Freund derer, die gegen Bevormundung auftreten, und:

ein Freund der Länder, die der Welt Geschichte gegeben haben.

Alles Schöne und Frieden für Iran! [...]

Eine Vase mit bunten Blumen aus dem Schwabenland wurde uns dann noch von Martina Pohl auf den Tisch gestellt, und dazwischen tollen zwei Meerschweinchen aus Grafing herum – das sind Leo und seine neue Leonore, die Lieblinge von unserem oberbayrischen Hörerfreund Werner Schubert. [...]

Gespannt sind wir auf das neue „Jahrbuch für das Erzgebirge“, das unterwegs nach Teheran sein soll. [...]

Wer in diesem Winkel Deutschlands an der tschechischen Grenze zu Hause ist, der ist stolz auf seine Heimat, stolz auf die Traditionen und stolz auf die Vielfalt der kunsthandwerklichen Produkte, die man hier schon seit Hunderten von Jahren in Privatarbeit, kleinen und größeren Betrieben herstellt und von deren Verkauf – besonders anläßlich der Erzgebirgsweihnacht – so manch ein kleiner und größerer lokaler Betrieb leben muß. Er möchte, daß sie beachtet werden, das ist doch verständlich! Schließlich sind sie ein Stück der unverwechselbaren, aber leider immer mehr in Vergessenheit geratenden deutschen Identität. [...]

Bei den zahlreichen Posteingängen darf ich nicht die Mossbergs aus Schweden vergessen, sonst ist in Nordgermanien gleich wieder der Teufel los… [...]

Und nun noch einmal tief Luft geholt, denn jetzt komme ich zu einem Bücherwurm und einem Berg von Büchern, den er vor „Uns und unseren Hörern“ auftürmt: Bücher über Atlantis, das Bermudadreieck, den Tag, an dem die Götter starben und die Geschichte eines Zauberers. [...]

Allah wird immer und ewig sein, denn seine drei Worte ‚Es werde Licht‘ haben dieses Universum aus dem Nichts erschaffen und werden es auch zu Nichts verbrennen lassen.

Nun können wir auch begreifen, wie klein wir alle sind, aber auch, von welcher Güte und Liebe wir profitieren.

Natürlich – wir werden bei unseren Forschungen immer nur im Vorhof Allahs enden und nie die ganze Erkenntnis erreichen. Selbst wenn, dann könnten wir sie nicht verstehen und deuten.

Euer Freund in Rechtsupweg,

Wilfried Hofmann. [...]

Die Zeit drängt; wir müssen auseinander gehen. So überlasse ich das Mikrophon den Kollegen und sagen ganz schnell noch:

Ade.